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Kieferentzündung: Heilung, Ursachen & Symptome

14/06/2025

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Der Kieferknochen ist ein fundamentales Element unseres Zahnhalteapparates, in dem unsere Zähne sicher in sogenannten Zahnfächern, den Alveolen, verankert sind. Diese essenzielle Struktur ist sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer vorhanden und bildet die Grundlage für unsere Kaufunktion und unser Lächeln. Doch was passiert, wenn dieser wichtige Knochen erkrankt? Unbehandelte Entzündungen im Mundraum, insbesondere an Zähnen oder Zahnfleisch, können sich auf den Kieferknochen ausbreiten und eine schmerzhafte Kieferentzündung auslösen. Neben intensiven Schmerzen treten dabei oft besorgniserregende Symptome wie Eiterbildung und Zahnlockerung auf, die eine sofortige therapeutische Intervention erfordern. Wird eine solche Entzündung ignoriert, drohen schwerwiegende Folgen wie Zahnverlust oder sogar eine Nekrose des Kieferknochens. Um Ihnen einen tiefgehenden Einblick in dieses Krankheitsbild und seine vielfältigen Behandlungsoptionen zu geben, haben wir in diesem umfassenden Ratgeber alle wichtigen Informationen für Sie zusammengetragen.

Kann eine Kieferentzündung wieder ausgeheilt werden?
Wurde der Entzündungsherd erst einmal unschädlich gemacht, sowie der Kieferknochen ausgeschabt und gereinigt, ist die Kieferentzündung meist bald wieder ausgestanden. Sollten sich aber versteckte Keimquellen erfolgreich der Therapie entzogen haben, ist ein erneutes Aufkeimen der Entzündung durchaus denkbar.
Inhaltsverzeichnis

Wie entsteht eine Kieferentzündung?

Eine Kieferentzündung wird in den meisten Fällen durch Keimerreger ausgelöst, die aus bereits bestehenden Entzündungen im Mundraum stammen. Häufige Vorerkrankungen, die den Weg für eine Kieferentzündung ebnen, sind Karies, Parodontitis und die Zahnfleischentzündung Gingivitis. Diese krankheitsbedingten Entzündungskeime setzen im Mundraum Toxine frei, welche zunächst nur die oberflächlichen Strukturen des Zahnhalteapparates angreifen und reizen. Bleibt diese 'oberflächliche' Entzündung jedoch unbehandelt, können die Erreger vom ursprünglichen Entzündungsherd rasch tief in den Kieferknochen vordringen. Dort können sie verschiedene Formen von Entzündungen hervorrufen, die einzeln oder in Kombination auftreten:

  • Ostitis: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Gefäßkanäle im Bereich des Kiefers, den sogenannten Havers- und Volkmann-Kanälen, die für die Versorgung des Knochens zuständig sind.
  • Periostitis: Diese Form beschreibt eine Entzündung der Kieferknochenhaut (Periost), einer gefäß- und nervenreichen Bindegewebshülle, die den Knochen umgibt. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und im Extremfall zur Ablösung kleiner Knochenteile oder sogar zur Knochenneubildung führen.
  • Osteomyelitis: Dies ist eine akute oder chronische, meist durch Infektionen ausgelöste Entzündung des Knochenmarks. Sie tritt häufiger im Unterkiefer auf als im Oberkiefer und kann sich schnell ausbreiten, wodurch oft auch eine Ostitis und/oder Periostitis begleitend entstehen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese verschiedenen Entzündungsarten häufig gemeinsam auftreten, da eine Entzündung eines Bestandteils des Kieferknochens sich schnell auf die benachbarten Strukturen ausbreiten kann.

Ursachen einer Kieferentzündung: Ein umfassender Überblick

Die Auslöser für eine Kieferknochenentzündung sind vielfältig und nicht immer ausschließlich auf den Mundraum beschränkt. Neben Zahn- und Zahnfleischerkrankungen können auch andere Faktoren eine Rolle spielen:

Zahnerkrankungen als Hauptauslöser:

  • Karies: Karies schädigt zunächst den Zahnschmelz und dringt dann rasch von der sichtbaren Zahnkrone zur im Zahnfleisch liegenden Zahnwurzel vor. Dort löst sie eine bakterielle Entzündung aus, die zur Eiterbildung führt. Je länger die Entzündung besteht, desto weiter breitet sich der Entzündungsherd vom Zahn auf Zahnfleisch und schließlich den Kieferknochen aus. Dies führt zu einer Verschleppung der Kariesbakterien, die sich in Folgeentzündungen wie Gingivitis, Ostitis und anderen manifestieren.
  • Parodontitis und Parodontose: Im fortgeschrittenen Stadium führen Karieserkrankungen oder mangelnde Mundhygiene oft zu einer umfangreichen Entzündung des Zahnhalteapparates. Bei reiner Entzündung spricht man von Parodontitis. Hat die Erkrankung jedoch bereits degenerative Prozesse an Zahn und Zahnfleisch hervorgerufen (z.B. Zahnlockerung oder Zahnfleischschwund), so ist von Parodontose die Rede. Tritt dieser Substanzabbau ein, ist eine Entzündung des Kieferknochens und ein damit verbundener Zahnverlust oft nicht mehr weit.
  • Mangelnde Mundhygiene: Die meisten Fälle von Zahn- und Zahnfleischentzündungen werden durch unzureichende Mundhygiene ausgelöst. Sie begünstigt die Ansammlung entzündlicher Bakterien im Mundraum und schafft so die Grundlage für eine Ausbreitung der Entzündungen in den Kieferknochen. Eine konsequente und richtige Zahn- und Zahnfleischpflege ist daher unerlässlich, um Ostitis, Periostitis oder Osteomyelitis vorzubeugen.

Weitere Ursachen und Risikofaktoren:

  • Sonstige Infektionen: Erreger können auch ausgehend von Infektionen anderer Körperregionen bis in den Kieferknochen ausstrahlen. Zu den häufigsten Erregern zählen Streptokokken, Viren und Pilze. Sie finden sich nicht nur im Zahn- und Mundraumbereich, sondern auch häufig im Magen, der Nase und den Ohren. Da diese Organe letztendlich mit dem Mundraum verbunden sind, ist eine Keimverschleppung in den Kieferknochen auch hier möglich. Kieferentzündungen müssen also nicht zwingend auf oralen Vorentzündungen beruhen.
  • Frakturen und andere Traumata: Verletzungen am Zahn oder Zahnhalteapparat entstehen typischerweise durch mechanische Gewalteinwirkung wie Unfälle, tätliche Auseinandersetzungen oder auch zahnärztliche Operationen (z.B. das Ziehen von Weisheitszähnen). Der Kieferknochen kann dabei so stark irritiert werden, dass er reizbedingt mit einer Entzündung reagiert. Besonders gefährlich sind in diesem Zusammenhang offene und schlecht gereinigte Wunden, wie sie bei Gewalttraumata und Frakturen üblich sind. Die dabei entstehenden, keimträchtigen Gewebeverletzungen bieten einen idealen Nährboden für Entzündungen und erleichtern den Erregern den Zugang zum Kieferknochen.
  • Stoffliche Einflüsse: Eine unzureichende Durchblutung des Kieferknochens kann über eine Unterversorgung des Kiefergewebes zur Entstehung von Entzündungen beitragen. Ursachen für Durchblutungsstörungen können neben Nikotin- und Drogenkonsum auch Erkrankungen wie Diabetes sein, die eine Verengung der Blutgefäße zur Folge haben. Ein stoffliches Ungleichgewicht sowie schädliche Substanzeinflüsse kommen somit ebenfalls als Grund für einen entzündeten Kiefer in Frage.
  • Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris): Obwohl dies eine Entzündung der Schleimhäute in den Kieferhöhlen betrifft und nicht direkt den Knochen, ist sie oft mit Kieferschmerzen verbunden. Sie zeigt sich durch Klopfempfindlichkeit im Gesicht, Kopfschmerzen und Druckgefühl. Meist bakteriellen Ursprungs, kann sie mit Antibiotika behandelt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass eine virale Erkältung in den meisten Fällen keine Kieferknochenentzündung auslöst, sondern primär die Schleimhäute der Nebenhöhlen betrifft.
  • Entzündung des Kiefermuskels und Kiefergelenks: Eine Entzündung der Kiefermuskulatur kann durch Überbeanspruchung, aber auch durch mechanische, physikalische oder chemische Reize sowie Krankheitserreger entstehen. Entzündungen im Kiefergelenk (Capsulitis) oder des umgebenden Gewebes (craniomandibuläre Dysfunktion) sind oft auf Fehl- und Überbelastungen zurückzuführen und erfordern eine gezielte Therapie.

Symptome einer Kieferentzündung: Wann Sie handeln müssen

Die Symptome einer Kieferentzündung können je nach Art und Ursache variieren und sich entweder akut, also unmittelbar nach der Entstehung, oder erst nach einer längeren Zeitspanne bemerkbar machen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn mehrere der nachstehenden Symptome in Kombination auftreten:

  • Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit (insbesondere bei akuter Osteomyelitis)
  • Eiterbildung
  • Gelockerte Zähne
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Schlechte Wundheilung nach zahnmedizinischen Eingriffen
  • Schmerzen im Gesicht (insbesondere bei Ostitis)
  • Schwellungen (oft mit Rötung und Überwärmung der betroffenen Region)
  • Starke Zahn- und Kieferschmerzen, die pochend sein und ausstrahlen können
  • Taubheitsgefühl (wenn Nerven betroffen sind)
  • Ohrenschmerzen (aufgrund der anatomischen Nähe von Kiefergelenk und Ohr)

Wichtiger Hinweis: Tritt Eiter in Kombination mit gelockerten Zähnen und starken Zahn- oder Kieferschmerzen auf, so deutet dies auf eine fortgeschrittene Entzündung des Kieferknochens oder auf eine bereits bestehende Kiefernekrose (Absterben von Knochengewebe) hin. Die Entzündungserreger können sich zudem über das Blut in andere Körperregionen ausbreiten, bis hin zum Herzen, wo sie Herzrhythmusstörungen oder sogar einen Herzinfarkt auslösen können. Suchen Sie daher bitte umgehend einen Zahnarzt auf, falls Sie Beschwerden an sich beobachten, die auf eine Kieferentzündung hindeuten! Dies ist ein absoluter Notfall.

Kann eine Kieferentzündung auch ohne Schmerzen auftreten?

Im Falle einer Entzündung im Kiefer kann zwischen einer akuten und einer chronischen Verlaufsform unterschieden werden. Die akute Entzündung geht meist mit starken Schmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber und weiteren Symptomen einher. Im Gegensatz dazu kann eine chronische Entzündung abwechselnd von Phasen mit starken Beschwerden und symptomfreien Phasen begleitet sein. Je nach Lage der Entzündung im Kieferknochen sind also auch schmerzfreie Phasen möglich. Dies ist besonders gefährlich, da sich die Entzündung unbemerkt großflächig ausbreiten kann. Sobald sie jedoch in den Bereich eines Nervs gelangt, treten in der Regel starke Schmerzen auf.

Diagnose und Therapie: Ihr Weg zur Heilung

Eine Kieferentzündung lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung zweifelsfrei diagnostizieren und erfordert eine gezielte Therapie, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Diagnoseverfahren:

Nach einer ersten Blickdiagnose des Mundraumes wird der Zahnarzt bildgebende Verfahren einsetzen, um das Ausmaß der Entzündung zu beurteilen:

  • Röntgenaufnahmen: Diese geben in den meisten Fällen eine klare Aussage über die Erkrankungssituation. Bei akuter Osteomyelitis sind bereits nach 2 bis 3 Wochen wolkige, ungleichmäßig aufgehellte Veränderungen sowie abgestorbenes Knochengewebe erkennbar. Bei chronischer Osteomyelitis zeigen sich eher unscharfe, unregelmäßige Aufhellungen mit noch erkennbaren Knochenstrukturen.
  • Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT): Diese Verfahren liefern detailliertere Schnittbilder und können das Ausmaß der Entzündung im Knochen und den umgebenden Weichteilen präzise darstellen.
  • Skelettszintigraphie: Eine schnelle Methode zur Klärung der Erkrankungsverhältnisse, die bereits nach 48 Stunden Veränderungen aufdecken kann. Dem Patienten wird eine radioaktiv strahlende Substanz verabreicht; eine erhöhte Strahlung in einem Bereich weist auf eine erhöhte Stoffwechselaktivität und somit auf eine Entzündung hin.

Um die Art des Erregers genau zu bestimmen, der die Kieferentzündung ausgelöst hat, wird ein Antibiogramm erstellt. Hierfür wird eine Knochenprobe aus dem Kiefer entnommen und mikroskopisch untersucht. Dies ist entscheidend für eine gezielte Antibiotikatherapie.

Behandlungsstrategien:

Die Therapie einer Kieferentzündung ist meist eine Kombination aus verschiedenen Elementen, die je nach Schwere und Ursache der Entzündung angepasst werden:

  • Professionelle Zahn- und Zahnfleischreinigung: Karies und andere Grunderkrankungen im Mundraum erfordern zunächst eine gründliche Reinigung durch den Zahnarzt. Erst wenn der entzündliche Belag und damit der primäre Infektionsherd entfernt wurden, lässt sich eine weitere Ausbreitung der Entzündung wirksam verhindern.
  • Antibiotika-Therapie: Bei leichten bis mittelschweren Entzündungen ist der Einsatz von Antibiotika die schnellste und effektivste Hilfe. Zahnärzte verabreichen die Medikamente gemeinhin über einen Zeitraum von etwa drei Wochen in hohen Dosen, um das entzündliche Gewebe schnellstmöglich zu neutralisieren. Gängige Wirkstoffe sind Penicilline (z.B. Amoxycillin) und bei Penicillinallergie Clindamycin. Je früher mit der Antibiotikatherapie begonnen wird, desto besser sind die Aussichten auf eine vollständige Heilung des Kieferknochens. Anfangs kann die Therapie unspezifisch sein, bis das Antibiogramm den sensibelsten Wirkstoff ermittelt hat.
  • Chirurgische Eingriffe (Kieferoperation): Bei schweren Kieferentzündungen, insbesondere wenn sich Eiteransammlungen (Abszesse) gebildet haben oder Knochengewebe abgestorben ist, ist ein operativer Eingriff am Kieferknochen häufig unvermeidlich. Im Zuge der Operation wird bereits abgestorbenes Gewebe entfernt, Eiterherde aus dem Kieferknochen ausgeschabt und nicht erhaltungswürdige, stark gelockerte oder irreparabel beschädigte Zähne entfernt. Falls ein Abszess vorhanden ist, wird dieser geöffnet und drainiert.
  • Kieferrekonstruktion: Nach dem Ausschaben von entzündetem oder abgestorbenem Gewebe können im Knochen Lücken entstehen. Diese müssen unter Umständen rekonstruiert werden. Hierzu wird die offene Kieferstelle mit einer Tamponade versehen oder die Lücke mit Knochenersatzmaterial (z.B. einem Knochentransplantat) aufgefüllt, dem Eigenblut und Antibiotika beigefügt werden können.

Es ist zu beachten, dass eine Entzündung im Oberkiefer in der Regel wesentlich schneller heilt als im Unterkiefer, jedoch kann sich die Knochenstruktur dort nicht immer wieder vollständig regenerieren.

Akute vs. Chronische Kieferentzündung: Ein Vergleich

Der Verlauf einer Kieferentzündung kann stark variieren. Hier ein direkter Vergleich der akuten und chronischen Formen:

MerkmalAkute KieferentzündungChronische Kieferentzündung
SchmerzStark, pochend, ausstrahlend; jede Bewegung und Berührung schmerzhaft; kann schlaflose Nächte bereiten.Wechselnde Phasen mit starken Beschwerden und symptomfreien Phasen; Schmerzen treten oft auf, wenn ein Nerv betroffen ist.
SymptomeGeschwollen, warm, gerötet; oft Fieber, Abgeschlagenheit; Eiterbildung, Abszess, Eiteraustritt möglich; Zahn aufbiss- und berührungsempfindlich.Abszesse, Fisteln, entzündliche Ansammlungen; abgestorbenes Gewebe kann abgestoßen werden; Zahnlockerung möglich; Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
AusbreitungSchnell und gefährlich; kann sich auf Weichgewebe (Wangen, Zunge) ausbreiten; geschwollenes Auge, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden sind Warnsignale.Kann sich unbemerkt großflächig ausbreiten, besonders in schmerzfreien Phasen; Gefahr der Ausbreitung in Kieferhöhle im Oberkiefer.
Diagnose (Röntgen)Wolkige, ungleichmäßig aufgehellte Veränderungen nach 2-3 Wochen; abgestorbenes Gewebe erkennbar.Eher unscharfe, unregelmäßig auftretende Aufhellungen; gute Knochenstruktur kann noch erkennbar sein; abgestorbene Knochenstücke erscheinen leicht aufgelockert.
BehandlungSchnellstmöglicher Beginn der Therapie; Abszessöffnung; hochdosierte Antibiotika-Therapie.Entfernung von abgestorbenem und schlecht durchblutetem Gewebe; gezielte Antibiotika-Therapie; Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähne; Stabilisierung gelockerter Zähne; Auffüllung von Knochendefekten.

Verlauf, Komplikationen und Prävention: Langfristige Gesundheit

Nachdem der Entzündungsherd erfolgreich unschädlich gemacht und der Kieferknochen gereinigt wurde, ist die Kieferentzündung meist bald ausgestanden. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass sich versteckte Keimquellen der Therapie entziehen und ein erneutes Aufflammen der Entzündung verursachen können. Grundsätzlich gilt: Je länger eine Kieferentzündung unbehandelt besteht, desto komplikationsträchtiger wird sie. Dies ist ein weiteres starkes Argument für schnelles Handeln bei ersten Anzeichen einer Kieferentzündung.

Was ist der Unterschied zwischen einer akuten und einer chronischen Kieferentzündung?
Für das einfache Verständnis kann man sich folgendes merken: Akute Entzündungen sind schmerzhaft, chronische Entzündungen eher unauffällig und treten langsam, schleichend auf. Die akuten Formen der Kieferentzündung gehen meistens mit starken Schmerzen einher und können dem Patienten schlaflose Nächte bereiten.

Wichtigkeit der Medikamenteneinnahme

Ob Antibiotika oder Schmerzmittel – die gewissenhafte Einnahme der verschriebenen Medikamente ist in nahezu allen Fällen einer Kieferentzündung unverzichtbar. Nur so können die verantwortlichen Erreger nachhaltig bekämpft und ein erneutes Aufflammen des Entzündungsherdes vermieden werden. Nehmen Sie Ihre Arzneimittel daher strikt nach Anweisung ein, bis Ihr Zahnarzt Entwarnung gibt.

Ernährung während der Heilphase

Ergänzend zur medizinischen Therapie können Sie Ihren Kiefer besonders schonen und weitere Reizungen oder Komplikationen minimieren, indem Sie vorübergehend nur ‚weiche‘ Nahrung zu sich nehmen. Pürierte Gemüsesuppen, Früchtebrei und eine sparsame Verwendung von reizenden Gewürzen und Lebensmittelzusätzen bilden hier eine gute Basis für das Ernährungsverhalten während der Heilphase.

Prävention ist der beste Schutz

Entzündungen des Kieferknochens lassen sich in erster Linie durch sorgsame Zahnpflege und ausreichende Mundhygiene vorbeugen. Regelmäßiges Zähneputzen in Kombination mit der Verwendung von Zahnseide und Mundspülungen hemmt die Entstehung von Plaqueablagerungen am besten und beugt damit der Ansammlung von Bakterien vor.

Regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt helfen nicht nur dabei, die Zahnpflege zu unterstützen, sondern auch, Entzündungsherde frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nehmen Sie die alljährlichen Kontrollbesuche daher unbedingt wahr, um eine ernste Entzündung am Kiefer zu verhindern.

Im Fall von Frakturen des Kieferknochens ist unbedingt darauf zu achten, dass die Wunden umgehend steril versorgt und desinfiziert werden. Andernfalls können Erreger leicht in das Knochenmark und die Gefäßkanäle des Kiefers eindringen und dort Entzündungen wie Ostitis überhaupt erst auslösen. Das Risiko einer Verschleppung der Keime in Richtung Herz sollte keinesfalls unterschätzt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Kieferentzündung

Kann eine Kieferentzündung wieder ausgeheilt werden?

Ja, eine Kieferentzündung kann in den meisten Fällen vollständig ausgeheilt werden, insbesondere wenn sie frühzeitig erkannt und konsequent behandelt wird. Eine Kombination aus professioneller Reinigung, Antibiotika und gegebenenfalls chirurgischen Eingriffen ist oft notwendig. Die Prognose ist umso besser, je schneller die Behandlung beginnt.

Welche Antibiotika werden bei einer Kieferentzündung eingesetzt?

In den meisten Fällen kommen Penicilline zum Einsatz, da sie gegen ein breites Spektrum der verantwortlichen Bakterien wirken. Bei einer Penicillin-Allergie ist Clindamycin das Mittel der Wahl. Die genaue Auswahl des Antibiotikums erfolgt oft nach einem Antibiogramm, um eine gezielte und effektive Therapie zu gewährleisten.

Welche Vorteile bietet die Sauna?
In solchen Fällen kann die Wärme helfen, Stress abzubauen und die Durchblutung zu verbessern. Aber Vorsicht und achtsames Vorgehen sind geboten. Vor dem Saunabesuch den Gesundheitszustand beurteilen: Bei Fieber und ausgeprägten Erkältungssymptomen die Sauna meiden.

Gibt es Hausmittel gegen eine Entzündung des Kiefers?

Hausmittel können lediglich die Symptome einer Kieferentzündung lindern, aber nicht die Ursache beheben. Kühlung von außen am Kiefer kann Schmerzen lindern (10-15 Minuten kühlen, dann Pause). Spülungen des Mundinnenraums mit desinfizierenden Lösungen können helfen, den Infektionsherd klein zu halten. Auch das Zerkauen von Nelken wird von manchen Patienten als hilfreich empfunden. Sie ersetzen jedoch niemals den Besuch beim Zahnarzt und die medizinische Behandlung.

Welcher Arzt behandelt eine Kieferentzündung?

Im Falle einer Kieferentzündung wird in den meisten Fällen ein Zahnarzt aufgesucht, da die Ursachen häufig dentogenen Ursprungs sind, also in Defekten oder Entzündungen des Zahns liegen. Bei schwerwiegenden Fällen oder Komplikationen kann auch ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg hinzugezogen werden.

Ist eine Kieferentzündung ansteckend?

Eine Kieferentzündung selbst ist in der Regel nicht direkt ansteckend, da die Entzündungen meist in der Tiefe des Knochens liegen. War jedoch eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) die ursprüngliche Ursache, so ist diese Parodontitis selbst ansteckend. Eine Ansteckung kann dann theoretisch durch direkten Kontakt mit infiziertem Speichel erfolgen, beispielsweise durch das Teilen einer Zahnbürste. Sobald die Kieferentzündung mittels Antibiotika behandelt wurde, besteht in der Regel keine Ansteckungsgefahr mehr.

Kann eine Erkältung eine Kieferentzündung auslösen?

Erkältungen werden in den meisten Fällen durch Viren verursacht, während Kieferentzündungen durch Bakterien entstehen. Bei einer Erkältung kann es zu einer Entzündung der Kieferhöhlen (Sinusitis) kommen. In diesen Fällen tritt die Entzündung der Schleimhäute der Kieferhöhlen jedoch in der Regel nicht auf den Knochen über. Eine viral bedingte Erkältung stellt daher in den meisten Fällen keine direkte Ursache für eine Kieferknochenentzündung dar.

Können Ohrenschmerzen ein Symptom einer Kieferentzündung sein?

Ja, Ohrenschmerzen können ein mögliches Symptom einer Kieferentzündung sein. Aufgrund der sehr engen anatomischen Nachbarschaft zwischen dem Kiefer, insbesondere dem Kiefergelenk, dem äußeren Gehörgang und dem Mittelohr, können sich Kieferprobleme auf den Bereich des Ohres ausweiten. Eine Entzündung des Kiefers kann bestimmte Gesichts- und/oder Hirnnerven reizen. Da diese Nerven oft mehrere Bereiche versorgen, kann die Reizung auch Schmerzen im Bereich des Ohres verursachen. Die Ohrenschmerzen treten jedoch im Falle einer Kieferentzündung in der Regel nicht allein, sondern in Begleitung anderer Symptome wie z.B. Lähmungserscheinungen oder Schmerzen in anderen Gesichtsbereichen auf.

Fazit: Nehmen Sie Ihre Kiefergesundheit ernst!

Egal ob es sich um Ostitis, Periostitis oder Osteomyelitis handelt – eine Entzündung des Kieferknochens ist eine ernst zu nehmende und schmerzhafte Erkrankung, die meist durch bakterielle Entzündungserreger im Mundraum ausgelöst wird. Sie kann zu massiven Schädigungen am Kieferknochen führen, die neben Zahnverlust sogar die Nekrose von Knochengewebe beinhalten. Dauert eine Kieferentzündung unbehandelt an, beeinträchtigt dies aber nicht nur den Kieferknochen, sondern kann auch das gesamte Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft ziehen. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Herz- oder Kreislaufversagen. Zögern Sie daher bitte nicht, einen Zahnarzt aufzusuchen, wenn Sie Symptome einer Kieferentzündung aufweisen. Vorbeugend sollten Sie auf eine sorgsame Zahn- und Mundhygiene achten, um schwere Entzündungen im Mundraum durch Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis von vornherein zu verhindern. Ihre Kiefergesundheit ist ein wichtiger Bestandteil Ihres allgemeinen Wohlbefindens.

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