Was sind die Risikofaktoren für Feigwarzen?

Feigwarzen: Ursachen, Symptome & Behandlung

09/12/2022

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Feigwarzen, medizinisch als Condylomata acuminata bekannt, sind eine weit verbreitete und oft missverstandene Hauterkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft. Obwohl sie gutartig sind, können sie erheblichen Leidensdruck verursachen und sind ein Zeichen für eine Virusinfektion, die ernst genommen werden sollte. Dieser umfassende Artikel beleuchtet alles Wissenswerte über Feigwarzen – von ihrer Entstehung über die Diagnose und Behandlung bis hin zu wichtigen Präventionsstrategien. Erfahren Sie, wie Sie sich schützen können und welche Wege zur Heilung führen.

Wie bekommt man Feigwarzen?
Feigwarzen/Condylome sind Hautwucherungen, die durch eine Virusinfektion verursacht werden. Die Ansteckung mit den Viren erfolgt in den meisten Fällen über ungeschützten Geschlechtsverkehr mit infizierten Sexualpartnern. Andere Übertragungswege (Türklinken, Toilette, Sauna, Handtücher, etc.) sind möglich, aber selten.
Inhaltsverzeichnis

Was sind Feigwarzen überhaupt?

Feigwarzen sind ansteckende, gutartige Wucherungen der obersten Hautschichten, die durch bestimmte Typen des Humanen Papillomavirus (HPV) verursacht werden. Sie werden auch als "spitze Kondylome" bezeichnet und manifestieren sich typischerweise als zerfurchte Hautknötchen. Am häufigsten treten sie an den Geschlechtsorganen auf, wie der Eichel, Vorhaut, den Schamlippen oder der Scheide, sowie im Analbereich. Seltener können sie auch Mundschleimhaut oder Rachen befallen. Diese Erkrankung betrifft sowohl Männer als auch Frauen; etwa 1% der Bevölkerung im fortpflanzungsfähigen Alter ist davon betroffen.

Anfangs sind Feigwarzen oft kleine, raue Erhebungen, die weder jucken noch schmerzen, wodurch sie leicht unbemerkt bleiben können. Ohne angemessene Behandlung können sie sich jedoch zu größeren, blumenkohl- oder hühnerkammartigen Wucherungen entwickeln, die nässen können – diese werden medizinisch als Buschke-Löwenstein-Tumore bezeichnet. Viele Betroffene suchen erst dann ärztliche Hilfe auf, wenn die Wucherungen störend werden oder die Sorge vor einer bösartigen Veränderung aufkommt. Im Extremfall können diese Warzen weite Bereiche der Genital- und Analregion überwuchern. Feigwarzen stellen eine der häufigsten sexuell übertragbaren Hauterkrankungen dar, wobei jährlich etwa 300.000 Menschen in Deutschland neu infiziert werden.

Die Entstehung von Feigwarzen: Die Rolle von HPV

Die Ursache für Feigwarzen sind spezifische Humane Papillomviren (HPV), insbesondere die Serotypen 6 und 11, obwohl auch andere Typen wie 16 und 18 beteiligt sein können. Diese mikroskopisch kleinen Krankheitserreger siedeln sich nach Kontakt mit einer infizierten Person in den feuchten Bereichen der Genital- und Analschleimhaut an. Dort regen sie die Hautzellen zu einer starken Vermehrung an, was zur Bildung der charakteristischen Warzen führt. Es ist wichtig zu verstehen, dass Feigwarzen nicht durch normale Warzen an Händen oder Füßen verursacht werden, da diesen andere Erregertypen zugrunde liegen. Fast immer erfolgt die Infektion bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem Infizierten.

Interessanterweise bleiben etwa 90% der HPV-Viren-Infektionen folgenlos, und die meisten heilen innerhalb weniger Monate von selbst ab. Eine seltenere Übertragung ist auch auf anderem Wege möglich, beispielsweise in der Sauna oder durch gemeinsam benutzte Handtücher, da HPV-Viren auf Oberflächen wie Türklinken oder Toilettendeckeln überleben können. Es gibt sogar dokumentierte Fälle von HPV-Infektionen bei jungfräulichen Frauen, was die vielfältigen Übertragungswege unterstreicht.

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne von der Infektion bis zum Auftreten sichtbarer Warzen, beträgt typischerweise ein bis sechs Monate, kann aber in seltenen Fällen auch Jahre dauern. Anfangs zeigen sich oft nur kleine, weiche Knötchen oder flache Erhebungen. Während Männer diese Warzen häufig selbst bemerken, werden Frauen sehr oft erst bei gynäkologischen Untersuchungen darauf aufmerksam gemacht. Es sei nochmals betont, dass die für Feigwarzen beim Mann verantwortlichen HPV-Typen 6 und 11 in der Regel nicht das Krebsrisiko der Frau erhöhen, da die gefährlichen Gebärmutterhalskarzinome zu 70% durch die Typen 16 und 18 verursacht werden.

HPV und das Immunsystem: Ein wissenschaftlicher Einblick

Die Erforschung der Papillomviren hat seit ihrer Entdeckung im Jahr 1976 durch Harald zur Hausen enorme Fortschritte gemacht, wofür er 2008 den Medizin-Nobelpreis erhielt. Bislang wurden rund 200 HPV-Typen identifiziert, von denen etwa 40 die Genitalregion infizieren können. Während die Typen 6 und 11 für 90% der Kondylome verantwortlich sind, können etwa 20 Typen Gebärmutterhalskrebs auslösen, primär die Typen 16, 18, 31 und 45.

Papillomviren sind kleine, unbehüllte DNA-Viren, die weltweit verbreitet sind und bei Menschen sowie vielen Tieren Infektionskrankheiten wie Papillome und Warzen hervorrufen können. Sie sind wirtsspezifisch, das heißt, menschliche Papillomviren infizieren ausschließlich Menschen. Sie infizieren nur das mehrschichtige Plattenepithel von Haut und Schleimhäuten, wodurch sie den Kontakt zu den wirksamen Abwehrzellen des Immunsystems, die tiefer in der Haut liegen, vermeiden. HPV-Viren sind Meister darin, das Immunsystem zu überlisten, indem sie den Kontakt mit Immunzellen möglichst vermeiden, anstatt die Immunabwehr zu unterdrücken.

Die sexuell aktive Bevölkerung ist zu 30% bis 60% durchseucht. Bei gesunden Personen verlaufen viele Infektionen "subklinisch", also unerkannt, und werden vom Körper erfolgreich abgewehrt. Meist ist eine HPV-Infektion nach zwei Jahren nicht mehr nachweisbar; bei etwa 10% der Infizierten bleibt sie jedoch bestehen. Die natürliche oder erworbene Immunität des Körpers ist oft gut in der Lage, die Viren zu zerstören oder in Schach zu halten. Dies trägt paradoxerweise zur Ausbreitung bei, da es viele unerkannt infizierte Überträger gibt. Die sogenannte zelluläre Immunität scheint die HPV-Viren besonders gut zu kontrollieren, während Antikörper bestehende Krankheitserscheinungen nicht rückgängig machen, aber möglicherweise eine weitere Ausbreitung verhindern können. Humorale und zelluläre Immunmechanismen bilden zusammen mit unspezifischen Mediatoren einen guten Schutz gegen HPV. Nur etwa 1% der infizierten Frauen entwickeln unbehandelt ein Karzinom. Auch nach einer abgeheilten Infektion besteht keine lebenslange Immunität, eine erneute Infektion ist möglich. Die Impfung bietet hier anscheinend einen besseren Schutz als eine natürliche Infektion.

Häufigkeit von Kondylomen

Etwa 1-2% der sexuell aktiven Bevölkerung haben sichtbare Kondylome. Jedoch sind 5-25% HPV-infiziert (abhängig von Alter und Risikofaktoren), ohne dass dies mit bloßem Auge erkennbar ist. Studien deuten darauf hin, dass etwa 50% der sexuell aktiven jüngeren Menschen ansteckend sein könnten. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, mit einem Altersgipfel zwischen 20 und 24 Jahren. Etwa 30% aller Infektionen heilen von selbst ab, da das Immunsystem die Viren eliminiert. Es wird geschätzt, dass 50-80% aller Frauen mindestens eine HPV-Infektion im Laufe ihres Lebens durchmachen, meist unbemerkt. Unentdeckte HPV-Infektionen sind bei Frauen Mitte 20 am häufigsten und verschwinden mit zunehmendem Alter oft wieder. Raucherinnen haben ein höheres Risiko, wahrscheinlich aufgrund eines weniger effizienten Immunsystems. Schätzungsweise 5-10% aller Krebserkrankungen werden durch HPV-Viren ausgelöst. Nur 1-3% aller anhaltenden Infektionen können entarten. Gebärmutterhalskrebs wird zu mindestens 70% durch die HPV-Typen 16 oder 18 verursacht. Eine ausgeheilte Infektion hinterlässt in der Regel keine lebenslange Immunität, wodurch eine Reinfektion möglich ist. Die Impfung bietet hier einen wesentlich besseren Schutz als die natürliche Infektion.

Vorbeugung und Hygiene: Effektiver Schutz

Die effektivste Maßnahme zur Vorbeugung von Kondylomen ist der konsequente Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Das Übertragungsrisiko bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person ist mit etwa 65% sehr hoch. Kondome können dieses Risiko um 60-70% senken. Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Sichtbarwerden der Warzen, beträgt mindestens vier Wochen, kann aber auch mehrere Monate oder sogar Jahre umfassen, wobei kleine Kondylome unbemerkt bleiben können. Als sexuell aktiver Mensch ist man realistischerweise immer einem gewissen Risiko ausgesetzt, da die Ansteckung auch über andere Hautstellen erfolgen kann, die nicht vom Kondom abgedeckt werden.

Hinsichtlich der Hygiene ist zu beachten, dass Condylom-Viren bei 55 Grad Celsius inaktiviert werden. Heißes Waschen von Unterwäsche kann sie daher abtöten. Eine Übertragung durch gemeinsam benutzte Handtücher ist jedoch möglich. Auf Toilettenbrillen oder im Schwimmbad überleben Condylomviren nur kurz. Eine Beschneidung (Zirkumzision) kann bei wiederholten Infektionen eine vorbeugende Wirkung haben. Obwohl die HPV-Impfung keine heilende Wirkung bei bestehenden Warzen hat, gibt es Hinweise darauf, dass sie die Häufigkeit von Rezidiven (Wiederauftreten von Kondylomen nach der Entfernung) vermindern könnte.

Während der Therapie und auch für etwa drei Monate nach der Abheilung sollten Sie Geschlechtsverkehr ausschließlich mit Kondom haben, um eine erneute Ansteckung oder Übertragung mikroskopisch kleiner Virusreste zu vermeiden. Es ist ratsam, jegliche Schwächung des Immunsystems zu vermeiden, wozu der Verzicht auf Alkohol und Drogen, maßvoller Sport, ausreichender Schlaf und eine ausgeglichene Lebensführung gehören. Verzichten Sie auf Schaumbadezusätze und parfümierte Seifen im Genitalbereich, da diese die Haut reizen könnten. Da sich Warzen in feuchter und warmer Umgebung bevorzugt vermehren, sollten Sie leichte und nicht zu enge Unterwäsche und Kleidung tragen. Auch Ihr Partner sollte sich auf Feigwarzen untersuchen lassen, um eine „Ping-Pong“-Ansteckung zu verhindern. Genitalrasuren fördern die Verbreitung, da dabei kleinste Hautverletzungen entstehen können, die eine Eintrittspforte für Viren darstellen.

Diagnose von Feigwarzen

Ein erfahrener Hautarzt, Frauenarzt oder Urologe kann Feigwarzen in der Regel bereits durch eine körperliche Untersuchung erkennen. Zur Bestätigung der Diagnose wird oft unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht. Bei Frauen kann eine HPV-Typisierung sinnvoll sein, bei der ein Tupferabstrich zur DNA-Nachweisnahme entnommen und in einem Speziallabor analysiert wird. Bei Männern ist diese Untersuchung unüblich und in der Regel nicht sinnvoll. Es ist auch möglich, den HPV-Typ aus operativ entfernten Warzen nachzuweisen, was bei etwa 18 verschiedenen Typen gelingt. Kleinere Kondylome können mit dem sogenannten Essigtest sichtbar gemacht werden (Weißfärbung der Warzen nach Betupfen mit Essigsäure), dieser Test wird jedoch meist nur während operativer Entfernungen, insbesondere von vaginalen Kondylomen, angewendet und beweist keine vollständige Abheilung.

Wie bekommt man Feigwarzen?
Feigwarzen/Condylome sind Hautwucherungen, die durch eine Virusinfektion verursacht werden. Die Ansteckung mit den Viren erfolgt in den meisten Fällen über ungeschützten Geschlechtsverkehr mit infizierten Sexualpartnern. Andere Übertragungswege (Türklinken, Toilette, Sauna, Handtücher, etc.) sind möglich, aber selten.

Differentialdiagnose von Kondylomen – Was könnte es sonst noch sein?

Im Genitalbereich können zahlreiche andere Hautveränderungen auftreten, die von Laien kaum von Feigwarzen zu unterscheiden sind. Die genaue Abgrenzung erfordert das Urteil eines Facharztes. Zu den möglichen Differentialdiagnosen gehören: Hirsuties papillaris coronae glandis (sogenannte "perlmuttartige Penispapeln"), Papillomatosis labialis vulvae, ektope Talgdrüsen, Basalzellpapillome, Fibrome, Mollusca contagiosa, Condylomata lata (eine Form der Syphilis), vulväre und penile intraepitheliale Neoplasien sowie bowenoide Papulose.

Feigwarzen und Krebs: Eine ernste Verbindung

Obwohl Feigwarzen selbst keine Krebserkrankung sind, sondern eine ansteckende Viruskrankheit, können sie unter bestimmten Umständen zu bösartigen Veränderungen führen. Bei langjährigem Bestehen und unzureichender Behandlung kann sich aus den Wucherungen Krebs entwickeln, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Aus diesem Grund sollte jede Wucherung, jedes Geschwür und jedes Ekzem im Genitalbereich oder am After einem Hautarzt gezeigt werden, da harmlose und bösartige Krankheiten an diesen Stellen oft sehr ähnlich aussehen können. Eine Unterscheidung von bestimmten Formen der Syphilis (Condylomata lata) ist manchmal ebenfalls nicht einfach.

Eine Infektion mit HPV kann für Frauen und Männer bedrohlich sein, da sie eine wichtige Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, aber auch von Krebsformen an Rachen, Penis und After ist. Weltweit basieren fast alle Zervixkarzinome auf einer HPV-Infektion. Dies gilt auch für etwa 30% der Scheidenkrebsfälle, 50% der Rachenkrebsfälle und etwa 90% der Fälle von Analkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation stuft folgende HPV-Virustypen als hochriskant und sicher krebsauslösend ein: 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58 und 59. In HPV-bedingten Krebserkrankungen lässt sich mehrheitlich DNA von HPV 16 nachweisen. Bei den Niedrigrisiko-Typen und Condylomen sind die Typen 6 und 11 die wichtigsten; immerhin finden sich bei 33% der Genitalwarzen bei Männern und bei fast 56% der Genitalwarzen bei Frauen ein Hochrisiko-HPV-Typ. HPV 16 ist davon der häufigste und findet sich in 16% der Kondylome.

Die Häufigkeit einiger HPV-assoziierter Krebsarten pro 100.000 Einwohner pro Jahr: Gebärmutterhalskrebs bei Frauen ca. 10, Mundhöhlen-/Halskrebs bei Männern ca. 10 (Frauen 2-4), Afterkrebs bei Männern 0,8-1,6 (Frauen 1,3-2,9), Peniskrebs 0,9-1,5. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 6200 Frauen und 1600 Männer an HPV-bedingtem Krebs.

Bluttests auf HPV: Ein Blick auf die Möglichkeiten

Inzwischen gibt es Schnelltests, die in der Praxis das Risiko eines durch HPV 16 ausgelösten Tumors untersuchen können. Ein HPV 16-Kontakt erhöht das Risiko für die Entstehung von Krebs an Mund, Rachen, Genital- oder Analschleimhaut erheblich. Der Bluttest weist den sogenannten DRH1-Tumormarker nach, der gebildet wird, wenn durch die Virusinfektion Vorstufen von Krebszellen entstehen. Es wird also nicht das Virus-Genom, sondern die Immunantwort auf das Wachstum von Tumorzellen nachgewiesen. Ein positiver Test zeigt an, dass das HPV 16-Virus aktiv in die Zellteilung eingegriffen hat und sich Krebsvorstufen entwickeln. Dieser Test kann dazu beitragen, sehr frühe Stadien dieser Krebsarten zu erkennen. Allerdings ist das Risiko einer Infektion mit anderen HPV-Typen damit nicht definierbar. Allgemeine HPV-Bluttests können nur etwa 50% der tatsächlichen HPV-Infektionen entdecken, da die Viren sich nicht im Blut verbreiten und die Antikörper-Abwehrreaktion des Infizierten daher nur schwach ausfällt. Solche allgemeinen Bluttests sind daher in der Regel nicht sinnvoll.

Behandlung von Feigwarzen: Wege zur Heilung

Feigwarzen sind grundsätzlich heilbar. Da es sich jedoch um eine ansteckende Krankheit handelt, bei der die Infektionskeime (Viren) unsichtbar in der Haut liegen können, kann die Heilung längere Zeit in Anspruch nehmen. Für eine erfolgreiche Heilung sind drei entscheidende Schritte notwendig:

  1. Sichtbare Feigwarzen müssen entfernt werden.
  2. Eine Übertragung auf andere oder eine neue Infektion muss verhindert werden.
  3. Unsichtbare Restviren müssen bekämpft werden.

Leider kommt es nach der Behandlung in etwa 30% der Fälle zu Rezidiven, das heißt, die Warzen wuchern trotz scheinbar vollständiger Entfernung erneut. Dies kann verschiedene Gründe haben: Manchmal werden kleinste, versteckte Warzen übersehen (z.B. im After), Virus-DNA verbleibt trotz Therapie im umliegenden Gewebe, infiziertes Gewebe wurde nicht komplett behandelt, oder es erfolgte eine Re- oder Neuinfektion durch einen (unerkannt) infizierten Partner. Spezielle Verfahren können helfen, auch kleine Herde sichtbar zu machen und zu behandeln. Gelegentlich liegt auch eine Schwäche der Immunabwehr zugrunde, sodass einzelne Restviren nicht abgetötet werden. Nach der Behandlung ist eine mehrfache Kontrolle wichtig, um sicherzustellen, dass keine Warzenreste, insbesondere im After oder Enddarm, übersehen wurden, da diese oft Ausgangspunkte für neue Rezidive sind. Patienten sollten sich alle 3-4 Monate zur Kontrolle vorstellen. Bei sehr hartnäckigen Warzen muss nach zusätzlichen begünstigenden Krankheitsursachen gesucht werden. In hartnäckigen Fällen haben sich immunstärkende naturheilkundliche Zusatztherapien bewährt. Bei Kindern kann in bis zu 50% der Fälle eine Spontanheilung abgewartet werden. Oft ist eine Kombination mehrerer Behandlungsmethoden sinnvoll.

Die Behandlungsmethoden variieren je nach Lage und Ausdehnung der Feigwarzen. Es gibt leider kein 100% wirksames oder "optimales" Verfahren, und in jedem Einzelfall muss die beste Methode individuell abgewogen werden. Oft müssen verschiedene Verfahren kombiniert werden, um eine vollständige Abheilung zu erreichen:

  • Chemische Zerstörung: Betupfen der Warzen mit aggressiven Säurelösungen, insbesondere am Penis. Hierbei ist die korrekte Anwendung entscheidend, um die gesunde Haut nicht zu schädigen.
  • Topische Cremes: Auftragen von virenhemmenden Cremes.
  • Chirurgische Entfernung: Die Warzen können in örtlicher Betäubung abgeschnitten, elektrisch abgetragen (Elektrokauterisation) oder mit Laser verkocht werden. Ablative Laser sind hierbei gängig und bei fachmännischer Durchführung auch an empfindlichen Stellen sicher und nahezu schmerzfrei.
  • Kryotherapie: Vereisung der Warzen, besonders wirksam im Analbereich, wenngleich die Heilung etwas länger dauern kann.
  • Zirkumzision: In seltenen Fällen kann beim Mann eine Entfernung der Vorhaut notwendig sein, insbesondere bei wiederholten Infektionen.
  • Interferon: In seltenen Fällen kann ein Behandlungsversuch mit Interferon sinnvoll sein.
  • Behandlung begünstigender Faktoren: Ausfluss, Hämorrhoiden, hoher Blutzucker, Vorhautverengung und andere begünstigende Krankheiten müssen ebenfalls behandelt werden.

Medikamentöse Behandlungen im Detail: Grüner Tee, Imiquimod, Podophyllotoxin

Es gibt verschiedene Salben und Cremes zur Behandlung von Kondylomen. Seit 2010 ist die Salbe Veregen erhältlich, die aus einem Trockenextrakt von grünem Tee (Camellia sinensis) gewonnen wird. Der wirksame Bestandteil sind Katechine, insbesondere Epigallocatechingallat (EGCg). Diese Substanzen hemmen die Vermehrung infizierter Hautzellen, reduzieren die Virusvermehrung und stimulieren das Immunsystem. Wissenschaftliche Studien zeigten eine Abheilungsrate von etwa 54% und eine Rückfallquote von ca. 7% für Veregen, was als sehr gute Wirksamkeit für eine topische Creme gilt.

Im Vergleich dazu weist Imiquimod eine Abheilungsrate von etwa 43% und eine Rückfallquote von 18% auf. Podophyllotoxin erzielt eine Abheilungsrate von 56%, hat jedoch eine höhere Rückfallquote von 33%. Die individuelle Reaktion auf diese Behandlungen kann stark variieren, und oft ist eine Kombinationstherapie am erfolgreichsten, um die Heilungsquoten zu verbessern und Rückfälle zu vermeiden.

Vergleich einiger topischer Behandlungen gegen Feigwarzen
WirkstoffAbheilungsrate (ca.)Rückfallquote (ca.)Wirkmechanismus
Veregen (Grüner Tee Extrakt)54%7%Hemmt Zellvermehrung, reduziert Viruslast, stimuliert Immunsystem
Imiquimod43%18%Immunmodulator, stimuliert körpereigene Abwehr
Podophyllotoxin56%33%Zellgift, hemmt Zellteilung der Warzenzellen

Umgang mit Feigwarzen: Ansteckung und Rezidive

Eine der häufigsten Fragen ist, wie lange man nach einer HPV-Infektion ansteckend ist oder wann man wieder virusfrei ist. Leider gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Solange sichtbare Kondylome vorhanden sind, ist eine Ansteckung sicher. Auch wenn man "optisch" gesund erscheint, können noch Viren vorhanden sein, die manchmal, aber nicht immer, durch den Essigsäuretest sichtbar gemacht werden können. Aus diesem Grund werden viele HPV-Infektionen von Menschen übertragen, die nichts von ihrer Infektion wissen. Abhängig vom Virustyp konnten Viren in seltenen Fällen noch nach 20 Jahren nachgewiesen werden, im Allgemeinen verschwinden sie jedoch viel schneller. Bei sichtbaren Kondylomen sollte Geschlechtsverkehr nur mit Kondomen stattfinden. Bei Warzen im Schamhaarbereich oder in der Analfalte bietet das Kondom natürlich keinen vollständigen Schutz. Letztlich sollte der Betroffene gemeinsam mit seinem Arzt eine pragmatische Vorgehensweise finden, die der individuellen Lebenssituation entspricht, um zu entscheiden, ab wann ungeschützter Verkehr wieder verantwortbar ist. Die wissenschaftliche Datenlage zu diesem Thema ist widersprüchlich. Manche Forscher gehen davon aus, dass das Vorhandensein von HPV-Viren in den obersten Hautschichten als normal anzusehen ist. Daher ist es nach einer erfolgreichen Kondylombehandlung auch nicht sinnvoll, weitere HPV-Tests an der gesunden Haut oder Schleimhaut durchzuführen, da ein positiver Labortest nicht automatisch bedeutet, dass man krank ist.

Feigwarzen und Schwangerschaft: Besondere Überlegungen

Schwangere Frauen, die von Feigwarzen betroffen sind, sollten dieses Thema unbedingt individuell mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen. Obwohl wir Hautärzte uns nicht mit intravaginalen Feigwarzen oder der Behandlung von Schwangeren befassen, können wir einige wichtige Hinweise geben: Die Analyse zahlreicher wissenschaftlicher Studien zeigt, dass eine HPV-Infektion der Mutter das Infektionsrisiko für das Neugeborene erhöht, falls eine vaginale, natürliche Entbindung erfolgt. Das Übertragungsrisiko variiert jedoch stark und hängt von der Infektionsdosis, der Funktion des kindlichen Immunsystems (z.B. Frühgeburt) und der Art der Entbindung ab. Viele Kinder, die nach der Geburt HPV-positiv getestet wurden, waren nach einigen Monaten wieder HPV-frei. Obwohl bei einer vaginalen Entbindung ein erhöhtes Risiko im Vergleich zu einem Kaiserschnitt besteht, ist das Krankheitsrisiko für das Kind insgesamt sehr gering, da das Immunsystem der meisten Kinder die Viren wieder eliminiert. Aus Sicht von Infektionsspezialisten ist es daher nicht generell zu empfehlen, bei mütterlicher HPV-Infektion einen Kaiserschnitt durchzuführen. Die Entscheidung für oder gegen eine natürliche Entbindung sollte stets im Einzelfall von Arzt und Schwangerer gemeinsam getroffen werden.

Die HPV-Impfung: Ein entscheidender Schritt zur Prävention

Die Entwicklung von Impfstoffen gegen HPV-Viren stellt einen Meilenstein in der Prävention von HPV-bedingten Erkrankungen dar. Aktuell sind mehrere Impfstoffe verfügbar: Gardasil schützt vor den Virustypen 6, 11, 16 und 18; Cervarix vor den Typen 16 und 18; und der neuere Impfstoff "Gardasil 9" bietet Schutz vor insgesamt neun Typen (6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58). Obwohl die Impfung primär zum Schutz vor Krebs entwickelt wurde, ist sie auch eine sinnvolle Schutzmaßnahme gegen Kondylome, da sie vor den Feigwarzen auslösenden Typen 6 und 11 schützt. Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass die Schutzwirkung der Impfstoffe gegen Kondylome bei etwa 90% liegt.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Impfung ausschließlich vorbeugend wirkt und keine heilende Wirkung bei einer bereits aktiven HPV-Infektion oder bestehenden Feigwarzen hat. Die Impfempfehlung für Gardasil lautete lange Zeit, Mädchen zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr zu impfen. Bei Frauen bietet die Impfung einen nahezu 98%igen Schutz gegen diese Virustypen, sofern sie nicht bereits vor der Impfung infiziert waren, was einen fast sicheren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bedeutet. Gardasil 9 erzielt einen vergleichbar hohen Impfschutz auch bei Jungen und Männern bis 26 Jahre. Seit 2018 wird die Impfung daher auch für junge Männer vor dem 17. Lebensjahr empfohlen und ist für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren eine Kassenleistung. Es wird vermutet, dass die Impfung auch bei erwachsenen Frauen und Männern ähnlich wirksam ist, sofern sie nicht zuvor unerkannt infiziert waren. Ob eine Impfung von bereits Infizierten sinnvoll ist, wird noch kontrovers diskutiert; sie scheint jedoch einen erneuten Ausbruch der Krankheit nach Behandlung nicht zu verhindern. Bei homosexuell aktiven Männern scheint die Impfung das Risiko für Analkrebs und Rachenkrebs erheblich zu mindern, da diese Krebsformen oft durch eine HPV-Infektion mit ausgelöst werden. In stabilen Partnerschaften ist die Impfung weniger sinnvoll, bei Trennungen oder wechselnden Partnerschaften sollten jedoch auch Erwachsene darüber nachdenken.

Leider bleiben noch viele Fragen zur Impfung offen, wie die genaue Dauer des Schutzes (vermutlich lebenslang), die Notwendigkeit einer Auffrischung, die Sinnhaftigkeit einer Impfung des Partners eines Infizierten oder die Wirksamkeit einer Impfung bei bestehender Infektion ohne sichtbare Warzen. Die Forschung arbeitet intensiv daran, diese Wissenslücken zu schließen, und Betroffene können hoffen, dass die Behandlungsmöglichkeiten in den kommenden Jahren weiter verbessert werden. Alle Studien bestätigen die Sicherheit der Impfung: Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie Autoimmunerkrankungen, Multiple Sklerose oder andere ernsthafte Krankheiten auslöst. Eine Metaanalyse kanadischer Wissenschaftler aus dem Sommer 2019, die Daten von 66 Millionen Geimpften aus 65 Studien über einen Beobachtungszeitraum von acht Jahren auswertete, zeigte sehr positive Ergebnisse: Die Infektionsraten bei Frauen gingen um 66-83% zurück (je früher geimpft, desto besser), die Häufigkeit von Präkanzerosen sank um 31-54%, und die Häufigkeit von Kondylomen bei Frauen sank um 31-75% (ebenfalls je früher geimpft, desto besser). Bei Männern sank die Häufigkeit von Kondylomen um 32-48%. Bei Frauen, die erst im Alter von 25-45 Jahren geimpft wurden, wurde keine Schutzwirkung beobachtet. Sicherheitsbedenken von Impfgegnern wurden längst widerlegt; seit 2007 wurden etwa 270 Millionen Impfungen verabreicht, ohne dass Hinweise auf ernsthafte kurz- oder langfristige Nebenwirkungen gefunden wurden. Die Impfung ist sehr sicher.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Feigwarzen

Sind Feigwarzen immer sichtbar?
Nein, Feigwarzen sind nicht immer sichtbar. Sie können als kleine, flache Erhebungen beginnen und in manchen Fällen über Jahre unbemerkt bleiben. Viele HPV-Infektionen verlaufen auch "subklinisch", das heißt, die Viren sind zwar vorhanden, verursachen aber keine sichtbaren Warzen. Studien zeigen, dass ein signifikanter Teil der sexuell aktiven Bevölkerung HPV-infiziert ist, ohne sichtbare Symptome zu haben.
Können Feigwarzen von alleine verschwinden?
Ja, in vielen Fällen können Feigwarzen und die zugrunde liegende HPV-Infektion von alleine abheilen. Das körpereigene Immunsystem ist oft in der Lage, die Viren zu bekämpfen und die Warzen zum Verschwinden zu bringen. Etwa 30% aller sichtbaren Kondylome heilen von selbst ab, und die meisten HPV-Infektionen sind nach etwa zwei Jahren nicht mehr nachweisbar. Bei Kindern ist die Spontanheilungsrate sogar noch höher, bei bis zu 50%.
Schützt ein Kondom immer vor Feigwarzen?
Kondome sind ein sehr wirksamer Schutz vor der Übertragung von Feigwarzen und reduzieren das Risiko beim Geschlechtsverkehr um 60-70%. Sie bieten jedoch keinen 100%igen Schutz, da die Ansteckung auch über Hautbereiche erfolgen kann, die nicht vom Kondom abgedeckt werden (z.B. Schamhaarbereich, Analfalten oder andere Hautpartien im Genitalbereich). Dennoch ist der konsequente Gebrauch von Kondomen die wichtigste Schutzmaßnahme für sexuell aktive Personen.
Erhöhen Feigwarzen das Krebsrisiko bei Frauen?
Die Feigwarzen selbst, die hauptsächlich durch HPV-Typen 6 und 11 verursacht werden, erhöhen das Krebsrisiko direkt meist nicht. Allerdings sind andere HPV-Typen, insbesondere 16 und 18, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, weit verbreitet. Bei bis zu 56% der Genitalwarzen bei Frauen finden sich auch Hochrisiko-HPV-Typen. Eine anhaltende Infektion mit diesen Hochrisiko-Typen kann zu Krebsvorstufen und schließlich zu Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Scheidenkrebs oder Analkrebs führen. Daher ist eine ärztliche Abklärung und gegebenenfalls eine HPV-Typisierung wichtig.
Ist eine HPV-Impfung auch für Erwachsene sinnvoll?
Die HPV-Impfung wird offiziell für Kinder und Jugendliche vor dem 17. Lebensjahr empfohlen und ist für Kinder zwischen 9 und 14 Jahren eine Kassenleistung. Sie bietet einen sehr hohen Schutz vor den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen, wenn die Impfung erfolgt, bevor eine Infektion stattgefunden hat. Auch für Erwachsene kann die Impfung sinnvoll sein, insbesondere wenn sie noch nicht infiziert sind oder wechselnde Partnerschaften haben. Sie schützt zwar nicht vor bereits bestehenden Infektionen oder Warzen, kann aber vor zukünftigen Infektionen mit den abgedeckten Typen schützen und somit das Risiko für Feigwarzen und HPV-bedingte Krebserkrankungen verringern. Bei stabilen Partnerschaften ist der Nutzen geringer.

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