05/02/2022
Die Pflege unserer Hände und Füße ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch ein wichtiger Bestandteil unseres allgemeinen Wohlbefindens. Ob bei einer entspannenden Maniküre oder einer revitalisierenden Pediküre – wir wünschen uns stets gesunde und schöne Nägel. Doch manchmal kann selbst die beste Absicht oder ein unglücklicher Zufall zu einer schmerzhaften Nagelbettentzündung führen. Diese weit verbreitete Erkrankung kann den Alltag erheblich beeinträchtigen und erfordert oft gezielte Maßnahmen. In diesem umfassenden Artikel tauchen wir tief in das Thema Nagelbettentzündung ein, beleuchten ihre Ursachen, Symptome und die besten Wege zur Behandlung und Vorbeugung. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Nägel optimal schützen und was zu tun ist, wenn eine Entzündung auftritt, um schnell wieder schmerzfrei zu sein und Ihr Wohlbefinden zu genießen.

- Was ist eine Nagelbettentzündung? Ein Überblick
- Symptome erkennen: Wie zeigt sich eine Entzündung am Nagelbett?
- Ursachen und Risikofaktoren im Detail: Warum entsteht eine Nagelbettentzündung?
- Behandlung einer Nagelbettentzündung: Was hilft wirklich?
- Heilungsverlauf und mögliche Komplikationen: Was passiert, wenn ich nichts tue?
- Vorbeugung: So schützen Sie Ihre Nägel effektiv
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Nagelbettentzündung
Was ist eine Nagelbettentzündung? Ein Überblick
Eine Nagelbettentzündung, medizinisch als Panaritium bekannt, ist eine schmerzhafte Infektion, die entweder unter oder um einen Finger- oder Zehennagel herum auftritt. Sie ist in den meisten Fällen bakteriellen Ursprungs, kann aber auch durch Pilze oder Viren ausgelöst werden. Diese Entzündung entsteht, wenn Krankheitserreger durch kleinste Verletzungen in das empfindliche Nagelbett eindringen. Solche Verletzungen können vielfältig sein, von unsachgemäßer Nagelpflege bis hin zu alltäglichen Belastungen.
Zwei Hauptformen der Nagelbettentzündung
- Panaritium subunguale: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung, die sich direkt unter dem Nagel bildet. Typischerweise sammelt sich hier Eiter an, was zu einem starken Druckgefühl und pulsierenden Schmerzen führen kann. Der Nagel kann sich sogar leicht abheben.
- Panaritium parunguale (Paronychie oder „Umlauf“): Diese Form betrifft die Haut entlang des Nagelrandes und rund um das Nagelbett. Auch hier ist die Bildung von Eiter häufig, der sich oft als kleine, gelbliche Blase am Nagelwall zeigt.
Unabhängig von der genauen Lokalisation ist eine Nagelbettentzündung immer ein Zeichen dafür, dass der Körper gegen eingedrungene Keime kämpft. Das frühe Erkennen der Symptome ist entscheidend für eine schnelle und effektive Behandlung.
Symptome erkennen: Wie zeigt sich eine Entzündung am Nagelbett?
Die Anzeichen einer Nagelbettentzündung sind in der Regel sehr deutlich und entwickeln sich oft rasch. Wenn Sie die folgenden Symptome bemerken, ist es wahrscheinlich, dass Sie eine Nagelbettentzündung haben:
- Rötung: Der Bereich um den betroffenen Nagel herum wird sichtbar rot.
- Schwellung: Die Haut um den Nagel schwillt an und kann sich prall anfühlen.
- Wärmegefühl: Die entzündete Stelle fühlt sich oft wärmer an als die umliegende Haut.
- Schmerzen: Anfangs können die Schmerzen leicht sein, aber sie verschlimmern sich oft bei Druck auf den Nagel oder die umliegende Haut. Später können sie pochend oder klopfend werden, besonders wenn sich Eiter bildet.
- Juckreiz: Einige Betroffene berichten auch von einem unangenehmen Juckreiz im Bereich der Entzündung.
- Eiterbildung: Ein häufiges und alarmierendes Symptom ist die Bildung von Eiter. Dieser kann sich als gelbliche Ansammlung unter dem Nagel oder am Nagelrand zeigen und manchmal sogar aus der Wunde austreten.
Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen, insbesondere wenn sie sich verschlimmern oder nach einigen Tagen keine Besserung eintritt. Eine unbehandelte Nagelbettentzündung kann zu weiteren Komplikationen führen, die wir später noch genauer beleuchten werden.
Ursachen und Risikofaktoren im Detail: Warum entsteht eine Nagelbettentzündung?
Die primäre Ursache einer Nagelbettentzündung ist das Eindringen von Krankheitserregern in kleinste Hautverletzungen rund um den Nagel. Doch welche Faktoren begünstigen solche Verletzungen und das Eindringen von Keimen?
1. Kleinste Verletzungen als Einfallstor
- Unsachgemäße Nagelpflege: Besonders bei der selbst durchgeführten Maniküre oder Pediküre kann es schnell zu kleinen Schnitten oder Rissen an der Nagelhaut kommen. Auch das zu starke Zurückschieben oder gar Abschneiden der Nagelhaut kann die natürliche Schutzbarriere verletzen. Die Nagelhaut dient als wichtiger Schutzschild gegen Keime, und ihre Verletzung öffnet Bakterien, Pilzen und Viren Tür und Tor.
- Enges Schuhwerk: Bei Zehennägeln ist enges oder unpassendes Schuhwerk eine häufige Ursache für Druckstellen und Mikrotraumata, die das Einwachsen von Nägeln begünstigen und so Eintrittspforten für Erreger schaffen.
- Eingewachsene Nägel: Dies ist ein klassischer Risikofaktor, da der Nagelrand in die umgebende Haut drückt und dort eine chronische Reizung und Entzündung hervorruft, die leicht infiziert werden kann.
- Nägelkauen: Das ständige Kauen an den Nägeln und der Nagelhaut führt zu permanenten Verletzungen und bringt Bakterien aus dem Mundbereich direkt an die offenen Stellen.
- Schnittwunden und andere Traumata: Auch alltägliche Verletzungen, wie kleine Schnitte beim Gemüseschneiden oder Quetschungen, können das Nagelbett schädigen.
2. Die Rolle der Erreger
Nachdem die Eintrittspforte geschaffen wurde, sind es meist folgende Mikroorganismen, die die Entzündung verursachen:
- Bakterien: Sie sind die häufigsten Auslöser, insbesondere Staphylokokken, die natürlicherweise auf der Haut vorkommen, aber bei einer Verletzung pathogen werden können.
- Pilze: Insbesondere Hefepilze (Candida) können eine Rolle spielen, vor allem bei chronischen Entzündungen oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
- Viren: In selteneren Fällen können auch Herpesviren eine Nagelbettentzündung auslösen.
Der Kontakt mit schmutzigem Wasser, etwa beim Putzen ohne Handschuhe, oder in öffentlichen Bädern kann ebenfalls das Eindringen dieser Erreger begünstigen.
3. Risikofaktoren durch Vorerkrankungen und Lebensstil
Einige Personen sind aufgrund bestimmter Bedingungen anfälliger für Nagelbettentzündungen:
- Geschwächtes Immunsystem: Menschen mit einem beeinträchtigten Immunsystem (z.B. durch Medikamente, chronische Krankheiten wie Diabetes, oder Krebs) haben ein erhöhtes Risiko, da ihr Körper die Erreger nicht so effektiv abwehren kann.
- Diabetes mellitus: Diabetiker sind besonders gefährdet, da Nervenschäden (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen die Heilung verzögern und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen können, insbesondere an den Füßen. Eine stabile Blutzuckereinstellung ist hier essenziell.
- Trockene Haut oder atopisches Ekzem: Rissige oder sehr trockene Haut bietet mehr Angriffsflächen für Keime.
- Genetische Veranlagung: Eine zu breite Nagelplatte kann dazu führen, dass der Nagel eher in das Nagelbett einwächst und so chronische Probleme verursacht.
4. Hygiene im Nagelstudio – Ein oft unterschätzter Faktor
Obwohl Nagelstudios Orte der Entspannung und Schönheitspflege sein sollen, bergen sie bei mangelnder Hygiene ein nicht zu unterschätztes Risiko. Werkzeuge, Geräte und Arbeitsflächen kommen täglich mit zahlreichen Händen und Füßen in Kontakt. Werden diese nicht konsequent gereinigt und desinfiziert, können Pilzsporen, Bakterien oder Viren von einer Person auf die nächste übertragen werden.

Besonders Pilzsporen sind äußerst widerstandsfähig und können lange auf Oberflächen wie Feilen, Handtüchern oder in Fußbädern überleben. Kunden können das Risiko minimieren, indem sie auf strenge Hygienemaßnahmen im Studio achten und beispielsweise in öffentlichen Fußbädern eigene Flip-Flops tragen.
Behandlung einer Nagelbettentzündung: Was hilft wirklich?
Die Behandlung einer Nagelbettentzündung hängt von ihrer Schwere und dem Stadium ab. Bei leichten Entzündungen ist oft eine Selbstmedikation möglich, während schwerere Fälle oder Komplikationen ärztliche Hilfe erfordern.
Selbstmedikation bei leichten Entzündungen
Wenn die Entzündung noch mild ist und keine Eiterbildung vorliegt, können folgende Maßnahmen Linderung verschaffen:
- Hand- oder Fußbäder: Ein warmes Bad mit Kernseife oder einem antibakteriellen Badezusatz (z.B. Kamille oder spezielle Badezusätze aus der Apotheke) kann helfen. Das Bad weicht den Nagel und die umliegende Haut auf, reduziert den Druck auf das Nagelbett und kann die Entzündung beruhigen. Wichtig ist, die betroffene Stelle danach vorsichtig, aber gründlich abzutrocknen, um Feuchtigkeit, die Pilzwachstum fördert, zu vermeiden.
- Jodsalben: Bei leichten, nicht eitrigen Entzündungen kann eine Jodsalbe aufgetragen werden. Sie wirkt antiseptisch und antibakteriell und hilft, die Ausbreitung der Keime zu verhindern.
- Ruhigstellung: Versuchen Sie, den betroffenen Finger oder Zeh so wenig wie möglich zu belasten. Dies fördert die Heilung und reduziert Schmerzen.
Zugsalben: Helfer bei Eiterbildung
Wenn sich Eiter gebildet hat, können sogenannte Zugsalben (auch als "Schwarzsalben" bekannt) eine gute Option sein. Sie wirken entzündungshemmend und antibakteriell und haben die besondere Eigenschaft, den Eiter an die Oberfläche zu befördern, indem sie die Hautstruktur auflockern. Es gibt zwei Haupttypen:
Vergleich von Zugsalben
| Merkmal | Schwarze Zugsalbe (Ichthammol/Ammoniumbituminosulfat) | Grüne Zugsalbe (Schieferöl-Wirkstoffe) |
|---|---|---|
| Wirkstoff(e) | Ammoniumbituminosulfat | Wirkstoffe aus natürlichem Schieferöl |
| Anwendung bei leichten Entzündungen | 10-prozentige Salbe dünn auftragen, nicht abdecken. Nahezu transparent nach dem Auftragen. | Entzündungsstelle sorgfältig reinigen, 2-3 cm Salbenstrang auftragen, mit Verband abdecken. |
| Anwendung bei stärkeren Entzündungen / Eiterbildung | 20- oder 50-prozentige Salbe dick auftragen, mit Verband oder Pflaster abdecken. Verbandwechsel täglich. Färbt stark ab. | Entzündungsstelle sorgfältig reinigen, 2-3 cm Salbenstrang auftragen, mit Verband abdecken. Verbandwechsel täglich. |
| Besonderheiten | Kann Haut und Nägel verfärben. | Reinigung vor dem Auftragen wichtig. |
| Hinweis | Die Anwendung von Zugsalben in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen. | |
Bei der Anwendung von Zugsalben ist Geduld gefragt, da der Prozess des "An-die-Oberfläche-Bringens" einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Halten Sie sich genau an die Packungsbeilage und wechseln Sie Verbände regelmäßig.
Wann ist ein Arztbesuch unerlässlich?
Obwohl die Selbstmedikation oft wirksam ist, gibt es Situationen, in denen Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen sollten, um schwerwiegendere Komplikationen zu vermeiden:
- Keine Besserung nach drei Tagen: Wenn sich die Symptome nach 72 Stunden nicht bessern oder sogar verschlimmern, suchen Sie einen Arzt auf.
- Starke Schmerzen und ausgeprägte Eiterbildung: Insbesondere wenn der Eiterherd groß ist oder sich unter dem Nagel befindet.
- Fieber oder Anzeichen einer Blutvergiftung: Ein roter Streifen, der sich von der Entzündung ausbreitet, ist ein ernstes Warnsignal und erfordert sofortige medizinische Aufmerksamkeit.
- Vorerkrankungen und geschwächtes Immunsystem: Bei Diabetikern, Patienten mit Autoimmunerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem sollte der Arztbesuch früher erfolgen, da ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht.
- Chronische Entzündungen: Wenn Nagelbettentzündungen immer wiederkehren oder über längere Zeit bestehen bleiben.
Ärztliche Behandlung und mögliche Eingriffe
Der Arzt wird die betroffene Stelle genau untersuchen und gegebenenfalls einen Abstrich nehmen, um den genauen Erreger zu identifizieren. Basierend auf der Diagnose können folgende Therapien eingeleitet werden:
- Antiseptische Salben und Desinfektionsbäder: Stärkere, verschreibungspflichtige Salben oder spezielle desinfizierende Bäder können angewendet werden.
- Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen kann die Einnahme von Antibiotika notwendig sein, um die Keime systemisch zu bekämpfen.
- Chirurgische Öffnung: Bei größeren Eiteransammlungen, insbesondere unter dem Nagel, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff unter lokaler Betäubung notwendig sein. Dabei wird der Eiterherd geöffnet, der Eiter abgelassen und die Wunde gründlich gereinigt. Dieser Eingriff bringt oft eine sofortige und enorme Schmerzlinderung. Wichtig: Dieser Eingriff darf niemals selbst durchgeführt werden!
- Chirurgische Korrektur: Bei häufig wiederkehrenden Entzündungen, die beispielsweise durch eine zu breite Nagelplatte oder stark einwachsende Nägel verursacht werden, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Dabei wird ein Teil der Nagelplatte oder sogar der Nagelwurzel entfernt, um das Nagelbett zu verschmälern und zukünftiges Einwachsen zu verhindern.
- Nagelkorrekturspange: Wachsen Nägel stark gewölbt oder drohen einzutwachsen, kann eine Nagelkorrekturspange Abhilfe schaffen. Diese podologische Therapie ist seit 2022 eine Kassenleistung und kann langfristig Schmerzen lindern und Entzündungen vorbeugen.
Heilungsverlauf und mögliche Komplikationen: Was passiert, wenn ich nichts tue?
In den meisten Fällen heilt eine Nagelbettentzündung bei frühzeitiger und richtiger Behandlung innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig und komplikationslos aus. Doch es ist entscheidend, die Entzündung nicht zu ignorieren oder zu verschleppen, da dies ernsthafte Folgen haben kann.
Typischer Heilungsverlauf
Bei leichten Entzündungen, die mit Hausmitteln oder rezeptfreien Salben behandelt werden, tritt oft innerhalb von 2-3 Tagen eine deutliche Besserung ein. Die Rötung und Schwellung gehen zurück, und die Schmerzen lassen nach. Bei Eiterbildung kann es etwas länger dauern, bis der Eiter vollständig abgeleitet ist und die Wunde heilt. Nach einem chirurgischen Eingriff zur Eiterentleerung tritt meist sofort eine Erleichterung ein, und die Wundheilung setzt rasch ein.

Mögliche Komplikationen bei unbehandelten Entzündungen
Wird eine Nagelbettentzündung nicht adäquat behandelt, können sich die Erreger weiter ausbreiten und schwerwiegende Komplikationen verursachen:
- Ausbreitung der Infektion: Die Entzündung kann sich auf den gesamten Finger oder Zeh, die Hand oder den Fuß ausbreiten. In seltenen, aber schwerwiegenden Fällen kann sie sogar auf die Sehnenscheiden übergreifen.
- Chronifizierung: Eine akute Entzündung kann chronisch werden, insbesondere wenn die Ursache (z.B. ein eingewachsener Nagel oder eine Grunderkrankung) nicht behoben wird. Chronische Nagelbettentzündungen sind oft weniger schmerzhaft, aber hartnäckiger und können zu dauerhaften Schäden am Nagel führen.
- Nagelwachstumsstörungen und Nagelverlust: Eine anhaltende Entzündung kann das Nagelwachstum stören, den Nagel verformen oder in extremen Fällen sogar dazu führen, dass der Nagel abstirbt und abfällt.
- Knochenentzündung (Osteomyelitis): Dies ist eine der schwerwiegendsten Komplikationen. Die Infektion kann auf den darunter liegenden Knochen übergreifen und eine Knochenentzündung verursachen, die eine langwierige und intensive Behandlung erfordert.
- Blutvergiftung (Sepsis): Obwohl selten, kann eine unbehandelte Infektion in den Blutkreislauf gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung auslösen. Anzeichen hierfür sind Fieber, Schüttelfrost und ein sich ausbreitender roter Streifen auf der Haut.
Es ist daher von größter Bedeutung, eine Nagelbettentzündung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und bei ausbleibender Besserung oder Verschlechterung der Symptome umgehend medizinischen Rat einzuholen.
Vorbeugung: So schützen Sie Ihre Nägel effektiv
Die beste Behandlung ist immer die Vorbeugung. Mit einigen einfachen, aber effektiven Maßnahmen können Sie das Risiko einer Nagelbettentzündung erheblich reduzieren und Ihre Nägel langfristig gesund halten.
1. Sorgfältige Nagelpflege
- Richtiges Nagelkürzen: Kürzen Sie Ihre Finger- und Zehennägel regelmäßig und sorgfältig. Schneiden Sie Fußnägel gerade ab und nicht zu kurz an den Seiten, um ein Einwachsen zu verhindern. Fingernägel können leicht gerundet werden, aber auch hier gilt: nicht zu kurz und nicht in die Ecken schneiden.
- Nagelhautpflege: Schieben Sie die Nagelhaut vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen zurück, anstatt sie zu schneiden. Die Nagelhaut ist eine natürliche Schutzbarriere. Halten Sie sie geschmeidig mit speziellen Nagelhautölen oder fetthaltigen Cremes und Lotionen, um Risse zu vermeiden.
- Feuchtigkeitspflege: Pflegen Sie die Haut an Händen und Füßen täglich mit feuchtigkeitsspendenden Cremes. Eine gesunde, geschmeidige Haut ist widerstandsfähiger gegen kleine Verletzungen und Risse, die Eintrittspforten für Keime sein könnten. Regelmäßige Bäder, die die Haut weich halten, sind ebenfalls hilfreich.
2. Schutz im Alltag
- Schutzhandschuhe tragen: Bei Haushaltstätigkeiten, Gartenarbeiten oder dem Umgang mit schmutzigem Wasser sollten Sie immer Schutzhandschuhe tragen. Dies schützt Ihre Hände vor chemischen Reizen, Schmutz und Feuchtigkeit, die die Haut aufweichen und anfälliger für Verletzungen machen können.
- Geeignetes Schuhwerk: Wählen Sie Schuhe, die gut passen und nicht drücken. Enges oder spitzes Schuhwerk kann Druckstellen verursachen und das Einwachsen der Zehennägel begünstigen. Achten Sie auf atmungsaktive Materialien, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden.
- Vorsicht bei kleinen Verletzungen: Wenn Sie bemerken, dass Sie eine offene Stelle in der Nähe eines Nagels haben, reinigen Sie diese sofort und tragen Sie ein antiseptisches Spray oder eine Creme auf, um eine Infektion zu verhindern.
- Vermeiden Sie Nägelkauen: Diese Angewohnheit führt zu ständigen Mikroverletzungen und bringt Bakterien direkt an die gefährdeten Stellen.
- Vorsicht mit Nagellack: Bei bereits bestehenden Verletzungen oder Entzündungen sollten Sie auf Nagellack verzichten, da er die Wunde einschließen und die Heilung behindern kann.
3. Hygiene in Nagelstudios
Wählen Sie Nagelstudios, die strenge Hygienestandards einhalten. Achten Sie darauf, dass Werkzeuge sterilisiert werden und Arbeitsflächen sauber sind. Zögern Sie nicht, nach den Hygienepraktiken zu fragen. Bringen Sie im Zweifelsfall Ihre eigenen Feilen und Instrumente mit oder bestehen Sie darauf, dass neue, unbenutzte Werkzeuge verwendet werden. Tragen Sie in öffentlichen Fußbädern immer eigene Flip-Flops.
4. Besondere Aufmerksamkeit bei Risikogruppen
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (z.B. Diabetiker, Menschen mit geschwächtem Immunsystem), ist eine besonders sorgfältige und regelmäßige Fuß- und Nagelpflege unerlässlich. Diabetiker sollten ihren Blutzuckerwert konstant in einem guten Bereich halten, da ein schlecht eingestellter Blutzucker die Entstehung von Entzündungen, insbesondere an den Füßen, begünstigt.
Durch die konsequente Anwendung dieser Präventionsmaßnahmen können Sie das Risiko einer Nagelbettentzündung minimieren und die Gesundheit Ihrer Nägel langfristig sichern. Denn gesunde Nägel sind ein Zeichen für allgemeines Wohlbefinden und tragen maßgeblich zu einem unbeschwerten Alltag bei.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Nagelbettentzündung
Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Nagelbettentzündung:
1. Wie schnell heilt eine Nagelbettentzündung?
Die Heilungsdauer einer Nagelbettentzündung hängt von ihrer Schwere und der gewählten Behandlung ab. Leichte Entzündungen, die selbst behandelt werden, können oft innerhalb weniger Tage (ca. 3-7 Tage) abheilen. Bei stärkeren Entzündungen, Eiterbildung oder wenn ein Arzt konsultiert werden muss, kann die Heilung ein bis zwei Wochen oder länger dauern, insbesondere wenn ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig war. Wichtig ist, die Behandlung konsequent fortzusetzen, bis alle Symptome abgeklungen sind.
2. Kann ich eine Nagelbettentzündung selbst behandeln?
Ja, leichte Nagelbettentzündungen ohne starke Eiterbildung oder Fieber können oft erfolgreich selbst behandelt werden. Geeignete Maßnahmen sind warme Hand- oder Fußbäder mit Kernseife oder antiseptischen Zusätzen, das Auftragen von Jodsalben oder bei beginnender Eiterbildung Zugsalben. Es ist jedoch entscheidend, die Symptome genau zu beobachten. Wenn nach drei Tagen keine Besserung eintritt, die Schmerzen zunehmen, Eiter sich stark ausbreitet, Fieber auftritt oder Sie zu einer Risikogruppe gehören, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
3. Ist eine Nagelbettentzündung ansteckend?
Ja, die Erreger, die eine Nagelbettentzündung verursachen (Bakterien, Pilze, Viren), sind prinzipiell ansteckend. Die Übertragung erfolgt jedoch meist durch direkten Kontakt mit der infizierten Stelle oder durch gemeinsam genutzte, unzureichend desinfizierte Gegenstände. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht beispielsweise in Nagelstudios, wenn Hygienestandards nicht eingehalten werden. Auch im eigenen Haushalt sollte auf Hygiene geachtet werden, um eine Übertragung auf andere Körperstellen oder Personen zu vermeiden.
4. Was sind die ersten Anzeichen einer Nagelbettentzündung?
Die ersten Anzeichen einer Nagelbettentzündung sind typischerweise eine Rötung und Schwellung der Haut um den betroffenen Nagel. Der Bereich kann sich warm anfühlen und auf Druck schmerzen. Oft kommt ein leichter Juckreiz hinzu. Wenn diese Symptome auftreten, ist es ratsam, sofort mit den ersten Selbsthilfemaßnahmen zu beginnen.
5. Was passiert, wenn eine Nagelbettentzündung unbehandelt bleibt?
Eine unbehandelte Nagelbettentzündung kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Die Infektion kann sich ausbreiten, den gesamten Finger oder Zeh, die Hand oder den Fuß befallen und im schlimmsten Fall sogar die Knochen (Osteomyelitis) oder Sehnenscheiden erreichen. Es besteht auch das Risiko einer chronischen Entzündung, die das Nagelwachstum dauerhaft stören oder zum Verlust des Nagels führen kann. In sehr seltenen Fällen kann eine unbehandelte Infektion sogar eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Daher ist es wichtig, die Entzündung nicht zu unterschätzen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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