20/02/2023
Das Brust- beziehungsweise Rippenfell, medizinisch Pleura genannt, ist eine dünne Hautschicht, die unsere Lunge von außen umhüllt und den Brustkorb von innen auskleidet. Zwischen diesen beiden Schichten befindet sich ein winziger Spalt, der Pleuralspalt, gefüllt mit einer geringen Menge Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit ist essenziell, denn sie ermöglicht es Lunge und Brustkorb, beim Atmen reibungsfrei aneinander vorbeizugleiten. Eine „Rippenfellentzündung“ oder Pleuritis beschreibt einen Zustand, bei dem genau diese schützenden Häute entzündet sind. Dies kann entweder das Lungenfell (Pleura visceralis), das Rippenfell (Pleura parietalis) oder in einigen Fällen sogar beide Strukturen gleichzeitig betreffen. Die Entzündung kann plötzlich auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum entwickeln und unterschiedliche Schweregrade annehmen. Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Rippenfellentzündung oft nicht als eigenständige Krankheit auftritt, sondern vielmehr ein Warnsignal oder eine Begleiterscheinung einer anderen, zugrunde liegenden Erkrankung ist. Daher zielt die Behandlung in erster Linie darauf ab, die eigentliche Ursache zu finden und zu beheben.

- Was ist das Rippenfell und seine Funktion?
- Formen der Rippenfellentzündung
- Symptome erkennen: Wie äußert sich eine Rippenfellentzündung?
- Die Diagnose: Den Beschwerden auf den Grund gehen
- Behandlung: Wege zur Genesung
- Ursachen: Was steckt hinter der Entzündung?
- Prävention: Kann man einer Rippenfellentzündung vorbeugen?
- Verlauf und Prognose: Wie lange dauert die Heilung?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Ist eine Rippenfellentzündung gefährlich?
- Kann eine Rippenfellentzündung von selbst heilen?
- Wie lange muss ich bei einer Rippenfellentzündung Bettruhe halten?
- Was ist der Unterschied zwischen trockener und feuchter Rippenfellentzündung?
- Kann eine Rippenfellentzündung chronisch werden?
- Welche Hausmittel helfen bei Rippenfellentzündung?
- Ist Sport bei Rippenfellentzündung erlaubt?
Was ist das Rippenfell und seine Funktion?
Das Rippenfell ist eine seröse Hautschicht, die aus zwei Blättern besteht: dem Lungenfell, welches die Oberfläche der Lunge direkt bedeckt, und dem Rippenfell im engeren Sinne, das die Innenseite des Brustkorbs auskleidet. Diese beiden Blätter umschließen einen potenziellen Raum, den Pleuraspalt, der normalerweise nur eine minimale Menge an seröser Flüssigkeit enthält. Diese Flüssigkeit dient als Schmiermittel und reduziert die Reibung zwischen Lunge und Brustwand während des Atmungsvorgangs. Sie ermöglicht es der Lunge, sich beim Einatmen auszudehnen und beim Ausatmen wieder zusammenzuziehen, ohne an der Brustwand zu haften. Wenn dieses empfindliche System durch eine Entzündung gestört wird, kann dies zu erheblichen Beschwerden führen und die Atemfunktion beeinträchtigen.
Formen der Rippenfellentzündung
Medizinisch wird die Rippenfellentzündung nach verschiedenen Kriterien eingeteilt, was für die Diagnose und Behandlungsstrategie von großer Bedeutung ist. Eine gängige Unterteilung erfolgt anhand des Schweregrades, von leicht bis schwer. Eine weitere wichtige Unterscheidung basiert auf dem zeitlichen Verlauf der Beschwerden: Man spricht von einer akuten Form, wenn die Symptome plötzlich auftreten und schnell verlaufen, oder einer chronischen Form, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.
Trockene vs. Feuchte Rippenfellentzündung: Ein entscheidender Unterschied
Die vielleicht wichtigste Unterteilung, vor allem im Hinblick auf die Symptomatik, ist die in eine trockene (Pleuritis sicca) und eine feuchte (Pleuritis exsudativa) Verlaufsform. Diese Unterscheidung bezieht sich darauf, ob es im Verlauf der Entzündung zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Pleuraspalt kommt – einem sogenannten Pleuraerguss. Obwohl der Begriff „trockene“ Entzündung dies suggeriert, kann auch hier im Ultraschall oft ein minimaler Erguss nachgewiesen werden, was die strikte Trennung manchmal schwierig macht.
Hier ist eine vergleichende Übersicht der Symptome:
| Merkmal | Trockene Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca) | Feuchte Rippenfellentzündung (Pleuritis exsudativa) |
|---|---|---|
| Schmerzen | Starke, stechende, atemabhängige Schmerzen im Brustkorb, verstärkt beim Einatmen und Husten. | In der Regel keine oder nur geringe Schmerzen im Brustkorb, da Flüssigkeit die Reibung verhindert. Manchmal anfängliche Schulterschmerzen (Zwerchfellnerv-Reizung). |
| Atmung | Typischerweise flache Atmung, um Schmerzen zu vermeiden. | Atemnot, Druckgefühl in der Brust. |
| Husten | Reizhusten ohne Auswurf. | Husten kann vorhanden sein, aber nicht so prominent wie bei der trockenen Form. |
| Körperliche Untersuchung | Hörbares Pleurareiben mit dem Stethoskop (Reibegeräusche durch aneinandergleitende entzündete Häute). | Weniger oder kein Pleurareiben, da Flüssigkeit die Reibung dämpft. |
| Fieber | Zumeist nur geringe Temperaturerhöhung. | Oft hohes Fieber. |
| Sonstiges | Keine Flüssigkeitsansammlung oder nur minimal. | Deutliche Flüssigkeitsansammlung (Pleuraerguss), kann zu Gewichtszunahme führen. |
Symptome erkennen: Wie äußert sich eine Rippenfellentzündung?
Die Symptome einer Rippenfellentzündung können variieren, je nachdem, welche Form vorliegt und wie ausgeprägt die Entzündung ist. Das Leitsymptom, das bei vielen Patienten auftritt, sind atemabhängige Schmerzen, die sich zumeist auf eine Seite des Brustkorbes beschränken. Diese Schmerzen können das allgemeine Wohlbefinden stark einschränken und den Alltag erheblich beeinflussen. Es ist entscheidend, auf die spezifischen Merkmale der Schmerzen und Begleitsymptome zu achten, um eine erste Einschätzung zu ermöglichen.
Symptome der trockenen Rippenfellentzündung
Wenn Sie starke, stechende Schmerzen im Brustkorb verspüren, die sich bei jedem Atemzug oder Husten verstärken, könnte dies auf eine trockene Rippenfellentzündung hindeuten. Betroffene atmen oft sehr flach, um die Schmerzen zu minimieren. Ein häufiges Begleitsymptom ist ein quälender Reizhusten, der typischerweise ohne Auswurf ist. Bei der ärztlichen Untersuchung kann der Arzt mit dem Stethoskop ein charakteristisches „Pleurareiben“ hören. Dieses Geräusch entsteht, wenn die entzündeten Schichten des Rippenfells beim Atmen aneinanderreiben. Interessanterweise können diese typischen Reibegeräusche im Verlauf der Krankheit verschwinden, selbst wenn die Entzündung weiterhin besteht, da sich mitunter minimale Flüssigkeitsansammlungen bilden können, die die Reibung dämpfen.
Symptome der feuchten Rippenfellentzündung
Im Gegensatz zur trockenen Form sind bei der feuchten Rippenfellentzündung die Brustschmerzen oft weniger ausgeprägt oder fehlen ganz. Der Grund dafür ist, dass sich durch den Pleuraerguss Flüssigkeit zwischen den beiden Blättern des Rippenfells ansammelt, die wie ein Polster wirkt und die schmerzhafte Reibung verhindert. Stattdessen dominieren Symptome wie ein Druckgefühl in der Brust und ausgeprägte Atemnot, da die Flüssigkeit die Lunge am Entfalten hindert. In seltenen Fällen können auch anfängliche Schmerzen im Schulterbereich auftreten. Dies geschieht, wenn die Flüssigkeitsansammlung den Zwerchfellnerv (Nervus phrenicus) reizt. Weitere Unterscheidungsmerkmale zur trockenen Form sind eine mögliche Gewichtszunahme aufgrund der Flüssigkeitseinlagerung und häufig auch hohes Fieber, während bei der trockenen Form meist nur eine leichte Temperaturerhöhung zu beobachten ist.
Die Diagnose: Den Beschwerden auf den Grund gehen
Die genaue Diagnose einer Rippenfellentzündung ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung und erfolgt in mehreren Schritten. Der erste und vielleicht wichtigste Schritt ist das ausführliche Arzt-Patienten-Gespräch, die sogenannte Anamnese. Hierbei ist es wichtig, dass Sie Ihre Beschwerden so präzise wie möglich beschreiben: Wann traten sie zum ersten Mal auf? Wie fühlen sich die Schmerzen an (stechend, dumpf, brennend)? Solche Details können dem Arzt wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung geben.
Ärztliche Untersuchung und Anamnese
Nach der Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung. Bei Verdacht auf eine trockene Rippenfellentzündung wird der Arzt mit einem Stethoskop über Ihren Brustkorb hören, um das charakteristische Pleurareiben festzustellen. Dieses Geräusch ist ein deutlicher Hinweis auf eine Entzündung der Rippenfellschichten, die aneinander reiben.
Bildgebende Verfahren
Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) ist ein unverzichtbares diagnostisches Werkzeug. Sie kann Aufschluss darüber geben, ob die Rippenfellentzündung durch eine Lungenentzündung verursacht wurde. Zudem sind größere Flüssigkeitsansammlungen, die typisch für eine feuchte Rippenfellentzündung sind, auf dem Röntgenbild gut sichtbar. Eine Ultraschalluntersuchung des Brustkorbs kann ebenfalls sehr hilfreich sein, um das Vorhandensein und das Ausmaß eines Pleuraergusses zu beurteilen, auch wenn dieser nur minimal ausgeprägt ist.
Blutuntersuchung
Um das Ausmaß der Entzündung im Körper zu bestimmen und weitere Hinweise auf die Ursache zu erhalten, wird in der Regel eine Blutuntersuchung durchgeführt. Bei einer Entzündung der Rippenfells sind typischerweise die allgemeinen Entzündungswerte im Blut erhöht. Dazu gehören die Leukozyten (weiße Blutkörperchen), das C-reaktive Protein (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG). Erhöhte Werte dieser Marker weisen auf einen entzündlichen Prozess im Körper hin und helfen dem Arzt, die Schwere der Erkrankung einzuschätzen.
Behandlung: Wege zur Genesung
Die Behandlung einer Rippenfellentzündung konzentriert sich primär auf die zugrunde liegende Ursache, da die Pleuritis selbst oft nur ein Symptom ist. Eine frühzeitige und adäquate Therapie der Grunderkrankung ist entscheidend für den Heilungserfolg und kann Komplikationen vorbeugen.
Behandlung der Grunderkrankung
Ist beispielsweise eine Lungenentzündung die Ursache der Rippenfellentzündung, hängt die weitere Behandlung von der Art des Erregers ab. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung wird eine antibiotische Therapie eingeleitet. Handelt es sich jedoch um eine virale Lungenentzündung, wirken Antibiotika nicht, und die Therapie beschränkt sich auf die Linderung der Symptome, während das Immunsystem des Körpers den Virus bekämpft.
Symptomatische Therapie
Unabhängig von der Grunderkrankung erhalten Patienten in der Regel schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente, um die Beschwerden zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Bei Reizhusten können zusätzlich hustenhemmende Arzneimittel (Antitussiva) verschrieben werden, um den Hustenreiz zu dämpfen und dem Patienten Erleichterung zu verschaffen, insbesondere bei trockener Rippenfellentzündung, wo jeder Hustenstoß Schmerzen verursachen kann.
Spezielle Behandlungen
Bei der trockenen Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca) kann ein spezielles Atemtraining sinnvoll sein. Dieses Training hilft, die Beweglichkeit des Rippenfells zu erhalten und zu verhindern, dass die entzündeten Schichten miteinander verwachsen. Da bei der feuchten Form die Flüssigkeit die Reibung und damit die Schmerzen verhindert, ist ein solches Atemtraining in diesen Fällen meist nicht notwendig.
Bei massiven Flüssigkeitsansammlungen im Pleuraspalt, die zu starker Atemnot führen, kann eine sogenannte Thoraxdrainage notwendig werden. Dabei wird unter lokaler Betäubung ein kleiner Schnitt im Brustkorb gemacht und ein dünner Plastikschlauch eingeführt, über den die überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper abgeleitet wird. Dies entlastet die Lunge und verbessert die Atmung erheblich.
Die Bedeutung der Bettruhe
Unabhängig von der spezifischen Therapie ist bei einer ausgeprägten Rippenfellentzündung strikte Bettruhe von großer Bedeutung. Die entzündlichen Prozesse im Brustkorb fordern das körpereigene Immunsystem enorm. Körperliche Schonung unterstützt den Körper dabei, seine Abwehrkräfte auf die Heilung zu konzentrieren und kann den Genesungsprozess positiv beeinflussen und beschleunigen.
Ursachen: Was steckt hinter der Entzündung?
Die Rippenfellentzündung ist, wie bereits erwähnt, oft ein Zeichen für eine andere Erkrankung und nicht die Erkrankung selbst. In vielen Fällen bleibt die genaue Ursache der Pleuritis unklar, insbesondere wenn der Verlauf gutartig ist und keine umfangreiche Diagnostik erforderlich scheint.
Häufige Auslöser
- Lungenentzündung (Pneumonie): Dies ist die häufigste Ursache. Die entzündlichen Prozesse im Lungengewebe können sich auf das angrenzende Rippenfell ausbreiten.
- Tuberkulose: Eine chronische Infektionskrankheit, verursacht durch Mycobakterium tuberculosis, die primär die Lunge befällt. Eine Rippenfellentzündung mit ausgeprägten Flüssigkeitseinlagerungen ist eine typische Begleiterscheinung. Weitere Symptome können Husten, Nachtschweiß, Appetitlosigkeit und Fieber sein. Tuberkulose ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die eine dringende Behandlung erfordert.
- Lungeninfarkt: Hierbei handelt es sich um das Absterben von Lungengewebe infolge eines Gefäßverschlusses, meist durch ein Blutgerinnsel. Auch dies kann zu einer lokalen Entzündung des Rippenfells führen.
- Krebserkrankungen: Bestimmte Tumoren, wie das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) oder das Pleuramesotheliom, können eine Rippenfellentzündung verursachen. Das Pleuramesotheliom ist besonders relevant, da es oft berufsbedingt bei Personen auftritt, die Asbest ausgesetzt waren.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie der Systemische Lupus erythematodes können Entzündungen in verschiedenen Körperteilen, einschließlich des Rippenfells, hervorrufen.
- Virale Infektionen: In selteneren Fällen können akute Virusinfektionen, beispielsweise durch das Coxsackie-B-Virus oder Herpes-Viren, eine Rippenfellentzündung auslösen.
Prävention: Kann man einer Rippenfellentzündung vorbeugen?
Da die Rippenfellentzündung meist eine Folgeerkrankung ist, ist eine direkte Vorbeugung schwierig. Der beste Ansatz ist, das Risiko der zugrunde liegenden Erkrankungen zu minimieren und das Immunsystem zu stärken. Patienten mit einer allgemeinen Immunschwäche können durch gezielte Maßnahmen das Risiko einer Rippenfellentzündung senken:
- Ausgewogene Ernährung: Eine nährstoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse liefert wichtige Vitamine und Mineralstoffe.
- Ausreichende Vitaminzufuhr: Besonders Vitamin C und D sind wichtig für die Immunabwehr.
- Zinkzufuhr: Zink ist ein essentielles Spurenelement für das Immunsystem und ist in Lebensmitteln wie Rindfleisch, Käse, Fisch und Hülsenfrüchten reichlich vorhanden.
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität fordert den Körper und stärkt das Immunsystem, macht es widerstandsfähiger gegen Infektionen.
Verlauf und Prognose: Wie lange dauert die Heilung?
Die Dauer einer Rippenfellentzündung ist stark vom Schweregrad der Entzündung und vor allem von der Art der zugrunde liegenden Grunderkrankung abhängig. Eine genaue zeitliche Angabe ist daher schwierig, aber die Genesung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Dauer der Erkrankung
- Virale Ursache: Bei viral bedingten Rippenfellentzündungen liegt die Dauer in der Regel zwischen ein bis zwei Wochen.
- Bakterielle Ursache: Bei einer bakteriellen Ursache kann sich das Krankheitsgeschehen auf bis zu vier Wochen ausdehnen. Eine frühzeitige antibiotische Behandlung kann diesen Zeitraum verkürzen.
- Krebsleiden: Liegt der Rippenfellentzündung eine Krebserkrankung zugrunde, kann bezüglich der Dauer keine allgemeingültige Aussage getroffen werden, da dies vom Stadium und der Behandelbarkeit des Krebses abhängt.
Im Allgemeinen heilt der Großteil der Rippenfellentzündungen folgenlos aus, insbesondere wenn die Behandlung frühzeitig eingeleitet wird. In einigen seltenen Fällen, wie bei unbehandelter Tuberkulose oder bestimmten Tumorerkrankungen, kann die Rippenfellentzündung jedoch zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tode führen.
Mögliche Komplikationen
Besonders bei einem schweren oder langwierigen Krankheitsverlauf können ernstzunehmende Komplikationen auftreten. Eine der häufigsten und bedeutsamsten Komplikationen sind Verwachsungen des Rippenfells, medizinisch als Pleuraschwarte oder Pleuraschwiele bezeichnet. Diese Verwachsungen resultieren aus den entzündlichen Prozessen und der damit verbundenen Einwanderung von Immunzellen, die Narbengewebe bilden.
Während der Heilungsphase können die einzelnen Schichten des Rippenfells eng aneinanderliegen. Wenn in diesem Bereich, oft bedingt durch eine schmerzbedingte flache Atmung, über längere Zeit kaum Bewegung stattfindet, können die Schichten dauerhaft miteinander verkleben. Eine Pleuraschwarte führt dazu, dass die Lunge fest mit dem Brustkorb verbunden ist und sich auch nach vollständiger Abheilung der Entzündung beim Atmen nicht mehr frei entfalten kann. Dies hat zur Folge, dass die betroffenen Patienten ein reduziertes Atemzugsvolumen aufweisen, was bedeutet, dass weniger Luft pro Atemzug in die Lunge gelangt. Dies kann die körperliche Belastbarkeit einschränken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Rippenfellentzündung:
Ist eine Rippenfellentzündung gefährlich?
Eine Rippenfellentzündung kann potenziell gefährlich sein, insbesondere wenn sie unbehandelt bleibt oder durch eine schwerwiegende Grunderkrankung wie Tuberkulose oder Krebs verursacht wird. Frühzeitig erkannt und behandelt, heilt sie jedoch meist folgenlos aus.
Kann eine Rippenfellentzündung von selbst heilen?
In milden Fällen, insbesondere bei viralen Ursachen, kann der Körper die Entzündung selbst bekämpfen. Es ist jedoch immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache festzustellen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, da schwerwiegende Ursachen eine spezifische Behandlung erfordern.
Wie lange muss ich bei einer Rippenfellentzündung Bettruhe halten?
Die Dauer der Bettruhe hängt vom Schweregrad der Entzündung und der Empfehlung Ihres Arztes ab. Im Allgemeinen ist körperliche Schonung und Bettruhe wichtig, um dem Körper die notwendige Energie für die Heilung zu geben. Dies kann von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen reichen.
Was ist der Unterschied zwischen trockener und feuchter Rippenfellentzündung?
Der Hauptunterschied liegt im Vorhandensein eines Pleuraergusses (Flüssigkeitsansammlung). Bei der trockenen Form kommt es zu starken, atemabhängigen Schmerzen durch Reibung der entzündeten Häute, während bei der feuchten Form die Flüssigkeit die Schmerzen dämpft, aber zu Atemnot und Druckgefühl führen kann.
Kann eine Rippenfellentzündung chronisch werden?
Ja, eine Rippenfellentzündung kann chronisch werden, insbesondere wenn die zugrunde liegende Ursache nicht vollständig behoben wird oder es zu Komplikationen wie Pleuraschwarten kommt. Chronische Verläufe sind seltener, können aber die Lungenfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
Welche Hausmittel helfen bei Rippenfellentzündung?
Hausmittel können die Symptome lindern, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung. Warme Wickel auf der Brust können Schmerzen und Hustenreiz lindern. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr und körperliche Schonung sind ebenfalls wichtig. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, bevor Sie Hausmittel anwenden.
Ist Sport bei Rippenfellentzündung erlaubt?
Nein, während einer akuten Rippenfellentzündung ist körperliche Schonung und Bettruhe unerlässlich. Sport würde den Körper zusätzlich belasten und den Heilungsprozess verzögern oder Komplikationen fördern. Nach der Genesung sollte der Wiedereinstieg in sportliche Aktivitäten schrittweise und nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.
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