06/06/2023
Steißbeinschmerzen, in der medizinischen Fachsprache als Kokzygodynie bekannt, sind eine oft unterschätzte, aber äußerst quälende Beschwerde, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen kann. Obwohl sie selten sind und nur etwa ein Prozent der Bevölkerung betreffen, leiden Frauen deutlich häufiger darunter als Männer. Das Steißbein, der unterste Teil unserer Wirbelsäule und ein Überbleibsel eines evolutionär zurückgebildeten Schwanzes, ist der Ansatzpunkt für wichtige Bänder und Muskeln des Beckenbodens. Wenn dieser kleine, aber zentrale Knochen schmerzt, kann das Sitzen, Aufstehen, ja sogar der Stuhlgang oder der Geschlechtsverkehr zu einer schmerzhaften Herausforderung werden. Die Schmerzen können stechend, ziehend oder anhaltend sein und bis in umliegende Regionen wie Hüfte, Lendenwirbelsäule oder Analbereich ausstrahlen. Manchmal halten sie nur wenige Tage an, in anderen Fällen jedoch Wochen oder sogar Monate und können chronisch werden. Es ist von entscheidender Bedeutung, die genaue Ursache dieser Beschwerden abklären zu lassen, um eine gezielte und effektive Behandlung zu ermöglichen.

- Was steckt hinter Steißbeinschmerzen? Vielfältige Ursachen im Fokus
- Traumatische Ereignisse: Wenn ein Sturz Spuren hinterlässt
- Langes Sitzen: Der moderne Fluch des Schreibtischalltags
- Schwangerschaft und Geburt: Besondere Belastungen für Frauen
- Menstruationszyklus: Hormonelle Einflüsse
- Degenerative Veränderungen und Entzündungen
- Muskel- und Bandverletzungen: Einzug im Beckenboden
- Weitere Ursachen im Überblick
- Symptome: Wie äußern sich Steißbeinschmerzen?
- Behandlung von Steißbeinschmerzen: Wege zur Linderung
- Häufig gestellte Fragen zu Steißbeinschmerzen
Was steckt hinter Steißbeinschmerzen? Vielfältige Ursachen im Fokus
Die Gründe für Steißbeinschmerzen sind so vielfältig wie das Leben selbst. Sie reichen von akuten Verletzungen bis hin zu chronischen Belastungen oder tiefer liegenden medizinischen Zuständen. Das Verständnis der Ursache ist der erste Schritt zur Linderung.
Traumatische Ereignisse: Wenn ein Sturz Spuren hinterlässt
Eine der häufigsten Ursachen für akute Steißbeinschmerzen ist ein direkter Sturz auf das Gesäß. Dabei kann das Steißbein geprellt, verschoben oder sogar gebrochen werden. Solche Verletzungen führen oft zu intensiven, stechenden Schmerzen, die sich beim Sitzen oder Aufstehen verstärken. Manchmal treten die Beschwerden auch erst Jahre nach einem Unfall auf. Eine klinische Untersuchung, oft ergänzt durch Röntgenaufnahmen, liefert hier Aufschluss.
In unserer sitzenden Gesellschaft ist langes Verweilen, insbesondere auf harten oder ungepolsterten Oberflächen, eine häufige Ursache für Steißbeinschmerzen. Der ständige Druck belastet das Steißbein übermäßig. Eine ungünstige Sitzhaltung oder Übergewicht können diese Belastung noch verstärken. Regelmäßige Pausen und ergonomische Sitzlösungen sind hier essenziell.
Schwangerschaft und Geburt: Besondere Belastungen für Frauen
Frauen sind aufgrund hormoneller und körperlicher Veränderungen während der Schwangerschaft und nach der Geburt besonders anfällig für Steißbeinschmerzen. Das Hormon Relaxin lockert Bänder und Gelenke im Becken, was das Steißbein destabilisieren kann. Das zunehmende Gewicht des Babys und der Druck während der Geburt können das Steißbein reizen, verschieben oder sogar verletzen. Diese Schmerzen verschwinden oft von selbst, können aber auch gezielt behandelt werden.
Menstruationszyklus: Hormonelle Einflüsse
Auch während der Periode können Steißbeinschmerzen auftreten. Kontraktionen der Gebärmutter und umliegender Muskeln können Schmerzen hervorrufen, die in den unteren Rücken und das Steißbein ausstrahlen. Eine verstärkte Durchblutung in der Beckenregion kann den Druck auf Nerven und Gewebe zusätzlich erhöhen.

Degenerative Veränderungen und Entzündungen
Mit zunehmendem Alter können Verschleißerscheinungen an Bändern, Gelenken oder Knorpelstrukturen rund um das Steißbein Schmerzen verursachen. Entzündungen, sei es durch Infektionen wie eine Steißbeinfistel (Sinus Pilonidalis) oder rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew, können ebenfalls starke Schmerzen auslösen. Bei bakteriellen Infektionen, wie der Osteomyelitis, ist oft eine Antibiotikatherapie notwendig.
Muskel- und Bandverletzungen: Einzug im Beckenboden
Das Steißbein ist eng mit der Beckenbodenmuskulatur und anderen umliegenden Muskeln und Bändern verbunden. Überlastungen, Verspannungen oder muskuläre Dysbalancen in diesem Bereich, beispielsweise durch Sportverletzungen oder Fehlhaltungen, können Schmerzen hervorrufen. Insbesondere der Piriformis-Muskel kann bei Verspannung auf Nerven drücken und Schmerzen im Steißbeinbereich auslösen.
Weitere Ursachen im Überblick
- Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule: Kann durch Nervenreizungen Schmerzen ins Steißbein ausstrahlen lassen.
- Steißbeinfistel (Pilonidalzyste): Einwachsen von Haaren im Bereich des Steißbeins, kann zu Entzündungen und Schmerzen führen.
- Tumore: In seltenen Fällen können Tumore im Bereich des Steißbeins oder Metastasen anderer Tumore Schmerzen verursachen.
- Chronische Verstopfung: Der Druck beim Stuhlgang kann das Steißbein belasten.
- Psychosomatische Erkrankungen: Wenn keine körperliche Ursache gefunden wird, können seelische Belastungen eine Rolle spielen.
Symptome: Wie äußern sich Steißbeinschmerzen?
Steißbeinschmerzen manifestieren sich auf vielfältige Weise, die jedoch oft typische Muster aufweisen. Das Hauptmerkmal ist ein Schmerz am untersten Ende der Wirbelsäule, der sich durch bestimmte Aktivitäten oder Positionen verstärkt:
- Schmerzen beim Sitzen: Dies ist das häufigste und oft am stärksten beeinträchtigende Symptom. Besonders auf harten oder unbequemen Oberflächen verschlimmern sich die Schmerzen erheblich. Langes Sitzen kann unerträglich werden.
- Schmerzen beim Aufstehen: Der Übergang vom Sitzen zum Stehen ist oft von einem intensiven Schmerz begleitet, der erst nach einigen Schritten nachlassen kann.
- Druckempfindlichkeit: Das Steißbein ist oft sehr druckempfindlich. Schon leichter Druck, wie das Anlehnen an eine harte Fläche, kann Schmerzen verursachen.
- Schmerzen bei bestimmten Bewegungen: Bücken, längeres Gehen oder Sport können die Beschwerden verstärken.
- Ausstrahlung in andere Bereiche: Die Schmerzen können in die Beine, den unteren Rücken, die Hüfte, den Analbereich oder den Genitalbereich ausstrahlen.
- Beschwerden beim Stuhlgang oder Wasserlassen: In einigen Fällen können Steißbeinschmerzen auch mit Problemen beim Ausscheiden einhergehen.
- Begleitsymptome bei Entzündungen: Bei entzündlichen Ursachen können Schwellungen, Rötungen oder ein Wärmegefühl im Bereich des Steißbeins auftreten.
Behandlung von Steißbeinschmerzen: Wege zur Linderung
Die Therapie der Kokzygodynie ist stark von der zugrundeliegenden Ursache abhängig. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden jedoch gut mit konservativen Maßnahmen behandeln. Eine frühzeitige Diagnose und ein individueller Behandlungsplan sind entscheidend.
Konservative Maßnahmen: Erste Hilfe und langfristige Strategien
Die meisten Steißbeinschmerzen können ohne Operation behandelt werden. Hier sind die gängigsten Ansätze:
1. Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Medikamente: Bei akuten Schmerzen kommen oft nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Diese können oral eingenommen oder als Salbe/Gel topisch angewendet werden. Eine regelmäßige Einnahme sollte jedoch stets ärztlich überwacht werden.
- Infiltrationen: Bei starken oder chronischen Schmerzen kann der Arzt örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) oder entzündungshemmende Medikamente (Glukokortikoide/Cortison) direkt in den schmerzenden Bereich spritzen.
- Wärme oder Kälte: Bei muskulären Verspannungen hilft oft Wärme (z.B. warme Bäder, Wärmflaschen). Bei akuten Prellungen oder Entzündungen ist Kälte (Kühlpacks) indiziert, um Schwellungen und Blutergüsse zu reduzieren.
- Pflanzliche Mittel: Äußerlich angewandte Salben mit Arnika, Campher, Pfefferminz- oder Kiefernadelöl können kühlend und durchblutungsfördernd wirken. Chili-haltige Salben mit Capsaicin können Schmerzrezeptoren ermüden und so Schmerzen lindern.
2. Entlastung und Schonung des Steißbeins
- Sitzhilfen: Ein speziell geformter Sitzring, ein muldenförmiges Kissen oder weiche Sitzkeile können den Druck auf das Steißbein beim Sitzen nehmen, indem sie das Gewicht auf die Oberschenkel und das Gesäß verlagern. Dies ist besonders hilfreich bei traumatisch bedingten Schmerzen oder bei Problemen durch langes Sitzen.
- Bettruhe: In akuten Phasen kann kurzzeitige Bettruhe die Heilung fördern.
- Positionswechsel: Regelmäßiges Aufstehen und Bewegen, besonders bei sitzender Tätigkeit, entlastet die Region.
3. Physiotherapie und Bewegung
Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Steißbeinschmerzen. Ein gut geschulter Physiotherapeut kann die Ursache der Beschwerden analysieren und gezielte Übungen anleiten:
- Beckenbodentraining: Stärkung der Beckenbodenmuskulatur, die direkt mit dem Steißbein verbunden ist.
- Dehn- und Kräftigungsübungen: Für Gesäß-, Rumpf- und untere Rückenmuskulatur zur Verbesserung der Stabilität und Lösung von Verspannungen.
- Manuelle Therapie: Spezielle Techniken zur Mobilisierung des Steißbeins und zur Lösung von Verklebungen oder Blockaden.
- Entspannungstechniken: Bei muskulären Verspannungen im Gesäßbereich können warme Bäder und Massagen helfen.
4. Alternative und ergänzende Therapien
- Akupunktur: Kann Schmerzen lindern und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.
- Osteopathie: Eine ganzheitliche Therapie, die Blockaden im Körper löst und die Selbstheilung fördert.
- Yoga, Tai-Chi, Meditation: Können zur Entspannung der Muskulatur beitragen und das Schmerzempfinden positiv beeinflussen.
- Tapen: Besonders hilfreich, wenn muskuläre Dysbalancen, etwa in der Gesäßmuskulatur, die Ursache sind. Das elastische Kinesiotape unterstützt die Muskulatur und kann Nerven entlasten.
- Psychotherapie: Wenn keine eindeutige körperliche Ursache gefunden werden kann oder die Schmerzen chronisch werden und mit psychischen Belastungen einhergehen, kann eine psychotherapeutische Begleitung hilfreich sein.
Operative Maßnahmen: Der letzte Ausweg
Wenn konservative Maßnahmen über einen längeren Zeitraum (mehr als 3 Monate) keine Besserung bringen und die Schmerzen extrem sind, kann eine chirurgische Entfernung (Resektion) von Knochenteilen oder des gesamten Steißbeins (Kokzygektomie) in Betracht gezogen werden. Diese Operation zeigt gute Erfolgsraten (80-90% Schmerzlinderung), sollte aber aufgrund des langwierigen Heilungsprozesses und möglicher Narbenschmerzen nur als letzter Ausweg gewählt werden.
Behandlungsübersicht nach Ursache:
| Ursache | Typische Symptome | Empfohlene Behandlungen |
|---|---|---|
| Sturz/Prellung | Akute, stechende Schmerzen, verstärkt beim Sitzen; oft Bluterguss | Kühlen, Schmerzmittel (oral/topisch), Sitzring, Schonung |
| Langes Sitzen | Schmerzen beim Sitzen, besonders auf harten Flächen; Besserung beim Stehen/Gehen | Sitzring/Kissen, ergonomische Haltung, regelmäßige Pausen, Physiotherapie |
| Schwangerschaft/Geburt | Schmerzen durch hormonelle Lockerung/Druck des Kindes/Geburtsbelastung | Sitzring/Keilkissen, Wärme, Physiotherapie (Beckenboden), sanfte Bewegung |
| Muskelverspannungen | Ziehende Schmerzen, oft ausstrahlend, bei Bewegung/Druck verstärkt | Wärme, Massagen, Physiotherapie (Dehnung/Kräftigung), Akupunktur, Tapen |
| Entzündungen (Fistel, Arthritis) | Anhaltende Schmerzen, Rötung, Schwellung, Wärmegefühl | Medikamente (entzündungshemmend, Antibiotika), ggf. chirurgische Sanierung (Fistel) |
| Bandscheibenvorfall (LWS) | Ausstrahlende Schmerzen ins Steißbein, oft mit neurologischen Symptomen | Ruhe, Physiotherapie, Wärme, manuelle Therapie, Schmerzmittel, ggf. Operation |
Häufig gestellte Fragen zu Steißbeinschmerzen
Wann sollte man mit Steißbeinschmerzen zum Arzt?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Schmerzen ohne erkennbare Ursache auftreten, sehr stark sind oder länger als 6 Wochen anhalten. Auch nach einem Unfall oder bei Begleitsymptomen wie Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Inkontinenz ist eine sofortige ärztliche Abklärung notwendig. Eine genaue Untersuchung ist wichtig, um zugrundeliegende Probleme wie Verletzungen, Entzündungen oder andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Welcher Arzt behandelt Steißbeinschmerzen?
Die erste Anlaufstelle ist in der Regel Ihr Hausarzt. Dieser kann eine erste Einschätzung vornehmen und Sie bei Bedarf an einen Spezialisten überweisen. Je nach Ursache können verschiedene Fachärzte involviert sein, darunter Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurologen, Proktologen oder Gynäkologen. Diese Fachärzte können durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT die genaue Ursache feststellen und eine passende Therapie empfehlen.
Was sind die Ursachen für Steißbeinschmerzen beim Liegen?
Steißbeinschmerzen beim Liegen können häufig durch eine ungeeignete Matratze verursacht werden, die das Steißbein ungleichmäßig belastet. Dies ist besonders der Fall, wenn die Wirbelsäule nicht optimal gestützt wird. Rückenlage kann die Beschwerden verstärken. Auch Verspannungen im unteren Rücken, die sich nachts bemerkbar machen, oder eine ungünstige Körperhaltung und Übergewicht können eine Rolle spielen. Seltenere Ursachen sind Schleimbeutelentzündungen, Bandscheibenvorfälle, Pilonidalzysten oder ein eingeklemmter Ischiasnerv, dessen Schmerz ins Steißbein ausstrahlt. Das Schlafen auf der Seite mit einem Kissen zwischen den Beinen kann hier entlastend wirken.
Wodurch kommt es zu Steißbeinschmerzen beim Laufen?
Eine ungünstige Körperhaltung beim Gehen oder Laufen kann das Becken und das Steißbein ungleichmäßig belasten. Bei Joggern können eine falsche Lauftechnik oder ungeeignetes Schuhwerk zu Fehlbelastungen führen. Verspannungen und muskuläre Ungleichgewichte, besonders im Beckenboden, Gesäß und unteren Rücken, sind häufige Verursacher, da diese Strukturen eng mit dem Steißbein verbunden sind. Bei Frauen können Schwangerschaft oder Geburt zu einer Lockerung der Bänder im Beckenbereich führen, was das Steißbein instabil macht und beim Laufen Schmerzen verursachen kann. Eine aufrechte Haltung und gezielte Übungen für die Rumpf- und Beckenbodenmuskulatur können helfen.
Welche Ursachen haben Steißbeinschmerzen beim Bücken?
Steißbeinschmerzen beim Bücken können durch eine verkürzte oder verspannte Gesäß- und Rückenmuskulatur entstehen, die das Becken in eine ungesunde Position zieht. Auch Verspannungen oder Überlastungen der Beckenbodenmuskulatur, die mit dem Steißbein verbunden ist, spielen eine Rolle. Eine falsche Bückhaltung, bei der der Rücken zu stark gekrümmt wird, oder Übergewicht können das Steißbein unnötig belasten. Bei Frauen können Schwangerschaft oder Geburt, die die Bänder im Beckenbereich lockern, ebenfalls Schmerzen beim Bücken verursachen. Es ist wichtig, aus den Knien zu bücken und regelmäßiges Dehnen der Gesäß- und unteren Rückenmuskulatur durchzuführen.
Warum treten Steißbeinschmerzen beim Fahrradfahren auf?
Fahrradfahren kann das Steißbein stark belasten, besonders bei einem zu harten oder zu schmalen Sattel oder starken Vibrationen. Ein nicht ergonomisch geformter Sattel verteilt das Körpergewicht ungünstig, wodurch das Steißbein statt der Sitzknochen stärker belastet wird. Auch eine falsche Sattelhöhe kann eine unnatürliche Beckenkippung erzwingen. Eine aufrechte Sitzposition, wie sie bei Cityrädern üblich ist, übt oft mehr Druck auf das Steißbein aus als eine leicht nach vorne geneigte Haltung. Ergonomische Sättel mit Aussparungen oder Gelpolsterung können hier Abhilfe schaffen.

Was sind die Ursachen für Steißbeinschmerzen nach dem Sport?
Steißbeinschmerzen nach dem Sport sind oft auf falsche Bewegungsmuster, eine schlechte Körperhaltung oder eine übermäßige Belastung der Beckenmuskulatur zurückzuführen. Ungeeignetes Equipment (z.B. Fahrradsattel, Rudergerätesitz) oder schlechtes Schuhwerk ohne ausreichende Dämpfung erhöhen die Belastung auf Wirbelsäule und Steißbein. Bestimmte Sportarten wie Reiten, Radfahren oder Laufen auf hartem Untergrund können das Risiko erhöhen. Bei akuten Verletzungen hilft Kühlung, während Wärme verspannte Muskeln entspannt.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Steißbeinschmerzen und Darmkrebs?
Darmkrebs selbst verursacht in der Regel keine direkten Steißbeinschmerzen. Allerdings kann es unter bestimmten Umständen zu Beschwerden im unteren Rücken- oder Beckenbereich kommen. Wenn ein Tumor im Enddarm wächst, drückt er möglicherweise auf das Steißbein, das Kreuzbein oder die umliegenden Nerven und löst so Schmerzen aus. In fortgeschrittenen Stadien kann sich Darmkrebs auch auf Knochen oder das Nervensystem ausbreiten und dort Schmerzen verursachen. Auch Metastasen in der Beckenregion können Druck auf Nerven im Bereich der unteren Wirbelsäule ausüben.
Haben Frauen häufiger Steißbeinschmerzen als Männer?
Ja, Frauen leiden etwa 5-mal häufiger unter Steißbeinschmerzen als Männer. Dies liegt an mehreren Faktoren: Das weibliche Becken ist breiter und das Steißbein stärker nach hinten geneigt, wodurch es anfälliger für Druckbelastungen ist. Die Bänder und Gelenke rund um das Steißbein sind bei Frauen flexibler, was das Risiko für Instabilitäten erhöht. Zudem sind Beckenbodenprobleme bei Frauen häufiger, und Muskelverspannungen im Beckenboden oder unteren Rücken können Zug auf das Steißbein ausüben. Hormonelle Schwankungen, z.B. während der Periode, können das Schmerzempfinden im Beckenbereich zusätzlich verstärken.
Wie lange dauern Steißbeinschmerzen?
Die Dauer von Steißbeinschmerzen variiert stark und hängt von der zugrundeliegenden Ursache ab. Schmerzen durch langes Sitzen oder ungewohnte Belastung klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Eine Steißbeinprellung nach einem Sturz kann 4 bis 8 Wochen dauern, bis sie ausgeheilt ist, während ein Bruch sogar 3 Monate oder länger in Anspruch nehmen kann. Chronische Schmerzen können Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten, wenn die Ursache nicht behoben wird.
Steißbeinschmerzen können den Alltag erheblich einschränken, doch die gute Nachricht ist, dass die meisten Fälle mit konservativen Methoden erfolgreich behandelt werden können. Eine genaue Diagnose der Ursache ist der Schlüssel zu einer effektiven Therapie und zur Wiederherstellung Ihrer Lebensqualität. Zögern Sie nicht, bei anhaltenden Beschwerden professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um den Weg zu einem schmerzfreien Leben zu ebnen.
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