Was tun bei einer Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutelentzündung: Ursachen, Heilung & Prävention

04/11/2023

Rating: 4.11 (4408 votes)

Schmerzen in Schulter, Knie oder Ellenbogen, die bei jeder Bewegung brennen oder knirschen? Oft steckt dahinter eine Entzündung der Schleimbeutel, medizinisch als Bursitis bezeichnet. Diese kleinen, unscheinbaren Polster im Körper spielen eine entscheidende Rolle für unsere Beweglichkeit und schützen Gelenke vor Reibung und Druck. Doch wenn sie sich entzünden, können sie das tägliche Leben erheblich einschränken. Dieser Artikel beleuchtet umfassend, was eine Schleimbeutelentzündung ist, wie sie entsteht, welche Symptome sie verursacht und welche Behandlungsmöglichkeiten – von der Schulmedizin bis zur Naturheilkunde – Ihnen helfen können, schnell wieder auf die Beine zu kommen und zukünftigen Entzündungen vorzubeugen.

Was tun bei einer Schleimbeutelentzündung?
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Schleimbeutelentzündung in Frage kommen. Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schleimbeutel und warum entzündet er sich?

Stellen Sie sich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Kissen vor, die in Ihrem Körper an besonders beanspruchten Stellen sitzen. Genau das sind Schleimbeutel, auch Bursae genannt. Ihre Hauptaufgabe ist es, als Puffer zu fungieren und die Reibung sowie den Druck zwischen Knochen und Haut, Sehnen und Knochen oder Bändern und Knochen zu minimieren. Sie ermöglichen ein reibungsloses Gleiten der Gewebe bei jeder Bewegung. Besonders prominente und daher oft betroffene Schleimbeutel finden sich am Ellenbogen, im Schulterbereich, am Knie und an der Hüfte.

Eine Entzündung eines Schleimbeutels, die Bursitis, tritt auf, wenn diese schützenden Polster überbeansprucht, verletzt oder infiziert werden. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Überlastung und dauerhafte Reizung: Dies ist der häufigste Auslöser. Aktivitäten, die wiederholte, gleichförmige Bewegungen oder anhaltenden Druck auf ein Gelenk ausüben, können die Schleimbeutel überfordern. Beispiele sind Fliesenleger, die viel auf den Knien arbeiten, Sportler (insbesondere Läufer, Fußballer, Ringer) oder Personen, die lange am Schreibtisch mit aufgestützten Ellenbogen sitzen.
  • Infektionen: Bakterien können in einen Schleimbeutel gelangen, oft durch eine Schürfwunde oder einen Riss in der Haut über dem Schleimbeutel. Dies führt zu einer infektiösen Bursitis, die sich meist sehr akut und mit stärkeren Begleitsymptomen äußert.
  • Verletzungen: Direkte Stöße, Stürze oder wiederholte Mikrotraumata auf die gleiche Körperstelle können zu einer Entzündung führen.
  • Grunderkrankungen: Bestimmte systemische Erkrankungen können ebenfalls eine Bursitis auslösen. Dazu gehören rheumatoide Arthritis (Polyarthritis) oder Gicht. Bei Gicht lagern sich Harnsäurekristalle im Schleimbeutel ab und verursachen eine Entzündungsreaktion.

Je nach Dauer und Ursache kann eine Bursitis akut auftreten, also plötzlich und heftig, oder sich chronisch entwickeln, wobei die Beschwerden schleichend beginnen und immer wieder aufflammen können.

Symptome einer Schleimbeutelentzündung: Wann Sie aufmerksam werden sollten

Die Symptome einer Schleimbeutelentzündung können je nach Schweregrad und betroffenem Bereich variieren, zeigen aber oft eine typische Abfolge. Zu Beginn bemerken viele Betroffene lediglich ein reibendes oder brennendes Gefühl während der Bewegung, manchmal ein leichtes Knirschen. Diese frühen Anzeichen werden oft ignoriert, was die Entzündung verschlimmern kann.

Im weiteren Verlauf treten dann deutlichere Beschwerden auf:

  • Schwellung: Der entzündete Schleimbeutel füllt sich mit Flüssigkeit und schwillt an. Besonders am Knie oder Ellenbogen, wo der Schleimbeutel direkt unter der Haut liegt, ist diese Schwellung oft als deutliche Beule sichtbar.
  • Überwärmung und Rötung: Die Haut über dem entzündeten Bereich fühlt sich warm an und kann gerötet sein, was auf die Entzündungsreaktion hindeutet.
  • Schmerzen: Dies ist das prominenteste Symptom. Die Schmerzen können anfangs nur bei Bewegung auftreten, entwickeln sich aber oft zu starken Schmerzen, die auch in Ruhephasen oder nachts bestehen bleiben (Ruhe- und Nachtschmerz). Druck auf den betroffenen Bereich ist ebenfalls sehr schmerzhaft.
  • Bewegungseinschränkung: Aufgrund der Schwellung und der Schmerzen ist die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks oft stark eingeschränkt.

Bei einer infektiösen Bursitis, die durch Bakterien verursacht wird, können zusätzliche allgemeine Symptome auftreten, wie:

  • Fieber
  • Allgemeines Krankheitsgefühl und Müdigkeit
  • Geschwollene Lymphknoten in der Nähe des betroffenen Bereichs

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Schleimbeutel oberflächlich liegen. Bei einer Schleimbeutelentzündung in der Hüfte (Bursitis trochanterica) beispielsweise sind Schmerzen bis in die Beine möglich, eine sichtbare Schwellung von außen fehlt jedoch oft, da die Schleimbeutel tiefer im Gewebe liegen.

Hier eine Übersicht der häufigsten Lokalisationen und ihrer Bezeichnungen:

LokalisationMedizinischer Fachbegriff der BursitisTypische Ursachen/Betroffene
EllenbogengelenkBursitis olecrani„Studentenellenbogen“ (langes Aufstützen), Sport (Ringen)
KniegelenkBursitis praepatellaris„Hausfrauenknie“, „Fliesenlegerknie“ (häufiges Knien), Sport (Fußball, Laufen)
SchultergelenkBursitis subacromialisÜberkopfarbeiten, Wurfsportarten, Rotatorenmanschettenprobleme
HüfteBursitis trochantericaLanges Gehen/Laufen, Fehlstellungen, Übergewicht, fortgeschrittenes Alter
AchillessehneBursitis subachilleaEnges Schuhwerk, Überlastung beim Sport
FerseBursitis retrocalcanea„Haglund-Ferse“, Druck durch Schuhe, Überlastung

Die Diagnose: Wie Ärzte eine Bursitis erkennen

Die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Arzt (Anamnese). Dabei werden Fragen zu Ihren Beschwerden, deren Beginn und Verlauf, möglichen Verletzungen oder ungewohnten Belastungen (z.B. Renovierungsarbeiten, neue Sportarten) gestellt. Auch Vorerkrankungen wie Gicht oder rheumatoide Arthritis sind wichtige Hinweise.

Nach der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung. Bei oberflächlichen Schleimbeuteln ist eine Schwellung oft bereits mit bloßem Auge erkennbar. Der Arzt wird den Bereich vorsichtig abtasten, um die Flüssigkeitsbewegung unter der Haut zu fühlen und die Druckempfindlichkeit zu prüfen. Diese Untersuchung gibt Aufschluss über den Grad der Entzündung und die genaue Lokalisation.

Zur weiteren Absicherung oder wenn der Schleimbeutel tiefer im Gewebe liegt und nicht direkt tastbar ist, können bildgebende Verfahren eingesetzt werden:

  • Ultraschall (Sonografie): Dies ist eine schnelle und schmerzfreie Methode, um Flüssigkeitsansammlungen im Schleimbeutel sichtbar zu machen und die Größe der Entzündung zu beurteilen.
  • Röntgenuntersuchung: Röntgenbilder zeigen den Schleimbeutel selbst nicht direkt, können aber hilfreich sein, um andere orthopädische Probleme wie Knochenbrüche, Arthrose oder Verkalkungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen könnten.
  • MRT (Magnetresonanztomografie): In komplexeren Fällen kann ein MRT detailliertere Bilder von Weichteilen, Sehnen und Bändern liefern und so andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen oder Begleitschäden aufzeigen.

Bei Verdacht auf eine infektiöse Bursitis wird oft eine Punktion des Schleimbeutels durchgeführt. Dabei wird mit einer feinen Nadel eine kleine Menge Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel entnommen. Bereits die Farbe der Flüssigkeit kann erste Hinweise geben (trüb bei Infektion). Die Probe wird dann im Labor auf Bakterien oder andere Erreger untersucht, um die genaue Ursache der Entzündung zu bestimmen und die richtige Antibiotikatherapie einzuleiten.

Behandlung einer Schleimbeutelentzündung: Schulmedizinische Ansätze

Die schulmedizinische Behandlung einer Schleimbeutelentzündung zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die normale Funktion des Gelenks wiederherzustellen. Der wichtigste erste Schritt bei fast jeder Bursitis ist die Ruhigstellung des betroffenen Gelenks. Dies bedeutet, dass sportliche Aktivitäten und belastende Bewegungen für einige Wochen vermieden werden sollten. Bei einer milden Entzündung kann diese Maßnahme, eventuell unterstützt durch kühlende Salbenverbände, bereits ausreichen.

Was sind die Ursachen für Entzündungen in der Schulter?
In diesem Artikel erfahren Sie alles über die möglichen Ursachen, Behandlungsmethoden und vorbeugenden Maßnahmen. Eine der Hauptursachen für Entzündungen in der Schulter ist die muskuläre Dysbalance. Diese Ungleichheit der Rotatorenmanschette kann zu verschiedenen Schultererkrankungen führen, die wiederum Entzündungen verursachen können.

Konservative Therapien

Die konservativen Behandlungsmethoden umfassen eine Reihe von Maßnahmen:

  • Kühlen (Kryotherapie): Kälteanwendungen sind bei einer akuten Schleimbeutelentzündung sehr effektiv. Sie helfen, die Schwellung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern, indem sie die Durchblutung im entzündeten Bereich verringern. Kühlpads oder Eisbeutel (niemals direkt auf die Haut, immer in ein Tuch wickeln!) können mehrmals täglich für 15-20 Minuten angewendet werden.
  • Medikamente: Bei starken Schmerzen und Entzündungen verschreibt der Arzt oft nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac, die schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Bei sehr ausgeprägten Entzündungen oder chronischen Beschwerden können Kortisonpräparate direkt in den Schleimbeutel injiziert werden. Kortison wirkt stark entzündungshemmend und abschwellend, sollte aber aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur gezielt und nicht zu häufig eingesetzt werden.
  • Physikalische Therapien: Dazu gehören Maßnahmen wie Rotlichtbestrahlung (obwohl hier Vorsicht geboten ist, da Wärme die Entzündung bei akuter Bursitis verstärken kann), Elektrotherapie oder Ultraschallbehandlungen, die die Heilung unterstützen und Schmerzen lindern sollen.
  • Bandagen oder Schienen: Zur Ruhigstellung und Entlastung des Gelenks können spezielle Bandagen (z.B. eine Gilchrist-Bandage für die Schulter) oder Gipsverbände zum Einsatz kommen.

Wärmeanwendungen, wie Saunabesuche oder warme Bäder, sind bei einer akuten Bursitis eher kontraproduktiv, da sie die Entzündungsreaktion verstärken können. Hier gilt: Kühlen ist in den meisten Fällen die bessere Wahl.

MethodeWirkung bei BursitisEmpfohlene Anwendung
Kühlen (Kryotherapie)Reduziert Schwellung und Entzündung, lindert SchmerzMehrmals täglich 15-20 Min. mit Eispack (in Tuch gewickelt)
Wärmen (Rotlicht, Sauna)Kann Entzündung verstärken, bei chronischer Bursitis evtl. entspannendBei akuter Entzündung vermeiden; bei chronischer Bursitis nach ärztlicher Absprache

Invasive und operative Maßnahmen

Wenn konservative Therapien keine ausreichende Wirkung zeigen oder eine chronische Entzündung droht, können invasivere Schritte notwendig werden:

  • Punktion: Bei einem stark angeschwollenen Schleimbeutel kann die angesammelte Flüssigkeit abgelassen werden. Dies lindert den Druck und damit die Schmerzen. Allerdings füllt sich der Schleimbeutel, insbesondere bei chronischer Bursitis, oft schnell wieder.
  • Operation (Bursektomie): In hartnäckigen Fällen, insbesondere bei chronischen Entzündungen oder bakteriellen Infektionen, die auf Antibiotika nicht ansprechen, kann der Schleimbeutel operativ entfernt werden. Dies geschieht oft minimalinvasiv mittels Arthroskopie. Nach der Operation folgt eine Phase der Ruhigstellung und anschließend Krankengymnastik, um die Beweglichkeit des Gelenks wiederherzustellen und einem Muskelabbau vorzubeugen.

Naturheilkunde und alternative Wege bei Bursitis

Neben den schulmedizinischen Ansätzen gibt es verschiedene naturheilkundliche und alternative Therapieverfahren, die unterstützend bei einer Schleimbeutelentzündung eingesetzt werden können. Es ist jedoch wichtig, diese immer in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker zu wählen, insbesondere wenn es sich um eine infektiöse Bursitis handelt.

  • Ernährung: Eine entzündungshemmende Ernährung kann den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Dazu gehören der Verzicht auf Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel und tierische Fette, während der Konsum von Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Fischöl, Leinöl), viel frischem Obst und Gemüse, sowie Gewürzen wie Kurkuma und Ingwer gefördert wird. Eine ausgewogene Ernährung kann auch den Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht bringen, der bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen kann.
  • MSM (Methylsulfonylmethan): Diese organische Schwefelverbindung wird oft als natürliches entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Mittel eingesetzt. Es gilt als nebenwirkungsarm und kann in Form von Pulver oder Kapseln eingenommen werden.
  • Manuelle Medizin: Verfahren, die der Therapeut mit den Händen ausführt, können Blockaden lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Dazu zählen:
    • Osteopathie: Eine ganzheitliche Methode, die Bewegungseinschränkungen und Spannungen im Körper aufspürt und behandelt, um die Funktion wiederherzustellen.
    • Osteopraktik: Eine Weiterentwicklung der Osteopathie, die gezielter auf die Gelenke und die umgebenden Strukturen einwirkt.
    • Schmerztherapie nach Liebscher-Bracht: Diese Methode basiert auf der Annahme, dass viele Schmerzen durch Fehlspannungen in der Muskulatur und den Faszien entstehen, die durch gezielte Druckpunktmassagen und Engpassdehnungen gelöst werden können.
  • Bioenergetische Behandlungen: Basierend auf der Akupunktur-Lehre, aber ohne Nadeln, zielen diese Therapien darauf ab, den Energiefluss im Körper wiederherzustellen und so die Selbstheilung zu fördern.
  • Phytotherapie (Pflanzenheilkunde): Bestimmte Pflanzen haben entzündungshemmende Eigenschaften, z.B. Teufelskralle, Weidenrinde oder Arnika (äußerlich). Diese können als Tee, Tinktur oder Salbe angewendet werden.
  • Homöopathie und anthroposophische Medizin: Präparate wie Notakehl D5 Tropfen oder spezifische homöopathische Mittel können individuell auf die Symptome abgestimmt eingesetzt werden, um die Heilung zu unterstützen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass naturheilkundliche Methoden oft eine Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung sind und nicht immer einen Ersatz darstellen, insbesondere bei schweren oder infektiösen Verläufen.

Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung und was sind die Risiken?

Die Dauer einer Schleimbeutelentzündung hängt stark von ihrer Ursache, ihrem Verlauf (akut oder chronisch) und der Effektivität der Behandlung ab. Eine akute Bursitis, die frühzeitig und konsequent behandelt wird, nimmt meist einen sehr raschen Verlauf. Die Heilung dauert in der Regel zehn bis 14 Tage. In manchen Fällen, insbesondere wenn die Entzündung stärker ausgeprägt ist oder die Belastung nicht vollständig eingestellt werden kann, kann die Heilung auch bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen.

Eine chronische Schleimbeutelentzündung hingegen beginnt oft schleichend und kann sehr hartnäckig sein. Sie neigt dazu, immer wieder aufzuflammen, wenn das Gelenk erneut überlastet wird oder die zugrundeliegende Ursache (z.B. eine Fehlstellung) nicht behoben wird. Hier kann der Heilungsprozess deutlich länger dauern und erfordert oft eine Umstellung von Gewohnheiten und langfristige physiotherapeutische Begleitung.

Mögliche Komplikationen

Obwohl die Prognose bei frühzeitiger Behandlung meist günstig ist, birgt eine unbehandelte oder falsch behandelte Schleimbeutelentzündung bestimmte Risiken:

  • Schädigung umliegenden Gewebes: Wenn die Schwellung des Schleimbeutels stark zunimmt, kann sie auf umliegende Gefäße und Nerven drücken. Dies kann zu Reizungen, Durchblutungsstörungen, Blutungen oder sogar Nervenläsionen führen, die sich durch Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche äußern können.
  • Muskelatrophie: Die notwendige Ruhigstellung des betroffenen Gelenks kann, insbesondere wenn sie zu lange oder ohne begleitende Maßnahmen erfolgt, zu einem Abbau der umgebenden Muskulatur führen. Dies schwächt das Gelenk und kann die Anfälligkeit für zukünftige Verletzungen erhöhen.
  • Chronifizierung: Eine akute Bursitis kann chronisch werden, wenn sie nicht ausreichend ausheilt oder die auslösenden Faktoren nicht beseitigt werden. Dies führt zu wiederkehrenden Schmerzen und Einschränkungen.
  • Blutvergiftung (Sepsis): Im Extremfall kann eine unbehandelte infektiöse Bursitis zu einer Ausbreitung der Bakterien im gesamten Körper führen, was eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) zur Folge haben kann. Dies ist ein Notfall, der sofortige medizinische Behandlung erfordert.
  • Bewegungseinschränkungen nach Operation: Obwohl eine Operation oft die letzte Option ist, können in manchen Fällen auch nach einer Bursektomie leichte Bewegungseinschränkungen oder Narbenbeschwerden zurückbleiben. Daher ist eine sorgfältige Nachbehandlung mit Physiotherapie essenziell.

Die meisten Schleimbeutelentzündungen nehmen jedoch einen guten Verlauf, wenn sie konsequent und angemessen behandelt werden.

Vorbeugung: So schützen Sie Ihre Schleimbeutel

Einer Schleimbeutelentzündung lässt sich nicht immer zu 100% vorbeugen, da Unfälle oder unerwartete Belastungen immer passieren können. Doch mit gezielten Maßnahmen können Sie das Risiko einer Bursitis erheblich minimieren und Ihre Gelenke schützen:

  • Polsterung bei Belastung: Wenn Ihre Tätigkeit oder Hobbys regelmäßigen Druck auf bestimmte Gelenke ausüben (z.B. langes Knien beim Fliesenlegen oder Gärtnern, Aufstützen der Ellenbogen am Schreibtisch), nutzen Sie Schutzpolster wie Knie- oder Ellenbogenschoner. Diese verteilen den Druck und reduzieren die direkte Reibung auf die Schleimbeutel.
  • Regelmäßige Positionswechsel und Pausen: Vermeiden Sie über längere Zeiträume eine einseitige Belastung. Legen Sie bei sitzenden oder knienden Tätigkeiten regelmäßig kurze Pausen ein, um die Position zu wechseln, aufzustehen und sich zu strecken.
  • Angemessene Schutzkleidung beim Sport: Bei Sportarten mit hohem Sturz- oder Stoßrisiko (z.B. Skateboardfahren, Volleyball, Ringen) sind Knie- und Ellbogenschoner unerlässlich. Auch bei Laufsportarten kann gutes Schuhwerk und eine korrekte Lauftechnik das Risiko für Knie- oder Fersenschleimbeutelentzündungen senken.
  • Langsame Belastungssteigerung: Wenn Sie mit einer neuen Sportart beginnen oder Ihr Trainingspensum erhöhen, tun Sie dies schrittweise. Eine plötzliche, intensive Überlastung ist ein häufiger Auslöser für Bursitis. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich anzupassen.
  • Vollständige Ausheilung nach Entzündungen: Wenn Sie bereits eine Schleimbeutelentzündung hatten, warten Sie unbedingt, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist und Sie schmerzfrei sind, bevor Sie wieder mit dem Training oder belastenden Tätigkeiten beginnen. Ein zu früher Wiedereinstieg ist ein häufiger Grund für Rückfälle und eine Chronifizierung.
  • Behandlung von Fehlhaltungen und Grunderkrankungen: Bei Fehlstellungen des Beckens oder Rückens oder bei Übergewicht können gezieltes Muskeltraining, Physiotherapie und orthopädische Einlagen helfen, die Belastung auf die Gelenke zu optimieren und das Risiko einer Bursitis zu senken. Auch die konsequente Behandlung von Grunderkrankungen wie Gicht oder rheumatoider Arthritis ist entscheidend.
  • Stärkung der Muskulatur: Eine gut trainierte Muskulatur rund um die Gelenke stabilisiert diese und kann dazu beitragen, Überlastungen der Schleimbeutel zu vermeiden.

Indem Sie diese präventiven Maßnahmen in Ihren Alltag integrieren, können Sie das Risiko einer schmerzhaften Schleimbeutelentzündung deutlich reduzieren und Ihre Gelenkgesundheit langfristig fördern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Schleimbeutelentzündung

Kann eine Schleimbeutelentzündung von alleine heilen?
Eine milde Schleimbeutelentzündung kann unter konsequenter Ruhigstellung und Kühlung von alleine abklingen. Bei stärkeren Schmerzen, Schwellungen oder Anzeichen einer Infektion (Fieber, Rötung) ist jedoch immer ein Arztbesuch ratsam, um Komplikationen zu vermeiden und eine effektive Behandlung sicherzustellen.
Ist Wärme oder Kälte besser bei Bursitis?
Bei einer akuten Schleimbeutelentzündung ist Kälte (Kryotherapie) die bessere Wahl. Sie hilft, Schwellungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Wärme hingegen kann die Entzündungsreaktion verstärken. Bei chronischen Verläufen oder zur Entspannung der Muskulatur nach der akuten Phase kann Wärme unter Umständen hilfreich sein, sollte aber immer mit Vorsicht und nach ärztlicher Absprache angewendet werden.
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn die Schmerzen stark sind, die Schwellung zunimmt, Fieber auftritt, der Bereich stark gerötet oder überwärmt ist, oder wenn Sie das Gelenk nicht mehr richtig bewegen können. Auch bei wiederkehrenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Welche Sportarten sind bei Schleimbeutelentzündung zu vermeiden?
Während einer akuten Schleimbeutelentzündung sollten Sie alle Sportarten vermeiden, die das betroffene Gelenk belasten oder reizen. Dazu gehören oft Laufen, Springen, Wurfsportarten (bei Schulterbursitis) oder Sportarten mit direktem Körperkontakt. Ihr Arzt oder Physiotherapeut kann Ihnen eine individuelle Empfehlung geben, wann und wie Sie wieder mit dem Training beginnen können.
Was kann ich selbst tun, um die Heilung zu unterstützen?
Neben der ärztlichen Therapie können Sie selbst viel tun: Gelenk ruhigstellen, regelmäßig kühlen, entzündungshemmende Ernährung bevorzugen, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und nach Rücksprache mit dem Arzt eventuell natürliche entzündungshemmende Mittel wie MSM einnehmen. Wichtig ist auch, dem Körper genügend Zeit zur Regeneration zu geben und nicht zu früh wieder voll zu belasten.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Schleimbeutelentzündung: Ursachen, Heilung & Prävention kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Gesundheit besuchen.

Go up