20/03/2024
In der kühlen Jahreszeit suchen viele Menschen Wärme und Geborgenheit, und die Sauna bietet hierfür einen idealen Rückzugsort. Sie ist weit mehr als nur ein Ort der Entspannung; sie ist eine Wohltat für Körper und Seele und kann erstaunliche positive Effekte auf unsere Gesundheit haben. Doch wenn das Leben eine neue, wundervolle Wendung nimmt und eine Schwangerschaft beginnt, stellen sich viele werdende Mütter die Frage: Ist Saunieren in dieser besonderen Zeit überhaupt sicher und erlaubt? Die gute Nachricht ist: Ja, in den meisten Fällen schon! Es gibt jedoch einige wichtige Aspekte zu beachten, damit das Saunaerlebnis für Mutter und Kind gleichermaßen unbeschwert und wohltuend bleibt. Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Welt des Saunierens in der Schwangerschaft, basierend auf Expertenwissen, um alle Ihre Fragen zu beantworten.

Die Wohltat der Sauna: Mehr als nur Entspannung
Bevor wir uns den speziellen Fragen rund um die Schwangerschaft widmen, lohnt es sich, die allgemeinen Vorteile des Saunierens zu beleuchten. Der regelmäßige Saunabesuch ist eine hervorragende Methode, um Stress abzubauen und tiefe Entspannung zu finden. Die wohlige Wärme hilft, die Muskulatur zu lockern und Verspannungen zu lösen, was besonders nach einem anstrengenden Tag oder bei körperlicher Belastung eine wahre Erleichterung sein kann. Doch die positiven Effekte gehen weit über die reine Entspannung hinaus:
- Stärkung des Immunsystems: Das Wechselspiel von Hitze und Kälte trainiert den Körper und macht ihn widerstandsfähiger gegen Erkältungen und Infekte.
- Förderung der Durchblutung: Die Wärme weitet die Blutgefäße, was die Durchblutung anregt. Dies kann dazu beitragen, den Stoffwechsel zu verbessern und die Sauerstoffversorgung der Zellen zu optimieren.
- Hautpflege: Durch das Schwitzen werden die Poren geöffnet und die Haut von Unreinheiten befreit, was zu einem frischeren und klareren Hautbild führen kann.
- Muskelentspannung: Die Wärme dringt tief in die Muskulatur ein und fördert deren Entspannung, was Linderung bei Muskelkater oder leichten Schmerzen verschaffen kann.
- Stressabbau: Die ruhige Atmosphäre und die bewusste Auszeit vom Alltag fördern die mentale Erholung und reduzieren Stresshormone.
Saunieren in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?
Die Frage, ob Saunieren in der Schwangerschaft sicher ist, beschäftigt viele werdende Mütter. Grundsätzlich gilt: Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, und regelmäßige Saunagängerinnen müssen in den meisten Fällen nicht auf ihr geliebtes Ritual verzichten. Wichtig ist jedoch, auf den eigenen Körper zu hören und einige spezifische Empfehlungen zu beachten.
Wärme und das ungeborene Kind: Eine unbegründete Sorge
Eine der größten Befürchtungen ist oft, dass die Hitze dem Baby im Bauch schaden könnte. Doch hier kann Entwarnung gegeben werden: Bei moderatem Saunieren besteht für das ungeborene Kind zu keiner Zeit eine Gefahr. Die Temperatur im Körperinneren der Mutter erhöht sich während eines Saunagangs maximal um ein Grad Celsius. Kritische Körpertemperaturen, die über 40 Grad liegen, werden beim Saunabaden nicht erreicht. Solche hohen Kerntemperaturen treten nur bei hohem Fieber auf, und in diesem Zustand wäre ohnehin niemandem nach einem Saunabesuch zumute. Das Baby ist im Mutterleib gut geschützt und die moderate Erhöhung der Körpertemperatur der Mutter hat keinen negativen Einfluss auf seine Entwicklung.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Trimester im Überblick
Nicht jeder Zeitpunkt in der Schwangerschaft ist gleichermaßen für einen Saunabesuch geeignet. Es gibt wichtige Phasen, die beachtet werden sollten:
- Das erste Trimester (Woche 1 bis 12): In den ersten zwölf Schwangerschaftswochen sollte auf das Saunieren verzichtet werden. In dieser frühen Phase entwickelt sich der Embryo sehr schnell, und er ist äußeren Einflüssen gegenüber besonders empfindlich. Um jegliches Risiko zu vermeiden, ist eine Pause in dieser entscheidenden Entwicklungsphase ratsam.
- Ab dem zweiten Trimester (ab Woche 13): Für passionierte Saunagängerinnen ist ab dem zweiten Trimester in der Regel nichts gegen einen Saunabesuch einzuwenden, sofern keine individuellen Kontraindikationen vorliegen. Der Körper hat sich an die Schwangerschaft gewöhnt, und das Baby ist stabiler in seiner Entwicklung.
- Das dritte Trimester (späte Schwangerschaft): Theoretisch können Schwangere bis kurz vor der Entbindung in die Sauna gehen, solange sie sich körperlich fit fühlen. Allerdings kann der wachsende Babybauch gerade im achten und neunten Monat das Saunieren als zunehmend anstrengend empfinden. Zudem kann die Wärme in dieser späten Phase wehenfördernd wirken. Bei vorzeitiger Wehentätigkeit oder einem verkürzten Gebärmutterhals ist Saunieren daher absolut tabu.
Wichtige Vorsichtsmaßnahmen und Empfehlungen
Auch wenn Saunieren in der Schwangerschaft oft erlaubt ist, gibt es spezifische Empfehlungen, um das Erlebnis sicher und angenehm zu gestalten:
- Ärztliche Rücksprache: Bevor Sie die Sauna besuchen, sollten Sie unbedingt Ihre Hebamme und/oder Ihren Gynäkologen konsultieren. Es kann individuelle Kontraindikationen geben, die abgeklärt werden müssen.
- Wahl der Sauna: Empfohlen werden weniger heiße Saunen, wie zum Beispiel die 60-Grad-Sauna oder normale, trockene Saunakabinen bis 70 Grad Celsius. Sehr heiße Saunen sind ein No-Go.
- Vorsicht bei Aufgüssen: Bei Aufgüssen ist Vorsicht geboten, da manche Aromen wehenfördernd wirken können. Es ist ratsam, Aufgüsse zu meiden oder nur solche zu wählen, bei denen Sie die Inhaltsstoffe genau kennen und sicher sind, dass sie unbedenklich sind.
- Dauer und Häufigkeit: Die Aufenthaltsdauer von zehn bis zwölf Minuten sollte nicht überschritten werden. Schwangere sollten sich nicht mehr als zwei Saunagänge pro Saunabesuch und nicht mehr als einen Saunabesuch pro Woche zumuten. Saunabesuche sind gesund, stellen aber dennoch eine Anstrengung für den Körper dar.
- Auf den Körper hören: Das oberste Prinzip beim Saunieren in der Schwangerschaft ist, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten. Bei Unwohlsein, Schwindel oder anderen Auffälligkeiten sollte der Saunagang sofort abgebrochen werden.
- Richtiges Aufstehen: Wie für alle Saunagäste gilt auch für Schwangere, nicht abrupt aus einer liegenden Position aufzustehen. Setzen Sie sich vorher einen Moment hin, damit sich Ihr Kreislauf stabilisieren kann.
Die optimale Abkühlung und Hygiene
Das Abkühlen nach dem Saunagang ist ebenso wichtig wie der Saunagang selbst, besonders für Schwangere:
- Frische Luft: Nach dem Verlassen der Sauna empfiehlt es sich, zunächst fünf Minuten an der frischen Luft zu entspannen. Leichte Bewegung, wie ein Spaziergang durch den Saunagarten oder über die Dachterrasse, ist hierfür ideal. Dies bereitet den Kreislauf schonend auf die Abkühlung vor.
- Sanftes Abduschen: Schwangere sollten auf kalte Tauchbecken oder Eisbäder verzichten. Stattdessen ist ein vorsichtiges kaltes oder lauwarmes Abduschen zu empfehlen. Ein Kneipp-Guss, der von herzfern zu herznah erfolgt – auch über den Bauch – ist besonders wohltuend und kreislaufschonend. Vermeiden Sie kalte Schwallbrausen über Kopf oder Körper.
- Hygiene in der Sauna: Obwohl öffentliche Saunen täglich und sehr intensiv gereinigt werden und viele Bakterien in der heißen Luft abgetötet werden, ist es wichtig, stets ein wirklich frisches Handtuch mitzubringen, um sich darauf zu setzen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Hygiene ist es ratsam, vor dem Besuch den behandelnden Arzt zu kontaktieren.
Vorteile des Saunierens für Schwangere
Abgesehen von der reinen Entspannung kann der regelmäßige Saunabesuch für Schwangere eine Reihe von spezifischen Vorteilen bieten:
- Vorbeugung von Beschwerden: Frauen, die regelmäßig saunabaden, haben oft weniger Beschwerden in der Schwangerschaft.
- Linderung bei schweren Beinen und Thromboseprophylaxe: Das Wechselspiel von Wärme und Kälte regt die Durchblutung an. Während das Baby größer und schwerer wird, erhöht sich der Druck auf die Venen. Regelmäßiges Saunabaden kann hier "schweren Beinen" oder einer Thrombose vorbeugen.
- Reduzierung von Wassereinlagerungen: Durch das Schwitzen werden Wasseransammlungen im Gewebe verringert, was vielen Schwangeren Erleichterung verschafft.
- Muskelentspannung und Geburtsvorbereitung: Die Muskulatur entspannt und lockert sich, was besonders wohltuend bei Rückenproblemen sein kann. Das Saunieren gilt sogar als ideale Geburtsvorbereitung, da die Muskulatur im Beckenbereich entspannt und entkrampft wird. Dies kann den Geburtsprozess erleichtern.
Sauna nach der Geburt und mit Baby
Nach der Geburt sehnen sich viele frischgebackene Mütter nach einer Auszeit und der wohligen Wärme der Sauna. Doch auch hier gibt es wichtige Aspekte zu beachten:
- Nach natürlicher Geburt: Das größte Problem ist der sogenannte Wochenfluss, der zwischen vier und sechs Wochen andauert. In dieser Zeit ist die Gefahr für Infektionen schlicht zu hoch, da der Muttermund noch geöffnet ist. Junge Mütter sollten unbedingt warten, bis der Wochenfluss vollständig vorüber ist, bevor sie wieder die Sauna besuchen.
- Nach einem Kaiserschnitt: Wer einen Kaiserschnitt hatte, muss unbedingt warten, bis die Wunde vollkommen verschlossen und gut verheilt ist. Ein Kaiserschnitt ist eine große Operation, und es besteht die Gefahr, dass Keime und Bakterien über die Wunde in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen.
- Hormonelle Umstellung: Selbst wenn Wochenfluss und Wundheilung abgeschlossen sind, benötigt der Körper Zeit, um sich von Schwangerschaft und Geburt zu erholen und den Hormonhaushalt neu einzustellen. Mediziner gehen davon aus, dass Saunieren etwa drei bis vier Monate nach der Geburt bedenkenlos möglich ist. Um ganz sicherzugehen, sollte immer Rücksprache mit einem Gynäkologen gehalten werden.
Darf das Baby mit in die Sauna?
Auch der Nachwuchs darf unter bestimmten Voraussetzungen mit in die Sauna, jedoch nicht direkt nach der Geburt. Die Empfehlungen hierzu variieren stark: Während einige die Teilnahme an der Sauna ab dem vierten Lebensmonat für unkritisch halten, empfehlen andere, mindestens ein bis zwei Jahre abzuwarten. Wer unsicher ist, fragt am besten den Kinderarzt seines Vertrauens. Wichtig ist auch hier, es nicht zu übertreiben, die Aufenthaltsdauer kurz zu halten (wenige Minuten) und das Wohlgefühl des Kindes stets im Blick zu behalten. Das Baby sollte niemals unbeaufsichtigt sein und muss die Wärme gut vertragen können.
Häufig gestellte Fragen zum Saunieren in der Schwangerschaft
Um die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenzufassen, beantworten wir hier die häufigsten Fragen:
- Ist Saunieren in der Frühschwangerschaft erlaubt?
- Nein, in den ersten zwölf Wochen (erstes Trimester) sollte aufgrund der hohen Empfindlichkeit des Embryos auf Saunabesuche verzichtet werden.
- Wie heiß dürfen Schwangere saunieren?
- Schwangere sollten mildere Saunen bevorzugen, wie die 60-Grad-Sauna oder trockene Saunen bis maximal 70 Grad Celsius. Sehr heiße Saunen sind zu meiden.
- Wie viele Saunagänge sind für Schwangere okay?
- Nicht mehr als zwei Saunagänge pro Besuch und maximal ein Saunabesuch pro Woche, mit ausreichend langen Pausen (mindestens 20 Minuten) dazwischen.
- Dürfen Schwangere ins kalte Tauchbecken?
- Nein, der Schock für den Kreislauf ist zu groß. Sanftes Abkühlen unter der Dusche (kalt oder lauwarm) ist vorzuziehen, idealerweise mit einem Kneipp-Guss.
- Wann darf ich nach der Geburt wieder in die Sauna?
- Nach natürlicher Geburt erst, wenn der Wochenfluss vollständig beendet ist (ca. 4-6 Wochen). Nach einem Kaiserschnitt erst, wenn die Wunde komplett verheilt ist. Generell wird ein Zeitraum von drei bis vier Monaten nach der Geburt empfohlen, und immer nach ärztlicher Rücksprache.
- Ab welchem Alter darf ein Baby mit in die Sauna?
- Die Empfehlungen variieren stark, von 4 Monaten bis 1-2 Jahren. Konsultieren Sie immer Ihren Kinderarzt und achten Sie genau auf das Wohlbefinden des Kindes.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sauna für viele Schwangere eine wunderbare Möglichkeit zur Entspannung und zur Förderung des Wohlbefindens sein kann. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und der nötigen Rücksichtnahme auf die eigenen Körperbedürfnisse steht einem wohltuenden Saunaerlebnis nichts im Wege. Genießen Sie diese besondere Zeit und die positiven Effekte, die die Wärme auf Sie und Ihr heranwachsendes Wunder haben kann.
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