Wann sollte man nicht in die Sauna?

Sauna: Wann eine Pause besser ist

28/04/2022

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Die Sauna ist für viele ein Ort der Entspannung, der Regeneration und der Förderung der Gesundheit. Regelmäßiges Saunieren kann das Immunsystem stärken, die Durchblutung fördern und Stress abbauen. Doch so wohltuend die Hitze und der anschließende Kälteschock auch sein mögen, es gibt Situationen und gesundheitliche Zustände, in denen ein Saunabesuch nicht nur unratsam, sondern sogar gefährlich sein kann. Es ist von entscheidender Bedeutung, die eigenen körperlichen Grenzen zu kennen und auf Warnsignale des Körpers zu achten. Dieser Artikel beleuchtet umfassend, wann Sie auf die Sauna verzichten sollten, um Ihre Gesundheit nicht aufs Spiel zu setzen.

Wann sollte man nicht in die Sauna?
Inhaltsverzeichnis

Akute Krankheiten und Fieber: Ein striktes Nein

Einer der wichtigsten Gründe, die Sauna zu meiden, sind akute Krankheiten, insbesondere wenn sie mit Fieber einhergehen. Ob Grippe, eine starke Erkältung, Bronchitis oder andere Infektionen – der Körper kämpft bereits auf Hochtouren gegen Krankheitserreger. Die zusätzliche Belastung durch die extremen Temperaturen in der Sauna würde das Herz-Kreislauf-System übermäßig strapazieren und den Genesungsprozess behindern. Das Schwitzen in der Sauna ist zwar gut, um Giftstoffe auszuschwemmen, aber bei einer akuten Infektion könnte es den Körper zusätzlich dehydrieren und die Symptome verschlimmern. Auch nach Abklingen des Fiebers sollte man noch ein bis zwei Tage warten, bevor man wieder in die Sauna geht, um dem Körper ausreichend Zeit zur vollständigen Erholung zu geben.

Nicht nur Fieber, sondern auch andere akute Entzündungen im Körper, wie beispielsweise eine Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung oder Mandelentzündung, sind klare Kontraindikationen. Die Wärme kann die Entzündungsprozesse unter Umständen sogar fördern oder die Beschwerden verschlimmern. Bei Magen-Darm-Infekten mit Erbrechen oder Durchfall besteht zudem ein hohes Risiko der Dehydration, was durch die Sauna noch verstärkt würde.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Besondere Vorsicht geboten

Menschen mit vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen besonders vorsichtig sein. Die Hitze in der Sauna führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, einem Anstieg der Herzfrequenz und einer erhöhten Belastung des Herzens, um die Körpertemperatur zu regulieren. Dies kann für ein geschwächtes Herz eine zu große Herausforderung darstellen.

  • Bluthochdruck (Hypertonie): Bei unkontrolliertem oder sehr hohem Blutdruck sollte die Sauna gemieden werden. Die plötzlichen Temperaturwechsel und die Weitung der Gefäße können zu einem gefährlichen Blutdruckabfall oder -anstieg führen. Nur bei gut eingestelltem und stabilem Blutdruck und nach Rücksprache mit dem Arzt ist ein vorsichtiger Saunabesuch in Betracht zu ziehen.
  • Herzinsuffizienz: Bei einer Herzschwäche ist die Pumpleistung des Herzens bereits eingeschränkt. Die Sauna würde das Herz zusätzlich belasten und kann zu Atemnot, Schwindel oder sogar einem Herzinfarkt führen. Hier ist die Sauna absolut tabu.
  • Angina Pectoris und Herzrhythmusstörungen: Patienten mit diesen Erkrankungen sollten ebenfalls auf Saunagänge verzichten, da die Belastung des Herzens Anfälle auslösen oder die Rhythmusstörungen verschlimmern kann.
  • Zustand nach Herzinfarkt oder Schlaganfall: In der akuten Phase und während der Genesung ist die Sauna strengstens untersagt. Eine Wiederaufnahme von Saunagängen sollte nur nach ausdrücklicher ärztlicher Genehmigung und unter strenger Beobachtung erfolgen.

Generell gilt: Wenn Sie an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, sprechen Sie vor dem Saunabesuch unbedingt mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen eine individuelle Einschätzung geben und gegebenenfalls Empfehlungen aussprechen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Ein sensibles Thema

Für schwangere Frauen ist die Frage nach dem Saunabesuch komplex und sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden. Grundsätzlich gilt, dass Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft regelmäßig und ohne Probleme sauniert haben, dies in der Regel auch während der Schwangerschaft – insbesondere im zweiten Trimester – fortsetzen können, sofern keine Komplikationen vorliegen. Allerdings sollten einige Punkte beachtet werden:

  • Überhitzung vermeiden: Eine Überhitzung des mütterlichen Körpers, insbesondere in den frühen Stadien der Schwangerschaft, kann potenziell schädlich für die Entwicklung des Fötus sein. Kürzere Aufenthalte und niedrigere Temperaturen sind ratsam.
  • Kreislaufprobleme: Schwangere neigen ohnehin zu Kreislaufproblemen. Die Hitze kann Schwindel und Ohnmacht verstärken.
  • Infektionsrisiko: Öffentliche Saunen bergen ein geringes, aber vorhandenes Infektionsrisiko, das Schwangere aufgrund ihres veränderten Immunsystems möglicherweise meiden sollten.

Frauen, die noch nie in der Sauna waren, sollten während der Schwangerschaft nicht damit beginnen. In der Stillzeit ist der Saunabesuch in der Regel unbedenklich, solange die Mutter sich wohlfühlt und ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, um die Milchproduktion nicht zu beeinträchtigen.

Hauterkrankungen und offene Wunden: Vorsicht vor Reizungen und Infektionen

Bestimmte Hautzustände können durch die Sauna negativ beeinflusst werden. Offene Wunden, Schnittverletzungen, frische Narben oder Verbrennungen sollten keiner Sauna ausgesetzt werden, da das Infektionsrisiko in der feuchtwarmen Umgebung erhöht ist und die Wundheilung beeinträchtigt werden kann. Auch bei akuten Ekzemen, starker Neurodermitis oder Psoriasis mit offenen Hautstellen ist der Saunabesuch nicht ratsam, da die Hitze und das Schwitzen die Haut zusätzlich reizen können.

Bei ansteckenden Hautkrankheiten wie Pilzinfektionen (z.B. Fußpilz) oder Warzen ist es aus Rücksicht auf andere Saunagäste und zur Vermeidung einer Verbreitung der Erreger ebenfalls geboten, die Sauna zu meiden, bis die Infektion vollständig abgeklungen ist.

Medikamenteneinnahme und Alkohol: Unvorhersehbare Reaktionen

Die Kombination von Medikamenten und Sauna kann unvorhersehbare Wirkungen haben. Einige Medikamente beeinflussen die Temperaturregulierung des Körpers oder den Blutdruck. Beispielsweise können Medikamente gegen Bluthochdruck in Kombination mit der Sauna zu einem starken Blutdruckabfall führen. Diuretika (entwässernde Mittel) verstärken die Dehydration. Auch die Wirkung von Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln oder starken Schmerzmitteln kann durch die Wärme beeinflusst werden.

Der Konsum von Alkohol vor oder während des Saunagangs ist absolut zu unterlassen. Alkohol erweitert die Blutgefäße und belastet den Kreislauf zusätzlich, was in Kombination mit der Hitze zu einem gefährlichen Kreislaufkollaps führen kann. Zudem beeinträchtigt Alkohol das Urteilsvermögen, was die Risikoeinschätzung erschwert.

Kinder und ältere Menschen: Anpassungen sind notwendig

Saunieren ist nicht nur für Erwachsene. Auch Kinder können von der Sauna profitieren, allerdings unter bestimmten Bedingungen. Kleinkinder und Säuglinge sollten nicht in die Sauna, da ihr Körper die Temperatur noch nicht ausreichend regulieren kann. Ältere Kinder können unter Aufsicht und mit kürzeren Verweildauern in die Sauna. Wichtig ist, dass die Temperaturen nicht zu hoch sind (z.B. Bio-Sauna) und die Kinder jederzeit selbst entscheiden können, wann sie die Sauna verlassen möchten. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist unerlässlich.

Ältere Menschen können ebenfalls saunieren, sollten aber auf ihre körperliche Verfassung achten. Das Herz-Kreislauf-System ist im Alter oft nicht mehr so belastbar. Kürzere Saunagänge, niedrigere Temperaturen und eine längere Abkühlphase sind empfehlenswert. Bei Vorerkrankungen ist eine ärztliche Konsultation zwingend.

Weitere wichtige Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Es gibt noch weitere Situationen und Zustände, in denen die Sauna gemieden werden sollte:

  • Epilepsie: Die extremen Temperaturreize können bei manchen Epileptikern Anfälle auslösen.
  • Thrombose und Venenentzündungen: Die Wärme kann die Ausbreitung von Gerinnseln fördern oder Entzündungen verschlimmern.
  • Glaukom (Grüner Star): Der erhöhte Druck in den Augen kann durch die Hitze negativ beeinflusst werden.
  • Frische Operationen: Nach Operationen sollte man eine längere Pause einlegen, bis der Körper vollständig genesen ist und der Arzt grünes Licht gibt. Auch hier besteht das Risiko von Wundheilungsstörungen oder Infektionen.
  • Starke Erschöpfung oder Schlafmangel: Der Körper ist bereits geschwächt und sollte nicht zusätzlich belastet werden.
  • Akute Migräneanfälle: Die Hitze kann Kopfschmerzen verschlimmern.

Tabelle der Kontraindikationen auf einen Blick

KategorieZustand / ErkrankungWarum nicht in die Sauna?
Akute KrankheitenFieber, Grippe, starke Erkältung, akute Entzündungen (z.B. Blasenentzündung)Belastung des Immunsystems, Dehydration, Verschlimmerung der Symptome.
Herz-KreislaufUnkontrollierter Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Angina Pectoris, Zustand nach Herzinfarkt/SchlaganfallÜberlastung des Herzens, Gefahr von Kreislaufkollaps, Anfall.
HautOffene Wunden, frische Narben, Verbrennungen, akute Ekzeme, ansteckende HautkrankheitenInfektionsrisiko, Reizung, Wundheilungsstörung.
Besondere LebensphasenSchwangerschaft (besonders 1. Trimester, bei Komplikationen), Säuglinge/KleinkinderÜberhitzungsgefahr, Kreislaufprobleme, unzureichende Temperaturregulation.
WeitereStarke Medikamenteneinnahme, Alkohol, Epilepsie, Thrombose, Glaukom, frische Operationen, starke ErschöpfungUnvorhersehbare Wechselwirkungen, Anfallsauslösung, Komplikationen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Darf ich mit einer leichten Erkältung in die Sauna?
A: Nein, auch eine leichte Erkältung kann sich durch die Sauna verschlimmern und das Immunsystem unnötig belasten. Es ist besser, sich auszukurieren.

F: Ist Sauna bei niedrigem Blutdruck gefährlich?
A: Bei sehr niedrigem Blutdruck kann die Sauna zu Schwindel oder Ohnmacht führen, da die Gefäße sich weiter ausdehnen und der Blutdruck weiter sinkt. Hier ist Vorsicht geboten und ggf. ärztlicher Rat einzuholen.

F: Wie lange sollte ich nach einer Operation mit dem Saunieren warten?
A: Die Wartezeit hängt von der Art und Schwere der Operation ab. Als Faustregel gilt: Warten Sie, bis alle Wunden vollständig verheilt sind, keine Schwellungen mehr bestehen und Ihr Arzt Ihnen ausdrücklich die Erlaubnis erteilt hat. Das können Wochen bis Monate sein.

F: Kann ich in die Sauna, wenn ich Antibiotika nehme?
A: Während einer Antibiotikatherapie ist der Körper in der Regel durch eine Infektion geschwächt. Die Sauna würde den Körper zusätzlich belasten. Zudem können einige Antibiotika zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen, was zwar nicht direkt mit der Sauna, aber mit einem anschließenden Sonnenbad relevant wäre. Im Zweifelsfall immer den behandelnden Arzt fragen.

F: Was sind Anzeichen dafür, dass ich die Sauna sofort verlassen sollte?
A: Wenn Sie sich unwohl fühlen, Schwindel, Übelkeit, Herzrasen, starke Kopfschmerzen oder Atemnot verspüren, verlassen Sie die Sauna sofort. Kühlen Sie sich langsam ab und suchen Sie gegebenenfalls ärztliche Hilfe.

Fazit: Hören Sie auf Ihren Körper

Die Sauna ist ein wunderbares Mittel zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens. Doch wie bei vielen guten Dingen gibt es auch hier Grenzen. Der wichtigste Rat ist, immer auf die Signale Ihres eigenen Körpers zu hören. Im Zweifelsfall oder bei Vorerkrankungen sollten Sie stets Ihren Arzt konsultieren, bevor Sie die Sauna besuchen. Eine verantwortungsbewusste Herangehensweise stellt sicher, dass Sie die Vorteile des Saunierens sicher und ohne gesundheitliche Risiken genießen können.

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