14/08/2024
Die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Pferde liegen uns Reitern am Herzen. Eine entspannte und geschmeidige Muskulatur ist dabei nicht nur die Basis für optimale Leistung im Sport, sondern auch entscheidend für die allgemeine Lebensqualität unserer Vierbeiner. Verspannungen können Schmerzen verursachen, die Beweglichkeit einschränken und sogar zu Verhaltensänderungen führen. Hier kommen moderne Massagegeräte ins Spiel, die eine einfache und effektive Möglichkeit bieten, die Muskulatur des Pferdes zu lockern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Doch welche Geräte eignen sich am besten für den Einsatz am Pferd? Unser umfassender Praxistest hat sechs verschiedene Modelle unter die Lupe genommen, um Reitern eine fundierte Entscheidungshilfe zu bieten. Wir haben uns angesehen, welche Techniken zum Einsatz kommen, wie leicht die Geräte zu bedienen sind und welche Vor- und Nachteile sie im täglichen Gebrauch aufweisen.

- Warum Pferde-Massagegeräte unverzichtbar sind
- Unser Praxistest: Sechs Geräte auf dem Prüfstand
- Verschiedene Massagetechniken im Überblick
- Anleitungen und Service: Wissen ist Macht
- Expertentipps für die korrekte Anwendung
- Die Sprache des Pferdes verstehen: Zeichen der Entspannung
- Vergleichstabelle der getesteten Pferde-Massagegeräte
- Häufig gestellte Fragen zu Pferde-Massagegeräten
Warum Pferde-Massagegeräte unverzichtbar sind
Regelmäßige Massagen sind ein bewährtes Mittel zur Lockerung von Muskelverspannungen, zur Förderung der Durchblutung und zur Steigerung der Elastizität des Gewebes. Gerade bei Sportpferden, aber auch bei älteren Tieren oder Pferden mit spezifischen Problemen, kann eine gezielte Massage Wunder wirken. Sie hilft nicht nur, bestehende Verspannungen zu lösen, sondern beugt auch neuen vor und trägt maßgeblich zur Regeneration nach Belastung bei. Während manuelle Massagen viel Wissen und Geschick erfordern, ermöglichen spezielle Massagegeräte eine einfache und jederzeit verfügbare Anwendung. Sie sind eine wertvolle Ergänzung zur professionellen physiotherapeutischen Behandlung und erlauben es dem Pferdebesitzer, aktiv zur Gesundheit seines Tieres beizutragen. Die Wahl des richtigen Gerätes ist jedoch entscheidend, denn Pferde sind sensible Lebewesen, die auf Geräusche, Vibrationen und Handhabung unterschiedlich reagieren können.
Unser Praxistest: Sechs Geräte auf dem Prüfstand
Um eine realistische Einschätzung der am Markt erhältlichen Massagegeräte zu ermöglichen, haben wir sechs verschiedene Modelle in der Praxis getestet: das Novafon power 2, das W-Health & Care Massagegerät Pro, die OrthoGun 3.0, das Horse Relaxe, das Wackaro und den Massage Mitt Hotspot. Unser Testteam bestand aus erfahrenen Reitern und drei sensiblen Stuten, deren Reaktionen auf die Geräte genau beobachtet wurden. Diese praxisnahe Erprobung ermöglichte es uns, nicht nur technische Spezifikationen zu bewerten, sondern auch die tatsächliche Akzeptanz durch die Pferde und die Handhabung im Stallalltag zu beurteilen. Von der Einschaltfunktion über die Geräuschentwicklung bis hin zur Reinigung haben wir alle relevanten Aspekte beleuchtet.
Bedienung und Benutzerfreundlichkeit: Licht und Schatten im Alltag
Die erste Hürde im Umgang mit einem Massagegerät ist oft die Inbetriebnahme. Erfreulicherweise ließen sich alle getesteten Geräte per Knopfdruck einfach einschalten. Eine kleine Ausnahme bildete das W-Health & Care Massagegerät Pro, bei dem die Testperson etwas experimentieren musste, da ein einfacher Knopfdruck zunächst nur den Batterieladestand anzeigte. Sobald die Geräte liefen, war der Wechsel zwischen den Intensitäten meist intuitiv per Knopfdruck möglich – beim Novafon power 2 sogar zusätzlich über eine App. Eine interessante Beobachtung machten wir hinsichtlich der Displays: Während im Stall alle Leuchtanzeigen sehr gut ablesbar waren, gestaltete sich dies draußen, sowohl bei bewölktem Himmel als auch bei Sonnenschein, als schwierig. Die Anzeigen für Intensitätsstufe oder Wärmeaktivierung waren bei allen Geräten unter diesen Bedingungen kaum zu erkennen. Dies ist ein kleiner, aber relevanter Punkt für alle, die ihr Pferd gerne im Freien massieren.
Lautstärke im Stall: Ein entscheidender Faktor für sensible Pferde
Pferde sind Fluchttiere mit einem ausgezeichneten Gehör. Die Lautstärke eines Massagegerätes spielt daher eine entscheidende Rolle für die Akzeptanz und die Entspannung des Tieres. In unserem Test gab es hier erhebliche Unterschiede. Als wir das Wackaro einschalteten, fielen alle Pferde am Putzplatz kurz in Schockstarre. Mit bis zu 70 Dezibel ist dieses Gerät vergleichbar mit einem kleinen Rasenmäher. Nach einer kurzen Gewöhnungszeit entspannten sich unsere drei Testpferde jedoch auch mit dem Wackaro. Für die Testperson blieb die Lautstärke jedoch gewöhnungsbedürftig. Deutlich leiser waren das W-Health & Care Massagegerät Pro sowie das Horse Relaxe. Am leisesten und somit pferdefreundlichsten präsentierten sich die OrthoGun 3.0, der Massage Mitt Hotspot und das Novafon power 2. Diese geringe Geräuschentwicklung trägt maßgeblich zur Akzeptanz bei sensiblen Pferden bei und fördert eine tiefere Entspannung.
Handhabung, Gewicht und Akkulaufzeit: Praktische Aspekte für Reiter
Neben der Lautstärke ist auch die Handhabung des Gerätes im täglichen Gebrauch von großer Bedeutung. Alle Produkte, vom leichtesten Gerät (Novafon power 2 mit 250 Gramm) bis zum schwersten (OrthoGun 3.0 mit 770 Gramm), konnten von unserer Testperson problemlos mit einer Hand am Pferd gehalten werden. Lediglich der Massage Mitt Hotspot erwies sich aufgrund seiner Form und Griffvorrichtung bei kleineren Testpferden an Körperpartien wie dem Hals als etwas umständlicher zu halten. Deutlichere Differenzen zeigten sich bei der Akkulaufzeit: Hier reichte die Spanne von rund 1,5 Stunden beim Massage Mitt Hotspot bis zu beeindruckenden 6 Stunden bei der OrthoGun 3.0. Eine längere Akkulaufzeit ist besonders praktisch für Reiter, die mehrere Pferde massieren oder das Gerät über längere Zeiträume nutzen möchten, ohne ständig nachladen zu müssen.
Hygiene leicht gemacht: Reinigung der Massagegeräte
Nach jeder Massage kleben an den Geräten Talg, Dreck und Pferdehaare – eine hygienische Reinigung ist daher unerlässlich. Alle Massagegeräte ließen sich problemlos mit einem feuchten Tuch reinigen. Am einfachsten gestaltete sich das Abwischen der Massageköpfe bei der OrthoGun 3.0, dem W-Health & Care Massagegerät Pro, dem Novafon power 2 sowie dem Massage Mitt Hotspot. Etwas aufwändiger war die Säuberung des Wackaro mit seinen vier Massageköpfen und des Horse Relaxe, bei dem das Netz mehrmals abgewischt werden musste. Eine einfache Reinigung ist ein großer Pluspunkt im Stallalltag und trägt zur Langlebigkeit des Gerätes bei.
Verschiedene Massagetechniken im Überblick
Um verspannte Muskeln zu lockern, setzen die Hersteller der Massagegeräte auf unterschiedliche Techniken, die jeweils ihre spezifischen Vorteile haben. In unserem Test begegneten wir hauptsächlich drei verschiedenen Ansätzen:
- Rotierende Massageköpfe: Geräte wie das Wackaro und das Horse Relaxe nutzen sich drehende Massageköpfe, die eine knetende Bewegung simulieren. Diese Technik ist oft gut geeignet, um größere Muskelpartien zu bearbeiten und eine tiefe Wirkung zu erzielen.
- Perkussive Therapie: Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Druck und Vibration, wie sie bei den Massagepistolen OrthoGun 3.0 und dem W-Health & Care Massagegerät Pro zum Einsatz kommt. Diese Technik erzeugt schnelle, pulsierende Bewegungen, die tief in das Muskelgewebe eindringen und Verspannungen effektiv lösen können. Sie ist besonders beliebt für die gezielte Behandlung von Triggerpunkten.
- Sanfte Vibrationen ohne Druck: Geräte wie der Massage Mitt Hotspot und das Novafon power 2 arbeiten primär mit sanften Vibrationen. Diese Technik ist besonders schonend und eignet sich hervorragend für empfindliche Pferde oder Bereiche, die nicht mit starkem Druck behandelt werden sollen. Die feinen Schwingungen können dennoch tiefgreifend wirken und die Durchblutung anregen.
Die Wahl der Technik hängt oft von den individuellen Bedürfnissen des Pferdes und den Präferenzen des Reiters ab. Einige Pferde bevorzugen sanfte Vibrationen, während andere gut auf perkussive oder rotierende Bewegungen ansprechen.
Frequenzbereiche und Intensität: Individuelle Anpassung für jedes Pferd
Die Möglichkeit, die Intensität der Massage individuell anzupassen, ist von großer Bedeutung, um auf das Pferd und dessen Tagesform eingehen zu können. Die OrthoGun 3.0 beispielsweise erlaubt Reitern, zwischen 1200 und 3200 Stößen pro Minute zu wechseln. Das Novafon power 2 arbeitet mit Vibrationen in unterschiedlichen Frequenzen (50, 75 oder 100 Hertz) mit jeweils mehreren Intensitätsstufen, die sowohl am Gerät als auch bequem per Bluetooth-Verbindung über eine Gratis-App am Handy eingestellt werden können. Die App bietet sogar noch zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten und mehr Intensitäten, was eine sehr feine Anpassung ermöglicht. Lediglich beim Wackaro war im Test unklar, über wie viele Massageintensitäten das Gerät verfügt, da sich die Massageköpfe je nach Einstellung mal langsamer, mal schneller und mal in unterschiedliche Richtungen drehen. Je differenzierter die Intensität angepasst werden kann, desto besser kann die Massage auf die individuellen Bedürfnisse des Pferdes abgestimmt werden, was die Effektivität der Behandlung deutlich steigert.
Wärmefunktion und Kühlung: Zusätzlicher Komfort für die Muskeln
Einige Massagegeräte bieten zusätzlich zur mechanischen Wirkung auch Wärme- oder sogar Kühlfunktionen an, die den Entspannungseffekt verstärken können. Das Horse Relaxe verfügt über eine Wärmefunktion, die nach Herstellerangaben circa 38 °C erreicht. Im Praxistest war diese Wärme direkt nach dem Einschalten kaum spürbar, entwickelte sich aber nach etwa einer halben Minute zu einer leichten Wärme. Auch der Massage Mitt Hotspot kann sich bei Bedarf leicht erwärmen (nach Herstellerangabe bis zu 42 °C), was im Test deutlich fühlbar war. Das W-Health & Care Massagegerät Pro geht noch einen Schritt weiter und bietet eine Wärmefunktion in drei Stufen bis zu 45 °C sowie eine kühlende Funktion, bei der sich der Massagekopf in drei Stufen auf bis zu 5 °C herunterkühlen lässt. Beide Funktionen waren im Praxistest sofort nach dem Einschalten des Geräts deutlich spürbar und bieten vielseitige Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere bei beanspruchter Muskulatur oder zur Förderung der Entspannung.
Der richtige Druck: Weniger ist oft mehr
Ein häufiger Fehler bei der Anwendung von Massagegeräten ist zu viel Druck. In unserem Test haben wir alle Massagegeräte lediglich auf der geringsten Intensitätsstufe am Pferd angewendet. Allein dies reichte bei allen drei Testpferden aus, um für sichtbare Entspannung zu sorgen: Die Augen fielen zu, Kopf und Hals senkten sich, die Pferde schleckten und kauten und gähnten teilweise. Dies zeigt deutlich, dass es bei der Pferdemassage nicht auf maximale Kraft, sondern auf die richtige Technik und die Reaktion des Tieres ankommt. Wie viel Druck tatsächlich nötig ist, um Verspannungen bei Pferden zu lösen, ist individuell sehr verschieden. Beginnen Sie immer sanft und steigern Sie die Intensität gegebenenfalls allmählich. Dabei ist es entscheidend, das Pferd genau zu beobachten: Hebt es Kopf und Hals, schlägt es mit dem Schweif, legt es die Ohren an oder weicht es aus, ist der Druck wahrscheinlich zu stark. Zudem gibt es Muskelpartien, die empfindlicher sind, wie beispielsweise die Genickmuskulatur. An anderen Stellen, wie an der Kruppe, mögen manche Tiere hingegen festeren Druck. Hören Sie auf Ihr Pferd!
Nicht nur für Pferde: Auch Reiter profitieren!
Eine erfreuliche Nachricht für alle Reiter: Auf Nachfrage bei den Herstellern stellte sich heraus, dass alle getesteten Massagegeräte nicht nur für Pferde, sondern auch für den Menschen genutzt werden können. Unsere Autorin Christiane Wehnert probierte es selbst aus: Ihre Beinmuskeln waren nach einem Lauftraining strapaziert und wurden mit den Geräten sehr gut gelockert. Am liebsten griff sie hierfür zum Novafon power 2, zur OrthoGun 3.0 sowie zum W-Health & Care Massagegerät Pro. Dies macht die Anschaffung eines solchen Gerätes noch attraktiver, da es sowohl dem Vierbeiner als auch dem Zweibeiner zugutekommen kann.
Anleitungen und Service: Wissen ist Macht
Ein Massagegerät ist nur so gut wie die Anleitung zu seiner richtigen Nutzung. Hier punktete der Hersteller Novafon mit dem besten Service: Er bietet ein kostenloses Anwendungsbuch mit über 70 Seiten, das viele einfach erklärte Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Pferdebesitzer enthält. Zusätzlich kann eine kostenlose App heruntergeladen werden, die sich mit dem Massagegerät verbinden lässt und zahlreiche hilfreiche Erklärvideos nicht nur für Pferde, sondern auch für Katzen, Hunde und Menschen bereithält. Ergänzt wird dieses Angebot durch kostenlose telefonische Anwendungsberatungen und Web-Seminare, in denen Grundlagenwissen vermittelt und Fragen gestellt werden können – ein Top-Service, der die korrekte Anwendung des Gerätes enorm erleichtert und die Effektivität der Massage steigert.
Zur Massagepistole OrthoGun 3.0 gibt es ebenfalls eine Gratis-App, die Informationen rund um das Produkt (u.a. Tipps und Tricks, Reinigung) sowie sehr gute Anleitungsvideos bietet. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Filme die Anwendung des Geräts nur am Menschen, nicht am Pferd, zeigen.
Die Hersteller von Horse Relaxe, Wackaro und Massage Mitt Hotspot stellen ebenfalls Erklärvideos auf YouTube zur Verfügung, wobei die Videos für Wackaro und Massage Mitt Hotspot nur auf Englisch verfügbar sind. Für das erst im Herbst 2023 auf den Markt gekommene W-Health & Care Massagegerät Pro waren zum Testzeitpunkt noch keine Videos vorhanden, sind aber mittlerweile auf YouTube zu finden. Ein guter Support und verständliche Anleitungen sind entscheidend, um das volle Potenzial eines Massagegerätes ausschöpfen zu können.
Expertentipps für die korrekte Anwendung
Pferdephysiotherapeutin Katrin Obst, die bereits Massagegeräte für Pferde in der TV-Sendung "hundkatzemaus" getestet hat, gibt wertvolle Ratschläge zur richtigen Vorgehensweise bei der Massage: "Am besten fängt man hinter den Ohren am Genick an und arbeitet sich langsam nach hinten – auf beiden Seiten. Unbesorgt massieren kann man unter anderem die Hals-, Brust- sowie Rückenmuskulatur und die Hinterhand mit ihren großen Muskeln." Vorsicht ist grundsätzlich vor allem bei Knochenvorsprüngen und Gelenken geboten. "Hier sollte man lieber nicht mit einem Gerät drübergehen. Das ist sonst unangenehm fürs Pferd", warnt Katrin Obst.
Sie hat noch einen wichtigen Tipp: "Die besten Ergebnisse erzielt man übrigens, wenn man sein Pferd vor dem Einsatz eines Massagegeräts von einem Physiotherapeuten oder Osteopathen durchchecken lässt", sagt Katrin Obst. "Der Experte kann dem Besitzer dann nämlich genau zeigen, wo die Problemzonen des Pferds liegen, also wo man am besten massieren sollte, wie oft und mit welcher Intensität. So unterstützt der Besitzer die Arbeit des Therapeuten." Eine professionelle Einschätzung vorab kann die Effektivität der Eigenanwendung maximieren und sicherstellen, dass die Massage optimal auf die individuellen Bedürfnisse des Pferdes abgestimmt ist.
Die Sprache des Pferdes verstehen: Zeichen der Entspannung
Während der Massage ist es entscheidend, auf die Signale Ihres Pferdes zu achten. Sendet Ihr Pferd Zeichen wie Schlecken, Kauen, Schnauben, Schütteln oder Gähnen, während Sie es massieren, haben Sie alles richtig gemacht. Diese Verhaltensweisen sind deutliche Indikatoren für Entspannung und Wohlbefinden. Sie zeigen, dass die Massage angenehm für das Pferd ist und die gewünschte Wirkung erzielt wird. Genau dieses Wohlbefinden wollen wir erreichen, wenn wir unsere Vierbeiner kneten – oder auch: kneten lassen.
Vergleichstabelle der getesteten Pferde-Massagegeräte
| Gerät | Massagetechnik | Lautstärke | Akkulaufzeit (ca.) | Reinigung | Wärme/Kühlung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Novafon power 2 | Sanfte Vibrationen | Sehr leise | Im mittleren Bereich | Sehr einfach (Köpfe abwischbar) | Nein | Medizinprodukt (Mensch), App-Steuerung, umfangreicher Support |
| W-Health & Care Massagegerät Pro | Perkussiv (Druck & Vibration) | Etwas lauter | Im mittleren Bereich | Einfach (Köpfe abwischbar) | Ja (bis 45°C), Ja (bis 5°C) | Kühlung, einfache Bedienung, Leuchtanzeige draußen schlecht |
| OrthoGun 3.0 | Perkussiv (Druck & Vibration) | Sehr leise | Bis zu 6 Stunden (längste) | Sehr einfach (Köpfe abwischbar) | Nein | Lange Akkulaufzeit, App (Mensch-Anwendung), Leuchtanzeige draußen schlecht |
| Horse Relaxe | Rotierende Massageköpfe | Etwas lauter | Im mittleren Bereich | Etwas aufwändiger (Netz) | Ja (ca. 38°C, langsam spürbar) | Wärmefunktion, Leuchtanzeige draußen schlecht |
| Wackaro | Rotierende Massageköpfe | Relativ laut (bis 70 dB) | Im mittleren Bereich | Etwas aufwändiger (4 Köpfe) | Nein | Gewöhnungsbedürftige Lautstärke, Leuchtanzeige draußen schlecht |
| Massage Mitt Hotspot | Sanfte Vibrationen (ohne Druck) | Sehr leise | Ca. 1,5 Stunden (kürzeste) | Einfach (Köpfe abwischbar) | Ja (bis 42°C, deutlich spürbar) | Kompakt, Wärmefunktion, umständlicher am Hals, Leuchtanzeige draußen schlecht |
Häufig gestellte Fragen zu Pferde-Massagegeräten
Sind Massagegeräte für Pferde Medizinprodukte?
Die meisten Massagegeräte für Pferde gelten als Wellness-, nicht als Medizinprodukte. Letztere wirken meist physikalisch, haben eine medizinische Zweckbestimmung (bei Menschen) und müssen dem Medizinproduktegesetz entsprechen. In unserem Test war nur das Novafon power 2 ein für den Menschen zertifiziertes Medizinprodukt. Es ist wichtig, den Unterschied zu kennen, auch wenn die Effektivität für die Lockerung der Muskulatur unbestritten ist.
Wie oft sollte man sein Pferd massieren?
Die Häufigkeit der Massage hängt von den individuellen Bedürfnissen des Pferdes ab. Für die allgemeine Entspannung und zur Vorbeugung von Verspannungen können regelmäßige Massagen, beispielsweise mehrmals pro Woche oder vor und nach dem Training, sinnvoll sein. Bei akuten Verspannungen oder zur Unterstützung einer Therapie kann eine tägliche, kurze Anwendung hilfreich sein. Es ist ratsam, die Reaktion des Pferdes genau zu beobachten und die Häufigkeit sowie Intensität entsprechend anzupassen. Im Zweifelsfall kann eine Rücksprache mit einem Tierarzt oder Pferdephysiotherapeuten Klarheit schaffen.
Welche Bereiche am Pferd sollte man massieren?
Generell kann man die großen Muskelpartien des Pferdes unbesorgt massieren, dazu gehören die Hals-, Brust- sowie Rückenmuskulatur und die Hinterhand mit ihren großen Muskeln. Die Pferdephysiotherapeutin Katrin Obst empfiehlt, am Genick hinter den Ohren zu beginnen und sich langsam nach hinten vorzuarbeiten, auf beiden Seiten. Vorsicht ist jedoch bei Knochenvorsprüngen und Gelenken geboten; diese Bereiche sollten mit dem Gerät nicht direkt behandelt werden, da es sonst unangenehm für das Pferd sein könnte. Die genaue Kenntnis der Anatomie des Pferdes ist für eine sichere und effektive Anwendung von Vorteil.
Was sind Anzeichen dafür, dass die Massage wirkt?
Pferde zeigen ihr Wohlbefinden und ihre Entspannung während einer erfolgreichen Massage durch verschiedene Signale. Dazu gehören das Schließen der Augen, das Senken von Kopf und Hals, Schlecken und Kauen (oft mit Speichelfluss), tiefes Schnauben, Schütteln oder auch Gähnen. Diese Reaktionen sind ein klares Zeichen dafür, dass die Muskulatur sich lockert und das Pferd die Behandlung als angenehm empfindet. Achten Sie stets auf diese positiven Rückmeldungen, um die Effektivität Ihrer Massage zu beurteilen.
Können alle Pferde mit Massagegeräten behandelt werden?
Grundsätzlich können die meisten Pferde von einer Massage profitieren. Sensible Pferde reagieren jedoch möglicherweise empfindlicher auf Geräusche und Vibrationen. Für diese Tiere sind leisere Geräte wie das Novafon power 2, die OrthoGun 3.0 oder der Massage Mitt Hotspot besser geeignet. Bei Pferden mit Vorerkrankungen, akuten Verletzungen oder unklaren Lahmheiten sollte vor der Anwendung eines Massagegerätes unbedingt ein Tierarzt oder ein erfahrener Pferdephysiotherapeut konsultiert werden. Ein Experte kann genau zeigen, wo Problemzonen liegen und die optimale Vorgehensweise empfehlen, um die Gesundheit des Pferdes nicht zu gefährden und die bestmögliche Wirkung zu erzielen.
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