18/02/2026
Der Moment, in dem ein Hexenschuss zuschlägt, ist oft dramatisch: Ein plötzlicher, stechender Schmerz im unteren Rückenbereich, der Sie buchstäblich bewegungsunfähig macht. Plötzlich fühlt sich jede kleinste Bewegung wie eine unüberwindbare Hürde an. Doch keine Sorge, Sie sind nicht allein. Fast jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens mindestens einmal eine solche akute Lumbago, wie der Hexenschuss medizinisch genannt wird. Und die gute Nachricht ist: Meistens steckt nichts Ernsthaftes dahinter, und die Beschwerden verschwinden in der Regel von selbst wieder. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau ein Hexenschuss ist, wie Sie die akuten Schmerzen selbst zu Hause lindern können und welche effektiven Übungen Ihnen helfen, schnell wieder auf die Beine zu kommen und zukünftigen Episoden vorzubeugen.

- Was ist ein Hexenschuss (Lumbago)?
- Wie fühlt sich ein Hexenschuss an? Symptome erkennen
- Warum bekommt man einen Hexenschuss? Häufige Ursachen
- Diagnose: Wie der Arzt einen Hexenschuss erkennt
- Behandlung: Was tun bei Hexenschuss?
- Effektive Übungen bei einem Hexenschuss
- 11 Tipps: Wie Sie einem Hexenschuss vorbeugen können
- Hexenschuss vs. Bandscheibenvorfall: Ein Vergleich
- Häufig gestellte Fragen zum Thema Hexenschuss
- Wie fühlt sich ein Hexenschuss im unteren Rücken an?
- Was ist ein Hexenschuss (Lumbago)?
- Soforthilfe: Was kann ich tun bei einem Hexenschuss?
- Wie kann ich selbst einen Hexenschuss zu Hause behandeln?
- Geht mein Hexenschuss vollständig wieder weg?
- Ist Bettruhe gut bei Hexenschuss?
- Soll ich mich mit einem Hexenschuss lieber schonen oder bewegen?
- Bekommen eher ältere oder jüngere Menschen einen Hexenschuss?
- Wann kann ich nach einem Hexenschuss wieder Sport machen?
- Welche Medikamente helfen mir gegen die Schmerzen beim Hexenschuss?
- Zu welchem Arzt soll ich mit einem Hexenschuss gehen?
- Wann sollte ich mit einem Hexenschuss zum Arzt?
- Wie lange werde ich mit einem Hexenschuss krankgeschrieben?
- Wie kann man einem Hexenschuss vorbeugen?
Was ist ein Hexenschuss (Lumbago)?
Der Begriff „Hexenschuss“ ist eine volkstümliche Bezeichnung für die akute Lumbago oder das lokale Lumbalsyndrom. Es handelt sich um ein Rückenleiden, das durch einen plötzlich einsetzenden, heftigen Schmerz im unteren Rücken gekennzeichnet ist. Dieser Schmerz kann so intensiv sein, dass er die Betroffenen fast vollständig in ihrer Bewegung einschränkt. Zum Glück steckt selten ein ernsthaftes Rückenleiden wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall hinter den akuten, stechenden Schmerzen im unteren Rücken. Nichtsdestoweniger gehen viele Patienten in gebückter Haltung, doch die gute Nachricht ist: Ein Hexenschuss verschwindet meist ganz von allein wieder.
Es ist wichtig, den Hexenschuss von anderen Rückenbeschwerden abzugrenzen:
- Lumbalgie: Beschreibt chronische Schmerzen im unteren Rücken, die über einen längeren Zeitraum bestehen.
- Lumboischialgie: Hierbei strahlen die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel bis in die Beine aus, oft verursacht durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Reizung des Ischiasnervs.
Wie fühlt sich ein Hexenschuss an? Symptome erkennen
Urplötzlich und ohne Vorwarnung erwischt es fast jeden einmal: der Hexenschuss (akute Lumbago). An folgenden Symptomen erkennt man ihn:
- Heftige, meist einseitige Schmerzen: Typisch sind stechende, ziehende oder bohrende Schmerzen im unteren Rückenbereich, zwischen Gesäß und Lenden, die jede weitere Bewegung fast unmöglich machen.
- Bewegungseinschränkung: Beim Stehen und Gehen verspürt der Patient starke Schmerzen. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule ist schmerzbedingt stark eingeschränkt.
- Schonhaltung: Hexenschuss-Patienten nehmen oft eine nach vornüber gebeugte Schonhaltung ein, um den Schmerz zu reduzieren.
- Ausstrahlung: Gelegentlich können die Schmerzen auch bis in die Beine ausstrahlen, ohne jedoch Taubheitsgefühle oder Kribbeln zu verursachen, was auf ernstere Probleme hindeuten würde.
Ein wenig Schmerzlinderung können sich von Hexenschuss Betroffene verschaffen, indem sie sich mit angewinkelten Beinen auf die Seite legen oder in Rückenlage die sogenannte Stufenlagerung einnehmen. Hierbei werden die Unterschenkel auf einem Hocker oder Stuhl abgelegt, sodass zwischen Ober- und Unterschenkel ein rechter Winkel entsteht. Dies entlastet die Wirbelsäule und entspannt die Muskulatur.
Warum bekommt man einen Hexenschuss? Häufige Ursachen
Was kann einen Hexenschuss auslösen? Oftmals sind es alltägliche Situationen, die den plötzlichen Schmerz hervorrufen. Die häufigsten Ursachen sind:
- Schweres Heben von Lasten: Besonders in einer ungünstigen Körperhaltung oder bei plötzlichen, unkontrollierten Bewegungen.
- Ruckartige Bewegungen: Ein Moment der Unachtsamkeit in einer ungewohnten Körperhaltung ist laut aktuellen Studien die häufigste Ursache für einen Hexenschuss.
- Starke Belastung der unteren Wirbelsäule: Ungewohnte oder übermäßige Beanspruchung.
- Feuchtes oder kaltes Wetter: Kann Muskelverspannungen begünstigen.
- Psychische Belastungen: Stress, Überarbeitung oder Übermüdung können zu einer erhöhten Muskelspannung und damit zur Anfälligkeit für einen Hexenschuss führen.
- Schlecht trainierte Rückenmuskulatur: Eine untrainierte Rumpfmuskulatur bietet der Wirbelsäule weniger Stabilität und Schutz.
Die Rückenschmerzen beim Hexenschuss entstehen meist durch eine Kombination aus einer Blockade der Wirbelgelenke (Facettengelenke) und einer reflektorischen, schmerzhaften Verspannung der Rückenmuskulatur. Zwischen dem auslösenden Ereignis und dem Einsetzen der Schmerzen können manchmal Stunden oder sogar Tage vergehen.
Diagnose: Wie der Arzt einen Hexenschuss erkennt
Ein Hexenschuss (Lumbago) bei sonst guter Gesundheit ist nicht unbedingt ein Grund für einen Besuch beim Rückenspezialisten. Die akuten Kreuzschmerzen führen die meisten Betroffenen dennoch in eine ärztliche Praxis. Die Diagnose Hexenschuss kann der behandelnde Arzt in der Regel bereits nach körperlichen Untersuchungen und der persönlichen Befragung des Patienten (Anamnese) stellen.
Typische Fragen, die der Arzt bei Verdacht auf Hexenschuss stellen könnte, sind:
- Wo genau tut es weh im Rücken?
- Haben Sie Rückenschmerzen beim Sitzen und Laufen?
- Fühlen sich Gesäß und Kreuz steif und unbeweglich an?
- Sind Ihre akuten Kreuzschmerzen plötzlich gekommen?
- Werden Ihre Symptome stärker unter Belastung, also wenn Sie husten, gehen oder sich bücken?
- Können Sie sich an ein Ereignis erinnern, das Ihre Beschwerden ausgelöst haben könnte, z. B. eine ruckartige Bewegung oder schweres Heben?
Bei Verdacht auf eine andere Erkrankung überweist der behandelnde Arzt oder Hausarzt den Patienten an einen orthopädischen Rückenspezialisten. Der Orthopäde erstellt gegebenenfalls ein Röntgenbild, um andere Ursachen wie degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule (Facettengelenksarthrose) oder einen Bandscheibenvorfall auszuschließen. Ein erfahrener Wirbelsäulenchirurg ist für den Patienten von großer Bedeutung, da er den Hexenschuss von spezifischen Schmerzen aufgrund anderer Wirbelsäulenerkrankungen sicher abgrenzen kann. Dazu zählen auch die Abgrenzung von einer Reizung des Ischiasnervs (Ischiassyndrom) und einer Verspannung des Piriformis-Muskels (Piriformis-Syndrom). Beide Schmerzzustände betreffen ebenfalls den unteren Rücken, strahlen aber meist über das Gesäß bis ins Bein aus.
Behandlung: Was tun bei Hexenschuss?
Vorrangiges Ziel der Therapie eines Hexenschusses ist es, die Selbstheilung des Körpers zu unterstützen, damit Sie möglichst schnell wieder vollständig beweglich werden. Lange Schonphasen sind dabei kontraproduktiv; Bewegung ist der Schlüssel zur Genesung.
Sofortmaßnahmen und Schmerzlinderung
- Schmerzmedikamente: Kurzfristig lindern herkömmliche Schmerzmedikamente (NSAR: nichtsteroidale Antirheumatika) mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen die Schmerzen im Kreuz. Wenn Patienten diese nicht vertragen oder aufgrund von potenziellen Nebenwirkungen nicht einnehmen dürfen, kann der Orthopäde andere Schmerzmittel wie beispielsweise Novalgin (Metamizol) verschreiben. Ärzte empfehlen oft die Kombination mit muskelentspannenden Präparaten. Eine erfolgreiche Schmerzbehandlung durchbricht den Kreislauf aus Schmerzen, Schonhaltung und eingeschränkter Beweglichkeit und kürzt die Dauer eines Hexenschusses erheblich ab.
- Wärmeanwendungen: Sehr vielversprechend für eine schnelle Beseitigung der Schmerzen ist die Kombination mit physikalischer Therapie, insbesondere einer gezielten Wärmebehandlung. Wärme verringert erheblich die Beschwerden bei einem Hexenschuss, da sie die Muskulatur entspannt und die Durchblutung fördert. Als Wärmeträger eignen sich Wärmflaschen, Heizkissen, Wärmepflaster oder Kirschkernsäckchen. Warme Duschen oder Bäder helfen ebenfalls, die Verspannung zu lösen.
- Stufenlagerung: Diese Position entlastet die betroffene Körperregion und hilft, die Muskulatur zu entspannen, auch nachts.
- Lokale Infiltration: In besonders schweren Fällen kann der Wirbelsäulenspezialist eine lokale Infiltration in Erwägung ziehen, bei der schmerzstillende Wirkstoffe direkt in die betroffene Region injiziert werden.
- ZRT-Matrix-Therapie: Diese sanfte Therapieform eignet sich sehr gut, um den Spannungszustand von hypertoner (überspannter) Muskulatur zu normalisieren und den Stoffwechsel im Muskel zu verbessern. Die Bewegung verbessert sich und der Schmerz wird deutlich gelindert.
Bewegung und Physiotherapie
Sowohl in der akuten Phase als auch in der Zeit nach einem Hexenschuss gewährleisten spezielle physiotherapeutische Übungen, dass die Betroffenen sich wieder uneingeschränkt bewegen können und keine langfristige Fehlhaltung entwickeln. Es ist wichtig, möglichst schnell wieder in Bewegung zu gelangen. Lange Schonphasen sollten Sie vermeiden. Neben den unten aufgeführten Übungen eignen sich z. B. Spaziergänge oder Bewegung im warmen Wasser. Suchen Sie sich leichte und sanfte Bewegungsmöglichkeiten, welche den Kreuzschmerz nicht verstärken. Vermeiden Sie langes Sitzen und häufiges Beugen nach vorne. Schonende Bewegung führt zur schnelleren Genesung.
Seien Sie sehr aufmerksam bei der Durchführung der Übungen. Führen Sie alle Übungen langsam und zuerst mit einem kleinen Bewegungsradius durch. Erfolgt eine Erleichterung der Beschwerden, können Sie zunehmend den Bewegungsradius erweitern. Kommt es während einer Übung zu einer Verstärkung der Beschwerden, versuchen Sie die Übung sanfter und in einem kleineren Radius durchzuführen. Die Muskulatur und die umgebenden Strukturen sind bei einem Hexenschuss sehr empfindsam und müssen erst an die Bewegungen gewöhnt werden.
Effektive Übungen bei einem Hexenschuss
Die folgenden Übungen ermöglichen eine sanfte Mobilisierung der Lendenwirbelsäule und eine Lockerung der umgebenden Muskulatur, ohne die Wirbelsäule zu belasten. Ergänzend dazu können Wärmeanwendungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Gesäßes und des Bauches die Schmerzen lindern. Die Übungen und Wärmeanwendungen können mehrmals täglich ausgeführt werden.
Übung 1: Streckstellung der Wirbelsäule und Dehnung der hinteren Muskelkette
Ziel ist eine maximale Streckung der Wirbelsäule bei gleichzeitiger Dehnung der hinteren Muskelkette. Die Dehnung der hinteren Muskelkette reduziert den biomechanischen Stress auf den unteren Rücken und erhöht dessen Beweglichkeit.
Variante 1: Dehnung im Stehen (Unterarmstütz auf einem Tisch)
Ausgangsstellung: Stützen Sie sich mit den Unterarmen auf einem stabilen Tisch ab. Ihre Beine sind hüftbreit auseinander und leicht gebeugt.
Durchführung: Die Wirbelsäule wird gerade nach hinten geschoben, sodass kein Rundrücken entsteht. Der Kopf ist so gestellt, dass er die Wirbelsäule verlängert. Um etwas mehr Dehnung in der hinteren Muskelkette zu erreichen, werden die Knie etwas mehr gestreckt, während Sie das Becken leicht ins Hohlkreuz Richtung Decke schieben. Achten Sie auf eine ruhige und gleichmäßige Atmung.
Wiederholung: Halten Sie diese Dehnstellung für mindestens 30 Sekunden. Führen Sie 2–3 Wiederholungen durch.
Variante 2: Beine an der Wand anstellen (Rückenlage)
Ausgangsstellung: Legen Sie sich in Rückenlage und stellen Sie die Beine an der Wand ab. Die Fußsohlen zeigen zur Decke, und die Knie sind gebeugt, idealerweise im rechten Winkel.
Durchführung: Bleiben Sie in dieser Position mehrere Minuten. Spüren Sie, wie der untere Rücken entlastet wird und eine sanfte Dehnung in der hinteren Oberschenkelmuskulatur entsteht. Atmen Sie tief und entspannt.
Wiederholung: Bleiben Sie so lange in dieser Position, wie Sie es als angenehm empfinden, idealerweise 5-10 Minuten.
Übung 2: Mobilisationsübung des unteren Rückens (Beine in Rückenlage langsam ausstrecken)
Diese Übung ermöglicht ein langsames Lockerlassen der Hüftbeuger und damit eine Normalisierung der Körperhaltung.
Ausgangsstellung: Rückenlage; die Beine sind angestellt. Die Fußsohlen stehen flächig auf dem Boden.
Durchführung: Versuchen Sie nun langsam mit sehr kleinen Schritten die Beine nach vorne auszustrecken. Atmen Sie dabei ruhig und gleichmäßig. Versuchen Sie so weit zu kommen, bis die Beine ganz ausgestreckt sind. Gehen Sie jedoch nur so weit, wie es die Schmerzen zulassen. Das Ziel dabei ist, dass Sie die Hüfte immer ein kleines bisschen weiter nach vorne schieben können.
Wiederholung: Wiederholen Sie die Übung mehrmals täglich, bis Sie die Beine ganz ausstrecken können. Führen Sie 3 x 7 Wiederholungen dieser langsamen Bewegung durch.
Übung 3: Selbstmassage des Musculus quadratus lumborum
Der Muskel M. quadratus lumborum zieht von der Hüfte über die Lendenwirbel zur untersten Rippe und ist bei einem Hexenschuss stark verspannt. Sie können diesen Muskel jedoch gut selber massieren.

Durchführung: Üben Sie dazu mit Ihrem Daumen oder Ihren Fingerknöcheln gezielt Druck auf die festen, schmerzhaften Stellen im Muskel aus. Diese befinden sich im Bereich des unteren Rückens, oberhalb des Beckenkamms und seitlich der Wirbelsäule. Sie können diese Druckmassage auch mit leichten Bewegungen nach vorne und zur Seite sowie einfachem Gehen kombinieren. Halten Sie den Druck, bis Sie eine Verbesserung der Schmerzen, Spannung oder Beweglichkeit verspüren.
Übung 4: Selbstmassage der Gesäßmuskulatur
Die Gesäßmuskeln spielen bei der starken Bewegungseinschränkung im Rahmen eines akuten Lumbago eine wichtige Rolle. Das Lösen von Verspannungen in den Gesäßmuskeln ist deshalb zur Wiederherstellung der Beweglichkeit äußerst sinnvoll.
Hilfsmittel: Massageball, Tennisball o. Ä.
Durchführung: Legen Sie sich dazu auf den Rücken und stellen Sie die Beine an. Den Massageball platzieren Sie unter dem Gesäß und suchen durch kleine Rollbewegungen den Bereich nach schmerzhaften und verspannten Punkten ab. Diese Punkte können Sie entweder mit statischem Druck (den Ball auf dem Punkt halten) oder mit kleinen Rollbewegungen behandeln. Behandeln Sie die einzelnen Punkte ca. 30 Sekunden lang.
Übung 5: Beckenachter
Mit dieser Übung erreichen Sie eine sanfte Mobilisation der Lendenwirbelsäule und verbessern damit die Durchblutung der verspannten Muskulatur.
Ausgangsstellung: Rückenlage, die Beine sind angestellt. Das Kreuzbein ist auf einer weichen Unterlage, optimalerweise einem kleinen weichen Ball, aufgelegt. Die Hände sind in die Taille gestützt.
Durchführung: Führen Sie nun abwechselnd mit Ihren Beckenhälften eine sanfte Kreisbewegung nach hinten unten Richtung Boden durch. Dabei verlängert sich jeweils Ihre Taille Richtung Fuß. Durch diese Bewegungen entsteht eine liegende Acht im Unterbauch.
Wiederholung: Führen Sie die Bewegung ca. 20 Sekunden lang durch. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2 bis 3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
11 Tipps: Wie Sie einem Hexenschuss vorbeugen können
Ein Hexenschuss kommt zwar unangekündigt und unerwartet, er hat aber häufig eine längere Vorgeschichte. Wie bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparates gilt auch hier, dass regelmäßige körperliche Bewegung in Verbindung mit einer trainierten Rumpfmuskulatur die beste Prophylaxe darstellen. Verkürzte, verhärtete Muskeln, gereizte Nerven und schwache Bänder sind die Basis für eine akute Blockade. Diese setzt sich dann meist im Bereich der Lendenwirbelsäule fest und äußert sich durch starke Schmerzen. Ein regelmäßiges Training der Rücken- und Bauchmuskulatur mildert den Verlauf eines Hexenschusses oder verhindert ihn im besten Fall ganz. Hier sind 11 wichtige Tipps, um einem Hexenschuss vorzubeugen:
- Körperhaltung: Achten Sie beim Sitzen, Stehen und Gehen auf eine aufrechte Körperhaltung. Vermeiden Sie es, lange in einer Position zu verharren, und wechseln Sie regelmäßig Ihre Position.
- Arbeitsplatz: Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch. Stellen Sie sicher, dass Ihr Stuhl und Ihr Schreibtisch auf die richtige Höhe eingestellt sind, um eine gesunde Körperhaltung zu unterstützen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung und gezielte Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur können die Belastbarkeit des Rückens erhöhen.
- Richtiges Heben: Achten Sie darauf, schwere Gegenstände rückenschonend zu heben. Beugen Sie die Knie und halten Sie den Rücken gerade, um übermäßigen Druck auf die Wirbelsäule zu vermeiden.
- Wärme: Halten Sie Ihren Rücken warm, vor allem in der kalten Jahreszeit. Vermeiden Sie Zugluft, die zu Muskelverspannungen führen kann.
- Dehnübungen: Führen Sie regelmäßige Dehnübungen durch, um die Flexibilität der Rückenmuskeln zu verbessern. Dies kann Verspannungen reduzieren.
- Übergewicht vermeiden: Übergewicht kann zusätzlichen Druck auf die Wirbelsäule ausüben und das Risiko von Rückenschmerzen erhöhen. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, das Gewicht zu kontrollieren.
- Stressmanagement: Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation, Yoga oder Atemübungen helfen, die Spannung im Körper zu reduzieren und so Muskelverspannungen vorzubeugen.
- Pausen: Wenn Sie in einem sitzenden Beruf arbeiten, stehen Sie regelmäßig auf, strecken Sie sich und machen Sie kurze Pausen, um die Muskulatur zu entlasten.
- Matratze und Kissen: Matratze und Kissen, die dem Körperbau und den individuellen Bedürfnissen entsprechen, können einen gesunden Schlaf fördern und Rückenschmerzen vorbeugen.
- Rauchverzicht: Rauchen kann die Blutzirkulation beeinträchtigen, auch im Bereich der Wirbelsäule. Ein Rauchverzicht kann somit zur Vorbeugung von Rückenschmerzen beitragen.
Hexenschuss vs. Bandscheibenvorfall: Ein Vergleich
Oftmals werden die Begriffe Hexenschuss und Bandscheibenvorfall verwechselt, doch es gibt entscheidende Unterschiede, die eine korrekte Einschätzung und Behandlung ermöglichen:
| Merkmal | Hexenschuss (Akute Lumbago) | Bandscheibenvorfall der LWS |
|---|---|---|
| Schmerzcharakter | Plötzlich einschießend, grell, stechend, lokal begrenzt auf den unteren Rücken. | Oft ausstrahlend (Ischialgie), ziehend, kribbelnd, taub. |
| Schmerzlokalisation | Meist einseitig im unteren Rücken, zwischen Gesäß und Lenden. | Strahlt oft bis in die Beine und Füße aus. |
| Beweglichkeit | Stark schmerzbedingt eingeschränkt, Schonhaltung. | Eingeschränkt, Schmerzen können durch Husten, Niesen, Pressen verstärkt werden. |
| Neurologische Symptome | In der Regel keine Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungen. | Häufig Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche/Lähmungen in den Beinen. |
| Darm-/Blasenfunktion | Nicht betroffen. | Störungen der Darm- oder Blasenfunktion sind ein medizinischer Notfall! |
| Prognose | Verschwindet meist innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig. | Kann länger andauern, ggf. chirurgische Intervention notwendig. |
Häufig gestellte Fragen zum Thema Hexenschuss
Hier beantworten wir die meistgestellten Fragen rund um das Thema Hexenschuss, um Ihnen weitere Klarheit zu verschaffen:
Wie fühlt sich ein Hexenschuss im unteren Rücken an?
Spüren Sie einen plötzlich einsetzenden stechenden Schmerz im unteren Rückenbereich? Dann könnte es sein, dass Sie unter einem Hexenschuss leiden. Betroffene beschreiben die Schmerzen als stechend, ziehend oder bohrend im Bereich zwischen Gesäß und Lenden. Jede Bewegung ist sehr schmerzhaft und Sie nehmen automatisch eine nach vornüber gebeugte Schonhaltung ein.
Was ist ein Hexenschuss (Lumbago)?
Der Hexenschuss ist die volkstümliche Bezeichnung für die akute Lumbago oder das lokale Lumbalsyndrom. Es ist ein Rückenleiden, das den Betroffenen durch den plötzlichen und heftigen Schmerz fast bewegungsunfähig macht. Mögliche Ursachen sind blockierte Wirbelgelenke, verspannte Muskeln oder gereizte Nerven. Zum Glück steckt selten ein ernsthaftes Rückenleiden wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall dahinter.
Soforthilfe: Was kann ich tun bei einem Hexenschuss?
Die ersten quälenden Schmerzen können Sie lindern, indem Sie sich 10 Minuten oder länger flach auf den Boden legen. Die Unterschenkel liegen dabei auf einem Hocker oder Stuhl, sodass zwischen Ober- und Unterschenkel ein rechter Winkel entsteht (Stufenlagerung). Auch Wärme entspannt die verkrampfte Muskulatur. Ein Heizkissen, eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen leisten gute Dienste. Praktisch sind auch Wärmepflaster aus der Apotheke, weil Sie sich mit den Pflastern problemlos bewegen können. Wenn es Ihre Beschwerden zulässt, kann ein heißes Wannenbad am Abend vor dem Schlafengehen sehr heilsam für Körper und Geist sein.
Wie kann ich selbst einen Hexenschuss zu Hause behandeln?
Erste Erleichterung bei Hexenschuss kann Ihnen die Stufenlagerung bringen: Legen Sie sich auf einen nicht zu harten Untergrund und legen Sie die Beine im rechten Winkel auf einem Stuhl oder einem Kissenstapel ab. Wärmflaschen oder ein Heizkissen empfinden viele Betroffene als angenehm und entspannend. Eventuell nehmen Sie ein leichtes Schmerzmittel ein (z.B. Ibuprofen), um die verkrampften Muskeln zu lockern und wieder in Bewegung zu kommen.
Geht mein Hexenschuss vollständig wieder weg?
Bei fast allen Betroffenen verschwinden die Beschwerden vollständig, allerdings manchmal erst nach einigen Wochen. Voraussetzung dafür sind eine angepasste Schmerztherapie und regelmäßiges Training der Bauch- und Rückenmuskulatur. Gehen die Symptome auch nach einigen Wochen nicht zurück, liegt meist eine spezifische Wirbelsäulenerkrankung zugrunde. Das klärt am besten ein Wirbelsäulenspezialist mit weiteren Untersuchungen ab.
Ist Bettruhe gut bei Hexenschuss?
Ganz eindeutig ist schonendes Bewegen viel besser als Bettruhe, um den Hexenschuss schnell wieder loszuwerden. Das Zusammenspiel zwischen verkrampften Muskeln und blockierten Wirbelgelenken ist gestört. Sie werden es wahrscheinlich daher schnell als unangenehm empfinden, sich ins Bett zu legen. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt über adäquate Schmerzmittel, die Ihnen ein möglichst unverkrampftes Bewegen wieder ermöglichen.
Soll ich mich mit einem Hexenschuss lieber schonen oder bewegen?
So schwer es vielleicht am Anfang fällt: Das Beste bei Hexenschuss ist schonende Bewegung. Vermeiden Sie langes Sitzen und das Heben von Lasten. Sobald Sie wieder ein wenig beweglicher in der Lendenwirbelsäule sind, bauen Sie rückenkräftigende Übungen in Ihren Alltag ein. Regelmäßige Übungen verkürzen die Dauer eines Hexenschusses deutlich.
Bekommen eher ältere oder jüngere Menschen einen Hexenschuss?
Von einem Hexenschuss sind nach Erfahrung vieler Ärzte vorrangig jüngere Menschen bis etwa Mitte 40 betroffen. Jenseits der 50 stehen eher chronische Rückenschmerzen im Vordergrund, die oft ihre Ursache in Verschleißerscheinungen haben.
Wann kann ich nach einem Hexenschuss wieder Sport machen?
Wann Sie wieder sportlichen Aktivitäten nachgehen, liegt ganz allein in Ihrem Ermessen. Allerdings sollten Sie plötzliche und abrupte Bewegungen möglichst ganz meiden. Schwimmen, Walking oder Gymnastik kräftigen alle Muskelgruppen und sind gut geeignet. Die schnellen Abstoppbewegungen im Tennis oder Fußball sind für einen vorgeschädigten Rücken eher nachteilig und sollten erst nach vollständiger Erholung und langsam wieder aufgenommen werden.
Welche Medikamente helfen mir gegen die Schmerzen beim Hexenschuss?
Wenn bei Ihnen keine anderen Erkrankungen für die Schmerzen verantwortlich sind, reichen Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen bei Hexenschuss häufig aus. Fragen Sie in der Apotheke nach einem Kombipräparat mit zusätzlich muskelentspannender Wirkung. Bei Unverträglichkeiten oder um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, kann der Arzt im Einzelfall auf andere Schmerzmittel wie Novalgin (Metamizol) ausweichen. Wichtig ist, die Rückenschmerzen zu behandeln, damit Sie sich zunehmend mehr bewegen und den Hexenschuss schnell wieder loswerden.
Zu welchem Arzt soll ich mit einem Hexenschuss gehen?
Ihr erster Weg wird Sie wahrscheinlich zu Ihrem Hausarzt führen. Falls Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Wirbelsäulenerkrankung leiden, wäre der direkte Gang zu einem Orthopäden mit der Spezialisierung auf Rücken und Wirbelsäule sinnvoll. Ihm stehen spezielle Möglichkeiten für eine sichere Diagnose zur Verfügung.
Wann sollte ich mit einem Hexenschuss zum Arzt?
Sie sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn:
- sich die Schmerzen auch nach einigen Tagen nicht bessern.
- Sie trotz Behandlung mit Wärme und Schmerzmitteln auch nach 6 Wochen noch unter Schmerzen leiden.
- Sie in den Beinen ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl verspüren.
- Sie Warnsymptome wie Lähmung der Beine oder des Unterleibs sowie Probleme beim Stuhlgang oder Wasserlassen wahrnehmen (dies ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Behandlung!).
- die Schmerzen zwar nachlassen, aber sich verstärkt Lähmungserscheinungen einstellen.
Wie lange werde ich mit einem Hexenschuss krankgeschrieben?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Verläufe der Beschwerden sehr individuell sind und von der körperlichen Belastung im jeweiligen Beruf abhängen. Etwa die Hälfte der Patienten mit Hexenschuss erholt sich nach 2 bis 3 Wochen. Fast alle Betroffenen (90 Prozent) haben nach 4 bis 6 Wochen keine Rückenschmerzen oder andere Beschwerden mehr.
Wie kann man einem Hexenschuss vorbeugen?
Ein Hexenschuss kommt zwar unangekündigt und unerwartet, er hat aber häufig eine längere Vorgeschichte. Wie bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparates gilt auch hier, dass regelmäßige körperliche Bewegung in Verbindung mit einer trainierten Rumpfmuskulatur die beste Prophylaxe darstellen. Verkürzte, verhärtete Muskeln, gereizte Nerven und schwache Bänder sind die Basis für eine akute Blockade. Diese setzt sich dann meist im Bereich der Lendenwirbelsäule fest und äußert sich durch starke Schmerzen. Ein regelmäßiges Training der Rücken- und Bauchmuskulatur mildert den Verlauf eines Hexenschusses oder verhindert ihn im besten Fall ganz.
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