10/04/2022
Die Achillessehne ist ein wahres Kraftpaket unseres Körpers, doch gerade diese Stärke macht sie anfällig für Überlastungen und schmerzhafte Reizungen. Wenn jeder Schritt zur Qual wird, sehnt man sich nach effektiven Lösungen. Dieser umfassende Artikel beleuchtet die Ursachen von Achillessehnenbeschwerden und zeigt auf, wie gezielte Massagen und ein breites Spektrum an therapeutischen Maßnahmen Linderung verschaffen und den Heilungsprozess nachhaltig unterstützen können. Tauchen Sie ein in die Welt der Achillessehnenpflege und finden Sie Wege zurück zu schmerzfreier Bewegung.

- Die Achillessehne verstehen: Ein Kraftpaket unter Belastung
- Ursachen von Achillessehnenbeschwerden: Warum schmerzt es?
- Symptome erkennen: Akut vs. Chronisch
- Die Rolle der Massage bei Achillessehnenschmerzen
- Ganzheitliche Therapieansätze: Mehr als nur Massage
- Wann zum Arzt? Diagnose und weitere Schritte
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Die Achillessehne verstehen: Ein Kraftpaket unter Belastung
Die Achillessehne ist nicht nur die stärkste, sondern auch die dickste Sehne im menschlichen Körper. Sie bildet die Verbindung zwischen der kräftigen Wadenmuskulatur und dem Fersenbein und spielt eine entscheidende Rolle bei jeder unserer Bewegungen, die den Fuß betreffen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die enorme Kraft der Wadenmuskeln auf den Fuß zu übertragen, wodurch wir uns abstoßen, laufen, springen und auf den Zehenspitzen stehen können. Mit jedem Schritt fängt sie ein Vielfaches unseres Körpergewichts ab, was ihre außergewöhnliche Reißfestigkeit und Dicke erfordert.
Trotz ihrer Robustheit ist die Achillessehne anfällig für Verletzungen, insbesondere durch chronische Überlastung, bekannt als Tendopathie. Diese Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können, einmal manifestiert, sehr hartnäckig und langwierig sein. Häufige Ursachen sind übermäßiger Sport oder plötzliche Intensivierung des Trainings. Eine Reizung kann zu Schmerzen und Entzündungen führen, und im schlimmsten Fall, bei chronischem Verlauf oder starker akuter Belastung, sogar zu einem vollständigen Riss der Sehne.
Ursachen von Achillessehnenbeschwerden: Warum schmerzt es?
Schmerzen in der Achillessehne, oft als Achillodynie bezeichnet, entstehen meist durch eine Kombination aus Über- und Fehlbelastungen. Eine Tendopathie, also eine Reizung oder Verletzung der Achillessehne durch Überlastung, tritt bei Männern deutlich häufiger auf als bei Frauen. Bei Sportlerinnen und Sportlern steigt das Risiko mit zunehmendem Alter und der Anzahl der zurückgelegten Trainingskilometer, insbesondere in Sportarten, die wiederholte Stoßbelastungen oder explosive Bewegungen erfordern.

Häufige Risikofaktoren und Sportarten
- Mittel-, Langstrecken- und Orientierungslauf
- Leichtathletik (insbesondere Sprungdisziplinen)
- Tennis und Badminton
- Volleyball und Fußball
Die Beschwerden können entweder akut auftreten, also plötzlich nach einer spezifischen Belastung, oder chronisch verlaufen, wobei sie über Wochen und Monate bestehen bleiben oder immer wiederkehren.
Spezifische Ursachen für Tendopathie
Bei Sportlern können verschiedene Faktoren zu einer Achillessehnenreizung führen:
- Verkürzte, verspannte oder ermüdete Wadenmuskulatur, die die Sehne unter Dauerspannung setzt.
- Unzureichendes Aufwärmen und Vordehnen der Waden vor dem Training.
- Zu schnelles Erhöhen des Trainingsumfangs oder ein generell zu hohes Trainingspensum, das die Sehne überfordert.
- Zu kurze Regenerationsphasen zwischen intensiven Trainingseinheiten.
- Extreme Belastungen wie Tempo- und Bergläufe, die die Sehne maximal fordern.
- Ungeeignete Schuhe, beispielsweise mit zu steifem Material oder einer ungünstig platzierten Fersenkappe, die Reibung verursacht.
Darüber hinaus können auch nicht sportbedingte Faktoren wiederkehrende Schmerzen an der Achillessehne begünstigen:
- Probleme mit der Wirbelsäule, die die Biomechanik des Gangs beeinflussen.
- Ein verkürzter hinterer Oberschenkelmuskel.
- Eine Beinlängendifferenz, die zu einer ungleichmäßigen Belastung führt.
- Ein Schiefstand der Hüfte.
- Übergewicht, das die Sehne dauerhaft zusätzlich belastet.
Symptome erkennen: Akut vs. Chronisch
Die Symptome einer Achillessehnenreizung variieren je nach Stadium und Ausprägung. Es ist wichtig, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen, um eine Chronifizierung oder schwerwiegendere Verletzungen wie einen Riss zu vermeiden.
Vergleich: Akute vs. Chronische Tendopathie
| Merkmal | Akute Tendopathie | Chronische Tendopathie |
|---|---|---|
| Ursache | Plötzliche Überlastung, Mikrorisse | Langanhaltende Über- / Fehlbelastung, Gewebeumbau |
| Schmerzbeginn | Oft direkt nach Überlastung | Schleichend, Anlaufschmerzen (morgens/nach Ruhe) |
| Schmerzcharakter | Stechend, diffus, belastungsabhängig | Zunehmend, oft konstant, knotenbedingt |
| Sichtbare Zeichen | Schwellung, Rötung, Überwärmung | Tastbare Knoten/Verdickungen, Vernarbung |
| Gewebeveränderung | Mikrorisse, Entzündung | Narbengewebe, Einwachsen von Gefäßen/Nerven |
| Risiko | Heilt meist gut ab | Teilriss möglich, hartnäckig, langwierig |
Symptome der akuten Tendopathie
Eine akute Überlastung der Achillessehne führt zu Mikrorissen in der Sehnenstruktur, ähnlich dem bekannten Muskelkater. Typische Symptome sind:
- Eine geschwollene und schmerzhafte Sehne, die empfindlich auf Belastungen reagiert.
- Diffuser, teils stechender Schmerz an verschiedenen Stellen der Sehne, meist in Fersennähe (Achillodynie), oder ein klar definierter Druckschmerz.
- Eine eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks.
- Bei Entzündungen können zusätzlich Rötung und Überwärmung der betroffenen Stelle auftreten.
In der Regel benötigt eine angeschlagene Achillessehne sechs bis acht Wochen, bis sie wieder voll belastbar ist. Dauern die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte unbedingt ein Orthopäde aufgesucht werden.
Symptome einer chronischen Tendopathie
Bei einer chronischen Tendopathie werden die geschädigten Sehnenfasern durch weniger belastbares Narbengewebe ersetzt. Zudem können winzige Gefäße und Nervenfasern in die Sehne einwachsen, was die Schmerzempfindlichkeit erhöht. Typisch sind hierbei:
- Tastbare Knoten oder Verdickungen durch vernarbtes Gewebe, das bei Dehnung gegen die Sehne reibt und Schmerzen verursacht.
- Meist ist das mittlere Sehnendrittel betroffen, seltener der Achillessehnenansatz am Fersenbein.
- Durch das vernarbte Gewebe kann es zu einem Teilriss der Achillessehne kommen.
- Anlaufschmerzen, die morgens oder zu Beginn einer Belastung auftreten und nach kurzer Bewegung wieder nachlassen.
Wenn die Achillessehne reißt (Ruptur)
Als Folge einer fortgeschrittenen Tendopathie oder durch eine plötzliche, einseitige starke Überlastung kann die Achillessehne reißen. Dies ist ein Notfall, der sofortige ärztliche Behandlung erfordert. Typische Beschwerden bei einer sogenannten Ruptur sind:
- Ein schlagartig auftretender, starker Schmerz im Bereich der Achillessehne oder der unteren Wade.
- Ein reißendes oder knallendes Geräusch, das oft deutlich zu hören ist.
- Der Zehenstand auf dem betroffenen Bein ist gar nicht oder nur unter starken Schmerzen möglich.
- Ein humpelnder Gang mit einem gedrehten Fuß.
Die Rolle der Massage bei Achillessehnenschmerzen
Eine gezielte Massage der Achillessehne kann einen wichtigen Beitrag zur Linderung von Schmerzen und zur Förderung der Heilung leisten. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Therapie, insbesondere bei Reizungen und leichten Entzündungen.

Wie Massagen wirken
Massagen wirken auf mehreren Ebenen, um die Beschwerden an der Achillessehne zu adressieren:
- Durchblutungsförderung: Sanfte, kreisende Bewegungen regen die Blutzirkulation im betroffenen Bereich an. Eine verbesserte Durchblutung bedeutet eine bessere Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie einen effizienteren Abtransport von Stoffwechselprodukten und Entzündungsmediatoren. Dies beschleunigt den Heilungsprozess.
- Lockerung von Verhärtungen: Achillessehnenschmerzen gehen sehr häufig mit tastbaren Verhärtungen und Verklebungen im Sehnengewebe oder der umgebenden Muskulatur einher. Eine Massage hilft, diese Verhärtungen zu lösen und die Gewebestruktur geschmeidiger zu machen.
- Schmerzlinderung: Durch die Entspannung der Muskulatur und die Reduktion von Spannungen kann eine Massage direkt zur Schmerzlinderung beitragen. Sie kann auch indirekt wirken, indem sie die Freisetzung körpereigener schmerzlindernder Substanzen anregt.
- Verbesserung der Elastizität: Regelmäßige Massagen können dazu beitragen, die Elastizität der Sehne und der umliegenden Muskulatur zu verbessern, was die Belastbarkeit der Achillessehne erhöht und zukünftigen Reizungen vorbeugen kann.
Massagetechniken und Hilfsmittel
Die Massage der Achillessehne sollte stets sanft erfolgen, insbesondere wenn Schmerzen vorliegen. Ein Sportphysiotherapeut oder Sportmediziner kann die korrekten Techniken zeigen. Zu Hause kann man folgende Ansätze nutzen:
- Sanfte Friktionsmassage: Mit Daumen und Zeigefinger kann die Achillessehne sanft in kleinen, kreisenden Bewegungen massiert werden. Dabei sollte man darauf achten, nicht zu viel Druck auszuüben, insbesondere bei akuten Schmerzen.
- Massage mit Ölen: Die Verwendung von Ölen wie Rizinusöl oder ätherischen Ölen (z.B. japanisches Heilpflanzenöl) kann den erweichenden Effekt der Massage verstärken und zusätzliche schmerzlindernde oder entzündungshemmende Eigenschaften mit sich bringen. Rizinusöl enthält Rhizinolsäure, die entzündungshemmend wirkt. Ätherische Öle können einen kühlenden Effekt haben, der ebenfalls zur Schmerzreduktion beiträgt.
- Bandagen mit Massageeffekt: Einige spezielle Bandagen für die Achillessehne sind mit sogenannten Pelotten ausgestattet. Diese Pelotten üben bei jeder Bewegung eine leichte Massage auf die Sehne aus, was die Durchblutung fördert und den Stoffwechsel anregt, wodurch sich die Sehne besser regenerieren kann.
Es ist wichtig, bei der Massage auf den eigenen Körper zu hören und bei zunehmenden Schmerzen die Intensität zu reduzieren oder die Massage zu unterbrechen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte immer professioneller Rat eingeholt werden.
Ganzheitliche Therapieansätze: Mehr als nur Massage
Neben der Massage gibt es eine Vielzahl von konservativen Behandlungsmethoden, die bei Achillessehnenbeschwerden zum Einsatz kommen, um Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern. Ein ganzheitlicher Ansatz, der verschiedene Maßnahmen kombiniert, ist oft am effektivsten.
Erste Hilfe und Akutmaßnahmen
- PECH-Methode: Bei akuten Schmerzen ist die PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern) die erste Wahl. Diese Methode hilft, Schwellungen zu reduzieren und den Heilungsprozess zu beschleunigen.
- Kühlen: Kälteanwendungen, beispielsweise mit einem Eispack (in ein Tuch gewickelt) für ca. 10 Minuten, ein- bis zweimal täglich, können Schmerzen lindern und den entzündlichen Stoffwechsel begrenzen. Bei akut entzündeter Achillessehne sollte auf Wärme verzichtet werden.
- Schonung: Eine mehrtägige Sportpause und die Vermeidung von Überlastungen sind elementar, um der gereizten oder entzündeten Sehne Zeit zur Erholung zu geben. Die Dauer sollte vom Arzt festgelegt werden.
- Freilagerung: Um Druck auf die Achillessehne zu vermeiden und die Durchblutung zu fördern, kann die Sehne im Liegen freigelagert werden (z.B. mit gerollten Handtüchern). Enge Schuhe sollten vermieden werden; Barfußlaufen kann entlastend wirken.
Hausmittel und unterstützende Anwendungen
- Quarkwickel: Dem Quarkwickel wird eine kühlende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Speisequark auf die Sehne auftragen und mit einem Handtuch umwickeln, für ca. 10 Minuten. Mehrmals täglich wiederholen.
- Arnika: In Form von Salben oder Gels aufgetragen, kann Arnika Entzündungen reduzieren und Schmerzen lindern.
- Retterspitzumschläge: Können sich ebenfalls positiv auf die Heilung und Entzündung der Achillessehne auswirken.
- Wärme: Bei chronischen Reizungen kann eine warme Kompresse oder ein warmes Bad helfen, die Achillessehne zu entspannen und Schmerzen zu reduzieren.
- Capsaicin: Der Wirkstoff des Cayennepfeffers weitet Blutgefäße, erzeugt Wärme und wirkt schmerzlindernd, besonders bei muskulären Verhärtungen. Dünn auftragen (mit Handschuhen!).
- Ätherische Öle: Zum Beispiel japanisches Heilpflanzenöl. Sie können einen kühlenden Effekt haben und zur Schmerzreduktion beitragen, da sie beim Verdunsten Wärme entziehen.
- Ichtho-Bad: Bäder mit Ichthyol können entzündungshemmend wirken, die Durchblutung fördern und zur Schmerzlinderung beitragen.
Spezifische Trainings- und Hilfsmittel
- Dehnübungen: Haben eine zentrale Rolle, da sich die Achillessehne bei Reizung oft verkürzt. Dehnübungen beugen Verkürzungen vor und lindern Schmerzen. Beispiele sind der Ausfallschritt oder das Ziehen der Fußzehen nach oben. Regelmäßigkeit ist entscheidend.
- Exzentrisches Training: Eine der nachhaltigsten Methoden. Dabei wird die Wadenmuskulatur gedehnt und die Achillessehne entlastet. Zum Beispiel auf einer Stufe stehen, Fersen in der Luft, dann in den Zehenstand gehen und die Ferse maximal absenken. Täglich, dreimal 15 Wiederholungen pro Bein.
- Gezielte Übungen: Nach Abklingen der akuten Schmerzphase können Stabilisierungs- und muskelaufbauende Übungen (z.B. auf wackligem Untergrund) die Achillessehne indirekt entlasten und stärken. Individuell abgestimmte Übungen sind hier am effektivsten.
- Weich gepolsterte Einlagen und Fersenerhöhungen (Keile): Nehmen den Zug von der Achillessehne und entlasten sie. Wichtig ist, Keile beidseits zu tragen, um Beinlängendifferenzen zu vermeiden. Nach Abheilung sollten sie wieder entfernt werden. Eine Ganganalyse kann zur Korrektur von Fehlbelastungen sinnvoll sein.
- Bandagen und Taping: Elastische Bandagen mit Kompression und Pelotten unterstützen das Sprunggelenk und entlasten die Achillessehne. Taping kann ebenfalls zur Stabilisierung und Entlastung eingesetzt werden, anfangs festes Tape, später flexibles Kinesiotape.
Medizinische Behandlungen
- Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente: Können in der akuten Phase zur Linderung eingesetzt werden.
- Manuelle Therapie: Spezielle Handgriffe und Massagetechniken (Friktionstherapie) können Verspannungen und Reizungen lösen.
- Stoßwellentherapie: Hochenergetische Druckwellen sollen Selbstheilungsprozesse anregen, Knochenwachstum und Blutgefäßbildung fördern. Der Therapieerfolg ist nicht sofort sichtbar und nicht immer garantiert; Kosten werden von gesetzlichen Krankenkassen oft nicht übernommen.
- Kortisonspritzen: Können Schmerzen schnell lindern, bergen jedoch erhebliche Risiken für die Achillessehne. Kortison beeinträchtigt die Qualität des Sehnengewebes und erhöht das Risiko eines Achillessehnenrisses erheblich, selbst bei geringer Belastung. Experten raten daher in den meisten Fällen dringend von Kortisonspritzen bei Achillessehnenbeschwerden ab, da die potenziellen langfristigen Schäden den kurzfristigen Nutzen überwiegen.
Wann zum Arzt? Diagnose und weitere Schritte
Bei anhaltenden oder starken Schmerzen an der Achillessehne ist der Besuch bei einem Orthopäden unerlässlich. Eine frühzeitige und präzise Diagnose ist entscheidend für den Therapieerfolg und um langfristige Schäden zu vermeiden.
So stellt der Arzt die Diagnose
Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese und körperlicher Untersuchung sowie bildgebenden Verfahren:
- Anamnese: Der Arzt fragt detailliert nach den Schmerzen, deren Gefühl (stechend, ziehend), auslösenden Faktoren (Sport, Belastung) und dem zeitlichen Verlauf.
- Körperliche Untersuchung: Hierbei wird überprüft, ob Fehlstellungen der Hüfte oder fehlerhafte Bewegungsabläufe für die Beschwerden verantwortlich sind. Auch der Gang und das Abrollmuster der Schuhsohlen können Hinweise auf Fehlbelastungen geben. Der Arzt tastet die Sehne ab, um Schwellungen, Verdickungen oder Druckschmerz zu identifizieren.
- Ultraschalluntersuchung: Dies ist ein wichtiges bildgebendes Verfahren, um Flüssigkeitseinlagerungen in der Sehne, strukturelle Veränderungen (Aufhellungen/Verdunklungen) oder Verkalkungen bei chronischen Reizungen darzustellen. Es ist schnell, schmerzfrei und liefert gute erste Ergebnisse.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Ein MRT der Achillessehne ist vor allem indiziert, wenn der Verdacht auf schwerwiegende Verletzungen wie einen Riss oder Teilriss besteht. Es kann auch bei lang anhaltenden, hartnäckigen Reizungen eingesetzt werden, um Entzündungsherde oder andere, komplexere Ursachen zu identifizieren, die die Beschwerden aufrechterhalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Viele Menschen, die unter Achillessehnenschmerzen leiden, haben ähnliche Fragen. Hier beantworten wir einige der häufigsten Anliegen.

Wie pflege ich meine Achillessehne im Alltag?
Die Pflege Ihrer Achillessehne beginnt mit der Prävention. Achten Sie auf ausreichendes Aufwärmen vor dem Sport und regelmäßiges, aber nicht übermäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur. Vermeiden Sie plötzliche Steigerungen des Trainingsumfangs und gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Regenerationszeit. Tragen Sie gut passende Schuhe, die die Achillessehne nicht reiben oder einengen. Bei den ersten Anzeichen von Schmerzen ist Schonung und Kühlung ratsam, um eine Verschlimmerung zu vermeiden.
Wie lange dauert eine Achillessehnenreizung?
Die Dauer einer Achillessehnenreizung hängt stark von ihrer Schwere und der Einhaltung der Therapie ab. Eine akute Reizung benötigt in der Regel etwa zwei bis drei Wochen Sportpause. Danach kann mit einem vorsichtigen Aufbautraining begonnen werden, wobei die Beschwerden meist nach vier bis sechs Wochen vollständig abgeklungen sind und sportliche Aktivität wieder aufgenommen werden kann. Bei einer chronischen Achillessehnenreizung, die sich über Monate hinzieht, kann die Heilungszeit jedoch deutlich länger sein und mehrere Monate betragen. Die strikte Einhaltung der Sportpause ist entscheidend für die Erholung der Sehne.
Ab wann darf ich nach einer Achillessehnenreizung wieder Sport machen?
Mit dem Sport darf erst wieder begonnen werden, wenn die Schmerzen vollständig abgeklungen sind und die Achillessehne durch gezielte Dehn- und physiotherapeutische Übungen ausreichend gestärkt wurde. Dies sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten erfolgen, um eine erneute Überlastung zu vermeiden. Bei akuten Entzündungen wird meist eine komplette Sportpause von zwei bis drei Wochen empfohlen. Eine vollständige Belastung ist oft erst nach etwa einem Monat wieder möglich. Bei chronischen Zuständen kann es länger dauern, bis eine schrittweise Wiederaufnahme des Sports möglich ist.
Wie hoch ist die Gefahr, dass eine gereizte Achillessehne reißt?
Eine bestehende Achillessehnenreizung erhöht grundsätzlich das Risiko einer Ruptur. Um dies zu vermeiden, sollte eine weitere Belastung des betroffenen Beins unbedingt vermieden werden. Allerdings ist selbst bei einer Reizung in der Regel ein hoher Kraftaufwand oder eine plötzliche, unkontrollierte Bewegung nötig, damit die Achillessehne reißt. Wer jedoch an einer chronischen Achillessehnenreizung leidet und bereits degenerative Schäden in der Sehne aufweist, hat ein deutlich höheres Risiko für einen spontanen Riss, auch bei normalen Alltagsbelastungen. Die Rupturgefahr ist bei einer einfachen, akuten Reizung eher gering, steigt aber mit dem Fortschreiten der Schäden.

Helfen Bandagen oder Taping bei Achillessehnenreizung?
Ja, Bandagen und Taping können sehr hilfreich sein. Bandagen aus elastischem Material komprimieren das Gewebe und beugen Schwellungen vor. Viele Modelle verfügen über Pelotten, die eine leichte Massage auf die Sehne ausüben und so die Durchblutung fördern. Auch Fersenkeile, die oft mit Bandagen geliefert werden oder separat in den Schuh gelegt werden können, entlasten die Sehne, indem sie den Fuß leicht auf die Zehenspitzen stellen. Beim Taping kann anfangs stabiles Tape zur Ruhigstellung und Unterstützung verwendet werden, später flexibles Kinesiotape, das die Sehne und Wadenmuskulatur in ihrer Zugrichtung unterstützt, ohne die Bewegung zu stark einzuschränken.
Sollte ich Kortisonspritzen bei Achillessehnenschmerzen in Betracht ziehen?
Kortisonspritzen können zwar kurzfristig Schmerzen lindern, bergen jedoch erhebliche Risiken für die Achillessehne. Kortison beeinträchtigt die Qualität des Sehnengewebes, unabhängig davon, ob es direkt in die Sehne oder das umliegende Gewebe gespritzt wird. Dies erhöht das Risiko eines Achillessehnenrisses erheblich, selbst Monate nach der Behandlung. Experten raten daher in den meisten Fällen dringend von Kortisonspritzen bei Achillessehnenbeschwerden ab, da die potenziellen langfristigen Schäden den kurzfristigen Nutzen überwiegen.
Kann Übergewicht Achillessehnenprobleme verursachen?
Ja, Übergewicht ist ein signifikanter Risikofaktor für Achillessehnenreizungen und -entzündungen. Die Achillessehne muss bei jedem Schritt und jeder Bewegung das gesamte Körpergewicht tragen. Ein erhöhtes Körpergewicht bedeutet eine dauerhaft höhere Belastung für die Sehne, was zu Überlastung, Mikroverletzungen und degenerativen Schäden führen kann. Eine Gewichtsreduktion kann daher ein wichtiger Bestandteil der Therapie und Prävention bei wiederkehrenden Achillessehnenbeschwerden sein.
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