17/03/2022
Auf den ersten Blick mögen Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur oder des Kiefergelenks wie ein rein zahnmedizinisches Problem erscheinen. Doch die Ursachen für diese Beschwerden sind oft vielschichtig und reichen weit über Zahnschmerzen hinaus. Häufig sind sie das Ergebnis von Stress, Fehlhaltungen oder unbewusstem Zähneknirschen, die zu chronischen Verspannungen führen können. Die gute Nachricht ist, dass eine gezielte physiotherapeutische Behandlung, insbesondere eine Kiefermassage, hier wirksame Linderung verschaffen kann. Diese spezielle Form der Massage ist eine effektive Methode, um Verspannungen im gesamten Kieferbereich zu lösen, Schmerzen zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden erheblich zu verbessern. Tauchen Sie ein in die Welt der Kieferentspannung und erfahren Sie, wie diese Therapie Ihr Leben positiv verändern kann.

- Was ist eine Kiefermassage und wie wirkt sie?
- Häufige Beschwerden, die eine Kiefermassage lindern kann
- Die Strom-Impuls-Technologie: Eine innovative Methode zur Kieferentspannung
- Kiefermassage und Stressabbau: Ein untrennbares Duo
- Vergleich: Manuelle Kiefermassage vs. Strom-Impuls-Technologie
- Selbsthilfe bei Kieferverspannungen: Übungen für Zuhause
- 1. Gezielte Kiefermassage (Selbstmassage)
- 2. Entspannungstechniken für die Kiefermuskulatur (Progressive Muskelentspannung)
- 3. Kieferdehnungen
- 4. Bewusste Kieferhaltung
- 5. Schmerzlinderung durch Wärmeanwendungen
- 6. Entspannungsübungen und Stressreduktion
- 7. Schiene gegen Zähneknirschen (Bruxismus-Schiene)
- Wann sollte man professionelle Hilfe suchen?
- Wie oft sollte eine Kiefermassage durchgeführt werden?
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eine Kiefermassage und wie wirkt sie?
Eine Kiefermassage ist eine therapeutische Anwendung, die darauf abzielt, die Muskulatur rund um das Kiefergelenk zu entspannen und dadurch Schmerzen sowie Beschwerden zu lindern. Das Kiefergelenk ist eines der meistgenutzten Gelenke im menschlichen Körper und ist an essenziellen Funktionen wie Sprechen, Kauen und Schlucken beteiligt. Wenn die umgebende Muskulatur, die sogenannte Kaumuskulatur, verspannt ist, kann dies weitreichende Auswirkungen haben. Die Massage hilft, die Durchblutung in diesem Bereich zu steigern, was wiederum eine bessere Versorgung der Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen ermöglicht. Gleichzeitig werden Stoffwechselabbauprodukte, die sich in verspannten Muskeln ansammeln können, effektiver abtransportiert.
Durch die gezielte Lockerung der Kaumuskulatur wird auch das Kiefergelenk selbst entlastet. Dies ist besonders wichtig, da eine Überlastung oder Fehlfunktion des Gelenks zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Es gibt verschiedene Techniken, die bei einer Kiefermassage zum Einsatz kommen können. Traditionell werden manuelle Methoden angewendet, bei denen der Therapeut mit den Händen gezielten Druck und Dehnungen ausführt. Darüber hinaus gibt es moderne Ansätze, die mit speziellen Geräten oder Instrumenten arbeiten, um eine noch tiefere und präzisere Wirkung zu erzielen. Unabhängig von der gewählten Technik ist das Ziel stets dasselbe: Eine nachhaltige Entspannung der Kieferregion und eine deutliche Reduktion der Beschwerden.
Häufige Beschwerden, die eine Kiefermassage lindern kann
Kieferbeschwerden sind oft vielfältig und können sich in unterschiedlichen Symptomen äußern, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine Kiefermassage kann gezielt eingesetzt werden, um eine Reihe dieser typischen Beschwerden zu behandeln. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Kiefergelenkschmerzen: Schmerzen direkt im Gelenkbereich, oft verstärkt beim Kauen oder Sprechen.
- Verspannungen im Kiefer- und Nackenbereich: Ein Gefühl der Steifheit oder des Drucks, das sich vom Kiefer bis in den Nacken und die Schultern ausbreiten kann.
- Kopfschmerzen: Insbesondere Spannungskopfschmerzen, die oft von der Kiefer- und Nackenmuskulatur ausgehen.
- Ohrenschmerzen oder Tinnitus: Obwohl die Ohren selbst gesund sind, können Kieferverspannungen Schmerzen im Ohrbereich verursachen oder sogar zu Ohrgeräuschen führen.
- Eingeschränkte Mundöffnung: Schwierigkeiten, den Mund vollständig zu öffnen, was das Essen und Sprechen erschwert.
- Knacken oder Reiben im Kiefergelenk: Geräusche beim Bewegen des Kiefers, die auf eine Fehlfunktion des Gelenks hindeuten können.
Es ist entscheidend zu verstehen, dass eine Kiefermassage nicht für alle möglichen Symptome oder zugrunde liegenden Erkrankungen geeignet ist. Eine präzise Diagnose durch einen erfahrenen Fachmann, wie einen Zahnarzt, Kieferorthopäden oder Physiotherapeuten mit Spezialisierung auf CMD, ist immer notwendig, bevor eine Therapie begonnen wird. Idealerweise sollte die Behandlung frühzeitig einsetzen, sobald die ersten Symptome auftreten. Dies hilft nicht nur, langfristige Schäden zu vermeiden, sondern ermöglicht auch eine schnellere und effektivere Linderung der Beschwerden, bevor sie chronisch werden.
Die Strom-Impuls-Technologie: Eine innovative Methode zur Kieferentspannung
Für viele Menschen, die unter chronischen Kieferbeschwerden leiden, kann die innovative Strom-Impuls-Technologie eine revolutionäre Lösung darstellen. Diese moderne Form der Kiefermassage unterscheidet sich von traditionellen Methoden durch ihren einzigartigen Ansatz: Es werden kleine, sanfte elektrische Impulse auf die Muskulatur im Kieferbereich übertragen. Diese Impulse sind so konzipiert, dass sie kontrollierte Muskelkontraktionen auslösen. Dies mag zunächst ungewöhnlich klingen, doch genau diese gezielte Stimulation hilft, selbst tief sitzende und hartnäckige Verkrampfungen in den Muskeln zu lösen.
Parallel zur Lockerung der Muskulatur wird durch die Impulse die Durchblutung der behandelten Areale signifikant erhöht. Eine verbesserte Durchblutung bedeutet eine effizientere Versorgung der Muskelzellen mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen, während gleichzeitig Stoffwechselabbauprodukte, die sich in verspannten Muskeln ansammeln, schneller abtransportiert werden können. Dies fördert nicht nur die Regeneration der Muskulatur, sondern kann auch zu einer schnelleren Schmerzlinderung beitragen. Die Strom-Impuls-Massage kann sowohl als eigenständige Behandlung als auch als wertvolle Ergänzung zur klassischen manuellen Kiefermassage eingesetzt werden, um die therapeutischen Effekte zu intensivieren.

Welche Vorteile bietet die Kiefermassage mit der Strom-Impuls-Technologie?
Die Anwendung der Strom-Impuls-Technologie bringt eine Reihe von bemerkenswerten Vorteilen mit sich, die sie zu einer attraktiven Option für die Behandlung von Kieferbeschwerden machen:
- Effektive Schmerzlinderung: Durch die sanften elektrischen Stimulationen können Verspannungen und damit verbundene Schmerzen effektiv gelindert werden. Die Impulse regen die körpereigene Produktion von Endorphinen an, die als natürliche Schmerzmittel wirken.
- Verbesserte Durchblutung: Die gezielte elektrische Stimulation führt zu einer verbesserten Blutzirkulation in den Muskeln. Dies gewährleistet eine bessere Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, was die Heilung und Regeneration fördert.
- Tiefenwirkung: Im Gegensatz zu einigen herkömmlichen Massagetechniken, die oft nur eine oberflächliche Entspannung bewirken, reicht die Strommassage tief ins Gewebe. Sie erreicht selbst tiefliegende Muskelschichten und sorgt dort für eine gezielte und nachhaltige Entspannung.
- Schonend und schmerzfrei: Ein wesentlicher Vorteil ist die besonders schonende Natur dieser Behandlungstechnik. Sie kommt ohne hohen Druck aus, wodurch sie in der Regel keine Schmerzen verursacht. Patienten empfinden die Massage als sehr sanft und angenehm. In seltenen Fällen kann ein leichtes Stechen durch den Stromimpuls wahrgenommen werden, das jedoch vollkommen harmlos ist und meist während der Therapie wieder verschwindet. Die Intensität der Impulse wird dabei stets individuell auf die Bedürfnisse und das Empfinden des Patienten abgestimmt.
Welche Wirkung bzw. welche positiven Effekte dürfen Sie von einer Stromtherapie erwarten?
Die positiven Effekte einer Kiefermassage mit Strom-Impuls-Technologie sind vielfältig und tragen maßgeblich zu einem verbesserten Wohlbefinden bei:
- Verbesserung des Blut- und Lymphflusses: Die gesteigerte Zirkulation hilft, Stauungen abzubauen und die natürliche Entgiftung des Gewebes zu unterstützen.
- Zufluss von wichtigen Nährstoffen für die Muskulatur: Eine bessere Versorgung mit Nährstoffen beschleunigt die Regeneration der Muskeln und fördert deren Elastizität.
- Ausschwemmung von Stoffwechselabbauprodukten: Laktate und andere Abfallstoffe, die sich in verspannten Muskeln ansammeln, werden effizienter entfernt, was zu einer schnelleren Erholung führt.
- Schnelle Schmerzlinderung durch Endorphinbildung und Reduktion des Phosphocreatingehalts im Gewebe: Die körpereigenen Schmerzmittel werden aktiviert, und biochemische Marker für Muskelermüdung und -schmerz werden reduziert.
Kiefermassage und Stressabbau: Ein untrennbares Duo
Die Verbindung zwischen Stress und Kieferverspannungen ist tiefgreifend und oft ein Teufelskreis. In Stresssituationen neigen viele Menschen unbewusst dazu, ihre Zähne aufeinanderzupressen oder zu knirschen – ein Phänomen, das als Zähneknirschen (Bruxismus) bekannt ist. Über einen längeren Zeitraum führt dieses unbewusste Anspannen und Pressen zu einer chronischen Überlastung und Verhärtung der Kaumuskulatur. Diese Verhärtungen können nicht nur lokale Schmerzen im Kieferbereich verursachen, sondern sich auch auf den Nacken, die Schultern und sogar den Kopf auswirken, was zu Spannungskopfschmerzen oder Migräne führen kann.
Eine regelmäßige Kiefermassage kann diesen Zyklus effektiv durchbrechen. Indem sie die schmerzhaften Verspannungen löst, wirkt sie direkt auf die physischen Manifestationen von Stress ein. Die Massage entspannt die überbeanspruchten Muskeln, fördert die Durchblutung und hilft dem Körper, aus dem Kampf-oder-Flucht-Modus in einen Zustand der Ruhe und Regeneration überzugehen. Dies ist nicht nur eine symptomatische Behandlung; vielmehr trägt die Entspannung der Kiefermuskulatur dazu bei, das gesamte Nervensystem zu beruhigen. Indem die physische Anspannung abgebaut wird, kann auch die psychische Belastung nachlassen, was zu einem Gefühl der Erleichterung und des ganzheitlichen Wohlbefindens führt. Die Kiefermassage wird somit zu einem wichtigen Werkzeug im Stressmanagement, das hilft, die tiefsitzenden Auswirkungen von Anspannung auf den Körper zu mildern.
Vergleich: Manuelle Kiefermassage vs. Strom-Impuls-Technologie
Beide Formen der Kiefermassage haben ihre Berechtigung und können je nach individuellen Bedürfnissen und Beschwerden sehr wirksam sein. Hier ein Vergleich der beiden Ansätze:
| Merkmal | Manuelle Kiefermassage | Strom-Impuls-Technologie |
|---|---|---|
| Methode | Therapeut übt gezielten Druck und Bewegungen mit den Händen aus. | Kleine elektrische Impulse stimulieren die Muskeln über Elektroden. |
| Tiefenwirkung | Oberflächliche bis mittlere Muskelentspannung; abhängig vom Druck des Therapeuten. | Tiefenwirkung bis ins Gewebe; erreicht auch tiefliegende Muskelschichten. |
| Anwendung | Direkter physischer Kontakt und Kneten der Muskulatur. | Anlegen von Elektroden; meist ohne direkten physischen Druck oder Reibung. |
| Schmerzempfinden | Kann bei starken Verspannungen anfangs schmerzhaft sein, wird aber als „guter Schmerz“ empfunden. | Sanft und meist schmerzfrei; ein leichtes, harmloses Stechen kann auftreten. |
| Blutflussförderung | Fördert die Durchblutung durch Kneten und Reiben des Gewebes. | Erhöht die Durchblutung durch gezielte Muskelkontraktionen. |
| Stoffwechselanregung | Indirekte Anregung durch verbesserte Durchblutung und Lymphfluss. | Direkte und intensive Anregung des Stoffwechsels durch elektrische Impulse. |
| Ergänzung | Kann eigenständig oder als Basis für andere Therapien dienen. | Kann eigenständig oder als wertvolle Ergänzung zur manuellen Therapie eingesetzt werden. |
Selbsthilfe bei Kieferverspannungen: Übungen für Zuhause
Neben professionellen Behandlungen gibt es zahlreiche effektive Techniken und Übungen, die Sie zu Hause anwenden können, um Kieferverspannungen zu lösen und Schmerzen zu lindern. Regelmäßigkeit ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
1. Gezielte Kiefermassage (Selbstmassage)
Eine sanfte Massage der Kaumuskulatur kann Wunder wirken. So gehen Sie vor:
- Vorbereitung: Waschen Sie Ihre Hände gründlich. Setzen oder legen Sie sich bequem hin.
- Masseter-Muskel: Platzieren Sie Ihre Finger (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) auf den Wangen, direkt vor den Ohren, wo sich der große Kaumuskel (Masseter) befindet. Wenn Sie die Zähne leicht zusammenbeißen, können Sie ihn spüren.
- Kreisende Bewegungen: Üben Sie sanften bis mittleren Druck aus und massieren Sie in kleinen kreisenden Bewegungen entlang des Kiefergelenks und des Muskels. Arbeiten Sie sich langsam nach unten bis zum Kinn vor.
- Schläfenmuskel: Bewegen Sie Ihre Finger zu den Schläfen, wo der Schläfenmuskel (Temporalis) sitzt. Massieren Sie auch hier in kreisenden Bewegungen.
- Dauer: Eine tägliche Selbstmassage von 5 bis 10 Minuten kann bereits deutliche Linderung verschaffen. Achten Sie darauf, nicht zu viel Druck auszuüben, um keine Schmerzen zu verursachen.
2. Entspannungstechniken für die Kiefermuskulatur (Progressive Muskelentspannung)
Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist eine sehr effektive Methode, um Verspannungen bewusst wahrzunehmen und zu lösen:
- Position: Setzen oder legen Sie sich in eine bequeme Position. Schließen Sie sanft die Augen.
- Anspannung: Spannen Sie die Kiefermuskeln bewusst an, indem Sie die Zähne sanft, aber fest zusammenpressen. Halten Sie diese Spannung für etwa 5 bis 10 Sekunden. Konzentrieren Sie sich auf das Gefühl der Anspannung.
- Entspannung: Lassen Sie die Spannung anschließend abrupt los und entspannen Sie den Kiefer bewusst. Spüren Sie, wie sich die Muskulatur lockert und weich wird. Verweilen Sie in diesem entspannten Zustand für etwa 20 bis 30 Sekunden.
- Wiederholung: Wiederholen Sie diese Übung 5 bis 10 Mal. Diese Technik hilft nicht nur, Verspannungen zu lösen, sondern auch, sie im Alltag früher zu erkennen.
3. Kieferdehnungen
Durch gezielte Dehnübungen lässt sich die Beweglichkeit des Kiefers verbessern und die Muskulatur geschmeidig halten:
- Mundöffnung: Öffnen Sie den Mund langsam und so weit, wie es angenehm ist, ohne Schmerzen zu verursachen. Halten Sie diese Position für 10 Sekunden. Schließen Sie den Mund langsam und entspannen Sie die Kiefermuskulatur. Wiederholen Sie die Übung 5 bis 10 Mal.
- Seitliche Bewegung: Bewegen Sie den Unterkiefer langsam und kontrolliert erst zur linken, dann zur rechten Seite. Halten Sie die Position für einige Sekunden auf jeder Seite.
- Kinn nach unten: Durch das Öffnen des Mundes das Kinn nach unten bewegen, als ob Sie gähnen würden. Alle Bewegungsübungen sollten langsam, schmerzfrei und ohne Knacken ausgeführt werden.
4. Bewusste Kieferhaltung
Achten Sie bewusst darauf, wie Sie Ihren Kiefer im Alltag halten. Viele Menschen pressen unbewusst die Zähne zusammen, selbst wenn sie nicht kauen. Versuchen Sie, den Mund leicht geöffnet zu lassen und die Zähne nicht aufeinanderliegen zu lassen. Ihre Zunge sollte locker am Gaumen ruhen. Eine gesunde Kieferhaltung entlastet die Kaumuskulatur und kann vielen Verspannungen vorbeugen.
5. Schmerzlinderung durch Wärmeanwendungen
Wärme ist ein bewährtes Mittel zur Muskelentspannung. Legen Sie eine warme Kompresse, ein Heizkissen oder ein feuchtes, warmes Tuch auf den Kieferbereich. Lassen Sie die Wärme für 15-20 Minuten einwirken. Die Wärme fördert die Durchblutung und hilft, die Muskeln zu entspannen und Schmerzen zu lindern.

6. Entspannungsübungen und Stressreduktion
Da Stress ein Hauptauslöser für Kieferverspannungen ist, sind allgemeine Entspannungstechniken unerlässlich. Praktizieren Sie regelmäßig Meditation, Yoga, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung für den ganzen Körper. Diese Techniken fördern die allgemeine Entspannung und verhindern, dass sich Stress im Kiefer manifestiert.
7. Schiene gegen Zähneknirschen (Bruxismus-Schiene)
Bei chronischem Zähneknirschen, insbesondere während des Schlafs, kann eine individuell angefertigte Aufbissschiene (Knirscherschiene) helfen. Diese wird nachts getragen und verhindert, dass die Zähne direkt aufeinanderpressen. Dadurch werden die Kiefermuskeln entlastet und Verspannungen reduziert. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Zahnarzt.
Wann sollte man professionelle Hilfe suchen?
Obwohl Selbsthilfeübungen und allgemeine Entspannungstechniken sehr wirksam sein können, gibt es Situationen, in denen professionelle Unterstützung unerlässlich ist. Wenn Ihre Kieferverspannungen trotz regelmäßiger Anwendung der genannten Methoden bestehen bleiben oder sich sogar verschlimmern, sollten Sie unbedingt einen Arzt, Zahnarzt oder Kieferorthopäden konsultieren. Dies gilt insbesondere, wenn Sie Symptome einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) vermuten.
CMD ist ein Überbegriff für Fehlfunktionen und Schmerzen im Bereich des Kausystems, die das Kiefergelenk, die Kaumuskulatur und die umliegenden Strukturen betreffen können. Symptome können von chronischen Kopf- und Nackenschmerzen über Tinnitus bis hin zu Schwindel reichen. Ein spezialisierter Arzt oder Physiotherapeut kann eine genaue Diagnose stellen und eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Therapie empfehlen. Dies kann eine spezialisierte manuelle Therapie, physikalische Behandlungen oder die Anpassung einer Aufbissschiene umfassen. In manchen Fällen ist auch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen sinnvoll, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um langfristige Beschwerden zu vermeiden und Ihre Lebensqualität wiederherzustellen.
Wie oft sollte eine Kiefermassage durchgeführt werden?
Die Häufigkeit einer Kiefermassage hängt maßgeblich von der Schwere und der Dauer Ihrer Beschwerden ab. Bei akuten und starken Verspannungen kann eine intensivere Anfangsphase erforderlich sein. In der Regel empfiehlt sich eine Serie von 3 bis 4 Terminen, die in einem wöchentlichen Abstand stattfinden. Dieser Rhythmus ermöglicht es, die Muskulatur im Kieferbereich schrittweise zu lockern und eine nachhaltige Schmerzlinderung zu erzielen. Nach dieser Intensivphase kann die Häufigkeit der Behandlungen reduziert werden, beispielsweise auf monatliche oder bedarfsabhängige Sitzungen, um die erzielten Erfolge aufrechtzuerhalten und neuen Verspannungen vorzubeugen.

Letztlich sollte die genaue Frequenz der Kiefermassage immer individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Ihr Therapeut wird nach einer ersten Beurteilung und im Verlauf der Behandlung beurteilen, wie oft und in welchen Abständen weitere Sitzungen sinnvoll sind, um Ihre Beschwerden optimal zu managen und Ihr Wohlbefinden langfristig zu sichern.
Fazit
Die Kiefermassage, sei es in ihrer manuellen Form oder mittels innovativer Strom-Impuls-Technologie, erweist sich als eine äußerst wirksame Methode zur Behandlung von Kiefergelenkschmerzen und muskulären Verspannungen. Ihre therapeutische Kraft liegt in der gezielten Förderung der Durchblutung und der tiefgreifenden Entspannung der Kaumuskulatur, was zu einer signifikanten Reduktion von Schmerzen und Beschwerden führt. Doch die Vorteile einer Kiefermassage reichen weit über die reine Schmerzlinderung hinaus.
Für viele Menschen, die unter chronischen Kieferbeschwerden leiden, ist die Kiefermassage ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem verbesserten ganzheitlichen Wohlbefinden. Sie erleben oft eine spürbare Verbesserung ihres mentalen Zustands, da die physische Entspannung auch psychischen Stress abbaut. Ein entspanntes Kiefergelenk kann zu besserem Schlaf, weniger Kopfschmerzen und einer allgemeinen Steigerung der Lebensqualität beitragen. Ob als gezielte Therapie bei spezifischen Beschwerden oder als präventive Maßnahme im Rahmen des Stressmanagements – die Kiefermassage ist eine Investition in Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden, die sich nachhaltig auszahlt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für welche Beschwerden ist eine Kiefermassage die Lösung?
Die Kiefermassage ist eine effektive Behandlungsmethode für eine Vielzahl von Beschwerden, darunter Schmerzen im Kiefer- und Nackenbereich, Kieferschmerzen, Gesichtsschmerzen sowie Symptome der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Während es keine absolute Garantie gibt, dass diese Methode jedem einzelnen Patienten in gleichem Maße helfen wird, berichten die meisten Patienten von einem großen Nutzen und einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden.
Hilft die Kiefermassage immer?
Die Kiefermassage zeigt in fast allen Fällen eine positive Wirkung. Viele Patienten erfahren bereits nach wenigen Behandlungen eine deutliche Verbesserung und bleiben nach einer Behandlungsreihe bis zu drei Monate symptomfrei. Die individuelle Reaktion kann variieren, aber die Erfolgsquote ist sehr hoch.

Wie läuft die Behandlung ab?
Bei der Kiefermassage mit Strom-Impuls-Technologie werden dem Patienten Elektroden im Bereich des Gebisses sowie des Kiefer- und Nackenbereichs angebracht. Zusätzlich erhalten die Patienten einen speziellen Aufbisspolster, um Reibung an den Zähnen zu vermeiden und eine optimale Entspannung zu ermöglichen. Die eigentliche Strom-Impuls-Therapie dauert anschließend etwa eine Stunde. Während dieser Zeit entspannen sich die Muskeln in diesem Bereich tiefgreifend durch die sanften Impulse.
Was kostet eine Kiefermassage?
Die Kosten für eine Kiefermassage sind vergleichbar mit denen eines Besuchs bei einem Physiotherapeuten. Eine Stunde Behandlung kostet in der Regel etwa 110 Euro. Die Gesamtkosten können je nachdem, wie oft Sie die Kiefermassage in Anspruch nehmen müssen oder möchten, variieren.
Wird von der Krankenkasse ein Teil der Kiefermassage übernommen?
In den meisten Fällen wird die Kiefermassage mit Strom-Impuls-Technologie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Es handelt sich oft um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Es ist jedoch ratsam, sich vor Beginn der Behandlung bei Ihrer Krankenkasse über mögliche Teilerstattungen oder Zusatzleistungen zu informieren, da private Zusatzversicherungen unter Umständen einen Teil der Kosten tragen könnten.
Was ist der Unterschied zu einer physiotherapeutischen Behandlung?
Der große Unterschied der Kiefermassage mit Strom-Impuls-Technologie im Vergleich zu einer rein manuellen physiotherapeutischen Behandlung liegt in der einzigartigen Kombination aus gleichzeitiger muskulärer Entspannung durch elektrische Impulse und der Entkopplung des Bisses durch das Aufbisspolster. Dies ermöglicht es der Kau- und Nackenmuskulatur, sich zum ersten Mal völlig unabhängig von der Verzahnung zu entspannen, die in den meisten Fällen das Kernproblem einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) darstellt. Während die Physiotherapie oft manuelle Techniken und Übungen einsetzt, bietet die Strom-Impuls-Methode eine tiefere und umfassendere Entspannung der Muskulatur, die durch die Entlastung des Bisses ergänzt wird.
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