Was sind die physischen Effekte von Massagen?

Massage: Wann sie heilt, wann sie schadet

02/11/2023

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Massagen sind seit Jahrtausenden eine bewährte Methode zur Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit. Das gezielte Streichen, Kneten, Drücken und Klopfen lockert nicht nur verspannte Muskeln, sondern hat eine Vielzahl positiver Effekte auf unseren gesamten Organismus. Von der Linderung chronischer Schmerzen bis hin zur tiefen psychischen Entspannung – die Berührung durch geschulte Hände kann wahre Wunder wirken. Doch so wohltuend und heilsam Massagen auch sein mögen, es gibt Situationen, in denen sie nicht nur kontraproduktiv, sondern sogar gefährlich sein können. Es ist von entscheidender Bedeutung zu wissen, wann eine Massage empfohlen wird und wann besser darauf verzichtet werden sollte, um die eigene Gesundheit zu schützen und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Dieser Artikel beleuchtet umfassend die faszinierende Welt der Massagen, ihre vielfältigen Anwendungsgebiete und vor allem die wichtigen Ausnahmen, die es zu beachten gilt.

Was muss ich bei einer Massage beachten?
Es ist jedoch wichtig, dass die Form der Massage für Sie geeignet ist. Bei manchen Erkrankungen – zum Beispiel Herz-Kreislauf-Problemen oder akuten Entzündungen – sollten Sie vorab mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrem Physiotherapeuten sprechen, ob eine bestimmte Massage Ihnen helfen kann oder eher schädlich ist.

Inhaltsverzeichnis

Die wohltuende Wirkung von Massagen auf Körper und Geist

Die Massage ist eine der ältesten Heilmethoden der Menschheit und zielt darauf ab, den Körper zu entspannen, zu revitalisieren und seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ihre Wirkungsweise ist vielschichtig und erstreckt sich über lokale Effekte bis hin zu systemischen Reaktionen im gesamten Organismus. Wenn Hände oder spezielle Geräte auf Haut, Gewebe und Muskeln einwirken, verbessern sich die Durchblutung und der Stoffwechsel in den behandelten Bereichen deutlich. Dies führt zu einer besseren Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie einem effizienteren Abtransport von Stoffwechselendprodukten.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Freisetzung von Oxytocin, oft als „Kuschelhormon“ bezeichnet, durch die sanften oder kräftigen Berührungen. Dieses Hormon wirkt stressabbauend, schmerzlindernd und fördert ein tiefes Gefühl von Geborgenheit und Entspannung. Darüber hinaus werden vielen Massagen sogenannte reflektorische Effekte zugeschrieben. Das bedeutet, dass die Wirkung über den direkt behandelten Bereich hinausgeht und sich auf entfernt liegende Gewebe, Nerven und sogar innere Organe auswirken kann. Je nach Technik und Intensität können Massagen eine breite Palette positiver Effekte erzielen, die das körperliche und seelische Wohlbefinden nachhaltig verbessern:

  • Lösen von Muskelverspannungen: Einer der bekanntesten und unmittelbarsten Effekte, der Schmerzen und Bewegungseinschränkungen reduziert.
  • Steigerung der Durchblutung: Verbessert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung von Haut, Muskeln und tieferem Gewebe, fördert die Regeneration.
  • Schmerzlinderung: Besonders effektiv bei Rücken-, Nacken- oder Kopfschmerzen, oft durch die Reduzierung von Muskelverspannungen und die Ausschüttung von Endorphinen.
  • Steigerung des Lymphabflusses: Hilft, überschüssige Flüssigkeit und Toxine aus dem Gewebe zu transportieren, reduziert Schwellungen.
  • Verbesserung der Hautelastizität und -beschaffenheit: Durch die Anregung der Zellaktivität und Durchblutung wird die Haut geschmeidiger und gesünder.
  • Beeinflussung von Unterhaut und Bindegewebe: Löst Verklebungen und verbessert die Elastizität des Bindegewebes.
  • Lösung oder Linderung von Venenstau: Kann bei leichten Stauungen helfen, den venösen Rückfluss zu verbessern.
  • Stimulierung von Narbengewebe: Kann helfen, Narben geschmeidiger zu machen und ihre Heilung zu unterstützen.
  • Anregung des Stoffwechsels: Fördert den Abtransport von Stoffwechselprodukten und kann beispielsweise die Harnausscheidung steigern.
  • Zielgerichtete Beeinflussung innerer Organe: Bestimmte Massagetechniken können über Reflexzonen oder direkte Stimulation die Funktion von Organen wie dem Darm (Anregung der Peristaltik) positiv beeinflussen.
  • Psychische Entspannung und Stressabbau: Reduziert Stresshormone, verbessert die Stimmung und fördert einen Zustand tiefer innerer Ruhe.

Vielfalt der Massagetechniken: Ein Überblick

Die Welt der Massagen ist reich und vielfältig, mit Techniken, die sich in Ursprung, Philosophie und Anwendungsweise stark unterscheiden. Die Wahl der richtigen Massage hängt oft von den individuellen Bedürfnissen und gesundheitlichen Zielen ab. Während einige Formen primär der tiefen Muskelentspannung dienen, konzentrieren sich andere auf die Anregung spezifischer Körperfunktionen oder das allgemeine Wohlbefinden.

Die wohl bekannteste Form ist die klassische Massage, auch schwedische Massage genannt. Sie wird manuell mit den Händen ausgeführt und beinhaltet eine Reihe spezifischer Grifftechniken wie Streichen (Effleurage), Kneten (Petrissage), Rollen, Walken, Klatschen, Klopfen (Tapotement) oder Reiben (Friktion). Die klassische Massage findet vor allem Anwendung bei lokalen Blockaden und Verspannungen des Bewegungsapparates.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere anerkannte Massageformen, die oft als begleitende Therapien ärztlich verordnet oder von ausgebildeten Fachkräften in Wellness-Einrichtungen angeboten werden:

  • Lymphdrainage: Eine sanfte Technik mit kreisenden Bewegungen, die den Abfluss der Lymphe anregt. Sie wird häufig bei Lymph- oder Lipödemen eingesetzt, um Schwellungen zu reduzieren.
  • Bindegewebsmassage: Diese intensive Massageform löst Verklebungen und Verspannungen im Bindegewebe und kann sich positiv auf Stoffwechsel und Kreislauf auswirken. Sie ist bei verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparates oder Verdauungstrakts hilfreich.
  • Periostmassage: Eine gezielte Massage der Knochenhaut (Periost), die zur Unterstützung der Knochengesundheit und zur Beschleunigung der Heilung nach Knochenbrüchen beitragen kann.
  • Segmentmassage: Hierbei werden spezifische Segmente der Wirbelsäule, die mit bestimmten Organen und Körperregionen verbunden sind, gezielt bearbeitet.
  • Kolonmassage: Eine spezielle Technik, bei der fünf definierte Punkte am Dickdarm stimuliert werden, oft angewendet bei chronischer Verstopfung oder Reizdarmsyndrom.
  • Fußreflexzonenmassage: Basiert auf der Annahme, dass bestimmte Punkte an den Füßen mit Organen und Körperteilen verbunden sind. Ihre Stimulierung soll die Selbstheilungskräfte des gesamten Körpers anregen.

Neben den manuellen Techniken gibt es auch nicht-manuelle Massageformen, bei denen spezielle Geräte zum Einsatz kommen:

  • Unterwasserdruckstrahlmassage: Im warmen Wannenbad kombiniert sie die mechanische Wirkung eines Wasserdruckstrahls mit der wohltuenden Wirkung von Wärme.
  • Bürstenmassage: Oft trocken mit Naturborstenbürsten durchgeführt, verbessert sie die Elastizität und Durchblutung der Haut, stabilisiert den Kreislauf und kann den Blutdruck regulieren.

Die Liste der Massagetechniken ist schier endlos und umfasst auch viele Spezialformen, die oft in Kureinrichtungen oder Thermen zu finden sind. Dazu gehören beispielsweise die Sportmassage, Schröpfkopfmassage, Saugwellenmassage, Extensionsmassage nach Domnik, Manipulativmassage nach Terrier, Akupunktmassage nach Penzel, aber auch exotischere Formen wie die Ayurveda-Massage, Aromaöl-Massage, Thai-Massage, Shiatsu, Hot-Stone-Massage, Massagen mit Kristallen oder die Lomi Lomi Nui (hawaiianische Massage). Es ist wichtig zu beachten, dass bei der Auswahl einer Massage nicht nur der Preis entscheidend ist, sondern vor allem eine angenehme und hygienische Umgebung sowie die entsprechende Ausbildung des Fachpersonals.

Der Ablauf einer klassischen Massage: Was Sie erwartet

Eine professionelle klassische Massage beginnt in der Regel mit einem Vorgespräch. Hierbei erfragt der Masseur oder die Masseurin Ihre gesundheitlichen Probleme, eventuelle Beschwerden und Ihre Erwartungen oder Wünsche an die Behandlung. Diese Anamnese ist entscheidend, um die Massage individuell auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen und mögliche Kontraindikationen frühzeitig zu erkennen.

Für die eigentliche Massage nehmen Sie auf einer speziell dafür vorgesehenen Massageliege Platz, üblicherweise in Bauchlage, aber auch Seiten- oder Rückenlage sind je nach Behandlungsbereich möglich. Der Masseur beginnt mit sanften Streichungen. Diese großflächigen Handbewegungen orientieren sich an der Muskulatur und dienen dazu, die Abwehrspannung zu vermindern und das vegetative Nervensystem zu beruhigen. Sie bereiten den Körper auf die intensiveren Griffe vor und fördern eine erste Entspannung.

Anschließend werden alle Gewebeschichten bearbeitet, von der Haut über die Unterhaut bis hin zu den tiefer liegenden Muskeln. Dabei kommen verschiedene Massagegriffe zum Einsatz, die sich in Form, Richtung der Bewegungen und ihrer Wirkung unterscheiden. Typischerweise wird mit beiden Händen massiert, um einen gleichmäßigen Bewegungsfluss und eine harmonische Bearbeitung zu gewährleisten. Die Intensität der Handgriffe wird stets an Ihr Krankheitsbild und den Zustand Ihres Gewebes angepasst. Um das Gleiten der Hände auf der Haut zu erleichtern und die Wirkung zu unterstützen, werden häufig hochwertige Massageöle, Gele oder Cremes verwendet.

Der Umfang einer Massage kann variieren:

  • Teilmassage: Konzentriert sich auf einen spezifischen Körperteil, z.B. Schulter, Nacken, Arm, Hand, Kopf, Gesicht oder Fuß. Eine Teilmassage dauert in der Regel etwa zehn Minuten.
  • Großmassage: Umfasst mehrere zusammenhängende Körperteile oder Abschnitte wie den gesamten Rücken, den Schultergürtel, eine Körperhälfte oder beide Arme oder Beine. Die Dauer liegt hier bei etwa 15 bis 20 Minuten.
  • Ganzkörpermassage: Bezieht größere Körperregionen ein, typischerweise den gesamten Rücken inklusive Schultern, beide Arme und Beine. Der Intimbereich wird dabei selbstverständlich ausgelassen. Eine Ganzkörpermassage dauert ungefähr 30 Minuten.

Nach der eigentlichen Massage schließt sich oft eine zehn- bis fünfzehnminütige Nachruhe an. Diese Zeit ermöglicht es dem Körper, die positiven Effekte der Behandlung zu integrieren und in einen Zustand tiefer Entspannung zu gelangen. Es ist eine wichtige Phase, um die volle Wirkung der Massage zu entfalten und dem Körper die Möglichkeit zur Regeneration zu geben.

Wann Massagen nicht empfehlenswert sind: Wichtige Kontraindikationen

Obwohl Massagen eine weitgehend nebenwirkungsarme Therapieform sind, ist ihre Anwendung nicht immer ratsam. Es gibt bestimmte Zustände und Erkrankungen, bei denen eine Massage nicht oder nur unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden sollte, um Risiken für die Gesundheit zu vermeiden. Ein fundiertes Wissen über diese Kontraindikationen ist für Masseure und Patienten gleichermaßen unerlässlich.

Absolute Kontraindikationen: Wann Massagen unbedingt vermieden werden sollten

In den folgenden Fällen ist eine Massage strikt kontraindiziert, da sie den Gesundheitszustand verschlimmern oder ernsthafte Komplikationen hervorrufen könnte:

  • Akute fieberhafte Erkrankungen: Eine Massage würde den ohnehin geschwächten Körper zusätzlich belasten und die Freisetzung von Stoffwechselprodukten verstärken, was den Genesungsprozess behindern kann.
  • Akute Entzündungen und Infektionen: Massagen können Entzündungen verschlimmern oder Infektionen im Körper verteilen. Dies gilt für bakterielle, virale oder pilzbedingte Infektionen.
  • Schwerwiegende Gefäßerkrankungen: Insbesondere bei Zuständen wie akuter Thrombose, arterieller Verschlusskrankheit (AVK) oder Herzinsuffizienz sind Massagen äußerst gefährlich. Bei einer Thrombose besteht die Gefahr, dass sich ein Blutgerinnsel löst und zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie oder einem Schlaganfall führt. Bei Verdacht auf eine Thrombose (Symptome wie Schwellung, Überhitzung oder Schmerzen entlang einer Vene) muss die Massage sofort abgebrochen und ärztliche Hilfe gesucht werden.
  • Infektiöse Hautkrankheiten: Dazu gehören Pilzinfektionen, bakterielle Hautinfektionen (z.B. Erysipel) oder Herpes. Eine Massage könnte die Infektion auf andere Körperbereiche oder auf den Masseur übertragen.
  • Frische Verletzungen mit Blutungen, Knochenbrüchen oder schweren Prellungen: Eine Massage würde die Blutung verstärken, die Heilung eines Bruchs stören oder die Schmerzen bei Prellungen massiv erhöhen. Auch offene Wunden stellen ein hohes Infektionsrisiko dar.
  • Frisch überstandene Operationen: Der Körper benötigt Zeit zur Heilung nach einem chirurgischen Eingriff. Eine Massage in dieser Phase kann die Wundheilung beeinträchtigen oder zu Komplikationen führen.

Relative Kontraindikationen: Vorsicht und ärztliche Rücksprache sind geboten

In diesen Fällen ist eine Massage unter Umständen möglich, sollte aber nur nach sorgfältiger Abwägung und immer nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Der Therapeut muss über die vorliegenden Bedingungen informiert sein und die Technik entsprechend anpassen:

  • Erhöhte Blutungsneigung: Dies betrifft Personen, die blutverdünnende Medikamente (Antikoagulantien) einnehmen oder an Blutgerinnungsstörungen (z.B. Hämophilie, „Bluter“) leiden. Hier besteht ein erhöhtes Risiko für Hämatome (Blutergüsse) oder innere Blutungen.
  • Längere Bettruhe (über drei Monate) in Kombination mit Durchblutungsstörungen, Bandscheibenvorfall oder Nervenausfällen: Hier ist besondere Vorsicht geboten, da das Gewebe geschwächt sein kann und das Risiko von Komplikationen, wie der Entstehung einer Thrombose, erhöht ist.
  • Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft können Massagen sehr wohltuend sein, jedoch müssen bestimmte Bereiche wie die Bauchregion und der segmentale Lendenwirbelsäulen-Kreuzbein-Bereich ausgespart werden, um keine vorzeitigen Wehen auszulösen oder das Ungeborene zu gefährden. Es sollten nur speziell ausgebildete Therapeuten für Schwangerschaftsmassagen konsultiert werden.

Spezifische Kontraindikationen für bestimmte Massageformen

Einige spezialisierte Massagetechniken haben darüber hinaus eigene, spezifische Kontraindikationen, die zu beachten sind:

  • Bindegewebsmassage: Darf nicht während der Regelblutung, bei Krebserkrankungen oder bei Herzinsuffizienz durchgeführt werden, da sie sehr intensiv auf den Organismus wirkt.
  • Kolonmassage: Ist unter anderem bei Schwangerschaft, eitrigen Entzündungen im Bauch- und Beckenbereich sowie bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ein Ausschlussgrund.

Die sorgfältige Beachtung dieser Kontraindikationen ist entscheidend für die Sicherheit und Wirksamkeit jeder Massagebehandlung. Im Zweifelsfall sollte immer eine ärztliche Konsultation erfolgen, bevor eine Massage in Anspruch genommen wird.

Zustand/ErkrankungMassage nicht anwendenMassage nur mit Vorsicht und ärztlicher Rücksprache
Akutes Fieber / Entzündungen / InfektionenJaNein
Schwerwiegende Gefäßerkrankungen (z.B. Thrombose, Herzinsuffizienz)JaNein
Infektiöse HautkrankheitenJaNein
Frische Verletzungen / Knochenbrüche / offene WundenJaNein
Frisch überstandene OperationenJaNein
Erhöhte Blutungsneigung (z.B. Medikamente, Bluterkrankheit)NeinJa
Längere Bettruhe (>3 Monate) mit DurchblutungsstörungenNeinJa
Schwangerschaft (bestimmte Bereiche)NeinJa
Regelblutung (spezifische Massagen wie Bindegewebsmassage)JaNein
Krebserkrankungen (spezifische Massagen wie Bindegewebsmassage)JaNein
Entzündliche Darmerkrankungen (spezifische Massagen wie Kolonmassage)JaNein

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Massagen und ihren Risiken

Viele Menschen haben Fragen bezüglich der Sicherheit und der Anwendbarkeit von Massagen, insbesondere wenn Vorerkrankungen bestehen. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen:

Kann ich mich massieren lassen, wenn ich Fieber habe?

Nein, bei akuten fieberhaften Erkrankungen sollte keine Massage durchgeführt werden. Ihr Körper kämpft bereits gegen eine Infektion oder Entzündung, und eine Massage würde ihn zusätzlich belasten, den Kreislauf anregen und die Symptome möglicherweise verschlimmern. Warten Sie, bis das Fieber abgeklungen ist und Sie sich wieder vollständig erholt fühlen.

Sind Massagen in der Schwangerschaft sicher?

Grundsätzlich können Massagen in der Schwangerschaft sehr wohltuend sein und helfen, typische Beschwerden wie Rückenschmerzen zu lindern. Es ist jedoch essenziell, einen Masseur oder eine Masseurin zu wählen, der/die speziell für Schwangerschaftsmassagen ausgebildet ist. Bestimmte Bereiche, insbesondere die Bauchregion und der Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins, müssen ausgespart werden, um keine vorzeitigen Wehen auszulösen. Sprechen Sie vorab immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.

Warum sind Massagen bei Thrombose gefährlich?

Bei einer akuten Thrombose, also einem Blutgerinnsel in einem Gefäß, ist eine Massage extrem gefährlich. Durch den Druck und die Bewegung könnten sich Teile des Gerinnsels lösen und mit dem Blutstrom in andere Organe, wie die Lunge (Lungenembolie) oder das Gehirn (Schlaganfall), gelangen. Dies sind lebensbedrohliche Notfälle. Bei Verdacht auf Thrombose muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, und jede Form der Massage ist strengstens untersagt.

Was sind die Anzeichen, eine Massage sofort abzubrechen?

Sollten während einer Massage Symptome wie plötzliche, starke Schmerzen, Schwellungen, eine Überhitzung der Haut oder Rötungen entlang einer Vene auftreten, ist die Massage sofort zu unterbrechen. Dies können Warnzeichen für ernsthafte medizinische Probleme sein, wie beispielsweise eine beginnende Thrombose oder eine Entzündung. Suchen Sie in einem solchen Fall umgehend ärztliche Hilfe auf.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Massage?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten für Massagen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Dies ist der Fall, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt und die Massage als Heilmittel ärztlich verordnet wird. Massagen, die rein dem Wohlbefinden dienen, werden in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Ein wichtiger Aspekt

Viele Menschen fragen sich, ob und wann die Kosten für eine Massage von ihrer Krankenkasse übernommen werden. Die gute Nachricht ist: Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht und die Massage als Heilmittel von einem Arzt verordnet wird, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland an den Kosten.

Die Verordnung erfolgt auf einem speziellen Rezeptformular (Muster 13 für Heilmittel). Die Anzahl der Behandlungen, die verordnet werden können, hängt von der Art und Schwere der Erkrankung ab:

  • Bei Erkrankungen mit voraussichtlich kurzfristigem Verlauf: Hier ist in der Regel eine Verordnung von einmalig sechs bis maximal zehn Behandlungen pro Jahr möglich. Dies betrifft beispielsweise akute Muskelverspannungen oder bestimmte Rückenschmerzen.
  • Bei Krankheiten mit voraussichtlich längerfristigem Verlauf: Für chronische Beschwerden oder länger anhaltende Zustände können sogar zwölf, 18 oder bis zu 30 Behandlungen pro Verordnung verschrieben werden. Dies erfordert oft eine detailliertere medizinische Begründung.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Patienten in Deutschland einen Eigenanteil leisten müssen. Dieser setzt sich zusammen aus:

  • Zehn Prozent der Behandlungskosten: Dieser Anteil ist pro einzelner Massagebehandlung zu entrichten.
  • Zusätzlich zehn Euro pro Verordnung: Dies ist eine einmalige Rezeptgebühr, unabhängig von der Anzahl der auf dem Rezept verordneten Behandlungen.

Ein Beispiel: Wenn eine Massage 25 Euro kostet und Sie sechs Behandlungen auf einem Rezept verordnet bekommen, zahlen Sie 10% von 25 Euro (2,50 Euro) pro Behandlung, also insgesamt 15 Euro, plus die einmalige Rezeptgebühr von 10 Euro. Ihre Zuzahlung würde somit 25 Euro betragen.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit von langfristigen Verordnungen für Massagen, die über die festgelegte Menge hinausgehen. Diese müssen jedoch im Einzelfall medizinisch begründet und von der Krankenkasse explizit genehmigt werden. Hierfür ist oft ein Antrag und eine detaillierte Stellungnahme des behandelnden Arztes erforderlich, die die Notwendigkeit der fortgesetzten Therapie begründet.

Es ist ratsam, sich vor Beginn der Behandlung bei der eigenen Krankenkasse über die genauen Bedingungen der Kostenübernahme zu informieren, da es je nach Kasse und individuellem Tarif leichte Unterschiede geben kann.

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