Was ist eine Dekubitusprophylaxe?

Hautgesundheit im Fokus: Dekubitus vorbeugen

25/08/2023

Rating: 4.67 (2020 votes)

In der Welt des Wohlbefindens steht die Gesundheit unserer Haut oft im Mittelpunkt. Sie ist unser größtes Organ, ein Spiegel unserer inneren Balance und ein entscheidender Schutzschild gegen äußere Einflüsse. Doch manchmal, besonders bei eingeschränkter Mobilität, lauert eine unsichtbare Gefahr, die ihre Integrität bedrohen kann: der Dekubitus, auch bekannt als Druckgeschwür. Eine Erkrankung, die weitreichende Folgen haben kann, doch die gute Nachricht ist: Sie lässt sich in den meisten Fällen verhindern. Die beste Erkrankung ist schließlich die, die gar nicht erst entsteht.

Was ist der Unterschied zwischen Dekubitus und Wundliegen?
Dekubitus ist ein Druckgeschwür, das umgangssprachlich auch als Wundliegen bekannt ist. Ursache ist dauerhafter, starker Druck, der die Haut und das darunter liegende Gewebe mitunter bis auf den Knochen schädigt. Vor allem immobile Menschen sind besonders anfällig für Dekubitus, weshalb hier eine sorgfältige Prophylaxe wichtig ist.

Dieser Artikel widmet sich der essenziellen Frage der Dekubitusprophylaxe – also der Vorbeugung von Druckgeschwüren. Wir tauchen ein in die Bedeutung gezielter Pflegemaßnahmen, die Rolle bewusster Beobachtung und frühzeitiger Intervention. Erfahren Sie, wie Sie mit fundiertem Wissen und einfachen, aber effektiven Maßnahmen die Hautgesundheit erhalten und fördern können, um einem Dekubitus keine Chance zu geben. Denn Prävention ist hier nicht nur ein Wort, sondern der Schlüssel zu mehr Lebensqualität und dauerhaftem Wohlbefinden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Dekubitus und warum ist Vorbeugung so wichtig?

Ein Dekubitus, oft auch als Druckgeschwür oder Wundliegen bezeichnet, ist eine lokale Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, die durch lang anhaltenden Druck und Scherkräfte entsteht. Dieser Druck führt zu einer verminderten Durchblutung, wodurch die Zellen nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und absterben können. Besonders gefährdet sind knochennahe Bereiche wie Fersen, Steißbein, Hüften oder Schulterblätter.

Die Vorbeugung, die sogenannte Dekubitusprophylaxe, ist von entscheidender Bedeutung, da ein Dekubitus in fortgeschrittenen Stadien nicht nur schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann, sondern auch erhebliche Schmerzen verursacht und die Lebensqualität stark einschränkt. Eine erfolgreiche Prophylaxe basiert auf einer vorausschauenden Beobachtung und Einschätzung der Risikofaktoren sowie einer individuell angepassten und regelmäßigen Positionierung von Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Da ein Dekubitus infolge einer verminderten Durchblutung entsteht, ist die wichtigste Prophylaxe die Bewegungsförderung, Mobilisation und eine ausreichende Sauerstoffversorgung von Haut und Gewebe.

Die Säulen der Dekubitusprophylaxe: Ganzheitliche Maßnahmen

Um einem Dekubitus effektiv vorzubeugen, bedarf es eines Bündels von Maßnahmen, die ineinandergreifen und sich gegenseitig verstärken. Diese reichen von der täglichen Hautkontrolle über gezielte Bewegung bis hin zur richtigen Ernährung. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, das die natürliche Widerstandsfähigkeit der Haut stärkt und Druckbelastungen minimiert.

Was tun bei Dekubitus?
Jede Positionierung muss individuell auf den Betroffenen und die Lokalisation des Dekubitus am Körper abgestimmt sein. Selbstverständlich muss auch regelmäßig ein Positionswechsel durchgeführt werden, um den Druck auf die übrigen Körperteile zu vermindern.

1. Bewegung und gezielte Druckentlastung: Der Schlüssel zur Durchblutung

Bewegung ist Leben – und für die Hautgesundheit von immenser Bedeutung. Eine ausreichende Durchblutung ist essenziell, um die Hautzellen mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen und Abfallprodukte abzutransportieren. Bei eingeschränkter Mobilität ist es daher unerlässlich, durch gezielte Maßnahmen eine regelmäßige Belastung und Entlastung der Haut- und Gewebepartien zu gewährleisten.

Individuelle Positionierung: Die Kunst der sanften Umlagerung

Das Ziel der Positionierung ist es, den Druck von gefährdeten Stellen zu nehmen und ihn auf andere Bereiche zu verlagern. Hierbei haben sich bestimmte Techniken bewährt:

  • 30-Grad-Schräglagerung: Diese Methode gilt als eine der risikoärmsten Positionierungsmöglichkeiten und beugt Druckschäden an anderen Körperstellen vor. Der Betroffene liegt dabei nahezu auf dem Rücken, wodurch der Druck optimal verteilt wird. Sie ist oft die angenehmste Position für viele Menschen.
  • 135-Grad-Lagerung: Eine gute Alternative zur 30-Grad-Positionierung, die ebenfalls eine effektive Druckentlastung ermöglicht.

Wichtiger Hinweis: Die ehemals verbreitete 90-Grad-Lagerung wird heute nicht mehr empfohlen, da sie zu viel Gewicht auf den Oberschenkelknochen (Trochanter) einwirken lässt und somit das Risiko für Druckgeschwüre erhöht.

Die Häufigkeit der Positionswechsel hängt stark von der individuellen Situation des Betroffenen ab. Faktoren wie das persönliche Dekubitusrisiko, therapeutische Ziele und individuelle Möglichkeiten spielen eine Rolle. Es ist entscheidend, einen auf die Person zugeschnittenen Plan zu erstellen. Für pflegende Angehörige sind Umsetz- und Hebehilfen wertvolle Unterstützung, um den eigenen Körper zu schonen und die Mobilisation des Betroffenen sicher zu gestalten.

Bewegung fördern: Auch kleine Schritte zählen

Auch wenn regelmäßige Positionswechsel bereits viel bewirken, ist jede Form der Bewegung Gold wert. Wenn es die Kraft und die Möglichkeiten des Betroffenen zulassen, können auch kleine Maßnahmen die Durchblutung anregen und das Wohlbefinden steigern:

  • Kurzes Sitzen an der Bettkante
  • Gehen und Stehen (eventuell mit Unterstützung) zur Kreislaufanregung

Die aktivierende Pflege ist ein Grundprinzip der modernen Pflege. Sie ermutigt den Pflegebedürftigen, so aktiv wie möglich an Bewegungsübungen teilzunehmen. Ein individueller Bewegungsplan kann hierbei eine wertvolle Unterstützung sein.

2. Hautpflege: Der Schutzmantel unseres Körpers

Eine gesunde, elastische und intakte Haut ist die beste Voraussetzung für eine effektive Dekubitusprophylaxe. Gerade im Alter wird die Haut oft spröder, dünner und trockener, wodurch sie anfälliger für Schäden wird. Eine sorgfältige und angepasste Hautpflege ist daher unerlässlich.

Kann man Dekubitus ohne Salbe behandeln?
In der Aktualisierung des Expertenstandards Dekubitus wurde ein Meilenstein gesetzt. Demnach existiert kein Zusammenhang zwischen Hautpflege und Dekubitusprophylaxe, mit anderen Worten, ein Dekubitus kann nicht durch Cremes, Lotionen oder Salben verhindert werden.

Reinigung und Pflege: Weniger ist oft mehr

Bei der Hautpflege zur Dekubitusprophylaxe gilt: Qualität vor Quantität und die richtigen Produkte wählen. Es geht darum, den natürlichen Schutzmantel der Haut zu erhalten und zu stärken, ohne sie zu überfordern oder zu schädigen.

  • Tägliche Hautkontrolle: Überprüfen Sie die gesamte Haut auf Rötungen, Blasen oder andere Veränderungen, besonders an Druckpunkten.
  • Angemessene Reinigung: Verzichten Sie auf tägliche Ganzkörperwaschungen, wenn nicht erforderlich. Nutzen Sie pH-hautneutrale Pflegemittel, die nicht austrocknen und parfümfrei sind. Klares Wasser ist oft ausreichend. Bei stärkeren Verschmutzungen können flüssige, rückfettende Waschsubstanzen verwendet werden.
  • Feuchtigkeitspflege: Bei trockener Haut sind Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O-Präparate) empfehlenswert, da sie einen schützenden Fettfilm auf der Haut hinterlassen.
  • Atmungsaktive Kleidung: Achten Sie auf Kleidung, die atmungsaktiv ist und nicht einschnürt (z.B. bei Sockenbündchen).
  • Frühzeitiger Wechsel von Inkontinenzmaterialien: Feuchtigkeit weicht die Haut auf und macht sie anfällig.

Was die Haut nicht mag: Tabus in der Dekubitusprophylaxe

Nicht alle traditionellen Pflegemittel oder -methoden sind für die Dekubitusprophylaxe geeignet. Einige können der Haut sogar schaden und das Risiko erhöhen. Vertrauen Sie hier dem Rat von Experten:

Geeignete Hautpflegemittel/-maßnahmenUngeeignete Hautpflegemittel/-maßnahmen
pH-hautneutrale WaschzusätzeAlkalische Seifen (entfetten die Haut)
Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O) bei trockener HautMelkfett, Vaseline, reines Babyöl (verstopfen Poren, verhindern Wärmeaustausch)
Spezielle transparente Hautschutzfilme (bei Feuchtigkeitseinwirkung)Zinkpaste (trocknet aus, erschwert Hautbeobachtung)
Klares Wasser, sanftes AbtupfenKörperpuder (bildet scharfkantige Partikel, kann Haut verletzen)
Rückfettende SyndetsAlkoholische Einreibungen (z.B. Franzbranntwein – trocknen die Haut aus)
Angepasste, individuelle Pflege„Eisen und Föhnen“ (unwirksam, schädigt die Haut)
Wohlbefinden fördernde Waschungen (therapeutisch)Färbende, quecksilberhaltige Lösungen (erschweren Beobachtung, toxisch)
Berücksichtigung des PatientenwillensMassagen auf gefährdeten/geschädigten Hautbereichen (können kleine Gefäße verletzen)

Es ist wichtig zu verstehen, dass Cremes, Lotionen oder Salben einen Dekubitus nicht direkt verhindern können. Ihre Rolle liegt darin, die Haut gesund, elastisch und widerstandsfähig zu halten, was indirekt zur Prophylaxe beiträgt. Das Einmassieren solcher Produkte in gefährdete Hautbereiche kann sogar schädlich sein, da Scherkräfte die Haut zusätzlich belasten können.

3. Ernährung: Nährstoffe für eine starke Haut

Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung ist für die allgemeine Gesundheit und insbesondere für die Hautregeneration von großer Bedeutung. Obwohl Studien nicht belegen, dass Ernährung allein einen Dekubitus verhindern kann, trägt eine Mangelernährung, insbesondere ein Mangel an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen, nachweislich zum Entstehen von Druckgeschwüren bei und erschwert deren Heilung.

Was Sie beachten sollten:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Eine gute Hydration ist entscheidend für die Elastizität der Haut.
  • Ausgewogene Kost: Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Proteinen, Vitaminen (insbesondere Vitamin C und E) und Mineralstoffen (z.B. Zink).
  • Anreicherung von Speisen: Bei Bedarf können Lieblingsspeisen mit zusätzlichen Kalorien und Nährstoffen angereichert werden. Trinknahrung kann in schweren Fällen eine Option sein.
  • Mundpflege: Eine gewissenhafte Mundpflege und regelmäßige Kontrolle des Zahnstatus (auch schlecht sitzende Prothesen) sind wichtig, um die Nahrungsaufnahme zu gewährleisten.
  • Professionelle Hilfe bei Schluckstörungen: Bei Dysphagie (Schluckstörungen) können Logopäden oder Ergotherapeuten unterstützen.

4. Hilfsmittel und Komfort: Optimale Unterstützung für Ihren Körper

Moderne Hilfsmittel spielen eine wichtige Rolle bei der Druckentlastung und der Förderung der Eigenbewegung. Sie sind darauf ausgelegt, das Körpergewicht gleichmäßiger zu verteilen und somit das Risiko für Druckgeschwüre zu minimieren.

  • Weichlagerungs-Systeme: Spezielle Matratzen aus Schaumstoff, Gelauflagen oder Luftkissen verteilen den Druck auf eine größere Fläche.
  • Wechseldruck-Systeme: Diese Matratzen bestehen aus Luftkissen, die sich abwechselnd auf- und abpumpen, um den Druck dynamisch zu verlagern. Moderne Systeme sind oft digital gesteuert.
  • Micro-Stimulations-Systeme (MiS): Diese Systeme fördern durch kleine, unmerkliche Bewegungen die Eigenbewegung des Patienten, was die Durchblutung anregt und somit der Entstehung von Druckgeschwüren vorbeugt oder die Wundheilung unterstützt.
  • Anti-Dekubitus-Sitzkissen: Für Rollstuhlfahrer sind spezielle Kissen unerlässlich, um den Druck auf das Gesäß zu verringern.

Bestimmte traditionelle Hilfsmittel wie Schaffelle, Wassermatratzen oder Sitzringe werden heute nicht mehr empfohlen, da ihre Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist oder sie sogar kontraproduktiv sein können.

Was tun bei Dekubitus?
Jede Positionierung muss individuell auf den Betroffenen und die Lokalisation des Dekubitus am Körper abgestimmt sein. Selbstverständlich muss auch regelmäßig ein Positionswechsel durchgeführt werden, um den Druck auf die übrigen Körperteile zu vermindern.

Wenn ein Dekubitus entsteht: Behandlungsmöglichkeiten

Trotz aller präventiven Maßnahmen kann ein Dekubitus in manchen Fällen leider doch entstehen. Je früher er erkannt wird, desto besser lässt er sich behandeln. Die Therapie gliedert sich grundsätzlich in zwei Bereiche: die Lokaltherapie und die Kausaltherapie.

Lokaltherapie: Die direkte Wundversorgung

Die Lokaltherapie konzentriert sich auf die Versorgung des Druckgeschwürs selbst und die Unterstützung seiner Abheilung:

  • Druckentlastung: Bei einem Dekubitus ersten Grades (lediglich Rötung) reichen meist dieselben Maßnahmen wie zur Prophylaxe aus: sorgfältige Pflege der betroffenen Hautpartie und konsequente Druckentlastung.
  • Débridement: Bei fortgeschrittenen Stadien (Grad 2-4) muss abgestorbenes Gewebe entfernt werden. Dies kann chirurgisch, enzymatisch oder mittels spezieller Fliegenlarven (Madentherapie) erfolgen.
  • Wundversorgung: Nach der Reinigung wird die Wunde desinfiziert und mit feuchten Wundauflagen (umgangssprachlich oft „Dekubitus-Pflaster“ genannt) bedeckt, die regelmäßig gewechselt werden.
  • Spezialverfahren: Manchmal kommen technische Verfahren wie die Vakuumversiegelungsmethode (Unterdruck-Wundtherapie) zum Einsatz, die die Wundheilung fördern.

Kausaltherapie: Die Ursache bekämpfen

Eine erfolgreiche Behandlung ist nur möglich, wenn die Ursache des Dekubitus – der Druck – beseitigt wird. Hier kommen die bereits genannten Hilfsmittel wie spezielle Matratzen oder Sitzkissen zum Einsatz. Regelmäßiges Umlagern bleibt auch hierbei von höchster Priorität.

Neben der reinen Druckentlastung umfasst die Kausaltherapie auch die Behandlung von Begleiterkrankungen und die Förderung des allgemeinen Wohlbefindens. Schmerzmittel können die mit dem Dekubitus verbundenen Schmerzen lindern, und gezielte Bewegungsübungen fördern die Durchblutung und verhindern ein konstantes Liegen auf derselben Stelle.

Operation bei fortgeschrittenem Dekubitus

Druckgeschwüre der Grade eins bis drei können in der Regel ohne Operation ausheilen. Bei einem Dekubitus Grad vier ist jedoch fast immer ein chirurgischer Eingriff notwendig. Dabei entfernt der Chirurg das Druckgeschwür und unter Umständen auch Teile des Knochens. Bei sehr großen Geschwüren kann ein plastisch-chirurgischer Eingriff erforderlich sein, bei dem Haut und Weichteilgewebe von anderen Körperbereichen transplantiert werden.

Wichtige Aspekte im Pflegealltag

Die Dekubitusprophylaxe ist eine gemeinsame Aufgabe, bei der die Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Angehörigen und professionellen Pflegekräften entscheidend ist. Einige Punkte verdienen dabei besondere Beachtung:

  • Der Patientenwille steht an erster Stelle: Auch wenn prophylaktische Maßnahmen von großer Bedeutung sind, muss der Wille des Betroffenen stets respektiert werden. Lehnt jemand Maßnahmen ab, weil sie als zu unbequem oder schmerzhaft empfunden werden (z.B. in der Palliativpflege), ist diese Entscheidung zu akzeptieren. Eine entsprechende Dokumentation ist hierbei essenziell.
  • Expertenstandard Dekubitusprophylaxe: Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) hat einen umfassenden Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe herausgegeben. Dieser Leitfaden dient professionellen Pflegefachkräften als Orientierung, um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen und Pflegefehler zu vermeiden. Er betont die Bedeutung von Aufklärung, gezielten Maßnahmen und dem Einsatz geeigneter Hilfsmittel.
  • Pflegewissen erweitern: Für pflegende Angehörige gibt es kostenlose Pflegekurse und individuelle Pflegeschulungen, die wertvolles Wissen vermitteln und den Pflegealltag erleichtern können. Sprechen Sie hierzu Ihre Krankenkasse an.
  • Hygiene: Eine sorgfältige Hygiene schützt vor Infektionen, besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Pflegekassen erstatten bei anerkanntem Pflegegrad Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wie Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Dekubitusprophylaxe

Was bedeutet Dekubitusprophylaxe?
Die Dekubitusprophylaxe umfasst alle Maßnahmen, die dazu dienen, einem Dekubitus (Druckgeschwür) vorzubeugen. Dies beinhaltet die Reduzierung von Druck, die Förderung der Durchblutung und die Stärkung der Hautintegrität.
Welche Maßnahmen und Ziele gehören zur Dekubitusprophylaxe?
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören eine tägliche Hautkontrolle, die Reinigung der Haut mit adäquaten, pH-hautneutralen Mitteln, das Tragen atmungsaktiver und nicht-einschnürender Kleidung, ein frühzeitiger Wechsel von Inkontinenzmaterialien, eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung. Das Hauptziel ist es, Risikofaktoren zu erkennen und zu minimieren, Hautschäden zu vermeiden und die Eigenbewegung des Betroffenen zu fördern.
Wie viele Fassungen des Expertenstandard Dekubitusprophylaxe gibt es?
Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) hat 2004 eine Erstfassung des Expertenstandards veröffentlicht. Die aktuelle Fassung aus dem Jahr 2017 ist die zweite Aktualisierung, also insgesamt die dritte Version des Standards.
Kann man Dekubitus ohne Salbe behandeln?
Ja, ein Dekubitus kann nicht allein durch Salben verhindert oder geheilt werden. Die Behandlung konzentriert sich auf Druckentlastung, Mobilisation und professionelle Wundversorgung. Salben und Cremes können die Hautgesundheit unterstützen und indirekt die Widerstandsfähigkeit der Haut verbessern, ersetzen aber nicht die grundlegenden prophylaktischen oder therapeutischen Maßnahmen.
Was ist der Unterschied zwischen Dekubitus und Wundliegen?
Die Begriffe Dekubitus und Wundliegen werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft synonym verwendet. Beide bezeichnen ein Druckgeschwür, das durch anhaltenden Druck auf die Haut und das darunterliegende Gewebe entsteht.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Hautgesundheit im Fokus: Dekubitus vorbeugen kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Gesundheit besuchen.

Go up