07/07/2022
Ein selbstgemachtes Roll-on mit ätherischen Ölen ist ein wahrer Segen für Körper und Geist. Ob für einen klaren Kopf bei der Arbeit, zur Beruhigung bei Prüfungsangst oder als sanfte Unterstützung in der Schnupfenzeit – die Anwendungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die ätherischen Öle selbst. Doch damit Sie die vollen Vorteile eines solchen Naturprodukts genießen können, sind die richtige Mischung und eine achtsame Anwendung von entscheidender Bedeutung. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihr persönliches Roll-on perfekt auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.

- Das Geheimnis der idealen Füllung: Was Sie beachten sollten
- 6 Anwendungstipps für Ihr Roll-on: Maximale Wirkung & Sicherheit
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um Ihr DIY Roll-on
- Welches Trägeröl ist am besten für mein Roll-on geeignet?
- Wie oft kann ich mein Roll-on anwenden?
- Kann ich jedes ätherische Öl für mein Roll-on verwenden?
- Warum ist die Dosierung für Roll-ons höher als für andere Hautöle?
- Soll ich ein Braunglas- oder Klarglasfläschchen für mein Roll-on verwenden?
- Kann mein Roll-on verkeimen?
- Starten Sie jetzt mit Ihrem eigenen DIY Roll-on!
Das Geheimnis der idealen Füllung: Was Sie beachten sollten
Die Wirksamkeit und Haltbarkeit Ihres selbstgemachten Roll-ons hängt maßgeblich von drei Schlüsselfaktoren ab. Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen, schaffen Sie eine Basis für ein langanhaltendes und effektives Produkt:
- Die Wahl des richtigen Trägeröls.
- Die präzise Dosierung der ätherischen Öle.
- Die Art des Roll-on-Fläschchens.
Welches Trägeröl eignet sich am besten zum Selbermischen?
Für die Herstellung Ihres Roll-ons können Sie grundsätzlich alle geeigneten fetten Pflanzenöle verwenden, die auch für die Hautpflege gedacht sind. Dazu gehören beispielsweise hochwertiges Bio-Mandelöl oder Bio-Olivenöl. Diese Öle dienen als Basis, in der die konzentrierten ätherischen Öle verdünnt werden, um Hautreizungen zu vermeiden und eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.
Doch unter den vielen Optionen gibt es einen klaren Favoriten, den ich Ihnen wärmstens empfehlen möchte: Jojobaöl. Das Besondere an Jojobaöl ist, dass es botanisch gesehen kein klassisches Öl, sondern ein flüssiges Wachs ist. Dieser einzigartige chemische Aufbau bietet für Sie folgende entscheidende Vorteile:
- Längere Haltbarkeit: Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzenölen, die dazu neigen, schnell ranzig zu werden, bleibt Jojobaöl deutlich länger stabil. Dies ist besonders wichtig für Roll-ons, da sich über die Roll-on-Kugel nach mehrmaliger Anwendung ein dünner Ölfilm bildet. Bei Mandel- oder Olivenöl kann dieser Film in kürzester Zeit unangenehm ranzig riechen. Jojobaöl widersteht diesem Prozess viel effektiver, wodurch Ihr Roll-on frisch und angenehm bleibt.
- Hautfreundlichkeit: Jojobaöl ist dem menschlichen Hauttalg sehr ähnlich und wird daher von der Haut hervorragend aufgenommen, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen. Es ist nicht komedogen, verstopft also die Poren nicht, und ist für alle Hauttypen, auch empfindliche Haut, geeignet.
Die Investition in ein gutes Bio-Jojobaöl zahlt sich also in puncto Qualität und Langlebigkeit Ihres Roll-ons definitiv aus.
Die entscheidende Frage: Die richtige Dosierung der ätherischen Öle
Die korrekte Dosierung ätherischer Öle ist das A und O für Sicherheit und Wirksamkeit, egal ob Sie sie zur Raumbeduftung, für Pflegeprodukte oder eben für ein Roll-on verwenden. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen und sollten niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Eine zu hohe Konzentration kann zu Hautreizungen, Sensibilisierungen oder anderen unerwünschten Reaktionen führen. Eine zu niedrige Dosierung hingegen entfaltet nicht die gewünschte Wirkung.
Hier finden Sie eine übersichtliche Tabelle mit den empfohlenen Dosierungen für Roll-ons, basierend auf 10 ml Trägeröl:
| Altersgruppe | Empfohlene Tropfen ätherisches Öl (auf 10 ml Trägeröl) |
|---|---|
| Jugendliche & Erwachsene | 6 Tropfen |
| Kinder unter 10 Jahren | 3-4 Tropfen |
| Kinder bis zu 6 Jahren | 2 Tropfen |
| Säuglinge und Babys (bis 1 Jahr) | Nur fette Pflanzenöle & Hydrolate (keine ätherischen Öle) |
Es mag Sie überraschen, dass die empfohlenen Dosierungen für Roll-ons etwas höher sind als beispielsweise bei selbstgemachten Duschgels oder Hautölen. Der Grund dafür ist einfach: Die Anwendung eines Roll-ons erfolgt in der Regel nur auf einer kleinen Hautstelle. Dadurch wird die Gesamtexposition des Körpers gegenüber den ätherischen Ölen minimiert, selbst wenn die Konzentration auf der direkt behandelten Fläche höher ist. Dennoch ist es wichtig, sich an diese Richtwerte zu halten und die Haut auf mögliche Reaktionen zu beobachten.
Braunglas oder Klarglas: Welches Fläschchen ist das Richtige für Ihr Roll-on?
Die Wahl des Fläschchens mag auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen, ist aber für die Haltbarkeit Ihrer ätherischen Ölmischung von Bedeutung. Sie können sowohl Braunglas- als auch Klarglasflaschen für Ihr selbstgemachtes Roll-on verwenden, doch der entscheidende Faktor ist der Aufbewahrungsort:
- Braunglasflaschen: Diese sind ideal, wenn Sie Ihr Roll-on an einem Ort aufstellen möchten, der direkter Sonneneinstrahlung oder hellem Licht ausgesetzt ist, beispielsweise auf Ihrem Schreibtisch an einem Fenster. Braunglas bietet einen hervorragenden Lichtschutz. Licht kann die empfindlichen Inhaltsstoffe ätherischer Öle zersetzen und ihre Wirksamkeit mindern oder sogar zu unerwünschten chemischen Reaktionen führen.
- Klarglasflaschen: Wenn Sie Ihr Roll-on hauptsächlich in Ihrer Handtasche, im Rucksack oder im Federpenal aufbewahren, können Sie bedenkenlos ein durchsichtiges Klarglas-Roll-on verwenden. Der Inhalt ist in der Tasche ohnehin lichtgeschützt, sodass die Farbe des Glases keine Rolle spielt. Klarglas bietet den Vorteil, dass Sie den Füllstand des Öls leichter erkennen können.
Unabhängig von der Glasfarbe sollten Sie immer darauf achten, dass die Fläschchen luftdicht verschließen und eine hochwertige Roll-on-Kugel besitzen, um ein Auslaufen zu verhindern und die Hygiene zu gewährleisten.
6 Anwendungstipps für Ihr Roll-on: Maximale Wirkung & Sicherheit
Die Anwendung eines Roll-ons ist denkbar einfach: aufdrehen und je nach Verwendungszweck auf die Handgelenke, Schläfen oder Stirn auftragen. Doch auch bei dieser unkomplizierten Methode gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten, um die optimale Wirkung zu erzielen und mögliche Risiken zu vermeiden:
- Anwendung an den Schläfen: Wenn Sie das Roll-on zur Unterstützung bei Kopfschmerzen oder zur Förderung der Konzentration an den Schläfen verwenden, tragen Sie es immer in Richtung Haaransatz auf. Vermeiden Sie unbedingt die Nähe zu den Augen und jeglichen Augenkontakt. Ätherische Öle können die Schleimhäute reizen und ein Brennen verursachen. Sollte doch Öl ins Auge gelangen, spülen Sie es sofort mit einem fetten Öl (z.B. Olivenöl) und anschließend mit viel Wasser aus.
- Nicht auf offene Hautstellen: Tragen Sie das Roll-on nicht direkt auf Pickel, offene Wunden, Hautirritationen oder Fieberbläschen auf. Dies kann nicht nur die Haut zusätzlich reizen, sondern auch dazu führen, dass das Roll-on verkeimt. Bakterien und Viren können von der Haut in das Öl gelangen und die Qualität und Hygiene des Produkts beeinträchtigen.
- Persönliche Hygiene: Ihr Roll-on ist ein persönlicher Gegenstand. Verleihen Sie es nicht an andere Personen. Ähnlich wie bei Punkt 2 kann die Übertragung von Hautbakterien oder Keimen von einer Person zur anderen zu einer Verkeimung des Produkts führen. Ihr Roll-on sollte ausschließlich von Ihnen selbst verwendet werden.
- Regelmäßige, aber moderate Anwendung: Sie können Ihr Roll-on mehrmals täglich und kleinflächig anwenden, je nach Bedarf und gewünschter Wirkung. Übertreiben Sie es jedoch nicht. Hören Sie auf Ihren Körper und beachten Sie die Wirkung der Öle. Eine zu häufige oder großflächige Anwendung kann im Einzelfall zu Sensibilisierungen oder Überreaktionen führen. Weniger ist oft mehr, besonders bei hochwirksamen ätherischen Ölen.
- Vorsicht bei Zitrusschalenölen (Photosensibilität): Wenn Sie ätherische Öle aus Zitrusschalen (wie z.B. Zitrone, Bio-Grapefruit oder Bio-Bergamotte) in Ihrem Roll-on verwenden, ist besondere Vorsicht geboten. Diese Öle enthalten sogenannte Furocumarine, die photosensibilisierend wirken können. Das bedeutet, dass die "behandelte" Hautpartie bei direkter Sonneneinstrahlung oder UV-Licht (z.B. Solarium) mit Pigmentflecken oder sogar Verbrennungen reagieren kann. Vermeiden Sie daher nach der Anwendung dieser Öle für mindestens 12-24 Stunden direkte Sonneneinstrahlung auf die betroffenen Hautstellen. Eine Ausnahme bilden hier als Kosmetik zertifizierte Zitrusschalenöle, bei denen der Gehalt an Furocumarinen unter einem bestimmten Grenzwert liegt. Bei diesen Produkten ist der Kontakt mit der Sonne in der Regel unbedenklich, solange die genaue Dosierung auf dem Etikett beachtet wird.
- Kombination hautreizender Öle: Einige ätherische Öle haben von Natur aus hautreizende Eigenschaften und sollten mit Vorsicht verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise Nelkenöl, Zimtrindenöl und bestimmte Nadelöle. Wenn Sie diese Öle in Ihrem Roll-on verwenden möchten, sollten Sie sie immer in Kombination mit hautfreundlichen und hautberuhigenden ätherischen Ölen einsetzen. Beispiele für hautfreundliche Öle sind Bio-Palmarosa, Bio-Rosengeranie oder Bio-Lavendel. Diese Kombination hilft, mögliche Hautreizungen zu mildern und die Verträglichkeit zu verbessern.
Indem Sie diese Anwendungstipps beherzigen, stellen Sie sicher, dass Ihr selbstgemachtes Roll-on nicht nur wirksam, sondern auch sicher und angenehm in der Anwendung ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um Ihr DIY Roll-on
Welches Trägeröl ist am besten für mein Roll-on geeignet?
Wie bereits erwähnt, ist Jojobaöl die beste Wahl für Ihr Roll-on. Es ist eigentlich ein flüssiges Wachs, das nicht so schnell ranzig wird wie andere Pflanzenöle (z.B. Mandel- oder Olivenöl). Dadurch bleibt Ihr Roll-on länger frisch und angenehm im Geruch, selbst wenn sich ein dünner Ölfilm auf der Roll-on-Kugel bildet. Es ist zudem sehr hautfreundlich und zieht gut ein.

Wie oft kann ich mein Roll-on anwenden?
Sie können Ihr Roll-on mehrmals täglich und kleinflächig anwenden, je nach Ihrem persönlichen Bedarf und dem gewünschten Effekt. Es ist wichtig, auf die Signale Ihres Körpers zu achten. Übertreiben Sie es nicht; eine moderate Anwendung ist oft effektiver und sicherer als eine übermäßige. Beobachten Sie, wie Ihre Haut und Ihr Körper auf die Öle reagieren.
Kann ich jedes ätherische Öl für mein Roll-on verwenden?
Grundsätzlich können viele ätherische Öle verwendet werden, aber es gibt wichtige Ausnahmen und Vorsichtsmaßnahmen. Hautirritierende Öle (wie Nelken-, Zimtrinden- oder einige Nadelöle) sollten nur in sehr geringen Mengen und immer in Kombination mit hautfreundlichen Ölen (z.B. Lavendel, Palmarosa) verwendet werden. Bei Zitrusschalenölen (Zitrone, Grapefruit, Bergamotte) müssen Sie auf die Photosensibilität achten und direkte Sonneneinstrahlung auf die behandelten Stellen vermeiden, es sei denn, es handelt sich um speziell zertifizierte und furocoumarinreduzierte Öle.
Warum ist die Dosierung für Roll-ons höher als für andere Hautöle?
Die empfohlene Dosierung für Roll-ons ist etwas höher, da die Anwendung nur auf einer sehr kleinen Hautfläche erfolgt (z.B. Handgelenke, Schläfen). Die Gesamtmenge an ätherischem Öl, die der Körper aufnimmt, bleibt dadurch gering, obwohl die Konzentration auf der direkten Anwendungsstelle höher ist. Dies ermöglicht eine gezielte und effektive Wirkung auf einer bestimmten Körperpartie.
Soll ich ein Braunglas- oder Klarglasfläschchen für mein Roll-on verwenden?
Die Wahl hängt vom Aufbewahrungsort ab. Wenn Ihr Roll-on an einem hellen oder sonnigen Ort stehen wird (z.B. Schreibtisch), ist eine Braunglasflasche empfehlenswert, da sie das Öl vor lichtbedingtem Verfall schützt. Bewahren Sie Ihr Roll-on jedoch in einer Tasche oder einem dunklen Fach auf, wo es vor Licht geschützt ist, können Sie problemlos ein Klarglasfläschchen verwenden.
Kann mein Roll-on verkeimen?
Ja, ein Roll-on kann verkeimen. Dies geschieht, wenn Sie es auf unreine Hautstellen (z.B. Pickel oder Fieberbläschen) auftragen oder wenn Sie es mit anderen Personen teilen. Bakterien oder Viren können von der Haut auf die Roll-on-Kugel und somit in das Öl gelangen. Um dies zu vermeiden, verwenden Sie Ihr Roll-on ausschließlich persönlich und tragen Sie es nicht auf offene oder infizierte Hautstellen auf.
Starten Sie jetzt mit Ihrem eigenen DIY Roll-on!
Wie Sie sehen, ist die Herstellung Ihres eigenen Roll-ons mit ätherischen Ölen ein einfacher und lohnender Prozess. Mit den richtigen Zutaten und ein wenig Wissen können Sie ein personalisiertes Produkt schaffen, das Ihnen in vielen Lebenslagen Unterstützung bietet. Ob zur Entspannung, zur Förderung der Konzentration oder als natürlicher Begleiter in der Erkältungszeit – die Möglichkeiten sind grenzenlos.
Alle benötigten Zutaten – von hochwertigem Bio-Jojobaöl über eine breite Auswahl an reinen ätherischen Ölen bis hin zu leeren Roll-on-Flaschen – sind bequem erhältlich. Für den schnellen Start gibt es sogar praktische DIY-Roll-on-Sets, die bereits Jojobaöl, ausgewählte ätherische Öle und mehrere leere Fläschchen enthalten. Nutzen Sie die Kraft der Natur für Ihr persönliches Wohlbefinden!
Herzlichst,
Ihre Evelyn Deutsch-Grasl
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