Wie wird der Schweregrad der IgA-Nephritis eingeteilt?

IgA-Nephropathie: Alles, was Sie wissen müssen

04/05/2025

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Die Welt der Nierenerkrankungen ist komplex und oft voller Unsicherheiten. Eine der häufigsten und dabei oft tückischsten Formen ist die sogenannte IgA-Nephropathie. Sie betrifft unzählige Menschen, oft ohne dass diese es zunächst bemerken, und kann weitreichende Folgen für die Nierengesundheit haben. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem medizinischen Fachbegriff? Welche Anzeichen sollten Sie ernst nehmen, und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, um den Verlauf dieser Erkrankung bestmöglich zu steuern? Dieser umfassende Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch das Verständnis der IgA-Nephropathie, von ihren Ursprüngen bis zu den neuesten Therapieansätzen und der individuellen Prognose.

Ist IgA-Nephropathie heilbar?
Die IgA-Nephropathie ist medikamentös leider nicht heilbar. Eine unterstützende Therapie mit ACE-Hemmern oder AT 1 -Rezeptorblockern wird jedoch empfohlen, falls ein erhöhter Blutdruck vorliegt. Bei erhöhter Eiweißausscheidung im Urin (mehr als 1 g Eiweiß im 24-Stunden-Sammelurin) kann eine Therapie mit Glukokortikoiden sinnvoll sein.
Inhaltsverzeichnis

Was ist die IgA-Nephropathie?

Die IgA-Nephropathie, auch bekannt als Morbus Berger, stellt die am weitesten verbreitete Form der Glomerulonephritis in Deutschland dar. Ihr Name leitet sich von den Immunglobulinen des Typs A (IgA) ab, speziellen Antikörpern, die bei dieser Nierenerkrankung in erhöhter Konzentration in den feinen Gewebeproben der Niere nachgewiesen werden können. Diese Erkrankung betrifft Männer häufiger als Frauen und wird typischerweise im jungen Erwachsenenalter diagnostiziert, mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. In Europa macht sie etwa 30 Prozent aller Glomerulonephritiden aus, in asiatischen Ländern wie Korea und Japan sogar rund 50 Prozent. Die Mehrheit der Fälle tritt sporadisch auf, doch in etwa fünf Prozent der Fälle zeigt sich eine familiäre Häufung, was auf eine genetische Komponente hindeutet.

Die Ursachen: Ein komplexes Zusammenspiel

Lange Zeit wurde die IgA-Nephropathie primär als Autoimmunerkrankung betrachtet. Aktuelle Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass es sich um eine multifaktorielle Krankheitsentstehung handelt. Das bedeutet, dass mehrere Faktoren zusammenwirken müssen, damit die Erkrankung ausbricht. Ein entscheidender Mechanismus ist die Bildung von strukturell fehlerhaftem IgA. Dieses veränderte IgA, oft mit einer verminderten Glykosylierung, was seine Bindungseigenschaften beeinflusst, kann möglicherweise durch Infektionen mit Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Gegen dieses modifizierte IgA bilden sich dann Autoantikörper. Die Kombination aus fehlerhaftem IgA und diesen Autoantikörpern führt zur Bildung von Immunkomplexen, die sich in den Glomeruli – den winzigen Filtereinheiten in den Nieren – ablagern. Diese Ablagerungen beeinträchtigen die Filterfunktion der Nieren und lösen eine Entzündungsreaktion aus, die schließlich zur Schädigung der Nierenkörperchen führt. Dabei können die Filterzellen rote Blutkörperchen und Bluteiweiße nicht mehr zurückhalten, die dann mit dem Urin ausgeschieden werden, während schädliche Stoffwechselprodukte im Körper verbleiben.

Auch eine genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Bei etwa der Hälfte der Familienmitglieder von IgA-Nephropathie-Patienten wurde ein erhöhter Blutspiegel des veränderten IgA festgestellt, selbst wenn bei ihnen keine manifeste Nierenerkrankung vorlag. Dies unterstreicht die komplexe Interaktion zwischen genetischen Prädispositionen und externen Auslösern.

Symptome erkennen: Von unauffällig bis alarmierend

Die Symptome der IgA-Nephropathie können äußerst variabel sein, was ihre Diagnose erschwert. Oftmals bleibt die Erkrankung über lange Zeit unbemerkt, da sie kaum Beschwerden verursacht und erst zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt wird.

Blut und Eiweiß im Urin

Das auffälligste Symptom bei etwa 50 % der Betroffenen ist die sichtbare Verfärbung des Urins, die sogenannte Makrohämaturie. Diese tritt häufig nach einer Infektion der oberen Atemwege oder einer Magen-Darm-Entzündung auf. Es handelt sich um wiederholte Episoden von blutigem Urin, oft ohne weitere Schmerzen oder Beschwerden. Bei vielen Patienten sind die Blutbeimengungen im Urin jedoch so gering, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Dies wird als Mikrohämaturie bezeichnet und wird oft nur zufällig bei einer Urinuntersuchung im Rahmen einer Routinekontrolle beim Hausarzt entdeckt. Bei etwa einem Drittel der Erkrankten wird diese Mikrohämaturie von einer geringen Ausscheidung von Eiweiß im Urin begleitet, der sogenannten Proteinurie. Eine Proteinurie kann, muss aber nicht immer vorhanden sein.

Weitere Anzeichen: Blutdruck und Nierenfunktion

Neben Blut und Eiweiß im Urin können weitere Symptome auf eine IgA-Nephropathie hinweisen. Dazu gehören erhöhter Blutdruck (Hypertonie) und Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion, wie ein Anstieg von Kreatinin und Harnstoff im Blut. Gelegentlich können auch Flankenschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Ein nephrotisches Syndrom, gekennzeichnet durch eine massive Eiweißausscheidung im 24-Stunden-Urin, Ödeme (Wassereinlagerungen), einen erniedrigten Eiweißgehalt im Blut und erhöhte Blutfettwerte, tritt nur selten auf, ist aber ein ernstes Anzeichen.

Diagnose: Der Weg zur Klarheit

Um eine IgA-Nephropathie zweifelsfrei zu diagnostizieren und von anderen Nierenerkrankungen abzugrenzen, sind mehrere spezialisierte Untersuchungen notwendig, die von einem Hausarzt oder einem Nephrologen (Facharzt für Nierenerkrankungen) veranlasst werden können.

Erste Schritte: Urin- und Blutuntersuchung

Die Basis der Diagnostik bildet eine umfassende Urinanalyse. Hierbei wird geprüft, ob Blut und/oder Eiweiß im Urin vorhanden sind, beides sollte bei gesunden Menschen kaum nachweisbar sein. Unter dem Mikroskop wird die Form der vorhandenen roten Blutkörperchen untersucht. Das Vorhandensein von Erythrozytenzylindern (zu Zylindern zusammengepresste rote Blutkörperchen) und dysmorphen Erythrozyten (abnorm geformte rote Blutkörperchen) kann ein starker Hinweis auf eine IgA-Nephropathie sein, da diese auf eine Schädigung in den Nierenkörperchen hindeuten.

Ergänzend zur Urinanalyse ist eine Blutuntersuchung unerlässlich. Bei etwa 50 % der Betroffenen ist der IgA-Spiegel im Blut erhöht. Eine verminderte Kreatinin-Clearance im Blut kann ebenfalls auf eine unzureichende Nierenfunktion hinweisen. Obwohl ein erhöhter IgA-Spiegel ein Indiz sein kann, reicht er allein nicht als Beweis für die Erkrankung aus.

Diagnosesicherung durch Nierenbiopsie

Anhand der Ergebnisse dieser Basisuntersuchungen und der individuellen Krankengeschichte entscheidet der Arzt über weitere Schritte. Der entscheidende Schritt zur Sicherung der Diagnose einer IgA-Nephropathie ist die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe aus der Niere, die sogenannte Nierenbiopsie. Bei dieser Untersuchung können unter dem Mikroskop und mittels immunhistologischer Verfahren IgA-Ablagerungen in den Nierenkörperchen (Glomeruli) nachgewiesen werden. Auch Mesangiumveränderungen und abgestorbene Zellen können Hinweise auf den Schweregrad der Beeinträchtigung geben. Eine sorgfältige Differentialdiagnose ist wichtig, um die IgA-Nephropathie von anderen glomerulären Erkrankungen mit Blut im Urin, wie der postinfektiösen Glomerulonephritis, dem Syndrom der dünnen Basalmembran oder dem Alport-Syndrom, abzugrenzen.

Welche Arten von Nephritis gibt es?
Dazu gehören in erster Linie die postinfektiöse Glomerulonephritis, das Syndrom der dünnen Basalmembran sowie das Alport-Syndrom. Ist die Hämaturie das einzige Symptom der IgA-Nephritis, erfolgt zumeist ein gutartiger Verlauf der Nierenerkrankung.

Behandlung und Therapie: Was hilft bei IgA-Nephropathie?

Die IgA-Nephropathie ist medikamentös leider nicht heilbar. Die Therapie zielt daher darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlungsstrategie hängt maßgeblich vom Ausmaß und Schweregrad der Nierenerkrankung ab.

Medikamentöse Ansätze

Im Anfangsstadium, wenn der Kreatininwert normal ist und nur geringe Symptome vorliegen, ist oft noch keine spezifische medikamentöse Behandlung notwendig. Bei anhaltender Proteinurie (Eiweißausscheidung im Urin) oder beginnendem Bluthochdruck (Hypertonie) wird jedoch eine unterstützende Therapie empfohlen. Hier kommen häufig ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer) oder AT1-Rezeptorblocker (Angiotensin-II-Rezeptorblocker) zum Einsatz. Diese Medikamente helfen nicht nur, den Blutdruck zu senken, sondern reduzieren auch die Eiweißausscheidung im Urin, was die Nieren schützt.

Bei einer erhöhten Eiweißausscheidung von mehr als 1 Gramm Eiweiß im 24-Stunden-Sammelurin kann eine Therapie mit Glukokortikoiden (Kortisonpräparate) sinnvoll sein. Diese Behandlung dauert in der Regel etwa sechs Monate und wird eingesetzt, wenn sich die Proteinurie durch andere Medikamente nicht ausreichend bessern lässt. Bei einem raschen Funktionsverlust der Nieren kann in bestimmten Fällen eine Kombination aus Glukokortikoiden und Cyclophosphamid erwogen werden, obwohl die Datenlage zu dieser Behandlungsoption noch nicht umfassend ist. Der Einsatz von Immunsuppressiva wird in neueren Studien eher kritisch betrachtet.

Selbsthilfe: Ihr Beitrag zur Nierengesundheit

Neben der medizinischen Therapie gibt es unterstützende Maßnahmen, die den Verlauf der IgA-Nephropathie positiv beeinflussen und die Nieren entlasten können. Diese Lebensstiländerungen sind ein wichtiger Bestandteil der Gesamtbehandlung:

  • Salz- und eiweißarme Ernährung: Eine salzarme Ernährung (optimal weniger als 6 g pro Tag) und eine eiweißarme Kost (ca. 0,8 g pro kg Körpergewicht) sind essenziell. Es ist wichtig, auf eiweißreiche Shakes oder Snacks, wie sie zum Beispiel im Muskelaufbau verwendet werden, zu verzichten. Überschüssiges Eiweiß erhöht den Wassergehalt im Körper und kann die Glomeruli zusätzlich schädigen.
  • Rauchverzicht: Nikotinkonsum begünstigt die Entwicklung einer Niereninsuffizienz und erhöht das Risiko eines Nierenversagens bei IgA-Nephropathie um das Zehnfache. Ein Rauchstopp ist daher dringend anzuraten.
  • Medikamentenmanagement: Vermeiden Sie Medikamente, die die Nieren schädigen können, wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt, bevor Sie neue Medikamente einnehmen.
  • Regelmäßige Bewegung: Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren können sich positiv auf die Erkrankung auswirken und die allgemeine Gesundheit fördern. Wichtig ist, anstrengende Tätigkeiten oder Sportarten zu vermeiden, die den Körper übermäßig belasten könnten, insbesondere bei Bluthochdruck.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gemäß den Empfehlungen Ihres Arztes. Eine übermäßige Trinkmenge hat keinen zusätzlichen positiven Effekt und kann sogar zu einer Überwässerung führen.
  • Stressmanagement: Stressige Situationen sollten vermieden werden, da sie sich negativ auf den Verlauf der Erkrankung auswirken können. Entspannungstechniken können hilfreich sein.
  • Schutz vor Infektionen: Da Infektionen, insbesondere der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts, Schübe der IgA-Nephropathie auslösen können, ist es ratsam, sich entsprechend zu kleiden und eine leichte, fettarme Diät zu pflegen, um Magen und Darm nicht zu reizen.

Verlauf und Prognose: Was erwartet Betroffene?

Der Verlauf der IgA-Nephropathie ist äußerst variabel. Er reicht von einer kaum sichtbaren blutigen Verfärbung des Urins ohne weitere Einschränkungen bis hin zum vollständigen Nierenversagen, das eine Dialyse erforderlich macht. Erfreulicherweise bleibt die Nierenfunktion bei der Mehrzahl der Betroffenen (etwa 70 %) oft über Jahrzehnte stabil, insbesondere wenn der Urin nur geringe Mengen roter Blutkörperchen enthält und die Nieren ansonsten normal arbeiten.

In 20 bis 30 % der Fälle kann es sogar zu einer Spontanheilung kommen, bei der die Erkrankung von selbst wieder verschwindet. Dies ist ein sehr positiver Aspekt der Erkrankung. Bei etwa 15 bis 30 % der Erkrankten schreitet die Nierenfunktionsstörung jedoch fort. Innerhalb dieser Untergruppe führt die Erkrankung bei etwa der Hälfte im Laufe von 20 bis 25 Jahren zum totalen Nierenversagen und damit zur Dialysepflichtigkeit.

Die Prognose der IgA-Nephropathie hängt stark vom Schweregrad und den individuellen Symptomen ab. Hier eine vereinfachte Gegenüberstellung:

MerkmalMilder Verlauf (günstige Prognose)Schwerer Verlauf (ungünstige Prognose)
UrinbefundGeringe Mikrohämaturie, wenig ProteinurieSichtbare Makrohämaturie, ausgeprägte Proteinurie (>1g/Tag)
BlutdruckNormalErhöht (Hypertonie)
NierenfunktionStabil, oft über JahrzehnteFortschreitende Einschränkung, Niereninsuffizienz
PrognoseSpontanheilung möglich (20-30%), Funktion stabil (ca. 70%)Nierenversagen (15-30%), Dialysepflichtigkeit (ca. 10% dieser Gruppe)
TherapieRegelmäßige Kontrolle, keine spezifische Therapie bei normalem KreatininACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Glukokortikoide, ggf. Cyclophosphamid

Eine wesentlich schlechtere Prognose wird bei Vorliegen einer ausgebreiteten glomerulären Sklerose beobachtet. In 50 Prozent dieser Fälle kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer Niereninsuffizienz. Davon entwickeln wiederum 10 Prozent der Patienten eine solch schwere Verlaufsform, die eine Nierentransplantation notwendig macht. Auch nach einer Transplantation kann sich bei 20 bis 50 Prozent der Patienten erneut eine IgA-Nephritis entwickeln, die jedoch meist milder verläuft und oft erst mehr als 10 Jahre nach der Transplantation auftritt.

Komplikationen der IgA-Nephropathie

Wenn die IgA-Nephropathie unbehandelt bleibt oder fortschreitet, können verschiedene Komplikationen auftreten. Die gravierendste ist die Niereninsuffizienz, die bis zum vollständigen Nierenversagen führen kann. In diesem Fall ist der Betroffene auf eine lebenslange Dialyse oder eine Nierentransplantation angewiesen. Nierenversagen kann zudem zu einem Ungleichgewicht der Elektrolyte im Körper führen, was wiederum Atemprobleme und in seltenen, schwersten Fällen sogar zum Tod führen kann.

Nicht selten leiden Betroffene zusätzlich an Bluthochdruck, der das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht. Patienten können auch in ihrem Alltag eingeschränkt sein, da anstrengende körperliche Tätigkeiten aufgrund der eingeschränkten Nierenfunktion und möglicherweise auftretender Müdigkeit oder Schwäche nicht durchgeführt werden können. Entzündungen, insbesondere der Lunge oder der Atemwege, sind häufige Begleiterscheinungen, die bei Bedarf mit Antibiotika behandelt werden müssen. Trotz dieser potenziellen Komplikationen wird die Lebenserwartung durch die IgA-Nephropathie in der Regel nicht eingeschränkt, insbesondere wenn die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt wird.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Da die IgA-Nephropathie oft lange Zeit ohne offensichtliche Symptome verläuft, ist es entscheidend, auf bestimmte Warnsignale des Körpers zu achten. Ein Arztbesuch ist unbedingt erforderlich, wenn Sie Blut im Urin feststellen, insbesondere wenn dies wiederholt und ohne offensichtliche körperliche Anstrengung auftritt. Auch wenn das Blut aufgrund der geringen Menge mit bloßem Auge schwer erkennbar ist, sollten Sie bei einer ersten Feststellung erhöhte Wachsamkeit bei künftigen Toilettengängen pflegen.

Weitere Anzeichen, die einen Arztbesuch ratsam machen, sind unspezifische Magen-Darm-Probleme, Durchfall, Schmerzen im Unterleib, Verstopfungen oder unerklärliche Energielosigkeit. Wenn Ihr gewohntes Leistungsniveau sinkt, sich eine innere Schwäche einstellt oder Sie über ein allgemeines Unwohlsein klagen, sollten Sie ebenfalls ärztlichen Rat einholen. Ein diffuses Krankheitsgefühl, Störungen der Atmung oder ein Druckgefühl im Brustkorb sind ernst zu nehmen und umgehend ärztlich abzuklären. Auch das Auftreten von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Schlafstörungen oder emotionalen Auffälligkeiten bei wiederholtem Auftreten sollte einem Arzt vorgestellt werden. Hautveränderungen, die Entstehung von Ödemen (Wassereinlagerungen) oder Schwellungen am Körper sind ebenfalls Anlass für einen Arztbesuch. Nehmen vorhandene Beschwerden an Intensität oder Umfang zu, ist schnellstmöglich ein Arzt zu konsultieren.

Ist IgA-Nephropathie heilbar?
Die IgA-Nephropathie ist medikamentös leider nicht heilbar. Eine unterstützende Therapie mit ACE-Hemmern oder AT 1 -Rezeptorblockern wird jedoch empfohlen, falls ein erhöhter Blutdruck vorliegt. Bei erhöhter Eiweißausscheidung im Urin (mehr als 1 g Eiweiß im 24-Stunden-Sammelurin) kann eine Therapie mit Glukokortikoiden sinnvoll sein.

Vorbeugung und Nachsorge

Spezifische präventive Maßnahmen gegen die IgA-Nephropathie gibt es derzeit nicht, da die genauen Ursachen der Nierenkrankheit nicht vollständig geklärt sind und genetische sowie multifaktorielle Komponenten eine Rolle spielen. Eine gesunde Lebensweise kann jedoch dazu beitragen, die allgemeine Nierengesundheit zu unterstützen.

Im Bereich der Nachsorge ist eine frühzeitige Diagnose der IgA-Nephropathie von entscheidender Bedeutung, da sie sich sehr positiv auf den weiteren Verlauf der Erkrankung auswirkt und eine Verschlechterung der Beschwerden verhindern kann. Den meisten Betroffenen stehen nach der Diagnosestellung keine besonderen Möglichkeiten der Selbstheilung zur Verfügung, und sie sind auf die Einnahme verschiedener Medikamente angewiesen.

Regelmäßige Kontrollen durch einen Arzt sind unerlässlich, um den Krankheitsverlauf gut zu überwachen. Dabei müssen die richtige Dosierung und eine regelmäßige Einnahme der Medikamente beachtet werden. Bei Unklarheiten oder Fragen ist immer zuerst ein Arzt zu konsultieren, um Komplikationen zu vermeiden. Die Nieren sollten dabei genau untersucht und die Nierenfunktion, die Urinzusammensetzung und der Blutdruck jährlich überprüft werden. Bei einer Proteinurie von über 0,5 Gramm/Tag wird eine Behandlung mit Angiotensin-Rezeptor-Blockern oder ACE-Hemmern eingeleitet, wobei die Dosis so angepasst werden muss, dass die Eiweißausscheidung unter ein Gramm pro Tag sinkt, um die Prognose zu verbessern.

Oft sind Betroffene aufgrund der Erkrankung auf die Hilfe und Unterstützung durch die eigene Familie, Freunde und Bekannte angewiesen. Auch der Kontakt zu anderen Betroffenen kann sinnvoll sein, da dies einen wertvollen Austausch von Informationen und Erfahrungen ermöglicht.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur IgA-Nephropathie

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zur IgA-Nephropathie, die Ihnen helfen, ein besseres Verständnis für die Erkrankung zu entwickeln.

Ist IgA-Nephropathie heilbar?

Leider ist die IgA-Nephropathie medikamentös nicht heilbar. Die Behandlung konzentriert sich darauf, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, Symptome zu lindern und Komplikationen wie Nierenversagen zu verhindern. Es gibt jedoch positive Nachrichten: In 20 bis 30 % der Fälle kann es zu einer Spontanheilung kommen, bei der die Nierenfunktion stabil bleibt oder sich sogar verbessert.

Wie äußert sich eine IgA-Nephropathie?

Die Symptome der IgA-Nephropathie sind sehr variabel. Oftmals ist das erste und einzige sichtbare Anzeichen eine schmerzlose, blutige Verfärbung des Urins (Makrohämaturie), die typischerweise nach Atemwegs- oder Magen-Darm-Infektionen auftritt. Häufiger ist jedoch eine mikroskopische Blutbeimengung (Mikrohämaturie), die nur bei einer Urinuntersuchung entdeckt wird. Auch eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie), Bluthochdruck und Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion (z. B. erhöhte Kreatininwerte) können auftreten. Manchmal bleiben die Symptome aber auch komplett aus, und die Diagnose erfolgt zufällig.

Wie wird der Schweregrad der IgA-Nephropathie eingeteilt?

Der Schweregrad der IgA-Nephropathie wird anhand verschiedener Kriterien beurteilt. Dazu gehören die Höhe der Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie), das Vorhandensein von Bluthochdruck, die Nierenfunktion (gemessen z. B. am Kreatininwert und der glomerulären Filtrationsrate), sowie die Befunde der Nierenbiopsie (z. B. Ausmaß der Mesangiumproliferation und Sklerose). Eine Proteinurie über 0,5 Gramm pro Tag gilt als relevanter Faktor für die Therapieentscheidung und Prognose. Eine ausgebreitete glomeruläre Sklerose deutet auf einen schwereren Verlauf hin. Die Klassifizierung hilft, die geeignete Therapie festzulegen und die Prognose besser einzuschätzen.

Welche Arten von Nephritis gibt es?

Der Begriff Nephritis ist ein allgemeiner Begriff für eine Nierenentzündung. Die IgA-Nephritis, auch bekannt als IgA-Nephropathie oder Morbus Berger, ist die häufigste Form der Glomerulonephritis, also einer Entzündung der Nierenkörperchen. Sie gehört zu den sogenannten idiopathischen Glomerulonephritiden, deren genaue Ursache nicht immer eindeutig ist. Neben der IgA-Nephritis gibt es andere Formen der Glomerulonephritis, wie die postinfektiöse Glomerulonephritis, die als Folge einer Infektion auftritt. Im Rahmen der Differentialdiagnose werden auch Erkrankungen wie das Syndrom der dünnen Basalmembran oder das Alport-Syndrom, die ebenfalls mit Blut im Urin einhergehen, unterschieden. Jede Art der Nephritis hat spezifische Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze.

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