Wie gefährlich ist eine Sauna?

Sauna bei Erkältung: Gefahr oder Heilmittel?

19/06/2024

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Wenn die ersten Anzeichen einer Erkältung auftauchen – sei es ein Kribbeln im Hals, ein leichter Schnupfen oder ein allgemeines Unwohlsein – denken viele intuitiv daran, sich in die Sauna zu begeben, um den Infekt 'auszuschwitzen'. Die Vorstellung, durch intensive Hitze und Schwitzen Krankheitserreger schnell loszuwerden, ist weit verbreitet und klingt verlockend. Doch ist dieser Ansatz wirklich effektiv und sicher? Oder birgt er sogar unerkannte Risiken für Ihre Gesundheit? Tauchen wir ein in die komplexe Beziehung zwischen Saunabesuchen und Erkältungen, um herauszufinden, wann die wohlige Wärme wohltuend ist und wann sie lieber gemieden werden sollte.

Ist ein Dampfbad gut bei Erkältung?
Ein Dampfbad ist in der Regel gut bei einer Erkältung. Es kann einige Beschwerden lindern. Dennoch sollten Sie wichtige Hinweise beachten und auch wissen, wann Sie lieber kein Dampfbad machen. Die mit einem Symbol gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Erfolgt darüber ein Einkauf, erhalten wir eine Provision ohne Mehrkosten für Sie.
Inhaltsverzeichnis

Sauna bei akuter Erkältung: Eine gute Idee oder ein Risiko?

Auch wenn Saunagänge zahlreiche positive Effekte auf unser allgemeines Wohlbefinden und unser Immunsystem haben können, ist es ein Trugschluss zu glauben, eine akute Erkältung ließe sich einfach 'ausschwitzen'. Die für Erkältungen und grippale Infekte verantwortlichen Viren, die sich in unserem Körper eingenistet haben, lassen sich nicht einfach durch heftiges Schwitzen aus dem Körper entfernen. Im Gegenteil: Krankheitserreger können sich bei hohen Temperaturen möglicherweise sogar noch schneller vermehren, was den Verlauf der Erkältung nicht nur nicht verbessert, sondern potenziell verschlimmern kann.

Besonders wenn die Erkältung bereits in vollem Gange ist, mit deutlichen Symptomen wie starkem Husten, ausgeprägtem Schnupfen, Halsschmerzen, Gliederschmerzen oder gar Fieber, ist ein Saunabesuch keineswegs ein empfehlenswertes Hausmittel. Gerade für ungeübte Saunagängerinnen und Saunagänger kann die ungewohnte Herz-Kreislaufbelastung durch die extremen Temperaturwechsel – vom heißen Saunaraum zur kalten Dusche oder ins Tauchbecken – mehr schaden als nutzen. Der Körper, der bereits intensiv damit beschäftigt ist, die eindringenden Krankheitserreger abzuwehren, wird durch diese zusätzliche Anstrengung nur weiter geschwächt.

Unser Immunsystem hat bei einem Infekt schon genug mit der Abwehr der Viren zu tun; zusätzliche Belastungen können sich jetzt negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken und die Genesung verzögern. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Körper im akuten Krankheitsstadium vor allem Ruhe und Erholung benötigt, um seine Abwehrkräfte voll und ganz auf die Bekämpfung der Erreger konzentrieren zu können. Jede Form von Stress, sei es körperlich oder mental, kann diesen Prozess behindern.

Aber auch Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen und an die Belastung gewöhnt sind, sollten die Sauna nur zu Beginn einer Erkältung – wenn überhaupt – mit äußerster Vorsicht genießen und ihren Körper genau beobachten: Fühlen sie sich unwohl, auch nur ansatzweise und nicht nur durch die Erkältung bedingt, sollten sie die Sauna sofort verlassen! Das Signal des Körpers ist hier eindeutig: Er braucht Ruhe und keine zusätzliche Anstrengung oder Überforderung.

Sauna zur Vorbeugung von Erkältungen: Ein Booster für Ihr Immunsystem

Ganz anders verhält es sich mit der Vorbeugung von Erkältungen. Gerade in den kälteren Monaten, wenn es draußen grau und ungemütlich ist, kann ein regelmäßiger Saunabesuch Balsam für Körper und Seele sein und das Immunsystem nachhaltig stärken. Es ist nicht das reine Schwitzen, das hier den entscheidenden Effekt hat, sondern vielmehr der gezielte Wechsel zwischen heißem Saunagang und anschließender Abkühlung.

Beim Saunieren erhöht sich die Körpertemperatur auf bis zu 39 Grad Celsius, vergleichbar mit leichtem Fieber. Dieser 'künstliche Fieberzustand' mobilisiert die Abwehrkräfte des Körpers. Der anschließende Kältereiz, sei es unter der kalten Dusche, im Tauchbecken oder an der frischen Luft, fordert den Körper positiv heraus. Die Blutgefäße – insbesondere auch die in den Schleimhäuten der Atemwege – werden stimuliert und trainiert. Dies führt zu einer verbesserten Durchblutung und einer Stärkung der Schleimhäute, die eine wichtige Barriere gegen eindringende Krankheitserreger darstellen.

Der regelmäßige Wechsel zwischen Hitze und Kälte regt die Aktivität unserer Immunzellen an und stärkt das gesamte Abwehrsystem, wodurch der Körper weniger anfällig für grippale Infekte und andere Atemwegserkrankungen wird. Es ist ein kräftiger Booster für unsere Abwehrkräfte, der den Körper widerstandsfähiger macht.

Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Saunagänge das Risiko von Atemwegserkrankungen reduzieren können. Zudem verbessert Saunieren die Immunantwort und schützt bei regelmäßiger Anwendung sogar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei gesunden Menschen erhöht sich durch regelmäßige Saunabesuche die Anzahl der weißen Blutkörperchen, ein klarer Hinweis auf die angeregte Immunaktivität durch den Wärme-Kälte-Effekt. Dieses 'Training' des Körpers macht ihn robuster gegenüber äußeren Einflüssen und hilft, Erkältungen vorzubeugen.

Die richtige Sauna-Wahl bei Erkältungssymptomen

Sollten Sie sich doch für einen Saunabesuch entscheiden, weil die Symptome nur sehr leicht sind oder Sie sich noch in der Vorlaufphase befinden, ist die richtige Wahl der Saunaart entscheidend. Es ist von größter Bedeutung, den Kreislauf nicht zu überfordern. Wählen Sie daher immer eine eher geringe Wärmebelastung. Hohe Temperaturen, wie sie beispielsweise in der finnischen Sauna üblich sind, sind in dieser Situation weniger geeignet, da sie das bereits angeschlagene System zu stark herausfordern könnten.

Wann sollte ich auf die Sauna verzichten?

  • Bei beginnender Erkältung: Für Personen, die nicht regelmäßig saunieren oder deren Körper nicht an die Belastung gewöhnt ist, ist es ratsam, bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf die Sauna zu verzichten. Die hohen Temperaturen können den bereits angeschlagenen Körper zusätzlich belasten und die Symptome verschlimmern.
  • Bei leichter Erkältung: Für regelmäßige Saunagänger:innen kann ein leichter Saunadurchgang bei sehr milden Erkältungssymptomen in Ordnung sein, solange diese nicht mit Fieber oder starker Abgeschlagenheit einhergehen. Hören Sie jedoch unbedingt auf Ihren Körper und verzichten Sie auf das Schwitzen, wenn Sie sich auch nur ansatzweise unwohl fühlen. Das Wohlbefinden ist das oberste Gebot, und ein Saunagang sollte niemals eine zusätzliche Last darstellen.
  • Bei schwerer Erkältung oder Fieber: In diesem Fall ist von Saunagängen dringend, ja absolut, abzuraten. Der Körper braucht jetzt uneingeschränkte Ruhe und Erholung, keine zusätzliche Belastung. Das Immunsystem ist ohnehin schon überfordert und kann durch den Wechsel von Hitze und Kälte noch weiter geschwächt werden, was den Genesungsprozess erheblich verlängern kann.

Welche Sauna bietet die richtige Temperatur?

Je nach Art der Sauna variieren Temperaturen und Luftfeuchtigkeit erheblich. Diese Faktoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob ein Saunagang bei Erkältungssymptomen überhaupt in Betracht gezogen werden sollte:

SaunatypTemperaturenLuftfeuchtigkeitEignung bei Erkältungssymptomen
Finnische Sauna80 bis 100 Grad CelsiusNiedrigNicht geeignet. Die hohen Temperaturen und die damit verbundene intensive Belastung für das Herz-Kreislauf-System sind bei akuten Erkrankungen kontraproduktiv.
Dampfbäder45 bis 60 Grad CelsiusSehr hoch (ca. 100%)Besser geeignet in der Vor- oder Erholungsphase einer Erkältung. Die moderate Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit können wohltuend für die Atemwege sein. Beschränken Sie sich auf zwei bis drei kürzere Durchgänge.
InfrarotkabinenMilde Erwärmung (oft 35 bis 50 Grad Celsius)NiedrigAngenehm und schonend. Sie ermöglichen eine gezielte, tiefenwirksame Erwärmung ohne allzu hohe Lufttemperaturen und überfordern den Körper weniger. Können bei sehr leichten Symptomen wohltuend wirken.

Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wenn die Erkältung Sie voll im Griff hat, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe unbedingt auf Saunabesuche und andere körperlich anstrengende Aktivitäten verzichten, bis die Erkrankung vollständig abgeklungen ist und Sie sich wieder vollkommen fit fühlen. Ein Saunabesuch im akuten Stadium eines grippalen Infekts bedeutet zusätzlichen Stress für den Körper und kann den Gesundheitszustand sogar massiv verschlechtern. Statt Schwitzbädern braucht der Körper jetzt vor allem eines: Ruhe, Erholung und viel Schlaf, um die Viren effektiv bekämpfen und sich regenerieren zu können.

Denken Sie auch an Ihre Mitmenschen. In öffentlichen Saunen, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen und die Luftfeuchtigkeit oft hoch ist, können sich Erkältungsviren leichter verbreiten. Ein Saunabesuch mit einer aktiven Erkältung stellt somit nicht nur ein Risiko für Ihre eigene Gesundheit dar, sondern auch eine potenzielle Ansteckungsgefahr für andere Saunagäste. Aus Rücksichtnahme und zum Schutz der Allgemeinheit sollte man bei einer aktiven Erkältung öffentliche Saunen meiden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Sauna bei Erkältung sinnvoll?

Nein, im akuten Stadium einer Erkältung, insbesondere bei Fieber, starkem Husten oder allgemeiner Abgeschlagenheit, ist ein Saunabesuch nicht sinnvoll und kann sogar schädlich sein. Der Körper benötigt Ruhe, um die Infektion zu bekämpfen, nicht zusätzliche Belastung.

Kann Sauna eine Erkältung verschlimmern?

Ja, die zusätzliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem kann die Symptome verstärken, den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen und die Genesung verzögern. Viren können sich bei hohen Temperaturen möglicherweise sogar schneller vermehren.

Hilft Schwitzen beim "Ausschwitzen" von Viren?

Nein, Viren lassen sich nicht einfach durch Schwitzen aus dem Körper entfernen. Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Schwitzen hilft dem Körper lediglich, seine Temperatur zu regulieren, aber es eliminiert keine Krankheitserreger auf diese Weise.

Wann darf ich nach einer Erkältung wieder in die Sauna?

Sie sollten erst dann wieder in die Sauna gehen, wenn alle Erkältungssymptome vollständig abgeklungen sind und Sie sich wieder vollkommen fit und energiegeladen fühlen. Dies ist wichtig, um einen Rückfall zu vermeiden und Ihrem Körper die nötige Erholungszeit zu geben. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers; im Zweifel lieber einen Tag länger warten.

Welche Sauna ist am besten bei sehr leichter oder beginnender Erkältung?

Bei sehr leichten oder beginnenden Symptomen (ohne Fieber!) könnten mildere Optionen wie Dampfbäder oder Infrarotkabinen unter Umständen angenehmer sein, da sie den Körper weniger stark belasten als eine heiße finnische Sauna. Dennoch ist Vorsicht geboten, und bei Unwohlsein sollte der Saunagang sofort beendet werden. Im Zweifel ist es immer besser, auf den Saunabesuch zu verzichten und dem Körper Ruhe zu gönnen.

Fazit: Welche Risiken bestehen bei einem Saunabesuch mit Erkältung?

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein Saunabesuch bei einer bestehenden Erkältung verschiedene Risiken birgt, die man keinesfalls unterschätzen sollte:

  • Belastung des Herz-Kreislauf-Systems: Die intensive Hitze und der schnelle Temperaturwechsel können das bereits durch die Erkältung beanspruchte Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten. Dies kann besonders für ungeübte Saunagänger oder Personen mit Vorerkrankungen gefährlich sein und im schlimmsten Fall zu Kreislaufproblemen führen.
  • Verschlimmerung der Symptome: Ein Saunagang kann leichte Erkältungssymptome verstärken und so letztendlich zu einem schwereren Infekt oder einem längeren Krankheitsverlauf führen, da der Körper überfordert wird und seine Energie nicht vollständig auf die Genesung konzentrieren kann.
  • Ansteckungsgefahr: In der feuchtwarmen Umgebung der Sauna können sich Erkältungsviren leichter verbreiten. Ein Saunabesuch mit einer aktiven Erkältung stellt somit ein erhebliches Risiko für andere Saunagänger dar und ist aus Gründen der Gemeinschaftsverantwortung zu vermeiden.
  • Schwächung des Immunsystems: Bei einer bestehenden Erkältung ist das Immunsystem bereits stark gefordert. Die zusätzliche Belastung durch die Sauna kann es weiter schwächen, anstatt es zu stärken, und somit die Genesung verzögern oder sogar einen Rückfall provozieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Sauna ist ein hervorragendes Mittel zur Vorbeugung von Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems bei gesunden Menschen. Ist die Erkältung jedoch einmal ausgebrochen, insbesondere mit starken Symptomen oder Fieber, sollte die Sauna gemieden werden. Gönnen Sie Ihrem Körper stattdessen die Ruhe und Erholung, die er zur Genesung dringend benötigt. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

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