Wer ist der Bürgermeister von Fieberbrunn?

Zukunft des Aubads Fieberbrunn: Ein Tauziehen

29/10/2023

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Das Aubad in Fieberbrunn ist weit mehr als nur ein Schwimmbad; es ist ein zentraler Treffpunkt, ein Ort der Erholung und sportlicher Betätigung für die gesamte Gemeinde und darüber hinaus. Doch in den letzten Jahren war seine Zukunft von Unsicherheit geprägt, gezeichnet von Schließungen, finanziellen Engpässen und einer lebhaften Debatte über seinen Fortbestand. Während die Gemeinde Fieberbrunn um wirtschaftliche Machbarkeit ringt, kämpfen engagierte Bürger und Vereine leidenschaftlich für den Erhalt ihres Bades. Die aktuelle Situation ist komplex, geprägt von hohen Energiekosten, notwendigen Sanierungen und der Hoffnung auf externe Unterstützung.

Wie geht es weiter mit dem Aubad in Fieberbrunn?
Das Hallenbad in der Aubad-Anlage bleibt zu. Derzeit keine Aubad-Sanierung möglich; Planungen beschlossen; kein Winterbetrieb, Sauna jedoch geöffnet. FIEBERBRUNN. Bei der jüngsten Sitzung des Fieberbrunner Gemeinderates wurde einstimmig der Grundsatzbeschluss gefasst, die Sanierung des Aubades umzusetzen.

Eine Achterbahn der Emotionen: Die Geschichte des Aubads

Die jüngste Geschichte des Aubads liest sich wie eine Achterbahnfahrt. Nach einer zweijährigen Zwangspause, bedingt durch die Covid-19-Pandemie und wirtschaftliche Schwierigkeiten, erlebte das Bad im Herbst eine überraschende Wiedereröffnung. Ein Gemeinderatsbeschluss im Juli, der selbst Befürworter überraschte, ebnete den Weg für eine vorübergehende Wiederbelebung von Anfang Oktober bis Ende März. Mit einer Investition von 50.000 Euro wurde das Bad für diese Übergangszeit auf Vordermann gebracht, um zumindest für einige Monate den Badebetrieb wieder aufnehmen zu können. Doch die Entscheidung zur Wiedereröffnung war alles andere als einstimmig; sie spaltete den Gemeinderat, wo zehn Mandatare dafür und sieben dagegen stimmten, und die Bevölkerung gleichermaßen. Während einige die Notwendigkeit eines Schwimmbads für die Gemeinschaft, die Schulen und die Vereine betonten, wiesen andere auf die hohen Betriebskosten und die unsichere langfristige Finanzierung hin, die einer solchen Ad-hoc-Lösung innewohnen.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Die finanzielle Hürde

Die Freude über die temporäre Wiedereröffnung wurde schnell von der Realität eingeholt. Die explodierenden Preise für Energie, insbesondere Gas und Strom, machten einen neuerlichen Winterbetrieb in einem unsanierten Gebäude sehr schwer und wirtschaftlich untragbar. Der Gemeinderat sah sich daher gezwungen, im September die vorübergehende Schließung des Badebetriebes für die Wintersaison 2022/23 zu beschließen. Dieser Schritt, so hieß es von Seiten der Gemeindevertreter, basiere auf Aspekten der Wirtschaftlichkeit, Plausibilität und dem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern angesichts der derzeitigen Energiekostensteigerung.

Für eine dauerhafte Nutzung und den langfristigen Erhalt des Aubads sind umfangreiche Sanierungsarbeiten in Höhe von rund drei Millionen Euro erforderlich. Eine Summe, die die Marktgemeinde Fieberbrunn alleine nicht stemmen kann – ein Problem, das viele Schwimmbäder in Tirol kennen, da die voraussichtlichen Abgänge für eine Gemeinde alleine oft nicht zu tragen sind. Bürgermeister Walter Astner, der sich gegen eine sofortige, dauerhafte Wiederbelebung aussprach, betonte die Notwendigkeit, alle anstehenden Projekte der Gemeinde im Blick zu haben. Dazu gehöre beispielsweise die dringende Sanierung der Mittelschule, die mit circa zehn Millionen Euro zu Buche schlägt. Seine Haltung ist klar: „Am Ende des Tages muss man einen Blick in die Geldtasche werfen und sagen, was geht und was nicht.“ Diese pragmatische Sichtweise stößt jedoch auf Widerstand in der Bevölkerung, die sich vehement für den Erhalt des Bades einsetzt und einen ins Spiel gebrachten möglichen Umbau in eine Mehrzweckhalle hingegen negativ beurteilt und weiterhin viele Stimmen für die Sanierung bzw. den Erhalt und die Wiedereröffnung des Bades votieren.

Ein Lichtblick im Winter: Die Sauna bleibt offen

Trotz der Schließung des Badebetriebs gibt es eine gute Nachricht für Saunaliebhaber: Der Saunabetrieb ist technisch vom Badebetrieb entkoppelt und nimmt in der Energieabrechnung nur einen geringen Teil der Gesamtkosten ein. Daher soll die Sauna auch in den Herbst-/Wintermonaten bis Ostern 2023 geöffnet werden. Diese strategische Entscheidung, wie sie auf der Aubad-Seite vom zuständigen Ausschuss erklärt wird, ermöglicht es, den finanziellen Aufwand über den Winter in vernünftigen Grenzen zu halten und gleichzeitig wichtige Einnahmen zu generieren. Das eingesparte Geld kann direkt in die Budgetplanungen für die notwendige Gebäudesanierung fließen, was einen kleinen, aber wichtigen Schritt in Richtung einer langfristigen Lösung darstellt und die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des gesamten Bades aufrechterhält.

Bürgerengagement und Hoffnung: Der Förderverein kämpft

Angesichts der unsicheren Lage hat sich in Fieberbrunn ein starker Förderverein gegründet, der sich leidenschaftlich für den Weiterbetrieb des Schwimmbads einsetzt. Er zählt mittlerweile schon über 200 Mitglieder und demonstriert damit den starken Rückhalt in der Bevölkerung. Der Obmann des Fördervereins, Heinz Lubach, zeigt sich optimistisch und verweist auf die beeindruckenden Nutzungszahlen. Im Oktober nach der temporären Wiedereröffnung verzeichnete das Aubad 5.000 Eintritte – dreimal so viele wie im Vergleichszeitraum vor drei Jahren. Besonders erfreulich ist die rege Nutzung durch Schüler, vor allem der benachbarten Mittelschule, die das Angebot regelmäßig nutzt. „Die Resonanz aus der Bevölkerung ist einfach nur fantastisch“, so Lubach. Er sieht darin ein klares Zeichen für den Bedarf und die Wertschätzung des Bades.

Sowohl der Verein als auch der Aubadausschuss der Gemeinde sind sich jedoch darüber im Klaren, dass die Zukunft des Bades nur mit massiver Unterstützung des Landes Tirol und der umliegenden Gemeinden gesichert werden kann. Man bemühe sich derzeit darum, so viele Vereine, Sportler und Hobbyschwimmer wie möglich in das Hallenbad zu bekommen. Ihr primäres Ziel ist es, durch hohe Besucherzahlen und breite Nutzung Druck zu erzeugen und eine möglichst gute Figur bei der bevorstehenden Schwimmflächenstudie des Landes zu machen. Der Gemeindemandatar und Obmann des Aubadausschusses, Alexander Jurescha, sieht das anders als Bürgermeister Astner: „Wir wollen zeigen: Wir brauchen das Bad, weil wir es auch nützen.“ Bürgermeister Astner bleibt diesbezüglich skeptisch und meint, die Anzahl der Besucher mache für die Abgänge keinen großen Unterschied: „Es ist ganz sicher nicht so, wenn alle brav schwimmen gehen, dass das Aubad dann gesichert ist.“ Diese unterschiedlichen Ansichten verdeutlichen die Komplexität der Diskussion.

Die Zukunft im Blick: Die Bäderstudie des Landes Tirol

Ein entscheidender Faktor für die langfristige Zukunft des Aubads ist die geplante Bäderstudie des Landes Tirol. Diese Erhebung, deren Veröffentlichung sich verzögert hat und nun für den nächsten Sommer erwartet wird, soll Klarheit darüber schaffen, wie Schwimmbäder in Tirol zukünftig gehandhabt und welche Schwimmflächen gefördert werden. Die Ergebnisse dieser Studie sind von entscheidender Bedeutung für die Finanzierung und den Fortbestand vieler Bäder im Land.

Ob Fieberbrunn trotz aller Bemühungen zum Zug kommt, sei fraglich, insbesondere da es in der näheren Umgebung bereits gut etablierte Schwimmbäder in St. Johann und Kitzbühel gibt. Bürgermeister Astner zeigt sich angesichts der angespannten finanziellen Lage des Landes „verhalten bis pessimistisch“ bezüglich einer möglichen Förderung für Fieberbrunn. Die potenziellen Auswirkungen einer dauerhaften Schließung wären gravierend und würden weit über die Grenzen von Fieberbrunn hinausreichen. Mehrere Wasserrettungen, Triathlon-Vereine und Kinderschwimmkurse sowie alle anderen Badebegeisterten müssten dann auf das bereits gut gebuchte Schwimmbad in St. Johann ausweichen. Heinz Lubach vom Förderverein warnt eindringlich vor den Folgen: „Ich habe das am eigenen Leib erfahren. Teilweise ist aufgrund der hohen Frequenz der Eintritt gar nicht mehr möglich.“ Fehlende Kapazitäten könnten so zu einem ernsthaften Problem für die gesamte Region werden, da die bestehenden Bäder bereits an ihre Grenzen stoßen. Die Diskussion darüber, wie es mit dem Schwimmbad in Fieberbrunn weitergeht, wird sich also aller Voraussicht nach auch im nächsten Jahr fortsetzen.

Was kann man in Fieberbrunn machen?
In Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus, St. Ulrich am Pillersee und Waidring können Sie im Hallenbad, in der Sauna oder im Solarium gemütlich entspannen. Auch für Kinder und Familien ist einiges geboten.

Perspektiven im Überblick: Bürgermeister vs. Förderverein

AspektBürgermeister Walter Astner & GemeindeFörderverein & Aubadausschuss
FinanzierbarkeitHohe Sanierungskosten (ca. 3 Mio. €) sind für Gemeinde alleine nicht tragbar. Priorität liegt auf Gesamtbudget und anderen Großprojekten (z.B. Mittelschule).Notwendigkeit externer Unterstützung (Land, Umlandgemeinden) ist erkannt. Bad ist essenziell für Gemeinde und Region, langfristige Investition in die Lebensqualität.
Winterbetrieb 2022/23Schließung aufgrund explodierender Energiekosten und fehlender Sanierung im unsanierten Gebäude aus wirtschaftlichen Gründen.Bedauern die Schließung, verstehen aber die Notwendigkeit. Fokus liegt auf Nutzung der Zeit für Planung und Ausarbeitung von Fördermodellen.
Bedeutung der BesucherzahlenHohe Besucherzahlen ändern nichts Wesentliches an den hohen Abgängen. Wirtschaftlichkeit bleibt das Hauptproblem, unabhängig von der Frequenz.Hohe Besucherzahlen (5.000 im Okt.) zeigen den Bedarf und die Akzeptanz. Dient als Argument, um Druck auf Landesebene zu erzeugen und die Notwendigkeit des Bades zu untermauern.
ZukunftsaussichtenVerhalten bis pessimistisch bezüglich Landesförderung, besonders angesichts anderer Bäder in der Region (St. Johann, Kitzbühel) und angespannter Haushaltslage des Landes.Optimistisch und kämpferisch. Ziel ist es, in der Bäderstudie des Landes gut dazustehen und Kapazitätsprobleme in Nachbarbädern als Argument für den Erhalt des Aubads zu nutzen.

Häufig gestellte Fragen zum Aubad Fieberbrunn

F: Warum ist das Aubad Fieberbrunn im Winter geschlossen?

A: Der Badebetrieb ist aufgrund der stark gestiegenen Energiekosten (Gas, Strom) und der damit verbundenen hohen Betriebskosten in einem unsanierten Gebäude für die Wintersaison 2022/23 vorübergehend geschlossen worden. Die Gemeinde möchte sparsam und verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgehen und die Zeit für Planungen nutzen.

F: Bleibt die Sauna im Aubad geöffnet?

A: Ja, der Saunabetrieb ist vom Badebetrieb technisch entkoppelt und verursacht nur einen geringen Teil der Gesamtkosten. Daher bleibt die Sauna in den Herbst-/Wintermonaten bis Ostern 2023 geöffnet.

F: Welche Sanierungen sind für das Aubad geplant?

A: Es wurde ein Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Aubades gefasst und ein Budget für Planungsarbeiten freigegeben. Für eine dauerhafte Nutzung sind Sanierungsarbeiten in Höhe von circa drei Millionen Euro nötig.

F: Wann beginnen die Sanierungsarbeiten?

A: Der Start der Arbeiten ist derzeit ungewiss. Er wird erst erfolgen können, wenn es die Finanzkraft der Marktgemeinde zulässt und die wirtschaftliche Lage stabiler ist. Die Planungen laufen jedoch bereits.

F: Wer ist für den Erhalt des Aubads verantwortlich?

A: Die Marktgemeinde Fieberbrunn ist der Eigentümer und trägt die Hauptverantwortung. Allerdings kämpft ein neu gegründeter Förderverein aktiv für den Erhalt und die Wiedereröffnung und sucht Unterstützung vom Land Tirol sowie den Umlandgemeinden, da die Kosten für die Gemeinde alleine nicht zu stemmen sind.

F: Was ist die Bäderstudie des Landes Tirol?

A: Die Bäderstudie ist eine Erhebung des Landes Tirol, die klären soll, wie Schwimmbäder in Tirol zukünftig gehandhabt und welche Schwimmflächen gefördert werden. Ihre Ergebnisse sind entscheidend für die langfristige Zukunft vieler Bäder, einschließlich des Aubads Fieberbrunn und werden voraussichtlich nächsten Sommer veröffentlicht.

F: Wie viele Besucher hatte das Aubad nach der Wiedereröffnung?

A: Im Oktober nach der temporären Wiedereröffnung wurden 5.000 Eintritte verzeichnet, was dreimal so viel war wie im Vergleichszeitraum vor drei Jahren. Viele davon waren Schüler, was die Bedeutung des Bades für die Jugend und den Schulsport unterstreicht.

Die Zukunft des Aubads in Fieberbrunn bleibt ein heiß diskutiertes Thema, das die Gemüter bewegt. Zwischen notwendigen Sanierungen, finanziellen Engpässen und dem starken Wunsch der Bevölkerung nach dem Erhalt ihres Schwimmbades ringt die Gemeinde um eine nachhaltige Lösung. Während die Bäderstudie des Landes Tirol mit Spannung erwartet wird, bleibt das Engagement des Fördervereins und die hohe Nutzungsbereitschaft der Bevölkerung ein klares Signal: Das Aubad ist unverzichtbar. Es wird sich zeigen, ob und wie Fieberbrunn es schafft, dieses wichtige Stück Lebensqualität für seine Bürgerinnen und Bürger langfristig zu sichern. Die Debatte geht weiter.

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