05/10/2022
Kaum ein Tag scheint vergangen zu sein, dass Dein Kind das Licht der Welt erblickt hat, als Du etwas Weißes in seinem Gaumen aufblitzen siehst und erkennst: die ersten Anzeichen von Milchzähnen! Das Zahnen Deines Kindes hat begonnen. Dieser Meilenstein im Leben Deines Babys ist zwar aufregend, kann aber auch eine sehr anstrengende Zeit sein – sowohl für Dein Baby als auch für Dich als Elternteil. Schlaflose Nächte, ständiges Weinen und Quengeln oder sogar Fieber und Verdauungsbeschwerden können den Durchbruch der ersten Zähne begleiten. Doch was können angehende Eltern tun, um den Prozess des Zahnens so schmerzfrei wie möglich zu gestalten? In diesem umfassenden Artikel haben wir für Dich einen hilfreichen Rundum-Überblick zum Thema Zahnen sowie bewährte Hilfsmittel, Tipps und Tricks zusammengestellt, damit Du diese Phase gelassen meistern kannst.

- Wann beginnt das Zahnen und wie lange dauert es?
- Symptome des Zahnens: So erkennst Du, dass Dein Baby zahnt
- Was Eltern beim Zahnen tun können – Bewährte Hausmittel und Pflegetipps
- Spezielle Hilfsmittel und Produkte zur Linderung
- Umstrittene Hilfsmittel – Vorsicht ist geboten
- Vergleich: Methoden der Zahnungslinderung im Überblick
- Survival-Tipps für Eltern: Auch du brauchst Unterstützung!
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Zahnen beim Baby
Wann beginnt das Zahnen und wie lange dauert es?
Die Frage, wann Babys zahnen, beschäftigt viele Eltern. Die meisten Babys bekommen ihren ersten Zahn in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass der Zahnungsprozess sehr individuell ist. Einige Babys können ihren ersten Zahn schon mit drei oder vier Monaten bekommen, während andere erst nach ihrem ersten Geburtstag die ersten Anzeichen zeigen. Mach Dir also keine Sorgen, wenn Dein Kind etwas früher oder später zahnt. Sollte Dein Kind allerdings auch nach anderthalb Jahren noch keine Zahnung gehabt haben, ist ein Besuch beim Kinderarzt oder Zahnarzt zu empfehlen, um mögliche Ursachen abzuklären.
Die Zahnung selbst kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Zähne in Schüben durchbrechen. Die Zähne Deines Babys werden nach und nach durchbrechen, sei also nicht überrascht, wenn Du nicht alle Zähne auf einmal siehst. Der gesamte Zahnungsprozess kann bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr dauern, bis das Milchzahn-Gebiss mit allen 20 Zähnen vollständig ist. Die meisten Kinder haben jedoch mit circa zweieinhalb Jahren alle ihre Milchzähne.
Die Reihenfolge der kleinen Zähnchen
Die Reihenfolge, in der die ersten Zähne eines Babys erscheinen, ist an sich von Kind zu Kind unterschiedlich, folgt aber oft einem ähnlichen Muster. Die meisten Kinder bekommen zuerst die beiden unteren mittleren Schneidezähne (ca. 6.-10. Monat), gefolgt von den beiden oberen mittleren Schneidezähnen (ca. 8.-12. Monat). Danach brechen in der Regel die seitlichen oberen Schneidezähne (ca. 9.-13. Monat) und die seitlichen unteren Schneidezähne (ca. 10.-16. Monat) durch. Anschließend folgen die ersten Backenzähne (ca. 13.-19. Monat), die Eckzähne (ca. 16.-23. Monat) und schließlich die hinteren Backenzähne (ca. 20.-33. Monat). Ein Zahnkalender kann Dir helfen, den Zahnungsprozess Deines Babys festzuhalten und zu verfolgen.
Symptome des Zahnens: So erkennst Du, dass Dein Baby zahnt
Wenn ein Baby seine Zähne bekommt, ist das ein sehr aufregender Moment, aber auch eine sehr anstrengende und mühsame Zeit, weil das Baby oft unglücklich und quengelig ist. Die Zähne des Babys brechen durch die Zahnfleischlinie, was sehr schmerzhaft sein kann. Die Symptome können unterschiedlich ausfallen, von mild bis schwerwiegend, oder sogar in Kombination miteinander. Die meisten Babys zeigen jedoch folgende Anzeichen:
- Unruhe und viel Weinen: Dein Baby ist unausgeglichen, quengelt oder schreit viel mehr als sonst.
- Erhöhter Speichelfluss: Dies kann zu einem wunden Mundbereich oder Ausschlag führen.
- Erhöhtes Bedürfnis nach Saugbewegungen: Dein Baby möchte ständig an der Brust, am Finger oder an anderen Gegenständen saugen oder kauen.
- Unruhiger Schlaf: Dein Baby schläft schlecht ein und wird nachts oft wach, häufig weint es dann auch.
- Appetitlosigkeit: Das Essen kann unangenehm sein, wodurch das Baby weniger isst.
- Mundschmerzen: Das Zahnfleisch kann gerötet, geschwollen oder schmerzhaft sein. Oft wirkt es auch weißlich, da der Zahn schon durchschimmert.
- Leicht erhöhte Temperatur: Eine Körpertemperatur bis zu 38 Grad Celsius kann auftreten, da der Körper mit der Zahnbildung beschäftigt ist.
- Gerötete und heiße Wangen: Oft sind die Wangen (oder eine Wange) gerötet und heiß.
- Reiben am Ohr: Dein Baby reibt sich häufig das Ohr auf der Seite des durchbrechenden Zahnes.
Diese Charakteristika können in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Falls Du also eines oder mehrere dieser Symptome bei Deinem Baby mitverfolgen kannst, ist das ein Zeichen fürs Zahnen. Das akute Zahnen dauert pro Zahn etwa 8 Tage (4 Tage vor und 4 Tage nach dem Durchbruch). Danach sollten die Symptome wieder nachlassen.
Mythen und Fakten rund ums Zahnen
Es gibt viele Gerüchte rund um das Zahnen, die nicht immer der Wahrheit entsprechen. Symptome wie hohes Fieber (39 Grad und mehr), Durchfall, Verstopfung oder andere Verdauungsbeschwerden, Erbrechen, Ausschlag am Körper oder Blasen im Mund stehen nachweislich nicht direkt im Zusammenhang mit dem Zahnen. Wenn Dein Baby diese Symptome zeigt, schiebe es nicht auf das Zahnen. Es wird vermutet, dass das Immunsystem während des Zahnens geschwächt ist, wodurch das Kind anfälliger für Krankheiten wird. Zudem nimmt es automatisch mehr Keime auf, wenn es sich ständig alles in den Mund steckt. Daher gilt: Sollte Dein Baby solche Krankheitssymptome haben, suche unbedingt einen Kinderarzt / eine Kinderärztin auf und lass es abklären!
Was Eltern beim Zahnen tun können – Bewährte Hausmittel und Pflegetipps
Während der Zeit des Zahnens kannst Du einige Dinge tun, um dem Schmerz Deines Kindes etwas Linderung zu verschaffen. Deine Anwesenheit und Dein liebevoller Umgang sind dabei oft die beste Medizin.
1. Sanfte Massagen
Um die Schmerzen Deines Babys während des Zahnens zu lindern, helfen vorsichtige Massagen des Zahnfleisches. Dafür kannst Du Deinen gut gewaschenen Finger oder sogenannte Baby-Zahnpflege-Fingerlinge aus Silikon verwenden, die Du in jeder Apotheke oder Drogerie erwerben kannst. Massagen regen die Durchblutung an und lindern somit den Druck und Schmerz, der während des Zahnens entsteht. Achte auf die Reaktion Deines Babys, um zu merken, ob es ihm gefällt oder nicht. Darüber hinaus können auch Massagen an den Fußreflexzonen hilfreich sein. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass Du die Unterseiten der Babyzehen sanft massierst. Indem Du diese Stellen durch leichten Druck stimulierst, werden die Durchblutung und der Lymphabfluss angekurbelt. Dies aktiviert die Selbstheilungskräfte im Körper Deines Babys und kann Schmerzlinderung in den Zahnleisten bewirken.

2. Warmhalten und Hautpflege
Der erhöhte Speichelfluss des Babys kann zu vermehrtem Sabbern führen. Dadurch steigt das Risiko einer Erkältung, da Körperbereiche wie Hals und Brustkorb nass werden. Um dem entgegenzuwirken, ist die Verwendung von Mullwindeln, Lätzchen oder Halstüchern ratsam, die regelmäßig gewechselt werden sollten. Außerdem können Baby-Pflegecremes oder Kokosöl beim Wundsein von Mundwinkeln und Wangen helfen, das ebenfalls durch den erhöhten Speichelfluss verursacht werden kann. Auch eine wundgelegene Rückseite durch mögliche Verdauungsbeschwerden kann mit häufigem Windelwechseln und Baby-Hautschutzcremes gemildert werden.
3. Ausreichend Flüssigkeit
Stelle sicher, dass Dein Baby ausreichend trinkt. Viele Kinder werden durstig, wenn sie Zähne bekommen. Achte jedoch darauf, dass sie nicht zu viel Wasser trinken, da dies die Zähne aufweichen könnte. Stillen ist eine gute Möglichkeit, den Flüssigkeitsbedarf zu decken und gleichzeitig Trost zu spenden. Vermeide jedoch Dauernuckeln, da dies den Zähnen schaden kann.
4. Viel Liebe und Nähe
Gerade, da das Zahnen für einige Kinder eine sehr anstrengende Zeit ist, können viel Liebe, Kuscheln, beruhigende Worte und Zuneigung Abhilfe schaffen. Indem Du für Dein Kind da bist, stärkst Du nicht nur Eure Bindung, sondern kannst auch den Genesungsprozess vorantreiben. Lass Dein Baby nachts bei Dir schlafen, falls Du das nicht sowieso schon tust. Die Nähe zu Dir hilft ihm, sich sicher und geborgen zu fühlen, und Du kannst es schneller beruhigen, wenn es nachts wach wird.
5. Erste Zahnpflege
Das Zähneputzen sollte zu einem festen Bestandteil des Tagesablaufs Deines Kindes werden, sobald die ersten Zähne durchbrechen. Zuerst kannst Du Wattestäbchen, ein feuchtes Tuch oder eine spezielle weiche Babyzahnbürste verwenden, um die kleinen Zähnchen sanft zu reinigen. Sobald die Zähne härter werden und mehr durchgebrochen sind, solltest Du auf eine normale Babyzahnbürste mit einer kinderfreundlichen Zahnpasta umsteigen. Wichtig: Verwende beim Zähneputzen nicht zu viel Druck, um die empfindlichen Zähne und das Zahnfleisch Deines Kindes nicht zu beschädigen.
Spezielle Hilfsmittel und Produkte zur Linderung
Neben den genannten Hausmitteln gibt es auch spezielle Hilfsmittel, die den Zahnungsprozess erleichtern können.
1. Beißringe
Der Beißring ist ein beliebtes Spielzeug, das Kindern hilft, die Motorik ihrer Kiefer zu entwickeln und das Zahnfleisch zu massieren. Die meisten Beißringe sind aus weichem Kunststoff, Silikon oder Naturkautschuk erhältlich. Besonders beliebt sind Beißringe mit Wasserfüllung, die im Kühlschrank (nicht im Gefrierfach!) gekühlt werden können. Die Kühlung wirkt zusätzlich lindernd auf das geschwollene Zahnfleisch. Achte beim Kauf unbedingt auf gute Qualität, um sicherzustellen, dass keine schädlichen Weichmacher oder Farbstoffe enthalten sind.

2. Zahnungsgel
Wenn der Zahnungsprozess Dein Baby sehr unruhig macht, kann ein Zahnungsgel beruhigen und die Schmerzen lindern, indem es das Zahnfleisch lokal betäubt. Zahnungsgels sind in Apotheken und Drogerien erhältlich und sollten nach Anleitung angewendet werden. Wichtig: Das Gel sollte nicht zu häufig oder in zu großen Mengen verwendet werden, da es sonst zu Reizungen der Mundschleimhaut kommen kann. Konsultiere vor der Anwendung am besten Deinen Kinderarzt oder Apotheker.
3. Kalter Waschlappen oder feuchtes Tuch zum Saugen
Ein weiterer einfacher und effektiver Weg, um Deinem Baby beim Zahnen zu helfen, ist ein kalter, feuchter Waschlappen oder ein in kühlem Wasser getränktes Tuch. Lege es auf die wunden Stellen oder lass Dein Baby darauf herumkauen bzw. daran saugen. Die Kälte lindert die Schmerzen und beruhigt das Baby. Achte darauf, dass der Waschlappen nicht zu kalt ist, damit sich Dein Kind nicht erkältet, und dass er hygienisch sauber ist.
4. Harte Lebensmittel zum Kauen (mit Vorsicht)
Während der Zahnung können harte Lebensmittel eine gute Möglichkeit sein, um die Kleinen zu beschäftigen und das Zahnfleisch zu massieren. Geeignete Lebensmittel sind solche, die nicht zu hart sind, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen, aber auch nicht zu weich, damit sie eine gewisse Reibung bieten. Beispiele sind Karottenstücke (roh oder leicht gedünstet), Gurkenstifte oder Apfelspalten. Diese Lebensmittel sollten in Stücken angeboten werden, die das Baby gut greifen kann, und immer nur unter Aufsicht, um Erstickungsgefahr zu vermeiden. Wichtig: Viele dieser Lebensmittel enthalten Zucker, daher ist eine gründliche Zahnpflege danach unerlässlich, um Karies vorzubeugen.
5. Schmerzmittel (nach ärztlicher Rücksprache)
Sollten die Schmerzen Deines Babys zu stark sein und andere Maßnahmen nicht ausreichen, können in Absprache mit Deinem Kinderarzt geeignete Schmerzmittel (z.B. Paracetamol- oder Ibuprofen-Zäpfchen) helfen. Ähnliches gilt für homöopathische Mittel wie Osanit-Kügelchen. Bei diesem Punkt solltest Du immer Vorsicht walten lassen und Dich zuvor eingehend von Deinem Kinderarzt beraten lassen.
Umstrittene Hilfsmittel – Vorsicht ist geboten
Es gibt auch einige Hilfsmittel, deren Einsatz und Wirkung umstritten sind. Wenn Du sie verwenden möchtest, solltest Du dies nur unter strengen Vorsichtsmaßnahmen tun.
Veilchenwurzeln
Das Herumkauen auf einer Veilchenwurzel soll Schmerzen lindern und wie ein natürlicher Beißring wirken. Das Problem ist die Hygiene, da sich in der Wurzel sehr schnell Keime ansammeln, die sich auch beim Auskochen oft nicht vollständig abtöten lassen. Tausche die Veilchenwurzel daher regelmäßig aus, wenn Du sie verwenden willst. Außerdem solltest Du sie nur ca. 10 Minuten am Stück und immer unter Aufsicht verwenden, da sie durch Speichel und Kauen weich werden und sich kleine Stücke ablösen können, an denen sich Dein Baby verschlucken könnte.

Bernsteinketten
Bernstein soll ebenfalls eine schmerzlindernde Wirkung haben und Babys beim Zahnen helfen, indem Bernsteinsäure über die Haut abgegeben wird. Viele Eltern schwören darauf, doch hier liegt ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Eine Bernsteinkette könnte Dein Baby strangulieren oder einzelne Bernsteine könnten sich lösen und verschluckt werden. Möchtest Du trotz des Risikos eine Bernsteinkette verwenden, achte unbedingt auf folgende Aspekte:
- Kaufe sie im Babyfachgeschäft und nicht im normalen Schmuckladen.
- Sie muss unbedingt eine Sollbruchstelle haben (z.B. einen Verschluss, der bei Zug leicht aufspringt).
- Sie sollte reißfest sein und jeder Stein einzeln verknotet, sodass sich maximal ein Stein lösen kann, wenn sie doch reißt.
- Sie darf nicht zu lang sein, damit Dein Baby damit nirgends hängenbleiben kann.
- Verwende sie nur unter Aufsicht und keinesfalls über Nacht oder beim unbeaufsichtigten Mittagsschlaf.
- Nutze sie am besten am Fußgelenk Deines Babys, um das Risiko zu minimieren.
Vergleich: Methoden der Zahnungslinderung im Überblick
| Methode | Beschreibung | Vorteile | Wichtige Hinweise / Nachteile |
|---|---|---|---|
| Beißringe | Kühlbare Ringe aus Gummi, Silikon oder Holz | Massage, Kühlung, Ablenkung | Materialqualität beachten, Hygiene, nicht einfrieren |
| Zahnfleischmassage | Sanfter Druck mit Finger oder Fingerling | Fördert Durchblutung, lindert Druckschmerz | Hände gründlich waschen, Babys Reaktion beachten |
| Zahnungsgel | Lokale Betäubung des Zahnfleisches | Schnelle Schmerzlinderung | Sparsam anwenden, Kinderarzt konsultieren, Reizungsgefahr |
| Kalter Waschlappen | Feuchtes, kühles Tuch zum Kauen oder Auflegen | Kühlung, Massage, leicht verfügbar | Hygiene, nicht zu kalt, Erstickungsgefahr bei Ablösung |
| Harte Lebensmittel | Geeignete, feste Nahrung zum Kauen | Massage, Ablenkung | Immer unter Aufsicht, Erstickungsgefahr, Zuckergehalt beachten |
| Viel Liebe & Nähe | Kuscheln, Beruhigen, Anwesenheit der Eltern | Emotionaler Trost, stärkt Bindung, Sicherheit | Immer wichtig, keine direkten Nachteile |
| Schmerzmittel | Medikamente nach ärztlicher Anweisung | Bei starken Schmerzen | Nur nach Rücksprache mit Kinderarzt, Dosierung genau beachten |
Survival-Tipps für Eltern: Auch du brauchst Unterstützung!
Nun kennst Du eine Reihe von Möglichkeiten, mit denen Du Deinem Baby das Zahnen etwas erleichtern kannst. Doch was ist eigentlich mit Dir? Du bist vielleicht müde und erschöpft, würdest gerne mal wieder eine Nacht durchschlafen oder ein paar Stunden für Dich haben. Und der Haushalt sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen... Zunächst kann ich Dich beruhigen: Es ist vollkommen normal, wie Du Dich fühlst, und ja – es geht auch anderen Eltern so. Du bist keine schlechte Mutter oder kein schlechter Vater, nur weil Dir das Zahnen manchmal gehörig auf die Nerven geht. Dein Frust ist also verständlich, doch leider bringt er Dich nicht weiter. Was kannst Du also tun, damit es auch DIR besser geht?
- Entspannung: Was auch immer Dir hilft zu entspannen – tu es! Und vielleicht denkst Du jetzt: „Würde ich ja gerne, aber mein Baby lässt mich nicht.“ Dann versuche MIT Deinem Baby zu entspannen. Babymassage, gemeinsames Yoga, ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft oder Kuscheln bei leiser Entspannungsmusik tun euch beiden gut und können eine willkommene Ablenkung sein.
- Positiver Fokus: Versuche nicht ständig darüber nachzudenken, wie anstrengend Dein Baby gerade ist. Richte Deinen Fokus lieber auf all die schönen Momente. Ist es nicht unglaublich spannend, dem ersten Zähnchen beim Wachsen zuzuschauen? Und wie süß Dein Baby damit aussieht! Die positiven Aspekte zu betonen, kann Deine eigene Stimmung erheblich verbessern.
- Gelassenheit: Übe Dich in Ruhe und Gelassenheit. Dein Baby will Dich nicht ärgern, wenn es quengelt oder schreit. Es geht ihm nicht gut, und es braucht jetzt noch mehr als sonst Deine Liebe und Dein Verständnis. Je gelassener Du darauf reagierst, desto schneller beruhigt es sich auch wieder.
- Tschüss Perfektionismus: Der Haushalt kann auch mal warten, wenn Du gerade todmüde bist oder Dein Kind Dich braucht. Verabschiede Dich von dem Anspruch, immer alles perfekt im Griff haben zu wollen. Das setzt Dich nur unnötig unter Druck und raubt Dir wertvolle Energie.
- Termine reduzieren: Von einem Termin zum nächsten zu hetzen, ist sowohl für Dich als auch für Dein zahnendes Baby anstrengend. Versuche also, eure To-Do-Liste etwas zu minimieren, wenn sich gerade der nächste Zahn ankündigt. Weniger Stress bedeutet mehr Energie für Euch beide.
- Unterstützung: Scheue Dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das können Familie oder Freunde sein, die mal eine Runde mit Deinem Baby spazieren gehen, damit Du Dich hinlegen und schlafen kannst. Oder jemand, der Dir im Haushalt hilft, für Dich kocht oder einkaufen geht usw. Das gilt besonders, wenn Du alleinerziehend bist. Mach Dir vor allem klar, dass es nicht egoistisch ist, wenn Du darauf achtest, dass es Dir gut geht. Nur wenn Du selbst gut drauf bist und genug Kraft und Energie hast, kannst Du Dich auch liebevoll und geduldig um Dein Baby kümmern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Zahnen beim Baby
Ab wann zahnen Babys?
Die meisten Babys beginnen mit dem Zahnen zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat. Es ist jedoch ein sehr individueller Prozess, und einige Babys können auch schon früher oder später ihre ersten Zähnchen bekommen.
Wie lange dauert das Zahnen?
Der gesamte Zahnungsprozess, bis alle 20 Milchzähne durchgebrochen sind, dauert in der Regel bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr des Babys. Der akute Durchbruch eines einzelnen Zahnes dauert etwa 8 Tage (4 Tage vor und 4 Tage nach dem Durchbruch).
Wie sieht das Zahnfleisch beim Zahnen aus?
Durch das Zahnen schwillt das Zahnfleisch sichtbar an und kann gerötet oder bläulich verfärbt sein. Es kann auch weißlich wirken, wenn der Zahn bereits unter einer dünnen Hautschicht durchschimmert. Oft sind die Wangen des Babys gerötet.
Was hilft beim Zahnen am besten?
Bewährte Methoden zur Linderung sind sanfte Massagen des Zahnfleisches, das Anbieten von gekühlten Beißringen oder kalten Waschlappen, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, häufiges Windelwechseln bei erhöhtem Speichelfluss sowie vor allem viel Liebe, Geduld und Kuscheleinheiten von den Eltern. Bei starken Schmerzen sollte ein Kinderarzt konsultiert werden.
Wann ist das Zahnen am schlimmsten?
Die Schmerzen sind allgemein kurz vor dem tatsächlichen Durchbrechen der Zähne am stärksten, wenn der Druck auf das Zahnfleisch am größten ist. Da das Zahnen jedoch ein schubartiger Prozess ist und mehrere Zähne nacheinander durchbrechen können, können die Schmerzen über längere Zeiträume immer wieder auftreten.
Kann Zahnen Fieber und Durchfall verursachen?
Leicht erhöhte Temperatur (bis 38°C) kann beim Zahnen auftreten, da der Körper damit beschäftigt ist, neue Zähne zu produzieren. Hohes Fieber (über 38,5-39°C) sowie Durchfall, Erbrechen oder andere starke Krankheitssymptome sind jedoch keine direkten Symptome des Zahnens und sollten immer von einem Kinderarzt abgeklärt werden, da sie auf eine andere Erkrankung hindeuten können.
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