Was tun bei erkälteten Händen?

Kalte Hände? Ursachen & effektive Wärme-Tipps

03/03/2022

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Eisige Hände sind ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft. Sie können nicht nur unangenehm sein, sondern auch alltägliche Aufgaben erschweren und die Lebensqualität mindern. Oftmals werden kalte Hände einfach als Reaktion auf niedrige Außentemperaturen abgetan, doch die Ursachen können vielfältiger sein und von harmlosen individuellen Empfindlichkeiten bis hin zu ernsthaften medizinischen Zuständen reichen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Gründe für kalte Hände und bietet Ihnen umfassende Strategien, um Ihre Hände effektiv zu wärmen und langfristig warm zu halten.

Was tun bei erkälteten Händen?
Sind Sie nur leicht erkältet und fühlen Sie sich fit, kann eine leichte Massage wohltuend sein. Eine Massage kann dazu beitragen, dass Sekrete besser abfließen können. Eine solche Behandlung können Sie auch selbst zu Hause an sich durchführen. Bevor Sie sich selbst massieren, wärmen Sie Ihre Hände leicht an, indem Sie sie aneinander reiben.
Inhaltsverzeichnis

Warum werden Hände kalt? Die häufigsten Ursachen

Die Hände sind aufgrund ihrer exponierten Lage und der relativ geringen Muskelmasse besonders anfällig für Kälte. Unsere Körper priorisieren die Wärmeversorgung der lebenswichtigen Organe im Rumpf, weshalb die Durchblutung der Extremitäten bei Kälte reduziert wird. Doch neben diesem natürlichen Schutzmechanismus gibt es weitere Faktoren, die zu kalten Händen führen können.

Umweltfaktoren und leichte Kälteempfindlichkeit

Der offensichtlichste Grund für kalte Hände ist die Umgebungstemperatur. Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße in den Händen zusammen (Vasokonstriktion), um den Wärmeverlust zu minimieren und die Körperkerntemperatur aufrechtzuerhalten. Manche Menschen sind von Natur aus empfindlicher gegenüber Kälte als andere, was oft auf eine effizientere oder stärkere Vasokonstriktion zurückzuführen ist. Dies ist in der Regel harmlos und eine normale physiologische Reaktion.

Durchblutungsstörungen: Ein zentrales Problem

Eine der häufigsten Ursachen für chronisch kalte Hände sind Probleme mit der Durchblutung. Wenn das Blut nicht effizient zu den Händen gelangt, werden diese nicht ausreichend mit Wärme versorgt. Dies kann verschiedene Ursachen haben, von geringfügigen bis hin zu ernsteren medizinischen Zuständen.

Medizinische Bedingungen: Wann kalte Hände ein Warnsignal sind

In einigen Fällen können kalte Hände ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung sein. Es ist wichtig, diese zu erkennen, da eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend sein können.

  • Raynaud-Phänomen: Dies ist eine Gefäßstörung, bei der sich die kleinen Blutgefäße in Fingern (und manchmal auch Zehen) übermäßig stark zusammenziehen, oft als Reaktion auf Kälte oder Stress. Die Finger können dabei blass, bläulich und dann rötlich werden, begleitet von Taubheitsgefühlen oder Schmerzen. Es gibt das primäre Raynaud-Phänomen (idiopathisch, ohne bekannte Ursache) und das sekundäre Raynaud-Phänomen, das durch eine andere Krankheit verursacht wird.
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Eine Unterfunktion der Schilddrüse verlangsamt den Stoffwechsel des Körpers, was zu einer verminderten Wärmeproduktion und einer erhöhten Kälteempfindlichkeit führen kann. Weitere Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme und trockene Haut.
  • Anämie (Blutarmut): Wenn der Körper nicht genügend gesunde rote Blutkörperchen hat, um Sauerstoff zu transportieren, kann dies zu kalten Händen und Füßen führen. Eisenmangel ist eine häufige Ursache für Anämie.
  • Arterielle Verschlusskrankheit (AVK): Diese Erkrankung betrifft die Arterien, die das Blut zu den Gliedmaßen transportieren. Eine Verengung oder Verstopfung dieser Arterien kann die Blutzufuhr zu den Händen erheblich reduzieren, was zu kalten, blassen oder sogar schmerzhaften Händen führen kann.
  • Lupus, Sklerodermie und andere Autoimmunerkrankungen: Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift, können Entzündungen und Schäden an den Blutgefäßen verursachen, was zu Durchblutungsstörungen und kalten Händen führt.
  • Vitaminmangel (insbesondere B12): Ein Mangel an Vitamin B12 kann Nervenschäden verursachen, die sich unter anderem in Kribbeln, Taubheitsgefühlen und Kälteempfindlichkeit in den Extremitäten äußern können.

Medikamente und Lebensstilfaktoren

Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung kalte Hände verursachen, da sie die Blutgefäße verengen. Dazu gehören beispielsweise Beta-Blocker, die zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzerkrankungen eingesetzt werden, sowie einige Migränemittel oder abschwellende Mittel gegen Erkältungen. Auch der Lebensstil spielt eine Rolle: Rauchen verengt die Blutgefäße und schädigt sie langfristig, was die Durchblutung erheblich beeinträchtigt. Stress und Angst können ebenfalls zu einer vorübergehenden Verengung der Blutgefäße führen, da der Körper in einer „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion die Durchblutung zu den Extremitäten reduziert. Dehydration und ein sehr niedriger Körperfettanteil können ebenfalls zur Kälteempfindlichkeit beitragen.

Sofortmaßnahmen gegen eisige Hände: Schnelle Hilfe

Wenn die Hände bereits kalt sind, gibt es verschiedene Strategien, um sie schnell wieder aufzuwärmen und das Wohlbefinden zu steigern.

Wärme von außen zuführen

  • Handschuhe & Fäustlinge: Dies ist die einfachste und effektivste Methode. Fäustlinge sind oft wärmer als Fingerhandschuhe, da die Finger sich gegenseitig wärmen können. Achten Sie auf geeignete Materialien wie Wolle, Fleece oder spezielle Thermostoffe, die isolieren und Feuchtigkeit ableiten.
  • Handwärmer: Es gibt verschiedene Arten von Handwärmern: chemische Einwegwärmer, die durch eine chemische Reaktion Wärme erzeugen; wiederverwendbare Gel-Handwärmer, die durch Knicken eines Metallplättchens aktiviert werden; und elektrische Handwärmer, die per USB aufgeladen werden. Sie sind ideal für unterwegs.
  • Warme Bäder und Massagen: Tauchen Sie Ihre Hände in lauwarmes (nicht heißes!) Wasser und erhöhen Sie die Temperatur langsam. Eine sanfte Handmassage fördert ebenfalls die Durchblutung und hilft, die Wärme im Gewebe zu verteilen.

Wärme von innen erzeugen

  • Bewegung und Kreislauf in Schwung bringen: Machen Sie Armkreisen, Faustübungen oder gehen Sie einfach ein paar Schritte. Körperliche Aktivität steigert die Herzfrequenz und verbessert die Durchblutung im gesamten Körper, auch in den Extremitäten.
  • Warme Getränke und Speisen: Eine Tasse Tee, eine warme Suppe oder ein scharfes Gericht kann helfen, den Körper von innen zu wärmen und die Durchblutung anzukurbeln. Ingwertee ist hierfür besonders bekannt.
  • Richtige Kleidung (Zwiebellook): Halten Sie nicht nur Ihre Hände, sondern Ihren gesamten Körper warm. Der sogenannte „Zwiebellook“ mit mehreren Schichten Kleidung hilft, die Körperkerntemperatur stabil zu halten, wodurch der Körper weniger Energie aufwenden muss, um die Extremitäten zu durchbluten. Eine warme Mütze und ein Schal sind ebenfalls wichtig, da über den Kopf viel Wärme verloren geht.

Langfristige Strategien für dauerhaft warme Hände

Um kalten Händen nachhaltig vorzubeugen, sind Veränderungen im Lebensstil und gezielte Maßnahmen oft unerlässlich.

Durchblutung fördern: Bewegung und Ernährung

  • Regelmäßiger Sport: Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauertraining, verbessert die Herz-Kreislauf-Funktion und stärkt die Blutgefäße. Dies führt zu einer effizienteren Durchblutung im gesamten Körper.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine nährstoffreiche Ernährung ist entscheidend. Achten Sie auf ausreichend Eisen (in rotem Fleisch, Hülsenfrüchten, Spinat), das für die Bildung roter Blutkörperchen wichtig ist. Vitamin B12 (in tierischen Produkten) und Omega-3-Fettsäuren (in Fisch, Leinsamen) können ebenfalls zur Nervenfunktion und Durchblutung beitragen. Scharfe Gewürze wie Chili oder Ingwer können die Durchblutung kurzfristig anregen.
  • Ausreichende Hydration: Wasser ist essenziell für die Blutzirkulation. Dehydration kann das Blut dicker machen und die Zirkulation erschweren. Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Wasser.

Stressmanagement und Entspannung

Da Stress die Blutgefäße verengen kann, ist es wichtig, Techniken zur Stressbewältigung zu erlernen. Yoga, Meditation, Achtsamkeitsübungen oder einfach tiefe Atemübungen können helfen, den Körper zu entspannen und die Durchblutung zu verbessern.

Raucherentwöhnung und Alkohol in Maßen

Rauchen ist einer der größten Feinde einer guten Durchblutung. Es schädigt die Gefäßwände und verengt die Arterien. Ein Rauchstopp ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen kalte Hände. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann sich negativ auf die Durchblutung auswirken.

Kontrastbäder: Training für die Gefäße

Wechselbäder für die Hände können die Gefäße trainieren und ihre Anpassungsfähigkeit verbessern. Tauchen Sie Ihre Hände abwechselnd für etwa 2-3 Minuten in warmes Wasser und dann für 30 Sekunden in kaltes Wasser. Wiederholen Sie dies 3-5 Mal und beenden Sie mit kaltem Wasser. Dies regt die Durchblutung an und stärkt die Gefäße.

Gezielte Nahrungsergänzungsmittel (nach Absprache)

Einige pflanzliche Mittel wie Ginkgo Biloba oder Ingwer werden traditionell zur Förderung der Durchblutung eingesetzt. Bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sollten Sie jedoch immer Rücksprache mit einem Arzt halten, um mögliche Wechselwirkungen oder Kontraindikationen auszuschließen.

Vergleich: Handwärmer und Handschuhmaterialien

Die Wahl der richtigen Ausrüstung ist entscheidend, um kalten Händen vorzubeugen. Hier ein Überblick über gängige Optionen:

TypVorteileNachteileIdeal für
Chemische Einweg-HandwärmerSofortige, zuverlässige Wärme; klein und leicht; lange Wirkdauer (bis zu 10 Std.)Einwegprodukt (Müll); Kosten pro Anwendung; nicht umweltfreundlichOutdoor-Sport, Notfälle, einmaliger Gebrauch bei extremer Kälte
Wiederverwendbare Gel-HandwärmerWiederverwendbar; sofortige Wärme auf Knopfdruck; umweltfreundlicherMuss nach Gebrauch gekocht werden (Reaktivierung); kürzere Wärmeabgabe (ca. 30-60 Min.)Kurze Spaziergänge, Büro, Zuhause, schnelle Wärme zwischendurch
Elektrische Handwärmer (USB)Wiederaufladbar; regulierbare Temperaturstufen; lange LebensdauerMuss geladen werden; höhere Anschaffungskosten; manchmal etwas größerRegelmäßiger Gebrauch, Pendeln, Arbeiten im Freien, als Powerbank nutzbar
Handschuhe aus WolleSehr gute Isolation; atmungsaktiv; wärmt auch im feuchten ZustandKann kratzig sein; trocknet langsamer; nicht winddicht ohne zusätzliche SchichtAlltag, milde bis kalte Temperaturen, Spaziergänge
Handschuhe aus FleeceLeicht; schnelltrocknend; weich und bequem; gute IsolationNicht wind- oder wasserdicht; kann bei starkem Wind kalt werdenSport, Freizeit, als Unterziehhandschuh
Thermohandschuhe/-fäustlingeOft wind- und wasserdicht; sehr hohe Isolation; spezielle MembranenTeurer; können weniger atmungsaktiv sein; oft voluminöserWintersport, extreme Kälte, lange Aufenthalte im Freien

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Während kalte Hände oft harmlos sind, gibt es Situationen, in denen sie ein Warnsignal für eine ernsthafte Erkrankung sein können. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • Die Kälteempfindlichkeit plötzlich auftritt oder sich stark verschlechtert.
  • Ihre Hände oder Finger die Farbe wechseln (blass, bläulich, weißlich) und dies nicht nur bei extremer Kälte geschieht.
  • Sie neben der Kälte auch Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder ein brennendes Gefühl in den Händen verspüren.
  • Sich Wunden, Geschwüre oder Hautveränderungen an den Fingern entwickeln.
  • Nur eine Hand betroffen ist oder die Symptome asymmetrisch sind.
  • Begleitsymptome wie Müdigkeit, unerklärliche Gewichtsabnahme, Gelenkschmerzen oder Hautausschläge auftreten.
  • Sie den Verdacht haben, dass Medikamente die Ursache sein könnten.

Ein Arzt kann die genaue Ursache abklären und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten oder spezialisierte Untersuchungen veranlassen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind kalte Hände immer ein Zeichen für eine Krankheit?

Nein, absolut nicht. In den meisten Fällen sind kalte Hände eine normale Reaktion des Körpers auf niedrige Temperaturen oder eine individuelle Kälteempfindlichkeit. Nur wenn weitere Symptome hinzukommen oder die Kälte chronisch und sehr störend ist, sollte man an eine zugrunde liegende Erkrankung denken und einen Arzt konsultieren.

Kann die Ernährung wirklich helfen?

Ja, eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung kann indirekt dazu beitragen, kalten Händen vorzubeugen. Insbesondere eine ausreichende Zufuhr von Eisen und Vitamin B12 ist wichtig, da ein Mangel an diesen Nährstoffen zu Anämie oder Nervenschäden führen kann, die wiederum kalte Hände verursachen. Scharfe Gewürze wie Ingwer oder Chili können kurzfristig die Durchblutung anregen, sind aber keine langfristige Lösung für medizinische Probleme.

Was ist das Raynaud-Syndrom genau?

Das Raynaud-Syndrom ist eine Gefäßstörung, bei der sich die kleinen Arterien in den Fingern und manchmal auch Zehen übermäßig stark zusammenziehen, oft ausgelöst durch Kälte oder emotionalen Stress. Dies führt dazu, dass die betroffenen Bereiche blass, dann bläulich und schließlich rötlich werden können, begleitet von Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Schmerzen. Es gibt eine primäre Form (ohne bekannte Ursache) und eine sekundäre Form, die mit anderen Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen verbunden ist.

Sollte ich Kaffee meiden, wenn ich kalte Hände habe?

Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke können bei manchen Menschen eine vorübergehende Verengung der Blutgefäße bewirken, was die Kälteempfindlichkeit verstärken könnte. Wenn Sie feststellen, dass Kaffee Ihre Symptome verschlimmert, könnte es hilfreich sein, den Konsum zu reduzieren oder auf koffeinfreie Alternativen umzusteigen. Dies ist jedoch sehr individuell.

Wie halte ich meine Hände bei Outdoor-Aktivitäten warm?

Für Outdoor-Aktivitäten ist das Schichtprinzip entscheidend: Beginnen Sie mit einem dünnen, feuchtigkeitsableitenden Unterziehhandschuh (z.B. aus Merinowolle oder synthetischem Material) und darüber eine isolierende Schicht (z.B. Fleece). Bei extremer Kälte oder Nässe ist eine wasser- und winddichte Außenschicht (Fausthandschuhe sind oft wärmer) unverzichtbar. Handwärmer können zusätzlich in die Handschuhe gelegt werden. Achten Sie auch darauf, Ihren gesamten Körper warm zu halten, da dies die Durchblutung der Extremitäten fördert.

Gibt es spezielle Übungen für kalte Hände?

Ja, einfache Übungen können die Durchblutung in den Händen fördern. Dazu gehören: Faustballen und wieder Öffnen (mehrmals wiederholen), Arme kreisen lassen (große Kreise vorwärts und rückwärts), Finger spreizen und wieder zusammenführen, oder die Hände kräftig aneinanderreiben. Diese Übungen können Sie mehrmals täglich durchführen, um die Zirkulation anzuregen.

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