09/10/2024
Stell dir vor, du begibst dich auf eine aufregende Reise zu deiner Traumfigur oder zu mehr Muskelmasse. Ohne eine Karte oder einen Kompass wäre es schwierig zu wissen, ob du die richtige Richtung einschlägst oder ob deine Bemühungen überhaupt Früchte tragen. Genauso verhält es sich mit deinen Fitnesszielen: Ein verlässliches Feedback-System ist unerlässlich, um deinen Fortschritt zu verfolgen, Motivation zu schöpfen und deinen Plan bei Bedarf anzupassen. Während die Waage dir nur eine Zahl liefert, die oft frustrierend stagnieren kann, bieten Umfangsmessungen eine detailliertere und oft aufschlussreichere Perspektive auf die Veränderungen deines Körpers. Doch geben sie dir wirklich das Feedback, das du brauchst, oder lassen sie dich weiterhin im Ungewissen?
- Warum Körperumfänge messen? Mehr als nur Zahlen
- Körperumfang vs. Körperfettanteil: Eine kritische Betrachtung
- Die richtige Ausrüstung für präzise Messungen
- Wo genau misst man? Eine detaillierte Anleitung für 8 Schlüsselpunkte
- Dein Körperumfang messen in 5 simplen Schritten: Die ultimative Anleitung
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Körperumfang messen
- Fazit: Dein Körperumfang als Wegweiser zum Erfolg
Warum Körperumfänge messen? Mehr als nur Zahlen
Die Messung deiner Körperumfänge ist ein kraftvolles Werkzeug, um gezielt festzustellen, wie sich spezifische Körperteile wie Arme, Beine, Hüfte oder Bauch verändern. Es ist ein weiteres Puzzleteil in deinem persönlichen Fortschritts-Tracker, das dir hilft, die Effektivität deines Trainings und deiner Ernährung zu beurteilen.

Im Gegensatz zum reinen Wiegen, das dir lediglich dein Gesamtgewicht verrät, geben dir Umfangsmessungen Aufschluss darüber, wo genau Veränderungen stattfinden. Nimmst du beispielsweise am Bauch ab, aber an den Armen zu, kann das auf eine erfolgreiche Kombination aus Fettabbau und Muskelaufbau hindeuten. Das reine Gewicht würde dir diese Nuancen nicht verraten. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Zu- oder Abnahme eines Umfangs nicht eindeutig auf einen bestimmten Gewebetyp – sei es Muskel, Fett oder Wasser – zurückzuführen ist. Ein größerer Umfang kann sowohl auf Muskelwachstum als auch auf eine Zunahme der Fettschicht oder Wassereinlagerungen hindeuten.
Trotz dieser Einschränkung kann die Umfangsmessung je nach Zielsetzung äußerst hilfreich sein:
- Wenn du wieder in deine Lieblingsjeans passen möchtest, ist die Veränderung deines Bauchumfangs ein direkter Indikator für deinen Fortschritt.
- Möchtest du einen beeindruckenderen Armumfang aufbauen, ohne gleichzeitig den Hosenbund zu sprengen, kannst du dies präzise über die Messung deiner Oberarme verfolgen.
- Für meine Klienten empfehle ich meistens: Wenn dein primäres Ziel Muskelaufbau ist, dann macht es absolut Sinn, zusätzlich zum Körperfettanteil auch die Körperumfänge zu messen. Beim Abnehmen sind die Umfänge zwar "nice-to-know" und können motivierend wirken, aber sie sind kein absolutes Muss. Sie bieten jedoch eine zusätzliche Perspektive, die das reine Gewicht nicht liefern kann.
Körperumfang vs. Körperfettanteil: Eine kritische Betrachtung
Vielleicht bist du im Internet schon auf sogenannte "Körperfett-Rechner" gestoßen, die versprechen, deinen Körperfettanteil allein anhand deiner Umfänge zu bestimmen. Du gibst einfach ein paar Maße ein, und schon spuckt der Rechner einen vermeintlichen Wert aus. Doch wie aussagekräftig sind solche Werte wirklich?
Wenn du solchen Tools bisher mit einer gesunden Skepsis begegnet bist, solltest du dies auch weiterhin tun: Deinen Körperfettanteil kannst du nicht allein mit einem Maßband messen. Der Umfang unserer Gliedmaßen wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, nicht nur von der Fettmasse. Dazu gehören:
- Fettmasse
- Muskelmasse
- Knochengröße
- Der Wasserhaushalt des Körpers
- Beim Bauchumfang spielen zusätzlich Magen- und Darminhalt eine Rolle.
Es gibt zwar eine Korrelation zwischen Körperumfang und Körperfettanteil, aber da so viele andere Größen den Umfangswert beeinflussen, sind Rückschlüsse vom Körperumfang auf den Körperfettanteil entsprechend ungenau. Präzisere Methoden wie die Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) oder die Hautfaltenmessung mit einem Caliper können hier ein wesentlich schärferes Bild zeichnen und dir verlässlichere Werte liefern.
Eine Ausnahme bildet jedoch sehr starkes Übergewicht. In diesem Fall kann der Körperfettanteil vergleichsweise gut über den Körperumfang abgeschätzt werden. Daher empfehle ich die Umfangsmessung zur Bestimmung des Körperfettanteils primär denen, die noch stark übergewichtig sind. Für alle anderen ist sie nur dann eine Alternative, wenn keine andere Möglichkeit zur Hand ist oder eine hohe Genauigkeit für dich im Moment keine Priorität hat.
Der Bauchumfang als wichtiger Gesundheitsmarker
Obwohl der Bauchumfang kein exaktes Bild deines gesamten Körperfettanteils liefert, ist er dennoch von großer Bedeutung – und das aus gesundheitlicher Sicht. Der Bauchumfang ist ein entscheidender Gesundheitsmarker, da das in der Bauchhöhle eingelagerte Viszeralfett (inneres Bauchfett) mit ernsthaften Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht wird. Dazu gehören Testosteronmangel bei Männern und ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes Typ 2.
Die Risikogruppe für diese Erkrankungen umfasst Männer mit einem Bauchumfang über 102 cm und Frauen mit einem Bauchumfang über 88 cm. Selbst wenn du also auf die Berechnung deines gesamten Körperfettanteils verzichtest, solltest du unbedingt deinen Bauchumfang und dein Gewicht regelmäßig messen. Eine Abnahme des Bauchumfangs geht in den meisten Fällen auch mit einer Reduzierung des gesundheitsschädlichen Viszeralfetts einher.
Die richtige Ausrüstung für präzise Messungen
Um deine Körperumfänge zu messen, benötigst du keine teure Spezialausrüstung. Ein einfaches Schneidermaßband, wie es in jedem Haushaltswaren- oder Kurzwarengeschäft erhältlich ist, reicht vollkommen aus. Achte darauf, dass es flexibel ist und eine Länge von mindestens 150 cm hat.
Ein Beispiel für ein geeignetes und günstiges Modell ist das klassische gelbe Schneidermaßband (Länge: 150 cm, Breite: ca. 2 cm). Es ist leicht zu handhaben und erfüllt seinen Zweck.
Das Messen der eigenen Körperumfänge kann jedoch – je nach Messpunkt – etwas Fingerfertigkeit erfordern, insbesondere wenn du alleine bist und eine gleichbleibende Spannung des Maßbandes gewährleisten möchtest.
Wenn du die Sache etwas vereinfachen und die Genauigkeit deiner Messungen erhöhen möchtest, empfehle ich dir ein spezielles Umfangsmaßband. Viele Fitness-Enthusiasten und Profis verwenden hierfür ein MyoTape oder ähnliche Produkte, die speziell für den Fitnessbereich entwickelt wurden. Diese Maßbänder sind nicht nur handlich und günstig, sondern verfügen auch über einen Mechanismus, der eine voreingestellte, konstante Zugkraft erzeugt. Das bedeutet, das Maßband liegt immer mit der gleichen Spannung an deinem Körper an, was die Reproduzierbarkeit deiner Messwerte erheblich verbessert und Messfehler minimiert.
Hinweis zum MyoTape: Solltest du dich für ein MyoTape entscheiden, wunderst du dich vielleicht, warum die Skala erst bei 4,8 cm beginnt. Dies ist gewollt: Die 4,8 cm entsprechen exakt der Länge des gekrümmten Gehäuseteils, der bei der Messung mitzählt. Das Maßband ist so kalibriert, dass der angezeigte Wert direkt den tatsächlichen Umfang wiedergibt, wenn das Ende des Bandes im Gehäuse arretiert ist.
Wo genau misst man? Eine detaillierte Anleitung für 8 Schlüsselpunkte
Für einen vollständigen Überblick über die Veränderungen deines Körpers empfehle ich dir, den Umfang an insgesamt acht verschiedenen Körperteilen zu messen. Beginne am Kopf und arbeite dich systematisch nach unten vor, um keine Stelle zu vergessen. Die Konsistenz der Messpunkte und der Technik ist entscheidend für aussagekräftige Ergebnisse.
- Halsumfang: Lege das Maßband direkt unterhalb des Adamsapfels an, etwa auf Höhe des siebten Halswirbels (dem prominentesten Wirbel am unteren Halsansatz). Halte den Kopf gerade und entspannt.
- Schulterumfang: Miss den Umfang an der breitesten Stelle deiner Schultern. Das Maßband sollte dabei die komplette Schulterpartie umfassen und waagerecht verlaufen. Atme normal aus und lies den Wert ab, ohne die Schultern zu heben oder zu senken.
- Brustumfang: Miss den Brustumfang auf Höhe deiner Brustwarzen. Stell dich aufrecht hin, entspanne die Brustmuskulatur. Das Maßband sollte über deine Schulterblätter, aber unter deinen Achseln entlanglaufen. Lies den Wert nach einer normalen (nicht erzwungenen) Ausatmung ab. Für Frauen ist es ratsam, die Messung ohne BH oder mit einem Sport-BH durchzuführen, um die Brüste nicht zu stark zu komprimieren.
- Oberarmumfang: Miss den Umfang in der Mitte deines Oberarms, also auf halber Strecke zwischen deinem Ellenbogen und dem knöchernen Vorsprung an deiner Schulter (Akromion). Wenn du unsicher bist, miss die gesamte Strecke und teile sie durch zwei. Achte darauf, dass der Arm entspannt herabhängt und die Muskeln nicht angespannt sind. Miss sowohl den rechten als auch den linken Arm, um mögliche Dysbalancen zu erkennen.
- Bauchumfang: Dies ist ein besonders wichtiger Messpunkt. Miss waagerecht auf Höhe deines Bauchnabels. Stell dich aufrecht hin und atme normal. Die Bauchmuskeln sollten dabei völlig entspannt sein (nicht einziehen!). Führe die Messung nach einer normalen Ausatmung durch.
- Hüftumfang: Miss den Hüftumfang waagerecht am weitesten Punkt deines Gesäßes (Glutaeus Maximus). Dies ist oft der Bereich, in dem dein Gesäß am prominentesten ist. Die Beine sollten dabei geschlossen sein.
- Oberschenkelumfang: Miss den Oberschenkelumfang auf halber Strecke zwischen der Mitte deiner Kniescheibe und der schrägen Linie auf Höhe des Leistenkanals, an der dein Bein in den Rumpf übergeht. Dieser Punkt liegt etwa mittig zwischen dem Schritt und dem oberen Darmbeinkamm. Miss auch hier beide Oberschenkel.
- Wadenumfang: Miss den Umfang am weitesten Punkt deiner Wadenmuskulatur. Achte darauf, dass das Maßband waagerecht liegt und die Wade entspannt ist. Miss ebenfalls beide Waden.
Indem du sowohl die rechten als auch die linken Gliedmaßen misst (Arme und Beine), kannst du potenzielle Dysbalancen identifizieren, die auf eine ungleichmäßige Entwicklung hindeuten könnten. Dies ist eine hervorragende Möglichkeit, dein Training gezielter auszurichten und Symmetrie zu fördern.
Dein Körperumfang messen in 5 simplen Schritten: Die ultimative Anleitung
Nachdem du nun weißt, welche Messpunkte relevant sind und welche Ausrüstung du benötigst, gehen wir die Messung Schritt für Schritt durch. Die Beachtung dieser Details stellt sicher, dass deine Messungen so präzise und reproduzierbar wie möglich sind.
Schritt 1: Entscheide, wo du den Körperumfang messen willst
Im vorherigen Abschnitt hast du alle acht empfohlenen Stellen kennengelernt, um dir ein umfassendes Bild zu machen. Du musst jedoch nicht immer alle Punkte messen. Dein spezifisches Ziel sollte bestimmen, welche Messungen am relevantesten sind:
- Wenn dein Fokus rein auf dem Armtraining liegt, um Bi- und Trizeps zum Wachsen zu bringen, könnten die Oberarmumfänge ausreichend sein.
- Möchtest du wieder in deine Lieblingshose passen, sind der Bauch- und Hüftumfang die wichtigsten Indikatoren.
Es kommt also immer auf dein individuelles Ziel an. Wenn du ein klares Ziel vor Augen hast, kannst du daraus dein optimales Feedback-System ableiten. Im Zweifel oder wenn du dir noch unsicher bist, kannst du natürlich gleich alle acht Körperumfänge messen – schließlich bist du ohnehin schon dabei, und mehr Daten können nie schaden.
Schritt 2: Schlinge das Maßband um das Körperteil
Wenn du ein spezielles Umfangsmaßband wie das MyoTape verwendest, ziehe das Ende des Maßbandes um das Körperteil, das du messen möchtest. Am einfachsten gelingt dies, indem du den Knopf in der Mitte des MyoTapes betätigst, um das Band leichtgängig herauszuziehen. Platziere anschließend den kleinen Stecker am Ende des Maßbands in der kreisförmigen Aussparung am Gehäuse des Tapes. Achte darauf, dass das Band glatt und ohne Verdrehungen anliegt.
Bei einem einfachen Schneidermaßband legst du das Band ebenfalls um das Körperteil und hältst es mit einer Hand fest, während du das andere Ende mit der zweiten Hand umführst und überlappen lässt.
Schritt 3: Straffe das Maßband, bis es anliegt
Dies ist ein entscheidender Schritt für die Genauigkeit. Wenn du ein MyoTape verwendest, drücke einfach den Knopf in der Mitte des Maßbands. Das Band strafft sich dann automatisch und umschließt das Körperteil mit der voreingestellten, konstanten Zugkraft. Achte dabei penibel darauf, dass das Maßband parallel zum Fußboden und senkrecht zum zu messenden Körperteil verläuft. Es sollte eng anliegen, aber nicht so fest sein, dass es die Haut eindrückt.
Verwendest du ein einfaches Schneidermaßband, musst du die Spannung selbst kontrollieren. Versuche bei jeder Messung die gleiche Straffung herzustellen. Es sollte fest, aber nicht zu straff sein. Ein guter Indikator ist, wenn du noch einen Finger unter das Band schieben kannst, es aber gleichzeitig nicht verrutscht.
Schritt 4: Den Wert ablesen
Jetzt ist es Zeit, den Messwert abzulesen. Beim MyoTape liest du den Wert dort ab, wo das Maßband aus dem Gehäuse kommt (gegenüber dem arretierten Ende). Das Gehäuse ist so konstruiert, dass es sich nahtlos an den Umfang anfügt und den Startpunkt der Messung bildet.
Bei einem Schneidermaßband liest du den Wert dort ab, wo das Ende des Bandes auf die Skala trifft. Achte darauf, dass du direkt von vorne auf die Skala blickst, um Parallaxenfehler zu vermeiden.
Schritt 5: Protokolliere deine Messwerte
Die Messung ist nur die halbe Miete; das Protokollieren deiner Werte ist entscheidend, um Fortschritte sichtbar zu machen und Muster zu erkennen. Notiere alle Messungen sorgfältig in einer Tabelle. Diese sollte folgendermaßen aufgebaut sein:
| Datum | Hals (cm) | Schulter (cm) | Brust (cm) | Oberarm R (cm) | Oberarm L (cm) | Bauch (cm) | Hüfte (cm) | Oberschenkel R (cm) | Oberschenkel L (cm) | Wade R (cm) | Wade L (cm) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TT.MM.JJJJ | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... |
| TT.MM.JJJJ | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... |
Dazu kannst du dir in Excel, Google Sheets oder Evernote eine digitale Tabelle anlegen. Wer es lieber klassisch mag, kann die Tabelle natürlich genausogut in ein Notizbuch übertragen. Wichtig ist, dass du die Daten regelmäßig und konsistent einträgst.
Wichtiger Hinweis für höchste Genauigkeit: Um Messfehler möglichst gering zu halten und die Verlässlichkeit deiner Daten zu erhöhen, solltest du hier ganz genauso vorgehen, wie beim Gewicht messen oder der Körperfettanteil-Berechnung. Nachdem du mit allen Messungen durch bist, wiederhole jede Messung zwei weitere Male und bilde den Mittelwert für jeden Messpunkt. Notiere dann diesen Mittelwert. Führe die Messungen außerdem immer unter den gleichen Bedingungen durch, idealerweise morgens nach dem Aufstehen und dem ersten Toilettengang, bevor du etwas isst oder trinkst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Körperumfang messen
Wie oft sollte ich meinen Körperumfang messen?
Die Häufigkeit hängt von deinen Zielen und deiner Geduld ab. Tägliche Messungen sind in der Regel nicht sinnvoll, da Schwankungen durch Wasserhaushalt oder Mageninhalt das Bild verzerren können. Ein guter Rhythmus ist alle 2 bis 4 Wochen. Das gibt deinem Körper genügend Zeit für tatsächliche Veränderungen und dir genügend Datenpunkte, um Trends zu erkennen, ohne von kurzfristigen Schwankungen frustriert zu werden.
Was, wenn sich meine Umfänge nicht ändern oder sogar zunehmen?
Keine Panik! Stagnation kann verschiedene Gründe haben. Beim Muskelaufbau kann es sein, dass du gleichzeitig Fett abbaust, wodurch sich der Umfang netto kaum verändert. Eine Zunahme kann auf Muskelwachstum, aber auch auf Wassereinlagerungen oder eine Zunahme der Fettmasse hindeuten. Überprüfe deine Ernährung und dein Training. Wenn du auf Muskelaufbau trainierst, ist eine Zunahme der Umfänge an den trainierten Stellen oft ein gutes Zeichen. Wenn du abnehmen möchtest und der Bauchumfang stagniert oder steigt, solltest du deine Kalorienzufuhr und dein Aktivitätslevel kritisch hinterfragen. Betrachte immer das Gesamtbild aus Umfängen, Gewicht, Fotos und deinem Wohlbefinden.
Kann ich alleine präzise messen?
Ja, absolut! Mit etwas Übung und Geduld kannst du sehr präzise alleine messen. Ein spezielles Umfangsmaßband wie das MyoTape macht es deutlich einfacher, da es die Spannung automatisch reguliert. Für schwer erreichbare Stellen wie den Rücken oder die Schultern kann es anfangs etwas knifflig sein, aber mit ein paar Versuchen wirst du schnell den Dreh raus haben. Ein Spiegel kann ebenfalls hilfreich sein.
Ist die Umfangsmessung besser als das reine Wiegen?
Weder noch – sie ergänzen sich perfekt! Das reine Wiegen gibt dir eine grobe Orientierung über die Gesamtmasse deines Körpers. Die Umfangsmessung bietet dir jedoch spezifischere Informationen über die Verteilung und die Veränderungen einzelner Körperpartien. Gerade wenn du Muskeln aufbauen möchtest, kann dein Gewicht stagnieren oder sogar steigen, während deine Umfänge an den richtigen Stellen zunehmen und du gleichzeitig Fett verlierst. Beide Methoden zusammen ergeben ein umfassenderes Bild deiner Fortschritte.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Messung?
Der Schlüssel zur Verlässlichkeit ist die Konsistenz. Miss immer zur gleichen Zeit, unter den gleichen Bedingungen. Der ideale Zeitpunkt ist in der Regel morgens direkt nach dem Aufstehen und dem ersten Toilettengang, bevor du etwas isst oder trinkst. Dein Körper hat dann einen stabilen Wasserhaushalt, und Magen- und Darminhalt sind minimal. Vermeide Messungen direkt nach dem Training, nach dem Essen oder zu verschiedenen Tageszeiten, da dies zu starken Schwankungen führen kann.
Gibt es Apps zur Protokollierung meiner Umfänge?
Ja, es gibt zahlreiche Fitness- und Tracking-Apps (z.B. MyFitnessPal, Strong, BodyFast für Intervallfasten mit Tracking-Funktionen), die es dir ermöglichen, nicht nur dein Gewicht und deine Mahlzeiten, sondern auch deine Körperumfänge zu protokollieren. Viele dieser Apps bieten auch grafische Darstellungen deiner Fortschritte, was sehr motivierend sein kann. Alternativ tut es auch eine einfache Tabelle in Excel oder Google Sheets, die du selbst anlegst.
Fazit: Dein Körperumfang als Wegweiser zum Erfolg
Dein Bauchumfang wird dir zwar kein exaktes Bild deines gesamten Körperfettanteils liefern, aber dass es einen Zusammenhang zwischen Körperfett und Hosenbund gibt, weiß vermutlich jeder von uns aus eigener Erfahrung. Wenn dein Bauchumfang kontinuierlich abnimmt, gilt das in den allermeisten Fällen auch für deinen Körperfettanteil – und das ist ein starkes Zeichen für den Abbau von potenziell gesundheitsschädlichem Viszeralfett. Daher ist der Bauchumfang ein besonders wichtiger Gesundheitsmarker, der nicht unterschätzt werden sollte.
Es gibt verschiedene Wege, um deinen Körperfettanteil zu berechnen, und ja, einige basieren auch auf Umfangsmessungen, sind aber oft ungenauer als Methoden wie die Hautfaltenmessung mit einem Caliper, die ich persönlich bevorzuge, da sie simpel, zuverlässig und meist genauer ist als das reine Maßband für diesen spezifischen Zweck.
Das heißt aber keineswegs, dass das Messen von Umfängen überflüssig ist. Ganz im Gegenteil! Beim Abnehmen kannst du den Bauchumfang hervorragend als zusätzlichen Wert tracken, der dir eine andere Perspektive als die Waage bietet. Und wenn du Muskeln aufbauen willst, kann die Umfangsmessung an verschiedenen Stellen deines Körpers – nicht nur am Bauch, sondern auch an Hüfte, Oberschenkeln, Armen, Brust und Schultern – äußerst sinnvoll sein.
Behalte dabei immer im Hinterkopf: Weniger Zentimeter sind nicht immer mit Muskelabbau oder weniger Körperfett gleichzusetzen; sie können auch auf eine Dehydration zurückzuführen sein. Und Muskelaufbau kann den Körperumfang ansteigen lassen. Wenn du jedoch gleichzeitig Fett abbaust und Muskeln aufbaust, kann es sogar passieren, dass du bei einer Umfangsmessung zunächst gar keinen Unterschied feststellst, obwohl sich deine Körperkomposition positiv verändert hat. Die Kombination verschiedener Messmethoden und eine langfristige Betrachtung sind der Schlüssel zum Erfolg.
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