Welche Arten von Sauna gibt es?

Das Ideale Holz für Ihre Sauna: Ein Leitfaden

18/06/2023

Rating: 3.99 (11840 votes)

Die Sauna ist weit mehr als nur ein beheizter Raum; sie ist ein Ort der Entspannung, der Reinigung und des Wohlbefindens. Doch wussten Sie, dass das Herzstück jeder Sauna – das Holz – maßgeblich über die Qualität Ihres Saunaerlebnisses entscheidet? Die Wahl des richtigen Holzes ist entscheidend für die Langlebigkeit, die Wärmeisolierung, die Ästhetik und sogar für das Aroma Ihrer Saunakabine. Es geht nicht nur darum, welche Holzart am besten aussieht, sondern auch darum, wie sie sich unter extremen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit verhält. Ein optimal ausgewähltes Holz sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, verhindert unangenehme Harzaustritte und bietet eine angenehme Haptik. Tauchen wir ein in die Welt der Saunahölzer und entdecken Sie, welches Holz am besten zu Ihren Bedürfnissen passt und Ihre Sauna in eine wahre Wellness-Oase verwandelt.

Was bieten wir für Saunabänke an?
Für zusätzlichen Komfort und Entspannung bieten wir Rückenstützen und Kopfstützen an, die speziell für Saunabänke entwickelt wurden. Dieses Zubehör ermöglichen es Ihnen, sich vollkommen zu entspannen und die Wohltat der Sauna zu genießen.
Inhaltsverzeichnis

Warum die Holzwahl für Ihre Sauna so entscheidend ist

Die Umgebung in einer Sauna ist extrem: hohe Temperaturen von bis zu 100°C und darüber, gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit, insbesondere während des Aufgusses. Nicht jedes Holz ist diesen Bedingungen gewachsen. Die richtige Holzart muss spezifische Eigenschaften mitbringen, um diesen Anforderungen standzuhalten und gleichzeitig ein angenehmes Klima zu gewährleisten:

  • Thermische Eigenschaften: Das Holz sollte eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Das bedeutet, es nimmt nicht zu viel Wärme auf und speichert sie auch nicht, sodass die Oberflächen, insbesondere die Sitzbänke, auch bei hohen Temperaturen angenehm zu berühren bleiben und keine Verbrennungen verursachen.
  • Harzfreiheit: Nadelhölzer neigen dazu, Harz auszuscheiden, wenn sie erhitzt werden. Dies ist in einer Sauna unerwünscht, da das Harz klebrig ist, Flecken verursachen kann und im schlimmsten Fall zu Verbrennungen führen könnte. Daher ist die Harzfreiheit ein wichtiges Kriterium.
  • Splitterfreiheit: Insbesondere für Sitzflächen und Rückenlehnen ist es unerlässlich, dass das Holz auch bei häufigem Gebrauch nicht splittert. Dies gewährleistet Sicherheit und Komfort.
  • Dimensionsstabilität: Holz reagiert auf Feuchtigkeitsschwankungen, indem es sich ausdehnt oder zusammenzieht. In einer Sauna mit wechselnder Luftfeuchtigkeit ist es wichtig, dass das Holz möglichst formstabil bleibt, um Rissbildung oder Verzug zu vermeiden.
  • Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit: Das Holz muss robust genug sein, um den extremen Bedingungen standzuhalten und nicht schnell zu verrotten oder zu schimmeln. Eine gute Langlebigkeit ist entscheidend für die Investition.
  • Ästhetik und Aroma: Neben den funktionalen Aspekten spielen auch das Aussehen und der Geruch des Holzes eine Rolle für die gesamte Atmosphäre der Sauna. Einige Hölzer verströmen einen angenehmen, beruhigenden Duft, während andere geruchsneutral sind.
  • Hygiene: Eine glatte Oberfläche, die leicht zu reinigen ist und keine Nährboden für Bakterien bietet, trägt zur Hygiene der Sauna bei.

Die beliebtesten Holzarten für Saunen im Überblick

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, stellen wir Ihnen die gängigsten und bewährtesten Holzarten für den Saunabau vor:

Nordische Fichte (Nadelholz)

Die Nordische Fichte ist aufgrund ihrer guten Verfügbarkeit und ihres moderaten Preises eine der am häufigsten verwendeten Holzarten für Saunakabinen. Sie ist hell, hat eine feine Maserung und verströmt einen dezenten, waldigen Duft, der von vielen als angenehm empfunden wird.

  • Vorteile: Kostengünstig, gute Verfügbarkeit, helle Optik, gute Isoliereigenschaften, relativ formstabil.
  • Nachteile: Kann geringe Mengen an Harz enthalten (daher ist eine sorgfältige Auswahl wichtig, oft wird „astfreie“ oder „harzreduzierte“ Fichte verwendet), neigt bei Feuchtigkeit zu leichten Verfärbungen.
  • Verwendung: Ideal für Wand- und Deckenverkleidungen. Weniger geeignet für Bänke aufgrund potenzieller Harzaustritte und höherer Wärmeleitfähigkeit als spezielle Bankhölzer.

Kanadische Hemlocktanne (Western Hemlock)

Hemlock ist ein beliebtes Holz aus Nordamerika, das sich durch seine homogene Struktur und seine geringe Neigung zum Reißen oder Verziehen auszeichnet. Es ist harzfrei und hat eine schöne, oft leicht rötlich-braune Färbung.

  • Vorteile: Absolut harzfrei, sehr formstabil, wenig Splitterbildung, edle Optik, geringe Wärmeleitfähigkeit.
  • Nachteile: Teurer als Fichte, nicht so weit verbreitet wie europäische Hölzer.
  • Verwendung: Hervorragend für Wand- und Deckenverkleidungen, aber auch für Saunatüren und -fensterrahmen.

Espe (Populus tremula)

Espe ist ein Laubholz, das für seine helle, fast weiße Farbe und seine feine, gleichmäßige Struktur geschätzt wird. Es ist harzfrei und nimmt kaum Wasser auf, was es zu einer ausgezeichneten Wahl für Saunabänke macht.

  • Vorteile: Absolut harz- und splitterfrei, sehr geringe Wärmeleitfähigkeit (bleibt kühl auf der Haut), nimmt kaum Feuchtigkeit auf, helle, ansprechende Optik, geruchsneutral.
  • Nachteile: Etwas weicher als andere Hölzer, kann bei mechanischer Beanspruchung schneller Dellen bekommen.
  • Verwendung: Perfekt für Saunabänke, Rückenlehnen und Ofenschutzgitter, aber auch für Wandverkleidungen.

Thermoholz (Thermo-Espe, Thermo-Fichte, Thermo-Kiefer)

Thermoholz ist Holz, das durch eine spezielle Wärmebehandlung (ohne Chemikalien) bei hohen Temperaturen (oft über 200°C) modifiziert wurde. Dieser Prozess verändert die Zellstruktur des Holzes und verbessert seine Eigenschaften erheblich.

  • Vorteile: Extrem formstabil (minimale Quell- und Schwindneigung), sehr widerstandsfähig gegen Fäulnis und Schädlinge, geringere Wärmeleitfähigkeit, dunklere, edle Optik (ähnlich Tropenholz), Harze werden vollständig ausgetrieben.
  • Nachteile: Höherer Preis, etwas spröder als unbehandeltes Holz, kann einen anfänglichen "Röstaroma"-Geruch haben, der sich aber schnell verflüchtigt.
  • Verwendung: Ideal für alle Bereiche der Sauna, insbesondere für Wand- und Deckenverkleidungen sowie für Bänke, wenn eine dunklere Optik gewünscht ist.

Rote Zeder (Western Red Cedar)

Rote Zeder ist ein luxuriöses Saunaholz, das für seinen charakteristischen, angenehmen Duft und seine wunderschöne, variierende Farbgebung von hellbraun bis rötlich-braun bekannt ist. Es ist von Natur aus resistent gegen Fäulnis und Insekten.

  • Vorteile: Sehr langlebig, natürliche Resistenz, geringes Eigengewicht, sehr formstabil, einzigartiger, beruhigender Duft, ansprechende Optik.
  • Nachteile: Hoher Preis, der Geruch kann für manche Personen zu intensiv sein, kann anfangs leichte Verfärbungen auf angrenzenden Materialien hinterlassen (auswaschen von Gerbstoffen).
  • Verwendung: Für hochwertige Saunen im Wand- und Deckenbereich, aber auch für Bänke, wenn der Duft gewünscht ist und der Preis keine Rolle spielt.

Abachi (Triplochiton scleroxylon)

Abachi ist ein afrikanisches Holz, das in Deutschland vor allem für Saunabänke geschätzt wird. Es ist extrem leicht, weich und besitzt eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, was es ideal für den direkten Hautkontakt macht.

  • Vorteile: Nimmt kaum Wärme auf (bleibt sehr kühl), absolut harz- und splitterfrei, sehr leicht, hellbeige Farbe, geruchsneutral.
  • Nachteile: Relativ weich und anfällig für Dellen und Kratzer, teurer als Espe.
  • Verwendung: Die erste Wahl für Saunabänke, Rückenlehnen und Ofenschutzgitter. Weniger geeignet für Wandverkleidungen aufgrund seiner Weichheit.

Erle (Alnus glutinosa)

Erle ist ein europäisches Laubholz mit einer attraktiven, leicht rötlichen Färbung. Es ist relativ weich, aber formstabil und harzfrei.

  • Vorteile: Harzfrei, gute Formstabilität, ansprechende rötliche Farbe, geruchsneutral.
  • Nachteile: Kann bei Feuchtigkeit dunkler werden, etwas weicher als andere Hölzer.
  • Verwendung: Geeignet für Wand- und Deckenverkleidungen, seltener für Bänke.

Holz für verschiedene Bereiche der Sauna

Die Anforderungen an das Holz können je nach Einsatzbereich in der Sauna variieren:

  • Wände und Decke: Hier stehen die Isolierung, die optische Wirkung und die Formstabilität im Vordergrund. Nordische Fichte, Hemlock, Espe und Thermoholz sind hier beliebte Optionen. Die Fichte bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, während Hemlock und Thermoholz eine edlere Optik und höhere Stabilität bieten.
  • Saunabänke und Rückenlehnen: Dies sind die Bereiche, mit denen Sie direkten Hautkontakt haben. Daher ist es entscheidend, dass das Holz eine extrem geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist (damit es nicht heiß wird), absolut harz- und splitterfrei ist und sich angenehm anfühlt. Abachi und Espe sind hier die klaren Favoriten. Thermoholz (insbesondere Thermo-Espe) ist ebenfalls eine ausgezeichnete Wahl.
  • Boden: Der Saunaboden wird oft gefliest oder mit speziellen Holzrosten ausgestattet, die leicht entfernbar und zu reinigen sind. Für die Roste eignen sich Hölzer wie Espe oder Abachi, da sie wasserresistent und komfortabel sind.

Pflege und Wartung von Saunaholz

Damit Ihr Saunaholz seine Schönheit und Funktionalität über Jahre hinweg behält, ist die richtige Pflege unerlässlich:

  • Reinigung: Nach jedem Saunagang sollten die Bänke mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Gelegentlich kann eine milde Seifenlauge verwendet werden. Verwenden Sie niemals aggressive Reiniger, da diese das Holz beschädigen oder schädliche Dämpfe freisetzen könnten.
  • Lüften: Nach dem Saunieren ist es wichtig, die Sauna gründlich zu lüften, um die Feuchtigkeit abzuführen und Schimmelbildung vorzubeugen.
  • Schleifen: Bei Verfärbungen oder rauen Stellen können die Holzbänke vorsichtig mit feinem Schleifpapier (Körnung 120-180) in Faserrichtung geschliffen werden. Dies sollte jedoch nicht zu oft geschehen, um die Holzstärke nicht zu reduzieren.
  • Keine Versiegelung: Saunaholz sollte niemals lackiert, lasiert oder geölt werden, da diese Beschichtungen unter Hitze und Feuchtigkeit abplatzen, klebrig werden oder schädliche Dämpfe freisetzen können. Das Holz muss "atmen" können. Eine Ausnahme bilden spezielle, hitzebeständige Paraffinöle, die manchmal für Saunabänke verwendet werden, um die Lebensdauer zu verlängern und die Reinigung zu erleichtern, aber auch hier ist Vorsicht geboten und die Produktspezifikationen müssen beachtet werden.

Vergleichstabelle der Saunahölzer

HolzartVorteileNachteileTypische VerwendungPreisniveau (relativ)
Nordische FichteGünstig, helle Optik, gute IsolationGeringe Harzneigung, leichte VerfärbungWände, DeckenNiedrig
Kanadische HemlockHarzfrei, sehr formstabil, edle OptikTeurer als FichteWände, Decken, TürenMittel
EspeHarz- & splitterfrei, geringe WärmeleitfähigkeitEtwas weicherBänke, Rückenlehnen, OfenschutzMittel
Thermoholz (Espe/Fichte)Extrem formstabil, fäulnisresistent, dunkle OptikHöherer Preis, etwas spröderWände, Decken, BänkeMittel bis Hoch
Rote ZederSehr langlebig, natürlicher Duft, einzigartige OptikHoher Preis, intensiver GeruchWände, Decken, hochwertige SaunenHoch
AbachiNimmt kaum Wärme auf, harz- & splitterfreiSehr weich, anfällig für DellenBänke, Rückenlehnen, OfenschutzMittel bis Hoch
ErleHarzfrei, gute Formstabilität, rötliche FarbeKann dunkler werden, weicherWände, DeckenMittel

Häufig gestellte Fragen zum Saunaholz

Kann ich jedes Holz für meine Sauna verwenden?

Nein, definitiv nicht. Holz für den Saunabau muss spezifische Eigenschaften aufweisen, wie geringe Wärmeleitfähigkeit, Harzfreiheit, Formstabilität und Resistenz gegen Feuchtigkeit. Herkömmliche Bauhölzer oder Möbelhölzer sind in der Regel ungeeignet, da sie Harz absondern, sich verziehen oder zu heiß werden könnten.

Was ist mit behandeltem Holz oder Spanplatten?

Behandeltes Holz (z.B. imprägniertes Holz) oder Holzwerkstoffe wie Spanplatten oder OSB-Platten dürfen keinesfalls in der Sauna verwendet werden. Unter Hitze und Feuchtigkeit können diese Materialien schädliche Gase oder Gerüche freisetzen, die gesundheitsschädlich sind. Verwenden Sie ausschließlich unbehandeltes, speziell für den Saunabau geeignetes Massivholz.

Wie lange hält Saunaholz im Durchschnitt?

Bei richtiger Auswahl und Pflege kann Saunaholz viele Jahre, oft sogar Jahrzehnte, halten. Die Lebensdauer hängt stark von der Holzart, der Nutzungsintensität und der Belüftung nach dem Saunagang ab. Hochwertige Hölzer wie Zeder oder Thermoholz sind besonders langlebig.

Verströmt das Holz einen Geruch?

Ja, einige Holzarten verströmen einen charakteristischen Geruch. Rote Zeder ist bekannt für ihren intensiven, aber als angenehm empfundenen Duft. Nordische Fichte hat einen dezenten Waldgeruch. Hölzer wie Espe, Abachi oder Erle sind weitgehend geruchsneutral. Thermoholz kann anfangs einen leichten "Röstaroma"-Geruch aufweisen, der sich jedoch schnell verflüchtigt.

Ist teureres Holz immer die bessere Wahl?

Nicht unbedingt. Die "beste" Wahl hängt von Ihren Prioritäten ab. Wenn Sie Wert auf Luxus, besonderen Duft und höchste Langlebigkeit legen, ist Rote Zeder eine ausgezeichnete Wahl. Wenn Sie jedoch ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine helle Optik wünschen, ist Nordische Fichte eine gute Option für Wände und Decken, kombiniert mit Espe für Bänke. Wichtig ist, dass das Holz die notwendigen technischen Eigenschaften für den Saunabetrieb erfüllt.

Kann ich verschiedene Holzarten in meiner Sauna kombinieren?

Ja, das ist sogar sehr empfehlenswert und gängige Praxis! Oft wird beispielsweise Nordische Fichte oder Hemlock für die Wand- und Deckenverkleidung verwendet, während für die Bänke und Rückenlehnen Hölzer wie Espe oder Abachi zum Einsatz kommen, da diese besonders hautfreundlich sind und kaum Wärme aufnehmen. Diese Kombination bietet sowohl funktionale als auch ästhetische Vorteile.

Die Wahl des richtigen Holzes für Ihre Sauna ist eine Investition in Ihr Wohlbefinden und die Langlebigkeit Ihrer Wellness-Oase. Indem Sie die spezifischen Eigenschaften der verschiedenen Holzarten verstehen und auf Ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen, schaffen Sie eine Sauna, die nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch ein Höchstmaß an Komfort, Sicherheit und Entspannung bietet. Nehmen Sie sich die Zeit, die Optionen abzuwägen, denn die richtige Holzwahl ist der Grundstein für unzählige Stunden purer Erholung. Genießen Sie die wohltuende Wärme und die einzigartige Atmosphäre Ihrer perfekt ausgestatteten Sauna!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Das Ideale Holz für Ihre Sauna: Ein Leitfaden kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Sauna besuchen.

Go up