14/11/2022
Besenreiser – diese feinen, netzartigen Venenzeichnungen, die oft an den Beinen auftreten, sind für viele Menschen ein ästhetisches Ärgernis. Sie sind zwar meist harmlos, können aber das Selbstbewusstsein beeinträchtigen und den Wunsch nach unbeschwerten Sommerkleidern oder Badebekleidung trüben. Glücklicherweise bietet die moderne Medizin heute eine Vielzahl effektiver und schonender Methoden, um Besenreiser zu behandeln und das Erscheinungsbild Ihrer Beine deutlich zu verbessern. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der Besenreiser-Behandlung und entdecken Sie die Möglichkeiten, Ihre Beine wieder zum Strahlen zu bringen.

- Was sind Besenreiser und warum entstehen sie?
- Moderne Behandlungsmethoden im Überblick
- Vorbereitung und Nachsorge: Schlüssel zum Erfolg
- Prävention: Besenreisern vorbeugen
- Hausmittel und Mythen
- Kosten und Erstattung
- Tabelle: Vergleich der Hauptbehandlungsmethoden
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Klare Beine sind erreichbar
Was sind Besenreiser und warum entstehen sie?
Besenreiser, medizinisch als Teleangiektasien bezeichnet, sind kleine, erweiterte Blutgefäße, die dicht unter der Hautoberfläche liegen und wie feine blaue, rote oder violette Linien oder Spinnweben aussehen. Sie sind eine Form von Krampfadern, jedoch in ihrer kleinsten Ausprägung und ohne die typischen knotigen Veränderungen größerer Venen.
Die Entstehung von Besenreisern ist multifaktoriell. Eine der Hauptursachen ist die genetische Veranlagung. Wenn Ihre Eltern oder Großeltern Besenreiser hatten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch Sie davon betroffen sein werden. Daneben spielen hormonelle Faktoren eine Rolle, weshalb Frauen häufiger betroffen sind als Männer, insbesondere während der Schwangerschaft, nach Geburten oder in den Wechseljahren. Auch die Einnahme von Hormonpräparaten kann die Entstehung begünstigen.
Weitere beitragende Faktoren sind:
- Langes Stehen oder Sitzen: Berufe, die dies erfordern, können den Druck in den Beinvenen erhöhen.
- Übergewicht: Zusätzliches Gewicht belastet das Venensystem.
- Mangelnde Bewegung: Die Wadenmuskulatur, die als „Muskelpumpe“ den Blutfluss unterstützt, wird nicht ausreichend aktiviert.
- Sonneneinstrahlung: Übermäßige UV-Exposition kann die Haut schädigen und die Sichtbarkeit von Besenreisern verstärken.
- Alter: Mit zunehmendem Alter verlieren die Venenwände an Elastizität.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Besenreiser in der Regel ein rein ästhetisches Problem darstellen und im Gegensatz zu größeren Krampfadern selten zu medizinischen Komplikationen wie Schwellungen, Schmerzen oder Hautveränderungen führen.
Moderne Behandlungsmethoden im Überblick
Die Behandlung von Besenreisern hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Ziel ist es, die sichtbaren Gefäße zu verschließen, sodass sie vom Körper abgebaut werden und verschwinden. Die Wahl der Methode hängt von der Größe, Farbe und Lage der Besenreiser ab.
1. Sklerosierung (Verödungstherapie)
Die Sklerosierung ist die am häufigsten angewendete und bewährte Methode zur Behandlung von Besenreisern und kleineren Krampfadern. Dabei wird eine spezielle Flüssigkeit (Sklerosierungsmittel) direkt in die betroffenen Venen injiziert. Dieses Mittel reizt die Veneninnenwand, was zu einer Verklebung und schließlich zum Verschluss der Vene führt. Die Vene wird dann vom Körper abgebaut und verschwindet.
- Ablauf: Die Injektion erfolgt mit einer sehr feinen Nadel und ist meist kaum schmerzhaft. Je nach Ausmaß der Besenreiser können mehrere Injektionen in einer Sitzung notwendig sein.
- Vorteile: Sehr effektiv, gut verträglich, minimalinvasiv, ideal für einzelne größere Besenreiser und kleine retikuläre Venen.
- Nachsorge: Nach der Behandlung wird ein Kompressionsverband oder ein Kompressionsstrumpf angelegt, der für einige Tage bis Wochen getragen werden sollte, um den Behandlungserfolg zu optimieren und Schwellungen zu reduzieren. Leichte Bewegung ist direkt nach der Behandlung förderlich.
- Mögliche Nebenwirkungen: Vorübergehende Rötung, Schwellung, leichte Schmerzen, Blutergüsse oder eine vorübergehende bräunliche Verfärbung der Haut (Hyperpigmentierung), die meist nach einigen Wochen bis Monaten verschwindet.
2. Lasertherapie
Die Laserbehandlung ist eine nicht-invasive Methode, die besonders gut für sehr feine und oberflächliche Besenreiser geeignet ist. Dabei wird hochenergetisches Licht auf die Haut gerichtet. Der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) in den Besenreisern absorbiert die Laserenergie, wandelt sie in Wärme um und erhitzt das Gefäß gezielt. Dadurch verklebt und verschließt sich das Gefäß, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
- Ablauf: Der Laserstrahl wird von außen auf die Haut gegeben. Oft wird gleichzeitig ein Kühlsystem eingesetzt, um die Haut zu schützen und die Behandlung angenehmer zu machen.
- Vorteile: Keine Nadeln, gut für sehr feine, rötliche Besenreiser, besonders im Gesicht oder an empfindlichen Stellen.
- Nachsorge: Sonnenschutz ist entscheidend, um Hyperpigmentierungen zu vermeiden. Kühlung kann hilfreich sein.
- Mögliche Nebenwirkungen: Vorübergehende Rötung, Schwellung, leichte Krustenbildung oder Pigmentveränderungen.
3. Intense Pulsed Light (IPL) – Blitzlampentherapie
Ähnlich der Lasertherapie arbeitet IPL mit Lichtenergie, verwendet jedoch ein breiteres Spektrum an Wellenlängen. IPL-Geräte geben intensiv gepulstes Licht ab, das ebenfalls vom Hämoglobin in den Gefäßen absorbiert wird, um diese zu veröden. IPL ist oft effektiv bei diffusen Rötungen und sehr feinen, oberflächlichen Gefäßen.
- Ablauf: Wie bei der Laserbehandlung wird das Licht von außen auf die Haut appliziert.
- Vorteile: Effektiv bei flächigen Rötungen und sehr feinen Gefäßen.
- Nachsorge: Ähnlich der Lasertherapie, insbesondere Sonnenschutz.
- Mögliche Nebenwirkungen: Ähnlich der Lasertherapie.
Vorbereitung und Nachsorge: Schlüssel zum Erfolg
Die richtige Vorbereitung auf eine Besenreiserbehandlung und die konsequente Nachsorge sind entscheidend für den Behandlungserfolg und die Minimierung von Nebenwirkungen.
Vor der Behandlung:
- Umfassendes Beratungsgespräch: Ein erfahrener Arzt wird Ihre Beine untersuchen, die Art und Ausprägung der Besenreiser beurteilen und die für Sie am besten geeignete Methode besprechen. Eventuell sind Ultraschalluntersuchungen notwendig, um zugrunde liegende Venenprobleme auszuschließen.
- Medikamente: Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, insbesondere blutverdünnende Mittel, da diese vor der Behandlung eventuell abgesetzt werden müssen.
- Sonnenschutz: Vermeiden Sie intensive Sonnenbäder und Solarium vor der Laser- oder IPL-Behandlung, da gebräunte Haut das Risiko von Pigmentstörungen erhöhen kann.
- Hautzustand: Die Haut im Behandlungsbereich sollte intakt und frei von Entzündungen oder Infektionen sein.
Nach der Behandlung:
- Kompressionsstrümpfe: Nach der Sklerosierung ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen für einen bestimmten Zeitraum (oft 1-3 Wochen) unerlässlich. Sie unterstützen den Verschluss der Venen und reduzieren Schwellungen.
- Bewegung: Leichte Bewegung wie Gehen ist unmittelbar nach der Behandlung wichtig, um den Blutfluss anzuregen und das Risiko von Komplikationen zu minimieren. Vermeiden Sie jedoch in den ersten Tagen schwere körperliche Anstrengungen oder Sport.
- Vermeidung von Hitze: Verzichten Sie für einige Tage auf heiße Bäder, Saunagänge und Dampfbäder, da Wärme die Gefäße erweitern und den Heilungsprozess stören kann.
- Sonnenschutz: Nach Laser- oder IPL-Behandlungen ist konsequenter Sonnenschutz (Lichtschutzfaktor 50+) für mehrere Wochen unerlässlich, um Pigmentveränderungen zu vermeiden.
- Pflege: Halten Sie die behandelten Bereiche sauber und trocken. Verwenden Sie milde Pflegeprodukte.
- Geduld: Die Ergebnisse sind nicht sofort sichtbar. Es dauert einige Wochen, bis die verödeten Gefäße vollständig vom Körper abgebaut sind. Mehrere Sitzungen können notwendig sein, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Prävention: Besenreisern vorbeugen
Auch wenn eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt, können Sie mit einem bewussten Lebensstil viel dazu beitragen, die Entstehung neuer Besenreiser zu minimieren und die Gesundheit Ihrer Venen zu fördern.
- Regelmäßige Bewegung: Besonders Sportarten, die die Wadenmuskulatur aktivieren (Gehen, Wandern, Radfahren, Schwimmen), sind ideal. Die Muskelpumpe unterstützt den Blutrückfluss zum Herzen.
- Vermeidung von langem Stehen oder Sitzen: Legen Sie bei sitzenden Tätigkeiten regelmäßige Pausen ein, um aufzustehen und einige Schritte zu gehen. Bei stehenden Tätigkeiten versuchen Sie, das Gewicht zu verlagern oder kleine Wadenübungen zu machen.
- Beine hochlagern: Lagern Sie Ihre Beine mehrmals täglich für 15-20 Minuten hoch, um den Blutfluss zu erleichtern, besonders nach einem langen Tag.
- Gesundes Körpergewicht: Übergewicht belastet das Venensystem zusätzlich. Eine ausgewogene Ernährung und Gewichtsmanagement sind wichtig.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie genug Wasser, um das Blut flüssig zu halten und die Durchblutung zu fördern.
- Vermeidung von Hitze: Extreme Hitze (heiße Bäder, Sauna, Solarium) kann die Venen erweitern. Duschen Sie die Beine am Ende mit kaltem Wasser ab, um die Gefäße zu trainieren.
- Kompressionsstrümpfe: Bei längeren Flugreisen oder Berufen mit viel Stehen können vorbeugend Kompressionsstrümpfe getragen werden.
- Gesunde Ernährung: Eine Ernährung reich an Antioxidantien, Vitamin C und Flavonoiden (z.B. in Beeren, Zitrusfrüchten, dunklem Blattgemüse) kann die Gefäßwände stärken.
Hausmittel und Mythen
Im Internet kursieren zahlreiche Hausmittel zur Behandlung von Besenreisern, darunter Apfelessig, Rosskastanienextrakt, Aloe Vera oder verschiedene ätherische Öle. Es ist wichtig zu betonen, dass es für die Wirksamkeit dieser Mittel zur dauerhaften Entfernung von Besenreisern keine wissenschaftlichen Beweise gibt. Sie können bestenfalls eine leicht unterstützende Wirkung auf die Durchblutung oder das Wohlbefinden der Beine haben, aber sie werden die bereits erweiterten Gefäße nicht verschließen oder verschwinden lassen.
Vertrauen Sie bei der Behandlung von Besenreisern auf medizinisch anerkannte Methoden und lassen Sie sich von einem Facharzt beraten. Selbstmedikation mit unbewiesenen Mitteln kann zu Enttäuschungen führen und im schlimmsten Fall die Haut reizen oder allergische Reaktionen hervorrufen.
Kosten und Erstattung
Da Besenreiser in der Regel ein ästhetisches Problem darstellen und medizinisch nicht notwendig sind, werden die Kosten für die Behandlung in den meisten Fällen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Es handelt sich um eine sogenannte „IGeL-Leistung“ (Individuelle Gesundheitsleistung), die vom Patienten selbst getragen werden muss. Die Kosten variieren je nach Methode, Ausmaß der Besenreiser und Anzahl der benötigten Sitzungen. Ein detaillierter Kostenvoranschlag sollte vor Beginn der Behandlung besprochen werden.
Tabelle: Vergleich der Hauptbehandlungsmethoden
| Merkmal | Sklerosierung (Verödung) | Lasertherapie | IPL-Therapie |
|---|---|---|---|
| Wirkprinzip | Injektion von Verödungsmittel, das Gefäß verklebt | Gezielte Lichtenergie erhitzt und verschließt Gefäß | Breitbandiges Licht erhitzt und verschließt Gefäß |
| Geeignet für | Einzelne, größere Besenreiser, retikuläre Venen | Sehr feine, rötliche Besenreiser, oft im Gesicht | Diffuse Rötungen, feine, oberflächliche Gefäße |
| Schmerzempfinden | Leichter Stich, gelegentliches Brennen | Leichtes Ziehen/Prickeln, Hitzegefühl | Leichtes Ziehen/Prickeln, Hitzegefühl |
| Invasivität | Minimalinvasiv (Injektion) | Nicht-invasiv (oberflächlich) | Nicht-invasiv (oberflächlich) |
| Ausfallzeit | Gering, Kompressionsstrümpfe nötig | Gering, Rötung/Schwellung möglich | Gering, Rötung/Schwellung möglich |
| Anzahl Sitzungen | Meist 1-3, je nach Ausmaß | Meist 2-4, je nach Ausmaß | Meist 3-5, je nach Ausmaß |
| Risiken | Pigmentstörungen, leichte Schwellung, selten allergische Reaktion | Rötung, Schwellung, Pigmentstörungen, selten Blasen | Rötung, Schwellung, Pigmentstörungen, selten Blasen |
| Kostenübernahme | Meist keine Kassenleistung | Meist keine Kassenleistung | Meist keine Kassenleistung |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Besenreiser gefährlich?
In den allermeisten Fällen sind Besenreiser rein ästhetischer Natur und stellen keine gesundheitliche Gefahr dar. Sie sind ein Anzeichen für eine Venenschwäche, aber selten ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung. Es ist jedoch ratsam, sie von einem Arzt beurteilen zu lassen, um zugrunde liegende Venenprobleme wie größere Krampfadern auszuschließen.
Sind die Behandlungen schmerzhaft?
Die meisten Behandlungen sind gut verträglich. Bei der Sklerosierung spüren Sie einen kurzen Stich und eventuell ein leichtes Brennen. Laser- und IPL-Behandlungen werden oft als Prickeln oder leichtes Ziehen beschrieben. Moderne Geräte verfügen über Kühlsysteme, die den Komfort erhöhen. Eine Narkose ist in der Regel nicht notwendig.
Wie viele Sitzungen sind nötig, um Besenreiser zu entfernen?
Die Anzahl der benötigten Sitzungen hängt vom Ausmaß, der Größe und der Art der Besenreiser ab. Oft sind 1 bis 4 Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen bis Monaten erforderlich, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Ihr Arzt kann Ihnen nach einer Untersuchung eine realistische Einschätzung geben.
Kommen Besenreiser nach der Behandlung wieder?
Die behandelten Besenreiser sind dauerhaft verschwunden, da die Vene verödet oder verschlossen wurde. Allerdings können im Laufe der Zeit an anderen Stellen neue Besenreiser entstehen, insbesondere wenn eine genetische Veranlagung oder bestimmte Lebensgewohnheiten bestehen. Eine präventive Lebensweise und gelegentliche Auffrischungsbehandlungen können helfen, das Ergebnis langfristig zu erhalten.
Kann ich Besenreisern vorbeugen?
Eine 100%ige Vorbeugung ist aufgrund genetischer Faktoren nicht möglich. Sie können jedoch das Risiko der Entstehung neuer Besenreiser deutlich reduzieren, indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen: regelmäßige Bewegung, Vermeidung von langem Stehen oder Sitzen, ein gesundes Körpergewicht und das Hochlagern der Beine. Auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann in Risikosituationen sinnvoll sein.
Fazit: Klare Beine sind erreichbar
Besenreiser müssen kein Dauerzustand sein. Dank moderner und minimalinvasiver Behandlungsmethoden wie der Sklerosierung und der Lasertherapie ist es heute möglich, unschöne Venenzeichnungen effektiv und schonend zu entfernen. Der Weg zu ästhetisch ansprechenden Beinen beginnt mit einer professionellen Beratung durch einen erfahrenen Facharzt. Dieser kann die für Sie passende Methode auswählen und einen individuellen Behandlungsplan erstellen.
Neben der eigentlichen Behandlung spielt auch die Prävention eine wichtige Rolle. Ein aktiver Lebensstil, bewusste Ernährung und die richtige Nachsorge tragen maßgeblich dazu bei, das Ergebnis zu erhalten und die Bildung neuer Besenreiser zu minimieren. Investieren Sie in die Gesundheit und Schönheit Ihrer Beine – es lohnt sich für Ihr Wohlbefinden und Ihr Selbstbewusstsein!
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Besenreiser: Ihr Weg zu schönen Beinen kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Schönheit besuchen.
