Welche ätherische Öle eignen sich für Kinder?

Ätherische Öle für Kinder: Sicher & Sanft Anwenden

31/08/2024

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Ätherische Öle, die konzentrierte Pflanzenheilkraft, sind ein wahres Geschenk der Natur. Sie besitzen vielfältige Heilwirkungen und werden häufig zur Unterstützung bei körperlichen und seelischen Alltagsleiden eingesetzt. Besonders in der Erkältungszeit sind sie beliebte Helfer bei festsitzendem Husten oder einer verstopften Nase. Doch ihr Anwendungsgebiet ist weitaus größer und kann die Selbstheilungskräfte auch bei zahlreichen anderen Beschwerden unterstützen.

Wie gefährlich ist Menthol für Kinder?
Was für Erwachsene heilsam sein mag, kann für die Kleinsten schnell gefährlich werden. Besonders Kinder mit spastischen Atemwegserkrankungen, wie Asthma oder Keuchhusten, sind anfällig für bestimmte Inhaltsstoffe wie Menthol, Cineol oder Borneon. Im schlimmsten Fall drohen Atemstillstand oder schwere Reaktionen.

Gerade für die sanfte Behandlung von Kindern eignen sich naturreine Duftöle hervorragend, vorausgesetzt, sie werden behutsam und richtig angewendet. Sie können dazu beitragen, den einen oder anderen Arztbesuch oder die Einnahme stärkerer Medikamente mit unerwünschten Nebenwirkungen zu vermeiden. Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Einblick in die sichere und wirksame Anwendung ätherischer Öle bei Kindern und zeigt Ihnen, worauf Sie unbedingt achten sollten.

Inhaltsverzeichnis

Sicherer Umgang mit ätherischen Ölen in der Familie: Grundregeln

Die Anwendung ätherischer Öle bei Kindern erfordert besondere Achtsamkeit und die Einhaltung spezifischer Regeln. Falsch angewendet können diese potenten Essenzen nicht nur unwirksam sein, sondern im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden. Daher ist es unerlässlich, die folgenden Empfehlungen stets zu berücksichtigen, um die Sicherheit Ihres Kindes zu gewährleisten und die positiven Effekte der Aromatherapie voll auszuschöpfen.

  • Qualität ist entscheidend: Verwenden Sie ausschließlich hochwertige, naturreine ätherische Öle. Synthetische Duftöle oder minderwertige Produkte können Reizungen oder unerwünschte Reaktionen hervorrufen.
  • Sichere Aufbewahrung: Bewahren Sie ätherische Öle immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Die kleinen Fläschchen können leicht mit Spielzeug verwechselt werden.
  • Packungsbeilage beachten: Studieren Sie die Packungsbeilage der Öle genau, insbesondere die Angaben zur altersspezifischen Dosierung und Verdünnung. Jeder Hersteller kann unterschiedliche Empfehlungen geben.
  • Schutz vor Sonneneinstrahlung: Nach dem Auftragen photosensitiver Öle, wie zum Beispiel einiger Zitrusöle (Orange, Zitrone, Mandarine), muss die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, da es sonst zu Hautreizungen kommen kann.
  • Niemals unverdünnt auftragen: Tragen Sie unverdünnte Öle niemals direkt auf die Haut, insbesondere nicht im Gesicht oder in der Nähe der Schleimhäute auf. Die Haut von Kindern ist wesentlich empfindlicher als die von Erwachsenen.
  • Verträglichkeitstest: Führen Sie vor der ersten umfassenden Anwendung eines Öls immer einen Verträglichkeitstest durch. Mischen Sie dafür eine geringe Menge des ätherischen Öls mit einem Pflanzenöl und tragen Sie es auf die Innenseite des Unterarms auf. Beobachten Sie die Stelle über 24 Stunden auf Rötungen oder Reizungen.
  • Augen- und Mundschutz: Sorgen Sie unbedingt dafür, dass kein Öl in die Augen oder den Mund des Kindes gelangen kann. Bei versehentlichem Kontakt sofort mit reichlich Wasser spülen.
  • Spezielle Vorsicht bei Babys: Bei Babys und Kleinkindern unter zwei Jahren sind bestimmte Öle absolut tabu, da sie schwerwiegende Reaktionen wie Atemnot auslösen können. Dazu gehören Kampfer, Eukalyptus (globulus), Thymian und Pfefferminzöl.

Ätherische Öle für verschiedene Altersgruppen: Eine altersgerechte Auswahl

Die Sensibilität für ätherische Öle nimmt mit dem Alter ab. Daher ist eine altersgerechte Auswahl und Dosierung von größter Bedeutung, um die Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten.

Babys und Kleinkinder (bis ca. 2 Jahre): Maximale Vorsicht geboten

In den ersten Lebensmonaten sind Haut und Schleimhäute von Säuglingen und Kleinkindern extrem empfindlich. Schon wenige Tropfen unverdünnten ätherischen Öls können Vergiftungserscheinungen wie Atemnot, Krämpfe oder Bewusstseinsstörungen hervorrufen. Daher gilt in den ersten zwei Lebensjahren das absolute Verbot für Kampfer-, Eukalyptus-, Thymian- und Pfefferminzöl. Auch Eltern oder Betreuungspersonen, die in engem körperlichen Kontakt mit dem Baby stehen, sollten bei der eigenen Anwendung stark duftender Öle vorsichtig sein, da der Geruchssinn der Kleinsten sehr ausgeprägt ist.

Einige Aromatherapeuten empfehlen sanftere Öle wie Lavendel, Römische Kamille, Fenchel oder Mandarine in entsprechender Verdünnung bereits ab dem vierten Lebensmonat. Um jedoch jedes Risiko einer Überdosierung, allergischer Reaktionen oder anderer unerwünschter Nebenwirkungen zu vermeiden, ist es ratsam, in den ersten Lebensjahren ätherische Öle sowie Produkte, die solche enthalten, nur in Absprache mit dem Kinderarzt oder einem erfahrenen Aromatherapeuten anzuwenden. Für Windeldermatitis oder leichte Erkältungen sind natürliche Hausmittel wie Heilwolle oder eine selbstgemachte Majoransalbe oft die sanftere Alternative.

Kinder ab dem 5. Lebensjahr: Milde Öle bevorzugt

Ab dem fünften bis sechsten Lebensjahr können in der Regel die meisten ätherischen Öle zum Einsatz kommen, jedoch immer in einer kindgerecht angepassten Konzentration. Hier liegt der Fokus weiterhin auf milden und gut verträglichen Ölen, die die kindlichen Bedürfnisse optimal unterstützen.

Besonders empfehlenswert für Kinder sind milde ätherische Öle wie:

  • Angelikawurzel: Wirkt krampflösend, entzündungshemmend, körperlich stärkend und beruhigend.
  • Fenchel: Unterstützt den Magen, hilft gegen Blähungen, wirkt schleimlösend und aufbauend.
  • Geranium: Besitzt antiseptische und entzündungshemmende Eigenschaften, wirkt erfrischend.
  • Römische Kamille: Bekannt für ihre entzündungshemmende, schmerzlindernde und beruhigende Wirkung.
  • Lavendel (Lavandula angustifolia): Wirkt angstlösend, stimmungsaufhellend und schlaffördernd. Ein absoluter Kinderliebling!
  • Mandarine: Fördert die Verdauung, wirkt kräftigend und entspannend, stimmungsaufhellend.
  • Manuka: Antibakteriell, regenerierend und ausgleichend.
  • Majoran: Schleimlösend, wärmend, beruhigend und schlaffördernd.
  • Orange: Stimmungsaufhellend, belebend und ausgleichend.
  • Rose: Harmonisiert, wirkt anregend und schlaffördernd.
  • Zitrone: Blutreinigend, abwehrsteigernd, entzündungshemmend und konzentrationsfördernd.

Bevor Sie ein Öl zum ersten Mal verwenden, informieren Sie sich stets in der Packungsbeilage oder einem Fachbuch. Für Einschlaf- und Entspannungshilfen lassen sich mit einigen dieser Öle auch wunderbar eigene Sprays herstellen, wie ein "Schlafwohl-Spray" oder ein "Anti-Monster-Spray".

Vorsicht geboten: Welche ätherischen Öle gefährlich sein können

Die unsachgemäße Anwendung ätherischer Öle bei Kindern kann zu Überstimulation, Überreizung und sogar schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Die sensible Haut von Kindern kann hochdosierte ätherische Öle nicht adäquat aufnehmen, was das Risiko von Hautreaktionen, Augenreizungen und im schlimmsten Fall Atemnot erhöht.

Welche Alternativen gibt es für die Babypflege?
Im ersten Lebensjahr gilt die Devise „ Weniger ist mehr „, „je jünger das Kind, desto sparsamer sollte man sein“ oder „je empfindlicher die Haut, desto weniger ist mehr“. In diesem Zusammenhang bieten sich Alternativen wie Rosen- oder Lavendelhydrolat besonders gut für die Babypflege, das Babybad und ähnliches an.

Bestimmte ätherische Öle, insbesondere jene mit neurotonisch wirksamen Molekülen, sollten bei (Klein-)Kindern grundsätzlich gemieden werden. Dies gilt insbesondere für Kinder mit spastischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Keuchhusten, da bestimmte Inhaltsstoffe bei ihnen einen Atemstillstand auslösen können.

Ätherische Öle, die Sie bei Kindern meiden sollten:

  • Öle mit Monoterpenketonen: Dazu gehören Salbei und Nanaminze. Sie können das Nervensystem überreizen.
  • Öle mit Monoterpenphenolen: Beispiele sind Thymian CT Thymol und Oregano. Sie wirken stark reizend und können die Schleimhäute schädigen.
  • Öle mit Eugenol oder Zimtaldehyd: Nelke, Zimt, Tulsi und Cassia sind hier zu nennen. Diese Öle sind stark hautreizend und können allergische Reaktionen hervorrufen.
  • Öle mit 1,8 Cineol: Dies betrifft Eucalyptus globulus, Rosmarin Cineol, Pfefferminze und Ackerminze. Öle mit hohem Cineolgehalt können bei Kindern unter 6 Jahren den sogenannten Kratschmer-Reflex auslösen. Hierbei verkrampft sich der Kehlkopf beim Einatmen starker Düfte vorübergehend, was zu Schnappatmung oder Atemnot führen kann.
  • Thujon-haltige Öle: Thujaöl ist hier das prominenteste Beispiel.
  • Methylsalicylat-haltige Öle: Wintergrünöl und Birkenöl enthalten diesen Stoff, der von Kindern nicht verstoffwechselt werden kann und daher giftig wirken kann.
  • Öle mit Menthol und Kampfer: Pfefferminze, Ackerminze (Menthol) sowie Kampferöl und Rosmarin (Kampfer) sollten bei Kleinkindern und Babys unbedingt vermieden werden. Menthol kann bei kleinen Kindern zu einem lebensbedrohlichen Kehlkopfkrampf führen.

Stark riechende Öle wie Eucalyptus globulus, Pfefferminze, Lorbeerblätteröl, Ravintsara oder Teebaumöl können ebenfalls den Kratschmer-Effekt hervorrufen. Es besteht zudem die Gefahr von allergischen Reaktionen, Hautreizungen und Lungenschädigungen. Ab 6 Jahren können einige dieser stärker duftenden Öle, wie z.B. Ravintsara, vorsichtig und in sehr geringer Verdünnung eingesetzt werden, aber nicht alle. Bei Unsicherheiten suchen Sie immer den Rat eines erfahrenen Aromatherapeuten.

Dosierungsempfehlungen für Kinder: Weniger ist mehr

Die richtige Verdünnung ist der Schlüssel zur sicheren Anwendung ätherischer Öle bei Kindern. Während für Erwachsene eine bis zu dreiprozentige Verdünnung als Richtwert gilt, müssen ätherische Öle bei Kindern bis zum 14. Lebensjahr deutlich stärker verdünnt werden. Hier empfiehlt sich ein Anteil von 0,5-1 Prozent ätherischen Öls, was einem Mischungsverhältnis von Trägersubstanz und ätherischem Öl von 99 zu 0,5-1 entspricht.

Als Trägeröle dienen hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle aus biologischem Anbau, die die ätherischen Öle sicher auf die Haut transportieren und gleichzeitig pflegen. Dazu gehören:

  • Jojobaöl
  • Mandelöl (süß)
  • Kokosöl
  • Avocadoöl
  • Nachtkerzenöl

Für eine kindgerechte Dosierung geben Sie 1-2 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Trägeröl. Beginnen Sie stets mit einer niedrigen Dosierung und steigern Sie diese nur bei guter Verträglichkeit und Notwendigkeit.

Alter des KindesVerdünnung (Ätherisches Öl zu Trägeröl)Beispiel (Tropfen äth. Öl auf 10 ml Trägeröl)
Babys (0-6 Monate)Nur Hydrolate, keine ätherischen ÖleN/A
Babys (6-12 Monate)0,25 - 0,5 %0,5 - 1 Tropfen
Kleinkinder (1-3 Jahre)0,5 - 1 %1 - 2 Tropfen
Vorschulkinder (3-6 Jahre)1 - 1,5 %2 - 3 Tropfen
Schulkinder (6-12 Jahre)1,5 - 2 %3 - 4 Tropfen
Jugendliche (ab 12 Jahre)2 - 3 %4 - 6 Tropfen

Diese Tabelle dient als Orientierung. Bei Unsicherheiten sollte immer ein Fachmann konsultiert werden.

Ätherische Öle im Alltag mit Kindern anwenden: Praktische Tipps

Ätherische Öle können bei einer Vielzahl von körperlichen und seelischen Beschwerden im Kinderalltag eine wertvolle natürliche Unterstützung sein. Hier sind einige bewährte Anwendungsmöglichkeiten:

  • Einschlafprobleme und Unruhe: Lavendelöl ist ein Klassiker für besseren Schlaf. Geben Sie vier Tropfen Lavendelöl auf 20 ml Pflanzenöl und massieren Sie Ihrem Kind vor dem Schlafengehen sanft den Rücken oder die Fußsohlen. Dies fördert tiefe Entspannung und einen erholsamen Schlaf.
  • Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden: Bauchschmerzen bei Kindern können vielfältige Ursachen haben, oft sind es auch Ängste, Stress oder Überforderung. Eine sanfte Bauchmassage mit einem Massageöl aus Römischer Kamille oder Fenchel hilft, Anspannung zu lösen und die Verdauung zu beruhigen. Für Babys gibt es spezielle Bäuchleinöle, die besonders sanft formuliert sind.
  • Übelkeit bei Reisen: Viele Kinder leiden auf längeren Autofahrten unter Reiseübelkeit. Eine Ölmischung mit ätherischem Ingweröl kann hier Linderung verschaffen. Einfach einige Tropfen auf ein Stofftuch geben und das Kind daran riechen lassen.
  • Erkältungskrankheiten und Atemwegsprobleme: Erkältungen gehören zu den häufigsten Leiden in der Kinderzeit. Ein selbst gemachtes Atmungsöl kann das Durchatmen erleichtern. Mischen Sie zwei Tropfen Eukalyptus radiata (eine mildere Eukalyptus-Variante) auf 10 Milliliter Pflanzenöl und reiben Sie die Brust Ihres Kindes damit ein. Alternativ können auch Majoran, Zypresse und Lavendel Erkältungssymptome lindern.
  • Insektenstiche und kleine Hautirritationen: Das Auftragen eines Öls mit Lavendel auf die Schwellung eines Insektenstichs kann dazu beitragen, Schmerzen und Entzündungen schnell abklingen zu lassen.
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Lernunterstützung: Viele Schulkinder kämpfen gelegentlich mit Konzentrationsschwierigkeiten. Verschiedene Zitrusöle, Zedernholz und Vetiveröl können die Konzentrationsfähigkeit verbessern und Kinder beim Lernen unterstützen. Stellen Sie eine Ölmischung gemäß der empfohlenen Dosierung her oder verwenden Sie einen Aroma-Diffuser, um den anregenden Duft wohldosiert im Raum zu verströmen.

Tipp für die Anwendung: Wenn Sie unsicher sind, an welcher Körperstelle Sie das Öl am besten auftragen, sind die Fußsohlen eine sichere und effektive Wahl. Sie sind eine der sichersten und effektivsten Körperstellen für die Anwendung ätherischer Öle, da die Haut dort weniger empfindlich ist und die Aufnahme gut funktioniert. Auch photosensibilisierende Öle können an den Fußsohlen angewendet werden, da direkte Sonneneinstrahlung dort leichter vermieden werden kann.

Anwendung mit Aroma-Diffuser und Duftkissen: Sanfte Raumbeduftung

Neben der topischen Anwendung auf der Haut können ätherische Öle auch über die Raumluft wirken, was besonders sanft und effektiv sein kann.

Aroma-Diffuser und Duftlampen

Statt die ätherischen Öle aufzutragen, können Sie sie mit einem Aroma-Diffuser leicht dosieren und stark verdünnt über die Raumluft im Kinderzimmer verteilen. Bei einer Erkältung kann beispielsweise das nächtliche Vernebeln von sechs Tropfen Eukalyptus radiata oder einer Mischung aus vier Tropfen Eukalyptus radiata und vier Tropfen Zitronenöl helfen, hartnäckigen Schleim zu lösen, dank ihrer antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung. Tagsüber kann eine konzentrationsfördernde Mischung Ihr Kind beim Lernen unterstützen.

Wer sich kein spezielles Gerät anschaffen möchte, kann auch eine Wäscheklammer aus Holz oder einen kleinen Holzklotz als natürlichen Duftspender verwenden, indem einige Tropfen Öl darauf gegeben werden.

Welche ätherische Öle eignen sich für Kinder?
Ab dem fünften bis sechsten Lebensjahr (hierzu findet man in der Literatur unterschiedliche Empfehlungen) können in der Regel alle ätherischen Öle zum Einsatz kommen – natürlich in einer entsprechend angepassten Konzentration. Für die Anwendung bei Kindern zu empfehlen sind insbesondere milde ätherische Öle wie zum Beispiel:

Duftkissen und Zirbenkissen

Noch sanfter wirken mit Heilkräutern gefüllte Kissen. Sie enthalten beispielsweise entspannende, schlaffördernde Kräutermischungen mit Hopfen und Lavendel und geben ihre heilsamen Aromen in einer sehr viel geringeren Konzentration an die Raumluft ab. Eine ähnliche Wirkung haben sogenannte Zirbenkissen. Ihre Füllung besteht aus Zirbenspänen, deren ätherisches Öl als traditionelles Hausmittel für einen erholsamen und tiefen Schlaf bekannt ist. Dasselbe beruhigende und schlaffördernde Gefühl kann man auch mit Zirbenöl in einem Diffuser erzielen.

Häufig gestellte Fragen zu ätherischen Ölen für Kinder

1. Können Kinder ätherische Öle inhalieren?

Ja, aber nur in stark verdünnter Form und mit sicheren Ölen wie Lavendel oder Eukalyptus radiata. Direkte Inhalationen von potenziell reizenden Ölen wie Eucalyptus globulus, Kampfer oder Pfefferminze sind für Kinder, insbesondere unter sechs Jahren, absolut tabu. Die Anwendung über einen Aroma-Diffuser ist hier die sicherere Methode, da die Öle stark verdünnt in der Raumluft verteilt werden.

2. Ab welchem Alter sind ätherische Öle für Kinder geeignet?

In den ersten sechs Monaten werden für Babys üblicherweise ausschließlich Hydrolate, unbeduftete native fette Pflanzenöle, Tees und Homöopathie verwendet. Babys sind in dieser Zeit sehr empfindlich und haben einen verstärkten Geruchssinn. Sobald das Kind älter ist, in der Regel ab 6 Monaten, können ätherische Öle in einer speziellen Kinderverdünnung von etwa 0,5 bis 1% eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass das ätherische Öl mit einem Trägeröl wie süßem Mandelöl oder Jojobaöl verdünnt wird. Im ersten Lebensjahr gilt die Devise „Weniger ist mehr“ und „je jünger das Kind, desto sparsamer sollte man sein“. Bei Unsicherheiten immer einen Experten oder Kinderarzt konsultieren.

3. Was mache ich, wenn mein Kind auf ein ätherisches Öl reagiert?

Sollte Ihr Kind Anzeichen einer Hautreizung (Rötung, Juckreiz) oder andere unerwünschte Reaktionen (z.B. Atemnot, Unruhe) zeigen, waschen Sie das Öl sofort mit klarem Wasser und eventuell etwas Pflanzenöl von der betroffenen Hautstelle ab. Sorgen Sie für frische Luft. Bei starken Reaktionen wie Atemnot oder Bewusstseinsstörungen suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

4. Sind Duftlampen oder Diffuser für Kinderzimmer geeignet?

Ja, Duftlampen oder Diffuser sind eine gute Möglichkeit, ätherische Öle im Kinderzimmer anzuwenden, da sie eine sanfte Raumbeduftung ermöglichen. Es ist jedoch wichtig, nur milde und kindergeeignete Öle wie Mandarine oder Lavendel zu verwenden und die Anwendung zeitlich zu begrenzen (maximal 20-30 Minuten pro Anwendung). Die Geräte sollten außerhalb der Reichweite von Kindern platziert werden.

5. Dürfen Kinder ätherische Öle innerlich einnehmen?

Kinder (insbesondere unter 20 Kilogramm) sollten ätherische Öle grundsätzlich nicht oral einnehmen. Dies ist ein hohes Risiko und kann zu schwerwiegenden Vergiftungen führen. Hydrolate hingegen können unter Umständen innerlich angewendet werden. Ein Teelöffel Melissenhydrolat in einem Glas Wasser kann zum Beispiel bei hyperaktiven oder zu Nervosität neigenden Kindern zu mehr Ruhe führen oder bei Magenproblemen helfen. Rosenhydrolat ist ebenfalls sehr sanft und kann für Bäder oder die Popo-Pflege verwendet werden.

Fazit: Die Kraft der Natur bewusst nutzen

Ätherische Öle können auch bei Kindern eine wunderbare Unterstützung für Wohlbefinden und Gesundheit sein, wenn sie bewusst und achtsam eingesetzt werden. Die Kraft dieser natürlichen Essenzen ist unbestreitbar, doch die Vorsicht und das Wissen um die richtige Anwendung sind das A und O. Indem Sie sich an die speziellen Bedürfnisse und die altersgerechte Dosierung halten und potenziell gefährliche Öle konsequent meiden, können Sie Ihrem Kind auf sanfte und sichere Weise helfen.

Vertrauen Sie auf milde Essenzen wie Lavendel, Römische Kamille oder Mandarine, die nicht nur sicher, sondern auch wirksam sind. Bei Unsicherheiten oder spezifischen gesundheitlichen Anliegen suchen Sie immer den Rat eines erfahrenen Aromatherapeuten oder Kinderarztes. So können Sie die Vorteile der Aromatherapie nutzen und die heilende Kraft der Natur verantwortungsvoll in Ihren Familienalltag integrieren.

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