16/06/2024
Eine strahlende, ebenmäßige Haut ist der Wunsch vieler Menschen. Doch Umwelteinflüsse, Stress oder auch vergangene Hautprobleme wie Akne können Spuren hinterlassen. Chemische Peelings bieten eine effektive Methode, um das Hautbild zu erneuern und zu verfeinern. Sie arbeiten auf zellulärer Ebene, um alte, geschädigte Hautschichten abzutragen und die Regeneration neuer, gesünderer Hautzellen anzuregen. Dieser Prozess führt zu einer sichtbar glatteren, strafferen und jugendlicheren Haut. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Behandlung, welche Ergebnisse können Sie erwarten und gibt es Nebenwirkungen, die man beachten sollte?
- Was ist ein Chemisches Peeling und wie funktioniert es?
- Mögliche Nebenwirkungen und was Sie wissen sollten
- Wann sind Ergebnisse sichtbar und wie oft sollte man Peeling anwenden?
- Chemisches Peeling gegen Aknenarben und Pickelmale
- Andere effektive Methoden zur Milderung von Aknenarben
- Vergleich der Behandlungsmethoden für Aknenarben
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein Chemisches Peeling und wie funktioniert es?
Ein chemisches Peeling ist ein dermatologisches Verfahren, bei dem eine spezielle Säurelösung auf die Haut aufgetragen wird, um die obersten Hautschichten kontrolliert abzulösen. Ziel ist es, alte, geschädigte Hautzellen zu entfernen und die natürliche Erneuerung der Haut anzukegen. Der Prozess beginnt mit einer gründlichen Reinigung und Entfettung der Haut, um optimale Bedingungen für die Wirkstoffe zu schaffen. Anschließend werden verschiedene Arten von Säuren – am häufigsten Alpha-Hydroxysäuren (AHA), Trichloressigsäure (TCA) oder seltener Phenol – auf die Haut aufgetragen.

Jede Säure hat eine unterschiedliche Eindringtiefe und Wirkung:
- AHA-Peelings (Fruchtsäurepeelings): Diese sind die sanftesten Peelings und wirken hauptsächlich auf der obersten Hautschicht (Epidermis). Sie eignen sich hervorragend zur Verbesserung des Hauttons, bei feinen Linien, Sonnenschäden und oberflächlichen Pigmentstörungen.
- TCA-Peelings (Trichloressigsäure): Diese Peelings dringen tiefer ein, bis in die mittlere Hautschicht. Sie sind effektiver bei tieferen Falten, stärkeren Pigmentstörungen und insbesondere bei Aknenarben.
- Phenol-Peelings: Dies sind die intensivsten Peelings, die sehr tief in die Haut eindringen. Sie werden bei schweren Sonnenschäden, tiefen Falten und ausgeprägten Narben eingesetzt, erfordern jedoch eine längere Erholungszeit und werden aufgrund ihrer Stärke seltener angewendet.
Nach dem Auftragen der Säure beginnt die Haut, sich langsam abzuschälen. Dieses Empfinden kann von einem leichten Kribbeln bis zu einem Gefühl ähnlich einem Sonnenbrand reichen, je nach Intensität des Peelings. Nachdem sich die alten Hautschichten abgeschält haben, wird durch den natürlichen Heilungsprozess die Kollagenbildung angeregt. Kollagen ist ein essentielles Protein, das für die Elastizität und Festigkeit der Haut verantwortlich ist. Die dadurch neu gebildete Haut wirkt straffer, ebenmäßiger, glatter und deutlich verjüngt.
Mögliche Nebenwirkungen und was Sie wissen sollten
Wie bei jeder medizinischen oder kosmetischen Behandlung können auch bei chemischen Peelings Nebenwirkungen auftreten. Es ist wichtig, diese zu kennen und zu verstehen, um die Behandlung sicher und effektiv zu gestalten. Die Intensität der Nebenwirkungen hängt stark von der Art und Stärke des verwendeten Peelings ab:
- Rötungen und Schwellungen: Unmittelbar nach der Behandlung ist es normal, dass die Haut gerötet und leicht geschwollen ist. Dies ähnelt dem Gefühl und Aussehen eines Sonnenbrands. Bei tieferen Peelings können Rötungen mehrere Wochen anhalten.
- Schuppung und Krustenbildung: Die Haut beginnt sich in den Tagen nach dem Peeling abzuschälen. Bei oberflächlichen Peelings ist dies meist eine feine Schuppung, während bei tieferen Peelings stärkere Schuppen, Krusten oder sogar Blasen auftreten können. Dieser Prozess ist Teil der Regeneration und sollte nicht durch Reiben oder Ziehen beschleunigt werden.
- Lichtempfindlichkeit: Die neu gebildete Haut ist extrem lichtempfindlich. Ein konsequenter und hoher Lichtschutz (mindestens LSF 30, besser 50+) ist absolut unerlässlich, um Pigmentstörungen (Hyperpigmentierungen) zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für die Tage nach der Behandlung, sondern auch für mehrere Wochen oder Monate danach.
- Juckreiz und Brennen: Während des Heilungsprozesses kann es zu Juckreiz oder einem leichten Brennen kommen. Kühlende Kompressen und die vom Arzt empfohlene Nachsorge können Linderung verschaffen.
- Infektionen: Obwohl selten, besteht ein geringes Risiko für bakterielle, virale oder pilzliche Infektionen, insbesondere wenn die Haut nicht richtig gepflegt wird oder wenn man an den Krusten kratzt.
- Hautverfärbungen: Vorübergehende Hypopigmentierungen (Aufhellung) oder Hyperpigmentierungen (Verdunkelung) können auftreten. Das Risiko für Hyperpigmentierungen ist bei dunkleren Hauttypen oder unzureichendem Sonnenschutz höher.
- Narbenbildung: Extrem selten, aber eine Möglichkeit bei unsachgemäßer Anwendung oder bei sehr tiefen Peelings, insbesondere wenn die Nachsorge vernachlässigt wird oder die Haut zu früh wieder dem Sonnenlicht ausgesetzt wird.
Um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren, ist es entscheidend, sich ausschließlich von qualifizierten Dermatologen oder erfahrenen Fachkräften in medizinischen Kosmetikstudios behandeln zu lassen und deren Anweisungen zur Vor- und Nachbereitung der Haut sorgfältig zu befolgen.
Wann sind Ergebnisse sichtbar und wie oft sollte man Peeling anwenden?
Die Sichtbarkeit der Ergebnisse und die notwendige Häufigkeit der Anwendung eines chemischen Peelings hängen stark von verschiedenen Faktoren ab: der Art und Stärke des Peelings, dem individuellen Hautbild und dem gewünschten Ergebnis.
Bei manchen Menschen sind bereits nach einer einzigen oberflächlichen Behandlung erste Resultate sichtbar, insbesondere eine verbesserte Ausstrahlung und ein frischeres Hautgefühl. Für ein deutliches und nachhaltiges Ergebnis, insbesondere bei der Behandlung von Pigmentstörungen, feinen Linien oder leichten Aknenarben, sind jedoch in der Regel drei bis sechs Behandlungen erforderlich. Diese Peelings sollten in zwei- bis dreiwöchigen Abständen erfolgen, um der Haut ausreichend Zeit zur Regeneration zu geben und den Aufbau neuer Zellen zu fördern.
Der Effekt eines chemischen Peelings kann je nach Art und Tiefe der Behandlung bis zu einigen Jahren anhalten. Oberflächliche Peelings benötigen möglicherweise regelmäßige Auffrischungen (z.B. alle 6-12 Monate), um die Ergebnisse zu erhalten, während die Effekte von mitteltiefen Peelings länger anhalten können. Chemische Peelings können problemlos immer wieder angewendet werden, solange die Haut gesund ist und die Behandlungen professionell durchgeführt werden.
Optimale Vorbereitung und Nachsorge sind der Schlüssel
Die Anwendung eines chemischen Peelings ist fast immer dieselbe, ganz gleich, welche Substanzen angewendet werden. Um die Haut optimal auf das chemische Peeling einzustellen und die Wirksamkeit zu maximieren, ist eine sorgfältige Vorbereitung zu Hause entscheidend. Rund 10 Tage vor der eigentlichen Behandlung kann die Haut mit einer fruchtsäurehaltigen Creme vorbereitet werden. Diese Cremes helfen, die oberste Hornschicht sanft zu lösen und die Haut aufnahmefähiger zu machen.
Zusätzlich verschreibt der Arzt etwa zwei Wochen vor der Behandlung oft eine täglich zu verwendende Prä-Peel Creme. Diese Cremes enthalten oft sowohl bleichende als auch exfoliative Bestandteile, die nicht nur die Haut weiter vorbereiten, sondern auch helfen, das Risiko von postinflammatorischen Hyperpigmentierungen zu reduzieren. Durch diese Vorbereitung kann das chemische Peeling tiefer und gleichmäßiger in die Hautschichten eindringen, was zu besseren und sichereren Ergebnissen führt.
Im Anschluss an die Behandlung ist eine therapiebegleitende Feuchtigkeitspflege unerlässlich, um Hautirritationen und Rötungen zu beruhigen. Produkte mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure, Panthenol oder Ceramiden sind ideal. Darüber hinaus gibt es weitere aktive Hautberuhiger für empfindliche Haut, die den Heilungsprozess unterstützen. Vermeiden Sie in den Tagen und Wochen nach dem Peeling aggressive Hautreinigungsprodukte, mechanische Peelings oder starke Sonneneinstrahlung.
Chemisches Peeling gegen Aknenarben und Pickelmale
Aknenarben und Pickelmale können das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Der Wunsch, diese zu mildern oder gar zu entfernen, ist verständlich. Hierfür bieten sich mehrere wirksame Methoden an, die von Dermatologen oder in spezialisierten medizinischen Kosmetikstudios durchgeführt werden.
TCA-Peeling: Tiefenwirkung für ein neues Hautbild
Ein bewährtes und besonders wirksames Verfahren zur Milderung von Pickelmalen und leichten bis mittelschweren Aknenarben ist das chemische Peeling, insbesondere das mitteltiefe TCA-Peeling. TCA steht für Trichloressigsäure (Trichloracetic Acid). Peelings mit mehr als 10 % TCA werden als medizinisch eingestuft, da sie tiefer in die äußere Hautschicht (die Epidermis) und teilweise bis in die obere Dermis eindringen können. Dort stimuliert TCA die Bildung neuer Hautzellen und die Produktion von Kollagen.
Kollagen ist ein körpereigenes Protein, das maßgeblich dazu beiträgt, geschädigte Haut zu erneuern und ihr Erscheinungsbild zu verbessern. Durch die Anregung der Kollagensynthese wird die Haut von innen heraus aufgepolstert, was Aknenarben weniger sichtbar macht und das Hautbild insgesamt glättet. Allerdings benötigt die Haut nach der Behandlung mit einem TCA-Peeling eine gewisse Regenerationszeit. Sie kann zunächst mit Rötungen, Schwellungen und einer deutlichen Abschuppung reagieren. Zudem sollten Sie tagsüber konsequent auf einen hohen Lichtschutz achten, da die Haut vorübergehend lichtempfindlicher wird – andernfalls können neue Pigmentstörungen entstehen.

Gut zu wissen: Inzwischen gibt es auch für den Gebrauch zu Hause Peelings mit sehr hochkonzentrierter Fruchtsäure (AHA). Diese können jedoch bei unsachgemäßer Anwendung Irritationen verursachen und Pickelmale unter Umständen sogar verstärken. Insbesondere für empfindliche Haut und Haut, die keine chemischen Peelings gewohnt ist, sind niedrig dosierte Peelings unter professioneller Anleitung besser geeignet.
Andere effektive Methoden zur Milderung von Aknenarben
Neben chemischen Peelings gibt es weitere professionelle Behandlungen, die bei Pickelmalen und Aknenarben gute Erfolge erzielen können.
Laserbehandlung
Auch Laserbehandlungen können bei Pickelmalen und Aknenarben eine gute Wirkung erzielen. Grundsätzlich wird dabei zwischen einer ablativen und einer nicht-ablativen Behandlung unterschieden:
- Ablative Laserbehandlungen: Diese lassen die Haut in und um die Narbe verdampfen und hinterlassen so einen neuen Bereich weicher Haut. Sie sind sehr effektiv, erfordern aber eine längere Heilungszeit.
- Nicht-ablative Laserbehandlungen: Diese stimulieren die Kollagenproduktion in der Haut, ohne die oberste Hautschicht zu verletzen. Sie fördern somit ein ebenmäßigeres Hautbild bei Aknenarben mit geringerer Ausfallzeit.
Laserbehandlungen sind jedoch nicht mit allen Narbenarten kompatibel. Eine sogenannte Ice-pick-Narbe (auch: Eispickelnarbe) geht keilförmig eher in die Tiefe als in die Breite, was die Behandlung erschweren kann. Um welchen Narbentyp es sich im Einzelfall handelt und welche Resultate zu erwarten sind, kann Ihnen am besten ein erfahrener Hautarzt erklären.
Microdermabrasion
Eine weitere professionelle Behandlung gegen Pickelmale und Aknenarben ist die Microdermabrasion. Sie funktioniert vom Prinzip her wie ein Sandstrahler, nur wesentlich sanfter: Mit Druckluft werden mikrofeine Kristalle auf die Haut gegeben und so die oberste Hautschicht sanft und kontrolliert abgetragen. Diese mechanische Exfoliation regt die Zellerneuerung an und verbessert die Hautstruktur.
Die Behandlung ist nicht schmerzhaft, allerdings sollten Sie auch hier mit einer gewissen Regenerationszeit rechnen, in der die Haut leicht gerötet sein kann. Diese Zeit benötigt die Haut, um sich zu erneuern und das Erscheinungsbild von Pickelmalen und Aknenarben verblassen zu lassen. Für langfristige Ergebnisse sollte diese Behandlung wie eine Kur etwa drei bis fünf Mal mit einem mehrwöchigen Abstand angewandt werden.
Vergleich der Behandlungsmethoden für Aknenarben
| Methode | Wirkweise | Geeignet für | Regenerationszeit | Häufigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Chemisches Peeling (TCA) | Kontrollierte Ablösung der Hautschichten, Anregung der Kollagenbildung | Leichte bis mittelschwere Aknenarben, Pickelmale, Pigmentstörungen, feine Linien | Wenige Tage bis 1-2 Wochen (Rötung, Schuppung) | 3-6 Behandlungen im Abstand von 2-3 Wochen |
| Laserbehandlung | Ablativ: Verdampfung der Haut; Nicht-ablativ: Kollagenstimulation | Verschiedene Aknarben-Typen (abhängig vom Laser), Pigmentstörungen, Hautglättung | Ablativ: Länger (mehrere Wochen); Nicht-ablativ: Wenige Tage | Mehrere Sitzungen, je nach Laser und Narbentyp |
| Microdermabrasion | Mechanischer Abtrag der obersten Hautschicht mittels Kristallen | Leichte Aknenarben, Pickelmale, ungleichmäßiges Hautbild, vergrößerte Poren | Wenige Stunden bis 1-2 Tage (leichte Rötung) | 3-5 Behandlungen im Abstand von mehreren Wochen |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist ein chemisches Peeling schmerzhaft?
Das Empfinden während eines chemischen Peelings variiert je nach Tiefe und Art der Säure. Bei oberflächlichen Peelings spürt man meist nur ein leichtes Kribbeln oder Brennen. Mitteltiefe Peelings können sich anfühlen wie ein starker Sonnenbrand, begleitet von einem intensiveren Brennen, das jedoch nur kurz anhält. Bei tieferen Peelings können schmerzlindernde Maßnahmen erforderlich sein.
Wie lange dauert die Heilung nach einem Peeling?
Die Heilungsdauer hängt stark von der Tiefe des Peelings ab. Bei oberflächlichen Peelings dauert die sichtbare Schuppung und Rötung meist 3-7 Tage. Bei mitteltiefen Peelings kann die Abheilung 1-2 Wochen in Anspruch nehmen, mit Rötungen, die länger anhalten können. Tiefe Peelings erfordern eine mehrwöchige Ausfallzeit.
Kann ich chemische Peelings zu Hause anwenden?
Es gibt Peelings für den Heimgebrauch, die in der Regel niedrig dosierte Fruchtsäuren (AHA) enthalten. Hochkonzentrierte chemische Peelings, insbesondere TCA- oder Phenol-Peelings, sollten niemals zu Hause angewendet werden. Die unsachgemäße Anwendung kann zu schweren Verbrennungen, Narbenbildung und dauerhaften Pigmentstörungen führen. Für effektive und sichere Ergebnisse ist immer die Behandlung durch einen Fachmann ratsam.
Für wen ist ein chemisches Peeling geeignet?
Ein chemisches Peeling eignet sich für Menschen, die unter Akne, Aknenarben, Pigmentstörungen (wie Altersflecken oder Melasma), feinen Linien und Falten, Sonnenschäden, ungleichmäßigem Hautton oder einer grobporigen Haut leiden. Eine individuelle Beratung durch einen Dermatologen ist jedoch unerlässlich, um festzustellen, ob ein Peeling für Ihren Hauttyp und Ihre spezifischen Hautprobleme geeignet ist.
Können chemische Peelings Aknenarben vollständig entfernen?
Chemische Peelings können das Erscheinungsbild von Aknenarben, insbesondere von leichten bis mittelschweren Narben und Pickelmalen (Post-inflammatorische Hyperpigmentierungen), deutlich mildern und verbessern. Eine vollständige Entfernung aller Narben ist jedoch nicht immer möglich, besonders bei tiefen oder sehr ausgeprägten Narbentypen. Oft sind mehrere Behandlungen oder eine Kombination mit anderen Methoden für optimale Ergebnisse notwendig.
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