18/07/2024
Ein strahlendes Blond oder ein elegantes Grau ist der Traum vieler, doch oft lauert eine unerwünschte Überraschung: ein hartnäckiger Lilastich im Haar. Besonders nach der Anwendung von Silbershampoo, das eigentlich Gelbstiche neutralisieren soll, kann es vorkommen, dass die violetten Pigmente sich zu stark ablagern und Ihrem Haar einen unnatürlichen Farbton verleihen. Aber keine Sorge, dieses Problem ist weit verbreitet und glücklicherweise gibt es eine Reihe einfacher, effektiver Methoden, um diesen ungeliebten Farbschleier zu entfernen und Ihrem Haar seinen ursprünglichen Glanz zurückzugeben. In diesem ausführlichen Artikel erfahren Sie, warum ein Lilastich entsteht, welche bewährten Hausmittel Abhilfe schaffen und wie Sie zukünftige Verfärbungen von vornherein vermeiden können.

Warum entsteht ein Lilastich im Haar?
Der Hauptgrund für einen Lilastich liegt oft in der Verwendung von sogenannten Silbershampoos oder Tönungen, die violette oder blaue Farbpigmente enthalten. Diese Produkte sind darauf ausgelegt, gelbe und orangefarbene Untertöne in blondiertem, grauem oder weißem Haar zu neutralisieren. Gemäß der Farbenlehre sind Violett und Gelb Komplementärfarben, was bedeutet, dass sie sich gegenseitig aufheben. Das ist der Grund, warum Silbershampoos so effektiv gegen Gelbstiche sind. Doch wenn das Haar sehr porös ist (z.B. durch häufiges Blondieren), die Einwirkzeit zu lang war oder zu viel Produkt verwendet wurde, können die violetten Pigmente überhandnehmen und sich im Haar festsetzen. Das Ergebnis ist ein unschöner violetter oder bläulicher Schimmer, der Ihr Haar stumpf und unnatürlich wirken lässt.
Auch die individuelle Haarstruktur spielt eine Rolle. Poröses, geschädigtes Haar nimmt Farbpigmente intensiver und ungleichmäßiger auf. Wenn Ihr Haar also bereits strapaziert ist, ist es anfälliger für eine Überpigmentierung.
Soforthilfe: Bewährte Hausmittel gegen den Lilastich
Bevor Sie zu chemischen Produkten greifen, lohnt es sich, einige bewährte Hausmittel auszuprobieren. Sie sind oft sanfter zum Haar und überraschend effektiv beim Entfernen überschüssiger Farbpigmente. Wichtig ist bei allen Anwendungen, dass Sie Ihr Haar danach gut pflegen, da einige dieser Mittel die Haarstruktur leicht austrocknen können.
Backpulver für ein Haarpeeling
Backpulver ist ein echtes Wundermittel im Haushalt und kann auch bei der Haarpflege zum Einsatz kommen. Seine leicht abrasive und alkalische Eigenschaft hilft dabei, Farbpigmente von der Haaroberfläche zu lösen und auszuspülen. Es wirkt wie ein sanftes Peeling für Ihr Haar.
- Anwendung: Mischen Sie je nach Haarlänge ein bis zwei Päckchen Backpulver (ca. 15-30g) mit etwas Wasser zu einer dicken Paste. Die Konsistenz sollte so sein, dass sie gut im Haar haftet, ohne herunterzutropfen. Verteilen Sie die Paste gleichmäßig im feuchten Haar, konzentrieren Sie sich dabei auf die Bereiche mit dem stärksten Lilastich. Massieren Sie die Paste sanft ein, um die Wirkung zu verstärken. Lassen Sie das Ganze für etwa 5-10 Minuten einwirken. Spülen Sie Ihr Haar anschließend gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis keine Rückstände mehr vorhanden sind.
- Wichtiger Hinweis: Backpulver kann das Haar austrocknen. Wenden Sie diese Methode daher nicht zu häufig an und verwenden Sie unbedingt eine feuchtigkeitsspendende Haarmaske oder einen Conditioner nach der Anwendung, um die Haarstruktur zu pflegen und zu stärken.
Zitronensaft: Der natürliche Farbabzieher
Zitronensaft ist bekannt für seine aufhellenden Eigenschaften und kann auch dabei helfen, überschüssige Farbpigmente aus dem Haar zu ziehen. Die Säure der Zitrone wirkt wie ein milder Farbzieher, der die Cuticula des Haares leicht öffnet und so die Ablösung der Farbpigmente ermöglicht.
- Anwendung: Pressen Sie den Saft einer frischen Zitrone aus und mischen Sie ihn mit der gleichen Menge Wasser, um die Säure etwas zu verdünnen (z.B. Saft einer Zitrone mit 50ml Wasser). Nach dem Haarewaschen verteilen Sie diese Mischung gleichmäßig im feuchten Haar. Massieren Sie die Spülung gut ein und lassen Sie sie für etwa 10-15 Minuten einwirken. Anschließend spülen Sie Ihr Haar gründlich mit kühlem Wasser aus.
- Wichtiger Hinweis: Zitronensaft kann das Haar ebenfalls austrocknen und bei regelmäßiger Anwendung leicht aufhellen. Verwenden Sie auch hier im Anschluss eine reichhaltige Pflegespülung oder Haarmaske.
Apfelessig als sanfte Spülung
Ähnlich wie Zitronensaft enthält Apfelessig Fruchtsäuren, die helfen können, Farbpigmente zu lösen und gleichzeitig den pH-Wert der Kopfhaut auszugleichen. Apfelessig ist oft milder als Zitronensaft und verleiht dem Haar zusätzlich Glanz.
- Anwendung: Mischen Sie einen Teil Apfelessig mit zwei Teilen Wasser (z.B. 50ml Essig mit 100ml Wasser). Nach dem Waschen die Mischung als letzte Spülung über das Haar geben und leicht einmassieren. Lassen Sie es kurz einwirken (2-5 Minuten) und spülen Sie es dann mit klarem Wasser aus.
- Vorteile: Neben der Farbentfernung hilft Apfelessig, die Schuppenschicht des Haares zu schließen, was zu mehr Glanz und Geschmeidigkeit führt.
Kamillentee für eine sanfte Neutralisierung
Während die oben genannten Mittel eher Farbpigmente entfernen, kann stark konzentrierter Kamillentee einen leichten Lilastich neutralisieren, indem er einen subtilen honiggelben Farbton ins Haar bringt. Gelb ist die Komplementärfarbe zu Violett und kann somit den unerwünschten Stich ausgleichen.
- Anwendung: Brühen Sie mehrere Beutel Kamillentee (4-6 Beutel für mittellanges Haar) mit sehr wenig kochendem Wasser auf, um einen stark konzentrierten Sud zu erhalten. Lassen Sie den Tee vollständig abkühlen. Gießen Sie den kalten Kamillentee nach dem Haarewaschen als Spülung über Ihr Haar. Lassen Sie ihn für 15-30 Minuten einwirken oder sogar länger bei einem sehr leichten Stich. Spülen Sie anschließend gründlich aus.
- Wichtiger Hinweis: Diese Methode ist am besten für sehr leichte Lilastiche geeignet und wirkt sanfter als die anderen Optionen.
Natron als Alternative zu Backpulver
Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist dem Backpulver sehr ähnlich in seiner chemischen Zusammensetzung und Wirkungsweise. Es kann ebenfalls als sanftes Peeling verwendet werden, um Farbpigmente aus dem Haar zu lösen.
- Anwendung: Verfahren Sie wie bei der Backpulver-Anwendung: Mischen Sie Natron mit etwas Wasser zu einer Paste, tragen Sie diese auf das feuchte Haar auf, massieren Sie sie ein und spülen Sie sie nach 5-10 Minuten gründlich aus. Auch hier ist eine anschließende intensive Pflege unerlässlich.
Wann professionelle Hilfe gefragt ist
Obwohl Hausmittel oft erstaunlich wirksam sind, gibt es Situationen, in denen der Gang zum Friseur die beste Lösung ist. Wenn der Lilastich extrem stark ist, sich über das gesamte Haar erstreckt oder Ihr Haar bereits stark geschädigt ist, sollten Sie einen Profi aufsuchen. Ein erfahrener Colorist kann eine gezielte Farbkorrektur vornehmen, die auf den Zustand Ihres Haares abgestimmt ist. Er oder sie kann spezielle Produkte verwenden, die den Farbton neutralisieren, ohne das Haar weiter zu strapazieren. Manchmal ist ein professioneller Farbabzug oder eine erneute, sanfte Tönung notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Den Lilastich zukünftig vermeiden: Prävention ist der Schlüssel
Der beste Weg, einen Lilastich zu entfernen, ist, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen können Sie Ihr blondes oder graues Haar optimal pflegen und ungewollte Verfärbungen vermeiden.
Richtige Anwendung von Silbershampoo
Silbershampoo ist ein großartiges Produkt, wenn es richtig angewendet wird. Der Schlüssel liegt in der Moderation:
- Häufigkeit: Verwenden Sie Silbershampoo nicht bei jeder Haarwäsche. Ein- bis zweimal pro Woche ist in der Regel ausreichend, um Gelbstiche zu kontrollieren.
- Einwirkzeit: Beachten Sie die empfohlene Einwirkzeit auf der Produktverpackung und überschreiten Sie diese nicht. Bei sehr porösem Haar kann es sogar sinnvoll sein, die Einwirkzeit zu verkürzen oder das Shampoo vor der Anwendung mit etwas normalem Shampoo zu mischen, um die Intensität zu reduzieren.
- Gleichmäßige Verteilung: Achten Sie darauf, das Shampoo gleichmäßig im Haar zu verteilen, um Flecken zu vermeiden.
Umfassende Pflege für blondiertes und graues Haar
Blondiertes und graues Haar ist oft anfälliger für Trockenheit und Schäden. Eine gute Pflege ist daher essenziell, um die Haarstruktur zu stärken und die Aufnahme von Farbpigmenten zu kontrollieren:
- Feuchtigkeit: Verwenden Sie regelmäßig feuchtigkeitsspendende Conditioner und Haarmasken. Gut hydriertes Haar ist weniger porös und nimmt Farbe gleichmäßiger auf.
- Hitzeschutz: Schützen Sie Ihr Haar vor Hitze durch Föhn, Glätteisen oder Lockenstab, da Hitze das Haar zusätzlich austrocknen und schädigen kann.
- UV-Schutz: Auch Sonneneinstrahlung kann die Haarfarbe beeinflussen. Spezielle Produkte mit UV-Filter können helfen, die Farbe zu schützen.
- Sulfate-freie Produkte: Sulfate können das Haar austrocknen und die Farbe schneller verblassen lassen.
Regelmäßige Haarmasken
Integrieren Sie eine wöchentliche, tiefenpflegende Haarmaske in Ihre Routine. Masken versorgen das Haar mit wichtigen Nährstoffen und Feuchtigkeit, stärken die Haarstruktur und machen es widerstandsfähiger gegen unerwünschte Farbveränderungen.
Vergleich der Hausmittel: Vor- und Nachteile
Um Ihnen die Wahl des passenden Hausmittels zu erleichtern, bietet die folgende Tabelle einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften:
| Hausmittel | Wirkungsweise | Anwendung | Geeignet für | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Backpulver | Alkalische Reaktion, leicht abrasiv, löst Farbpigmente | Paste mit Wasser, ins feuchte Haar, 5-10 Min. | Stärkere Lilastiche, schnelle Wirkung | Kann austrocknen, unbedingt danach pflegen, nicht zu oft anwenden |
| Zitronensaft | Fruchtsäure (Zitronensäure), zieht Pigmente ab | Verdünnt mit Wasser als Spülung, 10-15 Min. | Leichte bis mittlere Lilastiche | Kann leicht austrocknen und aufhellen, gründlich ausspülen, danach pflegen |
| Apfelessig | Fruchtsäure, neutralisiert, schließt Schuppenschicht | Verdünnt mit Wasser als letzte Spülung, 2-5 Min. | Leichte Lilastiche, für Glanz und gesunde Kopfhaut | Schonender, kann den pH-Wert ausgleichen |
| Kamillentee | Sanfte Farbneutralisierung durch gelbe Pigmente | Stark konzentrierter, kalter Tee als Spülung, 15-30 Min. | Sehr leichte Lilastiche, zur sanften Korrektur | Milder Effekt, nicht für starke Verfärbungen geeignet |
| Natron | Alkalische Reaktion, ähnlich Backpulver | Paste mit Wasser, ins feuchte Haar, 5-10 Min. | Stärkere Lilastiche | Ähnliche Hinweise wie bei Backpulver |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Im Folgenden beantworten wir einige der häufigsten Fragen zum Thema Lilastich im Haar:
Wie oft kann ich Hausmittel anwenden, um den Lilastich zu entfernen?
Die Anwendungshäufigkeit hängt von der Stärke des Lilastichs und der Empfindlichkeit Ihres Haares ab. Beginnen Sie mit einer Anwendung und beobachten Sie das Ergebnis. Bei Bedarf können Sie die Behandlung nach einigen Tagen wiederholen. Um das Haar nicht zu überstrapazieren, sollten Sie aggressive Mittel wie Backpulver oder Zitronensaft nicht öfter als einmal pro Woche anwenden. Sanftere Methoden wie Apfelessig oder Kamillentee können bei Bedarf häufiger verwendet werden.
Machen diese Hausmittel meine Haare kaputt?
Im Allgemeinen sind Hausmittel sanfter als chemische Farbkorrekturen. Dennoch können einige, insbesondere Backpulver und Zitronensaft, das Haar austrocknen, da sie den pH-Wert verändern und die Schuppenschicht öffnen. Es ist entscheidend, Ihr Haar nach jeder Anwendung intensiv mit einer feuchtigkeitsspendenden Kur oder einem Conditioner zu pflegen, um den Feuchtigkeitshaushalt wiederherzustellen und Schäden vorzubeugen. Testen Sie neue Methoden immer zuerst an einer unauffälligen Strähne.
Hilft ein Tiefenreinigungsshampoo gegen den Lilastich?
Ja, ein Tiefenreinigungsshampoo kann sehr hilfreich sein, um überschüssige Farbpigmente zu entfernen. Diese Shampoos sind speziell dafür formuliert, Produktablagerungen und andere Rückstände gründlich aus dem Haar zu lösen. Sie können eine gute erste Wahl sein, bevor Sie zu Hausmitteln greifen. Verwenden Sie es wie gewohnt und spülen Sie es gründlich aus. Auch hier gilt: Danach eine feuchtigkeitsspendende Pflege verwenden, da Tiefenreinigungsshampoos das Haar austrocknen können.
Kann ein Lilastich auch bei dunklem Haar auftreten?
Ein ausgeprägter Lilastich, wie er bei blondiertem oder grauem Haar auftritt, ist bei dunklem Haar unwahrscheinlich. Dunkles Haar kann eher Rottöne oder Grünstiche entwickeln, je nachdem, welche Farbbehandlungen vorgenommen wurden. Wenn Sie dunkles Haar haben und einen unerwünschten violetten Schimmer bemerken, könnte dies auf eine unsachgemäße Tönung oder eine Reaktion mit bestimmten Produkten zurückzuführen sein. Die hier genannten Hausmittel sind primär für helles Haar konzipiert.
Warum ist mein Haar so anfällig für Lilastich?
Die Anfälligkeit für einen Lilastich hängt oft mit der Porosität Ihres Haares zusammen. Blondiertes Haar ist in der Regel poröser, da der Aufhellungsprozess die äußere Schuppenschicht des Haares öffnet. Dies ermöglicht es den Farbpigmenten, tiefer in das Haar einzudringen und sich dort stärker anzulagern. Auch feines oder geschädigtes Haar ist oft poröser. Eine regelmäßige, intensive Pflege mit feuchtigkeitsspendenden und aufbauenden Produkten kann die Porosität reduzieren und Ihr Haar widerstandsfähiger gegen ungewollte Farbablagerungen machen.
Mit diesen Tipps und Hausmitteln sind Sie bestens gerüstet, um einem Lilastich im Haar den Kampf anzusagen und Ihr Blond oder Grau wieder zum Strahlen zu bringen. Denken Sie daran, Geduld zu haben und Ihr Haar nach jeder Behandlung gut zu pflegen, um langfristig gesunde und schöne Ergebnisse zu erzielen.
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