Was tun bei Sehnenentzündung an der Schulter?

Schulterschmerzen: Sehnenentzündung verstehen & heilen

15/02/2026

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Eine schmerzende Schulter, die jede Bewegung einschränkt und den Alltag zur Qual macht, ist oft das erste Anzeichen einer Sehnenentzündung. Diese weit verbreitete Erkrankung kann jeden treffen, ob Sportler, Büroarbeiter oder ältere Menschen, und beeinträchtigt nicht nur die physische, sondern auch die mentale Lebensqualität. Doch es gibt Hoffnung und effektive Wege zur Besserung. In diesem detaillierten Artikel tauchen wir tief in das Thema Sehnenentzündung an der Schulter ein. Wir beleuchten, was genau dahintersteckt, warum sie entsteht, wie sie diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ein besonderer Fokus liegt auf gezielten Übungen, die Ihnen helfen können, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Schulter nachhaltig zu stärken.

Was ist das Schulterblatt?
Das Schulterblatt (Scapula) ist einer von drei Knochen, die das bewegliche Schultergelenk bilden. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Verbindung des Oberarmknochens (Humerus) und des Schlüsselbeins (Clavicula) und wird durch eine Vielzahl von Muskeln, Bändern, Sehnen und Faszien stabilisiert.
Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sehnenentzündung an der Schulter und wie entsteht sie?

Eine Sehnenentzündung, medizinisch auch Tendinitis genannt, an der Schulter ist eine schmerzhafte Entzündung oder Reizung der Sehnen, die die Muskeln mit den Knochen des Schultergelenks verbinden. Sie kann verschiedene Bereiche des Gelenks betreffen, von der langen Bizepssehne, die am Oberarm verläuft, bis hin zu den Sehnen der Rotatorenmanschette. Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln (Supraspinatus, Infraspinatus, Teres Minor und Subscapularis), die für die Stabilität und Bewegung der Schulter verantwortlich sind. Wenn diese Sehnen überlastet, wiederholt beansprucht oder verletzt werden, können sie sich entzünden und Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen verursachen.

Die Entstehung einer Sehnenentzündung an der Schulter ist multifaktoriell und kann durch eine Kombination verschiedener Faktoren begünstigt werden:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter verlieren Sehnen an Elastizität und werden anfälliger für Verschleiß und Mikroverletzungen. Degenerative Veränderungen wie Arthrose können die Gelenksteifigkeit erhöhen und somit eine prädisponierende Rolle spielen.
  • Intensive sportliche Betätigung: Sportler, insbesondere solche, die wiederholte Überkopfbewegungen ausführen (z. B. Baseball-Pitcher, Schwimmer, Tennisspieler, Volleyballer), sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Die ständige Belastung und der große Bewegungsumfang können zu einer Überreizung der Sehnen führen.
  • Berufliche Belastungen: Berufe, die repetitive Arm- und Schulterbewegungen oder das Heben schwerer Lasten erfordern, sind ebenfalls Risikofaktoren. Dazu gehören Maurer, Maler, Monteure, aber auch Büroangestellte, die stundenlang in ungünstigen Haltungen am Computer arbeiten, oder Musiker, die bestimmte Instrumente spielen.
  • Plötzliche Bewegungen oder Traumata: Ein Sturz auf die Schulter, ein plötzliches Reißen oder eine unkontrollierte Bewegung kann eine akute Sehnenentzündung auslösen.
  • Schlechte Durchblutung: Eine verminderte Blutversorgung der Sehnen, insbesondere in bestimmten Bereichen wie dem Supraspinatus, kann die Heilung beeinträchtigen und Entzündungen fördern.
  • Fehlhaltung und muskuläre Dysbalancen: Eine schlechte Körperhaltung oder ein Ungleichgewicht zwischen den Schultermuskeln kann zu einer ungleichmäßigen Belastung der Sehnen führen und deren Entzündung begünstigen.

Abgesehen von den Schmerzen geht die Sehnenentzündung an der Schulter stets mit einer eingeschränkten Beweglichkeit des Gelenks einher, was die Ausführung alltäglicher Aufgaben erheblich erschwert.

Symptome und die Wichtigkeit einer präzisen Diagnose

Das offensichtlichste Anzeichen einer Sehnenentzündung an der Schulter ist die Entzündung als solche, die sich oft durch eine lokale Schwellung und Wärme äußert. Doch sie tritt selten allein auf, sondern wird von einer Reihe weiterer Symptome begleitet, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können:

  • Schmerz: Dieser kann stechend, brennend oder dumpf sein und sich bei bestimmten Bewegungen, beim Heben des Arms, beim Drehen der Schulter oder beim Ausüben von Druck auf das Gelenk verstärken. Oft strahlt der Schmerz in den Oberarm aus und ist nachts, insbesondere beim Liegen auf der betroffenen Seite, besonders intensiv.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Entzündung führt zu einer Reduzierung des Bewegungsumfangs. Es fällt schwer, den Arm über Kopf zu heben, sich anzuziehen oder alltägliche Gegenstände zu erreichen.
  • Kraftverlust: Aufgrund der Schmerzen und der Entzündung kann die Kraft in der betroffenen Schulter und im Arm deutlich nachlassen. Einfache Aufgaben wie das Öffnen einer Tür oder das Heben einer Tasse können zur Herausforderung werden.
  • Druckempfindlichkeit: Das Ertasten des betroffenen Sehnenbereichs löst oft Schmerz aus.
  • Knirschen oder Reiben: Manche Patienten berichten von einem knirschenden oder reibenden Geräusch im Gelenk bei Bewegung.

Die Diagnose einer Sehnenentzündung erfordert eine sorgfältige ärztliche Untersuchung und eine ausführliche Analyse der Krankengeschichte des Patienten. Der Arzt wird zunächst eine Reihe von Bewegungstests durchführen, um den Bewegungsumfang, die Schmerzpunkte und die Kraft der Schulter zu beurteilen. Um die Diagnose zu bestätigen und andere mögliche Ursachen für die Schulterschmerzen auszuschließen oder weitere Schäden wie Sehnenrisse zu identifizieren, werden häufig bildgebende Verfahren eingesetzt:

  • Röntgenaufnahmen: Diese können Knochenveränderungen wie Arthrose oder Kalkablagerungen in den Sehnen (Kalkschulter) sichtbar machen, die eine Sehnenentzündung begleiten oder verursachen können.
  • Ultraschall: Eine nicht-invasive Methode, die Weichteilstrukturen wie Sehnen und Schleimbeutel gut darstellen kann. Sie zeigt Entzündungen, Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Bietet detaillierte Bilder von Weichteilen, einschließlich Sehnen, Muskeln und Bändern. Das MRT ist besonders nützlich, um den Schweregrad der Sehnenentzündung zu beurteilen und eventuelle Risse oder andere strukturelle Schäden zu erkennen.
  • Computertomographie (CT): Wird seltener eingesetzt, kann aber bei komplexen Knochenstrukturen oder zur präzisen Lokalisation von Kalkablagerungen hilfreich sein.

Die Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren ermöglicht eine präzise Diagnose und die Planung einer individuellen Behandlungsstrategie.

Mögliche Behandlungen: Von konservativ bis interventionell

Die Behandlung einer Sehnenentzündung an der Schulter zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu reduzieren, die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Schulter zu stärken. In den meisten Fällen werden konservative Methoden bevorzugt, während eine Operation nur den schwersten Fällen oder bei Versagen der konservativen Therapie vorbehalten bleibt.

Konservative Behandlungsansätze

  • Ruhe und Kälteanwendung: In der akuten Phase ist es entscheidend, die betroffene Schulter zu schonen und bewegungen zu vermeiden, die Schmerz verursachen. Kalte Kompressen oder Eispackungen können helfen, Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren. Sie sollten mehrmals täglich für 15-20 Minuten angewendet werden.
  • Medikamentöse Behandlung: Zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung werden häufig nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt. In einigen Fällen können stärkere Schmerzmittel verschrieben werden.
  • Physiotherapie: Dies ist das Herzstück der konservativen Behandlung und entscheidend für eine langfristige Genesung. Ein Physiotherapeut erstellt einen individuellen Behandlungsplan, der folgende Ziele verfolgt:
    • Schmerzlinderung und Entzündungshemmung: Durch passive Techniken, Elektrotherapie (z.B. TENS), Ultraschall oder Lasertherapie.
    • Wiederherstellung der Beweglichkeit: Sanfte Dehnungen und manuelle Mobilisationstechniken helfen, die Gelenksteifigkeit zu reduzieren.
    • Verbesserung von Stabilität und Kraft: Gezielte Kräftigungsübungen für die Rotatorenmanschette und die Schulterblattstabilisatoren sind essenziell, um die Belastbarkeit der Schulter zu erhöhen und Rezidive zu verhindern.
    • Haltungskorrektur und Ergonomieberatung: Eine korrekte Haltung und angepasste Arbeitsplatzgestaltung können helfen, zukünftige Überlastungen zu vermeiden.
  • Injektionen: In bestimmten Fällen können Kortisoninjektionen direkt in den entzündeten Bereich verabreicht werden, um eine schnelle Schmerzlinderung und Entzündungshemmung zu erzielen. Diese sollten jedoch aufgrund potenzieller Nebenwirkungen und der Schwächung der Sehne nur sparsam eingesetzt werden. Neuere Ansätze umfassen auch Injektionen von plättchenreichem Plasma (PRP) zur Förderung der Heilung.

Chirurgische Behandlungsansätze (Arthroskopie)

Eine Operation, meist in Form einer Arthroskopie (Schlüsselloch-Chirurgie), ist nur in Ausnahmefällen indiziert, beispielsweise wenn konservative Behandlungen über einen längeren Zeitraum (mehrere Monate) keine Besserung bringen, bei einem Sehnenriss der Rotatorenmanschette oder bei einem Impingement-Syndrom, das durch knöcherne Einengungen verursacht wird. Bei der Arthroskopie können entzündetes Gewebe entfernt, Sehnenrisse genäht oder knöcherne Engstellen erweitert werden.

Unabhängig von der gewählten Behandlungsstrategie ist die aktive Mitarbeit des Patienten von entscheidender Bedeutung. Konsequenz bei den Übungen und die Beachtung der ärztlichen Anweisungen sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Genesung.

Der Weg zur Genesung: Gezielte Übungen für Ihre Schulter

Die folgenden Übungen sind ein integraler Bestandteil der Rehabilitation bei einer Sehnenentzündung an der Schulter. Sie helfen, die Beweglichkeit zu verbessern, die Muskeln zu kräftigen und die Stabilität des Gelenks zu erhöhen. Es ist jedoch von größter Bedeutung, diese Übungen nur nach Rücksprache und unter Anleitung eines Orthopäden oder Physiotherapeuten durchzuführen. Hören Sie immer auf Ihren Körper und stoppen Sie sofort, wenn Schmerzen auftreten oder sich verstärken. Eine professionelle Begleitung gewährleistet die korrekte Ausführung und beugt weiteren Schäden vor.

1. Aufwärmübungen: Die Basis für jede Bewegung

Das Aufwärmen bereitet die Muskeln und Sehnen auf die bevorstehende Belastung vor, erhöht die Durchblutung und verbessert die Gelenkigkeit. Führen Sie diese Übungen sanft und kontrolliert aus.

Das Pendel

Diese Übung ist hervorragend, um die Schulter passiv zu mobilisieren und die Durchblutung anzuregen, ohne die Sehnen zu überlasten.

  • Ausführung: Stellen Sie sich leicht nach vorne gebeugt hin, sodass Ihr Rumpf annähernd parallel zum Boden ist. Stützen Sie sich mit der nicht betroffenen Hand auf einem Stuhl, einem Tisch oder einer Wand ab. Lassen Sie den betroffenen Arm locker nach unten hängen. Beginnen Sie nun, den hängenden Arm sanft in kleinen Kreisen zu schwingen – zuerst im Uhrzeigersinn, dann gegen den Uhrzeigersinn. Die Bewegung sollte aus dem Rumpf und der Schwerkraft kommen, nicht aus der Schultermuskulatur.
  • Dauer/Wiederholungen: Führen Sie 10-15 Kreise in jede Richtung aus. Wiederholen Sie dies für 2-3 Sätze.
  • Fokus: Entspannung der Schultermuskulatur, Verbesserung der Gelenkschmiere.

Türrahmen-Brustdehnung

Diese Übung hilft, die Brustmuskulatur zu dehnen und die Schultern zu öffnen, was oft bei einer Sehnenentzündung durch Schonhaltung verkürzt ist.

  • Ausführung: Stellen Sie sich in einen offenen Türrahmen. Legen Sie beide Unterarme oder Hände auf Schulterhöhe an den Türrahmen. Machen Sie einen kleinen Schritt nach vorne durch den Rahmen, wobei Sie Ihren Rücken gerade halten. Spüren Sie eine sanfte Dehnung in Ihrer Brust und im vorderen Schulterbereich. Vermeiden Sie es, die Gelenkbewegung zu erzwingen oder Schmerzen zu verursachen.
  • Dauer/Wiederholungen: Halten Sie die Dehnung für 15-20 Sekunden. Wiederholen Sie dies 2-3 Mal.
  • Fokus: Öffnung der Brust, Entlastung der vorderen Schulter.

2. Dehnübungen: Beweglichkeit zurückgewinnen

Nach dem Aufwärmen sind Dehnübungen wichtig, um die Flexibilität der Sehnen und Muskeln zu verbessern und den vollen Bewegungsumfang der Schulter wiederherzustellen.

Frontales Strecken (Quer-Arm-Dehnung)

Diese Dehnung zielt auf die hintere Schulterkapsel und die Rotatorenmanschette ab.

  • Ausführung: Stehen Sie aufrecht. Führen Sie den Arm der betroffenen Seite quer über Ihren Körper zur Schulter des anderen Arms. Mit der freien Hand können Sie den Ellbogen des betroffenen Arms sanft nach oben und zu sich ziehen, um die Dehnung zu intensivieren. Achten Sie darauf, dass Ihre Schulter dabei nicht nach oben zuckt.
  • Dauer/Wiederholungen: Halten Sie die Position für etwa 15-20 Sekunden. Führen Sie 3-5 Wiederholungen durch.
  • Fokus: Dehnung der hinteren Schulterkapsel und des Deltamuskels.

Dehnung mit Stütze und Anhebung (Wand-Dehnung)

Diese Übung dehnt die vordere Schulter und den Bizeps.

  • Ausführung: Stellen Sie sich aufrecht vor eine Wand. Legen Sie die Hand der betroffenen Seite etwas oberhalb Ihrer Schulterhöhe flach an die Wand, die Finger zeigen nach oben. Bewegen Sie nun langsam Ihren Körper von der Wand weg, während Ihre Hand an der Wand bleibt. Die Finger sollten gestreckt bleiben und die Handfläche sich leicht von der Oberfläche wegbewegen. Sie sollten eine Dehnung im vorderen Schulterbereich und im Bizeps spüren.
  • Dauer/Wiederholungen: Halten Sie die Dehnung für 15-20 Sekunden. Wiederholen Sie 3-5 Mal.
  • Fokus: Dehnung der vorderen Schulter und des Bizeps.

Dehnen mit Elastikband (oder Handtuch) über Kopf

Eine effektive Übung zur Verbesserung der Flexibilität der Rotatorenmanschette und der oberen Rückenmuskulatur.

  • Ausführung: Halten Sie ein Reha-Gummiband (oder ein Handtuch) mit beiden Händen. Legen Sie den Handrücken der betroffenen Seite hinter Ihren Rücken, die Handfläche zeigt vom Körper weg. Führen Sie die andere Hand über Ihren Kopf und halten Sie ebenfalls das Band fest. Die obere Hand zieht nun leicht nach oben, um die hinter dem Rücken befindliche Hand sanft anzuheben. Spüren Sie die Dehnung in der Schulter und im Arm. Eine Variation ohne Band ist, die Hand des betroffenen Arms hinter den Rücken zu legen und zu versuchen, sie so weit wie möglich nach oben zu schieben.
  • Dauer/Wiederholungen: Halten Sie die Dehnung für 15-20 Sekunden. Führen Sie 3-5 Wiederholungen durch.
  • Fokus: Verbesserung der internen Rotation und Flexibilität der Schulter.

Passive Innenrotation mit Stab

Diese Übung hilft, die Innenrotation der Schulter zu verbessern, die oft eingeschränkt ist.

  • Ausführung: Halten Sie einen Stab oder Besenstiel mit beiden Händen hinter Ihrem Rücken. Die Hand des betroffenen Arms hält das untere Ende des Stabes, während die Hand des nicht betroffenen Arms das obere Ende hält. Mit der nicht betroffenen Hand ziehen Sie den Stab nun sanft zur Seite, sodass der betroffene Arm passiv in die Innenrotation gezwungen wird und die Hand in Richtung der Mitte des Rückens wandert.
  • Dauer/Wiederholungen: Halten Sie die Dehnung für 15-20 Sekunden. Wiederholen Sie 3-5 Mal.
  • Fokus: Verbesserung der passiven Innenrotation.

3. Kräftigungsübungen: Stabilität und Belastbarkeit aufbauen

Sobald die akuten Schmerzen abgeklungen sind und die Beweglichkeit verbessert wurde, sind Kräftigungsübungen entscheidend, um die Schulter zu stabilisieren und zukünftigen Verletzungen vorzubeugen. Beginnen Sie mit geringem Widerstand und steigern Sie diesen langsam.

Kräftigung mit Seil/Band (Rudern)

Diese Übung stärkt die Rückenmuskulatur und die Schulterblattstabilisatoren, die für eine gesunde Schulterfunktion unerlässlich sind.

  • Ausführung: Befestigen Sie ein Theraband oder ein Seil auf Hüfthöhe an einer stabilen Tür oder einem Pfosten. Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand in etwa einem Meter Abstand auf. Halten Sie das Ende des Bandes mit der Hand der betroffenen Schulter. Ziehen Sie das Band nun in einer Ruderbewegung zurück, indem Sie den Ellbogen eng am Körper halten und das Schulterblatt nach hinten unten ziehen. Achten Sie darauf, den Oberkörper stabil zu halten.
  • Dauer/Wiederholungen: Führen Sie 10-15 Wiederholungen durch. Machen Sie 2-3 Sätze.
  • Fokus: Stärkung der Rhomboide und des Latissimus Dorsi.

Externe 90-Grad-Drehung mit gestrecktem Arm (Schulterabduktion)

Diese Übung stärkt den Deltamuskel und den Supraspinatus, einen wichtigen Muskel der Rotatorenmanschette.

  • Ausführung: Beginnen Sie in der gleichen Position wie bei der Ruderübung, mit dem Gesicht zur Wand und dem Band in der Hand der betroffenen Schulter. Der Arm ist gestreckt. Heben Sie den Arm nun seitlich vom Körper weg, bis sich die Hand auf Schulterhöhe oder leicht darüber befindet. Halten Sie kurz und kehren Sie dann langsam in die Ausgangsposition zurück. Die Bewegung sollte kontrolliert und ohne Schwung erfolgen.
  • Dauer/Wiederholungen: Führen Sie 10-15 Wiederholungen durch. Machen Sie 2-3 Sätze.
  • Fokus: Stärkung der Abduktoren der Schulter.

Innenrotation mit Elastikband

Diese Übung zielt auf den Subscapularis, einen wichtigen Innenrotator der Rotatorenmanschette.

  • Ausführung: Befestigen Sie ein Theraband auf Ellbogenhöhe an einem Türrahmen. Stellen Sie sich seitlich zum Türrahmen, sodass die betroffene Schulter zur Wand zeigt. Halten Sie das Band mit der Hand der betroffenen Schulter. Halten Sie den Ellbogen des betroffenen Arms eng am Körper angewinkelt (90 Grad). Ziehen Sie das Band nun vor dem Körper nach innen, bis Ihr Handgelenk den Ellbogen auf der anderen Seite erreicht. Halten Sie die Spannung und kehren Sie langsam zurück.
  • Dauer/Wiederholungen: Führen Sie 10-15 Wiederholungen durch. Machen Sie 2-3 Sätze.
  • Fokus: Stärkung der inneren Rotatoren der Schulter.

Außenrotation mit Elastikband

Diese Übung stärkt den Infraspinatus und Teres Minor, die für die Außenrotation der Schulter verantwortlich sind.

  • Ausführung: Ähnlich der Innenrotation, aber diesmal ist die nicht betroffene Schulter der Wand zugewandt. Halten Sie das Band mit der Hand der betroffenen Schulter. Halten Sie den Ellbogen eng am Körper angewinkelt. Ziehen Sie das Band nun nach außen, weg vom Körper, indem Sie den Unterarm vom Körper wegdrehen. Halten Sie die Spannung und kehren Sie langsam zurück.
  • Dauer/Wiederholungen: Führen Sie 10-15 Wiederholungen durch. Machen Sie 2-3 Sätze.
  • Fokus: Stärkung der äußeren Rotatoren der Schulter.

Wandbeugen (Wandliegestütze)

Eine gute Alternative zu klassischen Liegestützen, die Brust, Schultern und Trizeps stärkt und gleichzeitig gelenkschonend ist.

  • Ausführung: Stellen Sie sich etwa einen Armlänge von einer stabilen Wand entfernt auf. Legen Sie Ihre Hände etwas breiter als schulterbreit und auf Brusthöhe an die Wand. Lehnen Sie sich langsam zur Wand, indem Sie Ihre Ellbogen beugen, als würden Sie einen Liegestütz machen. Halten Sie Ihren Körper gerade und spannen Sie die Bauchmuskeln an. Drücken Sie sich dann kontrolliert zurück in die Ausgangsposition.
  • Dauer/Wiederholungen: Führen Sie 10-15 Wiederholungen durch. Machen Sie 2-3 Sätze.
  • Fokus: Stärkung der Brust-, Schulter- und Trizepsmuskulatur.

Denken Sie daran: Die Kontinuität und die korrekte Ausführung sind entscheidend für den Erfolg dieser Übungen. Beginnen Sie vorsichtig und steigern Sie Intensität und Wiederholungszahlen nur schrittweise.

Vergleichstabelle: Akute vs. Chronische Sehnenentzündung

Es ist wichtig, zwischen einer akuten und einer chronischen Sehnenentzündung zu unterscheiden, da dies Auswirkungen auf die Behandlungsstrategie haben kann.

MerkmalAkute SehnenentzündungChronische Sehnenentzündung
Dauer der SymptomeKurzfristig, typischerweise weniger als 6 WochenLängerfristig, oft über 3 Monate
UrsachePlötzliche Überlastung, Trauma, ungewohnte BewegungWiederholte Mikrotraumata, anhaltende Fehlbelastung, unzureichende Heilung einer akuten Form, degenerative Prozesse
SchmerzintensitätOft stark und plötzlich einsetzendMeist dumpfer, anhaltender Schmerz; kann bei Belastung zunehmen
EntzündungszeichenTypisch: Rötung, Schwellung, WärmeKann weniger ausgeprägt sein; oft eher degenerative Veränderungen (Tendinose)
BehandlungsschwerpunktRuhe, Kälte, Entzündungshemmer, SchmerzlinderungPhysiotherapie, Kräftigung, Belastungsanpassung, ggf. Injektionen oder OP

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Schultersehnenentzündung

F1: Wie lange dauert die Heilung einer Sehnenentzündung an der Schulter?

Die Heilungsdauer einer Sehnenentzündung an der Schulter ist sehr individuell und hängt vom Schweregrad der Entzündung, der Ursache, der Konsequenz der Behandlung und der individuellen Heilungsfähigkeit ab. Eine akute Entzündung kann bei konsequenter Behandlung innerhalb weniger Wochen (4-8 Wochen) abklingen. Chronische Formen oder solche mit strukturellen Schäden können jedoch mehrere Monate bis zu einem Jahr oder länger dauern. Geduld und die Einhaltung des Therapieplans sind entscheidend.

F2: Kann ich eine Sehnenentzündung vorbeugen?

Ja, Prävention ist möglich und wichtig. Dazu gehören:

  • Regelmäßiges Aufwärmen vor sportlicher Aktivität.
  • Langsame Steigerung der Trainingsintensität und des Umfangs.
  • Korrekte Technik bei Sport und Arbeit.
  • Ausreichende Pausen und Erholung.
  • Regelmäßige Dehn- und Kräftigungsübungen zur Stärkung der Schulter- und Rumpfmuskulatur.
  • Ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes.
  • Achten auf eine gute Körperhaltung im Alltag.

F3: Was tun, wenn die Übungen Schmerzen verursachen oder keine Besserung bringen?

Wenn die Übungen Schmerzen verursachen, sollten Sie diese sofort abbrechen und Ihren Arzt oder Physiotherapeuten konsultieren. Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers und sollte nicht ignoriert werden. Es könnte sein, dass die Übung falsch ausgeführt wird, der Schwierigkeitsgrad zu hoch ist oder eine andere Diagnose vorliegt. Wenn nach mehreren Wochen konsequenter Übung keine Besserung eintritt, ist ebenfalls eine erneute ärztliche Begutachtung notwendig, um die Therapie anzupassen oder weitere diagnostische Schritte einzuleiten.

F4: Darf ich Sport treiben, wenn ich eine Sehnenentzündung habe?

In der akuten Phase ist Schonung und das Vermeiden schmerzauslösender Bewegungen wichtig. Sobald die akuten Symptome abgeklungen sind und Ihr Arzt oder Physiotherapeut grünes Licht gibt, können Sie langsam wieder mit sportlichen Aktivitäten beginnen. Es ist ratsam, zunächst gelenkschonende Sportarten zu wählen und Bewegungen zu vermeiden, die die Schulter übermäßig belasten (z.B. Überkopfbewegungen, Kontaktsportarten). Hören Sie auf Ihren Körper und steigern Sie die Intensität schrittweise. Ein individueller Plan mit Ihrem Physiotherapeuten kann hier sehr hilfreich sein.

F5: Sind Massagen bei einer Sehnenentzündung hilfreich?

Massagen können bei einer Sehnenentzündung hilfreich sein, insbesondere wenn sie von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden. Sie können dazu beitragen, Muskelverspannungen in der Schulter und im Nacken zu lösen, die Durchblutung zu fördern und Schmerzen zu lindern. Tiefenquerreibungen an der betroffenen Sehne können unter Umständen die Heilung anregen. Allerdings sollten Massagen nicht in der akut entzündlichen Phase eingesetzt werden, da dies die Entzündung verschlimmern könnte. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten, bevor Sie Massagen in Ihren Behandlungsplan aufnehmen.

Fazit

Eine Sehnenentzündung an der Schulter kann eine äußerst belastende Erfahrung sein, die den Alltag stark einschränkt. Doch wie dieser Artikel zeigt, gibt es vielfältige und effektive Wege zur Genesung. Der Schlüssel liegt in einem umfassenden Ansatz, der Ruhe, gezielte konservative Therapien und vor allem eine konsequente und korrekt ausgeführte Physiotherapie umfasst. Die hier vorgestellten Aufwärm-, Dehn- und Kräftigungsübungen sind wertvolle Bausteine auf Ihrem Weg zu einer schmerzfreien und wieder voll funktionsfähigen Schulter. Denken Sie immer daran, dass die individuelle Betreuung durch einen Facharzt und einen Physiotherapeuten unerlässlich ist. Sie können den Heilungsprozess optimal begleiten, den Therapieplan an Ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen und sicherstellen, dass Sie die Übungen korrekt ausführen. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers, seien Sie geduldig und geben Sie Ihrer Schulter die Zeit und Unterstützung, die sie zur vollständigen Heilung benötigt. Mit Engagement und professioneller Anleitung können Sie die Kontrolle über Ihre Schultergesundheit zurückgewinnen und wieder ein aktives Leben führen.

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