Was ist eigentlich Kühlwasser?

Kühlmittel im Auto: Alles für die Motor-Langlebigkeit

24/07/2024

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Das Herzstück jedes Verbrennungsmotors ist seine Fähigkeit, Wärme effizient abzuführen. Ohne ein funktionierendes Kühlsystem wäre ein Motorschaden vorprogrammiert. Oft wird fälschlicherweise von „Kühlwasser“ gesprochen, doch die Realität ist komplexer: Es handelt sich um eine speziell entwickelte Flüssigkeit, das sogenannte Kühlmittel, das weit mehr als nur Wasser enthält. Diese Zusätze sind entscheidend, um den Motor nicht nur vor Überhitzung zu schützen, sondern auch vor Korrosion, Verschleiß und dem Einfrieren bei niedrigen Temperaturen. Die Wahl des richtigen Kühlmittels ist daher von größter Bedeutung für die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit Ihres Fahrzeugs. In diesem umfassenden Leitfaden tauchen wir tief in die Welt der Kühlmittel ein, erklären ihre Funktionen, Typen und geben Ihnen wertvolle Tipps für die richtige Wartung und den sicheren Umgang.

Wann muss ich das Kühlwasser wechseln?
Wann muss man das Kühlwasser wechseln? Das kommt drauf an, welches Kühlmittel dein Auto verwendet. Beispielsweise muss man G11 Kühlmittel schon nach 2-3 Jahren wechseln, G12, G12+ oder 13 halten etwas länger – bis zu 5 Jahre oder 250.000 Kilometer Laufleistung.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Kühlmittel und warum ist es so wichtig?

Ein Verbrennungsmotor erzeugt während des Betriebs enorme Hitze, die abgeführt werden muss, um eine optimale Leistung und Lebensdauer zu gewährleisten. Hier kommt das Kühlmittel ins Spiel. Es zirkuliert durch den Motorblock und den Zylinderkopf, nimmt dort die Wärme auf und transportiert sie zum Kühler, wo sie an die Umgebungsluft abgegeben wird. Umgangssprachlich wird diese Flüssigkeit oft als „Kühlwasser“ bezeichnet, was jedoch irreführend ist. Reines Wasser allein wäre für diese Aufgabe unzureichend und sogar schädlich. Es würde bei Kälte gefrieren, was zu Rissen im Motorblock führen kann, und bei hohen Temperaturen schnell verdampfen. Zudem bietet Wasser keinen Schutz vor Korrosion.

Deshalb besteht Kühlmittel aus einer Mischung von Wasser und speziellen Zusätzen, den sogenannten Additiven oder dem Kühlerfrostschutz. Diese Additive erfüllen mehrere entscheidende Funktionen:

  • Frostschutz: Sie senken den Gefrierpunkt der Flüssigkeit erheblich, um ein Einfrieren des Kühlsystems bei Minustemperaturen zu verhindern.
  • Korrosionsschutz: Sie schützen die verschiedenen Materialien des Kühlsystems (Aluminium, Gusseisen, Kupfer, Gummi) vor Rost und anderen chemischen Reaktionen, die zu Undichtigkeiten oder Verstopfungen führen könnten.
  • Siedepunktserhöhung: Sie erhöhen den Siedepunkt des Kühlmittels, um eine Überhitzung des Motors auch bei extremen Betriebsbedingungen zu vermeiden.
  • Schmierung: Einige Additive bieten auch eine gewisse Schmierung für die Wasserpumpe.

Die korrekte Zusammensetzung des Kühlmittels ist also essenziell, um den Motor effizient zu kühlen, vor Verschleiß zu schützen und seine Funktionsfähigkeit unter allen Temperaturbedingungen zu gewährleisten.

Die verschiedenen Typen von Kühlmitteln: Ein umfassender Überblick

Die Welt der Kühlmittel ist vielfältig und nicht jedes Mittel ist für jedes Fahrzeug geeignet. Die verschiedenen Typen unterscheiden sich primär in ihrer chemischen Zusammensetzung der Additive und der damit verbundenen Schutzwirkung für spezifische Motormaterialien. Die Farbe des Kühlmittels kann einen ersten Hinweis auf den Typ geben, ist aber kein alleiniges Kriterium für die Kompatibilität. Die genaue Spezifikation finden Sie immer im Fahrzeughandbuch oder direkt beim Fahrzeughersteller.

Konzentrat oder Fertigmischung?

Kühlmittel sind als Konzentrate oder als gebrauchsfertige Mischungen erhältlich. Konzentrate müssen vor dem Einfüllen mit Wasser verdünnt werden. Hierbei ist die Wahl des Wassers entscheidend: Verwenden Sie idealerweise destilliertes Wasser oder zumindest kalkarmes Wasser. Leitungswasser kann Kalkablagerungen verursachen, die das Kühlsystem verstopfen und Dichtungen angreifen. Fertigmischungen sind bereits im richtigen Verhältnis vorgemischt und können direkt verwendet werden.

G-Typen und ihre Eigenschaften

Die gängigsten Kühlmitteltypen werden oft mit „G“-Nummern klassifiziert, die auf ihre chemische Basis und die Generation der Additivtechnologie hinweisen:

Typ des FrostschutzmittelsFarbeHauptbestandteileKompatibilitätGefrierschutz bis ca.Besondere Eigenschaften
G11Blau/GrünEthylenglykol, SilikateÄltere Fahrzeuge, meist bis Baujahr 1996−36°CBietet guten Schutz für Aluminium- und Stahlmotoren, bildet eine Schutzschicht. Enthält Silikate, die sich mit der Zeit ablagern können.
G12Rot/ViolettEthylenglykol, OAT* (Organic Acid Technology)Neuere Fahrzeuge (ab ca. 1996)−40°COrganische Additive schützen effizient vor Korrosion, längere Wechselintervalle (bis zu 5 Jahre). Silikatfrei.
G12+RosaEthylenglykol, OATKompatibel mit G12 und G12++−40°CVerbesserte Korrosionsschutz-Eigenschaften, silikonfrei. Erhöhte Mischbarkeit.
G12++LilaEthylenglykol, OAT + Silikate (Hybrid-OAT)Neuere Fahrzeuge (ab ca. 2005)−40°CKombination aus organischen und anorganischen Additiven (HOAT), längere Haltbarkeit und verbesserter Schutz.
G13ViolettPropylenglykol, OATFahrzeuge ab ca. 2012−40°CUmweltfreundlicher als G12++ (aus nachwachsenden Rohstoffen), verbessert für Aluminium-Motoren.
HOAT (Hybrid-OAT)Orange/GelbEthylenglykol, Hybrid-OATAmerikanische und asiatische Fahrzeuge−37°CMischung aus OAT und Silikaten für verbesserten Schutz.
Silikatfreies FrostschutzmittelUnterschiedlichOrganische InhibitorenHochleistungsmotoren, moderne Fahrzeuge−40°CKeine Ablagerungen, bessere Wärmeableitung.

Kühlmittel mischen: Eine gefährliche Angelegenheit?

Die Frage, ob man verschiedene Kühlmittel mischen darf, ist eine der am häufigsten gestellten und eine der kritischsten. Die klare Antwort lautet: Im Allgemeinen nein! Das Mischen inkompatibler Kühlmittel kann zu gravierenden Problemen im Kühlsystem führen, die letztendlich einen teuren Motorschaden zur Folge haben können. Die unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen der Additive können miteinander reagieren und zu Verklumpungen, Ausfällungen oder einer Neutralisierung der Korrosionsschutzmittel führen.

Solche Reaktionen können das Kühlsystem verstopfen, die Wärmeableitung erheblich beeinträchtigen und die Schutzwirkung gegen Korrosion aufheben. Dies führt unweigerlich zu Überhitzung und beschleunigtem Verschleiß von Komponenten wie Wasserpumpe, Kühler, Schläuchen und sogar der Zylinderkopfdichtung. Wenn Sie nicht absolut sicher sind, welches Kühlmittel in Ihrem Fahrzeug ist oder nachgefüllt werden muss, ist es am sichersten, das gesamte System zu entleeren und mit dem vom Hersteller empfohlenen, neuen Kühlmittel aufzufüllen.

Ausnahmen und Mischbarkeitstabelle

Es gibt jedoch einige Ausnahmen und bestimmte Kühlmitteltypen, die untereinander kompatibel sind. Diese Kompatibilität ist oft gegeben, wenn es sich um Weiterentwicklungen einer bestimmten Technologie handelt (z.B. G12+ mit G12). Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Orientierung, welche Kühlmittel prinzipiell miteinander gemischt werden können. Dennoch gilt: Im Zweifelsfall immer auf Nummer sicher gehen und das vom Fahrzeughersteller empfohlene Produkt verwenden oder eine Fachwerkstatt konsultieren.

KühlmitteltypFarbeHauptbestandteileMischbar mitNicht mischbar mitBesondere Hinweise
G11Blau/GrünEthylenglykol, SilikateG11G12, G12+, G12++, G13, HOATFür ältere Fahrzeuge, silikathaltig. Mischen mit silikatfreien Mitteln kann zu Problemen führen.
G12Rot/ViolettEthylenglykol, OATG12, G12+G11Organischer Korrosionsschutz, lange Wechselintervalle. Nicht mit G11 mischen (Silikat-Reaktion).
G12+RosaEthylenglykol, OATG12, G12+, G12++G11Verbesserter Korrosionsschutz, silikonfrei. Gute Mischbarkeit innerhalb der G12-Familie.
G12++LilaEthylenglykol, OAT + SilikateG12, G12+, G12++, G13G11Kombination aus organischen und anorganischen Additiven (HOAT). Relativ gute Mischbarkeit mit G12/G13.
G13ViolettPropylenglykol, OATG12++, G13G11, G12Umweltfreundlicher. Nicht mit G11 oder reinem G12 mischen.
HOAT (Hybrid-OAT)Orange/GelbHybrid-OATJe nach HerstellerangabeG11, G12Mischung aus OAT und Silikaten. Die Kompatibilität kann variieren, prüfen Sie die Herstellerangaben genau.

Kühlmittelstand prüfen und nachfüllen: Schritt für Schritt

Die regelmäßige Kontrolle des Kühlmittelstands ist ein wichtiger Bestandteil der Fahrzeugwartung und kann größere Schäden verhindern. Der Vorgang ist unkompliziert, erfordert jedoch Vorsicht.

Was ist ein Kühlmittel?
Die genauen Angaben dazu findest du in der Bedienungsanleitung deines Autos. Das Kühlmittel ist eine Mischung aus destilliertem Wasser, Monoethylenglykol (Frostschutzmittel) und speziellen Zusätzen gegen Rost. Ein Mischungsverhältnis von 1:1 (Kühlmittel zu Wasser) wird häufig empfohlen, aber beachte immer die Hinweise des Kühlmittelherstellers.

Wann prüfen und nachfüllen?

Überprüfen Sie den Kühlmittelstand idealerweise bei jedem Tankstopp oder mindestens einmal im Monat. Wichtig: Führen Sie die Kontrolle und das Nachfüllen immer nur bei kaltem Motor durch! Bei warmem Motor steht das Kühlsystem unter hohem Druck, und das Öffnen des Ausgleichsbehälters kann zu einem plötzlichen Entweichen von heißem Dampf oder Flüssigkeit führen, was schwere Verbrühungen verursachen kann.

So gehen Sie vor:

  1. Motor abkühlen lassen: Stellen Sie sicher, dass der Motor vollständig abgekühlt ist. Dies kann je nach Außentemperatur und Fahrzeit mehrere Stunden dauern.
  2. Motorhaube öffnen: Suchen Sie den Ausgleichsbehälter für das Kühlmittel. Er ist meist durch ein Symbol mit einem Thermometer und Wellen oder der Aufschrift „Coolant“ gekennzeichnet und oft leicht zugänglich im Motorraum platziert.
  3. Stand prüfen: Der Behälter ist transparent und verfügt über „Min“- und „Max“-Markierungen. Der Flüssigkeitsstand sollte sich immer zwischen diesen beiden Markierungen befinden. Liegt er darunter, muss Kühlmittel nachgefüllt werden.
  4. Deckel vorsichtig öffnen: Drehen Sie den Deckel langsam und vorsichtig auf, um eventuellen Restdruck entweichen zu lassen. Tragen Sie dabei am besten Handschuhe und eine Schutzbrille.
  5. Richtiges Kühlmittel wählen: Ermitteln Sie anhand Ihres Fahrzeughandbuchs oder der Aufschrift auf dem Behälter, welches Kühlmittel für Ihr Fahrzeug geeignet ist (z.B. G12+, G13). Verwenden Sie ausschließlich den vom Hersteller empfohlenen Typ.
  6. Mischen (falls Konzentrat): Wenn Sie ein Konzentrat verwenden, mischen Sie es im empfohlenen Verhältnis (meist 1:1) mit destilliertem Wasser. Destilliertes Wasser verhindert Kalkablagerungen im System. In einem Notfall, wenn kein destilliertes Wasser zur Hand ist und der Motor zu überhitzen droht, kann auch kalkarmes Leitungswasser verwendet werden, sollte aber so schnell wie möglich durch die korrekte Mischung ersetzt werden.
  7. Nachfüllen: Füllen Sie das Kühlmittel langsam bis zur „Max“-Markierung ein. Achten Sie darauf, nicht zu überfüllen.
  8. Deckel schließen: Schrauben Sie den Deckel fest zu.
  9. Kontrolle nach dem Fahren: Nach dem Nachfüllen und einer kurzen Fahrt sollten Sie den Kühlmittelstand nach dem Abkühlen des Motors erneut kontrollieren. Oft entlüftet sich das System dabei und der Stand sinkt leicht ab.

Sollten Sie feststellen, dass Sie regelmäßig Kühlmittel nachfüllen müssen, ist dies ein Zeichen für eine Undichtigkeit im System. Dies kann ein geplatzter Schlauch, eine defekte Wasserpumpe oder sogar eine beschädigte Zylinderkopfdichtung sein. In solchen Fällen ist der Besuch einer Fachwerkstatt dringend angeraten, um größere Schäden zu vermeiden.

Folgen von zu wenig oder falschem Kühlmittel

Die Verwendung des falschen Kühlmittels oder ein zu niedriger Stand kann schwerwiegende Konsequenzen für Ihren Motor haben. Die Kühlflüssigkeit ist der Lebensnerv des Motors, und jede Beeinträchtigung ihrer Funktion birgt erhebliche Risiken.

Zu wenig Kühlmittel: Überhitzung und Motorschaden

Die Hauptaufgabe des Kühlmittels ist die Wärmeableitung. Ist zu wenig Flüssigkeit im System, kann der Motor nicht mehr ausreichend gekühlt werden. Die Temperatur steigt rapide an, und die Belastung für alle Motorkomponenten nimmt dramatisch zu. Moderne Motoren sind auf hohe Effizienz ausgelegt und reagieren sehr empfindlich auf Überhitzung. Schon bei vermeintlich geringer Belastung kann es schnell zu kritischen Temperaturen kommen. Die Folgen können sein:

  • Zylinderkopfdichtungsschaden: Eine überhitzte Zylinderkopfdichtung kann reißen oder verbrennen, was zu einem kostspieligen Öl-Wasser-Gemisch im Motor führt.
  • Verzug von Motorteilen: Extreme Hitze kann Zylinderkopf oder Motorblock verziehen, was eine aufwendige Reparatur oder sogar den Austausch des Motors nach sich zieht.
  • Kolbenfresser: Eine unzureichende Schmierung durch überhitztes Öl kann zum Festfressen der Kolben führen.
  • Schäden an Wasserpumpe und Kühler: Auch diese Komponenten leiden unter extremen Temperaturen und können versagen.

Erkennen können Sie zu wenig Kühlmittel oft an einer blinkenden Motorkontrollleuchte oder einer stark ansteigenden Temperaturanzeige im Armaturenbrett. In diesem Fall sollten Sie sofort anhalten (sicher am Fahrbahnrand oder auf dem Seitenstreifen), den Motor abstellen und ihn abkühlen lassen. Keinesfalls sollten Sie mit überhitztem Motor weiterfahren, da dies einen Totalschaden bedeuten kann.

Falsches Kühlmittel: Korrosion und Verstopfungen

Wie bereits erwähnt, kann das Nachfüllen oder Verwenden eines falschen Kühlmittels zu chemischen Reaktionen führen. Diese können Ablagerungen und Verklumpungen bilden, die das Kühlsystem verstopfen. Dadurch wird der Kühlmittelfluss behindert, was die Kühlleistung reduziert und wiederum zu Überhitzung führen kann. Zudem können inkompatible Additive den Korrosionsschutz aufheben oder sogar aggressive Reaktionen mit den Metallen und Dichtungen des Kühlsystems hervorrufen, was zu vorzeitigem Verschleiß und Undichtigkeiten führt.

Wenn Sie feststellen, dass versehentlich das falsche Kühlmittel nachgefüllt wurde, sollte das System so schnell wie möglich von einer Fachwerkstatt vollständig entleert, gespült und mit dem korrekten Kühlmittel befüllt werden. Dies minimiert das Risiko langfristiger Schäden.

Wann muss man das Kühlwasser wechseln?

Kühlmittel ist kein „Fill-and-Forget“-Produkt. Mit der Zeit verlieren die schützenden Additive ihre Wirkung. Der Korrosionsschutz lässt nach, der Gefrierpunkt kann sich erhöhen, und die Fähigkeit zur Wärmeableitung kann beeinträchtigt werden. Daher ist ein regelmäßiger Wechsel der Kühlflüssigkeit notwendig.

Die Wechselintervalle variieren je nach Kühlmitteltyp und Fahrzeughersteller. Allgemeine Richtwerte sind:

  • G11-Typen: Alle 2 bis 3 Jahre
  • G12-, G12+- und G12++-Typen: Alle 4 bis 5 Jahre oder nach 250.000 Kilometern, je nachdem, was zuerst eintritt.
  • G13-Typen: Ähnlich wie G12-Typen, bis zu 5 Jahre oder 250.000 Kilometer.

Beachten Sie immer die spezifischen Empfehlungen in Ihrem Fahrzeughandbuch. Ein regelmäßiger Kundendienst in der Werkstatt beinhaltet in der Regel auch die Prüfung und gegebenenfalls den Wechsel des Kühlmittels.

Die richtige Entsorgung

Kühlmittel ist ein Sondermüll und darf auf keinen Fall einfach in die Kanalisation oder den Hausmüll gekippt werden. Es enthält Chemikalien, die umweltschädlich sind. Altölannahmestellen, Wertstoffhöfe oder spezialisierte Betriebe für Chemikalien entsorgen Kühlmittel fachgerecht. Auch viele Kfz-Werkstätten nehmen Alt-Kühlmittel gegen eine geringe Gebühr entgegen. Achten Sie auf eine umweltgerechte Entsorgung, um unsere Natur zu schützen.

Was ist eigentlich Kühlwasser?
Im Grunde genommen handelt es sich dabei um Wasser, weshalb dieses oftmals auch als Kühlwasser bezeichnet wird. Dies kann jedoch irreführend sein, da Wasser eine ganze Reihe an Zusätzen erfordert, um die gewünschte Funktion ausüben zu können.

Sicherheit geht vor: Wichtige Hinweise zum Umgang mit Kühlmittel

Der Umgang mit Kühlmittel erfordert Vorsicht, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten und Gesundheitsschäden zu vermeiden:

  • Motor abkühlen lassen: Öffnen Sie den Kühlmittelbehälter niemals bei heißem Motor. Das System steht unter Druck, und entweichender Dampf oder heiße Flüssigkeit können schwere Verbrühungen verursachen.
  • Vorsichtig öffnen: Drehen Sie den Deckel des Ausgleichsbehälters langsam und vorsichtig auf, um eventuellen Überdruck kontrolliert abzulassen.
  • Schutzkleidung tragen: Tragen Sie beim Umgang mit Kühlmittel immer Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille. Kühlmittel ist giftig und kann bei Hautkontakt Reizungen verursachen oder bei Einnahme schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
  • Außer Reichweite halten: Bewahren Sie Kühlmittelkonzentrate und Fertigmischungen stets außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf. Der süßliche Geruch kann für sie attraktiv sein, ist aber hochgiftig.
  • Verschüttungen vermeiden: Wischen Sie verschüttetes Kühlmittel sofort gründlich auf und entsorgen Sie die kontaminierten Tücher ordnungsgemäß.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Kühlmittel

Ist es egal, welches Kühlwasser man benutzt?

Nein, es ist absolut nicht egal. Die chemische Zusammensetzung von Kühlmitteln ist spezifisch auf die Materialien des Kühlsystems und des Motors abgestimmt. Die Verwendung des falschen Kühlmittels kann zu Korrosion, Ablagerungen, Verstopfungen und einer verminderten Kühlleistung führen, was langfristig Motorschäden verursachen kann. Halten Sie sich immer an die Empfehlungen des Fahrzeugherstellers.

Kann man ein falsches Kühlmittel nachfüllen?

Es wird dringend davon abgeraten. Auch wenn es nur eine geringe Menge ist, können inkompatible Kühlmittel miteinander reagieren und Schäden verursachen. Im besten Fall neutralisieren sich die Schutzadditive gegenseitig, im schlimmsten Fall bilden sich Verklumpungen, die das Kühlsystem verstopfen und zu Überhitzung führen. Wenn dies versehentlich passiert ist, sollte das System so schnell wie möglich entleert und mit dem korrekten Kühlmittel befüllt werden.

Was passiert, wenn ich das falsche Kühlmittel verwende?

Die Folgen können vielfältig und kostspielig sein: Die häufigsten Probleme sind Korrosion an Wasserpumpe, Kühler und Zylinderkopfdichtung, Ablagerungen und Verstopfungen im Kühlsystem, verminderte Wärmeableitung und im schlimmsten Fall eine Überhitzung des Motors, die zu einem Totalschaden führen kann.

Welche Kühlflüssigkeit kann man mit welcher mischen?

Grundsätzlich sollte man Kühlmittel nicht mischen, es sei denn, der Hersteller gibt eine explizite Kompatibilität an. Innerhalb der gleichen Technologie-Familie (z.B. G12 mit G12+, G12++) ist Mischbarkeit oft gegeben. Silikathaltige (z.B. G11) und silikatfreie (z.B. G12) Kühlmittel sollten jedoch niemals gemischt werden, da dies zu chemischen Reaktionen und Ausfällungen führen kann. Konsultieren Sie immer die Mischbarkeitstabelle in diesem Artikel oder Ihr Fahrzeughandbuch.

Wann muss ich das Kühlwasser wechseln?

Die Wechselintervalle hängen vom Typ des Kühlmittels ab. Ältere silikathaltige Kühlmittel (G11) müssen oft schon nach 2-3 Jahren gewechselt werden. Neuere, organische oder Hybrid-Kühlmittel (G12, G12+, G12++, G13) haben längere Intervalle von bis zu 5 Jahren oder 250.000 Kilometern. Die genauen Angaben finden Sie im Fahrzeughandbuch.

Braucht man destilliertes Wasser zum Mischen?

Ja, für das Anmischen von Kühlmittelkonzentraten ist destilliertes Wasser ideal. Es ist kalkfrei und verhindert so die Bildung von Kalkablagerungen im Kühlsystem, die Dichtungen und Schläuche porös machen und die Kühlleistung beeinträchtigen können. In einem Notfall kann kurzzeitig auch kalkarmes Leitungswasser verwendet werden, sollte aber so schnell wie möglich durch die korrekte Mischung ersetzt werden.

Welche Kühlmittel brauche ich für mein spezifisches Fahrzeugmodell (z.B. BMW oder VW)?

Dies lässt sich nicht pauschal beantworten, da es stark vom Baujahr, Motortyp und Modell Ihres Fahrzeugs abhängt. Die verlässlichste Informationsquelle ist Ihr Fahrzeughandbuch. Alternativ können Sie direkt beim Fahrzeughersteller, bei Ihrem Vertragshändler oder in einer Fachwerkstatt nachfragen, welche Spezifikation für Ihr Fahrzeug vorgeschrieben ist.

Wie erkenne ich zu wenig Kühlmittel?

Moderne Fahrzeuge verfügen über Sensoren, die einen niedrigen Kühlmittelstand anzeigen und eine Warnleuchte im Armaturenbrett aktivieren. Bei älteren Modellen müssen Sie den Stand manuell am Ausgleichsbehälter prüfen. Ein weiteres Indiz ist eine schnell ansteigende Motortemperaturanzeige oder ein überhitzter Motor. Regelmäßiges Nachfüllen deutet auf eine Undichtigkeit im System hin, die umgehend überprüft werden sollte.

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