18/12/2022
Die Sauna ist für viele Menschen ein Ort der puren Entspannung und des Wohlbefindens. Sie verspricht nicht nur tiefe Erholung, sondern auch zahlreiche gesundheitliche Vorteile, von der Stärkung des Immunsystems bis zur Verbesserung der Hautdurchblutung. Doch wie bei jeder intensiven körperlichen Aktivität ist es entscheidend, sich der potenziellen Risiken und Nebenwirkungen bewusst zu sein. Ein Saunabesuch, so wohltuend er auch sein mag, kann unter bestimmten Umständen unerwünschte Folgen haben, insbesondere wenn man es übertreibt oder bereits bestehende gesundheitliche Faktoren ignoriert. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Nebenwirkungen und zeigt auf, wie Sie Ihr Saunaerlebnis sicher und gesund gestalten können.

- Die häufigste Nebenwirkung: Kreislaufschwäche
- Dehydration und Flüssigkeitsmangel
- Hautreaktionen und Sensibilitäten
- Mögliche Reaktionen der Atemwege
- Infektionsrisiko in öffentlichen Saunen
- Wichtige Gegenanzeigen: Wer sollte die Sauna meiden?
- Sichere Saunapraxis: Risiken minimieren, Wohlbefinden maximieren
- Übersicht: Häufige Saunarisiken und Präventionsmaßnahmen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Die häufigste Nebenwirkung: Kreislaufschwäche
Die mit Abstand am häufigsten auftretende Nebenwirkung eines Saunabesuchs ist die Kreislaufschwäche. Die extreme Hitze in der Sauna führt dazu, dass sich die Blutgefäße im Körper stark erweitern (Vasodilatation). Dies ist ein natürlicher Mechanismus, um Wärme abzugeben und den Körper vor Überhitzung zu schützen. Gleichzeitig muss das Herz eine höhere Pumpleistung erbringen, um das Blut durch die erweiterten Gefäße zu zirkulieren und den Blutdruck aufrechtzuerhalten. Für einen gesunden Kreislauf ist dies in der Regel kein Problem, doch wenn die Belastung zu groß wird oder Vorerkrankungen bestehen, kann dies zu einer Überforderung führen.
Die Symptome einer Kreislaufschwäche können vielfältig sein und reichen von leichten Beschwerden bis zu ernsthaften Zuständen:
- Leichter Schwindel und Benommenheit
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Blässe und kalter Schweiß
- Im Extremfall: Ohnmacht oder Kreislaufzusammenbruch
Besonders gefährdet sind Personen mit einem instabilen Kreislauf, ältere Menschen, Kinder und Gelegenheitsnutzer, die ihren Körper noch nicht an die Saunahitze gewöhnt haben. Auch eine zu lange Verweildauer in der Saunakabine oder ein zu schneller Wechsel zwischen Hitze und Kälte können den Kreislauf stark belasten. Es ist entscheidend, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten und die Sauna sofort zu verlassen, wenn sich Unwohlsein einstellt.
Dehydration und Flüssigkeitsmangel
Ein weiterer signifikanter Aspekt der Sauna ist der massive Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. Während ein durchschnittlicher Saunagang bis zu einem Liter Schweiß produzieren kann, verlieren Vielschwitzer oder längere Saunagänger noch deutlich mehr. Dieser Flüssigkeitsverlust, wenn nicht ausreichend kompensiert, führt zur Dehydration. Symptome einer Dehydration können sein:
- Starker Durst
- Trockener Mund und trockene Schleimhäute
- Müdigkeit und Lethargie
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsschwäche
- Dunkler Urin
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor, während (in den Pausen) und nach dem Saunabesuch ist daher absolut unerlässlich. Am besten eignen sich Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte. Verzichten Sie auf Alkohol und zuckerhaltige Getränke, da diese den Körper zusätzlich entwässern können.
Hautreaktionen und Sensibilitäten
Die extreme Hitze und die Feuchtigkeit in der Sauna können auch Auswirkungen auf die Haut haben. Obwohl die Sauna für viele Hauttypen vorteilhaft sein kann, indem sie die Durchblutung fördert und die Poren öffnet, gibt es auch potenzielle Nebenwirkungen:
- Trockene Haut: Bei Personen mit ohnehin trockener Haut oder Neigung zu Neurodermitis kann die Sauna die Haut zusätzlich austrocknen und Juckreiz verursachen. Eine gute Hautpflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes nach dem Saunagang ist hier wichtig.
- Rötungen und Hitzeausschlag: Einige Menschen reagieren mit starken Rötungen oder einem leichten Hitzeausschlag, insbesondere an empfindlichen Stellen. Dies ist meist harmlos und verschwindet nach dem Abkühlen wieder.
- Rosacea: Personen mit Rosacea sollten vorsichtig sein, da die Hitze Schübe auslösen oder verschlimmern kann.
Generell gilt: Achten Sie darauf, die Haut nach dem Saunieren gründlich zu reinigen und mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Mögliche Reaktionen der Atemwege
Für die meisten Menschen ist der Dampf in der Sauna, oft angereichert mit ätherischen Ölen bei Aufgüssen, wohltuend für die Atemwege. Er kann helfen, Schleim zu lösen und die Nasenschleimhäute zu befeuchten. Doch für Personen mit sehr empfindlichen Atemwegen oder bestimmten Vorerkrankungen kann es zu Reizungen kommen:
- Asthma: Bei einigen Asthmatikern können die heiße, trockene Luft oder bestimmte Duftstoffe in Aufgüssen Asthmaanfälle auslösen. Betroffene sollten dies vorsichtig testen und gegebenenfalls auf Saunagänge verzichten oder nur unter ärztlicher Aufsicht saunieren.
- Allergien: Ätherische Öle, die bei Aufgüssen verwendet werden, können bei Allergikern Reaktionen hervorrufen.
Im Zweifelsfall ist es ratsam, mit einem Arzt zu sprechen.
Infektionsrisiko in öffentlichen Saunen
In öffentlichen Saunen besteht ein geringes, aber nicht zu unterschätzendes Risiko der Übertragung von Hautpilzen (z.B. Fußpilz) oder Warzen. Obwohl die hohen Temperaturen in der Saunakabine die meisten Keime abtöten, sind Umkleidekabinen, Duschbereiche und Beckenränder feucht und warm – ideale Bedingungen für Pilze und Bakterien.
Um dieses Risiko zu minimieren, sollten Sie stets:
- Badelatschen tragen, insbesondere in Dusch- und Umkleidebereichen.
- Ein ausreichend großes Handtuch unterlegen, das den gesamten Körperkontakt mit der Holzbank abdeckt.
- Nach dem Saunagang und Duschen die Füße gründlich abtrocknen.
Wichtige Gegenanzeigen: Wer sollte die Sauna meiden?
Obwohl die Sauna viele positive Effekte hat, gibt es bestimmte Zustände und Erkrankungen, bei denen ein Saunabesuch kontraindiziert ist oder nur unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte. Das Ignorieren dieser Gegenanzeigen kann ernsthafte gesundheitliche Risiken bergen:
Absolute Gegenanzeigen (Sauna meiden!):
- Akute Infektionen mit Fieber (z.B. Grippe, starke Erkältung): Die zusätzliche Belastung des Körpers kann den Krankheitsverlauf verschlimmern.
- Akute Entzündungen (z.B. Gelenkentzündungen, Venenentzündungen).
- Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen:
- Instabile Angina Pectoris
- Akuter Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte (innerhalb der letzten 6 Monate)
- Schwere Herzinsuffizienz
- Unkontrollierter Bluthochdruck
- Schwere Herzrhythmusstörungen
- Akute Thrombosen oder Phlebitiden.
- Epilepsie: Die Hitze kann Anfälle triggern.
- Offene Wunden, frische Operationsnarben oder schwere Hautkrankheiten (z.B. Psoriasis-Schübe).
- Niereninsuffizienz (fortgeschritten).
- Bei Einnahme bestimmter Medikamente, die den Kreislauf beeinflussen oder die Hitzeregulierung stören (Rücksprache mit Arzt).
Relative Gegenanzeigen (Vorsicht und ggf. ärztliche Rücksprache):
- Schwangerschaft: Insbesondere im ersten Trimester oder bei komplizierten Schwangerschaften. Geringere Temperaturen und kürzere Verweildauer sind ratsam.
- Niedriger Blutdruck: Kann zu verstärkter Kreislaufschwäche führen.
- Diabetes mellitus (insbesondere bei Neuropathie).
- Krampfaderleiden (stark ausgeprägt).
- Kinder und Kleinkinder: Nur sehr kurze Aufenthalte bei moderaten Temperaturen und unter ständiger Aufsicht.
- Ältere Menschen: Kürzere Saunagänge und langsamere Abkühlung.
Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, vor dem ersten Saunabesuch oder bei bestehenden Vorerkrankungen einen Arzt zu konsultieren.
Sichere Saunapraxis: Risiken minimieren, Wohlbefinden maximieren
Die gute Nachricht ist, dass die meisten Nebenwirkungen durch die Beachtung einiger einfacher Regeln vermieden werden können. Eine bewusste und verantwortungsvolle Saunapraxis ist der Schlüssel zu einem sicheren und wohltuenden Erlebnis:
Vor dem Saunagang:
- Ausreichend trinken: Beginnen Sie nicht dehydriert. Trinken Sie vorab mindestens 0,5 bis 1 Liter Wasser oder Tee.
- Leichte Mahlzeit: Gehen Sie nicht mit leerem Magen (Gefahr der Unterzuckerung) oder zu vollem Magen (Belastung des Kreislaufs) in die Sauna. Eine leichte Mahlzeit 1-2 Stunden vorher ist ideal.
- Körperhygiene: Duschen Sie vor dem Saunagang gründlich und trocknen Sie sich ab. Trockene Haut schwitzt schneller.
- Schmuck ablegen: Metall kann sich in der Hitze stark aufheizen und Verbrennungen verursachen.
Während des Saunagangs:
- Kurze Verweildauer: Bleiben Sie nicht länger als 8-15 Minuten in der Saunakabine. Anfänger sollten mit 5-8 Minuten beginnen. Zwei bis drei Saunagänge sind in der Regel ausreichend.
- Auf die Signale des Körpers achten: Verlassen Sie die Sauna sofort, wenn Sie sich unwohl fühlen, Schwindel oder Übelkeit verspüren.
- Position wählen: Anfänger sollten auf den unteren Bänken sitzen, da es dort kühler ist. Die obersten Bänke sind am heißesten. Legen Sie sich die letzten Minuten hin, um den Kreislauf auf eine horizontale Lage vorzubereiten.
- Pausen machen: Zwischen den Saunagängen sollten Sie ausreichend lange Pausen (mindestens 10-15 Minuten) einlegen, um den Körper abzukühlen und Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Nach dem Saunagang:
- Richtig abkühlen: Beginnen Sie die Abkühlung an der frischen Luft. Danach folgt eine kalte Dusche, beginnend an den Extremitäten (Füße, Hände) und langsam zum Rumpf vorarbeitend. Dies trainiert die Gefäße und stärkt den Kreislauf. Ein Kaltwasserbecken ist eine weitere Option, aber nur, wenn der Kreislauf stabil ist.
- Ausruhen: Gönnen Sie Ihrem Körper nach dem Abkühlen eine Ruhephase von 15-20 Minuten.
- Flüssigkeit und Elektrolyte auffüllen: Trinken Sie reichlich Wasser, ungesüßte Säfte oder isotonische Getränke, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen.
Übersicht: Häufige Saunarisiken und Präventionsmaßnahmen
| Risiko / Nebenwirkung | Mögliche Symptome | Prävention / Maßnahme |
|---|---|---|
| Kreislaufschwäche | Schwindel, Übelkeit, Herzrasen, Ohnmacht | Kurze Saunagänge, ausreichend Pausen, langsames Aufstehen, auf Körpersignale achten. |
| Dehydration | Starker Durst, Kopfschmerzen, Müdigkeit, trockener Mund | Viel trinken (Wasser, ungesüßte Tees) vor, während (Pausen) und nach dem Saunagang. |
| Hautirritationen | Trockenheit, Rötungen, Juckreiz, Hitzeausschlag | Haut nach dem Saunieren reinigen und befeuchten; bei Rosacea Vorsicht. |
| Atemwegsirritationen | Husten, Atembeschwerden (bei Asthma/Allergien) | Vorsicht bei ätherischen Ölen; ggf. Sauna meiden oder nur unter ärztlicher Aufsicht. |
| Infektionen (Pilze, Warzen) | Juckreiz, Hautveränderungen | Badelatschen tragen, großes Handtuch unterlegen, Füße gut abtrocknen. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann ich mit einer Erkältung in die Sauna gehen?
- Nein, bei einer akuten Erkältung mit Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl sollten Sie die Sauna meiden. Die zusätzliche Belastung schwächt den Körper weiter. Bei einem leichten Schnupfen ohne Fieber kann ein Saunagang lindernd wirken, aber nur, wenn Sie sich fit genug fühlen.
- Wie lange sollte ein Saunagang maximal dauern?
- Ein einzelner Saunagang sollte 8 bis maximal 15 Minuten nicht überschreiten. Anfänger beginnen mit kürzeren Zeiten von 5-8 Minuten.
- Was mache ich, wenn mir in der Sauna schwindlig wird?
- Verlassen Sie die Saunakabine sofort und setzen Sie sich an die frische Luft oder in einen kühleren Raum. Legen Sie die Beine hoch und trinken Sie langsam etwas Wasser. Wenn der Schwindel anhält oder sich verschlimmert, suchen Sie medizinische Hilfe.
- Wie viel sollte ich nach dem Saunieren trinken?
- Es wird empfohlen, nach einem Saunabesuch mit mehreren Gängen 1 bis 2 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um den durch das Schwitzen entstandenen Verlust auszugleichen.
- Ist Sauna während der Schwangerschaft sicher?
- Schwangere, die bereits vor der Schwangerschaft regelmäßig sauniert haben und keine Komplikationen haben, können dies meist fortsetzen, sollten aber vorsichtiger sein (kürzere Gänge, niedrigere Temperaturen, gute Hydration). Im ersten Trimester und bei Risikoschwangerschaften ist die Sauna oft kontraindiziert. Immer Rücksprache mit dem Frauenarzt halten!
Fazit
Die Sauna ist zweifellos eine wunderbare Möglichkeit zur Entspannung und Gesundheitsförderung. Doch wie bei jeder Form der Körperpflege ist es entscheidend, sich der möglichen Risiken bewusst zu sein und diese durch eine umsichtige und informierte Herangehensweise zu minimieren. Achten Sie auf Ihren Körper, respektieren Sie seine Grenzen und befolgen Sie die Empfehlungen für eine sichere Saunapraxis. So wird Ihr Saunabesuch zu einem durch und durch wohltuenden Erlebnis, das Körper und Geist gleichermaßen stärkt und erfrischt. Ihre Gesundheit sollte immer oberste Priorität haben.
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