Was passiert bei einer Einblutung?

Verhärtetes Hämatom: Ursachen, Symptome & Therapie

24/05/2023

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Ein Bluterguss, medizinisch als Hämatom bekannt, ist eine alltägliche Erscheinung, die die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens erfahren. Meist sind diese harmlos und verschwinden von selbst. Doch was, wenn ein Bluterguss nicht einfach abheilt, sondern sich verhärtet und möglicherweise sogar Beschwerden verursacht? Ein verhärtetes Hämatom kann Anlass zur Sorge geben und erfordert oft eine gezielte Behandlung, um potenzielle Komplikationen wie ein gefährliches Kompartmentsyndrom oder langanhaltende Spätfolgen zu vermeiden. Dieser Artikel beleuchtet umfassend, wie ein solches Hämatom entsteht, welche Symptome es verursachen kann und welche diagnostischen sowie therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um Ihnen den Weg zur Genesung zu ebnen.

Wie wirkt sich Unterdruck auf die Haut aus?
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Inhaltsverzeichnis

Was ist ein verhärtetes Hämatom?

Unter einem verhärteten Hämatom versteht man eine Einblutung, die sich nicht vollständig zurückbildet, sondern stattdessen eine feste, oft tastbare Struktur annimmt. Im medizinischen Sprachgebrauch wird es auch als verkapselter oder innenliegender Bluterguss bezeichnet. Diese Verhärtung entsteht, wenn der Körper um die Blutansammlung eine schützende Hülle, eine sogenannte Kapsel, bildet. Diese Kapsel dient dazu, die Ausbreitung des Blutes im Gewebe zu begrenzen. Allerdings kann sie auch den natürlichen Abbauprozess des Hämatoms behindern, was zu einer Verfestigung führt. Solche verhärteten Hämatome können aus verschiedenen Gründen entstehen und sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern können auch Schmerzen und Funktionseinschränkungen hervorrufen.

Warum kann es zu einem verhärteten Hämatom kommen?

Die Entstehung eines verhärteten Hämatoms ist ein komplexer Prozess, der oft auf eine unvollständige oder gestörte Auflösung einer Blutansammlung im Gewebe zurückzuführen ist. Normalerweise werden Blutergüsse vom Körper abgebaut und die Blutbestandteile resorbiert. Bleibt dieser Prozess unvollständig, können sich die Blutbestandteile im umliegenden Gewebe anlagern und verfestigen. Dies kann durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt werden:

  • Unzureichende oder verzögerte Behandlung: Wenn ein frisches Hämatom nicht adäquat behandelt wird (z.B. durch Kühlung, Kompression und Hochlagerung), kann dies den Abbau erschweren.
  • Längere Blutungsdauer und ausgeprägte Einblutung: Je größer die anfängliche Blutung ist und je länger sie anhält, desto schwieriger wird es für den Körper, die Blutmenge vollständig zu resorbieren.
  • Ungünstige Durchblutungsverhältnisse: In Bereichen mit schlechter Durchblutung ist der Abtransport von Blutresten erschwert, was die Verfestigung fördert.
  • Verfestigung geronnener Blutbestandteile: Geronnenes Blut kann sich zu narbigem Gewebe umwandeln, was die Verhärtung zur Folge hat.
  • Übermäßige Belastung der betroffenen Region: Eine zu frühe oder intensive Belastung des verletzten Bereichs unmittelbar nach dem Unfall kann den Heilungsprozess stören und eine Verhärtung begünstigen.
  • Entzündliche Prozesse: Eine Entzündung im Bereich des Hämatoms kann zu einer Verdichtung des umliegenden Gewebes führen.
  • Bildung von Binde- und Narbengewebe (Fibrosierung): Der Körper kann als Reaktion auf die Einblutung vermehrt Bindegewebe bilden, das das Hämatom umschließt und verhärtet.
  • Unbehandelte oder verspätet erkannte Blutgerinnungsstörungen: Störungen der Blutgerinnung können zu größeren und länger anhaltenden Blutungen führen, die das Risiko einer Verhärtung erhöhen.
  • Mangelnde Ruhigstellung und Schonung: Eine fehlende Ruhigstellung in der akuten Phase kann die Blutung verstärken und den Heilungsverlauf negativ beeinflussen.
  • Zu frühe oder falsche Trainingstherapie: Eine unsachgemäße oder zu intensive Bewegungstherapie kann das Gewebe erneut reizen und die Bildung eines verhärteten Hämatoms fördern.
  • Fehlende Lymphdrainage oder mangelnder Abtransport: Ein gestörter Lymphfluss kann den Abtransport von Flüssigkeit und Blutresten behindern.
  • Sekundäre Infektion: Eine bakterielle Infektion des Hämatoms kann die Heilung behindern und zu einer verstärkten Verhärtung führen.
  • Nachblutung nach einer OP: Auch nach chirurgischen Eingriffen können Nachblutungen auftreten, die sich verhärten können.
  • Verkapselung nach einer Injektion: In seltenen Fällen kann auch nach einer Spritze ein verkapseltes Hämatom entstehen.

Besonders in mechanisch beanspruchten Bereichen oder bei Patienten, die Blutverdünner einnehmen, ist das Risiko für die Bildung eines verhärteten Hämatoms erhöht. Ein großes Hämatom kann einen Durchmesser von 10 bis 20 cm erreichen, was die Wahrscheinlichkeit einer unvollständigen Resorption und somit einer Verhärtung erhöht.

Wo tritt ein verhärtetes Hämatom häufig auf?

Verhärtete Hämatome treten besonders häufig in Muskelregionen auf, die bei sportlichen Aktivitäten oder körperlicher Arbeit stark beansprucht werden. Dies liegt daran, dass diese Bereiche anfälliger für Verletzungen und größere Einblutungen sind. Typische Lokalisationen sind:

  • Oberschenkel (Quadrizeps, Adduktoren): Direkte Stürze, Tritte oder Überlastungen können hier zu erheblichen Einblutungen führen, die sich bei unzureichendem Abbau verhärten. Dies ist oft als Pferdekuss bekannt.
  • Gesäßmuskulatur: Besonders bei Stürzen auf das Steißbein oder bei Kontaktsportarten können sich im Gesäßbereich Hämatome bilden, die im Heilungsverlauf verfestigen.
  • Oberarm und Schulterregion: Schläge, Stürze oder wiederholte Mikrotraumata bei intensiven Wurf- oder Schlagbewegungen führen oft zu größeren Blutergüssen, die sich bei unzureichender Schonung verhärten.
  • Wadenmuskulatur: Gerade im Breitensport oder bei Bergab-Läufen ist die Wade einer hohen Beanspruchung ausgesetzt. Auch hier kann sich nach einem Unfall oder wiederkehrender Überlastung ein Hämatom bilden, das im weiteren Verlauf verhärtet.
  • Brust (insbesondere weibliche Brust): Quetschungen und Stürze auf die Brust können aufgrund der guten Durchblutung zu erheblichen Hämatomen führen.

An welchen Symptomen erkennen Sie ein verkapseltes Hämatom?

Ein verhärtetes Hämatom selbst verursacht oft keine direkten Schmerzen, jedoch können die damit verbundenen Raumforderungen und die Kompression umliegender Strukturen zu einer Reihe von Beschwerden führen. Die häufigsten Symptome sind:

  • Tastbare Verhärtung: Der Patient kann das verkapselte Hämatom meist als derbe, feste Struktur unter der Haut tasten. Diese ist oft nicht schmerzhaft auf Druck und lässt sich nicht einfach wegdrücken.
  • Schwellung und Spannungsgefühl: Die sichtbare Schwellung, oft als blauer Fleck mit einem Knubbel unter der Haut, führt insbesondere in räumlich begrenzten Regionen zu einem unangenehmen Spannungsgefühl oder Schmerz.
  • Neurologische Beschwerden: Wenn das verhärtete Hämatom auf einen benachbarten Nerv drückt, können folgende Symptome auftreten:
    • Taubheitsgefühl
    • Kribbeln
    • Schmerzen entlang des Nervenverlaufs
  • Bewegungseinschränkungen: Je nach Lokalisation und Größe des Hämatoms können die beengten Platzverhältnisse zu deutlichen Beeinträchtigungen der Beweglichkeit führen. Dies ist besonders in Gelenknähe oder in stark beanspruchten Muskeln der Fall.
  • Muskelschmerzen: Wenn ein Hämatom über längere Zeit in einem Muskel sitzt und sich verkapselt, können bei Muskelbewegungen Schmerzen auftreten, da die verhärtete Masse die normale Funktion des Muskels behindert.
  • Juckreiz: Viele Patienten berichten, dass der verhärtete blaue Fleck während des Abheilungsprozesses juckt.
  • Entzündungszeichen: In manchen Fällen, besonders wenn das Hämatom über einen längeren Zeitraum im Körper verbleibt und eine beeinträchtigende Größe hat, kann es sich entzünden. Dies äußert sich durch Rötung, Überwärmung und Schmerzen.

Das Kompartmentsyndrom: Ein Notfall!

Eine besonders ernste Komplikation eines großen Blutergusses ist das sogenannte Kompartmentsyndrom. Hierbei kommt es zu einer so massiven Einblutung in einen begrenzten Muskelraum (Kompartiment), dass der Druck in diesem Bereich extrem ansteigt. Da das Blut nicht genug Platz zum Ausbreiten hat und auf feste Gewebe und Strukturen stößt, kann dieser erhöhte Druck dazu führen, dass wichtige benachbarte Blutgefäße und Nerven komprimiert werden. Dies kann zu einer irreversiblen Schädigung dieser Strukturen führen. Ein Kompartmentsyndrom ist ein akuter Notfall und muss umgehend im Krankenhaus behandelt werden, um dauerhafte neurologische Ausfälle oder Schäden an Blutgefäßen zu verhindern. Besonders gefährdet sind hierfür anatomisch enge Bereiche wie das Handgelenk oder der Unterschenkel.

Diagnose eines verhärteten Hämatoms

Die Diagnose eines verhärteten Hämatoms erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese (Krankenbefragung), körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Ziel ist es, das Ausmaß der Einblutung zu beurteilen, mögliche Komplikationen auszuschließen und die beste Behandlungsstrategie festzulegen.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Zunächst wird der Arzt Sie ausführlich befragen:

  • Welcher Art sind Ihre Beschwerden und seit wann bestehen sie?
  • Ist ein Trauma, Sturz oder Unfall vorausgegangen?
  • Gibt es Vorerkrankungen oder nehmen Sie Medikamente (z.B. Blutverdünner)?

Anschließend folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird den betroffenen Bereich sorgfältig abtasten, um die Konsistenz des Hämatoms zu beurteilen und seine Ausbreitung einzugrenzen. Auch wird die Beweglichkeit der betroffenen Extremität geprüft und spezielle Tests durchgeführt, um festzustellen, ob Nerven durch das Hämatom beeinträchtigt werden.

Bildgebende Verfahren

Zur genauen Beurteilung eines verhärteten Hämatoms kommen verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz:

  • Ultraschall (Sonographie): Der Ultraschall ist eine hervorragende Methode, um verkapselte und verhärtete Hämatome darzustellen. Blutansammlungen erscheinen im Ultraschall als dunkle Bereiche. Der Untersucher kann mit dem Ultraschallkopf über die Verhärtung fahren und die darunterliegende Struktur sowie die genaue Ausbreitung des Hämatoms beurteilen. Es ist eine schnelle, schmerzlose und strahlungsfreie Methode.
  • Röntgenbild: Röntgenbilder eignen sich primär zur Darstellung dichter Strukturen wie Knochen. Ein Hämatom ist auf einem Röntgenbild in der Regel nur dann sichtbar, wenn es eine röntgendichte Hülle umgibt oder bereits verkalkt ist. Für die Weichteildarstellung ist es weniger geeignet.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT-Untersuchung wird bei einem verhärteten Hämatom dann durchgeführt, wenn der Ultraschall nicht ausreicht, um das Ausmaß des Hämatoms, mögliche Folgen oder Begleitverletzungen präzise nachzuweisen. Das MRT bietet eine detaillierte Darstellung von Weichteilen und kann nicht nur das Hämatom und seine Ausdehnung erkennen, sondern auch, ob umliegende Muskeln, Blutgefäße oder Nerven in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein MRT ist insbesondere indiziert, wenn das Hämatom immer größer wird, scheinbar nicht zum Stillstand kommt, nach einem schweren Unfall das genaue Ausmaß beurteilt werden muss oder wenn trotz Behandlung keine Besserung der Beschwerden eintritt.

Wie kann man ein verhärtetes Hämatom am besten auflösen?

Die Auflösung eines verhärteten Hämatoms erfordert oft Geduld und eine gezielte Therapie. Zunächst versucht der Körper, das Hämatom selbst abzubauen. Dieser Prozess kann jedoch, insbesondere bei Verkapselungen, sehr langsam oder unvollständig sein. Eine Kombination aus konservativen Maßnahmen und gegebenenfalls medizinischen oder chirurgischen Eingriffen ist oft der Schlüssel zum Erfolg.

Konservative Behandlungsansätze

Die initiale Behandlung eines Hämatoms folgt oft dem PECH-Schema (Pause, Eis, Kompression, Hochlagerung), welches auch bei verhärteten Hämatomen in angepasster Form angewendet werden kann:

  • Kühlung: In der Anfangsphase und bei Schwellungen hilft regelmäßiges Kühlen (z.B. mit Eispacks, eingewickelt in ein Handtuch) dabei, die Schwellung zu reduzieren.
  • Wärmeanwendungen: Sobald die akute Schwellung abgeklungen ist, können moderate Wärmeanwendungen (z.B. warme Kompressen oder vorsichtige Bäder) den Abtransport der verbleibenden Blutreste fördern, da Wärme die Durchblutung anregt.
  • Elastischer Verband: Ein elastischer Verband unterstützt die lokale Druckausübung und verbessert die venöse und lymphatische Zirkulation, was den Abbau des Hämatoms beschleunigen kann.
  • Sanfte Bewegungstherapie: Gezielte, sanfte Übungen unter Anleitung von Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftlern können helfen, das verhärtete Gewebe aufzulockern, die Durchblutung zu fördern und die umliegende Muskulatur zu stärken. Dies trägt dazu bei, Restblutansammlungen abzutransportieren und das Risiko weiterer Verhärtungen zu verringern.
  • Hochlagerung: Das Hochlagern der betroffenen Extremität reduziert zusätzlich Schwellungen und unterstützt den Heilungsverlauf durch Verbesserung des venösen Rückflusses.
  • Medikamentöse Therapie: Bei stärkeren Schmerzen oder Entzündungen können entzündungshemmende Wirkstoffe (z.B. NSAR) zum Einsatz kommen.
  • Lymphdrainage: Eine manuelle Lymphdrainage kann den Abtransport von Flüssigkeit und Blutresten aus dem Gewebe unterstützen.

Spezielle Therapien und Salben

  • Heparin-Salben: Heparinhaltige Salben können den Abbau des Hämatoms beschleunigen. Sie sollten 1-3 Mal täglich auf den betroffenen Bereich aufgetragen und einziehen gelassen werden. Heparin hat eine gerinnungshemmende und thrombusauflösende Wirkung.
  • Stoßwellentherapie: In hartnäckigen Fällen, wenn das Hämatom langfristig Beschwerden verursacht oder die Beweglichkeit deutlich einschränkt, kann eine Stoßwellentherapie erwogen werden. Die mechanischen Wellen können das verhärtete Gewebe aufbrechen und die Durchblutung sowie den Stoffwechsel anregen.
  • Lasertherapie: Bei oberflächlichen, sogenannten subkutanen Hämatomen, kann eine Lasertherapie zur Anwendung kommen, um den Heilungsprozess zu fördern und die Resorption zu beschleunigen.

Hausmittel zur Unterstützung

Einige Hausmittel können den Abbau des Hämatoms unterstützen, sollten aber immer nur ergänzend und bei unkomplizierten Fällen angewendet werden:

  • Arnika-Salbe: Arnika wird traditionell zur Behandlung von Prellungen und Blutergüssen eingesetzt. Eine Arnika-Salbe kann 2-3 Mal täglich auf den betroffenen Bereich aufgetragen werden, um die Heilung zu fördern.
  • Massieren: Ein verkapselter Bluterguss kann vorsichtig mit leichten, mäßig kreisenden Bewegungen massiert werden. Dies sollte jedoch nur erfolgen, wenn das Hämatom keine starken Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln verursacht. Falsche oder zu intensive Massage kann im schlimmsten Fall eine Verkalkung des Blutergusses auslösen.
  • Zwiebelwickel: Zwiebeln wird eine abschwellende und Hämatom-bekämpfende Wirkung nachgesagt. Eine geschälte Zwiebel in ein Handtuch wickeln und für 3x10 Minuten täglich auf den verhärteten Bluterguss legen.
  • Apfelessig: Apfelessig kann auf ein Baumwolltuch gegeben und vorsichtig in die Haut über dem Bluterguss einmassiert werden. Dies soll die Durchblutung der Hautoberfläche anregen und den regenerativen Abbauprozess stimulieren.
  • Quarkwickel: Kalter Quark auf die Verletzung auflegen und mit einem Geschirrtuch fixieren. Der Wickel bleibt, bis der Quark warm wird. Quark soll eine abschwellende und schmerzlindernde Wirkung haben.

Punktion und chirurgische Ausräumung

Wenn auch nach längerer konservativer Behandlung keine Besserung der Beschwerden eintritt, das Hämatom nicht kleiner wird oder sogar wächst, kann eine Punktion oder chirurgische Ausräumung notwendig werden.

  • Punktion des Hämatoms: Eine Punktion ist nur in der frühen Phase möglich, solange das Blut noch flüssig ist. Hierbei wird das Blut mittels einer Nadel unter sterilen Bedingungen abgeleitet.
  • Chirurgische Ausräumung: Diese kommt zum Einsatz, wenn das Hämatom bereits geronnen oder verkapselt ist und sich nicht mehr punktieren lässt, wenn neurologische Ausfälle aufgrund des Hämatoms entstanden sind oder ein Kompartmentsyndrom droht. Eine Hämatomausräumung ist ein chirurgischer Eingriff, der im Krankenhaus durchgeführt werden muss.

Wichtiger Hinweis: Versuchen Sie niemals, einen Bluterguss eigenständig aufzustechen, da dies ein hohes Infektionsrisiko birgt und schwerwiegende Komplikationen verursachen kann!

Wann muss ein Hämatom chirurgisch ausgeräumt werden?

Eine chirurgische Ausräumung (Hämatomausräumung) ist in bestimmten Fällen unerlässlich, insbesondere wenn das Hämatom verkapselt ist oder nicht von selbst verschwindet. Die Hauptindikationen für einen operativen Eingriff sind:

  • Infektionsgefahr: Es besteht die Gefahr, dass sich das Hämatom bakteriell infizieren könnte, was zu einer möglichen Blutvergiftung (Sepsis) führen kann.
  • Anhaltende Blutung: Die Blutung kommt nicht zum Stillstand, und es ist eine gleichzeitige chirurgische Blutstillung erforderlich.
  • Kompression sensibler Strukturen: Das verkapselte Hämatom drückt auf empfindliche Strukturen wie Nerven oder Blutgefäße, was zu Funktionsstörungen oder Schmerzen führt.
  • Drohendes Kompartmentsyndrom: Dies ist ein absoluter Notfall, bei dem der erhöhte Druck im Gewebe die Blutversorgung und Nervenfunktion gefährdet.

Eine Hämatomausräumung kann nur in einem Krankenhaus durchgeführt werden.

Dauer des Krankenhausaufenthalts nach einer Hämatomausräumung

Die Dauer des Krankenhausaufenthalts nach einer chirurgischen Hämatomausräumung variiert je nach Ort, Ausmaß des Hämatoms und möglichen Begleitverletzungen:

Art der AusräumungDauer des Krankenhausaufenthalts
Unkomplizierte Hämatomausräumung1 bis 2 Tage
Komplizierte Hämatomausräumung (z.B. mit Nachblutung)Ca. 7 Tage oder länger

Dauer und Prognose

Die Dauer, bis ein verhärtetes Hämatom vollständig abheilt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Größe des Hämatoms: Kleine verhärtete Hämatome können schon nach ein bis zwei Tagen eine Besserung zeigen. Tennisballgroße Hämatome, besonders ohne konsequente Schonung oder Behandlung, können hingegen mehrere Wochen oder sogar Monate bestehen bleiben.
  • Durchgeführte Behandlungen: Eine frühzeitige und adäquate Therapie kann den Heilungsprozess erheblich beschleunigen.
  • Konsequenz der Schonung: Ausreichende Ruhe und das Vermeiden von erneuter Belastung sind entscheidend für eine zügige Heilung.

Die Prognose für ein verhärtetes Hämatom ist in der Regel gut. Im schlimmsten Fall, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine chirurgische Ausräumung erfolgen, die das Hämatom in den meisten Fällen vollständig beseitigt. Das Kompartmentsyndrom muss jedoch immer operativ behandelt werden; bei Nichtbehandlung drohen nachhaltige Schäden an Nerven und Gefäßen mit einer schlechten Prognose.

Krankschreibung bei einem verhärteten Hämatom

Die Dauer der Krankschreibung bei einem verhärteten Hämatom hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe des Hämatoms: Je größer das Hämatom, desto länger kann die Genesungszeit dauern.
  • Region des Auftretens: Ein Hämatom an einer stark beanspruchten Körperstelle (z.B. Bein) kann die Arbeitsfähigkeit stärker beeinträchtigen als an einer weniger belasteten Stelle.
  • Berufliche Tätigkeit: Die Art der Arbeit spielt eine entscheidende Rolle.

Kleine Hämatome bei sitzenden Tätigkeiten bedürfen manchmal keiner oder nur einer sehr kurzen Krankschreibung (ein bis zwei Tage). Bei großen Hämatomen, insbesondere wenn schwere körperliche Arbeit verrichtet wird, sollte eine Krankschreibung so lange erfolgen, bis das Hämatom komplett verschwunden ist und die volle Belastbarkeit wiederhergestellt ist. Das verhärtete Hämatom muss vollständig ausgeheilt sein, bevor schwere körperliche Arbeit wieder aufgenommen werden darf.

Orientierende Richtwerte für die Dauer der Krankschreibung:

  • Büroarbeit (sitzende Tätigkeit): 7-14 Tage. Hierbei müssen die Belastung der betroffenen Extremität bei der Arbeitsunfähigkeit und der Weg zur Arbeit (z.B. Autofahren) genau berücksichtigt werden.
  • Mäßige körperliche Arbeit: 14-28 Tage.
  • Schwere körperliche Arbeit: 4 Wochen bis mehrere Monate.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Kann ein verhärtetes Hämatom gefährlich sein?

Meist sind verhärtete Hämatome harmlos, können aber, wenn sie auf Nerven oder Blutgefäße drücken oder sich entzünden, zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Bewegungseinschränkungen führen. Die größte Gefahr besteht, wenn ein Kompartmentsyndrom droht, welches ein medizinischer Notfall ist und sofortige Behandlung erfordert.

Wie lange dauert es, bis ein verhärtetes Hämatom verschwindet?

Die Dauer variiert stark. Kleine Hämatome können innerhalb weniger Tage abheilen, während große oder verkapselte Hämatome Wochen bis Monate benötigen können. Eine konsequente Behandlung und Schonung können den Heilungsprozess beschleunigen.

Sollte ich ein verhärtetes Hämatom massieren?

Vorsichtige, sanfte Massagen können den Abbau fördern, aber nur, wenn keine starken Schmerzen oder neurologischen Symptome vorliegen. Zu intensive oder falsche Massage kann den Zustand verschlimmern oder sogar eine Verkalkung des Blutergusses auslösen. Konsultieren Sie immer einen Spezialisten, bevor Sie massieren.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn ein Bluterguss ungewöhnlich groß ist, sich verhärtet, starke Schmerzen verursacht, Taubheitsgefühle oder Kribbeln auftreten, die Beweglichkeit eingeschränkt ist, oder wenn Anzeichen einer Entzündung (Rötung, Überwärmung, Schwellung) sichtbar sind. Bei Verdacht auf ein Kompartmentsyndrom ist sofortige ärztliche Hilfe unerlässlich.

Kann ein verhärtetes Hämatom wiederkommen?

Ein ausgeheiltes Hämatom sollte nicht spontan wiederkehren. Allerdings kann eine erneute Verletzung an derselben Stelle oder eine zugrunde liegende Ursache (z.B. Blutgerinnungsstörung) zu einer neuen Einblutung und potenziell wieder zu einem verhärteten Hämatom führen.

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