Wie oft sollte man Adduktoren trainieren?

Adduktoren dehnen: Häufigkeit & effektive Übungen

14/08/2025

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Die Adduktoren, eine oft unterschätzte Muskelgruppe an der Innenseite unserer Oberschenkel, spielen eine zentrale Rolle für unsere Beweglichkeit, Stabilität und die Gesundheit unserer Hüften. Ob beim Gehen, Laufen, Sport treiben oder einfach nur beim Aufstehen – diese Muskeln sind ständig im Einsatz. Doch gerade weil sie so essenziell sind, neigen sie auch dazu, zu verkürzen oder überlastet zu werden, was nicht selten zu unangenehmen Beschwerden in der Leiste, den Oberschenkeln oder sogar im unteren Rücken führt. Dieser Artikel beleuchtet, wie wichtig die regelmäßige Pflege der Adduktoren ist, wie oft Sie diese dehnen sollten und welche Übungen Ihnen dabei helfen, wieder schmerzfrei und beweglicher zu werden.

Wie oft sollte man Adduktoren trainieren?
Ist es akut zu Beschwerden der Muskeln der Adduktorengruppe gekommen, sollte 1-3 Mal am Tag eine oder mehrere Übungen zum Training der Adduktoren durchgeführt werden. Hier sollte man zunächst die Übungen für eine Woche durchführen.

Oftmals werden Adduktorenschmerzen und -verspannungen als Bagatelle abgetan, doch unbehandelt können sie chronisch werden und die Lebensqualität erheblich einschränken. Eine gezielte und regelmäßige Dehnung ist dabei ein Schlüssel zur Vorbeugung und Linderung. Erfahrene Fachärzte für Orthopädie, wie Axel Lust von Lumedis in Frankfurt, bestätigen die Notwendigkeit eines individuellen Ansatzes bei der Behandlung von Hüftbeschwerden, wobei Dehnübungen eine fundamentale Säule darstellen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt zum Dehnen, und welche Methode ist die effektivste für Sie?

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Adduktoren und ihre Funktion?

Die Adduktoren sind eine Gruppe von fünf Muskeln, die sich an der Innenseite des Oberschenkels befinden und vom Becken bis zum Oberschenkelknochen verlaufen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, das Bein zur Körpermitte heranzuführen (Adduktion) und eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Beckens und der Hüfte zu spielen. Sie sind entscheidend für Bewegungen wie das Schließen der Beine, das Überkreuzen der Beine oder das Aufrechterhalten des Gleichgewichts beim Gehen und Laufen.

Zu dieser Muskelgruppe gehören im Detail:

  • Musculus pectineus (Kammmuskel)
  • Musculus adductor longus (langer Adduktor)
  • Musculus adductor brevis (kurzer Adduktor)
  • Musculus adductor magnus (großer Adduktor)
  • Musculus gracilis (schlanker Muskel)

Diese Muskeln arbeiten eng zusammen, um eine reibungslose und kraftvolle Bewegung des Beines zu ermöglichen. Eine Schwäche oder Verkürzung in einem dieser Muskeln kann die gesamte Kette beeinträchtigen und zu Dysbalancen sowie Schmerzen führen.

Warum Dehnen der Adduktoren so wichtig ist

Das Dehnen der Adduktoren ist nicht nur für Sportler von Bedeutung, sondern für jeden, der eine gute Hüftgesundheit und allgemeine Beweglichkeit bewahren möchte. Verkürzte Adduktoren können eine Vielzahl von Problemen verursachen oder verschlimmern. Hier sind die häufigsten Beschwerden, bei denen gezieltes Dehnen helfen kann:

Verkürzung der Adduktoren

Eine der häufigsten Ursachen für Adduktorenschmerzen ist die Verkürzung der Muskeln. Dies geschieht oft durch langes Sitzen, mangelnde Bewegung oder einseitige Belastung. Verkürzte Adduktoren schränken die Beweglichkeit der Hüfte ein, können zu Schmerzen in der Leistengegend führen und sogar die Biomechanik des gesamten Beines beeinflussen. Regelmäßiges Dehnen hilft, die Muskellänge wiederherzustellen und die volle Bewegungsfreiheit der Hüfte zurückzugewinnen.

Überlastungen

Intensive sportliche Aktivitäten, insbesondere Sportarten mit schnellen Richtungswechseln oder hohem Krafteinsatz (z.B. Fußball, Hockey, Reitsport), können zu Überlastungen der Adduktoren führen. Diese Überlastungen äußern sich oft durch Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Dehnübungen tragen dazu bei, die durch die Belastung entstandene Spannung zu lösen, die Durchblutung zu fördern und die Regeneration der Muskulatur zu beschleunigen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Prävention und Therapie bei Adduktorenzerrungen oder -reizungen.

Fehlbelastungen

Fehlbelastungen entstehen, wenn der Körper bestimmte Bewegungen oder Haltungen über längere Zeit in einer unphysiologischen Weise ausführt. Dies kann durch eine schlechte Körperhaltung, unpassendes Schuhwerk oder muskuläre Dysbalancen verursacht werden. Anfänglich oft unbemerkt, können Fehlbelastungen über die Zeit zu Muskelverhärtungen und -verkürzungen führen. Durch das Dehnen der Adduktoren können solche Verhärtungen gelöst und das muskuläre Gleichgewicht wiederhergestellt werden, wodurch die Fehlbelastung korrigiert und zukünftige Beschwerden vermieden werden.

Entzündungen

Entzündungen der Adduktoren sind oft eine Folge von chronischer Überlastung oder unbehandelten Verkürzungen. Sie gehen mit Schmerzen, Schwellungen und einer eingeschränkten Funktion einher. Während akute Entzündungen Vorsicht erfordern und manchmal eine Ruhephase benötigen, kann gezieltes, sanftes Dehnen im späteren Heilungsverlauf dazu beitragen, die Muskulatur zu lockern, die Durchblutung zu verbessern und so den Heilungsprozess zu unterstützen. Es ist wichtig, hierbei auf den eigenen Körper zu hören und Schmerz zu vermeiden.

Verletzungen

Nach akuten Verletzungen wie Muskelzerrungen oder -faserrissen im Bereich der Adduktoren ist eine sofortige Dehnung kontraindiziert. Sobald die akute Heilungsphase abgeschlossen ist und der Arzt grünes Licht gibt, können jedoch sanfte Dehnübungen sehr hilfreich sein. Sie fördern die Wiederherstellung der ursprünglichen Muskellänge und -elastizität, beugen Narbenbildung vor und verbessern die Funktionalität des Muskels. Dies ist besonders wichtig für eine vollständige Rehabilitation und die Vermeidung von Rezidiven.

Wann Sie Ihre Adduktoren nicht dehnen sollten

Obwohl Dehnen viele Vorteile bietet, gibt es Situationen, in denen es kontraindiziert ist und sogar schädlich sein kann. Absolute Vorsicht ist geboten bei:

  • Akuten Muskelrissen oder -faserrissen: Dehnen würde die Verletzung verschlimmern und den Heilungsprozess behindern. Hier ist zunächst Schonung und medizinische Begutachtung erforderlich.
  • Frischen Prellungen oder Hämatomen: Warten Sie, bis die Schwellung abgeklungen ist.
  • Starken, stechenden Schmerzen während der Dehnung: Ein leichter Zug ist normal, aber Schmerz ist ein Warnsignal. Brechen Sie die Übung ab, wenn Sie scharfe oder zunehmende Schmerzen verspüren.
  • Unklarer Ursache der Beschwerden: Wenn Sie nicht wissen, warum Ihre Adduktoren schmerzen, sollten Sie vor dem Dehnen einen Arzt konsultieren.

Wie häufig sollte man die Adduktoren dehnen?

Die zentrale Frage ist, wie oft und wie intensiv die Adduktoren gedehnt werden sollten. Die Antwort hängt maßgeblich von Ihrem individuellen Zustand und Ihren Zielen ab:

Bei akuten Beschwerden

Wenn Sie aktuell unter Schmerzen oder einer deutlichen Verkürzung der Adduktoren leiden, ist eine intensivere Herangehensweise ratsam. Führen Sie die Dehnübungen 1-3 Mal täglich durch. Beginnen Sie sanft und steigern Sie die Intensität nur, wenn es schmerzfrei möglich ist. Halten Sie jede Dehnung für etwa 20-30 Sekunden und wiederholen Sie sie 2-3 Mal pro Seite. Diese Frequenz sollte für etwa eine Woche beibehalten werden, um eine schnelle Besserung zu erzielen.

Zur Prophylaxe und langfristigen Erhaltung

Um Adduktorenproblemen vorzubeugen oder die erzielten Fortschritte zu erhalten, reicht eine geringere Frequenz aus. Dehnen Sie Ihre Adduktoren 1-3 Mal pro Woche. Integrieren Sie die Übungen in Ihr regelmäßiges Trainingsprogramm, idealerweise nach dem Aufwärmen oder als Teil einer Cool-Down-Routine. Konsistenz ist hier wichtiger als Intensität. Auch wenn Sie keine akuten Beschwerden haben, hilft regelmäßiges Dehnen, die Muskulatur geschmeidig zu halten und Dysbalancen vorzubeugen.

Nach sportlicher Betätigung

Besonders nach intensiven Trainingseinheiten, die die Adduktoren stark beansprucht haben, ist eine Dehneinheit sinnvoll. Dies hilft, die Muskulatur zu entspannen, Muskelkater zu reduzieren und die Erholung zu fördern. Hier können Sie die Dehnungen direkt im Anschluss an das Training durchführen, idealerweise dynamisch, gefolgt von statischen Dehnungen.

Wichtige Hinweise zur Dehnroutine:

  • Aufwärmen: Dehnen Sie niemals kalte Muskeln. Ein leichtes Aufwärmen (z.B. Gehen, leichtes Radfahren) von 5-10 Minuten verbessert die Durchblutung und macht die Muskeln dehnfähiger.
  • Sanftheit: Gehen Sie nur bis zu einem spürbaren Zug, niemals in den Schmerz hinein. Dehnen soll entspannend und nicht schmerzhaft sein.
  • Haltezeit: Halten Sie statische Dehnungen für mindestens 20-30 Sekunden. Kürzere Zeiten sind weniger effektiv.
  • Atmung: Atmen Sie während der Dehnung ruhig und tief. Das hilft, die Muskulatur zu entspannen und die Dehnung zu vertiefen.
  • Konsistenz: Lieber täglich kurz dehnen als einmal pro Woche eine lange, intensive Einheit.

Effektive Dehnübungen für die Adduktoren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Adduktoren gezielt zu dehnen. Wählen Sie die Übungen, die sich für Sie am besten anfühlen und die Sie regelmäßig in Ihren Alltag integrieren können.

Dehnung der Adduktoren im Sitzen auf dem Boden

Diese Übungen sind besonders schonend und gut für den Einstieg geeignet.

1. Schmetterlings-Pose (Baddha Konasana):

  • Setzen Sie sich auf eine Isomatte auf den Boden.
  • Winkel Sie Ihre Knie an und führen Sie die Fußsohlen aneinander, sodass die Knie nach außen fallen.
  • Fassen Sie Ihre Füße mit den Händen.
  • Drücken Sie nun sanft mit den Ellbogen oder den flachen Händen auf Ihre Knie, um diese leicht federnd nach unten Richtung Boden zu drücken. Spüren Sie die Dehnung an der Innenseite der Oberschenkel.
  • Halten Sie die Position für 20-30 Sekunden, atmen Sie tief ein und aus. Wiederholen Sie die Übung 2-3 Mal. Diese Übung ist ideal, um die Hüftöffnung zu fördern.

2. Frosch-Dehnung:

  • Beginnen Sie im Vierfüßlerstand auf einer Matte.
  • Drehen Sie Ihre Füße leicht nach außen und rutschen Sie mit den Knien so weit auseinander, wie es für Sie angenehm ist. Achten Sie darauf, dass Ihre Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel zu den Oberschenkeln bilden und Ihre Sprunggelenke direkt hinter den Knien liegen.
  • Senken Sie Ihren Oberkörper langsam ab, indem Sie sich auf die Unterarme stützen. Sie sollten eine intensive Dehnung in den Oberschenkel-Innenseiten spüren.
  • Bleiben Sie in dieser Position für 30-60 Sekunden und atmen Sie tief in die Dehnung hinein. Diese Übung ist sehr effektiv, aber auch intensiv, daher ist Vorsicht geboten.

Dehnung der Adduktoren im Stehen

Stehende Dehnübungen sind praktisch für unterwegs oder wenn keine Matte zur Verfügung steht.

1. Seitlicher Ausfallschritt:

  • Stellen Sie sich mit den Füßen weit auseinander, Zehen zeigen nach vorne.
  • Beugen Sie ein Knie, während das andere Bein gestreckt bleibt. Verlagern Sie Ihr Gewicht auf das gebeugte Bein.
  • Halten Sie den Rücken gerade und spüren Sie die Dehnung an der Innenseite des gestreckten Beins.
  • Halten Sie die Position für 20-30 Sekunden und wechseln Sie dann die Seite. Führen Sie 2-3 Wiederholungen pro Seite durch.

2. Wand-Dehnung (Variante):

  • Stellen Sie sich seitlich an eine Wand und halten Sie sich mit einer Hand fest.
  • Winkeln Sie das beinfernere Bein an und legen Sie die Fußsohle an die Innenseite des Knies des standbeinführenden Beines.
  • Greifen Sie mit der Hand des gleichen Arms, wie das angewinkelte Bein, das angewinkelte Knie und ziehen Sie es sanft federnd nach hinten, um die Adduktoren zu dehnen.
  • Führen Sie 4-5 sanfte Federbewegungen durch und wechseln Sie dann die Seite.

Dehnung der Adduktoren im Liegen

Diese Übungen sind entspannend und eignen sich gut zum Abschluss einer Trainingseinheit.

1. Seitliche Adduktorendehnung im Liegen:

  • Legen Sie sich seitlich auf eine Isomatte.
  • Strecken Sie das unten liegende Bein gerade aus.
  • Legen Sie das oben liegende Bein locker über das untere Bein nach vorne ab, sodass die Innenseite des Oberschenkels eine Dehnung erfährt.
  • Halten Sie diese Position für 20-30 Sekunden. Entspannen Sie dann die Beine und wechseln Sie die Seite. Wiederholen Sie 2-3 Mal pro Seite.

Dehnung mit der Faszienrolle

Die Faszienrolle ist ein hervorragendes Werkzeug, um Verspannungen in den Adduktoren zu lösen und die Durchblutung zu fördern.

  • Legen Sie sich bäuchlings auf den Boden.
  • Platzieren Sie die Faszienrolle unter einem Ihrer inneren Oberschenkel, beginnend nahe des Knies. Das andere Bein kann zur Unterstützung angewinkelt sein.
  • Stützen Sie sich auf die Unterarme und rollen Sie langsam und kontrolliert von der Knieinnenseite hoch zur Leistengegend.
  • Verweilen Sie an besonders schmerzhaften Punkten für einige Sekunden, bis der Schmerz nachlässt.
  • Wiederholen Sie dies für 1-2 Minuten pro Seite.

Dehnung der Adduktoren mit Partner

Partnerübungen können die Dehnung intensivieren und sind eine gute Möglichkeit, die Übungen abwechslungsreich zu gestalten.

  • Setzen Sie sich und Ihr Partner sich auf einer Isomatte gegenüber.
  • Beide stellen ihre Beine im 90-Grad-Winkel auf. Die Knie des einen Partners zeigen nach innen, die des anderen nach außen, sodass sie ineinandergreifen.
  • Der Partner mit den nach außen zeigenden Knien drückt nun sanft die Knie des anderen Partners nach innen, während dieser leicht Gegendruck ausübt.
  • Halten Sie diese isometrische Kontraktion für ca. 10 Sekunden.
  • Lockern Sie dann die Beine und wiederholen Sie die Übung 4-5 Mal, bevor Sie die Seiten wechseln. Diese Methode kann die Flexibilität durch PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) verbessern.

Was tun, wenn Schmerzen beim Dehnen auftreten?

Ein leichtes Ziehen oder ein Gefühl der Dehnung an der Innenseite der Oberschenkel ist bei den Adduktorenübungen völlig normal und sogar erwünscht. Es zeigt an, dass die Muskeln beansprucht und gedehnt werden. Dieses Gefühl sollte jedoch nicht in einen scharfen, stechenden oder brennenden Schmerz übergehen. Wenn Sie während oder nach den Dehnübungen (mehr) Schmerzen bekommen, die über ein normales Ziehen hinausgehen, sollten Sie folgendes beachten:

  • Sofort aufhören: Brechen Sie die Übung sofort ab, wenn starke Schmerzen auftreten.
  • Pause einlegen: Gönnen Sie den Muskeln eine längere Pause von den Dehnübungen. Manchmal ist eine Überreizung der Grund für die Schmerzen.
  • Übungen wechseln: Probieren Sie andere Dehnübungen aus, die weniger Belastung auf den schmerzenden Bereich ausüben.
  • Intensität reduzieren: Führen Sie die Übungen sanfter und mit geringerer Reichweite aus.
  • Kühlen: Bei akuten Schmerzen oder Schwellungen kann das Auflegen eines in ein Tuch gewickelten Eispacks für 10-15 Minuten Linderung verschaffen.
  • Ärztliche Abklärung: Wenn die Schmerzen auch nach einer Pause nicht besser werden, sich verschlimmern oder mit anderen Symptomen wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln einhergehen, ist eine erneute ärztliche Untersuchung unerlässlich. Dies könnte auf eine tieferliegende Ursache wie eine Nervenschädigung oder eine schwerere Muskelverletzung hindeuten.

Alternativen und zusätzliche Maßnahmen zur Dehnung

Das Dehnen ist ein wichtiger Baustein, aber oft ist eine ganzheitliche Herangehensweise am effektivsten, um Adduktorenbeschwerden zu behandeln und vorzubeugen.

Ursachen vermeiden

Der wichtigste Schritt ist, die auslösenden Ursachen für die Adduktorenprobleme zu identifizieren und zu vermeiden. Dies kann das Unterlassen von Überlastungen, die Korrektur von Fehlhaltungen oder die Anpassung von Trainingsroutinen bedeuten.

Massagen

Regelmäßige Massagen können Wunder wirken, um die Adduktorenmuskulatur zu lockern, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern. Dies kann entweder durch einen professionellen Physiotherapeuten oder durch Selbstmassage mit Hilfsmitteln wie einer Faszienrolle oder einem Massageball erfolgen.

Schmerzlindernde Salben

Bei lokalen Schmerzen können topische Salben Linderung verschaffen. Hierzu gehören entzündungshemmende Gele wie Diclogel oder Docsalbe, die 1-3 Mal täglich für maximal eine Woche auf den schmerzenden Bereich aufgetragen werden können. Auch pflanzliche Salben, wie solche mit Beinwell (Kyttasalbe), sind eine gute Option und können die Heilung unterstützen.

Kühlende Maßnahmen

Bei akuten Schmerzen, Schwellungen oder Entzündungen können kühlende Maßnahmen hilfreich sein. Wickeln Sie ein Eispack in ein Handtuch und legen Sie es für maximal 10 Minuten, 1-3 Mal täglich, auf die betroffene Stelle. Kälte hilft, Schwellungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.

Wärmende Maßnahmen

In manchen Fällen, besonders bei chronischen Verspannungen oder vor dem Dehnen, kann Wärme die Muskulatur entspannen. Eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen für 10-15 Minuten auf den schmerzenden Muskel gelegt, kann die Durchblutung fördern und die Muskeln geschmeidiger machen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Obwohl viele Adduktorenprobleme mit Selbsthilfemaßnahmen und regelmäßiger Dehnung in den Griff zu bekommen sind, gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Konsultation unerlässlich ist:

  • Nach einem Unfall: Wenn die Schmerzen an den Adduktoren plötzlich nach einem Sturz, Sportunfall oder einer anderen traumatischen Einwirkung auftreten und stark sind, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um schwerere Verletzungen wie Muskelrisse auszuschließen.
  • Anhaltende Schmerzen: Wenn Schmerzen während der Dehnübungen entstehen und sich auch nach einer Pause oder Anpassung der Übungen nicht bessern, ist eine weiterführende Diagnostik notwendig.
  • Eingeschränkte Bewegung: Treten neben den Schmerzen auch deutliche Bewegungseinschränkungen auf, sodass Sie Ihre Beine nicht wie gewohnt bewegen können oder im Alltag stark eingeschränkt sind, sollte dringend eine ärztliche Abklärung erfolgen.
  • Neurologische Symptome: Wenn zusätzlich zu den Schmerzen Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen im Bein auftreten, könnte dies auf eine Nervenschädigung hindeuten. In diesem Fall ist ein zeitnaher Besuch bei einem Neurologen oder Orthopäden ratsam.
  • Chronische Beschwerden: Wenn Sie unter chronischen, wiederkehrenden Adduktorenschmerzen leiden, die Ihre Lebensqualität beeinträchtigen, kann ein Spezialist Ihnen helfen, die genaue Ursache zu finden und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

Häufig gestellte Fragen zu den Adduktoren

Sind Adduktorenschmerzen gefährlich?

Meistens sind Adduktorenschmerzen nicht gefährlich, aber sie können sehr unangenehm und hartnäckig sein. Sie weisen oft auf Überlastung, Verkürzung oder Fehlbelastung hin. Nur in seltenen Fällen, insbesondere bei akuten Rissen oder wenn neurologische Symptome auftreten, können sie auf ernstere Probleme hindeuten, die medizinische Hilfe erfordern.

Wie lange dauert es, bis Dehnen der Adduktoren hilft?

Die Zeit bis zur Besserung variiert je nach Ursache und Ausmaß der Beschwerden. Bei akuten, leichten Verkürzungen können Sie oft schon nach wenigen Tagen bis einer Woche regelmäßigen Dehnens eine deutliche Verbesserung spüren. Bei chronischen Problemen oder ausgeprägten Verkürzungen kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis sich nachhaltige Erfolge einstellen. Konsistenz ist hier der Schlüssel.

Kann ich meine Adduktoren zu viel dehnen?

Ja, übermäßiges oder zu aggressives Dehnen kann schädlich sein. Es kann zu kleinen Muskelfaserrissen, Überdehnungen der Bänder oder Reizungen der Gelenke führen. Hören Sie immer auf Ihren Körper und dehnen Sie nur bis zu einem spürbaren, aber nicht schmerzhaften Zug. Vermeiden Sie federnde Bewegungen, es sei denn, sie sind explizit Teil einer dynamischen Aufwärmroutine.

Sollte ich vor dem Sport dehnen?

Vor dem Sport sind dynamische Dehnübungen, die die Muskeln auf die Bewegung vorbereiten und die Durchblutung fördern, empfehlenswert. Statische Dehnungen, bei denen eine Position länger gehalten wird, sollten besser nach dem Sport oder als separate Einheit durchgeführt werden, da sie die Muskelkraft kurzfristig reduzieren können.

Kann ich Adduktorenschmerzen durch Stärkung beheben?

Oftmals sind Adduktorenschmerzen nicht nur auf Verkürzung, sondern auch auf eine Schwäche der Adduktoren oder eine Dysbalance zu anderen Muskelgruppen (z.B. Abduktoren) zurückzuführen. Ein kombiniertes Training aus Dehnung und Kräftigung ist daher ideal. Stärkungsübungen helfen, die Muskulatur widerstandsfähiger zu machen und zukünftigen Überlastungen vorzubeugen.

Die Pflege Ihrer Adduktoren ist ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Körpergesundheit und Beweglichkeit. Durch regelmäßiges und gezieltes Dehnen können Sie nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch Ihre sportliche Leistung verbessern und das Risiko zukünftiger Verletzungen minimieren. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und zögern Sie nicht, bei anhaltenden Beschwerden professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine optimale und nachhaltige Lösung für Ihre Hüftgesundheit zu finden.

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