Was ist der Unterschied zwischen einem Thermalbad und einem Bäder?

Fortyseven: Badens Thermalbad-Revolution

31/10/2022

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Inmitten der malerischen Landschaft an der Limmat, in der geschichtsträchtigen Stadt Baden, hat sich ein architektonisches Wunderwerk erhoben, das die Kurstadt in neuem Glanz erstrahlen lässt: das Thermalbad «Fortyseven». Nach Jahren der Vorbereitung und Überwindung zahlreicher Herausforderungen öffnet dieses Meisterwerk von Mario Botta seine Türen und lädt dazu ein, eine Oase der Ruhe und Heilung zu entdecken. Es ist mehr als nur ein Bad; es ist eine Hommage an die reiche Geschichte Badens als Bäderstadt und ein Versprechen für die Zukunft des Wohlbefindens. Treten Sie ein in eine Welt, wo heisses Schwefelwasser, elegante Architektur und beruhigende Klänge zu einem unvergleichlichen Erlebnis verschmelzen.

Wie heisst das neue Thermalbad in Baden?
Der Erbauer Mario Botta sagt: «Wir beleben das, was schon immer da war.» Fortyseven heisst das neue Thermalbad in Baden.
Inhaltsverzeichnis

Die Wiedergeburt einer Kurstadt: Fortyseven in Baden

Die Tristesse, die lange Zeit über dem Bäderquartier Baden lag, ist endgültig vorbei. Mit der Eröffnung des neuen Thermalbads «Fortyseven» knüpft Baden wieder an seine grosse Vergangenheit als bedeutender Kurort an. Der Name «Fortyseven» ist dabei kein Zufall: Bis zu 47 Grad heiss ist das schwefelhaltige Wasser, das aus den Tiefen der Erde sprudelt und die Becken dieser beeindruckenden Anlage speist. Für den renommierten Tessiner Architekten Mario Botta, der über 15 Jahre in die Realisierung dieses Projekts investiert hat, sind die sprudelnden Quellen ein «Geschenk des Himmels und der Erde». Sein visionäres Design haucht dem Areal neues Leben ein und schafft eine moderne Interpretation des traditionellen Bädererlebnisses. Das «Fortyseven» ist nicht nur ein Ort der Entspannung, sondern auch ein Symbol für den Mut und den Elan, der nötig war, um dieses komplexe Vorhaben zu verwirklichen und Baden wieder zu einer strahlenden Kurstadt zu machen.

Mario Bottas Meisterwerk: Architektur, die begeistert

Schon von Weitem beeindruckt das «Fortyseven» durch seine markante Architektur. Obwohl Kritiker die 160 Meter lange Therme anfangs als «Festungsanlage» bemängelten, offenbart sich beim näheren Betreten die wahre Genialität Bottas. Der Bau aus ockerfarbenem Naturstein fügt sich harmonisch in die Umgebung ein, und seine grosse architektonische Geste bezieht sich auf die Limmat. Besonders auffällig sind die vier in den Himmel ragenden «Finger» mit ihren grosszügigen Fensterfronten, die einen unvergleichlichen Blick auf den Fluss und die umliegende Landschaft ermöglichen. Der Haupteingang, unspektakulär auf der Rückseite gelegen, führt die Besucher zunächst in ein öffentliches Restaurant, von wo aus sich durch Glasscheiben bereits erste Blicke auf die lichtdurchflutete Bäderlandschaft eröffnen. Vorbei am edlen Empfangsdesk gelangt man durch die Garderobe auf die sogenannte «Piazza». Diesen kapellenartigen Raum, aus dessen Boden Thermalwasser sprudelt, sieht Mario Botta als einen Ort des Übergangs: «Die Badegäste werden in der Garderobe ihre Kleider ablegen und alles, was sie im Alltag beschäftigt, hinter sich lassen.» Es ist ein Raum, der Körper und Geist auf das kommende Badeerlebnis einstimmt und die Philosophie des Ganzen widerspiegelt: Körperpflege ist Seelenpflege.

Einzigartiges Badeerlebnis: Heilkraft und Entspannung im Fortyseven

Im «Fortyseven» steht die reine Heilkraft des Badener Thermalwassers im Vordergrund. Es ist das mineralreichste der Schweiz und bietet ein Badeerlebnis, das weit über das eines gewöhnlichen Spassbades hinausgeht. Hier gibt es keine Sprungbretter oder lauten Rutschen; stattdessen konzentriert man sich vollumfänglich auf Entspannung und Wohlergehen, auf Wellness, die dem modernen Zeitgeist entspricht. Auf einem ziegelroten Keramikboden bewegen sich die Besucher zu acht sprudelnden Becken, elf Saunen, verschiedenen Ruhezonen und sogar einem Glasraum mit echtem Schnee, um heisse Füsse zu kühlen. Warme Farbtöne und helles Holz dominieren das Interieur und schaffen eine beruhigende Atmosphäre. Ein besonderes Highlight sind die audiovisuellen Erlebniswelten, die zur «Wellness-Therme Fortyseven» gehören. Wer sich im Solebad vom Salzwasser tragen lässt oder auf einer vibrierenden Liegemuschel entspannt, sieht an der Decke einen Videoclip vorbeiziehen, untermalt von eigens komponierter Musik. Den Sound dafür hat Boris Blank vom legendären Musikerduo Yello konzipiert – ein weiteres Detail, das das «Fortyseven» zu einem Ort der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung macht. Draussen dampft ein Warmwasserbecken direkt an der Kante zur Limmat, umgeben von einer grossen Wiese, während das Rauschen des Flusses das Erlebnis komplettiert. Innen und Aussen gehen nahtlos ineinander über, und die Landschaft spiegelt sich durch die Oberlichter und Glasfronten in den Bassins wider.

Eine Reise durch die Zeit: Badens reiche Thermalgeschichte

Die Geschichte Badens als Kurort reicht 2000 Jahre zurück, als die Römer mit ihren Quellfassungen den Grundstein für die heutige Bäderkultur legten. Sie nannten die Thermen und die Siedlung «Aquae Helveticae», und archäologische Untersuchungen zeigen, dass die Anlagen denen in anderen grossen römischen Thermalkurorten in nichts nachstanden. Im Mittelalter stieg Baden zu einem der bedeutendsten Thermalkurorte nördlich der Alpen auf. Ab dem 15. Jahrhundert hielten die Eidgenossen hier sogar ihre Tagsatzungen ab, angezogen von den heilenden Bädern. Die klassische Kur dauerte damals sechs bis acht Wochen und war ein aufwendiges Ritual, das von Aderlass bis zum «Badeausschlag» reichte. Ein faszinierendes Zeugnis dieser Zeit ist das etwa um 1300 entstandene Kesselbad des herrschaftlichen Gasthofs Hinterhof. Bei den Grabungen vor dem Bau des «Fortyseven» stiess die Aargauer Kantonsarchäologie auf dieses mittelalterliche Bad. Im Unterschied zu den meisten anderen Fundstücken ist das Kesselbad nicht wieder in der Erde verschwunden, sondern kann heute durch eine Scheibe im Untergeschoss des «Fortyseven» besichtigt werden – eine einzigartige Verbindung von Geschichte und Moderne.

Ab dem 17. Jahrhundert verzeichnete Baden, wie andere europäische Thermalkurorte, einen Rückgang der Besucherzahlen, auch bedingt durch den schlechten Ruf öffentlicher Badehäuser wegen übertragbarer Krankheiten. Erst mit der modernen Medizin Anfang des 19. Jahrhunderts begann eine neue Blütezeit. Die nach sozialen Schichten getrennten öffentlichen Bäder verschwanden, und Hotels mit eigenen Wasserbassins entstanden, darunter der «Verenahof» neben der heutigen Therme. Gäste kamen aus ganz Europa und Übersee, sogar im Winter dank Zentralheizungen. Der mittelalterliche Gasthof Hinterhof wurde abgerissen, und an seiner Stelle entstand 1876 das Grand Hôtel Baden, ein Novum in der Schweiz mit Fahrstühlen zu den Einzelbädern. Der Erste Weltkrieg besiegelte jedoch das abrupte Ende des Bädertourismus. Baden, einst ein international gefragter Kurort, sank in Bedeutungslosigkeit. Das Grand-Hotel wurde 1944 gesprengt. Ziemlich genau auf diesem historischen Grund steht nun Mario Bottas Bad, volumenmässig dreimal kleiner als das einstige Flaggschiff, aber technisch weit überlegen. Täglich wälzt die Therme 456'000 Liter Wasser aus 14 Quellen um, wobei nur ein Sechstel für das Bad selbst genutzt wird und fünf Sechstel der Energieversorgung des Gebäudes dienen. Mario Botta fasst es zusammen: «Die Therme schafft Bezüge zum Ursprung der Welt.»

Der lange Weg zum Triumph: Herausforderungen und die Vision der Stiftung

Der Weg zur Wiederbelebung des Bäderquartiers war lang und steinig. Nachdem das letzte öffentliche Bad in Ennetbaden 1869 verschwunden war und das grösste Thermalbad der Schweiz von Otto Glaus 1964 in Betrieb genommen wurde, vernachlässigte die damalige Besitzerin, die Verenahof AG, die Anlage und auch das Hotel Verenahof. Das Bad stellte 2012 seinen Betrieb ein, und das Hotel war bereits zehn Jahre zuvor geschlossen worden. Jahrelange Tristesse und unzählige gescheiterte Wiederbelebungsversuche prägten das einst noble Quartier. Die Wende schien sich 2006 abzuzeichnen, als eine Investorengruppe unter Benno Zehnder die Mehrheit der Aktien der Verenahof AG übernahm. Ein Jahr später gewann Mario Botta den Studienauftrag. Doch es folgte ein langes Tauziehen zwischen Denkmalpflege und Projektentwicklern, die sich über die baulichen Eingriffe uneinig waren. Die Fronten waren verhärtet, Mario Botta drohte mit Ausstieg, und die Credit Suisse zog sich als Geldgeberin zurück. In dieser verfahrenen Situation erklärte sich die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden bereit, das Projekt mitzufinanzieren. Das Konzept wurde überarbeitet, und die Behörden gaben schliesslich grünes Licht für das neue Bad sowie ein Wohn- und Ärztehaus. Letzteres ist bereits realisiert, und der «Verenahof» wird momentan restauriert. Die Stiftung plant dort eine Präventions- und Rehabilitationsklinik mit hochstehender Gastronomie. Das Bäderquartier erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Die 180 Millionen Franken teure Therme, die jährlich 300'000 Besucher anlocken soll, stärkt das Bewusstsein für die grosse historische Vergangenheit. Der Verein Bagni Popolari hat zudem zwei «heisse Brunnen» initiiert, die an der neu gestalteten Limmatpromenade dampfen und die Öffentlichkeit gratis zum Bade einladen. Nicht weit entfernt sprudelt hinter einer Glasscheibe die Limmatquelle aus dem Boden, und auf dem Kurplatz markiert der «Grosse Heisse Stein» die Hauptquelle des ganzen Gebiets.

Thermalbad vs. Normales Bad: Was macht den Unterschied?

Oft wird gefragt, was ein Thermalbad von einem gewöhnlichen Schwimmbad unterscheidet. Der Hauptunterschied liegt in der Herkunft und den Eigenschaften des Wassers. Ein Thermalbad, wie das «Fortyseven» in Baden oder die Bäder in Bad Zurzach, speist sich aus natürlichen Quellen, die aus grosser Tiefe mineralreiches Wasser an die Oberfläche befördern. Dieses Wasser ist von Natur aus warm und enthält je nach Quelle unterschiedliche Mineralien und Spurenelemente, die therapeutische Wirkungen haben können. Im Falle des «Fortyseven» ist es schwefelhaltiges Wasser mit bis zu 47°C, das für seine heilenden Eigenschaften bekannt ist. In Bad Zurzach wurde 1914 zufällig eine 38°C warme Quelle in 416 Metern Tiefe entdeckt, und 1955 schoss eine 40°C warme Quelle aus 429,6 Metern Tiefe empor. Diese natürlichen Gegebenheiten bildeten die Grundlage für die Entwicklung zu einem Kurort und die Gründung der «gemeinnützigen Stiftung für Zurzacher Kuranlagen», die sich auf den medizinischen Bereich konzentriert und die Rheuma- und Rehabilitationsklinik als Hauptwerk betreibt. Normale Schwimmbäder hingegen verwenden in der Regel Leitungswasser, das chemisch aufbereitet und gegebenenfalls beheizt wird. Ihr Fokus liegt auf Sport, Spass und Erfrischung, nicht auf medizinischer oder therapeutischer Wirkung. Thermalbäder bieten oft zusätzliche Einrichtungen wie Saunen, Dampfbäder, Ruheräume und spezielle Behandlungen, die auf Entspannung und Gesundheit ausgerichtet sind. Hier eine vergleichende Übersicht:

MerkmalThermalbad (z.B. Fortyseven)Normales Schwimmbad
WasserherkunftNatürliche, mineralreiche QuelleLeitungswasser, aufbereitet
WassertemperaturNatürlich warm (oft 30-47°C)Variabel, oft kühler, künstlich beheizt
HeilwirkungJa, durch Mineralien/SpurenelementeNein
FokusEntspannung, Gesundheit, Therapie, KurSport, Spass, Erfrischung
AusstattungSaunen, Ruheräume, Solebäder, TherapienSprungbretter, Rutschen, Sportbecken
AtmosphäreRuhig, erholsam, heilsamLebhaft, aktiv, sportlich

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Fortyseven

1. Wie heisst das neue Thermalbad in Baden?

Das neue Thermalbad in Baden heisst «Fortyseven».

2. Wer hat das «Fortyseven» entworfen?

Das Thermalbad «Fortyseven» wurde vom weltbekannten Tessiner Architekten Mario Botta entworfen.

Wie heisst das neue Thermalbad in Baden?
Der Erbauer Mario Botta sagt: «Wir beleben das, was schon immer da war.» Fortyseven heisst das neue Thermalbad in Baden.

3. Warum heisst das Thermalbad «Fortyseven»?

Der Name «Fortyseven» leitet sich von der maximalen Temperatur des Schwefelwassers ab, das in die Bäderlandschaft gepumpt wird und bis zu 47 Grad Celsius heiss ist.

4. Welche besonderen Merkmale bietet das «Fortyseven»?

Das «Fortyseven» verfügt über acht Becken, elf Saunen, einen Wintergarten, baumelnde Korbsessel, ein Solebad, vibrierende Liegemuscheln mit audiovisuellen Erlebnissen (Sound von Boris Blank), und einen Glasraum mit Schnee zur Abkühlung. Es legt Wert auf die heilende Wirkung des Wassers und bietet keine Spassbäder oder Sprungbretter.

5. Kann man im «Fortyseven» auch historische Stätten besichtigen?

Ja, im Untergeschoss des «Fortyseven» kann durch eine Scheibe das mittelalterliche Kesselbad besichtigt werden, das bei archäologischen Grabungen entdeckt wurde. Es ist ein direktes Zeugnis der reichen Bädergeschichte Badens.

6. Ist das Badener Thermalwasser besonders?

Ja, das Badener Thermalwasser ist das mineralreichste der Schweiz und bekannt für seine heilenden Eigenschaften, insbesondere aufgrund seines Schwefelgehalts.

7. Welche Rolle spielt die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden beim Projekt «Fortyseven»?

Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden hat das Projekt mitfinanziert und spielt eine zentrale Rolle bei der Wiederbelebung des Bäderquartiers. Sie plant auch eine Präventions- und Rehabilitationsklinik im restaurierten «Verenahof».

Wir hoffen, dieser Artikel hat Ihnen einen umfassenden Einblick in das faszinierende «Fortyseven» und die reiche Geschichte Badens gegeben. Tauchen Sie ein und erleben Sie selbst die tiefe Entspannung und heilende Kraft dieses einzigartigen Ortes.

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