07/07/2022
In der Welt der Hautpflege suchen wir ständig nach Wegen, unsere Haut strahlender, glatter und gesünder aussehen zu lassen. Peelings sind dabei seit Langem ein fester Bestandteil der Beauty-Routine vieler Menschen. Sie versprechen eine tiefgehende Reinigung und eine sichtbare Verbesserung des Hautbildes. Doch was genau macht ein Peeling so wirkungsvoll, und welche Aspekte sollte man bei der Wahl des richtigen Produkts unbedingt beachten, um sowohl der eigenen Haut als auch der Umwelt Gutes zu tun?
Ein Peeling ist weit mehr als nur eine einfache Waschlotion. Es ist ein spezielles Hautpflegeprodukt, das darauf abzielt, abgestorbene Hautzellen von der obersten Hautschicht zu entfernen. Unsere Haut erneuert sich ständig, und alte Zellen weichen neuen. Manchmal bleiben diese abgestorbenen Zellen jedoch haften, was zu einem fahlen Teint, verstopften Poren und einer unebenen Hauttextur führen kann. Hier kommen Peelings ins Spiel, die diesen natürlichen Prozess unterstützen und beschleunigen.

Die Wunderwelt der Hauterneuerung: Was Peelings bewirken
Die regelmäßige Anwendung eines passenden Peelings kann eine Reihe beeindruckender Vorteile für Ihre Haut mit sich bringen. Es ist ein echter Booster für die Hautgesundheit und trägt maßgeblich zu einem frischen und jugendlichen Aussehen bei:
- Entfernung abgestorbener Hautzellen: Dies ist die primäre Funktion eines Peelings. Durch das sanfte Abreiben oder Auflösen der obersten Schicht werden alte, matte Hautzellen entfernt, die das Licht schlecht reflektieren und die Haut stumpf erscheinen lassen. Das Ergebnis ist ein sofortiger Frischekick.
- Förderung der Zellerneuerung: Indem alte Zellen weichen, wird die Haut angeregt, neue, gesunde Zellen schneller zu produzieren. Dieser Prozess der Zellerneuerung ist entscheidend für eine jugendlich aussehende Haut und hilft, feine Linien und Fältchen zu mildern.
- Verbesserung der Hauttextur und des Hauttons: Mit der Entfernung abgestorbener Zellen wird die Hautoberfläche glatter und ebenmäßiger. Dies führt zu einem verfeinerten Hautbild und einem gleichmäßigeren Hautton. Vergrößerte Poren können optisch reduziert werden.
- Erhöhte Aufnahme von Pflegeprodukten: Eine glatte Haut ohne Barrieren aus abgestorbenen Zellen kann nachfolgende Seren, Cremes und Masken viel besser aufnehmen. Die Wirkstoffe dringen tiefer ein und können ihre volle Wirkung entfalten, was die Effizienz Ihrer gesamten Hautpflegeroutine steigert.
- Vorbeugung von Unreinheiten: Verstopfte Poren sind oft die Ursache für Mitesser, Pickel und Hautunreinheiten. Peelings helfen, diese Verstopfungen zu lösen und die Poren sauber zu halten, wodurch das Risiko von Ausbrüchen reduziert wird.
- Anregung der Durchblutung: Besonders mechanische Peelings stimulieren während der Anwendung die Blutzirkulation in der Haut. Dies sorgt für eine bessere Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Hautzellen und verleiht der Haut einen gesunden, rosigen Glanz.
Kurz gesagt, Peelings sind essenziell, um die natürliche Leuchtkraft der Haut zum Vorschein zu bringen und sie optimal auf weitere Pflegeschritte vorzubereiten. Doch die Wahl des richtigen Peelings ist entscheidend, denn nicht alle Produkte sind gleichermaßen vorteilhaft für Haut und Umwelt.
Doch Vorsicht: Nicht jedes Peeling ist Gold wert
Während die Vorteile von Peelings unbestreitbar sind, hat die moderne Wissenschaft auch die Schattenseiten einiger gängiger Inhaltsstoffe aufgedeckt. Insbesondere auf Erdöl basierende Kunststoffe geraten zunehmend in die Kritik. Öko-Test hat beispielsweise beim Avène-Produkt den Polyethylen-Gehalt (PE) von etwa 10 Prozent bemängelt, wobei rund elf Millionen PE-Partikel in einer Packung enthalten sein sollen. Auch Polyethylenglykol (PEG) und Derivate sowie synthetische Polymere und die Umverpackung wurden beanstandet. Doch warum ist das problematisch?
Die dunkle Seite der Mikroplastik-Partikel (PE)
PE sind synthetische Polymere in fester Form – winzige Plastikpartikel, die nach dem Peelen über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Dort belasten sie Gewässer und Ökosysteme erheblich. Diese Kleinstpartikel können sich auf Pflanzen oder dem Meeresgrund ablagern und dabei persistente toxische Stoffe an ihrer Oberfläche binden. Dies erhöht die Schadstoffbelastung der Meere. Werden diese Plastikpartikel von Fischen oder Vögeln gefressen, beeinträchtigen sie zudem deren Verdauungssystem. Nanopartikel könnten sogar in die Zellen der Tiere gelangen. Auch Muscheln und andere Meeresbewohner können durch Mikroplastik belastet sein, was letztlich die gesamte Nahrungskette beeinflusst.
Hersteller wie Pierre Fabre betonen zwar, dass PE gesundheitlich unbedenklich sei und keinerlei allergenes Potenzial aufweise. Sie verweisen darauf, dass bei Körperpeelings die einzelnen PE-Mikrokügelchen zusätzlich mit Jojobawachs ummantelt sein können. Zudem sei der Anteil von festen Kunststoffpartikeln aus kosmetischen Mitteln in den Gewässern im Verhältnis zum Gesamteintrag von Kunststoffen sehr gering, so der Industrieverband für Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Wissenschaftliche Untersuchungen hätten belegt, dass sich beispielsweise in der Nordsee nur 0,1 bis 1,5 Prozent der vorhandenen Kunststoffmaterialien auf PE aus Kosmetika zurückführen ließen. Dennoch sehen sich viele Hersteller gegenüber Umwelt und Verbrauchern in der Pflicht und stellen ihre Peelings auf natürliche Abrasiva um.
Weitere kritische Inhaltsstoffe unter der Lupe
Neben PE gibt es weitere Inhaltsstoffe, die in Kosmetika, auch in Peelings, kritisch betrachtet werden:
- Acrylates Copolymer (AC): Dieser Stoff wird als Bindemittel eingesetzt. Öko-Test bemängelte, dass es an verlässlichen Untersuchungen zu löslichen und nanogroßen Kunststoffpartikeln fehle. Hersteller entgegnen oft, dass Zusätze wie AC von relevanten Industrie- und Gesundheitsorganisationen als sicher eingestuft wurden und sogar als indirekte Lebensmittelzusatzstoffe dienen könnten. Die löslichen Kunststoffpartikel sollen somit kein Gesundheitsrisiko darstellen.
- Polyethylenglykol (PEG) und Derivate: PEG-Derivate sollen die Haut für Fremdstoffe durchlässig machen. Öko-Test bewertet dies negativ, da potenziell schädliche Stoffe so leichter in die Haut gelangen könnten. Hersteller argumentieren, dass mit ihren Produkten keine gesundheitsschädlichen Stoffe in die Haut geschleust werden. Die Annahme einer penetrationsfördernden Wirkung von PEG-Verbindungen sei nicht sachgerecht. PEG habe zudem niedrige Toxizitätswerte und werde seit Jahrzehnten in Kosmetika und sogar in Nahrungsmitteln verwendet.
- Duftstoffe: Bestimmte Duftstoffe können ein erhebliches allergenes Potenzial aufweisen. Lyral wird ein solches Potenzial zugesprochen, Lilial gilt als reproduktionstoxisch und der künstliche Moschuschduft sogar als leberschädigend. Diese Duftstoffe sind oft in konventionellen Kosmetika zu finden und können bei empfindlichen Personen Reaktionen hervorrufen.
- Konservierungsmittel Methylisothiazolinon: Dieses Konservierungsmittel war lange Zeit weit verbreitet. Seit Anfang Februar ist es jedoch für Produkte, die auf der Haut verbleiben, verboten. Für abwaschbare Produkte gelten strenge Grenzwerte, da es als potenzieller Allergieauslöser gilt.
Die Grüne Alternative: Natürliche Peeling-Körper
Die gute Nachricht ist, dass es hervorragende Alternativen zu synthetischen Peeling-Partikeln gibt. Öko-Test hat 22 Körperpeelings untersucht und festgestellt, dass viele Produkte, insbesondere zertifizierte Naturkosmetika, die Bestnote „sehr gut“ erhielten, da sie gänzlich auf bedenkliche Inhaltsstoffe verzichten. Diese Produkte zeigen, dass es auch ohne Abstufungen in der Benotung geht.
Bei diesen neun Präparaten werden natürliche Wachse, zermahlene Kerne aus Aprikose oder Olive, Kieselsäure, Cranberrysamen oder Bambusstückchen als Schleifkörper eingesetzt. Diese natürlichen Abrasiva sind biologisch abbaubar und stellen keine Belastung für die Umwelt dar. Sie bieten die gleichen Vorteile in Bezug auf die Hauterneuerung und -glättung, jedoch ohne die Risiken, die mit Mikroplastik und anderen synthetischen Zusätzen verbunden sind.
Umverpackungen: Mehr als nur Schutz?
Ein weiterer Punkt, der oft diskutiert wird, ist die Notwendigkeit von Umverpackungen. Für Öko-Test sind Umkartons nur dann akzeptabel, wenn ein empfindliches Glasgefäß geschützt werden muss. In anderen Fällen werden sie als Umweltsünde angesehen.
Hersteller argumentieren jedoch, dass die Verwendung eines Umkartons oft erforderlich ist, um umfassende Informationen über die Zusammensetzung, Eigenschaften, Anwendung und Inhaltsstoffe des Produkts bereitzustellen. Oft befindet sich zudem ein Beipackzettel mit wichtigen Tipps, Informationen und speziellen Hinweisen oder Warnhinweisen für den Kunden im Umkarton. Zudem würden Produkte ohne schützende Faltschachtel oft mehr versteckte Verpackungsmaterialien für Lieferung und Lagerung benötigen. Dennoch gibt es auch hier einen Trend zur Reduzierung, wie beispielsweise die Freigabe einzelner Produkte der Gesichtsreinigung aus der Faltschachtel zeigt.
So wählen Sie das perfekte Peeling
Angesichts der vielen Informationen und Optionen kann die Wahl des richtigen Peelings überwältigend erscheinen. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen:
- Inhaltsstoffe prüfen: Achten Sie auf die Liste der Inhaltsstoffe (INCI-Deklaration). Vermeiden Sie Produkte mit Polyethylen (PE), Acrylates Copolymer (AC), Polyethylenglykol (PEG) und Derivaten sowie potenziell allergene Duftstoffe (z.B. Lyral, Lilial) und Konservierungsmittel wie Methylisothiazolinon.
- Natürliche Peeling-Körper bevorzugen: Suchen Sie nach Produkten, die natürliche Abrasiva wie gemahlene Fruchtkerne (Aprikose, Olive), Bambuspartikel, Zucker, Salz, Kieselsäure oder Jojobawachsperlen verwenden. Diese sind biologisch abbaubar und umweltfreundlich.
- Zertifizierte Naturkosmetik wählen: Produkte mit anerkannten Naturkosmetik-Siegeln (wie NATRUE, BDIH, COSMOS NATURAL/ORGANIC) garantieren in der Regel den Verzicht auf synthetische Polymere und andere bedenkliche Stoffe. Diese Siegel bieten eine gute Orientierungshilfe.
- Hauttyp berücksichtigen: Obwohl das Thema primär mechanische Peelings betrifft, ist die Wahl des Peelings auch eine Frage des Hauttyps. Für empfindliche Haut sind sanfte, enzymatische Peelings oder solche mit sehr feinen, runden Peeling-Körpern oft besser geeignet. Bei robusterer Haut können auch gröbere Partikel verwendet werden.
- Häufigkeit der Anwendung: Die meisten Peelings sollten nicht täglich angewendet werden. Je nach Hauttyp und Produkt reicht eine Anwendung ein- bis zweimal pro Woche. Übermäßiges Peelen kann die Hautbarriere schädigen und zu Irritationen führen.
Vergleichstabelle: Synthetische vs. Natürliche Peeling-Körper
| Merkmal | Synthetische Peeling-Körper (z.B. PE) | Natürliche Peeling-Körper |
|---|---|---|
| Ursprung | Erdölbasierte Kunststoffe | Pflanzliche Quellen (Kerne, Samen, Bambus, Wachse), Mineralien (Kieselsäure) |
| Umweltverträglichkeit | Nicht biologisch abbaubar, Mikroplastik-Verschmutzung der Gewässer, Belastung der Nahrungskette | Biologisch abbaubar, umweltfreundlich |
| Gesundheitliche Bedenken | Potenzielle Aufnahme von Nanopartikeln, Anlagerung von Schadstoffen, allergische Reaktionen (bei Zusatzstoffen wie Duftstoffen) | Allgemein als sicher eingestuft, geringeres Risiko für Allergien und Irritationen (wenn keine zusätzlichen Duftstoffe enthalten) |
| Hautgefühl | Kann je nach Form scharfkantig sein, aber oft künstlich abgerundet | Vielfältig, von sehr sanft (Jojobawachsperlen) bis kräftiger (gemahlene Kerne), natürlich abgerundet |
| Beispiele | Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Nylon | Gemahlene Aprikosenkerne, Olivenkerne, Bambuspartikel, Jojobawachsperlen, Zucker, Salz, Kieselsäure |
| Verfügbarkeit | Weit verbreitet in konventionellen Kosmetika | Zunehmend in Naturkosmetik und umweltbewussten Marken |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie oft sollte ich ein Peeling anwenden?
Die Häufigkeit hängt von Ihrem Hauttyp und dem Peeling ab. Für die meisten Hauttypen ist eine Anwendung ein- bis zweimal pro Woche ausreichend. Bei sehr empfindlicher Haut kann auch alle zwei Wochen genügen. Hören Sie auf Ihre Haut und achten Sie auf Anzeichen von Irritationen.
Ist mein Peeling umweltfreundlich?
Das können Sie am besten an der Liste der Inhaltsstoffe erkennen. Wenn dort Begriffe wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Nylon, Acrylates Copolymer (AC) oder andere Polymere aufgeführt sind, enthält Ihr Peeling Mikroplastik. Achten Sie auf Naturkosmetik-Siegel und natürliche Peeling-Körper wie Fruchtkerne oder Bambus.
Können Peelings meine Haut schädigen?
Ja, eine unsachgemäße Anwendung oder die Wahl eines zu aggressiven Peelings kann die Hautbarriere schädigen, zu Rötungen, Irritationen oder sogar kleinen Verletzungen führen. Vermeiden Sie Peelings bei entzündeter Haut, Akne mit offenen Wunden oder Sonnenbrand. Wählen Sie immer ein Peeling, das zu Ihrem Hauttyp passt, und wenden Sie es sanft an.
Was ist der Unterschied zwischen einem mechanischen und einem chemischen Peeling?
Dieser Artikel konzentriert sich hauptsächlich auf mechanische Peelings, die kleine Partikel (Abrasiva) verwenden, um abgestorbene Hautzellen physisch abzureiben. Chemische Peelings hingegen verwenden Säuren (z.B. AHA, BHA) oder Enzyme, um die Bindungen zwischen den Hautzellen zu lösen, sodass diese sanft abgelöst werden können. Beide haben ihre Vorteile, aber mechanische Peelings sind die, bei denen die Problematik der Mikroplastik-Partikel relevant wird.
Sind Naturkosmetik-Peelings immer besser?
Zertifizierte Naturkosmetik-Peelings sind in der Regel die bessere Wahl, da sie auf synthetische Polymere und oft auch auf bedenkliche Duft- und Konservierungsstoffe verzichten. Sie nutzen biologisch abbaubare Inhaltsstoffe, die sowohl für Ihre Haut als auch für die Umwelt vorteilhafter sind. Es ist jedoch immer ratsam, die Inhaltsstoffe auch bei Naturkosmetik zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie Ihren persönlichen Bedürfnissen und Präferenzen entsprechen.
Fazit
Peelings sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer effektiven Hautpflegeroutine und bieten zahlreiche Vorteile für ein strahlendes und gesundes Hautbild. Sie verfeinern die Poren, glätten die Hautstruktur und fördern die Zellregeneration. Doch die Wahl des richtigen Peelings ist entscheidend. Angesichts der Umweltbelastung durch Mikroplastik und der potenziellen Risiken bestimmter synthetischer Inhaltsstoffe sollten Verbraucher bewusst zu Produkten greifen, die auf natürliche, biologisch abbaubare Peeling-Körper setzen.
Die gute Nachricht ist, dass der Markt eine wachsende Anzahl hervorragender Naturkosmetik-Peelings bietet, die nicht nur effektiv sind, sondern auch die Umwelt schonen. Indem Sie sich für Produkte mit natürlichen Wachsen, gemahlenen Kernen oder Bambus entscheiden und auf kritische Inhaltsstoffe verzichten, treffen Sie eine bewusste Entscheidung für Ihre Hautgesundheit und für unseren Planeten. Eine informierte Wahl ist der erste Schritt zu einer nachhaltigen und wirkungsvollen Hautpflege.
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