Was passiert bei einer Entzündung des Schleimbeutels?

Schleimbeutelentzündung Knie: Linderung & Heilung

23/01/2026

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Das Knie, ein komplexes und stark beanspruchtes Gelenk, ist täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Wenn es schmerzt, anschwillt und sich nicht mehr richtig bewegen lässt, steckt oft eine sogenannte Schleimbeutelentzündung dahinter. Fachsprachlich als Bursitis bekannt, ist diese Entzündung der kleinen, flüssigkeitsgefüllten Polster im Gelenkbereich zwar schmerzhaft, aber meist harmlos – vorausgesetzt, man weiß, wie man sie richtig behandelt. Denn eine akute Schleimbeutelentzündung kann sich sonst zu einem chronischen Problem entwickeln. Dieser Artikel führt Sie umfassend durch die Welt der Schleimbeutelentzündung im Knie, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu den besten Behandlungsstrategien und Präventionsmaßnahmen, damit Sie bald wieder schmerzfrei durchs Leben gehen können.

Was tun bei einer Entzündung im Knie?
Nachdem die Entzündung im Knie ausgeheilt ist, kann das Kniegelenk mit einem Stützverband oder auch einem Knieschützer entlastet werden. Hilft die konservative Therapie nicht oder kommt es immer wieder zu Entzündungen des Schleimbeutels, besteht die Möglichkeit, den Schleimbeutel zu entfernen (Bursektomie).
Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis)?

Im menschlichen Körper befinden sich über 150 sogenannte Schleimbeutel, lateinisch Bursa genannt. Diese kleinen, mit Gelenkflüssigkeit gefüllten Säckchen aus Bindegewebe fungieren als natürliche Stoßdämpfer und Gleitlager. Sie sind strategisch an Stellen platziert, wo Sehnen, Muskeln oder Haut über knöcherne Strukturen gleiten müssen, um Reibung und Druck zu minimieren. Am Knie gibt es beispielsweise mehrere Schleimbeutel, die eine reibungslose Bewegung der Kniescheibe und der umliegenden Sehnen ermöglichen.

Eine Schleimbeutelentzündung oder Bursitis entsteht, wenn diese empfindlichen Polster überreizt, überlastet oder infiziert werden. Im entzündeten Schleimbeutel sammelt sich vermehrt Flüssigkeit an, was dazu führt, dass das normalerweise flache Kissen anschwillt und auf das umliegende Gewebe drückt. Dies führt zu den typischen Beschwerden, die das Gelenk in seiner Funktion erheblich einschränken können.

Die häufigsten Symptome erkennen

Unabhängig von der Ursache äußert sich eine Schleimbeutelentzündung meist durch sehr ähnliche Symptome, die auf einer lokalen Entzündungsreaktion basieren. Diese Reaktion wird durch körpereigene Botenstoffe, sogenannte Entzündungsmediatoren, ausgelöst:

  • Schwellung: Die Durchlässigkeit der Blutgefäße im betroffenen Bereich nimmt zu, was zum Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe führt. Dies verursacht eine sicht- und tastbare Schwellung. Zusätzlich produziert die innere Haut des Schleimbeutels vermehrt Gelenkflüssigkeit, was zu einem prallen Erguss führen kann, der sich oft als deutliche Beule vor oder unter der Kniescheibe manifestiert.
  • Rötung und Überwärmung: Die Botenstoffe steigern die lokale Durchblutung und erweitern die Blutgefäße. Dies führt zu einer sichtbaren Rötung der Haut über dem entzündeten Bereich und einer spürbaren Erwärmung.
  • Schmerz: Die Entzündungsmediatoren erhöhen die Empfindlichkeit der Nervenfasern im betroffenen Gebiet. Dies führt zu starken, oft stechenden Schmerzen, die bei Berührung oder Bewegung zunehmen.
  • Funktionseinschränkung: Die eigentliche Funktion des Schleimbeutels als Gleitlager wird durch die Entzündung stark beeinträchtigt. Das Beugen und Strecken des Knies wird schmerzhaft und ist aufgrund des Ergusses oft nur noch eingeschränkt möglich. Alltägliche Bewegungen wie Gehen, Laufen oder langes Stehen können unerträglich werden.
  • Eiterbildung: Ist eine bakterielle Infektion die Ursache, kann es zusätzlich zu einer Eiterbildung im Schleimbeutel kommen, was die Symptome verschärfen kann.

Ursachen einer Schleimbeutelentzündung im Knie

Die Gründe für eine Bursitis im Knie sind vielfältig. Häufig lassen sie sich jedoch in folgende Kategorien einteilen:

UrsachenkategorieBeschreibung und Beispiele
ÜberbelastungDies ist der häufigste Grund. Wiederholte, einseitige oder zu intensive Belastungen reizen den Schleimbeutel. Beispiele sind langes Knien (z.B. bei Fliesenlegern, Reinigungskräften, Dachdeckern, Schreinern), intensives Joggen oder Ballsportarten wie Volleyball. Chronische Überbelastung kann zu einer dauerhaften Entzündung führen.
Trauma / VerletzungenEin direkter Sturz auf das Knie, ein Stoß oder ein harter Aufprall kann den Schleimbeutel direkt verletzen und eine akute Entzündung auslösen.
FehlbelastungUngünstige Körperhaltungen nach anderen Verletzungen, falsches Schuhwerk oder eine unausgewogene Muskulatur können zu einer ungleichmäßigen Belastung des Knies führen und somit die Schleimbeutel reizen.
InfektionenBakterien können über offene Wunden am Knie oder durch die Blutbahn in den Schleimbeutel gelangen und eine eitrige Entzündung verursachen.
Systemische ErkrankungenEntzündliche Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht können sich auf die Schleimbeutel ausweiten und Entzündungsprozesse hervorrufen.

Diagnose: Der Weg zur Klarheit

Um eine Schleimbeutelentzündung im Knie zu diagnostizieren und andere mögliche Ursachen für Knieschmerzen auszuschließen, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin in der Regel folgende Schritte unternehmen:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Zunächst wird nach Ihren Beschwerden, deren Beginn und Verlauf gefragt. Anschließend wird das Knie gründlich untersucht. Eine typische Schwellung, Rötung und Druckschmerzhaftigkeit über dem Schleimbeutel sind oft schon ein deutlicher Hinweis. Der Arzt wird versuchen, die Beweglichkeit des Knies zu testen und die Schmerzreaktion zu beurteilen.
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall ist ein sehr nützliches Werkzeug, um die Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel sichtbar zu machen und die Größe des Ergusses zu beurteilen. Röntgenaufnahmen können hilfreich sein, um knöcherne Veränderungen oder andere Gelenkerkrankungen auszuschließen.
  • Punktion: Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion oder einen sehr großen, schmerzhaften Erguss kann eine Punktion des Schleimbeutels durchgeführt werden. Dabei wird mit einer feinen Nadel etwas Flüssigkeit entnommen. Diese Flüssigkeit kann anschließend im Labor auf Bakterien oder andere Entzündungszeichen untersucht werden, was entscheidend für die Wahl der richtigen Therapie ist.
  • Blutuntersuchung: Besteht der Verdacht, dass systemische Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht die Ursache sind, können Bluttests durchgeführt werden, um entsprechende Entzündungswerte oder spezifische Marker zu bestimmen.

Behandlungsmöglichkeiten: Von Schonung bis Operation

Die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung im Knie zielt primär darauf ab, die Entzündung zu bekämpfen, Schmerzen zu lindern und die normale Funktion des Gelenks wiederherzustellen. Die Wahl der Therapie hängt von der Schwere, Häufigkeit und Ursache der Entzündung ab.

Konservative Ansätze

In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung ausreichend, insbesondere in der akuten Phase:

  • Schonung und Ruhigstellung: Das betroffene Knie sollte unbedingt geschont und vor weiterer Belastung geschützt werden. Eine Sportpause ist unerlässlich. Eine Schiene oder ein Tape-Verband können helfen, das Bein ruhigzustellen und den Schleimbeutel zu entlasten.
  • Kühlung: Kälteanwendungen, etwa mit Kühlpacks oder kalten Kompressen, wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, indem sie die Durchblutung reduzieren und die überreizten Nervenenden beruhigen.
  • Hochlagerung: Das Hochlagern des Beines fördert den Rückfluss von Flüssigkeit und hilft, die Schwellung schneller zu reduzieren.
  • Medikamentöse Therapie: Bei starken Schmerzen und Entzündungen können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt werden. Diese Medikamente wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend und sind als Tabletten, Salben oder Gels erhältlich. Bei bakteriellen Infektionen ist eine gezielte Antibiotikatherapie notwendig.

Hausmittel, die Linderung verschaffen

Neben der medizinischen Behandlung können bewährte Hausmittel die Heilung unterstützen und Beschwerden lindern:

  • Quarkwickel: Ein Klassiker unter den Hausmitteln. Der im Speisequark enthaltene Kasein hat eine kühlende und entzündungshemmende Wirkung. Er zieht die Entzündung im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Gewebe und wirkt abschwellend. Streichen Sie fingerdick Quark auf ein Baumwolltuch, falten Sie es und legen Sie es für etwa 20 Minuten auf das betroffene Knie. Achten Sie darauf, dass der Quark nicht direkt auf der Haut antrocknet.
  • Kühlen: Wie bereits erwähnt, ist Kühlen eine einfache und effektive Methode, um Schmerzen zu lindern und Schwellungen zu reduzieren. Nutzen Sie Kühlpacks, die in ein Tuch gewickelt sind, um Erfrierungen zu vermeiden.
  • Salbenverbände: Pflanzliche Salben, beispielsweise mit Beinwell oder Arnika, können entzündungshemmend wirken. Auch Salben mit Diclofenac sind rezeptfrei erhältlich und können lokal Schmerzen und Entzündungen bekämpfen.

Injektionen und Punktionen

Wenn konservative Methoden keine ausreichende Besserung bringen, können weitere Maßnahmen erforderlich sein:

  • Kortisoninjektion: Bei hartnäckigen Entzündungen kann Kortison direkt in den entzündeten Schleimbeutel gespritzt werden. Kortison ist ein starkes entzündungshemmendes Medikament, das oft schnell Linderung verschafft.
  • Punktion des Schleimbeutels: Bei sehr großen und prallen Ergüssen kann das Absaugen der überschüssigen Flüssigkeit mit einer Nadel (Punktion) den Druck im Schleimbeutel mindern und sofortige Entlastung bringen. Dies kann auch zur Gewinnung von Flüssigkeit für die Labordiagnostik genutzt werden.

Chronische Bursitis: Was nun?

Wird eine akute Schleimbeutelentzündung nicht ausreichend behandelt oder das Knie zu früh wieder belastet, kann die Entzündung chronisch werden. Die Schleimbeutel bleiben dann dauerhaft oder immer wiederkehrend geschwollen. In solchen Fällen können spezielle Therapien wie die Stoßwellentherapie in Betracht gezogen werden. Die abgegebenen Schallwellen sollen Schmerzen lindern und eventuelle Verkalkungen lösen. Nach Abklingen der Entzündung kann ein Stützverband oder Knieschützer helfen, das Gelenk zu entlasten.

Wann ist eine Operation nötig?

Wenn alle konservativen Therapien versagen oder die Schleimbeutelentzündung immer wiederkehrt und die Lebensqualität stark beeinträchtigt, kann eine operative Entfernung des Schleimbeutels (Bursektomie) die letzte Option sein. Dieser Eingriff kann offen oder endoskopisch (minimalinvasiv) erfolgen. Einmal entfernte Schleimbeutel bilden sich in der Regel von selbst wieder nach. Die Ausfallzeit nach einer Operation beträgt etwa zwei bis vier Wochen, gefolgt von gezielter Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Stärke.

Gezielte Übungen bei Schleimbeutelentzündung im Knie

Nach der akuten Phase und der ersten Linderung der Schmerzen ist ein gezielter Muskelaufbau und die Wiederherstellung der Beweglichkeit entscheidend, um das Knie zu stabilisieren und Rückfälle zu vermeiden. Beginnen Sie langsam und steigern Sie die Intensität nur, wenn keine Schmerzen auftreten. Bei Unsicherheiten oder zunehmenden Schmerzen sollten Sie immer Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten halten.

Mobilisationsübungen

Diese Übungen eignen sich hervorragend zum Aufwärmen der Muskulatur und zum sanften Wiedereinstieg ins Training:

  • Oberschenkelstrecker- und -beuger Mobilisation im Sitzen: Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Strecken Sie ein Bein langsam aus und beugen Sie es dann wieder. Führen Sie die Bewegung kontrolliert und ohne Schmerz aus. Wiederholen Sie dies 10-15 Mal pro Bein.

Kräftigungsübungen für starke Knie

Der Wiederaufbau der Beinmuskulatur ist essenziell. Trainieren Sie immer beide Seiten auf gleichem Niveau, um Fehlhaltungen zu vermeiden:

  • Kniestreckung mit Hilfe einer Blackroll: Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden. Platzieren Sie eine Blackroll unter einem Knie, sodass das Bein leicht gebeugt ist. Strecken Sie das Bein nun langsam aus der Beugung, die durch die Blackroll entsteht, bis es maximal gestreckt ist. Halten Sie die Position für einige Sekunden. Beginnen Sie mit 10 Wiederholungen und steigern Sie langsam auf 15 bis 20 Wiederholungen.
  • Kniebeugen gegen Widerstand mit elastischem Sportband: Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Legen Sie ein elastisches Sportband um einen Knöchel und befestigen Sie das andere Ende vor dem Stuhl, sodass es unter leichter Spannung steht. Heben Sie nun das mit dem Band umwickelte Bein leicht an und beugen Sie es gegen den Widerstand. Lösen Sie das Bein anschließend langsam wieder. Starten Sie mit 10 Wiederholungen und steigern Sie auf 15 bis 20 Wiederholungen.

Dehnungsübungen zur Entspannung

Dehnübungen fördern die Muskelentspannung, Regeneration und Beweglichkeit. Führen Sie diese niemals ohne vorheriges Aufwärmen durch und nur bis zu einem leichten Ziehen, nicht bis zum Schmerz:

  • Vorderer Oberschenkel (Quadrizeps): Legen Sie sich auf den Bauch. Beugen Sie ein Bein, sodass die Ferse sich in Richtung Gesäß bewegt. Greifen Sie die Ferse mit der Hand und ziehen Sie sie weiter in Richtung Gesäß, bis Sie eine Dehnung im vorderen Oberschenkel spüren. Halten Sie die Dehnung für 20-30 Sekunden.
  • Hinterer Oberschenkel (Hamstrings): Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden. Legen Sie ein elastisches Sportband um einen Fuß und greifen Sie die beiden Enden mit den Händen. Heben Sie das Bein gestreckt an und ziehen Sie die Zehenspitzen gegen den Widerstand des Bandes in Richtung Körper. Halten Sie die Dehnung für 20-30 Sekunden.
  • Wadenmuskulatur: Die Yoga-Position „Herabschauender Hund“ eignet sich hervorragend, um beide Waden gleichzeitig zu dehnen. Alternativ stellen Sie sich mit den Händen an eine Wand, stellen ein Bein nach hinten und drücken die Ferse auf den Boden, um die Wade zu dehnen.

Faszienlösung und die Blackroll

Die Massage mit einer Blackroll kann Muskelverspannungen und -verklebungen lösen und die Regeneration der Muskulatur unterstützen. Platzieren Sie die zu massierende Muskelpartie auf der Blackroll und rollen Sie langsam mit Hilfe Ihres Körpergewichts darüber. Bearbeiten Sie so die vordere und hintere Oberschenkelmuskulatur sowie die Vorder- und Rückseite der Waden.

Wichtige Hinweise zum Training

  • Häufigkeit: Die Häufigkeit der Übungen hängt von Ihrer körperlichen Fitness, der Schwere der Entzündung und eventuellen Begleitverletzungen ab. Beginnen Sie etwa zwei Wochen nach der akuten Phase mit leichten Mobilisations-, Dehnübungen und Blackroll-Massagen. Wenn diese gut vertragen werden, können Kraftübungen langsam und schonend hinzugefügt werden.
  • Was vermeiden: In der Anfangsphase und während der akuten Entzündung sollten alle Bewegungen, die mit einer maximalen Beugung des Knies oder sehr hoher Belastung einhergehen, vermieden werden. Dazu gehören auch Kniebeugen. Übungen, die starke Schmerzen auslösen, sind sofort einzustellen.
  • Schmerzen während der Übungen: Ein leicht unangenehmes Gefühl kann zu Beginn normal sein. Reduzieren Sie die Belastung, falls dies auftritt, aber setzen Sie die Übungen fort. Bei starken Schmerzen legen Sie eine Pause von ein bis zwei Tagen ein und beginnen Sie das nächste Training mit einer geringeren Intensität. Nehmen die Schmerzen nach jeder Form der Belastung zu, suchen Sie umgehend einen Arzt auf, um Komplikationen auszuschließen.

Weitere wichtige Schleimbeutel am Knie

Obwohl die Schleimbeutel direkt an der Kniescheibe (Bursitis praepatellaris und infrapatellaris) am häufigsten betroffen sind, können sich auch andere Schleimbeutel im Kniebereich entzünden:

Schleimbeutel in der Kniekehle

Unterhalb des Kniekehlenmuskels (M. popliteus) liegt die Bursa musculi poplitei. Dieser Schleimbeutel ist ein sogenannter kommunizierender Schleimbeutel, was bedeutet, dass er eine Verbindung zur Gelenkhöhle des Kniegelenks besitzt. Er liegt eher an der Außenseite und relativ weit unten in der Kniekehle am Übergang zum Unterschenkel. Auch unterhalb der Sehnen weiterer Muskeln in der Kniekehle können sich Schleimbeutel befinden.

Schleimbeutel an der Knieinnenseite

An der Knieinnenseite setzen ebenfalls verschiedene Muskeln an. Unterhalb dieser Ansätze liegen weitere Schleimbeutel, die entweder isoliert sind oder mit der Gelenkhöhle kommunizieren. Ein Beispiel ist die Bursa anserina, der Schleimbeutel des sogenannten Pes anserinus. Dies ist der sehnige Ansatz dreier Muskeln (M. sartorius, M. semitendinosus und M. gracilis) am Schienbeinkopf. Die Bursa anserina kann beispielsweise nach Operationen am Kreuzband gereizt sein, da der M. semitendinosus oft für Kreuzbandrekonstruktionen verwendet wird.

Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung?
Eine Schleimbeutel Entzündung sollte wirklich komplett ausgeheilt sein, und 5 Tage ist viel zu wenig, maximal bis zu 6 Wochen kann es dauern und du ... mehr Alle Beiträge anzeigen: Orthopädie » Schleim­beutelentzündung

Entzündungen dieser seltener betroffenen Schleimbeutel werden grundsätzlich ähnlich behandelt wie die typischen Schleimbeutelentzündungen rund um die Kniescheibe.

Taping: Eine unterstützende Maßnahme?

Beim Knie ist meist der Schleimbeutel hinter der Kniescheibe betroffen, daher bietet es sich an, die Vorderseite des Knies um die Kniescheibe herum zu tapen. Kinesio-Tapes werden mit unterschiedlicher Spannung auf die Haut geklebt und sollen durch diese Klebetechnik auch auf die darunterliegenden Muskeln und Weichteile wirken. Dem Tape wird nachgesagt, dass es schmerzlindernd, die Durchblutung und den Lymphabfluss anregend sowie abschwellend wirkt. Ob es im individuellen Fall hilft, kann durch Ausprobieren herausgefunden werden.

Vorbeugung: So schützen Sie Ihre Knie

Die beste Behandlung ist immer die Vermeidung. Um einer Schleimbeutelentzündung im Knie vorzubeugen, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Vermeiden von Überlastung: Achten Sie auf ausreichende Pausen bei Tätigkeiten, die langes Knien erfordern. Nutzen Sie Knieschützer bei knienden Berufen oder Sportarten.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht erhöht die Belastung auf alle Gelenke, einschließlich der Knie. Ein gesundes Körpergewicht reduziert das Risiko von Überlastung und Entzündungen.
  • Ausgewogene Bewegung: Statt einseitiger Belastungen ist vielfältige Bewegung entscheidend. Kräftigen Sie die Muskulatur rund um das Knie durch gezieltes Training. Eine starke Beinmuskulatur stabilisiert das Gelenk und entlastet die Schleimbeutel.
  • Richtiges Schuhwerk: Achten Sie auf bequemes und unterstützendes Schuhwerk, das Fehlhaltungen und ungleichmäßige Belastungen vermeidet.
  • Aufwärmen und Dehnen: Vor dem Sport oder körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten sollten Sie sich ausreichend aufwärmen und die Muskulatur dehnen, um die Geschmeidigkeit der Sehnen und Muskeln zu fördern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung im Knie?

Die Dauer hängt von der Ursache und Schwere der Entzündung ab. Eine akute, unkomplizierte Schleimbeutelentzündung heilt bei konsequenter Schonung und Behandlung meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab. Nach etwa zwei Wochen kann langsam wieder mit leichtem Training begonnen werden, und nach etwa vier Wochen ist in der Regel wieder normaler Sport möglich. Bei chronischen Entzündungen oder Komplikationen kann die Heilung deutlich länger dauern.

Kann eine Schleimbeutelentzündung chronisch werden?

Ja, wenn eine akute Schleimbeutelentzündung nicht ausreichend ausheilt, das Knie zu früh wieder belastet wird oder die Ursache (z.B. chronische Überlastung) nicht behoben wird, kann die Entzündung chronisch werden. Dies äußert sich durch dauerhafte oder immer wiederkehrende Schwellungen und Schmerzen.

Muss ich bei einer Schleimbeutelentzündung zum Arzt?

Es ist ratsam, bei Verdacht auf eine Schleimbeutelentzündung einen Arzt aufzusuchen, insbesondere wenn die Schmerzen stark sind, eine deutliche Schwellung auftritt, das Knie gerötet und überwärmt ist oder Sie Fieber haben. Eine genaue Diagnose ist wichtig, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie einzuleiten, insbesondere um eine bakterielle Infektion auszuschließen, die schnell behandelt werden muss.

Welche Sportarten sind bei einer Schleimbeutelentzündung zu vermeiden?

In der akuten Phase und kurz danach sollten Sportarten vermieden werden, die das Knie stark belasten oder maximale Beugungen erfordern. Dazu gehören intensives Joggen, Ballsportarten mit schnellen Richtungswechseln und Sprüngen, sowie tiefe Kniebeugen. Generell gilt: Jede Bewegung, die Schmerzen verursacht, sollte unterlassen werden. Nach der Ausheilung kann der Sport schrittweise wieder aufgenommen werden.

Wachsen entfernte Schleimbeutel wieder nach?

Ja, in der Regel bilden sich Schleimbeutel nach einer operativen Entfernung (Bursektomie) von selbst wieder neu. Dies ist ein natürlicher Heilungsprozess des Körpers.

Eine Schleimbeutelentzündung im Knie kann sehr unangenehm sein, ist aber mit der richtigen Herangehensweise gut behandelbar. Hören Sie auf Ihren Körper, gönnen Sie ihm die nötige Ruhe und unterstützen Sie den Heilungsprozess aktiv durch gezielte Maßnahmen. So steht einem schmerzfreien und beweglichen Kniegelenk nichts im Wege.

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