09/04/2023
In der heutigen schnelllebigen Zeit suchen immer mehr Menschen nach natürlichen Wegen, um ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden zu fördern. Die Aromatherapie, eine uralte Praxis, die auf der Kraft von Pflanzenessenzen basiert, bietet hierfür eine wunderbare Lösung. Mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten können ätherische Öle beruhigend, ausgleichend oder stimulierend wirken und so zu einer aktiven Gesundheitsvorsorge beitragen, das Immunsystem stärken und die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Tauchen Sie ein in die wohltuende Welt der Düfte und erfahren Sie, wie Sie die Pflanzenkraft für Momente der Ruhe, Harmonie und Inspiration nutzen können.

- Die faszinierende Geschichte der Aromatherapie
- Wie wirken ätherische Öle auf uns?
- Die Vielfalt ätherischer Öle: Ein Überblick
- Ausgewählte Aroma-Öle und ihre spezifische Wirkung
- Anwendung der Aromatherapie im Alltag
- Ätherische Öle in der Kosmetik und Massage
- Qualität zählt: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Was sind ätherische Öle genau?
- Wie viele Aromatherapie-Öle gibt es?
- Können ätherische Öle schädlich sein?
- Welche Öle eignen sich für die Massage?
- Welche Öle wirken stimmungsaufhellend?
- Welche Öle wirken beruhigend?
- Welches ätherisches Öl hilft bei Erkältung?
- Wie viele Tropfen ätherisches Öl sollen in die Duftlampe?
- Wie schwer ist ein Tropfen ätherisches Öl?
- Fazit
Die faszinierende Geschichte der Aromatherapie
Die Anwendung von Duftstoffen und Pflanzenteilen ist keineswegs eine Erfindung unserer modernen Zeit. Schon im alten Ägypten wurden sie in rituellen Zeremonien verwendet und zur Heilung verschiedener Leiden eingesetzt. Interessanterweise leitet sich der Begriff „Parfum“ aus dem Lateinischen „per fumum“ ab, was „durch den Rauch“ bedeutet und auf die frühe Verwendung von Räucherwerk hinweist.
Die moderne Aromatherapie verdankt ihren Namen und ihre Entwicklung jedoch dem französischen Chemiker René-Maurice Gattefossé. Im Jahr 1910 erlitt Gattefossé bei einer Explosion in seinem Labor schwere Brandwunden. Als er seine Verletzungen mit Lavendelöl behandelte, beobachtete er einen erstaunlich schnellen Heilungserfolg. Dieses Erlebnis weckte sein tiefes Interesse an den therapeutischen Eigenschaften von Pflanzenölen. Er experimentierte weiter und entwickelte sogar eine Seife aus ätherischen Ölen, die während des Ersten Weltkriegs zu Reinigungszwecken genutzt wurde. In den folgenden Jahren forschte Gattefossé intensiv weiter, arbeitete eng mit Medizinern zusammen und veröffentlichte mehrere wegweisende Bücher. Im Jahr 1937 prägte er in seinem Werk „Essentielle Antiseptika“ erstmalig den Begriff „Aromatherapie“ und legte damit den Grundstein für diese faszinierende Heilmethode.
Wie wirken ätherische Öle auf uns?
Die Wirkung von Aroma-Ölen ist tiefgreifend und vielschichtig. Wenn ein Duftstoff in unsere Nase gelangt, werden dort spezifische Impulse ausgelöst. Über die Riechschleimhaut werden diese durch Rezeptoren ausgelösten Signale direkt an das Gehirn weitergeleitet. Dies erklärt, warum ätherische Öle eine so starke und unmittelbare Wirkung auf unsere Psyche und unser emotionales Wohlbefinden haben. Düfte können sofort angenehme oder unangenehme Assoziationen hervorrufen und sind oft eng mit Erinnerungen und Gefühlen verbunden.
Doch die Wirkung beschränkt sich nicht nur auf den Geruchssinn. Über die Schleimhäute können die Duftstoffe auch in die Bronchien gelangen und dort ihre Wirkung entfalten. Wird ein ätherisches Öl auf die Haut aufgetragen, werden die winzigen Moleküle der Öle durch die Haut absorbiert und gelangen so in den Blutkreislauf, wo sie ihre vielfältigen Wirkungen auf den gesamten Körper entfalten können.
Die Aromatherapie-Massage, deren Begründerin Marguerite Maury verschiedene ätherische Öle hinsichtlich ihrer Wirkung untersucht hat, macht sich diese Mechanismen gezielt zunutze. Werden Aroma-Öle nicht nur eingeatmet, sondern gezielt inhaliert oder verdünnt eingenommen, können sie eine direkte Wirkung auf bestimmte Organe ausüben. Bei Erkältungskrankheiten beispielsweise ist die Inhalation eine bewährte und effektive Methode, um die Atemwege zu befreien und Linderung zu verschaffen.
Ein direkter Auftrag des verdünnten ätherischen Öls auf die Haut ermöglicht es, die Wirkstoffe gezielt in die Haut einzumassieren oder auf wunde oder schmerzende Stellen aufzutragen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die meisten ätherische Öle vor dem direkten Hautkontakt verdünnt werden sollten, um Hautreizungen zu vermeiden. Ausnahmen bilden hier bestimmte Öle wie reines Lavendel- oder Zitronenöl, die in geringen Mengen auch pur aufgetragen werden können.
Die Vielfalt ätherischer Öle: Ein Überblick
Wer sich mit der Aromatherapie vertraut machen und eine kleine „Hausapotheke“ anlegen möchte, fragt sich oft, welche Aroma-Öle wirklich notwendig sind. Die gute Nachricht ist, dass bereits fünf bis zehn gut ausgewählte Öle aus verschiedenen Gruppen ausreichen können, um eine Vielzahl von Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen zu behandeln. Es gibt übrigens circa 120 verschiedene ätherische Öle, wobei über die Hälfte der weltweit produzierten Öle aus China stammt.
Die folgende Übersicht zeigt, in welche praktischen Gruppen sich die Öle einteilen lassen und welche Wirkung sie typischerweise entfalten:
| Aroma-Öl Gruppe | Vertreter | Erläuterung der Wirkung |
|---|---|---|
| Allround-Öle | Teebaum, Bergamotte, Lavendel | Besonders vielseitig nutzbar, vereinen beruhigende, stärkende oder antiseptische Eigenschaften. |
| Zitrus-Öle | Zitrone, Limette, Grapefruit, Orange, Mandarine | Umfassend wirksam, können die Stimmung verbessern, die Konzentrationsfähigkeit steigern, Fieber senken und das Immunsystem stärken. |
| Nadel-Öle | Pinie, Fichte, Tanne, Kiefer | Stark desinfizierend, stärken das Immunsystem, fördern die Durchblutung und lösen Schleim. |
| Blumen-Öle | Jasmin, Kamille, Rose, Ylang Ylang | Haben eine ausgleichende Wirkung, regen die Sinne an, beruhigen die Nerven und eignen sich auch als Hautpflegemittel. |
| Holz-Öle | Sandelholz, Zedernholz, Patchoulie, Vetiver | Wirken ausgleichend, können Ängste und Beklemmungen lösen und zeichnen sich durch antiseptische Eigenschaften aus. |
Ausgewählte Aroma-Öle und ihre spezifische Wirkung
Eukalyptusöl: Der Atemwegs-Befreier
Das Öl des Eukalyptusbaumes ist bekannt für seine erfrischende Wirkung und seinen würzigen, zitrusähnlichen Geruch, der als angenehm belebend empfunden wird. Seine schleimlösende Eigenschaft, hervorgerufen durch das enthaltene Cineol, macht es zur ersten Wahl bei Erkältungen und Atemwegsbeschwerden. Eukalyptusöl löst nicht nur Schleim in den Bronchien, sondern sorgt auch für eine freie Nase. Eine Studie der Universität Würzburg bestätigte die positive Wirkung des Öls sogar bei COPD, einer chronischen Lungenerkrankung, die oft von Husten begleitet wird. Weniger bekannt, aber ebenso effektiv, ist seine stark deodorierende Wirkung, besonders gegen kalten Tabakrauch.
Johanniskrautöl: Balsam für die Seele
Johanniskraut, oft in Gebirgslagen zu finden, verdankt seinen Namen der Blütezeit um den 24. Juli, dem Namenstag Johannes des Täufers. Johanniskrautöl enthält eine Reihe von Stoffen, die die Stimmung aufhellen und ausgleichend wirken können. Es wird traditionell bei Depressionen und Angstzuständen eingesetzt. Auch Schlafstörungen können durch die Anregung der Melatonin-Produktion im Gehirn positiv beeinflusst werden.
Lavendelöl: Der Alleskönner für Ruhe und Heilung
Lavendel ist als Zierpflanze aus unseren Gärten nicht wegzudenken. Lavendelöl wird aus Echtem Lavendel, Speik-Lavendel und Lavandin gewonnen. Es ist ein hervorragendes Mittel bei depressiven Verstimmungen, negativen Gedanken und Einschlafproblemen. Eine weniger bekannte, aber effektive Anwendung ist die bei Pilzerkrankungen: Bei Nagel- oder Fußpilz kann das Öl pur auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.
Sandelholzöl: Entspannung und Inspiration
Das Öl des Sandelholzbaumes ist aufgrund seiner Seltenheit und der Gewinnung aus wild wachsenden Bäumen sehr wertvoll. Vorsicht ist beim Kauf geboten, da Fälschungen ohne therapeutische Wirkung häufig im Umlauf sind. Sandelholzöl verströmt einen süßlich-holzigen Duft und wirkt ausgleichend und entspannend. Gleichzeitig kann es stimulierend wirken, Depressionen lindern und angstlösende Effekte haben. Weitere Anwendungsgebiete umfassen Harnwegserkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Impotenz.
Teebaumöl: Australiens vielseitiger Helfer
Das Öl des australischen Teebaumes ist äußerst vielseitig einsetzbar, sowohl im therapeutischen als auch im kosmetischen Bereich, und weitere Forschungsergebnisse werden erwartet. Seine wichtigste Eigenschaft ist die zuverlässige Wirkung gegen Bakterien und Viren. Teebaumöl kann bei Erkältungen, Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen und zur Unterstützung der Entgiftung eingesetzt werden.
Zirbenöl: Für tiefen Schlaf und frische Haut
Zirben, robuste Bäume aus Gebirgslagen, haben in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erfahren. Ihr intensives, würziges Öl ist bekannt für seine positive Wirkung auf die Schlafqualität. Studien haben gezeigt, dass Zirbenöl zu einem ruhigeren und intensiveren Schlaf beitragen und die Herzfrequenz während des Schlafes um etwa 3.000 Schläge pro Tag senken kann. Es verschafft auch Linderung bei Erkältungen und Erkrankungen der oberen Atemwege und fördert eine bessere Durchblutung der Haut, was die Zellteilung anregt und einen verjüngenden Effekt auf das Hautbild haben kann.
Anwendung der Aromatherapie im Alltag
Die Anwendung von Aroma-Ölen ist vielfältig und einfach in den Alltag integrierbar.
Die Duftlampe und der Diffuser: Sanfte Raumbeduftung
Die einfachste Methode, die Wirkung von Aroma-Ölen zu nutzen, ist mithilfe einer Duftlampe oder eines elektrischen Diffusers. Duftlampen sind in verschiedenen Größen und Materialien erhältlich: Eine Schale wird mit Wasser gefüllt, in das einige Tropfen des favorisierten Duftöls gegeben werden. Ein darunter platziertes Teelicht erwärmt das Wasser, und der Duft erfüllt nach wenigen Minuten den Raum. Elektrische Diffuser bieten ähnliche Funktionen und oft zusätzliche Features wie wechselndes Farblicht oder die Einstellung von Beduftungszeiten.
Das wohltuende Aromabad
Aroma-Öle können auch direkt dem Badewasser beigegeben werden, um Entspannung oder eine belebende Wirkung zu erzielen. Bereits wenige Tropfen genügen für ein Vollbad. Wichtig ist hierbei, das Aroma-Öl nicht einfach pur ins Badewasser zu geben, da ätherische Öle lipophil sind und sich ohne Emulgator nicht gut verteilen. Vermischen Sie das Öl stattdessen mit etwas Honig, einem neutralen Duschgel oder Sahne, bevor Sie es dem Badewasser hinzufügen.
Ätherische Öle auf der Haut: Direkte Wirkung
Reine ätherische Öle können in ihrer konzentrierten Form stark reizend wirken. Daher ist es unerlässlich, sie stets verdünnt anzuwenden, insbesondere bei direktem Hautkontakt. Für Einreibungen empfiehlt sich die Verdünnung mit einem Trägeröl wie Jojobawachs oder auch mit Alkohol. So kann das ätherische Öl ähnlich einem Parfum aufgetragen werden, beispielsweise Lavendelöl bei Kopfschmerzen oder Anspannung direkt auf die Schläfen. Aroma-Öle können auch auf Stoff geträufelt werden, etwa als Einschlafhilfe. Beachten Sie jedoch, dass ätherische Öle hartnäckige Flecken auf Bettwäsche hinterlassen können.
Wichtige Hinweise zur sicheren Anwendung
Frische ist Trumpf: Haltbarkeit ätherischer Öle
Wie bei Arzneimitteln und Kosmetikprodukten haben auch Aroma-Öle ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Ihre Wirkung ist am intensivsten, wenn sie frisch verwendet werden. Teebaumöl sollte beispielsweise innerhalb eines halben Jahres nach dem Öffnen verbraucht werden, Frucht-Öle halten bis zu einem Jahr. Lavendelöl, Eukalyptusöl und andere Kräuteröle können bis zu zwei Jahre verwendet werden. Auch wenn alte Öle ihren Geruch behalten, können sie die Schleimhäute stark reizen. Notieren Sie sich daher das Öffnungsdatum.
Aroma-Öle sollten stets kühl und dunkel gelagert werden. Achten Sie darauf, dass der Deckel fest schließt, um das Entweichen der wertvollen Aromastoffe zu verhindern.
Weniger ist mehr: Die richtige Dosierung
Seien Sie bei der Dosierung des Aroma-Öls sparsam. Für eine Duftlampe genügen in der Regel etwa drei Tropfen. Verlassen Sie nach dem Befüllen der Duftlampe den Raum. Wenn der Duft sehr intensiv wahrgenommen wird, haben Sie möglicherweise zu hoch dosiert. Der Duft sollte stets nur leicht und angenehm sein.
Eine dauerhafte Beduftung über mehrere Stunden ist für die Nase nicht ideal, da sie sensibel ist und nicht ständig Duftreizen ausgesetzt sein sollte. Beduften Sie Räume daher in Intervallen von etwa einer halben bis zu einer Stunde. Der Radius einer Duftlampe ist nicht sehr groß und reicht nur etwa zwei Meter weit. Um alle Bereiche eines Raumes zu erreichen, empfiehlt es sich, den Diffuser mehrmals an einem anderen Ort aufzustellen.
Ätherische Öle in der Kosmetik und Massage
Die positiven Eigenschaften ätherischer Öle werden nicht nur in der Aromatherapie, sondern auch in der Kosmetikindustrie und für Massagen geschätzt.

Für strahlende Haut und gesundes Haar
In der Naturkosmetik sind ätherische Öle besonders beliebt, aber auch die herkömmliche Kosmetikindustrie nutzt ihre wunderbaren Düfte und wirksamen Inhaltsstoffe. Viele Produkte pflegen Haut und Haare nicht nur mit ihrem Aroma, sondern auch mit wertvollen Nährstoffen. Bei der Auswahl eines ätherischen Öls für kosmetische Zwecke sollte man den Haut- und Haartyp, spezifische Probleme und die gewünschte Pflegewirkung berücksichtigen. Ätherische Öle können Entzündungen der Haut hemmen, desinfizieren, die Durchblutung anregen, die Haut reinigen und verjüngen sowie für ein schöneres Hautbild sorgen. In Kombination mit anderen Pflegeprodukten versorgen sie die Haut reichhaltig mit Nährstoffen und Feuchtigkeit und machen sie widerstandsfähiger.
Für empfindliche Haut eignen sich sanfte, heilende Öle wie Kamille, Lavendel, Jasmin oder Rose. Bei fettiger Haut sind Sandelholz, Bergamotte oder Zeder empfehlenswert. Ältere Haut profitiert von Lavendel, Rose oder Weihrauchöl, die sie jünger und gesünder aussehen lassen. In der Naturkosmetik sollten ausschließlich absolut reine ätherische Öle zum Einsatz kommen, da die direkte und verdünnte Anwendung auf der Haut stets das Risiko einer allergischen Reaktion birgt.
Rosenöl ist eines der beliebtesten und am häufigsten verwendeten ätherischen Öle in der Kosmetik. Es ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen und hat eine hervorragende Pflegewirkung auf die Haut, insbesondere im Gesicht. Es reinigt, gleicht fettige Partien aus, strafft und macht die Haut gleichzeitig weich und geschmeidig. Rosenöl ist in vielen Kosmetikprodukten als Zusatz enthalten, kann aber auch hervorragend pur oder in Kombination mit einem anderen Hautpflegeöl verwendet werden.
Das entspannende Massageöl
Ätherische Öle sind auch in der Ganzkörper- oder Teilkörpermassage sehr beliebt und wirkungsvoll. Es ist jedoch entscheidend, sie niemals pur zu verwenden, sondern stets in Kombination mit einem sanften Trägeröl wie Mandelöl, Weizenkeimöl oder Jojobaöl. So entsteht ein hochwertiges, selbstgemachtes Massageöl. Da das ätherische Öl zusammen mit dem Trägeröl in die Haut einzieht, kann es von dort aus in die Muskeln, Nerven und Energiekanäle des Körpers gelangen und dort positive Auswirkungen entfalten. Zudem wird während der Massage der Lymphfluss aktiviert. Ätherische Öle tragen durch ihre Duftstoffe nicht nur zur Entspannung bei, sondern pflegen auch die Haut von außen, lockern Muskelverspannungen und verleihen dem Körper neue Energie durch erhöhte Durchblutung und gesteigerten Lymphfluss.
Als Richtwert für die Dosierung gilt: Drei Tropfen ätherisches Öl auf 50 ml kaltgepresstes Pflanzenöl. Dieser Wert kann je nach Intensität des ätherischen Öls variieren. Eine sparsame Dosierung ist grundsätzlich immer von Vorteil.
Als heilender Badezusatz
Ein Bad mit ätherischem Öl ist ebenfalls entspannend und heilsam. Ähnlich wie bei der Anwendung in der Aromatherapie sollte das ätherische Öl hierbei vorher mit einer Trägersubstanz wie Sahne oder einem Duschgel vermischt und erst nach dem Einlassen des Badewassers hinzugegeben werden. Dies verhindert, dass es aufgrund der Wassertemperatur zu schnell verdampft und seine Wirkung verliert. Während des Badens entspannen die Duftstoffe des Öls den Körper, und das Öl kann durch die von der Wärme geöffneten Poren besser von der Haut aufgenommen werden. Besonders beliebt sind Rosenöl, Eukalyptusöl oder Lavendel für entspannende oder heilsame Erkältungsbäder.
Qualität zählt: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die hohe und garantierte Wirksamkeit eines ätherischen Öls hängt entscheidend von seinem Reinheitsgrad ab. Angesichts der Vielzahl von Angeboten in Drogeriemärkten, Supermärkten und Reformhäusern ist es jedoch nicht immer einfach, reine ätherische Öle zu erkennen. Viele Produkte werden mit anderen Ölen gestreckt, um die Gewinnspanne zu erhöhen, sodass man oft ein teures Produkt erwirbt, das nicht die versprochene Wirkung eines naturreinen ätherischen Öls enthält.
Etiketten entschlüsseln: Naturrein, naturidentisch, synthetisch
Aufschluss über die Qualität eines ätherischen Öls geben die Angaben auf dem Etikett. Im deutschsprachigen Raum unterscheidet man hauptsächlich zwischen naturreinen, naturidentischen und synthetischen Ölen. Künstlich hergestellte Öle lassen sich anhand des Geruchs nicht von natürlichen Ölen unterscheiden, daher sind die Etikettenangaben entscheidend.
- Naturreines ätherisches Öl: Wenn eine Flasche den Aufdruck „naturreines Öl“ trägt, handelt es sich um ein ätherisches Öl, das direkt aus der Pflanze gewonnen wurde. Auf dieses Öl trifft auch die Bezeichnung „100 % pur“ zu. Auf dem Etikett reiner Öle ist nur eine botanische Bezeichnung angegeben, da das Öl nicht mit anderen Produkten gemischt wurde. Ein Beispiel für einen solchen Etikettenaufdruck ist: „100% naturreines ätherisches Teebaumöl (Melaleuca Alternifolia)“. Die Stammpflanze ist in Klammern angegeben, ergänzt durch die Bezeichnung „naturrein“. Naturreine Öle sind am teuersten; selbst kleine Mengen können verhältnismäßig teuer sein. Reines Rosenöl gehört beispielsweise zu den teuersten Ölen.
- Naturidentisches ätherisches Öl: Naturidentische Öle sind keine „echten“ Pflanzenöle, da sie synthetisch hergestellt wurden. Ihre chemische Zusammensetzung ist jedoch mit dem pflanzlichen Vorbild identisch, weshalb sie denselben Geruch aufweisen. Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich jedoch deutlich. Naturidentische Öle eignen sich nicht als Hausmittel, sondern werden eher zur Raumbeduftung und als Duftstoff in Haushaltsprodukten eingesetzt. Ein Beispiel ist: „naturidentisches ätherisches Thymianöl (Thymus vulgaris)“. Eine Prozentzahl wird hier nicht angegeben.
- Synthetisches Öl: Synthetische Öle sind eine beliebige Zusammenstellung verschiedener Düfte und werden oft als „Duftöl“ gekennzeichnet. Ihre Herstellung ist sehr günstig, da keine aufwendige Destillation erforderlich ist.
Mischungen aus verschiedenen Ölen werden häufig als „100 % natürliche Öle“ vermarktet. Dies ist nicht grundsätzlich falsch, sagt aber nichts über das Mischungsverhältnis aus. Es ist nicht unüblich, ein hochwertiges naturreines Öl mit einem preisgünstigeren, ebenfalls naturreinen Öl zu mischen.
Die Kunst der Gewinnung: Destillation, Kaltpressung, Extraktion
Ätherische Öle werden aus ganz unterschiedlichen Teilen der jeweiligen Pflanze gewonnen, je nachdem, wo sich die Drüsen befinden, die das ätherische Öl natürlicherweise bilden – sei es in der Rinde, der Wurzel, dem Holz, den Blüten, Blättern oder Fruchtschalen. Das ölige Extrakt muss besonders schonend gewonnen werden, um alle wertvollen Inhaltsstoffe zu bewahren.
- Wasserdampfdestillation: Dies ist die gängigste Methode. Nach sorgfältiger Zerkleinerung kommen die Pflanzenteile in einen fest verschlossenen Brennkessel, der mit Wasserdampf gefüllt wird. Das Pflanzen-Öl-Wasser-Gemisch kondensiert durch die Hitze und wird in ein gekühltes Rohr abgeleitet, das in einen Behälter führt. So erhält man ein reines ätherisches Öl. Bei Pflanzen, die schwer Öl abgeben (z.B. Brennnessel), wird manchmal eine zweite Trägerpflanze hinzugefügt, um das Öl zu lösen – ein Verfahren namens Co-Destillation.
- Kaltpressung: Diese Methode wird bevorzugt bei Zitrusfrüchten angewendet, da deren Schalen hitzeempfindlich sind. Nach der Saftproduktion werden die übrig gebliebenen Schalen ohne Hitzezufuhr unter hohem Druck ausgepresst. Dabei platzen die kleinen Öldrüsen in der Schale, und eine emulsionsartige Flüssigkeit aus ätherischem Öl und Saft wird aufgefangen. Anschließend trennt eine Zentrifuge diese Bestandteile voneinander, sodass reines, leicht trübes ätherisches Öl übrigbleibt.
- Extraktion: Diese schonende Methode eignet sich besonders für hitzeempfindliche Blüten und liefert mehr Endprodukt als die Destillation. Die Blüten werden in ein spezielles Lösungsmittel gegeben, das pflanzliche Wachse, Farbstoffe und Aromastoffe herauslöst. Dieses Gemisch wird anschließend mittels Wasserdampfdestillation destilliert, wodurch eine wachsähnliche, dicke Masse entsteht. Nach Zugabe von Alkohol und Vakuumierung bleibt ein aromatisches, dickflüssiges, aber inhaltlich hochwertiges ätherisches Öl.
Lagerung: So bleiben Ihre Öle wirksam
Die richtige Lagerung und Aufbewahrung ist für ätherische Öle besonders wichtig, da sie sonst schnell an Wirksamkeit und Haltbarkeit verlieren oder verderben können. Da ätherische Öle lichtempfindlich sind und keine größere Wärmeeinwirkung vertragen, sollten sie bereits in abgedunkelten Flaschen gekauft werden. Das abgedunkelte Glas verhindert, dass das empfindliche Öl mit Sonnenlicht in Verbindung kommt und die Inhaltsstoffe angegriffen werden.
Dennoch sollten die Flakons und Flaschen mit ätherischem Öl auch zu Hause dunkel und kühl gelagert werden. Es ist nicht notwendig, sie im Kühlschrank aufzubewahren; sie sollten lediglich nicht über einen längeren Zeitraum mit Raumtemperaturen über 20 Grad Celsius in Kontakt kommen. Beachtet man diese Lagerungshinweise, so sind einige der ätherischen Öle sogar über Jahre hinweg haltbar und behalten ihre kräftigen Aromen. Einige Öle, wie zum Beispiel ätherisches Rosenöl, reifen sogar noch über einen längeren Zeitraum während der Lagerung nach und duften noch intensiver. Andere, empfindlichere Öle sind nur etwa ein Jahr haltbar und sollten daher in kleinen Mengen gekauft werden, die sich über diesen Zeitraum auch effektiv aufbrauchen lassen. Dazu gehören unter anderem Zitrusöle und Teebaumöl.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind ätherische Öle genau?
Ätherische Öle sind konzentrierte Extrakte, die aus verschiedenen Teilen einer Pflanze gewonnen werden. Sie behalten dabei den charakteristischen Duft und die einzigartigen Inhaltsstoffe der Ursprungspflanze. Im Gegensatz zu herkömmlichen Duftölen, die nur riechen, enthalten ätherische Öle die reinen, natürlichen Pflanzendüfte und Wirkstoffe. Typische Merkmale sind, dass sie leicht, flüchtig und fettlöslich sind und unter Hitze vollständig und ohne Rückstände verdampfen. Obwohl sie fettlöslich sind, enthalten sie selbst kein Fett. Sie werden am besten über die Umgebungsluft aufgenommen. Naturreine Pflegeöle wie Olivenöl oder Mandelöl gehören nicht zu den ätherischen Ölen, da es sich hierbei um „fette“ Öle handelt, die meist kaltgepresst werden.
Wie viele Aromatherapie-Öle gibt es?
Es gibt circa 120 verschiedene ätherische Öle, die in der Aromatherapie und darüber hinaus zum Einsatz kommen. Ein Großteil, über die Hälfte, der weltweit produzierten Öle stammt aus China.
Können ätherische Öle schädlich sein?
Werden ätherische Öle wie beschrieben angewandt, sind in der Regel keine Schädigungen oder Nebenwirkungen zu befürchten. Einige Öle eignen sich jedoch weniger zum Inhalieren oder zur inneren Anwendung, da sie, unsachgemäß angewandt, zu Leberschädigungen führen können (z.B. Rosmarin-, Salbei- oder Eukalyptusöl). Bei Kleinkindern und Babys sollte auf die Anwendung der Öle zur Inhalation gänzlich verzichtet werden, da stark inhaltliche Öle wie Eukalyptus, Teebaum, Kampfer, Menthol und Pfefferminz zu Atemnot führen können. Mildere Öle wie Fenchel oder Anis können stark verdünnt angewendet werden, jedoch immer nach Rücksprache mit dem Kinderarzt. Auch Schwangere sollten ätherische Öle meiden, da sie negative Auswirkungen auf das Neugeborene haben oder sogar zu Fehlgeburten führen könnten. Überdosierungen können allergische Reaktionen auslösen, und Öle sollten niemals unverdünnt auf der Haut angewendet werden, insbesondere bei empfindlicher Haut.
Welche Öle eignen sich für die Massage?
Für Massagen eignen sich viele ätherische Öle, wenn sie mit einem neutralen Trägeröl wie Mandelöl, Jojobaöl oder Weizenkeimöl verdünnt werden. Beliebte Wahlmöglichkeiten sind Lavendel für Entspannung, Rosmarin oder Pfefferminze für Muskelentspannung und Sandelholz für eine beruhigende, gleichzeitig stimulierende Wirkung. Das richtige Mischverhältnis ist entscheidend, um die gewünschte Wirkung zu erzielen und Hautreizungen zu vermeiden.
Welche Öle wirken stimmungsaufhellend?
Stimmungsaufhellend und aktivierend wirken vor allem zitronige Düfte wie Mandarinenöl, Citronella und Lemongrass, aber auch klassische Öle wie Rose und Thymian. Rosenöl und Sandelholzöl werden zudem aphrodisierende und luststeigernde Eigenschaften zugeschrieben. Beliebt sind auch Bergamotte, Kamille, Melisse, Rosenholz, Schafgarbe und Ylang-Ylang. Würzige Düfte wie Zeder, Muskat und Basilikum können ebenfalls das Wohlbefinden steigern.
Welche Öle wirken beruhigend?
Beruhigend wirken ätherische Öle wie Thymian, Fichte und Rosmarin. Lavendel ist ein Klassiker für Entspannung und besseren Schlaf. Kamille und Ylang-Ylang wirken ebenfalls ausgleichend und nervenberuhigend. Eukalyptus und Rosmarinöl können neben ihrer beruhigenden Wirkung auch die Konzentration fördern.
Welches ätherisches Öl hilft bei Erkältung?
Bei Erkältungen und Atemwegsbeschwerden sind ätherische Öle wie Kampfer, Fichte, Rosmarin, Eukalyptus und Pfefferminze besonders wirksam. Sie sind duftintensiv, lösen durch ihre leichte Schärfe eine verstopfte Nase, beruhigen und befreien die Atemwege und lindern Husten. Auch Thymian, Fenchel und Zitronenöl sind hilfreich. Die größte Wirkung zeigen diese Öle bei einem Dampfbad oder in einem Inhalier-Gerät.
Wie viele Tropfen ätherisches Öl sollen in die Duftlampe?
Die Dosierung in der Duftlampe hängt vom Öl und der Raumgröße ab, aber generell gilt: Weniger ist mehr. Bei sehr flüchtigen Ölen wie Zitrusölen (Limette, Zitrone, Orange) können für ein etwa 20 Quadratmeter großes Zimmer 5 bis 8 Tropfen verwendet werden. Bei anderen Ölen reichen oft 2 bis 5 Tropfen aus. Es empfiehlt sich, vorsichtig mit einer kleinen Menge zu beginnen und die Intensität des Duftes zu prüfen. Der Duft sollte stets leicht und unaufdringlich sein.
Wie schwer ist ein Tropfen ätherisches Öl?
Die Messung in Tropfen ist praktisch, aber die genaue Menge kann je nach „Tropfer“ der Flasche variieren. Eine bewährte Faustformel besagt, dass 1 ml ätherisches Öl circa 20 Tropfen entspricht. Dies hängt von der Dichte des jeweiligen Öls ab. Demnach wiegt ein Tropfen ätherisches Öl ungefähr 0,05 g.
Fazit
Die Welt der ätherischen Öle ist ein Geschenk der Natur, das uns vielfältige Möglichkeiten für unser Wohlbefinden bietet. Von der Linderung körperlicher Beschwerden bis zur Stärkung der psychischen Balance können diese kostbaren Essenzen eine transformative Wirkung entfalten. Indem wir die Geschichte, die Wirkungsweisen und die korrekte Anwendung dieser Öle verstehen, können wir ihre volle Kraft sicher und effektiv nutzen. Achten Sie stets auf höchste Qualität und eine achtsame Dosierung, um die reinen Gaben der Pflanzen in vollen Zügen zu genießen und Ihre persönliche Reise zu mehr Gesundheit und Harmonie zu bereichern.
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