15/11/2023
Manchmal braucht es nicht viel, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Nur ein paar Stunden in warmem Wasser, die Stille eines Ruheraums und das Gefühl, endlich mal wieder bei sich selbst anzukommen. Österreich, mit seinen rund 40 Thermen, bietet genau solche Rückzugsorte. Diese Oasen der Ruhe sind gefüllt mit natürlichem, oft mineralisiertem Thermalwasser, dessen wohltuende Wirkung schon die Römer schätzten. Heute sind Thermen weit mehr als nur Badeanstalten; sie sind moderne Wellness-Tempel, die Saunalandschaften, Spa-Behandlungen, feine Restaurants und oft auch direkt angeschlossene Hotels umfassen – ein Konzept, das den wahren Zauber der Entspannung erst vollends entfaltet.

Für viele, so auch für uns, ist eine Therme ohne Übernachtung kaum vorstellbar. Erst das Gefühl, im Bademantel durchs Hotel zu schlendern und jederzeit zwischen Sauna und Abendessen ins Zimmer huschen zu können, ermöglicht diese tiefe, nachhaltige Entspannung, die noch lange nachwirkt. Die Vorstellung, nackt in die Sauna zu gehen, mag anfangs gewöhnungsbedürftig sein, besonders wenn man aus Kulturen kommt, in denen dies ein Tabu ist. Doch wie so oft im Leben wächst man mit den Erfahrungen. Der Moment, in dem man alle Hüllen – innerlich wie äußerlich – fallen lassen kann, ist oft der, in dem echte Erholung beginnt. Thermen sind für uns kleine Fluchten aus dem Alltag, der Hektik und manchmal sogar aus dem Gedankenkarussell. Und jedes Mal, wenn wir eintauchen, merken wir: Es braucht nicht viel, um sich wieder ganz bei sich zu fühlen.
Therme Wien: Ein Juwel der Entspannung
Wussten Sie, dass sich die größte Therme Österreichs in Wien befindet? Die Therme Wien ist ein gigantischer, 75.000 m² großer Thermenkomplex mit 26 Innen- und Außenbecken, 18 Saunen, mehreren Entspannungszonen, einem Fitnesscenter, einem Behandlungszentrum und einem Thermenrestaurant. Ihre ideale Lage direkt an der U1-Station Oberlaa macht sie vom Stadtzentrum aus in nur 17 U-Bahn-Minuten erreichbar. Die gut durchdachte Anlage trennt den Kinderbereich (Sprungbecken, Rutsche, Säuglings- und Kleinkinderbecken) und den Erwachsenenbereich sehr effektiv, was für eine angenehme Atmosphäre für alle Besucher sorgt.
Besonders hervorzuheben ist die Saunalandschaft der Therme Wien, die für Gäste ab 14 Jahren zugänglich ist. Dieser Bereich erstreckt sich über zwei Ebenen und ist mit insgesamt 18 Innen- und Außensaunen sowie mehreren Pools und Ruheräumen ausgestattet. Die Therme Wien unterscheidet sich von den meisten österreichischen Thermen durch ihre drei unterschiedlichen Saunabereiche:
- Frauensauna: Dieser Bereich bietet eine Finnische Sauna, eine Bio-Sauna, zwei Dampfbäder, ein Tepidarium, einen warmen Whirlpool und ein Tauchbecken, exklusiv für Frauen.
- Männersauna: Hier finden Herren zwei Finnische Saunen, zwei Dampfbäder, ein Laconium, einen warmen Whirlpool und ein Tauchbecken für ungestörte Entspannung.
- Gemischte Sauna: Der größte Saunabereich, zugänglich für alle Geschlechter, verfügt über drei Finnische Saunen, eine Bio-Sauna, drei Dampfbäder, ein Laconium, zwei warme Außenbecken, ein Tauchbecken und ein Kneippbecken.
Die Therme Wien bietet verschiedene Eintrittskarten an, darunter 3-Stunden-Tickets, Tageskarten oder After-Work-Tickets (von 18 Uhr bis zur Schließung). Für den entspanntesten Aufenthalt empfehlen wir den Relax! Tagesurlaub. Dieses VIP-Ticket bietet exklusiven Zugang zur Relax-Lounge, wo Sie mit unbegrenzten kostenlosen Erfrischungen (Saft, Wasser, Kaffee, Tee), Obst und Snacks (Trockenfrüchte und Nüsse) versorgt werden. Zudem erhalten Sie eine nur für Sie reservierte Liege und eine Spa-Tasche, gefüllt mit zwei Handtüchern und einem Bademantel. Ein besonderer Service ist der jederzeitige Austausch nasser Handtücher gegen frische in der Relax-Lounge.
Weitere Vorteile des Relax! Tagesurlaubs sind ein Gutschein über 12 EUR, einlösbar im Thermenrestaurant oder Saunabistro, sowie 15 % Rabatt auf alle Massagen und Treatments. Massagen können bequem im Voraus online oder direkt an der Rezeption der Relax-Lounge gebucht werden. Eine 50-minütige Sportmassage können wir aus eigener Erfahrung absolut empfehlen.
Die Vielfalt der österreichischen Thermenlandschaft
Österreichs Thermenlandschaft ist reich und vielfältig. Neben der Therme Wien gibt es weitere bemerkenswerte Anlagen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und doch alle das gleiche Ziel verfolgen: pure Entspannung zu bieten.
- Aqua Dome Therme Längenfeld: Eine futuristische Therme in den österreichischen Alpen, im malerischen Ötztal gelegen. Ihre heißen Quellen werden seit dem 16. Jahrhundert genutzt, und täglich fließen 80.000 Liter thermisch erwärmtes Quellwasser in die Becken.
- Rogner Bad Blumau: Ein architektonisches Meisterwerk von Friedensreich Hundertwasser in der Steiermark. Hier verschmelzen Kunst und Natur in organischen Formen und Linien, die eine einzigartige Atmosphäre schaffen.
- St. Martins Therme: Inmitten des Nationalparks Neusiedler See gelegen, besticht sie durch ihre unmittelbare Nähe zur Natur und ihre umfangreiche Ausstattung, inklusive einer beliebten See-Sauna.
- Tauern Spa Kaprun: Eingebettet in die österreichischen Alpen, bietet diese Therme einen atemberaubenden Blick auf das Kitzsteinhorn und ist im Winter eine attraktive Alternative zu den umliegenden Skigebieten.
Viele Thermen bieten angeschlossene Hotels an, sogenannte Thermenhotels. Übernachten Sie in einem dieser Hotels, ist der Thermeneintritt inklusive Saunabereich meist bereits im Zimmerpreis inbegriffen. Oft erhalten Hotelgäste auch Zugang zu exklusiven Bereichen, die Tagesgästen vorenthalten sind. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die Therme bereits am Anreisetag vor dem Zimmer-Check-in zu nutzen und am Abreisetag oft gegen eine geringe Gebühr länger zu verweilen.
Wissenswertes rund um Thermalwasser und Thermenbereiche
Das Herzstück jeder Therme ist das Thermalwasser. Ihm wird aufgrund seiner unterschiedlichen Zusammensetzung von Mineralstoffen und Spurenelementen (wie Sole, Schwefel, Kalzium, Magnesium, Jod oder Selen) eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Es kann die Venenfunktion verbessern, das Gewebe entwässern, den Stoffwechsel aktivieren, Stresshormone abbauen, das Immunsystem stärken und Muskeln sowie Gelenke entspannen.
Eine Therme gliedert sich im Regelfall in mehrere Bereiche, die alle der Erholung dienen:
- Thermalbad: Der Haupt-Badebereich mit diversen Becken unterschiedlicher Wassertemperaturen, uneingeschränkt für alle Besucher zugänglich.
- Saunabereich: Ein textilfreier Bereich, der nur für Erwachsene ab 14 Jahren gestattet ist. Er umfasst eine Vielzahl von Saunen, Dampfbädern, Ruheräumen, Kalt- und Warmwasser-Schwimmbecken, Duschen sowie ein Saunabistro oder eine Saunabar. Der Zutritt ist meist mit einem Aufpreis verbunden.
- Ruheräume: Zahlreiche Entspannungs- und Ruheräume, die jederzeit genutzt werden können, um zwischen den Bade- und Saunagängen zur Ruhe zu kommen.
- Duschen: Ausreichend Duschen befinden sich in der gesamten Therme – vor der Pool-Benutzung, im Saunabereich und in den Umkleiden.
- Restaurant: Für alle Besucher zugänglich, wobei das Tragen eines Bademantels oder eines großen, umgewickelten Handtuchs Pflicht ist.
- Umkleide- und Schließfachbereich: Beim Check-in erhalten Sie ein Chip-Armband, das Ihnen uneingeschränkten Zugang zu Ihrem persönlichen Spind ermöglicht und für bargeldlose Bezahlung von Konsumationen (Speisen, Getränke, Zeitschriften, etc.) innerhalb der Therme dient. Die Abrechnung erfolgt beim Check-out.
- Massagen & Spa-Treatments: Jede österreichische Therme bietet eine Vielzahl an verwöhnenden Spa-Behandlungen und Massagen an. Es ist empfehlenswert, diese im Voraus zu buchen, um sich den gewünschten Termin zu sichern. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier oft sehr ansprechend.
Saunakultur und Regeln in Österreich
Die Saunakultur in Österreich ist der in Deutschland sehr ähnlich, aber oft ein wenig entspannter in Bezug auf die Regeln. Dennoch gibt es klare Verhaltensrichtlinien, die für ein harmonisches Miteinander und Hygiene sorgen. Saunen sind ausnahmslos textilfreie Zonen. Aus hygienischen Gründen ist das Tragen jeglicher Badebekleidung verboten. Wer schüchtern ist, kann sich natürlich ein Handtuch umbinden. Wichtig ist, immer ein ausreichend großes Handtuch unter den gesamten Körper zu legen, sodass kein Schweiß auf das Holz gelangt.
In den meisten Thermen sind die unterschiedlichen Bereiche, mit Ausnahme der Toiletten und Duschen in der Garderobe, nicht nach Geschlechtern getrennt. Das bedeutet, dass sich alle Besucher, unabhängig vom Geschlecht, in allen Räumen aufhalten dürfen, einschließlich des textilfreien Saunabereichs. Wie bereits erwähnt, ist die Therme Wien hier eine Ausnahme, da sie spezielle Frauen-, Männer- und gemischte Saunabereiche anbietet. Für jene, die eine ausschließlich Frauen vorbehaltene Therme suchen, sei das La Pura Women’s Health Resort Kamptal erwähnt.
Saunaregeln auf einen Blick
| Regel | Beschreibung |
|---|---|
| Duschen | Vor und nach jedem Saunagang sowie vor dem Betreten eines Beckens duschen. |
| Textilfreiheit | Im Saunabereich ist das Tragen von Badebekleidung nicht erlaubt. |
| Handtuchpflicht | Zwischen dem Körper und dem Holz der Sauna sollte immer ein Handtuch liegen. Kein Schweiß auf Holzoberflächen. |
| Ruhezone | Der gesamte Saunabereich ist ein Ruhebereich. Lautes Sprechen oder Flüstern ist zu vermeiden. |
| Altersgrenze | In vielen Thermen ist Saunieren unter 16 Jahren untersagt, um den Erwachsenen Ruhe zu ermöglichen. |
| Beobachtung | Wenn Sie unsicher sind, beobachten Sie die anderen Saunagänger, um hauspezifische Regeln zu erkennen. |
Der Saunaaufguss
Ein Höhepunkt vieler Saunabesuche ist der Saunaaufguss, der in der Regel von einem Saunameister durchgeführt wird. Diese Zeremonie findet oft einmal pro Stunde statt. Dabei werden ätherische Öle auf die heißen Saunasteine gegossen, wodurch sich duftender Dampf bildet, der mit einem Handtuch im Raum verteilt wird. Ein Aufguss umfasst normalerweise drei Zyklen und dauert etwa 15 Minuten. Nach einem Saunagang ist es essenziell, die Körpertemperatur durch eine kalte Dusche, ein Kaltwasserbecken oder frische Luft wieder zu senken, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich eine Weile auszuruhen.

In manchen Hotelsaunen oder privaten Saunen ist es auch erlaubt, selbst einen Aufguss zu machen, wenn Saunaofen, Steine, Eimer und Kelle vorhanden sind. Hier kann es jedoch eine ungeschriebene Hierarchie unter den Saunagängern geben; oft sind es erfahrene Saunabesucher oder die Ältesten der Gruppe, die die Kelle in die Hand nehmen. Das Schwenken des Handtuchs, um die Wärme zu verteilen, hat einen praktischen Sinn: Es hilft, die Hitze gleichmäßig zu verteilen, besonders wenn der Saunaofen im Verhältnis zur Raumgröße klein ist oder die Temperatur als zu niedrig empfunden wird.
Eintrittspreise und das Chip-Armband
Die Eintrittspreise für Thermen variieren je nach Alter, Aufenthaltsdauer (3-Stunden-Karte, Tageskarte), Ankunftszeit (z.B. Abendtarife) und den gewünschten Thermenbereichen (ein Aufpreis für den Saunabereich ist üblich). Wenn Sie den Saunabereich nutzen möchten, ist der Eintritt in das Thermalbad immer zu bezahlen.
Beim Check-in erhalten Sie in jeder Therme ein Chip-Armband, das mehrere Funktionen erfüllt:
- Schließfachzugang: Es dient zum Auf- und Zusperren Ihres persönlichen Spinds, in dem Sie Ihre Wertsachen sicher aufbewahren können.
- Bargeldloses Bezahlen: Mit dem Armband können Sie bargeldlos Speisen und Getränke im Restaurant oder Bistro sowie Spa-Treatments und Massagen bezahlen. Die Abrechnung erfolgt bequem beim Verlassen der Therme an der Kassa.
- Saunazugang: Wenn Sie den Saunabereich mitgebucht haben, ist das Armband entsprechend programmiert und ermöglicht Ihnen den automatischen Zugang.
Das Badeende in den Thermalbädern und Saunen ist in der Regel 30 Minuten vor der offiziellen Schließzeit. Dies gibt den Gästen ausreichend Zeit zum Duschen, Umziehen und Haare trocknen, bevor die Therme ihre Pforten schließt.
Häufig gestellte Fragen zu Thermen und Saunen in Österreich
Wie viele Saunabereiche hat die Therme Wien?
Die Therme Wien verfügt über drei unterschiedliche Saunabereiche: eine Frauensauna, eine Männersauna und einen gemischten Saunabereich. Jeder Bereich bietet eine eigene Auswahl an Saunen, Dampfbädern, Pools und Ruheräumen.
Ist Saunieren in Österreich textilfrei?
Ja, in den meisten öffentlichen Saunabereichen in Österreich ist das Saunieren aus hygienischen Gründen grundsätzlich textilfrei. Das Tragen von Badebekleidung ist verboten. Ein ausreichend großes Handtuch zum Unterlegen ist jedoch Pflicht.
Dürfen Kinder in die Sauna?
In den meisten öffentlichen Thermen in Österreich ist der Saunabereich nur für Erwachsene ab 14 Jahren zugänglich. Der Thermalbadbereich ist jedoch für alle Altersgruppen freigegeben, oft sogar mit speziellen Kinderbecken und Attraktionen.
Was ist ein Saunaaufguss und wie läuft er ab?
Ein Saunaaufguss ist eine Zeremonie, bei der Wasser, oft angereichert mit ätherischen Ölen, auf die heißen Saunasteine gegossen wird. Der entstehende Dampf wird dann vom Saunameister mit einem Handtuch im Raum verteilt, um die Hitze und den Duft intensiver wahrnehmbar zu machen. Ein Aufguss dauert meist etwa 15 Minuten und besteht aus mehreren Zyklen.
Was bedeutet das Chip-Armband in der Therme?
Das Chip-Armband, das Sie beim Betreten der Therme erhalten, dient als Schlüssel für Ihr Schließfach und ermöglicht Ihnen das bargeldlose Bezahlen von Speisen, Getränken und Spa-Behandlungen innerhalb der Therme. Die gesamte Konsumation wird auf dem Chip gespeichert und beim Verlassen an der Kassa abgerechnet. Es steuert auch den Zugang zum Saunabereich, falls dieser gebucht wurde.
Wir hoffen, dieser umfassende Einblick in die Welt der Thermen und Saunen in Österreich, insbesondere der Therme Wien, hilft Ihnen bei der Planung Ihrer nächsten wohlverdienten Auszeit. Genießen Sie die wohltuende Wirkung des Thermalwassers und die tiefe Entspannung, die nur eine Therme bieten kann.
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