Was tun bei Schwindel und Übelkeit?

Schwindel und Übelkeit: Ursachen & Hilfe

27/04/2023

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Schwindelgefühle und Übelkeit sind Beschwerden, die oft Hand in Hand gehen und das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen können. Sie können von einem harmlosen, vorübergehenden Zustand bis hin zu einem Anzeichen für eine ernstere Erkrankung reichen. Das Gefühl, dass sich die Welt dreht, der Boden schwankt oder der Magen rebelliert, ist unangenehm und kann im Alltag stark einschränken. Doch was steckt eigentlich dahinter, wenn diese beiden Symptome gemeinsam auftreten? In diesem umfassenden Artikel beleuchten wir die verschiedenen Ursachen, typischen Begleitsymptome und geben Ihnen wichtige Informationen an die Hand, um diesen Beschwerden auf den Grund zu gehen und gegebenenfalls die richtigen Schritte einzuleiten.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Schwindel (Vertigo) und Übelkeit (Nausea)?

Schwindel, medizinisch als Vertigo oder Dizziness bezeichnet, ist keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom. Er beschreibt eine Störung der räumlichen Orientierung und des Gleichgewichts. Dies kann sich in verschiedenen Formen äußern, wie dem Gefühl, sich selbst zu drehen (Drehschwindel), dass sich die Umgebung dreht, ein Schwanken des Bodens unter den Füßen (Schwankschwindel) oder ein kurzzeitiger Schwindel bei Lageänderung (Lagerungsschwindel). Übelkeit, oder Nausea, ist das unangenehme Gefühl im Magen, das oft dem Erbrechen vorausgeht. Wenn Schwindel und Übelkeit gemeinsam auftreten, deutet dies häufig auf eine Störung im Gleichgewichtssystem oder im zentralen Nervensystem hin.

Häufige Ursachen für Schwindel mit Übelkeit

Die Liste der möglichen Ursachen für das gemeinsame Auftreten von Schwindel und Übelkeit ist lang. Hier sind einige der häufigsten Erkrankungen und Zustände, die diesen Symptomkomplex hervorrufen können:

Morbus Menière

Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, die typischerweise Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr betrifft. Sie ist gekennzeichnet durch die sogenannte Menière’sche Trias: wiederkehrende Drehschwindelattacken, einseitige Hörverschlechterung oder Hörverlust und Tinnitus (Klingeln der Ohren). Während der Schwindelattacken, die Minuten bis Stunden andauern können, ist Übelkeit ein häufiger Begleiter und kann sogar zu Erbrechen führen. Die genaue Ursache ist noch unklar, man vermutet jedoch einen Überdruck der Endolymphe, einer kaliumreichen Flüssigkeit im Innenohr.

Vestibuläre Migräne

Diese Form der Migräne äußert sich durch wiederkehrende Schwindelattacken, die von Minuten bis zu mehreren Stunden anhalten können. Begleitend können Kopfschmerzen auftreten, müssen es aber nicht. Auch Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit oder Auren, ähnlich einer klassischen Migräne, können Teil des Beschwerdebildes sein. Die Bezeichnung ist insofern nicht vollständig präzise, da der Drehschwindel auch ohne Kopfschmerzen auftreten kann.

Labyrinthitis (Innenohrentzündung)

Das Labyrinth im Innenohr umfasst das Hörorgan (Hörschnecke) und das Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan). Eine Labyrinthitis ist eine Entzündung dieses Bereichs, die auf verschiedene Weisen entstehen kann. Dazu zählen akute oder chronische Mittelohrentzündungen, die sich ausbreiten, Hirnhautentzündungen (Meningitis) oder virale Infektionen wie Mumps, Röteln oder das Zytomegalievirus. Auch andere Infektionen wie Borreliose oder Syphilis können sich über den Blutweg ins Innenohr ausbreiten. Patienten leiden neben einem schlechten Allgemeinbefinden unter deutlichem Drehschwindel, kombiniert mit Übelkeit und Erbrechen. Oft kommt es auch zu einer Hörstörung.

Stress als Auslöser

In unserer modernen Gesellschaft ist Stress ein häufiger Auslöser für eine Vielzahl von Beschwerden, darunter auch Schwindel und Übelkeit. Chronischer oder langanhaltender Stress kann das Herz-Kreislauf-System beeinflussen, was zu erhöhter Herzfrequenz und Bluthochdruck führen kann. Dies wiederum kann das Gleichgewichtsorgan schädigen und Schwindel auslösen. Auch hormonelle Veränderungen unter Stress können Magen-Darm-Symptome wie Übelkeit hervorrufen. Hierbei handelt es sich oft um einen psychogenen Schwindel, bei dem keine körperliche Ursache gefunden werden kann.

Kinetosen (Reisekrankheit)

Kinetosen, auch als Reise- oder Bewegungskrankheit bekannt, entstehen, wenn unsere Sinnesorgane widersprüchliche Informationen an das Gehirn senden. Dies geschieht typischerweise auf Schiffen, im Flugzeug, Auto oder Zug. Die Augen und das Gleichgewichtsorgan nehmen Bewegungen unterschiedlich wahr, was zu Schwindel, Übelkeit und oft auch Erbrechen führt. Begleitend können beschleunigte Atmung, Blutdruckabfall, Blässe und Pulsanstieg auftreten. Besonders betroffen sind Kinder zwischen 2 und 12 Jahren, und Frauen häufiger als Männer.

Neuritis Vestibularis

Die Neuritis vestibularis ist eine akute, einseitige Funktionsstörung oder gar ein Ausfall des Gleichgewichtsorgans. Es handelt sich um eine Entzündung, die vor allem Menschen zwischen 30 und 60 Jahren betrifft. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch eine Virusinfektion, eine Virusreaktivierung oder eine Durchblutungsstörung vermutet. Die Symptome treten plötzlich auf und umfassen Dauerdrehschwindel (der Wochen anhalten kann), Übelkeit, Erbrechen, Fallneigung zur erkrankten Seite und rhythmische Augenbewegungen (Spontannystagmus). Hörstörungen sind bei einer Neuritis vestibularis nicht typisch.

Schlaganfall (Apoplex): Ein Notfall

Eine Durchblutungsstörung des Gehirns, bekannt als Schlaganfall, kann ebenfalls Schwindel, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Hierbei treten jedoch meist zusätzlich weitere neurologische Symptome auf, wie Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen, starke Kopfschmerzen und Verwirrtheit. Ein Schlaganfall ist immer ein akuter Notfall und erfordert sofortige medizinische Hilfe.

Andere Innenohr-Erkrankungen (Vestibulopathie)

Neben den bereits genannten Erkrankungen können weitere Entzündungen des Innenohrs zu Schwindel und Übelkeit führen. Dazu gehören Mittelohrentzündungen (Otitis media), knöcherne Entzündungen wie Mastoiditis oder Hirnhautentzündungen, die auf das Innenohr übergreifen können. Diese Irritationen des Gleichgewichtsorgans können anfallsartige Schwindelattacken auslösen.

Die drei Hauptkategorien der Schwindelursachen

Grundsätzlich lassen sich die Ursachen für Schwindel mit Übelkeit in drei große Bereiche einteilen:

Vestibulär bedingter Schwindel

Dieser Schwindel entsteht durch eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Die häufigste Ursache ist der gutartige Lagerungsschwindel. Im Innenohr befinden sich Sinneszellen, die Drehbewegungen und lineare Beschleunigungen messen. Diese Zellen besitzen kleine Kristalle. Lösen sich ein oder mehrere dieser Kristalle, irritieren sie die Bewegungswahrnehmung, was zu kurz anhaltendem Schwindel nach einer Änderung der Körperhaltung, wie dem Drehen im Liegen, führt. Eine weitere vestibuläre Ursache ist die Schädigung des Hör- und Gleichgewichtsnervs, wodurch die Weiterleitung der Informationen an das Gehirn gestört wird, was Schwindel und bei zunehmender Intensität auch Übelkeit zur Folge hat.

Nicht-vestibulär bedingter Schwindel

Wenn keine Schädigung des Gleichgewichtsorgans vorliegt, sprechen Ärzte von nicht-vestibulären Ursachen. Das bedeutet, die Ursache findet sich irgendwo im Körper, aber nicht direkt im Innenohr. Die Ursachen können breit gestreut sein, von einem Sehfehler über Herzrhythmusstörungen bis hin zu einer Raumforderung im Gehirn, die die Verarbeitung der Sinneseindrücke behindert. Allen körperlichen Ursachen dieser Kategorie ist gemeinsam, dass sie oft einen Drehschwindel auslösen, bei dem Betroffene sich wie in einem Karussell fühlen und Schwierigkeiten haben, einen Punkt zu fixieren.

Psychogener Schwindel

Bei dieser Art von Schwindel kann keine körperliche Ursache gefunden werden. Er wird oft durch starke psychische Belastungssituationen ausgelöst, beispielsweise vor einer wichtigen Prüfung oder in Angststörungen. Kennzeichnend für psychogenen Schwindel ist häufig ein Schwankschwindel, bei dem sich Betroffene wie auf einem schwankenden Schiff auf hoher See fühlen. Begleitend können weitere Symptome wie Zittern, starkes Schwitzen oder Herzrasen auftreten.

Schwindel und Übelkeit: Begleitsymptome und ihre Bedeutung

Das gleichzeitige Auftreten von Schwindel, Übelkeit und weiteren Symptomen kann wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache geben:

Mit Erbrechen & Durchfall

Diese Kombination tritt typischerweise bei Reisekrankheiten (Kinetosen) auf, wo optische und vestibuläre Sinneseindrücke mit den Beschleunigungsbewegungen nicht in Einklang gebracht werden können. Prophylaktisch können hier Wirkstoffe wie Dimenhydrinat (Reisetabletten) oder Scopolamin (Pflaster) helfen, wobei Müdigkeit eine Nebenwirkung sein kann. Weitere Ursachen für Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind Lebensmittelvergiftungen oder Vergiftungen mit bestimmten Pflanzen oder Chemikalien. Auch Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien können diesen Symptomkomplex hervorrufen. Besonders bei älteren Patienten mit vielen Medikamenten sollte an eine medikamenteninduzierte Vergiftung gedacht werden. Begleitend können Schweißausbrüche, Zittern oder Hautreaktionen auftreten.

Mit Zittern

Schwindel, Übelkeit und Zittern sind eine häufige Symptomkombination bei Vergiftungen. Darüber hinaus treten sie oft im Rahmen psychogener Schwindelattacken auf, insbesondere bei Panikattacken, Phobien und Angststörungen. Hierbei kommt es zu einer übertriebenen Angst vor bestimmten Situationen, begleitet von Schwankschwindel, Zittern, starkem Schwitzen, Herzrasen und manchmal auch Harndrang oder Durchfall.

Mit Schwitzen

Tritt vermehrtes Schwitzen neben Schwindel und Übelkeit auf, deutet dies oft auf eine akute Kreislaufstörung hin. Meist ist ein zu niedriger Blutdruck die Ursache, der zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut führt. Das Gehirn reagiert empfindlich auf Sauerstoffmangel und löst Schwindel und Übelkeit aus. Das Schwitzen ist eine Reaktion des Sympathikus, der in Stress- und Notfallsituationen aktiviert wird, um den Körper zu regulieren und vor Überhitzung zu schützen.

Mit Müdigkeit

Müdigkeit ist ein typisches Symptom von Anämien, insbesondere der Eisenmangelanämie. Neben Schwindel und Müdigkeit können blasse Haut, Leistungs- oder Konzentrationsschwäche, Frieren und Magen-Darm-Probleme auftreten. Ein Blutbild kann hier Klarheit schaffen.

Mit Kreislaufbeschwerden & niedrigem Blutdruck

Kreislaufbeschwerden umfassen neben Schwindel und Übelkeit oft auch Herzrasen und das Gefühl, „schwarz vor Augen“ zu werden. Ursache ist meist ein zu geringes Flüssigkeitsvolumen im Blutgefäßsystem. Das Herz versucht, den Mangel durch eine erhöhte Frequenz zu kompensieren. Bei unzureichender Kompensation kommt es zur Unterversorgung von Organen, besonders des Gehirns, was Schwindel und andere Symptome auslöst. Niedriger Blutdruck (Hypotonie) kann neben Müdigkeit auch Schwindel, Ohrensausen, Herzklopfen und Kältegefühle verursachen. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder kardiologische Erkrankungen wie Bradykardien (Puls unter 60 Schläge/Minute), Synkopen (kurze Bewusstlosigkeit), das Karotissinussyndrom oder Herzrhythmusstörungen können mit Schwindel und Müdigkeit einhergehen.

Mit Benommenheit

Benommenheit tritt oft zusammen mit Schwindel und Übelkeit auf und ist meist auf eine Kreislaufstörung, insbesondere ein zu geringes Blutvolumen, zurückzuführen. Wenn nicht genügend Blut in den Gefäßen ist, kann das Herz die Versorgung der Organe, insbesondere des Gehirns, nicht ausreichend gewährleisten. Das Gehirn reagiert schnell auf mangelnde Durchblutung mit Funktionsausfällen, wobei Benommenheit ein Warnsymptom ist, das sich zu einer Ohnmacht entwickeln kann.

Mit Gleichgewichtsstörung

Eine Gleichgewichtsstörung geht meist direkt mit Schwindel und Übelkeit einher, da wahrgenommene Sinneseindrücke widersprüchlich sind. Die Empfindung der Körperlage im Raum stimmt nicht mit den optisch wahrgenommenen Eindrücken überein, was das Gehirn nicht richtig verarbeiten kann. Dies führt zu Schwindel mit verschwommenem Sehen, und die Übelkeit tritt als Nebeneffekt durch die reflexive Aktivierung des Brechzentrums im Gehirn auf.

Mit Kopfschmerzen & Migräne

Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen können ein Zeichen für eine Anämie sein. Nach Unfällen können Schädel-Hirn-Traumata oder Gehirnerschütterungen mit Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen einhergehen, oft begleitet von kurzer Bewusstlosigkeit oder Amnesie. Eine spezielle Form, die vestibuläre Migräne, ist durch wiederkehrende Schwindelattacken und typische Migränesymptome wie pulsierende Kopfschmerzen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Erbrechen und Übelkeit gekennzeichnet. Bei länger anhaltenden Beschwerden ohne bekannte Ursache oder Unfall sollte auch an einen Hirntumor gedacht werden, da dieser je nach Lokalisation Schwindel und Kopfschmerzen verursachen kann.

Mit Bauchschmerzen

Treten Bauchschmerzen zusammen mit Schwindel und Übelkeit auf, deutet dies oft auf eine unverhältnismäßige Verteilung des Blutvolumens in Richtung Darm hin. Schwer verdauliche oder unverträgliche Nahrungsbestandteile können den Darm reizen, woraufhin dieser mehr Blut für die Verdauung beansprucht. Dies führt zu einer Unterversorgung anderer Organe, wie des Gehirns, was sich in Schwindel und Übelkeit äußert, während der Darm seine gestörte Funktion durch Bauchschmerzen signalisiert.

Tabelle: Formen des Schwindels im Überblick

Um die verschiedenen Schwindelformen besser zu verstehen, hilft eine Übersicht über ihre typischen Merkmale und Ursachen:

SchwindelformBeschreibungTypische Ursachen
DrehschwindelGefühl, sich wie in einem Karussell zu drehen; Umgebung dreht sichMorbus Menière, Vestibuläre Migräne, Labyrinthitis, Neuritis Vestibularis, Schlaganfall, Nicht-vestibuläre Ursachen (Sehfehler, Herzrhythmusstörungen, Raumforderungen im Gehirn)
SchwankschwindelGefühl, auf einem schwankenden Schiff zu sein; Unsicherheit im GangPsychogener Schwindel (Angststörungen, Panikattacken), Gleichgewichtsstörungen, Kreislaufprobleme
LagerungsschwindelKurze, heftige Schwindelattacken bei Kopf- oder Körperlageänderung (z.B. im Liegen, beim Aufstehen)Gutartiger paroxysmaler Lagerungsschwindel (Ablösung von Otolithen im Innenohr)

Dauer und Verlauf von Schwindel und Übelkeit

Die Dauer von Schwindel und Übelkeit hängt stark von der Ursache ab. Oft beruhen Schwindelgefühle auf einer fehlenden Übereinstimmung zwischen visuellen Informationen und den Signalen des Gleichgewichtsorgans, wie es beispielsweise beim Lesen während einer Auto- oder Zugfahrt der Fall ist. Solcher Schwindel verschwindet meist innerhalb weniger Minuten bis zu einer Stunde nach Beendigung der Fahrt, wobei frische Luft oft Linderung verschafft. Auch nach einer Gehirnerschütterung können Schwindel und Übelkeit auftreten, die in der Regel einige Tage anhalten sollten. Es gibt jedoch auch Personen, die unter chronischem Schwindel leiden. Hier treten einzelne Schwindel- und Übelkeitsattacken für Minuten bis Stunden auf, können aber immer wieder ausgelöst werden und die Betroffenen unter Umständen ein Leben lang begleiten.

Spezielle Situationen

Schwindel, Erbrechen & Übelkeit durch Hitze

Besonders im Sommer bei heißen Temperaturen und längerer Sonneneinstrahlung können Hitzeerschöpfung oder ein Sonnenstich Schwindel und Übelkeit verursachen. Ein Hitzschlag kann durch zu geringe Trinkmenge, fehlende Kopfbedeckung oder zu warme Kleidung begünstigt werden. Bei leichteren Formen kommt es nach dem Sonnenaufenthalt zu Schwindel und Übelkeit, bei schwereren Formen zusätzlich zu Kopfschmerzen und einem Kreislaufkollaps mit starkem Blutdruckabfall. Im schlimmsten Fall kann es zu Verwirrtheit oder Krampfanfällen kommen. Die Haut ist gerötet, Betroffene schwitzen stark, und die Körpertemperatur steigt über 40°C. Die erste Maßnahme ist die Senkung der Körpertemperatur durch kühles Wasser und die Entfernung aus der Sonne. Zur Vorbeugung ist es wichtig, an heißen Tagen viel zu trinken und luftige Kleidung zu tragen.

Schwindel, Erbrechen & Übelkeit während der Schwangerschaft

Gerade in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft sind Schwindel, (morgendliche) Übelkeit und Erbrechen typische und häufige Symptome. Sie gelten als unsichere Schwangerschaftsanzeichen, die zusammen mit Brustspannen oder dem Ausbleiben der Periode auf eine Schwangerschaft hindeuten können. Ein positiver Schwangerschaftstest bestätigt den Verdacht. Bei Kreislaufproblemen während der Schwangerschaft können ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Bewegung helfen. Eine wichtige Komplikation ist die Kompression der Vena cava, einer großen Hohlvene, die das Blut zum Herzen der Mutter transportiert. Ab einer bestimmten Größe von Gebärmutter und Kind kann es zu Druck auf die Vene kommen, was zu einem verminderten Blutstrom zum Herzen führt und den Blutdruck der Mutter senkt. Dies äußert sich in Schwindel und Übelkeit. Da dies vor allem beim langen Stehen oder in Rückenlage auftritt, sollten diese Haltungen vermieden werden.

Prognose bei Schwindel und Übelkeit

Die Prognose bei Schwindel und Übelkeit ist in der Regel sehr gut. Oft handelt es sich um vorübergehende Symptome, die durch akute Situationen wie Autofahren auf kurvigen Strecken ausgelöst werden und harmlos sowie von kurzer Dauer sind. Bei chronischen Schwindelzuständen sollten zunächst Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans und des Gehirns ausgeschlossen werden. Viele dieser Erkrankungen können erfolgreich behandelt werden, sodass die Beschwerden verschwinden. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Ursache ungeklärt bleibt oder nicht behandelbar ist; in diesen Situationen können die Symptome häufiger oder über längere Zeiträume auftreten. Eine frühzeitige Abklärung durch einen Arzt ist stets ratsam, um ernsthafte Ursachen auszuschließen und eine passende Behandlung einzuleiten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann sollte ich bei Schwindel und Übelkeit einen Arzt aufsuchen?

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn die Symptome plötzlich und sehr stark auftreten, wenn sie länger anhalten, sich verschlimmern oder wenn sie von weiteren ernsthaften Symptomen wie Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Bewusstlosigkeit oder Fieber begleitet werden. Auch bei Verdacht auf eine Vergiftung oder bei anhaltenden Beschwerden, die die Lebensqualität beeinträchtigen, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten.

Kann Stress Schwindel und Übelkeit verursachen?

Ja, Stress ist ein häufiger Auslöser für Schwindel und Übelkeit. Chronischer Stress kann das Herz-Kreislauf-System und den Hormonhaushalt beeinflussen, was zu Gleichgewichtsstörungen und Magen-Darm-Problemen führen kann. In solchen Fällen spricht man oft von psychogenem Schwindel, bei dem keine körperliche Ursache gefunden wird.

Was hilft gegen Reisekrankheit (Kinetose)?

Bei Reisekrankheit können Sie versuchen, im Auto selbst zu fahren oder auf dem Beifahrersitz zu sitzen und nach draußen zu schauen. Im Bus sind die vorderen Sitzplätze günstig, und im Zug sollte man in Fahrtrichtung sitzen und ebenfalls nach draußen blicken. Auf einem Schiff ist eine Kabine in der Mitte des Schiffes ratsam, im Flugzeug ein Gangplatz im Bereich der Tragflächen. Medikamente mit Dimenhydrinat oder Scopolamin können prophylaktisch eingenommen oder als Pflaster angewendet werden, sollten aber wegen möglicher Müdigkeit mit Vorsicht genutzt werden.

Ist Schwindel in der Schwangerschaft normal?

Ja, Schwindel und Übelkeit, insbesondere die morgendliche Übelkeit, sind sehr typische Symptome in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Sie gelten als unsichere Schwangerschaftsanzeichen. Bei Kreislaufproblemen können ausreichend Flüssigkeitszufuhr und leichte Bewegung helfen. Achten Sie auch auf die Kompression der Vena cava, die durch langes Stehen oder Rückenlage begünstigt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Drehschwindel und Schwankschwindel?

Drehschwindel ist das Gefühl, sich selbst oder die Umgebung würde sich drehen, ähnlich wie in einem Karussell. Er ist oft mit Störungen des Innenohrs oder des Gleichgewichtsnervs verbunden. Schwankschwindel hingegen beschreibt das Gefühl, unsicher auf den Beinen zu sein, wie auf einem schwankenden Schiff. Dieser tritt häufiger bei psychogenen Ursachen oder allgemeinen Gleichgewichtsstörungen auf."

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