Wie erkenne ich Krätzmilben?

Krätzmilben: Juckreiz stoppen & Parasiten loswerden

24/03/2023

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Der Gedanke an winzige Parasiten, die sich unter der Haut Gänge graben und unerträglichen Juckreiz verursachen, ist für viele Menschen ein Albtraum. Doch genau das ist die Realität für all jene, die von Krätzmilben, auch bekannt als Scabies, betroffen sind. Diese nur bis zu 0,5 Millimeter großen Spinnentiere sind wahre Plagegeister und können das Leben von Mensch und Tier erheblich beeinträchtigen. Wenn auch Sie oder Ihre Liebsten unter diesem massiven Problem leiden, ist es entscheidend, schnell und effektiv zu handeln. Denn Krätzmilben sind nicht nur lästig, sondern können unser Immunsystem angreifen und die natürliche Schutzbarriere unserer Haut zerstören. Erfahren Sie in diesem umfassenden Artikel alles, was Sie über Krätzmilben wissen müssen, wie Sie sie erkennen, welche Formen es gibt, wie sie sich verbreiten und vor allem, wie Sie sie ein für alle Mal loswerden können.

Was sind Krätzmilben und wie gefährlich sind sie?

Krätzmilben, wissenschaftlich als Sarcoptes scabiei bekannt, sind mikroskopisch kleine Parasiten, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Mit einer Größe von lediglich bis zu 0,5 Millimetern gehören sie zu den winzigsten, aber wohl lästigsten Untermietern, die sich auf der Haut von Mensch und Tier ansiedeln können. Ihre Spezialität: Die Weibchen graben mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen feine Gänge in die oberste Hautschicht, die sogenannte Epidermis. In diesen Gängen legen sie täglich bis zu vier Eier ab, aus denen innerhalb weniger Tage neue Milben schlüpfen. Dieser Prozess ist es, der den charakteristischen und oft unerträglichen Juckreiz verursacht, der Betroffene oft bis zur Verzweiflung treibt. Doch die Gefahr geht über den reinen Juckreiz hinaus. Indem die Milben die Hautbarriere durchbrechen, wird unser natürlicher Schutzschild zerstört. Dies öffnet Tür und Tor für Keime, Bakterien und Pilze, die ungehindert in die Haut eindringen und zu sekundären Infektionen führen können. Die Haut, als größtes Organ unseres Körpers, ist essenziell für unseren Schutz, und Krätzmilben können genau diesen Schutz erheblich gefährden. Sie greifen zudem unser Immunsystem an und legen es sozusagen lahm, was den Körper noch anfälliger für weitere Erkrankungen macht. Ein Befall sollte daher niemals auf die leichte Schulter genommen werden.

Die unsichtbare Plage: Warum Krätzmilben auf dem Vormarsch sind

Auch wenn viele Infektionskrankheiten in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erfolgreich bekämpft oder gar ausgerottet wurden, so sind die Krätzmilben doch eine Ausnahme. Sie sind nicht nur weiterhin präsent, sondern befinden sich in der heutigen Zeit mehr denn je auf dem Vormarsch. Seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist ein deutlicher Anstieg der Infektionen zu verzeichnen, nicht nur in Europa, sondern weltweit, teils mit epidemischen Ausmaßen. Dies steht im krassen Gegensatz zur Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, als nur etwa 25% der Bevölkerung an dieser Parasitenart litten, und der Zeit zwischen 1947 und 1960, in der die Krätze so gut wie verschwunden war. Der Hauptgrund für diese Wiederkehr ist die zunehmende Globalisierung und die damit verbundene Reiselust. Flugzeuge, Fähren, Busse und der eigene PKW sind ideale Fortbewegungsmittel – nicht nur für uns, sondern auch für unliebsame, mit bloßem Auge nicht sichtbare „Anhalter“. So kam es zu einem neuen Befall, der sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht und jeden treffen kann, ob zu Hause, auf Reisen oder bei einer Veranstaltung. Eine ständige Vorsorge im Sinne einer Prophylaxe kann leider nicht betrieben werden, da die Ansteckung oft unbemerkt und unerwartet erfolgt. Wer jedoch einmal komplett milbenfrei Urlaub machen möchte, könnte eine Reise in Gebirgsgegenden wie das Engadin in Betracht ziehen. Das dortige Mikroklima mit seiner geringen Luftfeuchtigkeit ist kein Paradies für Krätzmilben, bietet aber Allergikern und Asthmatikern eine wahre Wohltat. Milbengeplagte Menschen können hier nicht nur richtig aufatmen, sondern auch ihr Immunsystem wieder auf Vordermann bringen, indem sie sich in einer Umgebung aufhalten, die den Milben das Überleben erschwert.

Lebensbedingungen der Krätzmilben: Wo sie sich wohlfühlen – und wo nicht

Die Lebensbedingungen der Krätzmilben sind sehr spezifisch und lassen sich schnell zusammenfassen. Diese Parasiten sind auf einen Wirt, also uns Menschen oder Tiere, angewiesen, um zu überleben. Ohne ihren Wirt sterben sie bereits nach etwa zwei Tagen ab. Dies ist ein wichtiger Punkt für die Bekämpfung, da es bedeutet, dass eine gründliche Reinigung der Umgebung in Kombination mit der Behandlung des Wirtes essenziell ist. Die Temperatur spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für das Überleben der Krätzmilben. Bei einer Temperatur von 13°C haben die Krätzmilben keine Überlebenschance. Bis zu einer Temperatur von 20°C sind sie fast unbeweglich und nicht zur Nahrungsaufnahme fähig, was ihre Aktivität stark einschränkt. Umgekehrt sterben sie bei Temperaturen von über 50°C innerhalb weniger Minuten ab. Diese Hitzebeständigkeit ist ein Ansatzpunkt für Behandlungsstrategien, wie das Waschen von Textilien bei hohen Temperaturen. Der menschliche Körper mit seiner konstanten Wärme und Feuchtigkeit ist somit ein idealer Wohnort und Versorger für die unliebsamen Krätzmilben. Dies erklärt auch ihre rasche Vermehrung und die damit verbundenen unangenehmen Folgen für die Betroffenen. Neben den menschlichen Krätzmilben gibt es auch die Räude, die bei Haustieren wie Hunden und Katzen auftritt. Auch wenn der Mensch hier ein Fehlwirt ist, können die unangenehmen Symptome der Räude auf den Besitzer übergehen. Glücklicherweise graben diese Vertreter der Räude keine Gänge in die menschliche Haut, was eine spontane Selbstheilung beim Menschen ermöglichen kann, auch wenn dies nicht in jedem Fall eintritt. Dennoch ist ein Befall mit Räude beim Haustier nicht gerade angenehm und sollte tierärztlich behandelt werden, um eine Übertragung und weitere Ausbreitung zu verhindern.

Unterschiedliche Formen des Krätzmilbenbefalls erkennen

Die Hautkrankheit, die durch Krätzmilben verursacht wird, ist nicht immer gleich und kann in verschiedenen Unterschichten oder Verlaufsformen auftreten. Das Erkennen dieser Formen ist entscheidend für eine präzise Diagnose und eine zielgerichtete Behandlung.

Bullöse und Nodöse Scabies:
Diese Form ist durch rotbräunliche Knötchen gekennzeichnet, die oft auch nach erfolgreicher Milbenbehandlung noch monatelang sichtbar bleiben können. Diese Knötchen entstehen nicht durch direkten Milbenbefall an der Stelle, sondern sind eine Reaktion des Immunsystems auf die Milbenprodukte. Der Juckreiz ist hierbei oft besonders stark. Diese Verlaufsform tritt vermehrt bei Kindern und Jugendlichen auf und kann zusätzlich zur Bläschenbildung führen.

Gepflegte Scabies:
Bei der gepflegten Scabies betreiben die Betroffenen eine sehr intensive Körperpflege und verwenden oft verschiedene Kosmetika. Dies führt dazu, dass die typischen Hautveränderungen durch das ständige Waschen und Cremen verdeckt oder verändert werden. Eine eindeutige Diagnose wird dadurch erschwert, da die klassischen Milbengänge oder Hautausschläge weniger ausgeprägt oder atypisch erscheinen können. Hier ist besondere Aufmerksamkeit des Arztes gefragt, um die Ursache der Beschwerden zu erkennen.

Scabies norvegica (Borkenkrätze):
Diese Form stellt einen sehr starken und schwerwiegenden Befall dar. Bei der Borkenkrätze tummeln sich die Krätzmilben in extrem hoher Anzahl am ganzen Körper. Die Hautrötungen, auch Erythrodermie genannt, sind unübersehbar und großflächig. Zusätzlich entstehen auf der Haut unansehnliche Schuppen und dicke Krusten, die an Baumrinde erinnern und daher als Borken bezeichnet werden. Besonders betroffen sind oft Ellenbogen, Handgelenke, Handrücken, Finger, Fußinnenflächen und Handinnenflächen. Unter diesen Krusten ist die Haut oft feuchtglänzend. Ein wichtiger Hinweis: Bei der Borkenkrätze muss nicht immer ein Juckreiz bestehen, was die Diagnose erschweren kann, da der typische Leitsymptom fehlt. Diese Form ist extrem ansteckend, da die hohe Milbenzahl das Risiko einer Übertragung auch bei kurzem Kontakt stark erhöht.

Das Verständnis dieser unterschiedlichen Verlaufsformen ist entscheidend, da jede ihre eigenen Merkmale und manchmal auch spezifische Behandlungsansätze erfordert, um einen schnellen und wirkungsvollen Erfolg zu erzielen.

Wie lange sind Krätzmilben ansteckend und wo siedeln sie sich an?

Die Frage, wie lange Krätzmilben ansteckend sind, ist für Betroffene und ihr Umfeld von großer Bedeutung. Die lästigen Parasiten gehen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut, und ihre Anwesenheit macht sich erst nach einer gewissen Zeit bemerkbar. Bei einer Erstansteckung treten die Symptome, insbesondere der Juckreiz, in der Regel nach etwa zwei bis fünf Wochen auf. Dies liegt daran, dass der Körper eine gewisse Zeit benötigt, um eine Immunreaktion auf die Milbenprodukte zu entwickeln. Bei einer Wiederansteckung ist der Vorgang deutlich schneller: Hier sind die Krätzmilben bereits nach ein bis vier Tagen ansteckend und die Symptome zeigen sich rascher, da das Immunsystem bereits sensibilisiert ist. Solange sich Krätzmilben auf der Haut befinden, solange ist der Betroffene auch für andere Personen übertragbar. Aus diesem Grund ist in dieser Zeit ein zu enger Körperkontakt tunlichst zu vermeiden, um die Ausbreitung der Milben zu unterbinden.

Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie älteren oder pflegebedürftigen Personen, aber auch bei Säuglingen und Kleinkindern, können Krätzmilben einen chronischen Verlauf entwickeln. Dies tritt dann auf, wenn die Symptome nicht oder nicht ausreichend behandelt werden. Daher sollten gerade diese Risikogruppen und das Betreuungs- und Pflegepersonal besondere Vorsicht walten lassen und bei Verdacht umgehend eine Behandlung einleiten, die immer äußerst sinnvoll und sehr effektiv ist.

Doch wo siedeln sich diese Milben bevorzugt an? Krätzmilben suchen sich gerne Körperstellen aus, an denen eine höhere Körpertemperatur herrscht und die Hornhaut dünner ist. Dies sind die idealen Bedingungen, um Gänge zu graben und Eier abzulegen. Zu den bevorzugten Siedlungsgebieten gehören:

  • Achseln
  • Gelenkbeugen (Ellenbogen, Kniekehlen)
  • Hinter den Ohren
  • Knie, Fußgelenke und Füße (insbesondere die Fußinnenflächen)
  • Genitalien und Gesäß
  • Fingerzwischenräume und Handgelenke (insbesondere die Handinnenflächen)

Bei Kleinkindern können die Milben auch am Kopf und Nacken auftreten, da deren Haut dort noch empfindlicher ist. Im Grunde fühlen sich die Krätzmilben überall dort wohl und sehr gut aufgehoben, wo die Haut dünner erscheint und eine warme, feuchte Umgebung geboten wird.

Übertragungswege: Wie Krätzmilben von A nach B gelangen

Die Übertragung von Krätzmilben ist ein zentraler Aspekt im Verständnis dieser Parasitose und entscheidend für deren Eindämmung. Es gibt primär drei Formen, wie diese lästigen Spinnentierchen ihren Wirt wechseln:

Übertragungswege von Krätzmilben
ÜbertragungswegBeschreibungBesonderheiten
Mensch zu MenschDurch anhaltenden, direkten Hautkontakt von länger als zehn Minuten. Dies geschieht typischerweise beim Spielen, Schlafen, Kuscheln oder beim Geschlechtsverkehr.Kurze Umarmungen oder Händedruck übertragen bei gesunden Personen keine Milben. Vorsicht bei Borkenkrätze: Hier genügt schon kurzer Hautkontakt zur Ansteckung, da die Milbenlast extrem hoch ist. Bei sichtbaren Milbenspuren auf Körperkontakt verzichten.
Tier zu MenschEher selten, da der Mensch ein Fehlwirt für Tiermilben ist. Die Symptome sind meist milder und eine spontane Selbstheilung kann eintreten.Bei geschwächten Personen kann dies jedoch zu unangenehmen Hautreaktionen führen. Wichtig ist die Behandlung des befallenen Haustiers.
Kleidungsstücke und GegenständeIm Normalfall sind diese keine primären Überträger, da Krätzmilben ohne Wirt nur kurz überleben (1-2 Tage).Ausnahme Borkenkrätze: Aufgrund der extrem hohen Milbenzahl kann eine Übertragung über gemeinsam genutzte Bettwäsche, Handtücher und Badetücher erfolgen. Diese sollten sicherheitshalber bei 60°C gewaschen werden. Eine Übertragung kann auch über Gegenstände wie Blutdruckmanschetten erfolgen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die feinen Milbengänge bei manchen Formen der Krätze, insbesondere bei einem stärkeren Befall, sogar unter der Lupe sichtbar sein können. Sie zeichnen sich als rote, feine Linien ab. Betroffene kratzen sich oft bis aufs Blut, was jedoch das Gegenteil bewirkt: Dadurch tritt eine infektiöse Verschlechterung ein, die gerade im Gesicht deutliche Spuren hinterlassen kann. Auch wenn die Milben auf Oberflächen innerhalb kurzer Zeit absterben, hinterlassen die Symptome des Befalls oft wochenlang einen sehr faden Beigeschmack und können die Lebensqualität erheblich einschränken.

Krätzmilben: Woher kommen sie und wer ist besonders betroffen?

Die Frage nach der Herkunft von Krätzmilben ist oft mit Vorurteilen behaftet, doch es ist wichtig zu betonen, dass ein Befall nicht immer mit mangelnder Hygiene zu tun hat. Die Spinnentierchen treten vermehrt an Orten auf, wo viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen. Dies sind klassischerweise:

  • Kindergärten und Schulen
  • Alten- und Pflegeheime
  • Vereine und andere Gemeinschaftseinrichtungen

Gerade in solchen Umgebungen, wo intensiver Körperkontakt unvermeidlich ist, finden die Milben ideale Bedingungen für ihre rasche Ausbreitung. Tritt ein Krätzmilbenbefall in Gemeinschaftseinrichtungen auf, so muss dieser gemäß dem Infektionsschutzgesetz dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Dies dient der schnellen Eindämmung und dem Schutz weiterer Personen.

Obwohl Krätzmilben ohne ihren Wirt, den Menschen, nicht lange überleben – meist nur ein bis zwei Tage – kann die Übertragung selbst über Gegenstände wie eine Blutdruckmanschette stattfinden, wenn auch seltener. Auf unserer Haut halten sich die männlichen Vertreter auf der Suche nach den weiblichen Tieren auf. Sind diese zur Paarung bereit, sterben die Männchen kurz darauf. Die Weibchen sterben ebenfalls kurz nach der Eiablage, doch nicht bevor sie die nächste Generation gesichert haben.

Besonders betroffen von Krätzmilbenbefall sind häufig Kindergärten. Die Kleinen spielen, kuscheln und teilen oft Gegenstände, was die Ansteckungsgefahr enorm erhöht. Das kann jährlich vorkommen oder nur ab und an, doch unsere Sprösslinge sind davor leider nicht gefeit. Meist machen sich die Krätzmilben durch Hautrötungen und Juckreiz bemerkbar, was für die Kleinen sehr lästig und schmerzhaft ist. Hier sollte gleich zu Anfang gehandelt und gegebenenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden. Zudem muss der Kontakt zu „Gleichgesinnten“ vermieden werden, auch wenn es schwerfällt.

Auch Haustiere wie Hunde und Katzen können die Parasiten ins Haus tragen. Bei den Vierbeinern kann der Befall, bekannt als Räude, sehr schwerwiegende Folgen haben und sich ähnlich wie die menschliche Krätze äußern. Als Besitzer sollten Sie daher immer ein besonderes Augenmerk auf die Fellpflege Ihrer Tiere legen und bei Verdacht sofort einen Tierarzt konsultieren. Kommen chemische Mittel zur Behandlung des Haustiers zum Einsatz, sollte das Tier bitte nur mit Handschuhen angefasst werden. Verschiedene Impfungen können zudem sekundäre Infektionen im Vorfeld abwenden, die durch das Kratzen entstehen können.

Effektive Maßnahmen gegen Krätzmilben: Was tun?

Sobald der Verdacht auf einen Krätzmilbenbefall besteht, sollte umgehend gehandelt werden. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, um die unliebsamen Gäste loszuwerden und deren weitere Verbreitung zu verhindern. Das oberste Ziel ist immer, die Krätzmilben abzutöten und somit eine weitere Vermehrung zu unterbinden. Es ist wichtig zu wissen, dass die Symptome, insbesondere der Juckreiz, auch nach erfolgreicher Abtötung der Milben noch einige Tage oder sogar eine Woche anhalten können. Dies ist kein Grund zur Sorge, sondern ein natürlicher Verlauf, da die Haut auf die abgestorbenen Milben und ihre Produkte reagiert.

Hier sind bewährte Maßnahmen, die Sie ergreifen können:

  • Körperpflege: Duschen Sie möglichst nur lauwarm und nicht zu heiß. Eine heiße Dusche verschlimmert den Juckreiz, da sie die Haut stärker durchblutet und Irritationen hervorruft. Schneiden Sie Fußnägel und Fingernägel möglichst kurz, um Hautschäden durch Kratzen zu minimieren und eine Ansammlung von Milben unter den Nägeln zu verhindern.
  • Wäsche und Textilien: Krätzmilben leben nur ein bis zwei Tage in der Bettwäsche, auf Sofakissen oder der Kuscheldecke. Dennoch ist das Waschen der Kleidung und Wäsche unerlässlich. Waschen Sie alle Textilien, die mit den Betroffenen in Kontakt gekommen sind, bei mindestens 60 Grad. Dies tötet die Milben zuverlässig ab. Wäsche, die nicht heiß gewaschen werden kann, können Sie in Plastiksäcken für einige Tage unter Quarantäne stellen. Eine noch effektivere Methode ist das Einfrieren bei mindestens minus achtzehn Grad, was die Krätzmilben ebenfalls abtötet.
  • Reinigung der Umgebung: Saugen Sie Sofabezüge, Polster und Teppiche gründlich ab. Gegenstände in der näheren Umgebung, die oft berührt werden, sollten nach Möglichkeit gut desinfiziert werden.
  • Medizinische Behandlung: Es stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, von verschreibungspflichtigen Salben und Tinkturen (oft mit Wirkstoffen wie Permethrin) bis hin zu Tabletten. Bei kleinen Kindern und älteren Menschen sollte immer ärztliche Rücksprache gehalten werden, um die geeignete und sicherste Behandlung zu wählen.
  • Symptomlinderung: Gegen den anhaltenden Juckreiz können Allergietabletten (Antihistaminika) und spezielle Lotionen Linderung verschaffen. Das Kratzen muss unbedingt vermieden werden, da es zu Entzündungen und sekundären bakteriellen Infektionen führen kann, die sich dann ungehindert ausbreiten können.
  • Behandlung von Haustieren: Auch Haustiere können unter dem Befall leiden. Die Symptome ähneln oft einer Räude und stellen für alte und geschwächte Tiere eine enorme Belastung dar. Als Besitzer können Sie hier mit verschiedenen Mitteln, auch natürlichen, dagegen vorgehen. Bei einem schlimmeren Fall ist jedoch der Tierarzt zurate zu ziehen.

Vorrangig ist immer das Abtöten der Krätzmilben, gefolgt von der Behandlung der Symptome und der Reinigung der Umgebung. Nur eine konsequente und umfassende Strategie führt zum Erfolg.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Um Ihnen die wichtigsten Informationen noch einmal kompakt zugänglich zu machen, haben wir hier die häufigsten Fragen rund um das Thema Krätzmilben zusammengefasst:

F: Können Krätzmilben Gänge in die menschliche Haut graben?
A: Ja, die weiblichen Krätzmilben graben mit ihren Mundwerkzeugen feine Gänge in die oberste Hautschicht, die Epidermis, um dort ihre Eier abzulegen. Dies ist ein Hauptmerkmal des Befalls und führt zum typischen Juckreiz.

Wie erkenne ich Krätzmilben?
Mit dem Dermatoskop (= Auflichtmikroskop), einem lupenähnlichen Gerät mit integrierter Beleuchtung, das auf die Haut aufgesetzt wird, sind die Krätzmilben eventuell erkennbar. Zusätzlich kann die Ärztin oder der Arzt mit einer feinen Nadel Material aus dem Gang holen und unter dem Mikroskop untersuchen.

F: Wie lange überleben Krätzmilben außerhalb des menschlichen Körpers?
A: Ohne einen Wirt sterben Krätzmilben in der Regel nach etwa zwei Tagen ab. Bei niedrigeren Temperaturen (unter 20°C) sind sie fast unbeweglich und unfähig zur Nahrungsaufnahme.

F: Was ist der Unterschied zwischen Krätzmilben und Räude?
A: Krätzmilben (Scabies) befallen primär den Menschen und graben Gänge in die Haut. Räude ist ein ähnlicher Milbenbefall bei Tieren (z.B. Hunde, Katzen). Tiermilben können zwar auf den Menschen übergehen und Symptome verursachen, graben aber in der Regel keine Gänge in die menschliche Haut, da der Mensch ein Fehlwirt ist.

F: Muss ein Krätzmilbenbefall gemeldet werden?
A: Ja, tritt ein Krätzmilbenbefall in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Pflegeheimen auf, muss dieser gemäß dem Infektionsschutzgesetz dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.

F: Reicht einfaches Waschen der Kleidung aus, um Krätzmilben loszuwerden?
A: Kleidung und Bettwäsche sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, um die Milben abzutöten. Für nicht waschbare Gegenstände empfiehlt sich das Einfrieren bei -18°C für mehrere Tage oder das luftdichte Verpacken für mindestens zwei Tage.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Krätzmilben keineswegs ausgerottet oder gar ausgestorben sind. Ganz im Gegenteil: Die bohrenden Schmarotzer vertiefen ihre Gänge durch Haut- und Hornschichten und richten anfangs oft unbemerkt ihr Unheil an. Sichtbar und spürbar werden die Folgen dann in Form von Furunkeln, Quaddeln, Blasen und großflächigen Rötungen, begleitet von einem oft unerträglichen Juckreiz. Doch Sie sind den Krätzmilben nicht schutzlos ausgeliefert. Es gibt wirksame Wege, dieser Plage entgegenzuwirken.

Wichtig ist immer ein umfassendes Vorgehen: Nicht nur die direkte Behandlung der betroffenen Personen mit geeigneten Präparaten ist entscheidend, sondern auch die gründliche Reinigung des gesamten Umfelds. Das bedeutet, nicht nur Sofakissen, Bettwäsche und Kleidung müssen bei hohen Temperaturen gewaschen oder anderweitig behandelt werden, sondern auch die Hundedecke und die Spielsachen aus Stoff, wenn Haustiere betroffen sind. Nur wer diese Regeln konsequent einhält und sich, seine Familie und gegebenenfalls das Haustier behandelt, kann beschwerdefrei leben und den Krätzmilben endgültig den Garaus machen. Seien Sie wachsam, handeln Sie schnell und konsequent, und Sie werden wieder ein parasitenfreies Zuhause genießen können.

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