09/06/2025
Fernab des Trubels der bekannten Touristenhochburgen liegt im Osten Thailands ein faszinierendes Juwel, das darauf wartet, entdeckt zu werden: Chanthaburi. Diese „Stadt des Mondes“, wie sie liebevoll genannt wird, grenzt an Kambodscha und liegt malerisch am Golf von Thailand. Sie ist keine typische westliche Touristenattraktion und findet sich selten in gängigen Reiseführern, doch genau das macht ihren Reiz aus. Chanthaburi ist ein Ort, dessen Wohlstand aus dem Obstanbau und dem Handel mit Halbedelsteinen stammt, nicht aus Massentourismus. Für Reisende, die ein authentisches Thailand erleben möchten, ist diese Stadt, die zwischen den Provinzen Trat und Bangkok liegt, ein lohnenswerter Zwischenstopp oder gar ein Ziel für einen längeren Aufenthalt.

Chanthaburi: Eine Stadt mit reicher Geschichte und einzigartigem Charakter
Die Geschichte Chanthaburis ist tief und vielfältig. Die ersten Siedler waren die Khmer, die bereits im 13. Jahrhundert eine Siedlung namens Chong gründeten. Spuren dieser frühen Ära finden sich noch heute, etwa im antiken Tempel Wat Thong Thua, der eine beeindruckende Sammlung alter Khmer-Skulpturen beherbergt. Ein weiterer prägender Moment war der Besuch von König Taksin dem Großen im Jahr 1767, der hier eine Armee aufstellte, um die burmesischen Invasoren zu vertreiben. Sein Sieg wird bis heute mit mehreren Denkmälern in der Stadt gefeiert, darunter dem nach ihm benannten Stadtpark.
Doch viele der heutigen Wahrzeichen Chanthaburis stammen aus der Zeit der französischen Besatzung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das prominenteste Beispiel ist Thailands größte katholische Kirche, die Kathedrale von Chanthaburi. Auch die gegenüberliegende Flussufergemeinde Chanthaboon, die ursprüngliche Siedlung, erlebt eine Wiederbelebung. Hier lassen sich die Einflüsse vietnamesischer, chinesischer und französischer Händler und Siedler über die Jahrhunderte hinweg nachvollziehen. Eine Besonderheit, die Besuchern oft auffällt, sind die allgegenwärtigen Hasen- und Kaninchenmotive. Da Chanthaburi die „Stadt des Mondes“ ist und in der asiatischen Folklore ein Hase oder Kaninchen mit dem Mond in Verbindung gebracht wird, sind diese Symbole überall präsent, von Straßenschildern bis zu Ladenschildern.
Faszinierende Sehenswürdigkeiten in Chanthaburi
Die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis
Die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis ist ein absolutes Highlight und Thailands größte katholische Kirche. Dieses beeindruckende gotische Bauwerk wurde 1909 fertiggestellt, nachdem vietnamesische Katholiken im 19. Jahrhundert in Chanthaburi Zuflucht gefunden hatten. Das Herzstück der Kathedrale ist eine mit Edelsteinen besetzte Statue der Jungfrau Maria. Ihr blaues Gewand ist mit Tausenden winziger blauer Saphire aus den Regionen Chanthaburi und Kanchanaburi verziert, während andere Bereiche der Statue mit weißen Saphiren, Rubinen sowie gelben und orangefarbenen Saphiren aus der ganzen Welt geschmückt sind. Ein bemerkenswertes Detail ist der Spendenkasten der Kathedrale, der Besuchern verschiedene Optionen bietet, wie ihre Spenden verwendet werden sollen, von der Renovierung der Türme bis zur Unterstützung der Armen – eine Geste, die vielleicht auch Jesus gefallen hätte.
Die Edelsteinstraße: Ein glitzerndes Herz
Der Edelsteinhandel in Chanthaburi hat eine über 500-jährige Geschichte, doch in den 1960er Jahren erlebte die Stadt dank der Entdeckung reicher Rubinvorkommen in den umliegenden Hügeln einen plötzlichen Reichtum. Prospektoren aus Burma, China und Kambodscha strömten herbei, und in der Stadt perfektionierten Facharbeiter die Wärmebehandlung, um die Klarheit und den Wert der Edelsteine zu verbessern. Chanthaburis Ruf als globales Edelsteinzentrum ist bis heute ungebrochen. Die Edelsteinstraßen, Si Chan Road und die benachbarte Trok Kachang, ziehen Händler aus aller Welt an. Hier werden Edelsteine aus aller Welt importiert, veredelt und exportiert – ein Milliarden-Dollar-Geschäft jährlich. Chanthaburi ist der ideale Ort, um blaue Saphire, Rubine, Smaragde und andere Edelsteine zu Großhandelspreisen zu erwerben. Bei einem Spaziergang entlang der Edelsteinstraße kann man beobachten, wie Händler an Glastischen sitzen und Edelsteine prüfen, feilschen und Geschäfte abschließen. Für Neulinge empfiehlt es sich, die großen Edelstein-Supermärkte zu besuchen, die festpreisige Edelsteine mit Echtheitszertifikaten anbieten und oft kostenlose Museen mit weltweiten Edelsteinausstellungen beherbergen.
Die Flussufergemeinde Chanthaboon
Die alte Stadtgemeinde Chanthaboon Flussufergemeinde an der Sukhapiban Road ist bequem von der Kathedrale über eine Fußgängerbrücke erreichbar. Hier reihen sich charmante, im französischen Stil erbaute Geschäftshäuser und historische thailändisch-chinesische Schreine entlang einer schmalen Gasse am Chanthaburi-Fluss. Viele der historischen Gebäude wurden liebevoll restauriert und beherbergen heute kleine Cafés, Restaurants und charmante Boutique-Gästehäuser. Das 2010 gegründete Community Learning Centre bietet in einem kleinen Museum Einblicke in die Geschichte der Häuser und ihrer Bewohner. Es gibt auch gut aufbereitetes, englischsprachiges Material wie Wanderkarten und Architekturführer, die den Spaziergang durch die über 100 Jahre alten Fassaden noch interessanter machen. Am nördlichen Ende der Flaniermeile markiert der goldene Chedi des Wat Bot Muang das Ende der Straße. Von hier aus können auch einstündige Bootstouren auf dem Fluss unternommen werden. Ein weiteres Wahrzeichen ist ein großes, altes Wandgemälde, das einst das inzwischen verschwundene Floridita Cafe anzeigte und vor einigen Jahren restauriert wurde. Ein besonderes Highlight ist das Baan Luangrajamaitri Historic Inn, ein Boutique-Hotel mit eigenem Museum, das die Geschichte seines ursprünglichen Besitzers, Luang Rajamaitri, detailreich darstellt.
Die Strände von Chanthaburi
Obwohl Chanthaburi nicht die erste Wahl für einen Badeurlaub ist, bietet die Provinz eine Handvoll langer Strände, die von der Stadt aus leicht erreichbar sind. Eine malerische Küstenstraße verbindet sie und ist ein großartiger Abstecher für Reisende zwischen Bangkok und Koh Chang. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten Thailands verfügen die Straßen in Strandnähe über rot markierte Fahrradwege, da Radfahren bei Einheimischen sehr beliebt ist. Die Strände selbst sind zwar nicht so spektakulär wie die der Inseln Koh Chang oder Koh Kood, aber sie sind deutlich länger und bieten einen Einblick in das lokale Leben, da sie hauptsächlich thailändische Wochenendbesucher anziehen.
- Laem Sing Beach: Der östlichste Strand, mit einem weitgehend unberührten Abschnitt im Osten, der von Fischern mit Strandhütten und Booten bevölkert wird. Der westliche Teil ist bebauter und beherbergt kleine Resorts sowie zwei Relikte der französischen Besatzung: das Red Building (Tuek Daeng), ein ehemaliges Verwaltungszentrum mit einer kleinen Ausstellung, und das Khuk Khi Khai (Hühnerkot-Gefängnis), ein kurzer Turm, dessen Name die grausamen Bedingungen für Gefangene beschreibt, auf die Hühnerkot fiel.
- Chao Lao Beach: Der am besten entwickelte Strand der Gegend mit zahlreichen Fischrestaurants. Die meisten Unterkünfte konzentrieren sich am westlichen Ende und erstrecken sich bis zum benachbarten Laem Sadet Beach. Hier finden sich Resorts mit klangvollen Namen wie Maldives Beach Resort oder Sand Dunes Chaolao Beach Resort. Ein Highlight abseits des Strandes ist das Kung Kraben Naturschutzgebiet mit kostenlosen Mangroven-Wanderwegen, Aussichtstürmen, einem Aquarium und einem Meeresfarm-Demonstrationsbereich.
- Kung Wiman Beach & Noen Nangphaya Viewpoint: Die Straße führt weiter um die von Mangroven gesäumten Ufer der Kung Kraben Bucht zum kleineren Kung Wiman Beach. Das Hauptattraktionspunkt hier ist der Noen Nangphaya Aussichtspunkt, der für seine Postkartenansicht der Küstenstraße bekannt ist und ein beliebtes Fotomotiv für thailändische Besucher darstellt. In der Nähe befindet sich auch der Ban Hua Laem Chedi, eine alte weiße Pagode auf einem Felsen im Meer, die einst Fischern als Orientierung diente.
Unterkünfte in Chanthaburi: Von historisch bis modern
Da Chanthaburi lange Zeit ein Handelszentrum war, richteten sich die Top-Hotels eher an Edelsteinhändler und asiatische Geschäftsleute als an westliche Touristen. Doch das hat sich geändert, und die Stadt bietet heute eine vielfältige Auswahl an Unterkünften für jeden Geschmack und jedes Budget.

| Hotel / Unterkunft | Lage | Besonderheit | Preisbereich (Baht/Nacht) |
|---|---|---|---|
| Kaesmsarn Hotel | Stadtzentrum (Nähe Edelsteinstraße) | Kürzlich renoviert, hell und einladend | Mittel |
| KP Grand Hotel | Stadtzentrum | Älteres Hotel, gute Lage für Geschäftsreisende | Mittel |
| Manneechan Resort | Stadtrand | Renoviert, große Gärten & Pool, Shuttle zum Zentrum | Mittel bis Hoch |
| Poonpun Poshtel | Stadtzentrum (Nähe Kathedrale) | Neues Hostel in renoviertem Geschäftshaus, Dorms & Privatzimmer | 300 - 1.200 |
| River View Guesthouse | Nähe Edelsteinstraße | Einfach, sauber, günstig, sehr hilfsbereite Besitzer | Ab 500 (EZ), 1.000 - 1.200 (Familienzimmer) |
| Baan Luang Rajamaitri Historic Inn | Chanthaboon Flussufergemeinde | Boutique-Hotel mit eigenem Museum, Kolonialstil-Zimmer | 1.600 - 4.000 |
| The New Travel Lodge | Etwas außerhalb des Zentrums | Komplett renoviert, guter Pool, modernes Fitnessstudio, gutes Restaurant | Mittel |
| Nisasiri Boutique Resort | Laem Sing Beach | Strandlage, Pool, ruhig außerhalb der Wochenenden, Nähe französischer Gebäude | Ab 1.200 (inkl. Frühstück) |
| Baan Vitamin Sea | Chao Lao Beach | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, direkt am Strand, einfach | Unter 1.000 |
| Sand Dunes Chaolao Beach Resort | Chao Lao Beach | Modernes Resort, zwei Pools, Meerblick, gute Ausstattung | Ab 2.000 |
| Durian Land | Ca. 10 km von Chanthaburi entfernt | Frucht-Themenpark mit Unterkunft, ländlich, Auto empfohlen | Ab 1.100 (inkl. Frühstück) |
Kulinarische Entdeckungen in Chanthaburi
Die Küche Chanthaburis ist so vielfältig wie ihre Geschichte, geprägt von Khmer-, vietnamesischen und chinesischen Einflüssen. Obst spielt eine prominente Rolle, und lokale Köche experimentieren gerne damit, verschiedene Früchte in alle Arten von Gerichten zu integrieren.
| Restaurant | Spezialität | Atmosphäre / Besonderheit | Preisbereich (Baht) |
|---|---|---|---|
| Chanthorn Pochana | Gaeng Moo Chamuang (Schweinebauch-Eintopf), Durian Massaman Curry | Berühmt, traditionelle Familienrezepte seit fast 60 Jahren, mehrere Filialen | Ab 100 |
| Rock S'Presso | Exzellenter Kaffee, Desserts, auch Mahlzeiten | Großes, modernes Kaffeehaus mit Glasfront, High-End-Kaffeemaschine | Mittel |
| 100 Pans Pad Thai | Pad Thai mit traditionellen Chanthaburi-Nudeln | Altmodisch, nur gelbes Schild, großer überdachter Sitzbereich, nur mittags geöffnet | Ab 50 |
| Pum Kapoud Watjai | Pad Krapow (scharfes Basilikum-Fleischgericht) | 'No Plate'-Restaurant: Essen auf Spielzeug-LKW, Pflanztöpfen etc. serviert; skurrile Einrichtung | Ab 40 |
| Dana Japanese Restaurant | Sushi, Sashimi, andere japanische Gerichte | Kleiner Ort, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, offene Küche, immer gut besucht | Ab 150 |
| Smith Burger | Burger (Rind, Schwein, vegetarisch, Pad Krapow Burger) | Stadtzentrum, hausgemachte Burger, freundliches Personal | 100 - 200 |
| Bear Cafe | Slow Cooked BBQ Pork Ribs | Unscheinbares kleines Café am Stadtrand (Nähe Makro/Homepro), extrem zarte Rippchen | Ab 300 (halber Meter) |
Anreise nach Chanthaburi
Chanthaburi ist gut an das thailändische Verkehrsnetz angebunden und auf verschiedene Weisen erreichbar:
- Mit dem Auto: Die Provinz ist über den Highway 3 von Bangkok, Pattaya und dem Westen Thailands zugänglich. Aus dem Norden führt der Highway 317 von Sa Kaeo und der kambodschanischen Grenzregion herunter. Die Gesamtstrecke von Bangkok beträgt etwa 248 Kilometer (Highway 36 für 50 km, dann Highway 3 für weitere 108 km).
- Mit dem Bus: Vom Eastern Bus Terminal (Ekkamai) in Bangkok fahren täglich klimatisierte Busse. Es gibt auch stündliche Verbindungen von privaten Busunternehmen von Bangkok und Trat, die am Busbahnhof von Chanthaburi halten.
- Mit dem Minibus: Minibusse fahren vom Ekkamai Busbahnhof und dem Victory Monument in Bangkok ab. Die Fahrt dauert je nach Verkehr und Fahrer etwa dreieinhalb bis vier Stunden und endet in Chanthaburi vor dem Tesco Lotus. Minibusse von Pattaya fahren stündlich von der Central Pattaya Rd ab.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist Chanthaburi eine typische Touristenhochburg?
Nein, Chanthaburi ist keine typische westliche Touristenhochburg. Es empfängt weniger westliche Besucher als andere Regionen Thailands und bietet daher ein authentischeres und weniger überlaufenes Reiseerlebnis.
Wie lange sollte ich in Chanthaburi bleiben?
Für einen ersten Eindruck der Stadt und ihrer Hauptattraktionen reicht ein kurzer Zwischenstopp von ein bis zwei Tagen. Um die Stadt und die umliegenden Strände und Sehenswürdigkeiten richtig zu erkunden, ist es jedoch besser, ein paar Tage länger zu bleiben, idealerweise mit eigenem Transportmittel.
Brauche ich ein eigenes Fahrzeug, um Chanthaburi zu erkunden?
Innerhalb des Stadtzentrums und der historischen Flussufergemeinde können Sie vieles zu Fuß erkunden. Für die Erkundung der Strände und der weiteren Umgebung (z.B. Durian Land, Nationalparks) ist ein eigenes Fahrzeug (Mietwagen oder Roller) sehr empfehlenswert, da die öffentlichen Verkehrsmittel außerhalb des Zentrums begrenzt sind.
Was ist das Besondere an Chanthaburi?
Chanthaburi ist bekannt für seinen historischen Edelsteinhandel, die beeindruckende Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis, die charmante und lebendige Flussufergemeinde Chanthaboon, seine reiche Geschichte und die einzigartige Verbindung zum Symbol des Hasen als 'Stadt des Mondes'. Es bietet einen tiefen Einblick in die thailändische Kultur abseits der bekannten Touristenpfade.
Ist es sicher, Edelsteine in Chanthaburi zu kaufen?
Ja, der Edelsteinhandel ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Chanthaburi. Für Erstkäufer wird empfohlen, sich an größere Edelstein-Supermärkte zu halten, die festpreisige Ware mit Echtheitszertifikaten anbieten. Dies minimiert das Risiko und gewährleistet die Qualität.
Gibt es englischsprachige Informationen in Chanthaburi?
In den größeren Hotels und touristischeren Bereichen der Flussufergemeinde finden Sie oft Personal, das Englisch spricht. Auch für die Flussufergemeinde gibt es gute gedruckte Materialien auf Englisch, wie Wanderkarten und architektonische Führer. In kleineren lokalen Restaurants oder Geschäften kann es jedoch sein, dass nur Thai gesprochen wird.
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