Wie bekomme ich meine Bindehaut wieder sauber?

Augengesundheit: Bindehautentzündung verstehen

02/10/2022

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Unsere Augen sind nicht nur das Fenster zur Welt, sondern auch empfindliche Organe, die täglich unzähligen Reizen ausgesetzt sind. Manchmal signalisieren sie uns mit Rötungen, Juckreiz oder einem unangenehmen Fremdkörpergefühl, dass etwas nicht stimmt. Eine der häufigsten Ursachen für solche Beschwerden ist die Bindehautentzündung – ein Zustand, der zwar oft harmlos ist, aber dennoch unangenehm sein kann und eine genaue Betrachtung verdient. In diesem umfassenden Artikel tauchen wir tief in das Thema Konjunktivitis ein, beleuchten ihre Ursachen, Symptome und die vielfältigen Wege, wie man gereizte Augen wieder beruhigen und schützen kann.

Kann man eine Bindehautentzündung von selbst heilen?
Bei einer Bindehautentzündung wird oft schnell ein Antibiotikum gezückt – das muss nicht immer sein. In vielen Fällen kann eine Bindehautentzündung auch allein ausheilen. Einige Hausmittel und Verhaltensempfehlungen können helfen. Wie zeigt sich eine Bindehautentzündung und kann sie von selbst heilen? Was kann man bei einer Bindehautentzündung tun?
Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis)?

Die Bindehaut, medizinisch als Konjunktiva bezeichnet, ist eine dünne, aber sehr wichtige Schleimhaut, die das Innere unserer Augenlider auskleidet und sich bis zum Augapfel erstreckt. Sie ist reich durchblutet und spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Augen, insbesondere trägt sie maßgeblich zum Tränenfilm bei. Dieser feine Flüssigkeitsfilm ist unerlässlich, um das Auge stets feucht zu halten, es vor äußeren Einflüssen zu schützen und eine klare Sicht zu gewährleisten.

Bei einer Bindehautentzündung reagiert diese empfindliche Schleimhaut auf schädliche Reize mit einer Entzündungsreaktion. Dies äußert sich typischerweise durch eine deutliche Rötung und kann auch zu einer spürbaren Schwellung der Bindehaut selbst sowie der Augenlider führen. Im Rahmen dieser Entzündung werden auch Eiweißstoffe und weiße Blutkörperchen, sogenannte Leukozyten, ausgeschüttet, die zur Abwehr des Reizes oder Erregers dienen. Eine Konjunktivitis ist keine Altersfrage; sie kann gleichermaßen Erwachsene, Kinder und sogar Babys betreffen, was sie zu einer sehr verbreiteten Augenerkrankung macht.

Obwohl die meisten Bindehautentzündungen nach etwa ein bis zwei Wochen von selbst abklingen, ist es von größter Bedeutung, sie immer ärztlich abklären zu lassen. Nur eine fachkundige Diagnose durch einen Augenarzt kann die genaue Ursache feststellen und sicherstellen, dass eine angemessene Behandlung eingeleitet wird, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und die Genesung zu beschleunigen.

Mögliche Ursachen einer Bindehautentzündung

Bindehautentzündungen sind vielfältig in ihren Ursachen und lassen sich grundsätzlich in zwei Hauptkategorien unterteilen: infektiöse und nicht-infektiöse Augenentzündungen. Das Verständnis der Auslöser ist entscheidend für eine effektive Behandlung.

Infektiöse Bindehautentzündung

Wenn die Augenentzündung durch Krankheitserreger verursacht wird, sprechen wir von einer infektiösen Bindehautentzündung. Diese Form ist oft hochansteckend und erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

  • Viren: Sie sind die häufigsten Verursacher, insbesondere im Erwachsenenalter. Adenoviren sind hierbei die prominentesten Übeltäter und treten oft im Zusammenhang mit einer Erkältung auf. Auch Herpesviren können eine Bindehautentzündung auslösen.
  • Bakterien: Besonders im Kindesalter spielen Bakterien eine größere Rolle. Typische bakterielle Erreger sind Hämophilus, Pneumokokken, Staphylokokken oder Streptokokken, Moraxella-Arten und Chlamydien.
  • Parasiten oder Pilze: Diese sind als Auslöser seltener, können aber in bestimmten Fällen ebenfalls eine Bindehautentzündung verursachen.

Besondere Vorsicht ist bei zwei spezifischen Arten der infektiösen Bindehautentzündung geboten, da sie eine hohe Ansteckungsgefahr bergen:

  • Adenoviren: Diese Entzündungen gehen oft mit Erkältungssymptomen einher und verbreiten sich leicht durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion.
  • Chlamydien oder Gonokokken: Bei Erwachsenen können sich diese Erreger durch nahen und intimen Kontakt verbreiten, was oft eine Ansteckung des Partners zur Folge hat. Gelangen sie bei der Geburt in die Augen von Babys, können sie eine sogenannte Neugeborenen-Konjunktivitis hervorrufen, die umgehend behandelt werden muss.

Die Übertragung von infektiösen Bindehautentzündungen erfolgt häufig durch Schmierinfektion. Betroffene neigen dazu, an den juckenden und brennenden Augen zu reiben, wodurch die Krankheitserreger auf die Hände gelangen und von dort leicht auf andere Menschen oder Gegenstände übertragen werden können. Auch über gemeinsam benutzte Handtücher, Waschlappen oder sogar durch eine Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Sprechen, kann man sich anstecken. Eine strikte Hygiene ist daher unerlässlich, um die Ausbreitung zu verhindern.

Nicht-infektiöse Ursachen

Nicht immer sind Keime für eine Bindehautentzündung verantwortlich. Auch äußere Reize oder innere Zustände des Auges können eine Entzündung hervorrufen:

  • Allergische Bindehautentzündung: Sind Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder andere Allergene der Grund für juckende, rote und tränende Augen, liegt eine allergische Bindehautentzündung vor. Diese tritt häufig zusammen mit Heuschnupfen oder anderen allergischen Reaktionen auf.
  • Medikamente als Auslöser: Überraschenderweise können bestimmte Augentropfen, die eigentlich gegen „rote Augen“ helfen sollen, bei zu langer oder unsachgemäßer Anwendung selbst eine Bindehautentzündung verursachen. Sie wirken zwar gefäßverengend und lassen die Rötung verschwinden, reduzieren aber gleichzeitig die Produktion von Tränenflüssigkeit. Dies trocknet das Auge aus und reizt es, was wiederum zu einer Entzündung führen kann.
  • Mechanische Reize: Unsere Augen reagieren empfindlich auf Umwelteinflüsse. Rauch, Staubpartikel, trockene Luft, Zugluft oder gechlortes Wasser im Schwimmbad können die Bindehaut irritieren und eine Entzündung hervorrufen. Auch ein chronisch zu trockenes Auge, bekannt als Sicca-Syndrom, kann sich durch eine Bindehautentzündung bemerkbar machen, da der fehlende Tränenfilm die Oberfläche des Auges unzureichend schützt.

Was sind die Symptome einer Bindehautentzündung?

Die Symptome einer Bindehautentzündung können je nach Ursache und Schweregrad variieren, doch es gibt einige typische Anzeichen, die auf eine Konjunktivitis hinweisen:

  • Rote, gereizte Augen: Dies ist das häufigste und auffälligste Anzeichen. Die Augen sind deutlich gerötet, oft brennen, jucken und tränen sie stark. Manchmal fühlen sich die Augen auch müde und schwer an.
  • Gefühl eines Fremdkörpers: Viele Betroffene beschreiben ein unangenehmes Gefühl, als ob kleine Sandkörner im Auge wären oder ein ständiger Druck auf dem Auge lastet, der bei jedem Lidschlag verstärkt wird. Dieses Gefühl ist besonders störend.
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie): Helles Licht, sei es Sonnenlicht oder künstliches Licht, kann für Menschen mit Bindehautentzündung sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Sie reagieren besonders sensibel darauf und suchen oft dunklere Umgebungen auf.
  • Augensekret und verklebte Lider: Oft tritt ein wässriges, schleimiges oder eitriges Sekret aus dem Auge aus. Dieses Sekret ist häufig weißlich-gelb und klebrig, insbesondere morgens nach dem Aufwachen. Es kann die Augenlider regelrecht verkleben, sodass das Öffnen der Augen schwierig ist. Schleimfäden können sich auch im Auge ansammeln und beim Sehen stören, indem sie die Sicht zeitweise trüben.
  • Begleitsymptome: Bei einer viralen Bindehautentzündung, insbesondere durch Adenoviren verursacht, können geschwollene Lymphknoten im Halsbereich auftreten. Häufig ist bei viralen Infektionen zuerst nur ein Auge betroffen, bevor sich die Entzündung möglicherweise auf das andere Auge ausbreitet.

Es ist entscheidend zu verstehen, dass ein gereiztes, geschwollenes oder rotes Auge auch ein Anzeichen für schwerwiegendere Augenerkrankungen sein kann. Daher sollte jedes dieser Symptome, selbst wenn es sich „nur“ um eine einfache Bindehautentzündung handelt, immer umgehend von einer Augenärztin oder einem Augenarzt abgeklärt werden. Nur so kann die genaue Ursache ermittelt und eine zielgerichtete und effektive Behandlung sichergestellt werden.

Diagnose: Wie erkennt der Arzt eine Bindehautentzündung?

Die Diagnose einer Bindehautentzündung beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch zwischen Patient und Arzt, der sogenannten Anamnese. Dabei erkundigt sich der Augenarzt nach den genauen Symptomen, deren Beginn, möglichen Auslösern (wie Kontakt zu Infizierten, Allergien, Medikamenteneinnahme oder Kontaktlinsennutzung) und der allgemeinen Krankengeschichte. Dieses Gespräch ist entscheidend, um erste Hinweise auf die mögliche Ursache der Entzündung zu erhalten.

Anschließend folgt eine gründliche Untersuchung der Augen. Der Augenarzt verwendet hierfür eine spezielle Spaltlampe. Dieses Instrument ermöglicht eine stark vergrößerte und beleuchtete Darstellung der Augenstrukturen, insbesondere der Bindehaut und der Lider. So können Rötungen, Schwellungen, Sekretablagerungen, Fremdkörper oder andere Auffälligkeiten genau beurteilt werden.

Besteht der Verdacht auf eine infektiöse Bindehautentzündung, kann ein Abstrich von der Bindehaut genommen werden. Dieser Abstrich wird anschließend im Labor auf das Vorhandensein von Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien untersucht. Die genaue Bestimmung des Erregers ist wichtig, um eine spezifische und wirksame Therapie einleiten zu können, beispielsweise die Verabreichung von Antibiotika bei bakteriellen Infektionen.

Im Falle einer vermuteten allergischen Bindehautentzündung können spezielle Allergietests durchgeführt werden. Der sogenannte Prick-Test ist hierbei eine gängige Methode, um festzustellen, welche spezifischen Allergene (z.B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare) die entzündliche Reaktion am Auge auslösen. Die Kenntnis des Allergens ist entscheidend, um eine Allergenvermeidung zu empfehlen und eine gezielte antiallergische Behandlung zu ermöglichen.

Behandlung einer Bindehautentzündung

Die Therapie einer Bindehautentzündung ist stets ursachenorientiert und wird in der Regel direkt am Auge durchgeführt. Hierfür kommen meist Augentropfen oder Augensalben zum Einsatz, die präzise in den sogenannten Bindehautsack, den Raum zwischen Augapfel und Augenlid, eingebracht werden. Die Wahl des richtigen Medikaments hängt entscheidend davon ab, was die Augenentzündung verursacht hat.

Wie bekomme ich meine Bindehaut wieder sauber?
Anwendungstipp: Weichen Sie das Sekret auf, das die Bindehaut verklebt – zum Beispiel mit einem feuchten Waschlappen. Spülen Sie Absonderungen mit warmem Wasser aus, bevor Sie die Augentropfen benutzen. Augensalben können die Sicht behindern und die Lider etwas verkleben.

Bakterielle Bindehautentzündung

Liegt eine bakterielle Konjunktivitis vor, sind Antibiotika die Mittel der Wahl. Die Augentropfen oder -salben enthalten spezifische antibiotische Wirkstoffe, die darauf abzielen, die krankheitsverursachenden Bakterien abzutöten oder in ihrem Wachstum zu hemmen. Dies führt in der Regel zu einer raschen Besserung der Symptome. Bei einer durch Chlamydien verursachten Infektion ist es von großer Bedeutung, auch den Sexualpartner mit Antibiotika zu behandeln, üblicherweise in Tablettenform, um eine Wiederansteckung zu verhindern und die Infektionskette zu unterbrechen.

Virale Bindehautentzündung

Im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen heilen viele durch Viren verursachte Bindehautentzündungen, insbesondere die häufigen Adenoviren-Infektionen, von allein wieder ab. Eine gezielte antivirale Therapie gegen Adenoviren gibt es derzeit nicht. Die Behandlung konzentriert sich hier auf die Linderung der Symptome. Stark brennende oder juckende Augen lassen sich gut mit Tränenersatzmitteln behandeln, die das Auge befeuchten und beruhigen. Sind jedoch Herpesviren die Ursache der Bindehautentzündung – was seltener vorkommt, aber ernster sein kann –, kommen antivirale Wirkstoffe wie Aciclovir zum Einsatz, um die Virusvermehrung zu hemmen.

Allergische Bindehautentzündung

Ist die Konjunktivitis allergisch bedingt, liegt der Fokus der Behandlung auf der Linderung der allergischen Reaktion. Antihistaminika sind hier die primären Medikamente. Diese Substanzen hemmen die Ausschüttung von Histamin, einem Botenstoff, der für die typischen allergischen Symptome wie Juckreiz, Rötung und Schwellung verantwortlich ist. Zusätzlich ist es ratsam, die auslösenden Allergene so weit wie möglich zu meiden, um wiederkehrende Entzündungen zu verhindern.

Zu trockenes Auge

Wenn die Bindehaut sich entzündet hat, weil das Auge chronisch zu trocken ist (Sicca-Syndrom), können „künstliche Tränen“ oder Tränenersatzmittel eine deutliche Linderung der Beschwerden bewirken. Diese speziellen Augentropfen bilden einen schützenden Film auf der Augenoberfläche und befeuchten das Auge langanhaltend, wodurch die Reizung reduziert und die natürliche Funktion des Tränenfilms unterstützt wird.

Bindehautentzündung durch Reizstoffe

Bei einer Bindehautentzündung, die durch äußere Reizstoffe wie Rauch, Staub, Zugluft oder gechlortes Wasser verursacht wird, ist die wichtigste Maßnahme die konsequente Vermeidung der auslösenden Reize. Das Tragen einer Schutzbrille in staubiger Umgebung, das Meiden von Zugluft oder das Tragen einer Schwimmbrille im Schwimmbad kann hier präventiv wirken und die Heilung unterstützen.

Bindehautentzündung durch Medikamente oder Kosmetika

Falls bestimmte Medikamente, insbesondere Augentropfen, oder Inhaltsstoffe in Kosmetika eine Bindehautentzündung ausgelöst haben, sollten diese Mittel sofort abgesetzt werden. Es ist zudem ratsam, eine allergologische Praxis aufzusuchen, um eine mögliche Allergie gegen bestimmte Bestandteile zu klären und zukünftige Reaktionen zu vermeiden.

Behandlung im Überblick: Ursache und Therapie

Ursache der BindehautentzündungTypische BehandlungWichtige Hinweise
Bakterien (z.B. Staphylokokken, Chlamydien)Antibiotische Augentropfen oder -salbenBei Chlamydieninfektion: Partnerbehandlung erwägen.
Viren (z.B. Adenoviren, Herpesviren)Meist selbstheilend; symptomatische Linderung (Tränenersatzmittel). Bei Herpesviren: antivirale Wirkstoffe (z.B. Aciclovir).Keine spezifische Therapie für Adenoviren.
Allergene (z.B. Pollen, Hausstaub)Antihistaminika, AllergenvermeidungOft im Zusammenhang mit Heuschnupfen.
Trockene Augen (Sicca-Syndrom)Künstliche Tränen (Tränenersatzmittel)Langfristige Befeuchtung des Auges.
Reizstoffe (z.B. Rauch, Chlor, Zugluft)Vermeidung der auslösenden ReizeAugen schützen.
Medikamente/KosmetikaAbsetzen des auslösenden Mittels, allergologische AbklärungInhaltsstoffe überprüfen.

Wie kann man einer Bindehautentzündung vorbeugen?

Die Vorbeugung einer Bindehautentzündung ist in vielen Fällen möglich und trägt maßgeblich zur Augengesundheit bei. Insbesondere gegen infektiöse Formen kann man sich mit einfachen, aber effektiven Maßnahmen schützen:

  • Gute Hygiene ist das A und O: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife ist die wichtigste Maßnahme, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Berühren Sie Ihre Augen nicht mit ungewaschenen Händen. Hat beispielsweise ein Kind eine infektiöse Bindehautentzündung, stecken sich Eltern und Geschwister schnell an. Um dies zu vermeiden, sollten Handtücher und Waschlappen nicht gemeinsam benutzt werden. Jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Handtuch haben, das regelmäßig gewechselt und heiß gewaschen wird.
  • Vorsicht bei Augentropfen gegen Rötungen: Gefäßverengende Augentropfen, die kurzfristig gegen rote Augen helfen, sollten nur wenige Tage und ausschließlich nach ärztlicher Anweisung benutzt werden. Der Grund: Sie trocknen das Auge auf Dauer aus, was paradoxerweise eine Reizung und damit eine erneute Entzündung der Bindehaut auslösen kann.
  • Finger weg von Hausmitteln: Auch wenn der Gedanke verlockend ist, auf Hausmittel wie Kamille-Zubereitungen zurückzugreifen, sollte man dies unbedingt vermeiden. Kamille wirkt zwar leicht entzündungshemmend, kann jedoch bei manchen Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen. Zudem sind selbst hergestellte Lösungen nicht steril und können Krankheitserreger enthalten, die für das empfindliche Auge gefährlich werden und die Entzündung sogar verschlimmern können. Verlassen Sie sich stattdessen auf medizinisch geprüfte Produkte und ärztlichen Rat.
  • Kontaktlinsenpausen einlegen: Während einer infektiösen Bindehautentzündung sollten Kontaktlinsen auf keinen Fall getragen werden. Sie können die Genesung behindern, die Reizung verstärken und sogar dazu führen, dass sich eine gefährliche Hornhautentzündung (Keratitis) entwickelt. Zudem können sich die Erreger auf den Linsen festsetzen und bei erneutem Einsetzen eine Wiederansteckung verursachen. Tragen Sie in dieser Zeit besser eine Brille.
  • Schutz vor äußeren Reizen: Schützen Sie Ihre Augen vor Rauch, starkem Wind, Staub und gechlortem Wasser. Tragen Sie bei Bedarf eine Schutzbrille oder eine Sonnenbrille.

Häufig gestellte Fragen zur Bindehautentzündung

Kann eine Bindehautentzündung von selbst heilen?

Ja, viele Bindehautentzündungen, insbesondere die viralen Formen oder solche, die durch leichte Reizungen verursacht werden, heilen tatsächlich von selbst wieder ab. Oft geschieht dies innerhalb von ein bis zwei Wochen. Dennoch ist es von größter Bedeutung, einen Verdacht immer ärztlich abklären zu lassen. Nur ein Augenarzt kann die genaue Ursache feststellen und sicherstellen, dass keine ernsthaftere Erkrankung vorliegt oder eine spezifische Behandlung notwendig ist. Eigenbehandlungen ohne Diagnose können die Situation verschlimmern oder die Heilung verzögern.

Was hilft sofort bei Bindehautentzündung?

Es gibt kein universelles Mittel, das sofort und gegen jede Art von Bindehautentzündung hilft, da die Behandlung stark von der Ursache abhängt. Symptomatisch lassen sich jedoch oft unangenehme Beschwerden wie geschwollene, juckende oder verklebte Augen mit rezeptfreien Augentropfen oder Augensalben lindern. Kühlende Kompressen können ebenfalls wohltuend wirken. Wichtig ist, die Ursache zu kennen, um die richtige Linderung zu finden. Bei starken Beschwerden sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Kann man die Heilung einer Bindehautentzündung beschleunigen?

Die Heilungsdauer hängt stark von der Ursache ab. Wenn Bakterien die Entzündung verursacht haben, können Antibiotika die Heilung erheblich beschleunigen. Bei viralen Entzündungen gibt es oft keine spezifische medikamentöse Therapie, und der Körper muss die Infektion selbst bekämpfen, was seine Zeit braucht. In solchen Fällen kann man die Heilung nicht direkt beschleunigen, aber symptomatische Behandlungen können den Verlauf angenehmer machen. Vermeiden Sie in jedem Fall reizende Faktoren und sorgen Sie für ausreichend Ruhe für die Augen.

Braucht man immer Antibiotika bei einer Bindehautentzündung?

Nein, definitiv nicht. Antibiotika sind nur dann sinnvoll und wirksam, wenn die Bindehautentzündung durch Bakterien verursacht wurde. Bei viralen oder allergischen Bindehautentzündungen sind Antibiotika wirkungslos und können sogar unnötige Nebenwirkungen verursachen oder zur Entwicklung von Resistenzen beitragen. Die Entscheidung, ob Antibiotika notwendig sind, sollte immer ein Augenarzt treffen, basierend auf einer genauen Diagnose. In vielen Fällen wird die Entzündung erfolgreich ohne Antibiotika behandelt.

Anwendungstipps für Augentropfen und -salben:

  • Sekret aufweichen und entfernen: Bevor Sie Augentropfen oder -salben anwenden, weichen Sie verklebtes Sekret, insbesondere morgens, vorsichtig mit einem feuchten, sauberen Waschlappen oder Kompressen auf. Spülen Sie Absonderungen mit lauwarmem, abgekochtem Wasser aus, um die Augen zu reinigen und die Wirkung der Medikamente zu verbessern.
  • Richtige Applikation: Ziehen Sie das Unterlid leicht nach unten und tropfen oder geben Sie die Salbe in den entstandenen Bindehautsack. Vermeiden Sie direkten Kontakt der Tropferspitze oder Tubenöffnung mit dem Auge, um eine Kontamination zu verhindern.
  • Salben vor dem Schlafengehen: Augensalben können die Sicht vorübergehend beeinträchtigen und die Lider etwas verkleben. Wenden Sie diese daher am besten abends vor dem Zubettgehen an, um die Sicht tagsüber nicht zu beeinträchtigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gereizte und rote Augen, die auf eine Bindehautentzündung hindeuten, zwar eine häufige Beschwerde sind, aber stets ernst genommen und professionell beurteilt werden sollten. Mit der richtigen Diagnose und einer angepassten Behandlung können Sie die Beschwerden effektiv lindern und schnell wieder klare Sicht und Wohlbefinden für Ihre Augen erlangen. Zögern Sie nicht, bei den ersten Anzeichen einen Fachmann zu konsultieren, um die Gesundheit Ihrer Augen langfristig zu schützen.

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