23/04/2024
Pickel und Akne sind Hautprobleme, die viele Menschen, nicht nur Jugendliche, betreffen können. Sie sind nicht nur ästhetisch störend, sondern können auch das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Die gute Nachricht ist, dass es eine Vielzahl von wirksamen Strategien und Behandlungen gibt, um diese hartnäckigen Hautunreinheiten in den Griff zu bekommen und ein klareres, gesünderes Hautbild zu fördern. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die besten Methoden, von der täglichen Pflegeroutine bis hin zu medizinischen Therapien, damit Sie die Kontrolle über Ihre Haut zurückgewinnen können.

Die Ursachen für Pickel und Akne sind vielfältig und reichen von hormonellen Schwankungen über eine übermäßige Talgproduktion bis hin zu verstopften Poren und bakteriellen Entzündungen. Das Verständnis dieser Faktoren ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung. Doch egal, ob Sie nur gelegentlich mit einzelnen Pickeln zu kämpfen haben oder unter einer schwereren Form der Akne leiden, es gibt Wege, wie Sie Ihr Hautbild deutlich verbessern können.
- Pflege ist der Schlüssel: Die Basis für reine Haut
- Sonne und Akne: Ein komplexes Verhältnis
- Ernährung und Hautbild: Was gehört auf den Teller?
- Wann ist der Arztbesuch ratsam? Medizinische Hilfe bei Akne
- Das Dilemma der Aknenarben: Vorbeugen und Behandeln
- Frei verkäufliche Produkte: Was hilft wirklich?
- Ihre tägliche Pflegeroutine gegen Pickel und Mitesser
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Pflege ist der Schlüssel: Die Basis für reine Haut
Eine konsequente und angepasste Hautpflegeroutine bildet das Fundament jeder erfolgreichen Aknebehandlung. Es geht nicht darum, die Haut zu „schrubben“ oder mit aggressiven Mitteln auszutrocknen, sondern sie sanft und effektiv zu reinigen und zu pflegen. Zu häufiges Waschen oder die Verwendung von zu scharfen Produkten kann das natürliche Bakterienmilieu der Haut, das sogenannte Mikrobiom, zerstören und die Situation sogar verschlimmern.
Die richtige Reinigung
Beginnen Sie Ihre Pflegeroutine stets mit einer gründlichen, aber sanften Reinigung. Verwenden Sie pH-neutrale und seifenfreie Waschlotionen. Diese Produkte respektieren den natürlichen Säureschutzmantel Ihrer Haut und beugen Irritationen vor. Ein antibakterielles Waschgel kann zusätzlich helfen, die Bakterienflora auf der Haut zu kontrollieren, die zur Entstehung von Pickeln beitragen kann. Es ist wichtig, die Haut morgens und abends zu reinigen, um Make-up, Schweiß, überschüssigen Talg und Schmutz zu entfernen, die die Poren verstopfen könnten.
Feuchtigkeitspflege und Produktwahl
Nach der Reinigung benötigt die Haut Feuchtigkeit. Wählen Sie hierfür unbedingt Feuchtigkeitspflegeprodukte auf Wasserbasis. Fettige oder ölige Cremes sollten Sie tunlichst vermeiden, da diese die Poren zusätzlich verstopfen und die Bildung neuer Unreinheiten fördern können. Das Gleiche gilt für Make-up und Sonnenschutzmittel: Achten Sie hier auf nicht-komedogene (Poren nicht verstopfende) und fettfreie Varianten. Es gibt spezielle Produktlinien, die explizit für zu Akne neigende Haut entwickelt wurden und eine gute Verträglichkeit gewährleisten.
Der goldene Tipp: Finger weg von Pickeln!
Einer der wichtigsten Ratschläge im Umgang mit Pickeln ist: Legen Sie selbst keine Hand an! Das Ausdrücken von Pickeln kann die Entzündung verschlimmern, Bakterien tiefer in die Haut drücken und unschöne Narben hinterlassen. Besonders gefährlich ist das Ausdrücken von Pickeln im sogenannten „Gefahrendreieck“ des Gesichts – dem Bereich oberhalb der Oberlippe, seitlich der Nase und zum Augenwinkel hin. Aufgrund der direkten Gefäß- und Lymphbahnverbindungen zum Gehirnbereich besteht hier die ernste Gefahr einer Keimverschleppung oder eines Verschlusses bestimmter Gefäße (Sinusvenenthrombose), was schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Lassen Sie das Entfernen von hartnäckigen Unreinheiten lieber einer professionellen Kosmetikerin oder einem Dermatologen über.
Sonne und Akne: Ein komplexes Verhältnis
Manchmal entsteht der Eindruck, dass Sonnenbestrahlung einen heilenden Effekt auf Akne hat. Dieser Schein trügt jedoch meist. Oftmals liegt es lediglich daran, dass Pickel auf gebräunter Haut weniger auffällig sind. Tatsächlich kann UV-Strahlung das Hautbild bei Akne eher verschlechtern. Sie kann die Talgproduktion anregen und zu einer Verdickung der Haut führen, was die Poren verstopft. Zudem machen viele der gegen Akne eingesetzten Wirkstoffe die Haut empfindlicher für UV-Licht, wodurch es schneller zu Hautschäden wie einem Sonnenbrand kommen kann. Daher sollten sich Menschen mit Akne nicht übermäßig der Sonne aussetzen und stets einen geeigneten, fettfreien Sonnenschutz verwenden.
Ernährung und Hautbild: Was gehört auf den Teller?
Die Frage nach dem Einfluss der Ernährung auf Akne ist komplex, und es gibt keine allgemeingültige Empfehlung, die für jeden passt. Wissenschaftliche Studien liefern hierzu unterschiedliche Ergebnisse, und die Zusammenhänge sind oft individuell. Wer jedoch feststellt, dass bestimmte Nahrungsmittel sich ungünstig auf die eigene Haut auswirken, kann seine Ernährung natürlich entsprechend umstellen. Wichtig ist dabei, dass keine Mangelerscheinungen an wichtigen Nährstoffen entstehen.

Häufig handelt es sich bei den verdächtigen Lebensmitteln um solche, die viele schnell aufgenommene Kohlenhydrate enthalten, wie zum Beispiel Produkte mit viel Zucker (Schokoriegel, Süßigkeiten) oder Weißmehlprodukte. Auch bestimmte Fettsäuren könnten bei erhöhter Aufnahme eine Rolle bei der Entstehung von Akne spielen. Einige Studien diskutieren zudem, ob übermäßiger Genuss von Milch oder Milchprodukten sich negativ auf das Hautbild auswirken kann. Im Gegensatz dazu ist eine obst- und vor allem gemüsereiche Kost in der Regel sinnvoll und fördert die Hautgesundheit.
Wann ist der Arztbesuch ratsam? Medizinische Hilfe bei Akne
Wenn die Akne schwerwiegender ist oder frei verkäufliche Mittel und eine angepasste Pflegeroutine keine ausreichende Besserung bringen, ist es Zeit, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Ein Dermatologe kann den Schweregrad der Akne beurteilen und die passende medikamentöse Therapie verordnen, die entweder äußerlich oder innerlich angewendet wird. Die Wahl der Medikamente hängt davon ab, ob eher die Entzündung, die übermäßige Talgproduktion oder die Verstopfung der Talgdrüsen im Vordergrund steht.
Äußerliche Therapien (Topische Anwendungen)
Diese Behandlungen werden direkt auf die betroffenen Hautregionen aufgetragen und sind in Form von Cremes, Gelen oder Lösungen erhältlich. Sie zielen darauf ab, Entzündungen zu mindern und die Ausbreitung der Akne zu verhindern.
| Wirkstoff | Hauptwirkung | Anwendungshinweis |
|---|---|---|
| Benzoylperoxid | Bakterienabtötend (keine Resistenzbildung) | Wirkt primär gegen Bakterien, die an der Akneentstehung beteiligt sind. |
| Antibiotika (topisch) | Entzündungshemmend, antibakteriell | Bekämpfen Bakterien in den Talgdrüsen. Nur auf Rezept und nicht allein anwenden (Resistenzgefahr). |
| Retinoide (Vitamin-A-Säure-Präparate) | Gegen Verhornung, entzündungshemmend, reduziert Mitesser | Sehr effektiv bei allen Akneformen. Auch zur Erhaltungstherapie. Verschreibungspflichtig, Nebenwirkungen beachten. |
| Azelainsäure | Reduziert Verhornung, entzündungshemmend, antibakteriell | Geeignet für die langfristige Erhaltungstherapie. |
| Salicylsäurehaltige Präparate | Gegen Verhornung, leicht antientzündlich und antibakteriell | Mildere Wirkung, oft in freiverkäuflichen Produkten enthalten. |
Systemische Therapien (Tabletten)
Bei schwereren Akneformen kann es notwendig sein, Medikamente innerlich, also in Form von Tabletten, einzunehmen. Diese wirken systemisch auf den gesamten Körper.
- Hormonpräparate: Bei Frauen kann die Akne unter Einnahme bestimmter Antibabypillen, die einen anti-männlichen Hormonanteil enthalten, besser werden. Die Wirkung auf die Talgproduktion setzt jedoch oft erst nach mehreren Monaten ein und muss immer mit äußerlich angewandten Mitteln kombiniert werden.
- Antibiotika: Systemische Antibiotika sollen in erster Linie die Entzündung von innen heraus bekämpfen und wirken zusätzlich antibakteriell. Auch sie werden stets mit äußerlichen Mitteln kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen.
- Retinoide (Isotretinoin): Diese sind die potentesten Medikamente bei schwerster Akne und können selbst bei hartnäckigen Fällen wirksam sein. Sie haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen, über die Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie umfassend aufklären wird. Besonders wichtig ist, dass Retinoide Schäden beim ungeborenen Kind hervorrufen können. Daher muss bei Frauen, die diese Mittel anwenden, eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine sichere Verhütung während der gesamten Behandlungsdauer sowie je nach Präparat auch noch mindestens einen Monat oder länger nach Absetzen der Medikamente gewährleistet sein.
Das Dilemma der Aknenarben: Vorbeugen und Behandeln
Das wichtigste Ziel jeder Aknebehandlung ist es, die Entstehung von Narben von vornherein zu verhindern. Deshalb ist ein rechtzeitiger Therapiebeginn und das konsequente Einhalten der Behandlung so entscheidend. Auch das bereits erwähnte „Finger weg von Pickeln!“ trägt maßgeblich zur Narbenprävention bei.
Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Aknenarben gekommen, gibt es verschiedene Methoden, diese zu kaschieren oder zu beseitigen. Die Wahl der geeigneten Methode hängt vom Typ der Narbe ab. Das Spektrum reicht von stark deckendem Make-up, mit dem die Narben überschminkt werden können, über Behandlungen mit chemischen Peelings, Kältetherapie (Kryotherapie) oder Kortisonspritzen bis hin zu operativen Eingriffen oder Lasertherapien. Ob und welche Verfahren für Sie infrage kommen, besprechen Sie am besten mit einem auf Hautkrankheiten und Narbenbehandlung spezialisierten Dermatologen.
Frei verkäufliche Produkte: Was hilft wirklich?
Der Markt ist überschwemmt mit Anti-Pickel-Cremes, Gelen, Patches und Abdeckstiften, die schnelle Ergebnisse versprechen. Die Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung zwölf solcher Mittel getestet und kam zu dem Ergebnis: Wundermittel gibt es nicht. Dennoch gibt es Produkte, die eine positive Wirkung zeigen und die Pickel effektiv reduzieren können. Im Test schnitten beispielsweise der Garnier Jade Hautklar S.O.S. Anti-Pickel-Stift, die Clearasil Akut Pickel-Creme und die Rossmann Synergen Clearface Anti-Pickel Patches gut ab. Sie helfen, Pickel zu reduzieren und sind angenehm in der Anwendung. Solche Produkte können bei leichteren Akneformen eine gute Unterstützung sein, ersetzen aber bei stärkeren Beschwerden nicht den Gang zum Arzt.

Ihre tägliche Pflegeroutine gegen Pickel und Mitesser
Eine konsistente Pflegeroutine ist entscheidend für den langfristigen Erfolg im Kampf gegen Hautunreinheiten. Hier ist ein einfacher, aber effektiver Plan:
- Schritt 1: Reinigen. Der erste Schritt Ihrer morgendlichen und abendlichen Gesichtspflegeroutine sollte immer die Reinigung der Haut sein. Verwenden Sie ein nicht-komedogenes, sanftes und idealerweise antibakterielles Waschgel. Dies entfernt Make-up, Schweiß, Talg und Schmutz und bereitet die Haut optimal auf die Aufnahme weiterer Pflegeprodukte vor.
- Schritt 2: Pflegen. Tragen Sie nach der Reinigung eine leichte, feuchtigkeitsspendende Creme auf Wasserbasis auf. Vermeiden Sie schwere, fettige Cremes. Bei Bedarf können Sie auch spezielle Akne-Cremes mit Wirkstoffen wie Benzoylperoxid oder Salicylsäure nach Anweisung verwenden.
- Schritt 3: Spezielle Pflege (optional). Bei Bedarf können Sie gezielt Anti-Pickel-Patches oder -Stifte auf einzelne Unreinheiten auftragen.
Tipp für die wöchentliche Routine: Ergänzen Sie Ihre tägliche Pflege ein- bis zweimal pro Woche mit einem nicht-komedogenen Waschpeeling. Dies entfernt abgestorbene Hautpartikel, die die Poren verstopfen können, und hilft, die Poren offen zu halten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann die Ernährung Akne verursachen oder heilen?
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine bestimmte Ernährung Akne direkt verursacht oder heilt. Allerdings können bestimmte Lebensmittel, insbesondere solche mit hohem Zucker- und schnell verdaulichem Kohlenhydratanteil oder übermäßiger Milchkonsum, bei manchen Menschen das Hautbild negativ beeinflussen. Eine ausgewogene, gemüsereiche Ernährung ist jedoch immer förderlich für die allgemeine Gesundheit und kann auch die Haut unterstützen.
Ist Sonne gut für Akne?
Nein, der Eindruck, dass Sonne Akne heilt, ist trügerisch. UV-Strahlung kann Akne sogar verschlimmern, indem sie die Talgproduktion anregt und die Haut verdickt. Zudem machen viele Akne-Medikamente die Haut empfindlicher für Sonnenlicht. Ein fettfreier Sonnenschutz ist daher unerlässlich.
Sollte ich meine Pickel ausdrücken?
Nein, auf keinen Fall. Das Ausdrücken von Pickeln kann die Entzündung verschlimmern, zu Infektionen führen und dauerhafte Narben hinterlassen. Besonders gefährlich ist das Ausdrücken im Bereich oberhalb der Oberlippe und seitlich der Nase, da hier das Risiko einer Keimverschleppung in tiefere Bereiche besteht. Überlassen Sie das lieber einer professionellen Kraft.
Wann sollte ich wegen meiner Akne zum Arzt gehen?
Wenn frei verkäufliche Mittel und eine gute Pflegeroutine keine ausreichende Besserung bringen, die Akne sich verschlimmert, schmerzhaft ist oder Sie unter starken Entzündungen oder sogar Narbenbildung leiden, sollten Sie unbedingt einen Dermatologen aufsuchen. Ein Arzt kann eine genaue Diagnose stellen und eine auf Ihren Hautzustand zugeschnittene, effektive Therapie einleiten.
Der Kampf gegen Pickel und Akne kann eine Herausforderung sein, aber mit der richtigen Strategie, Geduld und gegebenenfalls professioneller Unterstützung ist ein klareres Hautbild absolut erreichbar. Beginnen Sie noch heute mit der Umsetzung dieser Tipps und geben Sie Ihrer Haut die Pflege, die sie verdient, um wieder zu strahlen.
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