Was passiert wenn man nachts schwitzt?

Sauna: Wohltat oder Risiko? Wann Sie verzichten sollten

12/05/2026

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Das Saunabaden ist für viele Menschen ein fester Bestandteil der Gesundheits- und Wellnessroutine. Es verspricht tiefe Entspannung, stärkt das Immunsystem und fördert das allgemeine Wohlbefinden. Doch so wohltuend die Hitze auch sein mag, sie ist nicht für jeden geeignet. Während die Sauna für die meisten eine Quelle der Regeneration ist, kann sie für bestimmte Personengruppen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. Es ist entscheidend zu wissen, wann ein Saunabesuch mehr schadet als nützt, um die positiven Effekte voll ausschöpfen und mögliche Gefahren vermeiden zu können.

Wie wirkt sich Sauna auf die Lebenserwartung aus?
Es existieren sogar Studien, die belegen, dass regelmäßige Saunabesuche die Lebenserwartung erhöhen. Die Sauna stärkt das Immunsystem und ist pures Training für das Herz-Kreislauf-System. Der Wechsel zwischen extremer Hitze und Kälte trainiert die Gefäße und lässt sie elastisch bleiben.

Dieser Artikel beleuchtet nicht nur die vielfältigen Vorteile des Saunierens, sondern auch, wann und für wen die Schwitzkabine tabu sein sollte. Wir klären auf, welche gesundheitlichen Zustände besondere Vorsicht erfordern und wann der Gang in die Sauna ein klares No-Go ist. Denn ein unbeschwertes Saunavergnügen ist nur dann möglich, wenn die eigene Gesundheit an erster Stelle steht.

Inhaltsverzeichnis

Die vielfältigen Vorteile des Saunabadens für Ihr Wohlbefinden

Bevor wir uns den Einschränkungen widmen, lassen Sie uns einen Blick auf die beeindruckenden Vorteile werfen, die regelmäßiges Saunabaden mit sich bringen kann. Die positiven Effekte auf Körper und Geist sind zahlreich und machen die Sauna zu einem beliebten Ort der Entspannung und Gesundheitsförderung.

Stärkung des Immunsystems

Regelmäßiges Saunieren trainiert das Immunsystem. Der Wechsel zwischen Hitze und Kälte stimuliert die Produktion von weißen Blutkörperchen, die eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen. Dies kann dazu beitragen, Erkältungen und grippalen Infekten vorzubeugen oder deren Verlauf zu mildern.

Förderung der Durchblutung und des Kreislaufs

Die Hitze in der Sauna bewirkt eine Erweiterung der Blutgefäße, was die Durchblutung des gesamten Körpers verbessert. Der Puls erhöht sich, und das Herz-Kreislauf-System wird sanft trainiert. Dies kann die Elastizität der Gefäße fördern und zur Senkung des Blutdrucks beitragen, insbesondere des diastolischen Wertes. Der verbesserte Blutfluss versorgt Muskeln und Organe besser mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Entspannung und Stressabbau

Die wohl bekannteste Wirkung der Sauna ist die tiefe Entspannung. Die Wärme hilft, Muskelverspannungen zu lösen und das vegetative Nervensystem zu beruhigen. Dies führt zu einer Reduzierung von Stress und kann die Schlafqualität verbessern. Viele empfinden den Saunagang als eine Art Meditation, die den Geist zur Ruhe kommen lässt.

Hautpflege und Entgiftung

Durch das intensive Schwitzen in der Sauna werden die Poren geöffnet und die Haut gründlich gereinigt. Talg, Schmutz und abgestorbene Hautzellen werden ausgeschwemmt, was zu einem reineren und gesünderen Hautbild führt. Darüber hinaus werden über den Schweiß auch Stoffwechselprodukte und Toxine aus dem Körper ausgeschieden, was einen entgiftenden Effekt hat.

Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen

Die Wärme dringt tief in die Muskulatur ein und fördert die Durchblutung, was zur Linderung von Muskelkater, Verspannungen und sogar chronischen Schmerzen beitragen kann. Auch bei rheumatischen Beschwerden, in entzündungsfreien Phasen, kann die Sauna eine wohltuende Wirkung auf die Gelenke haben und die Beweglichkeit verbessern.

Positive Auswirkungen auf die Atemwege

Die warme und feuchte Luft in der Sauna kann sich positiv auf die Atemwege auswirken. Bei nicht-akutem Asthma oder chronischer Bronchitis kann die Wärme dazu beitragen, die Bronchialmuskulatur zu entspannen und die Atmung zu erleichtern. Auch bei einer leichten Erkältung ohne Fieber kann das Schwitzen und Inhalieren der warmen Luft wohltuend sein.

Wann die Sauna nicht geeignet ist – Ein umfassender Leitfaden

Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es Situationen und gesundheitliche Zustände, bei denen ein Saunabesuch kontraindiziert ist oder besondere Vorsicht geboten ist. Das Ignorieren dieser Warnzeichen kann zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen und im schlimmsten Fall gefährlich sein. Es ist von größter Bedeutung, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten und im Zweifelsfall immer ärztlichen Rat einzuholen.

1. Akute grippale und bakterielle Infektionen

Ein absolutes Tabu ist der Saunabesuch bei akuten Infektionen, die mit Fieber, Abgeschlagenheit, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen einhergehen. Der Körper kämpft in dieser Phase bereits intensiv gegen die Erreger an. Die zusätzliche Hitze der Sauna würde die Körpertemperatur noch weiter erhöhen und den Organismus unnötig stressen. Dies könnte nicht nur die Genesung verzögern, sondern auch die Beschwerden verschlimmern und das Risiko für Komplikationen, wie eine Herzmuskelentzündung, erhöhen. Auch wenn nur eine leichte Erkältung vorliegt, sollte der Saunagang nur bei Gewöhnung und in sehr moderatem Umfang (max. 12-15 Minuten) erfolgen, niemals aber unter Antibiotikaeinnahme oder bei erstmaligem Saunabesuch in diesem Zustand.

2. Schwindelanfälle und Kreislaufprobleme

Wer zu Schwindel neigt, sei es nach dem Aufstehen oder längerem Sitzen, sollte auf den Saunabesuch verzichten. Der schnelle Wechsel zwischen Hitze und Kälte, sowie die extreme Wärme selbst, können den Kreislauf stark belasten und zu weiteren Schwindelattacken führen. Das Kreislauf-System kann auf die plötzlichen Temperaturveränderungen nicht adäquat reagieren, was das Risiko von Ohnmacht und Stürzen erhöht. Eine stabile Kreislaufregulation ist für das Saunabaden unerlässlich.

3. Akutes Asthmaproblem

Während chronisches Asthma unter Umständen von der entspannenden Wirkung der warmen Luft auf die Bronchialmuskulatur profitieren kann, ist akutes Asthma eine klare Kontraindikation. Bei einem akuten Asthmaanfall ist die Atmung bereits stark eingeschränkt. Die Hitze und die oft trockene Luft in der Sauna könnten die Atemnot noch verstärken und einen lebensbedrohlichen Zustand hervorrufen. In solchen Fällen sollte die Sauna unbedingt gemieden werden.

4. Nierenerkrankungen

Die Nieren sind sensible Organe, die für die Flüssigkeitsregulation des Körpers zuständig sind. Beim Saunieren kommt es zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. Dies kann das Blutvolumen verringern und die Nieren zusätzlich belasten. Für Menschen mit bereits bestehenden Nierenschäden ist dies besonders kritisch, da die Versorgung des Körpers mit wichtigen Nährstoffen beeinträchtigt werden könnte. Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr während und nach dem Saunagang kann zudem die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Ausreichendes Trinken ist hier essenziell, aber bei schwerwiegenden Nierenerkrankungen sollte auf die Sauna verzichtet oder unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

5. Herzinfarkt-Patienten und Herzschwäche

Ein leicht erhöhter Blutdruck ist nicht zwingend ein Ausschlusskriterium für die Sauna und kann unter Umständen sogar positiv beeinflusst werden. Jedoch ist für Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, unter Herzrhythmusstörungen leiden oder gefäßerweiternde Medikamente einnehmen, der Saunabesuch mit einem hohen Risiko verbunden. Die extremen Temperaturschwankungen und die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems können zu einer Überforderung des bereits geschwächten Herzens führen und schwerwiegende Folgen haben. Hier ist äußerste Vorsicht geboten und ein absolutes Verbot in vielen Fällen ratsam.

6. Rheuma in akuten Phasen

Rheuma, eine entzündliche Gelenkerkrankung, kann das Leben der Betroffenen stark einschränken. In akuten entzündlichen Phasen ist ein Saunabesuch nicht empfehlenswert, da die Hitze die Entzündungsprozesse verstärken und die Schmerzen verschlimmern könnte. Der Körper ist bereits im Kampf gegen die Entzündung und würde durch die Saunabelastung zusätzlich gestresst. In entzündungsfreien Phasen hingegen kann die Wärme wohltuend wirken und zur Entspannung der Muskulatur beitragen. Dennoch sollte vor dem Saunagang immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden, um individuelle Risiken auszuschließen.

7. Entzündungen der inneren Organe und Blutgefäße

Jegliche Art von Entzündungen im Körper, insbesondere an inneren Organen oder Blutgefäßen, verträgt sich nicht gut mit der Wärme einer Sauna. Das Immunsystem ist in einer solchen Phase bereits stark beansprucht, um die Entzündungsherde zu bekämpfen. Die zusätzliche Belastung durch die Temperaturregulation in der Sauna würde dem Körper unnötigen Stress zumuten und könnte die Entzündungsprozesse verstärken oder die Heilung verzögern. Bei Verdacht auf oder bestätigten inneren Entzündungen sollte die Sauna gemieden werden.

Sauna-Ampel: Wann Sie saunieren dürfen und wann nicht

Um Ihnen eine schnelle Orientierung zu geben, haben wir die wichtigsten Empfehlungen in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst. Beachten Sie, dass dies allgemeine Richtlinien sind und im Zweifelsfall immer ein Arzt konsultiert werden sollte.

GesundheitszustandSauna-AmpelBegründung / Empfehlung
Akute grippale Infektion / FieberRotÜberlastung des Körpers, Verschlimmerung der Symptome.
Leichte Erkältung (ohne Fieber, gewohnt)GelbKurze Saunagänge (max. 12-15 Min.), viel trinken, nur bei Gewöhnung.
Akutes AsthmaRotVerstärkung der Atemnot, gefährlich.
Chronisches Asthma (stabil)GrünEntspannung der Bronchien möglich, ggf. Rücksprache mit Arzt.
Schwindelanfälle / KreislaufproblemeRotRisiko von Ohnmacht und Stürzen durch Belastung des Kreislaufs.
Nierenerkrankung (leicht)GelbHoher Flüssigkeitsverlust, viel trinken. Rücksprache mit Arzt bei schweren Fällen.
Herzinfarkt (Vergangenheit) / HerzschwächeRotExtreme Belastung für das Herz-Kreislauf-System.
Rheuma (akute Entzündung)RotKann Entzündungen und Schmerzen verstärken.
Rheuma (entzündungsfrei)GrünKann entspannend wirken, aber immer Rücksprache mit Arzt.
Entzündung innerer Organe / BlutgefäßeRotImmunsystem ist bereits geschwächt, zusätzliche Belastung vermeiden.

Häufig gestellte Fragen zum Saunabaden

Darf ich trotz Krankschreibung in die Sauna gehen?

Die Frage, ob ein Saunabesuch während des Krankenstandes erlaubt ist, hängt stark von der Art der Erkrankung und den Umständen ab. Grundsätzlich gilt: Wenn der Saunabesuch der Genesung dient und die Krankheit nicht verschlimmert, ist er meist unproblematisch. Bei einer leichten Erkältung ohne Fieber, die sich dem Ende zuneigt, kann ein moderater Saunagang sogar unterstützend wirken. Bei Fieber, akuten Infektionen oder Krankheiten, die Bettruhe erfordern, ist die Sauna jedoch tabu, da sie den Heilungsprozess behindern und das Risiko von Komplikationen erhöhen könnte. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, dies mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und auch die Richtlinien des Arbeitgebers zu beachten, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wie vermeide ich Kreislaufprobleme in der Sauna?

Kreislaufprobleme können im Zusammenhang mit Saunabaden auftreten, sind aber oft vermeidbar, wenn man einige Regeln beachtet. Beginnen Sie mit kürzeren Saunagängen (5-8 Minuten) und steigern Sie die Dauer langsam. Hören Sie immer auf Ihren Körper und verlassen Sie die Sauna sofort, wenn Sie sich unwohl fühlen. Wichtig ist auch die richtige Abkühlung: Gehen Sie nach dem Saunagang an die frische Luft und kühlen Sie sich anschließend langsam ab, zum Beispiel mit einem Kneippschlauch oder einer kalten Dusche, beginnend an den Extremitäten und langsam zum Herzen hin. Trinken Sie ausreichend Wasser vor und nach dem Saunagang, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Vermeiden Sie Alkohol und schwere Mahlzeiten vor dem Saunabesuch. Nehmen Sie sich nach dem Saunagang ausreichend Zeit für Ruhephasen, um dem Körper Zeit zur Regeneration zu geben.

Was ist der Unterschied zwischen Sauna und Infrarotkabine?

Obwohl sowohl die Sauna als auch die Infrarotkabine der Erzeugung von Wärme und dem Schwitzen dienen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Funktionsweise und den Effekten auf den Körper. In einer traditionellen Sauna wird die Luft auf hohe Temperaturen (oft 80-100°C) erhitzt, was zu einer Erwärmung des Körpers von außen führt. Die Hitze wird durch Konvektion und Strahlung der Ofensteine übertragen. In einer Infrarotkabine hingegen erzeugen spezielle Infrarotstrahler eine Tiefenwärme, die direkt in den Körper eindringt und das Gewebe von innen heraus erwärmt. Die Umgebungstemperatur in einer Infrarotkabine ist dabei deutlich niedriger (oft 40-60°C). Dies ermöglicht ein intensives Schwitzen bei geringerer Kreislaufbelastung und kann besonders wohltuend bei Muskel- und Gelenkschmerzen sein, da die Wärme tiefer ins Gewebe gelangt. Während die Sauna ein intensives Hitzeerlebnis mit starkem Wechselreiz bietet, ist die Infrarotkabine oft sanfter und verträglicher für Menschen, die empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren oder bestimmte gesundheitliche Einschränkungen haben.

Fazit der Redaktion

Die Sauna ist zweifellos eine wunderbare Quelle für Gesundheit und Wohlbefinden, wenn sie richtig und achtsam genutzt wird. Sie stärkt das Immunsystem, fördert die Durchblutung und bietet tiefe Entspannung. Doch wie bei vielen guten Dingen ist auch hier die Dosis und die Kenntnis der eigenen körperlichen Verfassung entscheidend. Die oben beschriebenen Krankheiten und Zustände sind ernst zu nehmende Warnsignale, die auf keinen Fall ignoriert werden sollten.

Ein ungestörtes Saunavergnügen ist nur dann möglich, wenn wir das Wellness-Center nur betreten, wenn wir uns tatsächlich gesund fühlen und keine der genannten Kontraindikationen vorliegen. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und handeln Sie verantwortungsvoll. Im Zweifelsfall oder bei akuten Beschwerden ist es immer ratsam, vor dem Saunabesuch den Rat eines Arztes einzuholen. Ihre Gesundheit sollte stets an erster Stelle stehen, damit Sie die positiven Effekte des Saunierens in vollen Zügen genießen können.

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